DEC0008597MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 10. Dezember 1953 Bekanntgemacht am 9. Februar 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Isomerisierung von Steroidsapogeninen, beispielsweise
des Sarsasapogenins, zu Pseudosapogeninen (Furostenen).
Es ist bekannt, Steroidsapogenine durch Erhitzen mit Essigsäure- oder Propionsäureanhydrid in geschlossenem.
Gefäß auf etwa 200° zu isomerisieren. Ein solches Arbeiten unter hohem Druck ist besonders
bei technischer Durchführung sehr unvorteilhaft. Ferner hat sich gezeigt, daß es nicht möglich ist,
diese Reaktion in einem Druckgefäß aus Eisen durchzuführen. Es ist zwar auch bekannt, die Steroidsapogenine
zur Isomerisierung ζ. B. mit Buttersäureanhydrid unter Rückfluß, d. h. bei einer Temperatur
von etwa 200°, zu erhitzen. Das Arbeiten mit Buttersäure zeigt jedoch verschiedene Nachteile, so daß die
genannte Isomerisierung bisher praktisch mit Acetanhydrid im Druckgefäß durchgeführt wurde.
Das besondere Merkmal der Erfindung besteht nun darin, daß man Verbindungen der Spirostanreihe mit
Propionsäureanhydrid unter Atmosphärendruck erhitzt. Vorteilhaft wird die Reaktion bei einer Temperatur
im Bereiche des Siedepunktes des Reaktionsgemisches durchgeführt, so z. B. unter Rückfluß.
Man destilliert dabei vorzugsweise die gebildete Propionsäure ab, und zwar kontinuierlich oder von
Zeit zu Zeit. Als Ausgangsstoffe lassen sich Spirostane beliebiger sterischer Konfiguration, also Normal- oder
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Isospirostane der Normal- oder Allosteroidreihe, verwenden,
die im Cyclopentanopolyhydrophenanthren-. ring gesättigt oder ungesättigt sind und auch beliebige
Substituenten aufweisen können, z. B. in 3-, 11- oder 12-Stellung freie oder funktionell abgewandelte Oxy-
oder Ketogruppen, wie 'Sarsasapogenin, Diosgenin, Tigogenin, Δ 4-Tigogenon, n-Ketotigogenin, Smilagenin,
Hecogenin, Rockogenin, Botogenin und Manogenin bzw. deren Derivate.
Die Verwendung von Propipnsäureanhydrid zur
Umwandlung von Sapogeninen in Pseudosapogenine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren stellt einen
bemerkenswerten Fortschritt gegenüber älteren Methoden dar, da die Ausführungsart besonders einfach
und bequem ist. Auch werden gemäß dieser Methode hohe Ausbeuten ah Pseudosapogeninen erzielt. Ein
Vergleich z. B. mit der in Journal of the Amer.·
Chem. Soc, Bd. 74, 1952, S. 3685 (D. H. Gould und Mitarbeiter), beschriebenen Methode zur Isomerisierung
von Spirostanen zu Furostenolen mit Säure-, anhydriden bei normalem Druck unter Anwendung
von Katalysatoren hat deutlich die Überlegenheit des erfindungsgemäßen Verfahrens gezeigt. Während
z. B. die Umwandlung von Diosgenin in die Pseudoverbindung mit Propionsäureanhydrid und die darauffolgende
Oxydation eine Ausbeute von 67,5 % der Theorie an i6-Pregnen-3-ol-2O-on-propionat ergab,
entstand das entsprechende Acetat nach der vorstehend
genannten Methode von D.H. Gould und Mitarbeitern in einer Ausbeute von nur 37,3% der
Theorie.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird durch die nachstehenden Beispiele näher erläutert. Zwischen
Gewichtsteil und Volumteil besteht die gleiche Beziehung wie zwischen Gramm und Kubikzentimeter.
Beispiel ι
0,457 Gewichtsteile Diosgenin löst man in 2,25
Volumteilen Propionsäureanhydrid und erhitzt 24 Stunden zum Sieden unter Rückfluß. Dann wird die
entstandene Propionsäure mit einem Fraktionieraufsatz langsam bis i6o° abdestilliert (etwa 0,4 Volumteile)
und der Rückstand nochmals 24 Stunden gekocht. Nach anschließendem Abdestillieren des
Propionsäureanhydrids im Vakuum hinterbleibt ein nur langsam erstarrendes braunes Öl, das beinahe
reines Pseudodiosgenindipropionat darstellt. Aus Methanol umkristallisiert schmilzt es bei 79 bis 80°;
Ausbeute: 83% der Theorie.
10 Gewichtsteile Hecogenin werden mit 50 Volumteilen
Propionsäureanhydrid auf ähnliche Weise umgesetzt, wie im Beispiel 1 angegeben ist. Das nach
dem Abdestillieren des Anhydrids zurückbleibende gelbe Öl kristallisiert. Durch Umlösen aus Methanol
oder Hexan werden daraus mindestens 8 Gewichtsteile Pseudohecogenindipropionat vom.-F. =99 bis 100,5°
erhalten.
10 Gewichtsteile ii-Ketotigogenin in ähnlicher
Weise mit 50 Volumteilen Propionsäureanhydrid umgesetzt, liefern ebenfalls in sehr guter Ausbeute
das ii-Ketopseudotigogenindipropionat, das, aus Methanol umgelöst, bei 108 bis 1090 schmilzt.
Claims (3)
1. Verfahren zur Herstellung von Steroidpseudosapogeninen
aus Steroidsapogeninen durch Isomerisierung mit einem Säureanhydrid unter Erhitzen bei Atmosphärendruck auf Temperaturen
im Bereich des Siedepunktes des Säureanhydrids, dadurch gekennzeichnet, daß man die Isomerisierung
unter Verwendung von Propionsäureanhydrid durchführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß man im Verlaufe der Reaktion die gebildete Propionsäure ab destilliert.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß man Diosgenin oder ii-Ketotigogenin als Ausgangsstoff verwendet.
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