DER0017399MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 8. September 1955 Bdkanntgemacht am 9. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die proteolytischen Enzyme der Bauchspeicheldrüse werden bekanntlich als Beizmittel in der
Lederindustrie benutzt. Zur Herstellung derartiger Beizmittel verwendet man die aus der Bauchspeicheldrüse
unmittelbar gewonnenen proteolytischen Enzyme. Die Bauchspeicheldrüse dient andererseits auch als Lieferant des für die Behandlung
der Zuckerkrankheit überaus wichtigen Insulins. Bei der Herstellung dieser Wirkstoffe fallen
die proteolytdschen Enzyme der Bauchspeicheldrüse als Nebenprodukte an, die aber hinsichtlich ihrer
Beizwirkung den aus der vollständigen Pankreasdrüse isolierten Enzymen unterlegen sind. Dies
äußert sich vor allem in einem schlechteren Lösevermögen für den Grund bzw. Gneist. Diese Unterlegenheit
ist qualitativer Art, d. h. sie kann nicht durch. Anwendung einer entsprechend größeren
Menge an Enzymen ausgeglichen werden, ohne daß dabei erhebliche Nachteile, vor allem Losnairbigkeiit
des Leders, in Kauf genommen werden müssen.
Es wurde nun gefunden, daß die Wirkungsweise der bei der Insulinf abrikation anfallenden Proteasen
in überraschender Weise verbessert werden kann, wann man gleichzeitig oder nacheinander, zweckmäßig
vor den Proteasen Carbohydrasen auf die Blößen einwirken läßt, und zwar vor allem solche,
die von Mikroorganismen gebildet wurden, wobei als Mikroorganismen in erster Linie Bakterien und
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Schimmelpilze in Frage kommen. Dadurch erreicht man einen Beizeffekt, vornehmlich eine Lösung des
Grundes, der den mit dien Proteasen allein erreichten Effekt weit übertrifft.
Unter Cairbohydrasen sollten jieme Enzyme verstanden
werden, die glykosidisdhe Bindungen zu spalten vermögen.
Der mit der gleichzeitigen Mitverwendung von Carbohydrasen erzielte Fortschritt war nicht zu erwarten,
da Carbohydrasen allein keinerlei Beizwirkung ausüben.
Eine weitere Steigerung des durch die. Mitverwendung von Carbohydlrasen erzielten Bei'zeffektes,
insbesondere der Grundlösung, kann durch dli'e gleichzeitige Mitverwendung von pflanzlichen,
tierischen, mineralischen oder synthetischen ölen, die gegebenenfalls in emulgierter Form zugesetzt
werden können, erreicht werden. Auch die Mittverwendung solcher Emulgatoren, die die Proteasen
und Carbdhydrasen nicht schädigen, kann von Vorteil sein. Außerdem können auch Proteasen anderer
Herkunft, insbesondere von Mikroorganismen gebildete Proteasen, sowie auch unmittelbar aus dler
Pankreasdrüse gewonnene Proteasen, mitverwendet werden.
VV... ■ . » ·:.·.:·.. ■ B ei s-p'i'e 1 1 ■
Ein Ziegenfell wird in bekannter Weise geweicht , geäschert und für die Beize vorbereitet.
Die linke Hälfte wird gebeizt mit 300 % Wasser von 32 bis 34°, 0,5% Pankneastryptase:, wie sie als
Nebenprodukt bei der Insulinherstellung anfällt, 0,5 % AmmoniumsuIf at.
Die reehiteHälfte wird gebeizt mit 300%-Wasser
von 32 bis 34°, 0,5% Pankreastryptase, wie sie als Nebenprodukt bei der Insulinherstellung anfällt,
o,S '/ο Ammoniumsiulfat, 0,5% aus Aspergillus orycae gewonnener Carbohydrate.
Nach Sstündiiger Beizdauer, bei einem pg-W.ert :
von 7,5 bis 8*5 wird'geglättet. DiieGrundlösttng bei
der linken Hälfte ist mangelhaft, bei der rechten Hälfte dagegen sehr gut. '
B e i s ρ ie I 2
DiIe linke Hälfte einer Ziegenblöße wird ebenso behandelt wie die linke Hälfte von Beispiel 1. Bei
der rechten Hälfte-werden außer''der Pankreastryptase,
dem Ammoniumsulfat und der Carbohydrase
noch 0,25% Spiindelölraffinat, 0,25% wasserlösliches Äthylenoxydkondiensationsprodukt
zugegeben. Nach 8stündiger Beize wird geglättet. Bei der linken Hälfte ist wiederum die Grundlösung
unbefriedigend, bei der rechten Hälfte läßt sich der1 Grund besonders leicht und vollständig
entfernen. ... .'.
Claims (3)
1. Verfahren zum Beizen tierischer Blößen '
mit· bei. der Insulinherstellung aus Pankreasdrüsen abfallenden proteolytisdhen Enzymen,
dadurch gekennzeichnet, daß man Carba- t hyd rasen, besonders von Mikroorganismen gebildete,
gleichzeitig oder nacheinander, zweckmäßig1 vor den Proteasen auf die Blößen einwirken
läßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Beizflotte Proteasen anderer Herkunft zugesetzt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch
gekennzeichnet, daß der Beizflotte pflanzliche, tierische, mineralische oder synthetische Fettstoffe
oder Öle, besonders in emulgierter Form, und bzw. oder die Enzyme nicht schädigende
Emulgatoren, wie kationaktive und niohtionogene,
zugesetzt werden.
609 578/447 7.56
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