DEF0013569MA - - Google Patents

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DEF0013569MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 28. Dezember 1953 Bekanntgemacht am 15. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Zur Erzeugung von Eisfarben im Zeugdruck unter Verwendung von Diazoaminoverbindungen werden verdickte Ätzalkalilösungen der bei der Eisfarbenherstellung gebräuchlichen Kupplungskomponenten und Alkalisalze von Diazoaminoverbindungen, welche in dem an der Farbstoffbildung nicht beteiligten Rest löslichmachende Gruppen enthalten, auf die Faser gedruckt, und der Farbstoff wird dann durch Einwirkung von Säuredampf entwickelt. Diese Säurebehandlung bringt eine Reihe Nachteile mit sich, und es sind daher viele Versuche unternommen worden, die Entwicklung der Eisfarben allein durch Dämpfen mit neutralem Dampf zu bewirken, zumal es auch nur so möglich ist, Eisfarben neben Küpenfarbstoffen zu erzeugen. So wurden z. B. neuerdings durch Herab-Setzung der in der Druckpaste vorhandenen Laugenmenge oder durch Zusatz von Säure abspaltenden Mitteln zur Druckpaste (vgl. die Patentschriften 906 215, 926 243 und 928 166) sehr gute technische Effekte erzielt. Der ideale Fall liegt jedoch bei den Farbstoffkombinationen, welche sich ohne jeglichen Zusatz von Säure abspaltenden bzw. Lauge bindenden Mitteln im neutralen Dampf entwickeln lassen. Die Lösung dieses Problems müßte also hauptsächlich in
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der Verwendung solcher Diazoaminoverbindungen liegen, welche sich im neutralen Dampf leicht und vollständig spalten, in der Kälte jedoch vollkommen stabil sind und damit eine gute Haltbarkeit der Druckpasten gewähren. Die Spaltbarkeit von Diazoaminoverbindungen hängt nun sehr stark von der Basizität der Base einerseits und derjenigen des Stabilisators andererseits ab. Jedes diazotierte aromatische Amin besitzt. entsprechend seinen Substituenten eine sehr
ίο unterschiedliche Kupplungsenergie und bildet je nachdem, ob es. stärker oder schwächer basisch ist, eine leichter oder schwerer spaltbare Diazoaminoverbindung. Ähnliches trifft für das als Stabilisator verwendete Amin zu. Beide müssen daher sorgfältig aufeinander abgestimmt sein, wenn man durch neutralen Dampf allein eine quantitative Spaltung erzielen will. Der Idealfall läge darin, für jede Base den geeigneten Stabilisator bereitzustellen, was technisch erhebliche Mehrkosten verursachen würde.
Es wurde nun die Beobachtung gemacht, daß Kombinationen aus Dihalogenalkyl- bzw. Dihalogenalkoxyanilinen mit 2 - Alkylamino - 5 (4) - sulfobenzoesäuren -'ideale« Diazoaminoverbindungen im obigen Sinne darstellen. Sie geben mit den Eisfarbenkupplungskomponenten, in neutralem Dampf entwickelt, sehr tiefe und ausgiebige Drucke auf Cellulosefaser!! sowie eine sehr gute Fixation auf Zellwolle. Trotz der leichten Spaltbarkeit im Neutraldampf besitzen die Druckpasten eine sehr gute Haltbarkeit. Die Drucke erleiden ferner keine sichtbare Einbuße an Farbtiefe beim Zusammendruck mit Küpenfarbstoffen. Ein-' geschlepptes Alkali sowie Reduktionsmittel aus Küpendruckpasten haben also keinen nachteiligen Einfluß auf die Entwicklung. der Farbstoffe. In diesem Zusammenhang ist noch wichtig, daß die neuen Kombinationen im Mehrfarbendruck neben Küpenfarben durch die zwischengeschalteten Walzen in ihrer Stärke nicht abnehmen, was einen besonderen technischen Effekt gegenüber bekannten Kombinationen darstellt.
Außer dem sehr guten drucktechnischen Verhalten besitzen die mit den Basen dieser Anmeldung erhältlichen Farbstoffe neben allgemein guten Eigenschaften eine hervorragende Lichtechtheit.
Beispiel 1
Man läßt 1 Mol diazotiertes i-Amino-2-methyl-4, 5-dichlorbenzol gleichzeitig mit verdünnter Sodalösung in eine schwach sodaalkalische Lösung von 1,1 Mol 2-Äthylamino-5-sulfobenzoesäure langsam einlaufen, so daß die Lösung immer sodaalkalisch reagiert. Nach 4stündigem Rühren ist die Kupplung beendet, die Diazoaminoverbindung kann mit Natriumchlorid kristallin ausgesalzen werden.
60 g einer Mischung aus äquivalenten Teilen des so hergestellten Natriumsalzes der Diazoaminoverbindung und dem i-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-2-äthoxybenzol werden mit 50 ecm Alkohol oder einem anderen geeigneten Lösungsmittel, 15 bis 20 g Natronlauge 38° Be, in annähernd 300 ecm Wasser gelöst und nach Einrühren in 500 g Verdickung mit Wasser auf 1000 g aufgefüllt. Mit dieser Druckpaste wird in üblicher Weise gedruckt. Nach dem Trocknen wird mit neutralem Dampf etwa 5 bis 10 Minuten gedämpft, wobei die Farbstoff ent wicklung erfolgt. Nach dem kochenden Seifen und der üblichen Entfernung der Verdickung wird gespült und getrocknet. Man erhält ein klares, sehr lichtechtes Scharlach. Die Druckpaste zeigt eine sehr gute Haltbarkeit. Die Farbtiefe der Drucke auf Zellwolle, ist derjenigen auf Baumwolle gleich. Im Zusammendruck mit Küpenfarbstoffen zeigt die Kombination unter Verwendung von Abquetschwalzen keine Abnahme der Farbtiefe.
Beispiel 2
Verwendet man entsprechend Beispiel ι das aus i-Amino^-methyl^-brom-S-chlorbenzol und dem in Beispiel ι angegebenen Stabilisator hergestellte Natriumsalz der Diazoaminoverbindung, so erhält man mit i-(2'-Oxycarbazöl-3'-carboylamino)-4-chlorbenzol ein volles, sehr lichtechtes Braun.
Beispiel 3
Eine nach den Angaben der vorhergehenden Beispiele hergestellte Druckpaste aus dem Natriumsalz der Diazoaminoverbindung aus i-A.mino-3-methyl-4, 6-dichlorbenzol mit dem in Beispiel 1 angegebenen Stabilisator und i-Acetoacetylamino^-chlor^, 5-dimethoxybenzol ergibt neutral entwickelt ein sehr lichtechtes, grünstichiges Gelb.
Beispiel 4
Ersetzt man das Natriumsalz der Diazoaminoverbindung des Beispiels 1 durch das Natriumsalz der Diazoaminoverbindung aus diazotiertem i-Amino-4-methyl-2, 5-dichlorbenzol und 2-Isopropylamino-5-sulfobenzoesäure als Stabilisator, so gelangt man unter Verwendung von i-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-2-methoxybenzol als Kupplungskomponente und von etwa 10 bis 20 g Natronlauge 380 Be im kg Druckfarbe durch neutrales Dämpfen zu einem kräftigen echten Rot, dessen Farbtiefe auf Baumwolle derjenigen auf Zellwolle gleich ist.
Beispiel 5
Man läßt 1 Mol diazotiertes i-Amino-2-methoxy-4, 5-dichlorbenzol in eine sodaalkalische Lösung von 1,1 Mol des Dinatriumsalzes der 2-Methylamino-5-sulfobenzoesäure einlaufen und salzt die sich bildende Diazoaminoverbindung nach ihrer vollständigen Bildung mit Kochsalz aus.
60 g einer Mischung aus äquivalenten Teilen des so hergestellten Natriumsalzes der Diazoaminoverbindung und dem i-(2', 3'-Oxynaphthoylamino)-2-methoxybenzol werden mit etwa 50 ecm Glycolmonoäthyläther oder einem anderen geeigneten Lösungsmittel, 10 bis 20 g Natronlauge 380 Be in annähernd 300 ecm . heißem Wasser gelöst und nach Einrühren in 500 g Verdickung mit Wasser auf 1000 g aufgefüllt. Mit dieser Druckpaste erhält man bei neutralem Dämpfen ein volles blaustichiges Rot von hervorragender Licht-
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echtheit. Die Farbtiefe auf Zellwolle ist in ihrer Stärke derjenigen auf Baumwolle gleich.
Beispiel 6
Das Natriumsalz der Diazoaminoverbindung aus diazotiertem ι - Amino - 2 - methoxy - 4 - brom - 5 - chlorbenzol und der' 2-Äthylamino-5-sulfobenzoesäure als Stabilisator ergibt in äquivalenter Mischung mit ι - Benzoylacetylamino - 4 - benzoylamino - 2, 5 - dimethoxybenzol, nach den Angaben des Beispiels 5 angewandt, beim Dämpfen im neutralen Dampf ein klares, sehr lichtechtes Gelb. Die Farbstärke auf Baumwolle und Zellwolle ist gleich tief.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH:
    Verfahren zur Erzeugung von Eisfarben im Zeugdruck, dadurch gekennzeichnet, daß man Diazoaminoverbindungen, erhalten aus Dihalogenalkyl- bzw. Dihalogenalkoxyanilinen, und 2-Alkylamino-5 (4)-sulfobenzoesäuren entsprechend der allgemeinen Formel
    COOH
    N = N
    (SO3H)
    SO3H.
    in der R1 Alkyl oder Alkoxy, R2 Alkyl und X Halogen bedeutet, mit Eisfarbenkupplungskomponenten üblicher Art auf die Faser druckt und den Farbstoff allein durch Dämpfen mit neutralem Dampf, ohne jeglichen Zusatz von Säure abspaltenden bzw. Lauge bindenden Mitteln zur Druckpaste, entwickelt.
    Angezogene Druckschriften :
    Deutsche Patentschrift Nr. 704 542.
    © 509 697/463 3.56

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