DE970101C - Verfahren zum Entgasen bituminoeser geologischer Vorkommen in ihrer natuerlichen Lagerstaette - Google Patents
Verfahren zum Entgasen bituminoeser geologischer Vorkommen in ihrer natuerlichen LagerstaetteInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 28. AUGUST 1958
S 32452 VI15a
Die Erfindung betrifft die Pyrolyse oder Entgasung von bituminösen geologischen Vorkommen,
wie Ölschiefer, ölsand, »Teersand«, Kohle, die in ihrer natürlichen Lagerstätte durch Erhitzen mit
Hilfe einer waagerecht durch das geologische Vorkommen wandernden Wärmefront entgast werden.
Unter geologische Vorkommen fallen in diesem Zusammenhang auch sogenannte nicht konsolidierte
Gesteinsarten, wie brennstofführender Sand.
Gemäß dem Pyrolyseverfahren werden öle bzw. Gase durch Erhitzung unmittelbar in den brennstofführenden
Vorkommen gewonnen. Der Wärmeaufwand, den die Pyrolyse an der natürlichen Lagerstätte fordert, wurde bei den bisher vorgeschlagenen
oder benutzten Ausführungsformen der Pyrolyse in wesentlichem Grad durch die Wärmeverluste gesteigert, die durch die notgedrungene
Verdampfung einleckenden Wassers in das geologische Vorkommen verursacht werden.
Dieser Umstand macht sich besonders störend bemerkbar, wenn zwischen die brennstoffführenden
Formationen poröse, z. B. aus Sand oder verwittertem Kalkgestein bestehende Schichten
eingesprengt sind, die in der waagerechten Richtung wasserführend-sind und die gewöhnlich durch »5
im festen Gestein vorhandene senkrechte Risse oder Spalten den Zufluß von Wasser von der Seite
oder von oben her in die bituminösen Schichten
«09 601/3
erleichtern. Es hat sich hierbei gezeigt, daß die Wirtschaftlichkeit des Erhitzungsvorganges weitgehend
von der waagerechten Erstreckung des der Erhitzung ausgesetzten Feldes abhängt, weil näm-Hch
der Wirkungsgrad mit der Größe des Feldes ansteigt. Dies erklärt sich dadurch, daß das Einlecken
von Wasser aus der Umgebung im selben Umfange kleiner wird, wie der Flächeninhalt des
Feldes zunimmt. ■
ίο Um das Einlecken von Wasser in das im Abbau
begriffene Feld zu verringern, hat man vor dessen Erhitzung eine Dränierung der Umgebung durchgeführt,
z. B. durch Auspumpen des Grundwassers mittels einer größeren oder kleineren Anzahl gebohrter
Brunnen. Hierdurch läßt sich der hydraulische Druck offensichtlich vermindern und damit
die Menge des einleckenden Wassers verkleinern. Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gesetzt, dem
Einlecken von Wasser aus der Umgebung zu dem begrenzten Körper des bituminösen Vorkommens,
dessen Brennstoff gehalt gewonnen werden soll, wirksam entgegenzutreten. Eine weitere Aufgabe
der Erfindung besteht darin, auch die Verbindung in der entgegengesetzten Richtung, d. h. von jenem
Körper zur Umgebung hin, zu unterbinden, so daß erzeugte Gase weitest möglich daran gehindert
werden, aus dem erhitzten Vorkommen anderweitig als über vorgesehene Sammelstellen zu entweichen.
Ein weiterer Zweck der Erfindung besteht darin, bei unter Überdruck arbeitenden Ausbeutungsmethoden an der natürlichen Lagerstätte die Aufrechterhaltung
des Überdruckes in dem begrenzten Körper sicherzustellen, der Gegenstand der Vergasung
ist.
Dies wird mit Hilfe der waagerecht durch das geologische Vorkommen wandernden Wärmefront
im wesentlichen dadurch erzielt, daß vor dieser Front eine ebenfalls allmählich vorwärts wandernde
Gefrierfront gebildet wird, die eine Verbindung für das Formationswasser und das Gas zwischen ■
dem Entgasungsgebiet und dessen Umgebung erschwert oder völlig verhindert und die in
solchem Abstand von der Wärme gehalten wird, daß der Erhitzungsprozeß vollendet ist, ehe sich
Wärme aus der Wärmefront zur Gefrierfront ausbreitet und sie zum Schmelzen bringen kann.
Gefrierverfahren sind im Zusammenhang mit
Schachtabteufen bzw. Tunnel- und Streckenvortrieb bekannt. Solche Verfahren wurden aber bisher bei
Entgasungsverfahren durch Erhitzung nicht für anwendbar erachtet.
Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird die Gefrierfront mit Hilfe von Gefrierelementen
gebildet, die in aufeinanderfolgenden Reihen oder Gruppen von zur Lagerstätte niedergebrachten Bohrlöchern eingesetzt werden,
wobei sie entsprechend der vorgesehenen Wandergeschwindigkeit der Gefrierfront von der einen
Reihe oder Gruppe von Bohrlöchern zur folgenden Reihe oder Gruppe übertragen werden, während
die Erhitzungsfront durch gleichartige Elemente gebildet wird, die in dem gewünschten Frontabstand,
in nicht langer zur Bildung der Gefrierfront benutzte Reihen oder Gruppen von Bohrlöchern
niedergebracht werden.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die in den Zeichnungen beispielsweise
gezeigten Ausführungsformen näher beschrieben, und hierbei werden auch weitere, die Erfindung
kennzeichnende Eigenschaften angegeben.
Fig. ι ist ein lotrechter Schnitt durch verschiedene
Erdschichten, die eine brennstoffhaltige Schicht umfassen und in welche gemäß der Erfindung
ausgebildete Organe zur Durchführung des Verfahrens niedergebracht worden sind; die Figur
ist ein Schnitt längs der Linie I-I der Fig. 2, die ihrerseits einen Teil des behandelten Bodengebiets
in Draufsicht zeigt;
Fig. 3 ist ein Längsschnitt durch einen kombinierten Gefrier- und Heizkörper;
Fig. 4 und 5 zeigen lotrechte Schnitte durch die Erdschichten mit darin tiefgebohrten Löchern, in
welche gemäß der Erfindung ausgeführte Gefrierelemente teilweise niedergebracht worden sind;
Fig. 6 und 7 sind schematische Aufrisse eines 8S
Gebiets, das gemäß der Erfindung bearbeitet wird; Fig. 8 ist ein Schaubild «ines Bodenteils, der
gemäß der Erfindung behandelt wird;
. Fig. 9 ist ein lotrechter Schnitt durch eine Anzahl übereinandergelagerten Gesteinsarten, von
denen ein bituminöses Vorkommen gemäß einem abgewandelten Verfahren entgast wird.
In den verschiedenen Figuren sind entsprechende Teile mit denselben Bezugszeichen versehen.
In den Zeichnungen bezeichnet 10 eine Deckschicht aus Muttererde und Kies, die im vorliegenden
Fall auf einem Lager 12 aus Kalkstein ruht. Dieses Lager befindet sich seinerseits auf einer
Schicht 14 der der Pyrolyse zu unterwerfenden bituminösen Gesteinsart, wie ölschiefer. Unter der
Schicht 14 befindet sich ein Lager 16, für welches angenommen wird, daß es aus nicht wasserführendem
Tonschiefer oder Ton besteht, wobei am Übergang zwischen den Schichten 14 und 16 eine
dünnere Lage 18, vorhanden sein kann, die erodierten oder zerfallenen, z. B. sandführenden Tonschiefer
enthält. Die beschriebene Schichtenfolge ist im allgemeinen typisch für Alaunschiefer an
verschiedenen Stellen des Erdballs, was darauf zurückzuführen ist, daß sie während derselben geologischen
Epochen gebildet wurde. Die Schichtenfolge ist aber selbstverständlich nur als Beispiel
angeführt und kann von Vorkommen zu Vorkommen in verschiedener Hinsicht wechseln, was insbesondere
dann zutrifft, wenn die bituminöse Ge- X15
steinsart eine andere als Alaunschiefer ist.
Eine Pyrolyse des Schieferlagers 14 wird bei dem Ausführungsbeispiel gemäß der Fig. 1 auf
elektrothermischem Weg durchgeführt. In das Gestein sind Löcher 19 gebohrt, in welche mit 20 bezeichnete
Heizelemente niedergeführt sind. Diese Heizelemente umfassen Rohre 22 aus Metall, in
denen ein oder mehrere elektrische Widerstände 24 angebracht sind. Der Zwischenraum zwischen der
Wandung des Loches 19 und dem Rohr 22 kann la5
mit einem den Wärmeübergang fördernden korn-
förmigen Stoff 21, wie Sand, ausgefüllt sein. Der Widerstand 24 steht an seinem unteren Ende in
leitender Berührung mit dem Rohr 22 und ist mittels Leitungen 26, 28 an einen Kreis 30 für
niedergespannten Wechselstrom, vorzugsweise dreiphasigen, angeschlossen.
Der Zwischenraum zwischen dem Widerstand 24 und dem Rohr 22 ist mit Quarzsand 32 od. dgl.
ausgefüllt, und zwar um einerseits einen Uberschlag des Stroms zu verhindern und andererseits
das Ableiten der erzeugten Wärme zum Schieferlager zu erleichtern. Der Widerstand 24 kann z. B.
durch Ausführung in der Form einer Schraube mit ungleicher Steigung der Windungen eine wechselnde
Wärmekapazität erhalten, so daß z. B. den oberen und unteren Teilen des bituminösen Lagers
14 mehr Wärme zugeführt wird als den zwischenliegenden Teilen. Die durch die Wärmezufuhr erzeugten
Gase werden in Löchern 34 aufgefangen.
ao von welchen Rohrleitungen 36 an die Erdoberfläche führen. Zwischen dem unteren Ende der
Rohrleitung 36 und der Wand des Loches 34 ist ein an der Rohrleitung befestigter Flansch 38 angeordnet.
Über diesem Flansch ist die Rohrleitung 36 in einen körnigen Stoff 39 eingebettet. Wie aus
der Fig. 2 hervorgeht, kann jede Gasableitrohrleitung 36 mit zugehörigem Loch von einer größeren
Anzahl elektrischer Elemente 20 umgeben sein. In die Gesteinsschichten ist mindestens eine
Reihe von Löchern 40 tiefgebohrt. Sie umschließen das Gebiet, das Gegenstand der Entgasung
durch Wärmebehandlung ist und in der Fig 2 m't zickzackförmigen Linien 41 angedeutet
ist. In die Löcher 40 werden gemäß der Erfindung Gcfnerelemente hinabgelassen, die gemäß der
Fig. 3 aus einem Rohr 42 bestehen, in welchem ein dünneres' Rohr 44 untergebracht ist, das eine
Schlinge bildet und über einen größeren oder kleineren Teil 46 seiner Länge schraubenförmig gewunden
ist. Das Rohr 42 erstreckt sich unter das Schieferlager 14 in die im vorliegenden Fall nicht
wasserführende Schicht 16 hinein. Ein flüssiges oder gasförmiges Kühlmittel wird dem einen
Schenkel des Rohres 44 durch eine Leitung 48 zugeführt und tritt aus dem anderen Schenkel durch
eine Leitung 50 aus. Die Gefrierelemente 42 bewirken eine Herabsetzung der Temperatur in den
Gesteinsformationen unter den Gefrierpunkt des dort befindlichen Wassers. Auf diese Weise bildet
sich um das Entgasungsgebiet herum ein Gefriermantel, wodurch das Eindringen von Wasser aus
der Umgebung behindert wird. Gleichzeitig wird auch einem Auslecken von während der Entgasung
in dem Gebiet erzeugtem Gas oder öl vorgebeugt.
Im vorliegenden Fall hat der Mantel einen wasserdichten Boden in der Gestalt des Lagers 16. Die
Gefrierelemente sollen in solchem Abstand von dem Entgasungsgebiet niedergebracht werden, daß
letzteres bereits ausgebeutet ist, bevor eine Wärmeleitung zu der gefrorenen Schicht, wodurch das
Eis zum Schmelzen gebracht wird, zustande kommt. In diesem Zusammenhang sei hervorgehoben,
daß die geologischen Formationen im allgemeinen eine niedrige Wärmeleitfähigkeit aufweisen,
weswegen das Vordringen der Wärme ver- gg
hältnismäßig langsam erfolgt.
Vorteilhaft wird die Gefrierschlinge biegsam ausgeführt, so daß sie sich mühelos in das Bohrloch
niederbringen läßt. Gemäß der Fig. 4 ist die Schlinge aus Rohrstücken 52 zusammengesetzt, die 7„
miteinander durch biegsame Muffen 54 aus Gummi od. dgl. verbunden sind. Die Biegbarkeit der Gefrierschlinge
läßt sich auch dadurch erhalten, daß ihre beiden Schenkel schraubenförmig gewickelt
sind, wie bei 56 in der Fig. 5 angedeutet ist. Die Wärmeübertragung von der Umgebung zur
Schlinge wird dadurch erleichtert, daß man das Loch 40 sich mit Grundwasser füllen läßt, das
dann zunächst zu Eis gefriert.
In der Fig. 6 bezeichnet 28 den Gefriermantel, der das mittels zickzackförmiger ausgezogener
Linien 41 angedeutete Entgasungsgebiet umschließt und abdichtet. Die Entgasung durch Wärmebehandlung
wird vorzugsweise so durchgeführt, daß man eine Wärmefront in der mit dem Pfeile
62 angegebenen Richtung wandern läßt. Dies bedeutet, daß Reihen von Heizelementen 2c nacheinander
eingeschaltet werden, derart, daß sie entlang der einzelnen Linien 41 wenigstens annähernd
gleichzeitig in dem brennstoffhaltigen Lager die Pyrolysetemperatur erreichen. Vor die Wärmefront
werden nacheinander abdichtende Frostbarrieren 64, 66, 68 gelegt. Ihr Abstand voneinander
kann größer sein als der Abstand zwischen den Heizelementreihen. Wenn dann die Wärmefront
die Barriere 64 erreicht, übernimmt die nächste Barriere 66 die Aufgabe, das Pyrolysefeld
vor der wandernden Wärmefront einzuschließen.
Gemäß der in Fig. 7 gezeigten Abwandlung wird vor dem Pyrolysengebiet eine in gleicher Weise
wie die Wärmefront gemäß dem Pfeil 62 vorwärts wandernde Gefrierfront geschaffen, die in der
Figur mit den strichpunktierten Zickzacklinien 70 angedeutet ist. Man kann auf diese Weise zunächst
einen gefrorenen Körper der geologischen For mationen schaffen, der sodann mit dem Ingangsetzen
der Pyrolyse erhitzt wird. Die der Pyrolyse zu unterwerfenden Erdbodenlager sowie die über
und teilweise auch die unter ihnen befindlichen Schichten werden somit zunächst auf eine Temperatur
abgekühlt, welche unter dem Gefrierpunkt des in ihnen befindlichen Wassers liegt. Man erhält
somit einen mehr oder weniger zusammenhängenden gefrorenen Körper, der sodann zum
Zwecke der Entgasung erhitzt wird, und zwar in erster Linie durch eine wandernde Wärmefront
In der Fig. 8 bezeichnet 72 einen dichten Kasten des brennstoffhaltigen Vorkommens, gegebenenfalls
einschließlich benachbarter geologischer Schichten, in welchem ein Körper 74 Gegenstand iao
der Entgasung ist. Der erhitzte Körper kann hierbei sowohl oben wie unten als auch an den Seiten
durch bituminöse, nicht konsolidierte geologische Formationen begrenzt sein.
Um die wandernden Gefrier- und Wärmefronten zu erzeugen, können dieselben Bohrlöcher sowie
die Rohre 42 anfangs zum Gefrieren und später zum Heizen dienen. Die in den Fig. 4 und 5 ver~
anschaulichten Gefrierelemente werden während ihres Betriebes vom Eis umgeben, wie oben erwähnt
wurde: Um sie aus den Löchern zu entfernen, kann ein Auftauen des Eises in den Bohrlöchern
40 auf elektrischem Wege vorgenommen werden oder mit Hilfe eines gasförmigen oder
flüssigen warmen Mittels, das in die Rohrschlingen eingeführt wird und derselbe Stoff sein kann wie
das Kühlmittel. Je schneller das Auftauen durchgeführt wird, desto geringer ist die Wärmeabgabe
an umgebende Partien der geologischen Formationen. Falls die Temperatur um das Loch
herum genügend niedrig ist, gefriert das Wasser in den Löchern wieder. Nachdem das Gefrierelement
frei gemacht und aus dem Bohrloch heraufgezogen worden ist, kann es in ein Loch der nächsten Reihe
der Frostbarriere übergeführt werden. Wenn die ao Wärmefront sich den Löchern 40 zu nähern beginnt
und das Eis in ihnen schmilzt, werden die Löcher zum Niederbringen von Heizelementen
oder als Gasableitlöcher benutzt. Jedoch kann auch vor dem Herankommen der Wärmefront an die
Löcher ein Auftauen des Eises in ihnen vorgenommen werden, z. B. um sie als Gasableit- oder
Zuleitlöcher zur Verfügung zu erhalten. Zu diesem Zweck kann Salz von der Erdoberfläche aus in die
Löcher gegeben werden.
Die Fig. 9 zeigt schließlich eine Ausführungsform, bei welcher das bituminöse Vorkommen, beispielsweise
der ölschiefer, durch Einführen von Sauerstoff bzw. Luft in das Lager entgast wird.
Dies kann dadurch geschehen, daß eine Anzahl Löcher 76 in das betreffende Vorkommen hinabgebohrt
werden, und zwar vorzugsweise bis in die Nähe des Liegenden. In die Löcher 76 werden
Rohre 78 eingesetzt, die an ihrem unteren Ende durch eine an ihnen befestigte Dichtung 80 gegen
die Lochwandung abgedichtet werden. Der Zwischenraum zwischen dem Rohr und der Lochwandung
oberhalb der Dichtung 80 wird mit einem körnigen Stoff 82, wie etwa Sand, ausgefüllt.
Durch eine Reihe derartiger Löcher wird ein die Ver- +5 brennung unterstützendes Gas, vorzugsweise Sauerstoff,
unter solchem Druck zugeführt, daß die oberhalb liegenden geologischen Formationen hochgehoben
werden und ein waagerechter Spalt 84 entsteht, wie für de \ vorliegenden. Fall am Unterteil der
bituminösen Formation veranschaulicht ist. Versuche haben erwiesen, daß sich ein derartiger Spalt
bei Alaunschiefer über einen längeren Abstand von der Gaszufuhrstelle erstreckt, etwa 50 bis
100 Meter im Umkreis. In einem mit Rücksicht hierauf bemessenen Abstand von einer Reihe von
Löchern 76 wird eine zweite Reihe von Löchern 86 gebohrt, und in diese werden Rohre 88 eingebracht
und mit denselben Mitteln wie die Rohre 78 gegen die Lochwandung abgedichtet. Das auszubeutende
Gebiet wird mit einer abdichtenden Frostbarriere umgeben, und zwar mit Hilfe von Gefrierelementen,
die in Löcher 48 gemäß einer der oben angegebenen Alternativen niedergebracht werden. ,
Der Spalt 84 bewirkt nach einmaliger Entzündung des Brennstofflagers in der einen oder anderen
Weise, z. B. mittels im unteren Teil der Zufuhrröhre 78 angebrachten elektrischen Heizkörpern
oder elektrischen Widerständen, eine kontinuierliche Vergasung in dem brennstoffhaltigen Lager.
Die Entzündung des Brennstofflagers kann auch einfach dadurch hervorgerufen werden, daß mit
Hilfe des in das Rohr 78 eingeleiteten Sauerstoffgases, ζ. Β. durch schnelle Steigerung seines
Druckes und hierdurch oder durch Oxydierung des Sauerstoffs, eine plötzliche Wärmeentwicklung verursacht
wird. Die Gase wandern zu den Sammelrohren 86, in denen ein entsprechender Überdruck
aufrechterhalten wird. Durch Wärmeleitung weitet sich die Vergasungsschicht nach oben aus, so daß
immer größere Teile des Brennstofflagers die Temperatur erreichen, bei welcher Gasentwicklung
eintritt bzw. die Pyrolyse vor sich geht. In diesem Fall ist es besonders bedeutungsvoll, daß der Spalt
84 außerhalb der äußersten Löcher an den Flanken der von Lochreihe zu Lochreihe wandernden
Wärmefront durch die abdichtende Gefrierbarriere daran gehindert wird, Gase anderweitig als durch
die Gasableitrohre entweichen zu lassen.
Auch bei dieser Ausführungsform können die Löcher 76 und 86 sowohl für das Hinableiten des
die Verbrennung unterstützenden Gases benutzt werden als auch für das Sammeln der aus der Gesteinsart
gewonnenen Verbrennungsprodukte sowie zuvor schon für die Herstellung des Gefriermantels
oder der Gefrierfront.
Die Gefrier- und/oder Heizelemente können zu Spiralform mit Schlingen aufgewickelt sein, die
nicht größer sind, als daß sie bequemen Transport zum Einbauplatz gestatten und dort durch Ausrichten
der Schlingen, gegebenenfalls zwischen den Walzen einer besonderen Richtanlage, allmählich
in die Löcher hinabgelassen werden können.
Claims (6)
- Patentansprüche:i. Verfahren zum Entgasen bituminöser geologischer Vorkommen in ihrer natürlichen Lagerstätte durch Erhitzen mit Hilfe einer waagerecht durch das geologische Vorkommen wandernden Wärmefront, dadurch gekennzeichnet, daß vor dieser Front eine ebenfalls allmählich vorwärts wandernde Gefrierfront gebildet wird, die eine Verbindung für das Formationswasser und das Gas zwischen dem Entgasungs- 11S gebiet und dessen Umgebung zum Teil oder völlig verhindert und in die in solchem Abstand von der Wärme gehalten wird, daß der Erhitzungsprozeß vollendet ist, ehe sich Wärme aus der Wärmefront zur Gefrierfront ausbreitet und sie zum Schmelzen bringen kann.
- 2. Verfahren nachAnspruchi bei Vorhandensein einer wasserundurchlässigen Schicht unter dem bituminösen Vorkommen, dadurch gekenn- . zeichnet, daß die Gefrierfront bis zu dieser ia5 Schicht hinabgeführt wird.
- 3· Verfahren nach Anspruch ι oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gefrierfront mit Hilfe von Gefrierelementen gebildet wird, die in aufeinanderfolgenden Reihen oder Gruppen von zur Lagerstätte niedergebrachten Bohrlöchern eingesetzt werden, wobei sie entsprechend der vorgesehenen Wandergeschwindigkeit der Gefrierfront von der einen Reihe oder Gruppe von Bohrlöchern zur folgenden Reihe oder Gruppe übertragen werden, während die Erhitzungsfront durch gleichartige Elemente gebildet wird, die in dem gewünschten Frontabstand in nicht länger zur Bildung der Gefrierfront benutzte Reihen oder Gruppen von Bohrlöchern niedergebracht werden.
- 4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Gefrierelemente durch schraubenförmig gewundene Rohrschlingen gebildet werden, die auch für Erwärmungszwecke benutzbar sind.
- 5. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Gefrierelemente zunächst zum Gefrieren und danach zum Erhitzen des Entgasungsgebietes dienen, während die wandernde Gefrierfront durch neue, in die nächstfolgende Reihe oder Gruppe von Bohrlöchern eingesetzte Gefrierelemente gebildet wird..In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 25 015, 36 611,664, 99 075, 148 614, 159 655, 329 896;,Zeitschrift »L'energia elettrica«, Nr. - 6, Vol.XXVII, 1950, S. 3 bis 11.Hierzu 2 Blatt Zeichnungen© 509 629/10 1 (809 601/3 8.58)
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| SE970101X | 1952-03-07 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE970101C true DE970101C (de) | 1958-08-28 |
Family
ID=20406233
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DES32452A Expired DE970101C (de) | 1952-03-07 | 1953-03-05 | Verfahren zum Entgasen bituminoeser geologischer Vorkommen in ihrer natuerlichen Lagerstaette |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE970101C (de) |
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1953
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