DE99111A - - Google Patents

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KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 16: Düngerbereitdng.
E. CLARENBACH in BERLIN.
und hiervon geschiedenem Fett.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 16. Oktober i8g6 ab.
Das bisher übliche Verfahren zur Verarbeitung von Thiertheilen auf Dungpulver, Fett und Leim besteht darin, dafs hochgespannter Dampf auf das Rohmaterial einwirkt, wodurch dasselbe zum Zerfall gebracht und von Fett und Eigenwasser befreit wird. Letzteres wird dann durch Abdampfen zu Leim eingedickt. Da die hierbei entwickelten Dämpfe einen sehr unangenehmen Geruch haben, so ist es erforderlich, sie in einem Gondensator niederzuschlagen und die nicht niederschlagbaren Gase in einer besonderen Feuerung zu verbrennen. Nur durch eine derartige sorgfältige Beseitigung der Leimdämpfe läfst sich die Geruchlosigkeit des Verfahrens erzielen. Diesem Verfahren haften aber ganz wesentliche Mängel an, da bei der geringsten Unregelmäfsigkeit in der Dampfcondensation die Verbrennung der überschüssigen Gase nicht mehr vollkommen geschieht und alsdann ein penetranter Geruch meilenweit bemerkbar wird. Ferner aber geht die bei der EindickuYig des Leimes aufgewendete Wärme unbenutzt verloren, während gleichzeitig ein bedeutender Aufwand an Kühlwasser stattfindet. Diese Nachtheile sind sehr bedeutend, da in Thiertheilen bis zu ,75 pCt. des Rohgewichtes Wasser enthalten ist, welches bei der Leimgewinnung zum'gröfsten Theil in Dampf verwandelt werden mufs.
Die Nachtheile werden durch das neue Verfahren vermieden. Dasselbe besteht darin, dafs in der bekannten Weise das Rohmaterial in hochgespanntem Dampf zerkocht und extrahirt wird, alsdann aber der bei der Eindickung des Leimes entwickelte Dampf nicht mehr wie bisher nach einem Condensator geleitet, sondern nach beendeter Durchdämpfung des Rohmaterials zum Trocknen desselben zu mahlfähigem Gut benutzt wird, wobei zugleich das aus dem Leimdampf condensirte reine Wasser in ein das extrahirte Fett enthaltendes geschlossenes Gefäfs fliefst und hier zur Klärung des Fettes beiträgt Das ganze Verfahren vollzieht sich innerhalb eines nach aufsen hin völlig geschlossenen Apparatsystems unter Vermeidung jedes Ausströmens von übelriechendem Dampf und Aufwandes von Kühlwasser.
Die Abbildung zeigt den zur Durchführung des neuen Verfahrens dienenden Apparat. Derselbe besteht aus dem Digestor a, welcher mit Dampfmantel b versehen ist. Im Innern des Digestors befindet sich ein Rührwerk, um das Rohmaterial während der Durchdämpfung zu bewegen und dadurch das Eindringen der Wärme zu beschleunigen. Ferner wird durch das Rührwerk das Rohmaterial während des Trockenprocesses zu streubarem Dungpulver zerrieben. Vom Innern des Digestors a, sowie vom tiefsten Punkt des Dampfmantels b führen die Rohre c und d nach dem Sammelgefäfs e- und dieses wieder steht durch Rohrleitung f mit dem Verdampferg" in Verbindung. Letzterer enthält am Boden eine Dampfschlange h oder eine sonst passende Heizvorrichtung. Vom oberen Theil des Verdampfers g führt Rohr i nach dem Digestor zurück, und zwar' mittelst
des Ventiles k ins Innere desselben und mit Ventil/ nach dem Dampfmantel b. Aufserdem kann durch Ventil in der directe Dampf vom Dampfkessel her in den Digestor geleitet werden. Das Ventil η dient zur Abführung des Wrasens während des Trockenprocesses.
Der Betriebsgang ist folgender:
Man füllt den Digestor mit dem Rohmaterial, leitet durch Ventil m directen Kesseldampf, erhitzt das Material, wobei sein Eigenwasser (Leimbrühe) beginnt auszutreten und, vermischt mit dem ausschmelzenden Fett, durch das Rohr c nach dem Sammelgefäfs e hin zu fliefsen. Nach mehrstündigem Dämpfen unter gleichzeitiger Rotation des Rührwerkes ist das Eigenwasser und Fett aus dem "Rohmaterial extrahirt und im Gefäfs e angesammelt. Es wird nun Ventil/ geöffnet und durch den im Digestor α herrschenden Dampfdruck die sämmtliche im Gefäfs e befindliche Leimbrühe nach dem Verdampfer g hinübergedrückt und hier durch die Dampfschlange h zum Verdampfen gebracht. Von jetzt ab werden die Ventile m und c geschlossen, hingegen / und d geöffnet, wodurch der aus der Leimbrühe in g entwickelte Dampf in den Dampfmantel b gelangt, hier seine Wärme zur Trocknung des in a befindlichen durchdämpften Rohmaterials abgiebt und als reines Wasser in das das Fett enthaltende Gefäfs e abfliefst. Bei stetiger Rotation des Rührwerkes in α und Abführung der aus dem Rohmaterial entwickelten Dämpfe durch Ventil η wird das Rohmaterial nicht nur völlig getrocknet, sondern zugleich zu streubarem Pulver zerrieben. Es findet auf diese Weise gleichzeitig mit dem Trocknen des Dungmehles eine stetig zunehmende Concentration der Leimbrühe in g statt, während die entwickelten, sehr stark riechenden Leimdämpfe im Dampfmantel b sich vollkommen condensiren und das Condensat als reines Wasser nach dem Gefäfs e abfliefst. Das hier befindliche Fett wird durch das fortwährende Durchfliefsen des reinen Wassers mechanisch von den noch anhaftenden Schmutztheilen befreit, also geklärt, und kann nach Beendigung des Processes als verkaufsfertiges Product abgelassen werden. Kennzeichnend für das Verfahren ist also die Gleichzeitigkeit der Eindickung des Leimes, der Trocknung der durchdämpften Knochen- und Fleischmassen, der Condensation des Leimdampfes und der Klärung des Fettes durch das abdestillirte Fleischwasser. Ein weiteres Merkmal, liegt darin, dafs diese gleichzeitigen Vorgänge in einem nach aufsen völlig geschlossenen Apparatsystem vor sich gehen, dessen einzelne Gefäfse sämmtlich unter ein und demselben Druck stehen.
Hierdurch sind als neue technische Wirkungen erreicht:
Ausnutzung der Wärme des Leimdampfes und Geruchlosigkeit des Verfahrens bei Vermeidung jedes Aufwandes für Kühlwasser und für Verbrennung nicht condensirbarer Gase.
Das in der Zeichnung angegebene Ventil k dient dazu, um, wenn man will, gegen Schlufs der Durchdämpfungsperiode den im Gefäfs g entwickelten Dampf zum Kochen des Rohmaterials mit zu benutzen.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Ein Verfahren zur Verarbeitung von Thiertheilen auf strgubares getrocknetes Dungpulver, Leim und Fett, darin bestehend, dafs innerhalb eines nach aufsen völlig geschlossenen Apparatsystems nach beendeter Durchdämpfung das extrahirte Leimwasser zu Leim eingedampft und der daraus entwickelte Dampf zum Trocknen der Knochen- und Fleischmassen benutzt wird, derart, dafs während der Concentration der Leimbrühe keinerlei Abströmen von Leimdampf ins Freie oder nach einer Condensationsvorrichtung hin stattfindet, vielmehr das condensirte reine Leimwasser in ein mit den übrigen Apparattheilen unter gleichem Druck stehendes geschlossenes Gefäfs geleitet und hier eventuell zur Klärung des extrahirten Fettes benutzt wird.
2. Zur Durchführung des in Anspruch ι gekennzeichneten Verfahrens ein Apparat, bestehend aus drei Gefä'fsen, von denen das erste fa), mit Dampfmantel und beliebigem Rührwerk versehen, zum Zerkochen, Extrahiren, Trocknen und Pulverisiren des Rohmaterials dient, während das zweite (e) zur Ansammlung und Klärung des extrahirten Fettes und des abdestillirten Eigenwassers und das dritte (g) zur Eindickung der Leimbrühe bestimmt ist, und welche drei Gefäfse derart durch Rohre mit einander verbunden sind, dafs die extrahirten Flüssigkeiten, sowie duß^f das im Dampfmantel condensirte Wasser stetig aus dem ersten nach dem zweiten Gefäfs fliefsen und ferner der im dritten Gefäfs entwickelte Dampf in den Mantel des ersten Gefäfses gelangen kann.
Hierzu ι Blatt Zeichnungen.

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