DE973534C - Verfahren zur Herstellung stickstoffarmer Hydride von Titan und Titanhomologen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung stickstoffarmer Hydride von Titan und TitanhomologenInfo
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- DE973534C DE973534C DEF17901A DEF0017901A DE973534C DE 973534 C DE973534 C DE 973534C DE F17901 A DEF17901 A DE F17901A DE F0017901 A DEF0017901 A DE F0017901A DE 973534 C DE973534 C DE 973534C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01B—NON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
- C01B6/00—Hydrides of metals including fully or partially hydrided metals, alloys or intermetallic compounds ; Compounds containing at least one metal-hydrogen bond, e.g. (GeH3)2S, SiH GeH; Monoborane or diborane; Addition complexes thereof
- C01B6/02—Hydrides of transition elements; Addition complexes thereof
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Description
AUSGEGEBEN AM 19. MAI 1960
F-17901 IVa j 12%
und Titanhomologen
Die starke Affinität von Titan und Titanhomologen, also Elementen der Gruppe Titan, Zirkonium, Hafnium,
Thorium, zu Sauerstoff, Kohlenstoff und besonders Stickstoff erfordert bekanntlich umständliche
Maßnahmen bei der Darstellung dieser Metalle, um Verunreinigungen durch ihre Nitride, Oxyde usw. zu
vermeiden, da solche Verunreinigungen bekanntlich schon in kleinen Anteilen die Duktilität dieser Metalle
vermindern.
Selbst wenn durch Anwendung von Vakuum oder Edelgasschutz bei der Herstellung der Metalle Luftzutritt
vermieden wird, führt das Einschleppen von Stickstoff mit den Rohstoffen zur Bildung von
Nitriden. Verwendet man beispielsweise zur Reduktion von Titanoxyd technisch hergestelltes Calciumhydrid,
das auch amidartig an Calcium gebundenen Stickstoff enthält, so bildet sich neben dem angestrebten
Titanhydrid, das später durch thermische Spaltung metallisches Titan ergibt, das sehr stabile
Titannitrid, das bisher weder mit Wasserstoff noch ao mit einem anderen Metall, auch nicht mit Aluminium,
zu Titan umgesetzt werden konnte.
Grundlage der Erfindung ist nun der überraschende Befund, daß es in dem 4-Stoff-System von Titan,
Aluminium, Wasserstoff, Stickstoff einen temperaturabhängigen, technisch gut beherrschbaren Bereich des
009 511/4
WasserstofEpartialdruckes gibt, in dem nebeneinander
Titanhydrid, Aluminiumnitrid und — bei geringerem Wasserstoffpartialdruck — Aluminium beständig sind.
I Das gleiche gilt für die eingangs genannten Titanhomologen an.Stelle von Titan.
Gegenstand der Erfindung ist dementsprechend" ein Verfahren zur Herstellung stickstoffarmer Hydride
von Titan und Titanhomologen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß Oxyde des Titans oder der Titan-
homologen mit zur Bildung von Hydriden aus den Oxyden ausreichenden Mengen Calciumhydrid bzw.
Nitride des Titans" oder der Titanhomologen bzw. Titanmetall oder Titanmetallhomoldge, die Nitride
der gleichen Metalle enthalten, in Gegenwart von Wasserstoff und von zur Bindung von im Reaktionsgemisch vorhandenem Stickstoff ausreichenden Mengen
Aluminium bei Temperaturen zwischen 700 und 11000 C
umgesetzt und die Reaktionsprodukte mit verdünnter Säure ausgewaschen werden»
Die durch gemeinsame Einwirkung von Wasserstoff und Aluminium auf bereits vorliegendes Nitrid
beispielsweise des Titans erzielte Spaltung dieses Nitrides verläuft dabei nach
TiN+ Al +H2
TiH2 + AlN.
Reduziert man ein Oxyd beispielsweise des Titans mit. technisch verunreinigtem Calciumhydrid, so
verläuft neben der erstrebten Reaktion nach
TiO2 + 2 CaH2 >
TiH2 + H2 + 2 CaO
auch eine ungünstige Reaktion nach
35: 2 TiO2 + 2 CaH2 + 2 CaNH >
> 2 TiN + 3 H2 + 4 CaO.
Eine solche Titannitridbildung wird erfindungsgemäß unterdrückt nach
2 TiO2 + 2 CaH2 + 2 CaNH + 2 Al >
> 2 TiH2+ 2 AlN+ 3 H2+ 4 CaO.
Es ist zwar ein Vorschlag bekannt, Metallhydrid einschließlich der Hydride des Titans und des Zirkons
in Gegenwart bestimmter Mengen Ammoniakgas durch Umsetzung der betreffenden Metalloxyde mit
einem reduzierenden Metall, als. welches auch Aluminium oder ein Erdalkalimetall angewendet werden
soll, herzustellen. Das Ziel, Titan- oder Zirkonhydrid . mit so geringen Verunreinigungen zu gewinnen, wie es
zur Herstellung von duktilem Metall durch die bekannte Spaltung solcher Hydride erforderlich ist,
läßt sich nach dieser Lehre jedoch nicht erreichen, und zwar weder mit Aluminium als Reduktionsmittel
noch mit einem Erdalkalimetall allein; es bedarf dazu der vorangehend beschriebenen erfindungsgemäßen
Kombination.
Zur Ausführung des Verfahrens verwendet man, da das Aluminium nur schwer a's sauerstofffreies Pulver
zugänglich ist, zweckmäßig das handelsübliche oxydhaltige Pulver im Gemisch mit Calciumhydrid als
Sauerstoffbinder oder überhaupt Aluminiumoxydpulver mit Calcn^rnhydrid oder am besten die sehr gut
pulverisierbare Legierung aus gleichen Teilen Calcium und Aluminium. Die notwendige Menge an Aluminium
wird genau berechnet und dazu ein Überschuß von nur etwa io°/0' angewandt, weil auch Aluminium als
Verunreinigung im Titanmetall stört, wenn auch im .gleichen Ausmaß wie Stickstoff jeweils erst mit dem
80- bis 9ofachen der chemisch äquivalenten Menge. Die anzuwendenden Temperaturen liegen zwischen
700 und 11000 C; die Wasserstoff drücke können zwischen
etwa 10 Torr und mehreren Atmosphären je nach Temperatur gewählt werden. Die festen Reaktionsteilnehmer
werden wegen ihrer hohen Schmelzpunkte innig gemischt. Nach der Reaktion wird das Produkt
mit verdünnter Säuregewaschen, wobei das Aluminiumnitrid unter Zersetzung in Lösung geht, während das
Titanhydrid unverändert bleibt.
1000 g Titanmetallpulver, 4,93% Stickstoff enthaltend,
150 g Aluminiumpulver, zu 61 % aus Metall, im übrigen aus Oxyd bestehend, und 100 g Calciumhydrid
mit 99,9 °/o CaH2 wurden miteinander innig
gemischt und unter Wasserstoff von 60 Atmosphären Druck 4 Stunden lang auf 800° C erhitzt. Das erkaltete
Reaktionsprodukt wurde mit 2 η-Salzsäure ausgewaschen; es hinterblieben 985 g Titanhydrid, enthaltend
0,2 % Aluminium und nur noch 0,12% Stickstoff.
600 g Titandioxyd, 750 g Calciumhydrid mit 0,105 % Stickstoff und 4,78 g einer feingepulverten Legierung
von gleichen Teilen Calcium und. Aluminium wurden miteinander innig gemischt, im Vakuum erhitzt bis auf
6oo° C, weiterhin unter Wasserstoff von Atmosphärendruck bis auf 1000° C, unter diesen Bedingungen
2 Stunden lang gehalten und dann im Laufe von 5 Stunden auf Raumtemperatur abgekühlt. Nach Auswaschen
mit 2 η-Salzsäure erhielt man 36c g Titanhydrid, enthaltend 0,018 % Stickstoff, o,o62°/0Aluminium.
Im Gegenversuch wurde die Zumischung der Calcium-Aluminium-Legierung unterlassen, im übrigen
aber genau gleich dem Beispiel 2 verfahren. Man erhielt wieder 360 g Titanhydrid, aber mit 0,306%
Stickstoff darin.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Herstellung stickstoff armer Hydride von Titan und Titanhomologen, dadurch gekennzeichnet, daß Oxyde des Titans oder der Titanhomologen mit zur Bildung von Hydriden aus den Oxyden ausreichenden Mengen Calciumhydrid bzw. Nitride des Titans oder der Titanhomologen bzw. Titanmetall oder Titanmetallhomologe, die Nitride der gleichen Metalle enthalten, in Gegenwart von Wasserstoff und von zur Bindung von im Reaktionsgemisch vorhandenem Stickstoff ausreichenden Mengen Aluminium beiTemperaturen zwischen 700 und 11000C umgesetzt und die Reaktionsprodukte mit verdünnter Säure ausgewaschen werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Aluminium-Calcium-Legierung angewendet wird.
- 3. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß das Aluminium ganz oder teilweise durch ein Gemisch von Aluminiumoxyd und Calciumhydrid ersetzt.wird.In Betracht gezogene Druckschriften:Deutsche Patentschrift Nr. 862 004; USA.-Patentschrift Nr. 2 490 851;Chemisches Zentralblatt, 1950, II, 2356 (Canadisches Patent Nr. 466 368), und 1953, 6954 (Aufsatz von •A. G. Arendt);Can. Min. Metallurg. BuL, 44, April 1951, S. 258;Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie, 8. Auflage, System Nr. 41, S. 208/209, und System Nr. 35 (Al, Teil B) S. 136.© 509659/41 2.56 (009 5111/4 5.60)
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEF17901A DE973534C (de) | 1955-07-09 | 1955-07-10 | Verfahren zur Herstellung stickstoffarmer Hydride von Titan und Titanhomologen |
Applications Claiming Priority (2)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE1154373X | 1955-07-09 | ||
| DEF17901A DE973534C (de) | 1955-07-09 | 1955-07-10 | Verfahren zur Herstellung stickstoffarmer Hydride von Titan und Titanhomologen |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE973534C true DE973534C (de) | 1960-05-19 |
Family
ID=25973923
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEF17901A Expired DE973534C (de) | 1955-07-09 | 1955-07-10 | Verfahren zur Herstellung stickstoffarmer Hydride von Titan und Titanhomologen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE973534C (de) |
Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| US2490851A (en) * | 1947-03-06 | 1949-12-13 | Metal Hydrides Inc | Production of lithium amide and other metal compounds |
| CA466368A (en) * | 1950-07-04 | Metal Hydrides Incorporated | Process for the production of zirconium hydride | |
| DE862004C (de) * | 1951-09-14 | 1953-01-08 | Egon Dr Wiberg | Verfahren zur Herstellung von Magnesiumhydrid |
-
1955
- 1955-07-10 DE DEF17901A patent/DE973534C/de not_active Expired
Patent Citations (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CA466368A (en) * | 1950-07-04 | Metal Hydrides Incorporated | Process for the production of zirconium hydride | |
| US2490851A (en) * | 1947-03-06 | 1949-12-13 | Metal Hydrides Inc | Production of lithium amide and other metal compounds |
| DE862004C (de) * | 1951-09-14 | 1953-01-08 | Egon Dr Wiberg | Verfahren zur Herstellung von Magnesiumhydrid |
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