DEP0012576DA - Verfahren zur Herstellung von Verbandstoffen aller Art und ähnlichen Mitteln und Gegenständen für hygienische Zwecke - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Verbandstoffen aller Art und ähnlichen Mitteln und Gegenständen für hygienische Zwecke

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DEP0012576DA
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quaternary ammonium
bandages
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substances
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English (en)
Inventor
Hans Dr. Frankfurt/Main Kramer
Original Assignee
Interna Kramer & Co., GmbH, Stuttgart
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Description

Gegenstand der vorliegenden Patentanmeldung ist ein Verfahren zur Herstellung von keimtötende Stoffe enthaltenden Verbandstoffen, insbesondere Verbandwatte und Zellstoff, ferner von Aufsaugkissen und anderen für die Krankenpflege und für hygienische Zwecke bestimmten flüssigkeitsaufsaugenden Mitteln.
Es ist bekannt, dass Verbandstoffe aller Art und Mittel und Gegenstände für die obengenannten Zwecke, z.B. Binden, Tupfer, Kompressen, Tampons, Monatsbinden, in der Weise gebrauchsfertig in den Handel gebracht werden, dass man sie oder die zu ihrer Herstellung erforderlichen saugfähigen Stoffbahnen oder vorbereiteten Gewebe aus Baumwolle, Zellstoff, Wolle, Seide, künstlichen Fasern usw. durch Behandlung mit feuchter oder trockener Hitze keimfrei macht und mit einer Luftabschlusspackung versieht. Dabei entsteht der Nachteil, dass die so abgepackten Mittel und Gegenstände ihre Sterilität sehr schnell verlieren, wenn die Packung geöffnet und angebrochen wird. Aus diesem Umstand ergeben sich besonders bei Wundbedeckungsstoffen ernste Gefahrenquellen. Um diesen Nachteil auszuschalten, ist man auch bereits so verfahren, dass man auf die saugfähigen Stoffe desinfizierende (keimtötende) Substanzen aufgebracht oder diese mit den saugfähigen Stoffen verarbeitet hat.
Es wurde nun gefunden, dass chirurgische Verbandmittel aller Art und ähnliche Mittel und Gegenstände für hygienische Zwecke mit Vorteil so hergestellt werden, dass man die in bestimmter Weise vorbehandelten Stoffbahnen oder sonstiges saugfähiges Textil- und Fasermaterial mit bakterizidwirkenden quartären Ammoniumverbindungen, welche im Molekül wenigsten einen, gegebenenfalls durch Heteroatome unterbrochenen und/oder substituierten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit mindestens 6 C-Atomen an das quartäre Stickstoffatom ge- bunden enthalten, verarbeitet oder die quartären Ammoniumverbindungen auf das Textilmaterial aufbringt. Unter Heteroatomen sind in erster Linie Sauerstoff, Schwefel und Stickstoff zu verstehen.
Man verbleibt dem saugfähigen Material die gemäss der Erfindung
anzuwendenden keimfreimachenden Verbindungen ein, indem man die Faserstoffe damit in üblicher Weise imprägniert. Die Saugfähigkeit des Textilmaterials wird gleichzeitig erhöht, da die genannten Verbindungen stark kapillaraktiv sind. Das Imprägnieren kann z.B. auf trockenem Wege erfolgen, indem die feste feinpulverisierte quartäre Ammoniumverbindung auf das saugfähige Material aufgetragen und durch Klopfen oder Verreiben gleichmässig verteilt wird. Zur besseren Festhaltung des bakterizidwirkenden Stoffes kann das saugfähige Material vorher mit einem Bindemittel z.B. wässriger Glyzerinlösung getränkt werden. Man kann die quartäre Ammoniumverbindung auch durch feuchte Imprägnierung auf das Textilmaterial aufbringen, indem man die Ammoniumverbindung in Wasser, gegebenenfalls in Gegenwart von Säuren oder Salzen, oder Äthylalkohol auflöst und das saugfähige Material, z.B. Watte, mit der Lösung tränkt, dann abpresst, das Textilmaterial auflockert und trocknet. Auch durch einseitiges oder doppelseitiges Besprühen des saugfähigen Materials mit einer Lösung, Emulsion oder Suspension der quartären Ammoniumverbindung kann die Imprägnierung erfolgen. Man kann auch Zellwollfaser vor oder nach dem Schneiden im Verlauf der Fabrikation in der gleichen Weise behandeln. In allen Fällen tritt die bakterizide Wirkung des so behandelten Textil- oder Fasermaterials sofort auf, wenn das Material mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, also z.B. bei Aufbringen auf eine Wunde oder bei Einführen in eine Körperhöhle.
Um die bakterizide Wirkung der auf die Fasern gebrachten Verbindungen nicht zu beeinträchtigen bzw. zu voller Entfaltung zu bringen, ist es erforderlich, das Fasermaterial vor der Imprägnierung von Substanzen zu befreien, welche mit quartären Ammoniumverbindungen unlösliche oder schwerlösliche Salze zu bilden vermögen, oder die Vorbehandlung der Fasern, wie Auskochen, Bleiche, Weichmachen etc. mit solchen Produkten vorzunehmen, welche mit den beanspruchten Verbindungen keine unlöslichen oder schwerlöslichen Verbindungen bilden. So sind z.B. Seife, Türkischrotöl, aromatische Sulfosäuren, Fettalkoholsulfonate oder dergleichen vor der Imprägnierung durch gründliches Spülen der Fasern in warmem Wasser oder alkalischen Lösungen zu entfernen oder in unlösliche Form, z.B. durch Behandlung mit Aluminiumsalzen, überzuführen, oder die Vorbehandlung ist mit solchen Verbindungen durchzuführen, die nicht anionaktiv sind, wie z.B. höhermolekularen Polyglykoläthern.
Die Erfindung erstreckt sich auch auf solche Wundbedeckungsstoffe, welche, wie es in den deutschen Patentschriften 396.576 und 714.870 beschrieben wird, aus Celluloseacetat oder wasserlöslichen Celluloseäthern hergestellt werden, z.B. durch Aufbringung einer Lösung auf die Wunde, und welchen vor der Wundbehandlung oder bereits bei der Bereitung der Lösung zur eigenen Konservierung und Desinfektion die quartäre Ammoniumverbindung zugesetzt wird.
Die so hergestellten Fasern, Garne, Gewebe usw. bleiben nicht nur weitgehend steril, auch wenn man sie längere Zeit ungeschützt an der Luft liegen lässt, sondern üben stets sofort bakterizide Wirkung aus, sobald sie mit Wasser, Blut oder anderen Flüssigkeiten in Verbindung kommen. Insofern unterscheiden sich die erfindungsgemäss hergestellten Gegenstände grundsätzlich von den nach bisher bekannten Methoden, auch unter Verwendung von Chemikalien desinfizierten Stoffen, weil die Ammoniumverbindungen infolge ihrer bisher nicht bekannten Faseraffinität auf die Faser aufziehen, dort auch nach etwaiger Feuchtbehandlung verbleiben und im Augenblick der Anwendung, z.B. bei der Bedeckung von Wunden, ihre bakteriziden Eigenschaften entfalten, selbst wenn das Material vorher längere Zeit gelagert hat oder gar unverpackt aufbewahrt worden ist. Gleichzeitig wird das Textilmaterial geschmeidig und gut benetzbar, sodass Flüssigkeiten leicht aufgesaugt werden. Die so behandelten saugfähigen Materialien sind farb- und geruchlos, verursachen keine Flecken und die keimfeindliche Wirkung bleibt auch nach ein- oder mehrmaliger Einwirkung von Wasser oder anderen Flüssigkeiten erhalten. Zur Erzielung einer ausreichenden bakteriziden Wirkung bedarf es nur sehr kleiner Mengen der quartären Ammoniumverbindung.
Man hat bereits vorgeschlagen, ärztliche Instrumente, Fussböden, Wände, Wäsche und Verbandstoffe mit quartären Ammoniumverbindungen zu desinfizieren, so wie man zu solchem Keimfreimachen unmittelbar vor dem Gebrauch von Instrumenten usw. oder zur Behandlung infizierter Gegenstände, wie Wände oder Wäsche im Krankenzimmer, bekannte Desinfektionsmittel, wie Phenole, verwendet. Es war aber bisher nicht bekannt, dass die erfindungsgemäss benutzten quartären Ammoniumverbindungen eine Faseraffinität besitzen, die nicht nur es erlaubt, auf Verbandstoffen in dem vorerwähnten Sinne die dort befindlichen Keime abzutöten (Desinfektion), sondern den Verbandstoffen, darüber hinausgehend, eine von ihnen ausgehende bakterizide Wirkung zu verleihen, die selbst bei Offenliegen der Packungen und mehrmaliger Nassbehandlung nicht verloren geht.
Diese Erkenntnis hat für die oben genannten quartären Ammoniumverbindungen ein neues Anwendungsgebiet erschlossen, das aus dem Vorschlag, eine Desinfektion im üblichen Sinne mit diesen Verbindungen vorzunehmen, in keiner Weise bekannt oder auch nur nahegelegt war. Es war nicht bekannt und nicht vorauszusehen, dass die genannten Verbindungen eine Faseraffinität besitzen, sodass sie wie Farbstoffe fest auf die Faser aufziehen. Erst diese Erkenntnis ermöglichte die Erschliessung des neuen Anwendungsgebietes der Herstellung bakterizid wirkender Verbandstoffe, die diese Wirkung auch dann behalten, wenn sie nicht steril aufbewahrt werden. Mit diesen ist nunmehr eine vom Verbandstoff ausgehende und keineswegs auf eine Augenblickswirkung beschränkte Wundbehandlung oder Einwirkung auf die Schleimhäute in Körperhöhlen möglich, ein Gedanke, der der bisherigen Verwendung "steriler Verbandstoffe" vollkommen fern lag, bei denen es sich lediglich darum handelte, die zusammen mit dem Verbandstoff erfolgende Einschleppung von Bakterien in den Körper zu verhüten. Voraussetzung für die Erzielung dieser neuen Wirkung ist die erfindungsgemäss erfolgende Verwendung solchen Textil- oder Fasermaterials, das keine Stoffe enthält, die mit den quartären Ammoniumverbindungen unlösliche oder schwerlösliche Verbindungen zu bilden vermögen.
Die Herstellung der quartären Ammoniumverbindungen ist in der Literatur beschrieben.
Beispiel 1:
Baumwolle wird 20 Min. in einer 1-prozentigen wässrigen Lösung von Dodecyldimethylbenzylammoniumchlorid bei 40° imprägniert, geschleudert und hierauf bei 80° getrocknet. Die Baumwolle weist einen Gehalt von etwa 1% der genannten Substanz auf. Selbst nach ein- oder mehrmaliger Einwirkung von Wasser ist noch ein ausreichender Teil der quartären Ammoniumverbindung auf der Faser vorhanden.
Beispiel 2:
Methylcellulose wird mit einer 1-prozentigen Lösung von Dodecyldimethylbenzylammoniumchlorid 20 Min. lang kalt oder bei 40°C imprägniert, evtl. schon bei der Fabrikation vor dem Trocknen, danach ausgepresst und getrocknet. Sie ist hervorragend haltbar, auch in wässriger Lösung, und besitzt gute bakterizide Eigenschaften, sodass sie als Wundbedeckungsstoff mit Vorteil verwendbar ist.
Beispiel 3:
Baumwollwatte, welche mit einer 1-prozentigen Lösung von Diäthylcyclohexyldodecyloxymethylammoniumbromid imprägniert und dann getrocknet worden ist, wird in üblicher Weise auf Monatsbinden oder Scheidentampons oder ähnliche hygienische Gegenstände verarbeitet. Die so gefertigten Gegenstände sind steril und weisen bakterizide Eigenschaften auf. Sie sind gleichzeitig hervorragend saugfähig. In gleicher Weise kann auch Zellstoff in jeder Form, wie er zur Herstellung von Verbandstoffen, Taschentüchern, Monatsbinden etc. verwendet wird, bakterizide Eigenschaften verliehen werden.
Beispiel 4:
Zellwolle, Superpolyamidfasern, Fasermischungen aus diesen oder Mischgewebe aus Zellwolle-Baumwolle usw. werden mit einer 1-prozentigen Lösung von Polyoxäthyloctadecenyldimethylammoniumsulfat 20 Min. kalt oder bei 30°C behandelt. Daraus hergestellte hygienische Artikel, Verbandstoffe etc. besitzen bakterizide Eigenschaften.
Als weitere Beispiele erfindungsgemäss zu verwendender quartärer Ammoniumverbindungen werden genannt:
Diäthyldodecylbenzylammoniumbromid, Trimethyldodecylammoniumbromid, Methyldiallyldodecylammoniumjodid, Dibenzyloxäthyldodecyloxymethylammoniumchlorid, Alkyldimethylbenzylammoniumchlorid u.a.

Claims (2)

1.) Verfahren zur Herstellung von keimtötende Stoffe enthaltenden Verbandstoffen aller Art und ähnlichen Mitteln und Gegenständen für hygienische Zwecke aus flüssigkeitsaufsaugenden Textil- und anderen Fasermaterialien durch Behandlung mit keimtötenden Mitteln, dadurch gekennzeichnet, dass faseraffine, bakterizidwirkende quartäre Ammoniumverbindungen, welche im Molekül wenigstens einen, gegebenenfalls durch Heteroatome unterbrochen und/oder substituierten aliphatischen Kohlenwasserstoffrest mit mindestens 6 C-Atomen an das quartäre Stickstoffatom gebunden enthalten, solchen flüssigkeitsaufsaugenden Textil- und Fasermaterialien einverleibt werden, die keine Stoffe enthalten, die mit den quartären Ammoniumverbindungen unlösliche oder schwerlösliche Verbindungen zu bilden vermögen.
2.) Abänderung des Verfahrens nach Anspruch 1), dadurch gekennzeichnet, dass man die quartären Ammoniumverbindungen den Lösungen von Stoffen, z.B. wasserlöslichen Celluloseäthern, zusetzt, welche nach dem Eintrocknen als Wundbedeckungsmaterialien dienen.

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