DEC0009662MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 15. Juli 1954 Bekanntgemacht am 22. November 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
PATENTANMELDUNG
KLASSE 12o GRUPPE 2303 INTERNAT. KLASSE C 07 c
C 9662 IYbIUo
Dr. Werner Zerweck, Frankfurt/M, Dr. Adolf Stachel und Dr. med. Armin Kutzsche, Frankfurt/M.-Fechenheim
sind als Erfinder genannt worden
Cassella Farbwerke Mainkur Aktiengesellschaft, Frankfurt/M.-Fechenheim
Verfahren zur Herstellung von die Ausscheidung von Heilmitteln
verzögernden Substanzen
Im Patent 944 949 sind unter anderem Sulfonamide der allgemeinen Formel
R'
>—COOH
beschrieben, welche man dadurch erhält, daß man Amine der allgemeinen Formel
:nh
R' mit einer Verbindung der allgemeinen Formel
Halogen — SO2
-COOH
kondensiert. Dabei bedeutet R einen niedermolekularen Alkylrest mit mindestens 3 C-Atomen, einen
Aralkyl- oder einen in bestimmter Weise substituierten Arylrest und R' Wasserstoff oder einen
niedermolekularen Alkylrest. R und R' enthalten für den Fall, daß sie beide Alkylreste darstellen,
zusammen 5 bis 8 C-Atome. Diese Verbindungen führen bei der Anwendung zusammen mit Peni-
609 708/363
C 9662 IYbI 12ο
cillin bei einer gegebenen Penicillindosierung eine erhöhte Penicillinkonzentration im Blutplasma
herbei und verzögern die Ausscheidung des Penicillins durch die Nieren. Vor allem bewährt
haben sich hierbei Kondensationsprodukte der p-Carboxybenzolsulfonsäure-halogenide mit bestimmten
sekundären Aminen, z. B. dem Dip'ropylamin. So ist letzteres dem aus der Literatur
schon früher bekannten p-Carboxybenzolsulfonsäure-diäthylamid
als Ausscheidungsverzögerer für Penicillin überlegen..
Es wurde nun gefunden, daß man wesentlich wirksamere Substanzen, welche die Ausscheidung
von Heilmitteln, wie p-Aminosalicylsäure oder Penicillin oder von Röntgenkontrastmittel!! und
ähnlichen, im menschlichen Körper angewendeten Substanzen verzögern, erhält, wenn man Carboxybenzolsulfonsäuren
oder deren funktionelle Derivate mit Dibenzylamin oder dessen Kernsubstitutionsprodukten
umsetzt.
Die erhaltenen Produkte entsprechen der allgemeinen Formel ,· .
HOOC-
-SO9-N
CH,-
CH, —.
(worin die Benzolkerne weitere Substituenten enthalten können).
. Die so erhaltenen Produkte sind den bekannten Ausscheidungsverzögerern, z. B. dem im Handel
befindlichen p-Carboxybenzolsulfonsäure-dipropylamid,
stark überlegen. Die Titer von p-Amiriosalizylsäure und Penicillin werden durch sie im
Gegensatz zu p-Carboxybenzolsulfonsäure-dipropylamid
so überhöht, daß einem Resistemtwerden der Tuberkelbakterien durch eine ausreichende Konzentration
vorgebeugt und ein genügendes Konzentrationsgefälle zum erkrankten Gewebe gewährleistet
werden kann. p-Carboxybenzolsulfonsäuredibenzylamid hält im Gegensatz zu p-Carboxybenzolsulfonsäure-dipropylamid
während der Einwirkungszeit die Acetylierung der p-Aminosalizylsäure
weitgehend zurück, so daß die, Gesamt-p-Aminosalizylsäure-Werte
fast vollständig durch freie p-Aminosalizylsäure dargestellt werden.
p-Carboxybenzolsulfonsäure-dibenzylamid ist wesentlich
weniger giftig als das entsprechende 50' Sulfonsäure-dipropylamid.
In eine wäßrige Suspension von 591 g (3 Mol) Dibenzylamin in 500 ecm destilliertem Wasser
trägt man bei 200 unter Rühren 220 g (1 Mol) p-Carboxybenzolsulfochlorid ein. Die Temperatur
soll 25 ° nicht überschreiten. Ist alles eingetragen, rührt man noch 10 bis 12 Stunden bei Zimmertemperatur.
Dann stellt man mit 20°/oiger Salzsäure kongosauer und saugt das Gemisch von
p-Carboxybenzolsulfonsäure-dibenzylämid und Dibenzylamin-hydrochlorid
ab. Nun löst man in einem Überschuß von 2 η-Natronlauge und äthert
mehrmals aus, Um das Dibenzylamin zu entfernen.
Aus der wäßrigen alkalischen Schicht fällt man mit verdünnter Salzsäure das p-Carboxybenzolsulfonsäure-dibenzylamid
aus. Man saugt ab und wäscht, mit Wasser neutral. Aus Alkohol umkristallisiert,
erhält man das p-Carboxybenzolsulfonsäure-dibenzylamid in weißen, verfilzten
Nadeln vom F. 206 °.
Der Äther wird abdestilliert und das wiedergewonnene Dibenzylamin zu weiteren Umsetzungen
verwandt.
Produkte von ähnlichen Eigenschaften erhält man, wenn man an Stelle des Dibenzylamins seine
Substitutionsprodukte verwendet, welche z. B. ein- oder mehrmals durch Hydroxyl-, Alkyl- oder
Alkyloxygruppen oder Halogenatome substituiert sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von die Ausscheidung von Heilmitteln verzögernden Substanzen durch Umsetzen von Carboxybenzolsulfonsäuren oder deren funktionellen Derivaten mit sekundären Aminen, dadurch gekennzeichnet, daß man als sekundäre Amine Dibenzylamin oder dessen Kernsubstitutions- go produkte verwendet. ;In Betracht gezogene Druckschriften:
Deutsche Patentanmeldung S 2924 IVb/120 (Patent 944 949); schweizerische Patentschrift Nr. 278 778.© 609 708/363 11.56
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