DEP0007594MA - - Google Patents

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DEP0007594MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 3. Mai 1952 Bekanntgemacht am 12. Juli 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft die Herstellung neuer Dihydrostreptomycinmischsalze von verschiedenen Säuren, die sich durch ihre verhältnismäßig geringe Löslichkeit in Wasser auszeichnen, sowie ihre Verwendung zur Reinigung des Dihydrostreptomycins.
Dihydrostreptomycin ist ein sehr wertvolles ! Antibiotikum, das durch Reduktion aus Streptomycin gewonnen wird. Seine chemischen und biologischen Eigenschaften wurden in der neueren Literatur ausführlich beschrieben. Die bekannten einfachen Dihydrostreptomycinsalze, wie das Hydrochloric oder das Sulfat, besitzen eine außerordentlich hohe Löslichkeit in Wasser. Dies erschwert die Abtrennung des Dihydrostreptomycins besonders in reiner kristalliner Form.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist nun die Herstellung von neuen Dihydrostreptomycinsalzen, deren Löslichkeit in Wasser wesentlich geringer ist als die der bisher bekannten einfachen Salze. Die Salze des Dihydrostreptomycins mit Farbstoffsulfonsäuren und Fällungsmitteln, wie Reineckesäure oder Pikrinsäure, besitzen zwar ebenfalls eine geringere Löslichkeit in Wasser als die einfachen Salze, z. B. das Sulfat, jedoch sind diese Komplexsalze therapeutisch wertlos.
Es ist bekannt, daß Dihydrostreptomycin eine dreiwertige Base ist, die mit drei Säureäquivalenten Salze bildet. Die einfachen, therapeutisch verwendbaren Salze, wie das Chlorhydrat, B romid, Sulfat, Acetat oder Citrat, besitzen alle eine außerordent-
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Hch hohe Löslichkeit in Wasser. Es gelingt nicht, diese Stoffe durch Einengen einer wäßrigen Lösung zu kristallisieren.
Es wurde nun gefunden, daß Mischsalze des Dihydrostreptomycins mit mindestens zwei verschiedenen anorganischen Säuren überraschenderweise eine geringere Löslichkeit in Wasser besitzen als die einfachen Salze einer der verwendeten Säuren. So ist ein Salz des Dihydrostreptomycins
ίο aus 2 Äquivalenten (i Mol) Schwefelsäure und ι Mol Jodwasserstoffsäure je Mol Dihydrostreptomycin erheblich weniger wasserlöslich als das einfache'Jodid oder das einfache Sulfat. Ähnlich verhalten sich Mischsalze des Dihydrostreptomycins
t5 mit Chlorwasserstoffsäure und Schwefelsäure, Bromwasserstoffsäure und Schwefelsäure, Jodwasserstoffsäure und schwefliger Säure sowie salpetriger Säure und Thioschwefelsaure. Alle diese Verbindungen können im Gegensatz zu den entsprechenden Salzen mit nur einer Säure direkt aus einer wäßrigen Lösung auskristallisiert werden.
Die erfindungsgemäß herstellbaren Mischsalze
des Dihydrostreptomycins können zwei oder drei verschiedene Anionen, gewöhnlich zwei: verschie-
a5 dene Anionen enthalten, von denen eins einwertig und das andere zweiwertig ist. Es können jedoch auch alle Anionen ein- oder zweiwertig sein, oder eines der Anionen kann auch bei Verwendung von Phosphaten dreiwertig sein. Wenn die mit dem Dihydrostreptomycin vereinigten Säureester mehr als dreiwertig sind, ist es wahrscheinlich, daß eines der mehrwertigen Anionen mit mehr als einem einzigen Dihydrostreptomycinmolekül verbunden ist. Die genaue Struktur dieser Mischsalze ist noch nicht bekannt. Die Anwesenheit mehrerer verschiedener anorganischer Säureester konnte jedoch durch Analyse nachgewiesen werden. Diese Mischsalze enthalten dagegen keine Salze anderer Basen, insbesondere keine Metallsalze. Zur Herstellung der Mischsalze sind als Säuren Schwefelsäure, schweflige Säure, Chlorwasserstoffsäure, Thioschwefelsaure, Bromwasserstoffsäure, Salpetersäure, salpetrige Säure, Rhodanwasserstoffsäure und Phosphorsäure besonders geeignet.
Die Löslichkeit der oben beschriebenen Mischsalze in Wasser ist sehr unterschiedlich, aber jedes dieser Salze ist in Wasser so wenig löslich, daß es aus der wäßrigen Lösung kristallisiert werden kann. Die geringste Löslichkeit besitzt das Jodidsulfit.
Die Löslichkeit steigt in Richtung des Jodidsulfates und1 Bromidsulfates. Wenn in einer Lösung die Dihydrostreptomycinsalze verschiedenartigster anorganischer Säuren anwesend sind, wird das Mischsalz mit der -geringsten Löslichkeit abgeschieden, vorausgesetzt, daß die Gesamtkonzentration groß genug ist und genügende Mengen eines jeden Anions anwesend sind:. Daher scheidet sich das Jodidsulfat ab, wenn ausreichende Mengen an Natriumsulfat und Natriumiodid einer wäßrigen Lösung von Dihydrostreptomycinhydrochlorid mit einer Konzentration von etwa 80000 Einheiten je ecm oder darüber zugegeben werden. Die Löslichkeit der Salze ändert sich etwas mit dem pH-Wert der Lösung. Im allgemeinen stellt man den pH-Wert vorzugsweise auf etwa 4 bis etwa 8 ein. Besonders bei der Herstellung von Mischsalzen des Dihydrostreptomycins mit wenigstens einem mehrwertigen Anion kann der pH-Wert für die Kristallisation von erheblicher Bedeutung sein. Bei der Herstellung der erfindungsgemäßen neuen Salze kann zu einer konzentrierten wäßrigen Lösung eines einfachen Dihydrostreptomycinsalzes, z. B. des Sulfates, irgendein lösliches Salz, vorzugsweise ein Alkali-, Ammonium- oder organisches Ammoniumsalz einer anderen anorganischen Säure, z. B. Natriumiodid, zugegeben werden. Die Lösung · wird umgerührt und .,sJteheng^lasg.eiu In kurzer Zeit beginnen sich Kristalle des Mischsalzes abzuscheiden. Im allgemeinen ist die Kristallisation innerhalb einiger Stunden beendet. Gegebenenfalls kann die Lösung gekühlt bzw. angeimpft werden, um die Bildung des kristallinen Mischsalzes zu beschleunigen. Wenn Dihydrostreptomycinsulfat als Ausgangsstoff verwendet wird, benutzt man gewöhnlich eine wäßrige Lösung, die wenigstens etwa 80000 Einheiten des Antibiotikums je ecm enthält. Höhere Konzentrationen sind wünschenswert, wenn löslichere Mischsalze hergestellt werden sollen. Im allgemeinen wird wenigstens 1 Äquir valent, vorzugsweise werden jedoch etwa 2 Äqui- go valente des zugefügten Salzes je Mol des Antibiotikums verwendet. Ein gewisser Überschuß an zugefügtem Salz dient dazu, die Löslichkeit des hergestellten Mischsalzes ' noch weiter herab- ■ zusetzen. Überschüssiges Natriumjodid oder überschüssiges Natriumsulfat setzt z. B. die Löslichkeit des Dihydrostreptomycinjodidsulfates herab, jedoch ist eine Mischung von Natriumjodid und Natriumsulfat im Überschuß sogar noch wirksamer. Das Sulfitjodid des Dihydrostreptomycins besitzt eine Wasserlöslichkeit von etwa 48000/ je ecm, bei einem Überschuß "der zur Bildung dieser Verbindung notwendigen Salze beträgt diese jedoch nur etwa 25 000 γ je ecm.
Zur Herstellung der neuen kristallinen Dihydrostreptomycinsalze mit verschiedenen Säuren können auch Rohlösungen von Dihydrostreptomycin verwendet werden. So kann z. B. Streptomycin, das als Rohprodukt aus der Gärlösung z. B. durch Adsorption an-ein Ionenaustauscherharz und durch Auswaschen mit Säure gewonnen wurde, zu rohem Dihydrostreptomycin hydriert werden. Die wäßrige Lösung muß entweder vor oder nach der Hydrierung eingeengt, und Verunreinigungen, die sich während des Einengens abscheiden, müssen abfiltriert werden. Die Verunreinigungen können auch durch Zugabe eines organischen Lösungsmittels, wie Methanol, beseitigt werden. Die Konzentration der rohen wäßrigen" Dihydrostreptomyoinlösungen muß wenigstens etwa 100 000 Einheiten je ecm und vorzugsweise über 200 000 Einheiten je ecm betragen, damit die Abtrennung des Antibiotikums mit den verschiedenartigen Säuren möglichst vollständig ist. Bei einigen Säuren ist sogar eine höhere Konzentration des^Antibiotikums erforderlich, um eine gute Ausbeute an Mischsalz
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zu erhalten. Die kristallinen Mischsalze scheiden sich in reiner Form ab, und wenn Säuren geringer Toxizität bei der Herstellung dieser Salze verwendet werden, kann das Produkt unmittelbar therapeutisch verwendet werden. Wenn eine für therapeutische Zwecke ungeeignete Säure bei der Herstellung der Mischsalze verwendet wurde, so kann diese durch eine geeignete Austauschreaktion ersetzt werden. Es ist besonders überraschend, daß Dihydromannosidostreptomycinsalze von gemischten Säuren entweder nicht kristallisieren oder eine wesentlich größere Löslichkeit besitzen als die entsprechenden Dihydrostreptomyoinmischsalze. So ist das erfindungsgemäße Verfahren zur Abtrennung des Dihydrostreptomycins von der weniger wirksamen Mannosidoverbindung geeignet. Einen entsprechenden Unterschied zwischen den Salzen von gemischten Säuren und den Salzen einer einzigen Säure des Streptomycins gibt es nicht.
Als Ausgangsverbindung kann außer Dihydrostreptomycinsulfat auch das Jodid dienen, das aus dem Sulfat durch doppelte Umsetzung mit Barium-•jodid hergestellt werden kann. Aus wäßrigen Lösungen des Dihydrostreptomycintriohydrojodid's lassen sich kristalline Mischsalze mit folgenden Säuren abscheiden: Chlorsäure, schweflige Säure, Salpetersäure, salpetrige Säure, Salzsäure, Bromwasserstoffsäure und Thioschwefelsäure.
Dabei wurde eine wäßrige Jodidlösung von etwa 500 000 Einheiten je ecm verwendet, es können ■ jedoch auch weniger konzentrierte Lösungen .verwendet werden. Auch können Dihydrostreptomycinchlorid- oder -bromidlösungen als Ausgangsstoffe zur· Herstellung der entsprechenden Salze gemischter Säuren verwendet werden.
Es muß natürlich beachtet werden, daß die für die Herstellung der Dihydrostreptomycinsal.ze von gemischten Säuren verwendeten Salze physiologisch verträglich sind. Dies gilt in erster Linie für die Anionen dieser Salze, die 'durch doppelte Umsetzung die erwähnten Dihydrostreptomycinmischsalze bilden; es kommen also Säuren, wie Arsensäure und Pikrinsäure, nicht in Frage und auch nicht solche Säuren, die eine bestimmte eigene pharmakologische Wirkung haben, die vielleicht oder nicht immer bei den Dihydrostreptomycinmischsalzen erwünscht ist. Aber auch die Kationen der für die. Umsetzung mit dem Dihydrostreptomycinausgangssalz benutzten Salze wird man nach demselben Gesichtspunkt auswählen.
So ist z. B. die Verwendung von Silbersulfat zur Überführung des Dihydrostreptomycinjodids in das Sulfatjodid ungeeignet. Außerdem müssen die anorganischen Salze, die als Nebenprodukte bei der Austauschreaktion anfallen, ferner wasserlöslich sein.
Es kann auch die Dihydrostreptomycinbase selbst als Ausgangsstoff verwendet werden. In diesem Fall werden die Mischsalze durch Zugabe der entsprechenden Säuren, z. B. Schwefelsäure und Jodwasserstoffsäure, in geeigneten Mengen hergestellt. Die Giftigkeit einiger Mischsalze ist bei Mäusen untersucht worden, und es wurde gefunden, daß sie dem Dihydrostreptomyeinsulfat vergleichbar sind. Anionen, die als stark toxisch bekannt sind, können zur Herstellung der neuen Salze nicht verwendet werden, falls diese für therapeutische Zwecke Anwendung finden sollen. Sie können jedoch zur Gewinnung und Reinigung des Antibiotikums verwendet werden, wenn die toxischen Anionen später sorgfältig abgetrennt werden. Es wurde schon berichtet, daß Joddde die Wirkung des Streptomycins bei Tuberkulose verstärken. Auch · die neuen jo.didhaltigen Mischsalze des erfindungsgemäßen Verfahrens weisen eine gleichartige Wirkung auf. Man hat zwar bereits vorgeschlagen, unlösliche Salze des Streptomycins in der Weise herzustellen, daß man entweder durch Mischen eines Streptomycinsalzes, wie des Bromids oder Acetats, mit einem anderen Salz, z. B. Calciumchlorid, Doppelsalze herstellte oder auch das Streptomycin mit Anionen metallhaltiger Komplexsäuren an unlösliche Salze überführte. Ebenso ist auch schon vorgeschlagen worden, von Streptomycin und seinen Derivaten einschließlich des Dihydrostreptomycins durch Umsetzung mit Homosulfanilamid unlösliche Fällungen zu erzeugen. Alle diese Verfahren haben mit demjenigen der vorliegenden Erfindung insofern nichts zu tun, als danach entweder metallhaltige Salze, und zwar des Streptomycins, hergestellt werden, oder sie führen zu einem unlöslichen Salz einer bestimmten Säure mit pharmakologtischer Eigenwirkung. Abgesehen davon, daß diese Salze einer bestimmten! Säure, nämlich des Homosulfanilamids, wegen der genannten Eigenwirkung nicht immer therapeutisch anwendbar sind, unterscheidet sich jenes Verfahren von dem vorliegenden dadurch, daß zur Salzbildung nicht verschiedenartige Anionen, sondern nur eine ganz bestimmte Säure verwendet wird, die außerdem noch nicht einmal in allen Fällen pharmakologisch brauchbar ist.
Die folgenden Beispiele dienen der Erläuterung der vorliegenden Erfindung.
Beispiel 1
Eine Streptomyoinsulfatlösung wurde aus einer Streptomycingärlösung mittels eines Carbonsäureionenaustauscherharzes erhalten. Nach dem Auswaschen des Antibiotikums aus dem Harz mit verdünnter Chlorwasserstoffsäure wurde die erhaltene Lösung eingeengt, gereinigt und zu Dihydrostreptomyeinsulfat hydriert. Die Lösung des Sulfats wurde eingeengt und ergab einen Stoff von etwa o,o°/aiger Reinheit. Die Menge der verwendeten Lösung betrug 1150 g und enthielt 317000 Einheiten je ecm. Zu dieser konzentrierten wäßrigen Lösung wurden 182 g Natriumiodid unter ständigem Umrühren gegeben. Es begannen sich bald Kristalle aus der.klaren Lösung, die auf Zimmertemperatur gehalten wurde, abzuscheiden. Die Mischung wurde 2 bis 3 Stunden stehengelassen und das schwere kristalline Produkt abfiltriert. Die Kristalle wurden mit einer kleinen Menge Eiswasser gewaschen und bei einer Temperatur von 50 bis 6o° bei Atmosphärendruck getrocknet. Die
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Kristalle wogen 452 g und besaßen eine Wirksam-
.. keit von 730 Einheiten je mg. Im Filtrat (545 ecm) waren noch 26000 Einheiten je ecm, also insgesamt 3,88VoI des- als Ausgangsstoff verwendeten Anti-
biotikums, enthalten. Das zum Waschen benutzte Eis wasser besaß ein Volumen von 375 ecm und , enthielt 39000 Einheiten je ecm, entsprechend 4,02% des als Ausgangsstoff verwendeten Antibiotikums.
100 g des oben beschriebenen kristallinen Produktes wurden aus der drei- bis vierfachen Menge Wasser umkristallisiert. Das Wasser wurde zunächst auf 80 bis 900 erwärmt, um das Rohprodukt aufzulösen, und dann zur Abscheidung der Kristalle abgekühlt. Ihr Gewicht betrug 9 bis 10 g. Die Lösung wurde eingeengt, und es wurden 65,7 g hochgereinigtes Ddhydrostreptomycinsulfatjodid erhalten. Nach Lufttrocknung zeigten Proben einen Gehalt von 750 γ je mg. Wird die Trocknung im
Hochvakuum -durchgeführt, so ergibt sich ein Gehalt von 765 γ je mg. Dies entspricht einem kristallinen Dihydrostreptomycinsulfat von sehr großer Wirksamkeit.
Eine Probe des Dihydrostreptomycinsulfatjodids wurde bei 780 im Hochvakuum über Nacht getrocknet und dann analysiert.
C21H41N7O12-HJ-H2SO4:
berechnet .... C 31,14%, H 5,48%, N 12,11%,
.SO7 11,87%, J~ 15,67%; gefunden .... C 31,21%, H 5,61%, N 12,22%, SOT" 11,85%, J~ 15.47%·
Beispiel 2" , ■■■,;■'■■ ■■, /
12,5 g reines Dihydrostreptomycinsulfat wurden in 12 ecm Wasser gelöst. Dieser Lösung wurden 3,5 g Natriumbromid (2 Moläquivalente), in 5 ecm Wasser gelöst, zugegeben. Nach kurzem Stehen schieden sich Kristalle ab. Die Kristalle, wurden nach ι Stunde abfiltriert, mit einer kleinen Menge Eiswasser gewaschen und bed 50 bis 6o° getrocknet. Das Gewicht der Kristalle betrug 8,6 g, und eine mikrobiologische Untersuchung ergab eine Wirksamkeit von 720 Einheiten je mg. Die Mutterlauge besaß ein Volumen von 14 ecm und enthielt 83 000 Einheiten des Mischsalzes je ecm. Das zum Waschen benutzte Eiswasser besaß ein Volumen von 17 ecm und enthielt 85 500 Einheiten je ecm.
Eine Probe des Dihydrostreptomycinsulfatbromids wurde über Nacht im Hochvakuum auf 700 erwärmt und dann analysiert.
C21H41N7O12-HBr-H2SO4:
berechnet .... C 33,06%', H 5,82%, N 12,86%,
Br" 10,48%, S0~ 12,60%; gefunden .... C 33,14%, H 6,03%, N 12,78%, Br- 10,62%, S0;~ 12,55%.
Beispiel 3
τ3>75 g Dihydrostreptomycinsulfat wurden , in 13,2 ecm Wasser' gelöst. Zu dieser Lösung wurden 2,7 g Natriumchlorid gegeben. Die Lösung wurde bis zur Auflösung des Natriumchlorids umgerührt und, über Nacht stehengelassen. Das kristalline Produkt, das sich abgeschieden hatte, wurde abfiltriert und mit einer kleinen Menge Eiswasser gewaschen und getrocknet. Das erhaltene Dihydrostreptomycinsulfatchlorid wog 4,3 g und besaß nach Lufttrocknung einen Gehalt von 770 γ je mg.
Beispiel 4
Je 1,25 g kristallines Dihydrostreptomycinsulfat wurden in kleine Bechergläser gefüllt, in je 1,2 ecm Wasser gelöst und dann mit 2 Moläquivalenten von je einem anderen anorganischen Salz umgesetzt. Die Mischsalze schieden sich bald kristallin ab. Es wurden folgende anorganische Salze zur Mischsalzbildung verwendet: Natriumnitrat, Natriutnnitrit, Natriumsulfit, Natriumthiocyanat, Natriumthiosulfat. -
Bei den ersten beiden Verbindungen sind die Mischsalze mit Dihydrostreptomycinsulfat verhältnismäßig schwer löslich und werden daher in sehr. guter Ausbeute erhalten. Bei den letzten drei Verbindungen ist die Ausbeute wesentlich niedriger. Bei der Zugabe von Natriumbromat und Natriumjodat zu Dihydrostreptomycinsulfatlösungen scheiden sich bei der angegebenen Konzentration wenig · oder gar keine Kristalle ab. ■
Beispiel 5
Je 1,65 g Dihydrostreptomycintrihydrojodid wurden in verschiedene Bechergläser gefüllt, in 1,2 ecm Wasser gelöst und mit 2 Moläquivalenten eines der folgenden Salze umgesetzt: Natriumchlorid, Natriumhydrosulfit, Natriumnitrat, Natriumnitrit, Kaliumsulfit, Natriumthiosulfat, Natriumbromid, Ammoniumsulfat.
Alle diese Salze waren kurze Zeit nach der Zugabe gelöst, und aus der Lösung schied sich das entsprechende Dihydrostreptomycinmischsalz ab.
Beispiel 6
Je 1,2 g Dihydrostreptomycintrihydroehlorid wurden in 1,2 ecm Wasser gelöst und mit 2 Moläquivalenten Natriumsulfit umgesetzt. Aus der Lösung schied sich, bald das kristalline Dihydrostrepto<mycinsulfitchlorid ab. Wenn jedoch Natriumbromid und Natriumnitrat statt Natriumsulfit verwendet werden, so wurden bei der vorliegenden Konzentration keine kristallinen Salze abgeschieden.
Beispiel 7
Eine· Streptomycingärlösung, die aus einer belüfteten Oberflächenkultur von Streptomyces griseus gewonnen worden war, wurde vom Mycel abfiltriert, mit einem wasserlöslichen Polyphospnat versetzt, um mehrwertige Metalle abzutrennen, und dann durch einen Turm geleitet, der ein synthetisches Carbonsäureionenaustauscherharz enthielt. Nachdem das Harz zunächst mit einer kleinen Menge Wasser .gewaschen worden; war, wurde das Antibiotikum mit verdünnter Chlorwasserstoff- 125-säure ausgewaschen. Aus dem Eluat wurde Calcium
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mit Oxalsäure entfernt und die überschüssige Salzsäure neutralisiert. Die wäßrige Lösung wurde dann im Vakuum auf eine Konzentration von über 200 ooo γ je ecm eingeengt. Die abgeschiedenen ani-5 organischen Salze wurden abfiltriert, die erhaltene Lösung wurde bei etwa 75 bis 8o° und einem Wasserstoff druck von 70 kg je cm2 unter Verwendung eines Raney-Nickel-Katalysators hydriert und der Katalysator aus der abgekühlten Lösung abfiltriert. Die erhaltene Dihydrostreptornycinhydroichloridlösung enthielt auf Grund einer mikrobioloigischen Untersuchung etwa 243 000 γ je ecm.
100 ecm dieser rohen Dihydrostreptomycinhydrochloridlösung (0,042 Mol) wurden mit 13 g Na-■ triumsulfat (0,042 Mol) versetzt. Nachdem sich das zugegebene Salz gelöst hatte, wurde eine kleine Menge dieser amorphen Abscheidung abfiltriert, und dann wurden 14 g (0,093 Mol) Natriumjodid zugegeben. Die Mischung wurde bis zur vollständigen Lösung umgerührt, und bald begannen Kristalle des Dihydrostreptomycinsulfatjodids auszuscheiden. Man ließ die Mischung einige Tage bei Zimmertemperatur stehen, dann wurde das kristalline Produkt abfiltriert, mit einer kleinen Menge Eiswasser gewaschen und bei etwa 50 bis 6o° getrocknet. Es wurden 25,70 g erhalten, die eine Wirksamkeit von 655 γ je mg besaßen.
Beispiel 8
Je 1,3 g Dihydrostreptomycintrihydrobromid wurden mit Wasser auf 2 ecm verdünnt und nach Beispiel 4 mit 1V2 Moläquivalenten folgender Salze versetzt: Natriumhydrosulfit, Natriumtbiosulfat, .Natriumsulfit, Natriumnitrat, Natriumnitrit, Natriumchlorid.
Das Dihydrostreptomycinbromidhydrosulfit, -broniidthiosulfat oder -bromidsulfit kristallierten aus den Lösungen aus; jedoch schieden sich bei der angewandten Konzentration das Bromidnitrat, Bramidnitrit und Bromidchlorid nicht ab.
B e i s ρ i e 1 9 ■
Je 1,3 g DihydrO'Streptomycintrinitrat wurden mit Wasser auf je 2 ecm verdünnt und mit 1V2 MoI-äquivalenten folgender Salze versetzt: Natriumbroma,t, Natriumchlorat, Natriumjodid, Natriumperchlorat, Natriumsulfit, Natriumthioeyanat, Natriumthiosulfat. .
In allen Fällen schied sich das kristalline Mischh salz des Dihydrostreptomycins aus der Reakti.onsmischung ab. Bei Verwendung von Natriumbromid, Natriumnuorid, Natriumnitrit und Natriumchlorid kristallisierten bei der vorgegebenen Konzentration keine Mischsalze aus der Lösung aus.
π ■· · 1
■'Beispiel ίο
16,5 g Dihydrostreptomycintrihydrojodid wurden in 8 ecm Wasser gelöst und mit 10 ecm einer wäßrigen Triäthylaminsulfitlösung versetzt, die durch Suspendierung von 300 g Triäthylamin'in 250 ecm Wasser, Umrühren und Abkühlen der Mischung unter gleichzeitigem Durchblasen von Schwefelbei zu einem pH-Wert von 6,6 hergestellt wurde. Das Volumen der hergestellten Lösung b&- trug 575 ecm. Bei der Zugabe von 10 ecm dieser Lösung zu dem Dihydrostreptomycintrihydrojodid fiel der pH-Wert der Mischung auf 4,6 und wurde mit einer io°/oigen Natriumhydroxydlösung wieder auf 6,1 eingestellt. Man ließ die Mischung 4 Stunden bei Zimmertemperatur stehen und filtrierte dann das kristalline Dihydrostreptomycinjodidsulfit ab. Es wurde mit etwas Eiswasser gewaschen und bei Zimmertemperatur über Nacht getrocknet. Es wurden 11,8 g mit einem Gehalt von 700 γ je mg erhalten. Die Mutterlauge enthielt noch 58 000 γ je ecm.
Beispiel 11
Eine nach .dem gemäß Beispiel 7 hergestellte Streptomycinhydrochloridlösung wurde entwässert und dann in Methanol gelöst. Die hergestellte Methanollösung des Streptomycmhydrochlorids wurde von den unlöslichen Salzen, abfiltriert, die klare Lösung eingedampft, der Rückstand mit Wasser versetzt, so daß eine Streptomycinlösung mit einem Gehalt von 400000 γ Streptomycin je ecm entstand, die mit Raney-Nickel bei etwa 8o° und einem •Wasserstoffdruck von 70 kg je cm2 hydriert wurde. Nachdem die Umsetzung beendet war, wurde die Mischung abgekühlt, der Katalysator abfiltriert und mit Wasser ausgewaschen. Die erhaltene Dihydrostreptomyoinlösung besaß 294 000 γ je ecm entsprechend einer 95°/oigen Umwandlung des Streptomycinhydrochlorids in das Dihydrostreptomycinhydrochlorid. ■
100 ecm der Dihydrostreptomycinhydrochloridlösung (0,053 Mol) wurden mit 16,6 g (0,117 Mol) Natriumsulfat versetzt, die Mischung so länge gerührt, bis eine klare Lösung erhalten wurde und dann.mit 17,5 g (0,117 Mol) Natriumjodid versetzt. Das kristalline Sulfatjodid des Dihydrostreptomycins begann sich bald abzuscheiden. Die Mischung wurde umgerührt und in einem Eisbad ι Stunde lang gekühlt. Die in kleinen Nadeln kristallisierende Verbindung wurde abfiltriert, mit Eiswasser gewaschen und bei 50 bis 6o° getrocknet. Das weiße Produkt wog 28,4 g und besaß eine Wirksamkeit von 605 γ je mg. Es ergab sich eine Ausbeute von 60'%, bezogen auf die in der wäßrigen Lösung befindliche Dihydrostreptomycinmenge. Die Mutterlauge enthielt noch bei einem Volumen von 53 ecm 128 000 γ des Antibiotikums je ecm. Das Waschwasser mit einem Volumen von 52 ecm enthielt noch 113 000 γ je ecm. Durch Einengen der Mutterlauge und durch Waschen im Vakuum konnte noch weiteres kristallines Dihydro!- streptomycinsulfatjodid gewonnen werden. Durch Umkristallisieren der Hauptmenge des Dihydrostreptomycinsulfatjodids mit einem Gehalt von 605 γ je mg konnte ein reineres Produkt mit einem Gehalt von 745 γ je mg erhalten werden.
Es wurde gefunden,, daß das Dihydroniannosido'-streptomycinsulfatjodid unter den oben beschriebenen Bedingungen nicht abgeschieden wird. Daher ist das oben beschriebene Verfahren auch zur Abtrennung der weniger wertvollen Monnosidoverbin-
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dung, die eine wesentlich geringere biologische Wirksamkeit als Dihydrostreptomycin selbst besitzt, geeignet. χ
Da die Löslichkeit des Dihydrostreptomycinjodidsulfates durch überschüssiges Jodid oder Sulfat herabgesetzt wird, ist die Mischung des Jodids und Sulfates bei der Herabsetzung der Löslichkeit des Dihydrostreptomycinmischsalzes noch wirksamer als eines der beiden Salze allein. Es ist daher ίο wünschenswert, daß stets ein Überschuß beider Anionen in der Lösung vorliegt.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    i. Verfahren zur Herstellung von in Wasser schwer löslichen kristallisierbaren Mischsalzen des Dihydrostreptomycins mit verschiedenem, keine therapeutisch schädlichen oder störenden Anionen enthaltenden Säuren, dadurch gekennzeichnet, daß man in wäßriger Lösung freies Dihydrostreptomycin mit mindestens zwei verschiedenen anorganischen Säuren oder ein Salz des Dihydrostreptomycins mit einer einzigen Mineralsäure mit mindestens 1, vorzugsweise 2 Moiläquivalenten eines wasserlöslichen Salzes mit einem anderen anorganischen Anion umsetzt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man das Dihydrostreptomycinsalz, dessen Anion von einer zweibasischen Säure stammt, wie Dihydrostreptomycinsulfat, mit dem Salz einer einbasischen-Säure, wie Natriumjödid, umsetzt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als wasserlösliche Salze Alkalimetall-, Ammonium- oder organische Ammoniumsalze, wie Triäthylatninsulfit, verwendet werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die verwendete wäßrige Di-. hydrO'Streptomycinlösung mindestens 80 009 Einhei ten je ecm und vorzugsweise mindestens 200 000 Einheiten je ecm enthält.
    In Betracht gezogene Druckschriften:
    J. Am. Chem.'Soc, Bd. 75, 1953, S. 2355; USA.-Patentschriften Nr. 2474758, 2 501 014, 509 191, 2 446 102;
    deutsche Patentschrift Nr. 830 994.

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