DEC0006834MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 16. Dezember 1952 Bekanntgemacht am 8. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Waschmittel, das dadurch gekennzeichnet ist, daß es ein anionaktives,
substantives Fungicid enthält. Mit dem Ausdruck »anionaktives, substantives Fungicid« sollen
Fungicide bezeichnet werden, die auf die Fasern aufziehen, und zwar auch in Gegenwart von Waschmitteln.
Die erfindungsgemäß verwendbaren Fungicide können den verschiedensten Verbindungsklassen angehören.
Geeignet sind beispielsweise Fungicide, die sich von,der Salicylsäure funktionell ableiten, insbesondere
Derivate des Salicylsäureanilids, die im Anilinkern durch mehrere Halogenatome substituiert sind,
z. B. Salicylsäure-2,4-dichloranilid, Salicylsäure-3,
5-dichloranilid und Salicylsäure-3, 4-dichloranilid.
Vorzugsweise werden solche Fungicide verwendet, die gegen celluloseabbauende Pilze, wie Chaetomium
globosum, Synsporium biguttatum, Memnoniella echinata oder Stachybotris atra, wirksam sind.
. Als Waschmittel können für die Zwecke der vorliegenden Erfindung z. B. verwendet werden: Seifen,
509 696/465
C 6834 IVa/23 e
Salze von Sulfonatwaschmitteln, wie z. B. von sulfonierten, am 2-Kohlenstoffatom durch höhere Alkyl-"
reste substituierten Benzimidazolen, ferner Salze von Monocarbonsäureestem der 4-Sulfo-phthalsäure mit
-'5 höheren Fettalkoholen, weiterhin Salze von Fettalkoholsulf
onaten, Alkylarylsulfonsäuren oder Kondensationsprodukten von höheren Fettsäuren mit
aliphatischen Oxy- oder Aminosulfonsäuren. Ferner können ionenfreie Waschmittel herangezogen werden,
-z. B. Polyglykoläther, die sich von Äthylenoxyd und höheren Fettalkoholen, Alkylphenolen oder Fettaminen
ableiten.
Die erfindungsgemäßen Waschmittel können auch die üblichen Waschmittelzusätze, wie Alkalicarbonate,
Phosphate, PyropjhpSphate, \ Polyphosphate, Metaphosphate,
Silikate'HPerborate ■ oder Percarbonate,
enthalten. Es ist auch möglich, Waschmittel zuzubebereiten, die nur oder vorwiegend aus anorganischen,
reinigend wirkenden Verbindungen und den Fungici-
den bestehen. '
Den erfindungsgemäßen Waschmitteln können neben den anionaktiven Substantiven Fungiciden auch noch
Insekticide, Bakterieide, Farbstoffe, optische Bleichmittel zugesetzt werden.
«25 Die Herstellung, der- Mischungen aus den Wasch-.
mitteln und anionaktiven Substantiven Fungiciden erfolgt in einfacher Weise durch Vermischen und/oder
Vermählen der Komponenten. Dabei kann es vorteilhaft
sein, die eine oder andere Komponente zwecks leichterer Verteilung in gelöstem oder geschmolzenem
Zustand zu verwenden., Es können die handelsüblichen Formen für Waschmittel, z. B. Pulver, Flocken, Stücke,
Spähne, Pasten, zubereitet werden.
Im allgemeinen genügt ein geringer Zusatz von einigen Promille bis einigen Prozent an den Fungiciden
zu den Waschmitteln. Die Menge richtet sich vorwiegend nach der Substantivität des Fungicids
und nach dem Verwendungszweck des Waschmittels. Die Verwendung der erfindungsgemäßen Waschmittel
erfolgt bei den üblichen Waschverfahren. Auf diese Weise können die zu reinigenden Materiahen
gleichzeitig gewaschen: und gegen Pilzbefall geschützt werden.
Als Materialien, die mit den erfindungsgemäßen Waschmitteln gewaschen werden können, kommen vor
allem cellulosehaltige in Betracht. Genannt seien Zellstoff, ferner Textilmaterialien aus Baumwolle,
Leinen, Hanf, Flachs, Jute, regenerierter Cellulose, einschließlich Zellwolle. Auch die Behandlung von
. 50 Seide und Wolle oder von Mischgeweben, die aus verschiedenen Faserarten bestehen, ist in Betracht zu
ziehen. Des weiteren ist die Reinigung von Gegenständen aus Holz, z. B. Fässer der Getränkeindustrie,
möglich; ■ . · ■
Aus der deutschen . Patentschrift 528 704 (vgl. Lüttgen, »Wasch-,".Bleich- und Reinigungsmittel«,
..... S. 276 und 277) ist es bekannt, Waschmitteln Mottenschutzmittel
zuzusetzen. Als solche werden unter anderem aromatische,-Oxycarbonsäuren erwähnt und
als Beispiel Dichlorsalicylsäure genannt. Aus der Brauchbarkeit von !Dichlorsalicylsäure als Motten-
^ . Schutzmittel in einem,.Waschmittel konnte nicht auf
die Verwendbarkeit von funktionellen Salicylsäurederivaten, wie' Salicylsäureaniliden, die im Anilinkern
mehrere Halogenatome enthalten, als Fungicide in Waschmitteln geschlossen werden.
In den folgenden Beispielen bedeuten Teile, falls nichts anderes bemerkt wird, Gewichtsteile; das Verhältnis
zwischen Gewichtsteilen und Volumteilen ist das gleiche wie das zwischen Kilogramm und Liter.
Beispiel ι
Baumwollgewebe wird während 1I2 Stunde bei 900 C
bei einem Flottenverhältnis von 1: 20 in einem Bade gewaschen, das pro Liter 5 g Seife, 2 g Soda und 0,1 g
des. Natriumsalzes des Salicylsäure-3, 4-dichloranilids
enthält. Nachher wird gespült und getrocknet. Das so gewaschene Gewebe ist gegen den Angriff des Pilzes
Chaetomium globosum geschützt.
Es wurde ein Vergleichsversuch durchgeführt, bei welchem das bekannte Fungicid Salicylsäureanilid,
das keine Substantiven Eigenschaften aufweist, einerseits-und
das Salicylsäure-3,4-dichloranilid andrerseits,
beide in Form der Natriumsalze, verwendet wurden.
Die Wäsche erfolgte, wie in Beispiel 1 beschrieben,,
mit den gleichen Konzentrationen an Seife und Soda, die Menge des Fungicids wurde variiert. Nach dem
Trocknen wurden die Stoffstreifen mit dem Pilz Chaetomium globosum geimpft und auf einem Mineralstoffagar
während 14 Tagen bei 30° C bebrütet. Anschließend wurde die Stärke des Pilzwachstums auf
den einzelnen Streifen festgestellt und die Abnahme der Reißfestigkeit des Gewebes gemessen. In der
folgenden Tabelle sind die Mittelwerte von zehn Versuchen zusammengestellt.
In der Kolonne I ist die Konzentration der Natriumsalze in der Flotte angegeben.
In der Kolonne II ist die Stärke des Pilzwachstums angegeben, dabei bedeutet:
. .' + + + + sehr stark bewachsen
+ + +" stark bewachsen
. .' + + + + sehr stark bewachsen
+ + +" stark bewachsen
+ + schwach bewachsen. . * °5
1 + kaum bewachsen
— nicht bewachsen
— nicht bewachsen
In der Kolonne III sind die prozentualen Reißfestigkeitsabnahmen angegeben, dabei bedeutet:
a = 90 bis ioo°/0ige Abnahme, d. h., das Gewebe
besitzt keine Reißfestigkeit
mehr,
b = 30 bis 7o°/0ige, im Mittel 5o°/0ige Abnahme,
c= ο bis io°/0ige Abnahme, d. h., das Gewebe
hat seine Festigkeit praktisch
behalten.
| Salicylsäureanilid | I | II | III | O | Salicylsäure- 3,4-dichloranilid |
II | III | ||
| 7oo · · · | + +. + + | a | , O | I | + + + | b | |||
| o,o5 | 7oo · · · | ■ + + + + | a | O | .05700·.· | — | C | ||
| 0,1 | 0/ /oo |
+ + + + | a | O | ,1 7oo· ■ ■ | — | C | ||
| 0,25 | O/ /oo |
, + + + + | a | I | ,35700··· | ,5 7oo·-· - | C | ||
| 0,5 | O/ /oo |
+ + + 4- | a | ,o 7oo··· | C | ||||
| 1,0 | |||||||||
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C 6834 IVa/23 e
Aus der Tabelle ist deutlich ersichtlich, daß Sallicylfeureanilid
keine Substantiven Eigenschaften besitzt Ind auch bei Verwendung von großen Konzentra-Jionen
keinen Schutz bietet, während das Salicyl- |äure-3, 4-dichloranilid bei Verwendung von o,i°/00
id mehr in der Flotte einen vollständigen Schutz Jsrgibt. '
100 Teile einer geschmolzenen Seifenmasse, enthaltend
z. B. 60 °/0 Fettsäure, werden mit 1 bis 5 °/0 des
iatriumsalzes des Salicylsäure-3, 4-dichloranilids vertuscht
und hierauf erkalten gelassen. Ein mit 'dieser
ISeife gewaschenes Textilgut ist gegen den Befall von
|celluloseabbauenden Pilzen geschützt.
Man mischt das Natriumsalz der 2-Heptadecyl-N-benzyl-benzimidazyl-disulfonsäure
mit 1 bis io°/0 des Natriumsalzes des Salicylsäure-2, 4- oder 3, 5-dichloranilids.
Man. erhält ein fungicidwirksames Waschmittel.
Claims (5)
1. Waschmittel, gekennzeichnet durch einen Gehalt an einem anionaktiven, Substantiven
Fungicid.
2. Waschmittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß es als Fungicid ein funktionelles Salicylsäurederivat enthält.
3. Waschmittel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß es als Fungicid ein
Halogenderivat des Salicylsäureanilids enthält, das im Anilinkern mehrere Halogenatome enthält, vorzugsweise
ein Salicylsäure-dichloranilid.
4. Waschmittel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß es neben dem
anionaktiven Substantiven Fungicid noch ein Insekticid, Baktericid, einen Farbstoff oder ein
optisches Bleichmittel enthält.
5. Seife, enthaltend 1 bis 5°/0 des Natriumsalzes
des Salicylsäure-3, 4-dichloranilids.
Angezogene Druckschriften:
Lütt gen, »Organische und anorganische Wasch-, Bleich- und Reinigungsmittel«, S. 276 und 277.
© 509 696/465 2. 56
Family
ID=
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