DES0033886MA - - Google Patents
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Description
S 33886 IVb 112 ο
Die Erfindung betrifft die Herstellung des Streptomycinisonicotinsäurehydrazons, das wahrscheinlich folgende
Formel besitzt 65
CH-NH-C-NH
CO-NH-N = HC-C-OH O
CH9OH
Dieses kann in Form eines Salzes erhalten werden, indem das Isonicotinsäurehydrazid mit einem Streptomycinsalz
umgesetzt wird. Die Umsetzung wird vorzugsweise in wäßriger Lösung' bei einer Temperatur
unterhalb von 500, vorzugsweise zwischen 0 und 10°,
durchgeführt. Es ist vorteilhaft, einen Überschuß· an
Isonicotinsäurehydrazid (das 1- bis 5fache der Theorie) zu verwenden. Dann fällt man das Reaktionsprodukt
durch Zugabe eines Lösungsmittels, z. B. Methanol, in dem das Streptomycinisonicotinsäurehydrazon unlöslich
ist, aus.
Man kann auch bei Temperaturen oberhalb von 500 und sogar bei ioo° arbeiten. Dabei wird die
wäßrige Lösung der Ausgangsstoffe unter Rückfluß erhitzt. Auf diese Weise wird die Reaktionszeit erheblich
verkürzt, ohne daß dabei die Reinheit des erhaltenen Produktes oder die Ausbeute beeinträchtigt
wird.
Die erhaltenen Reaktionslösungen kann man entweder einengen und anschließend das Streptomycinisonicotinsäurehydrazon
aus ihnen mit einem Lösungsmittel, in dem das Reaktionsprodukt unlöslich ist, ausfällen oder aber man kann die erhaltenen Reaktionslösungen gegebenenfalls einengen und zur Gewinnung
des Reaktionsproduktes durch azeotrope Destillation, z. B. mit Benzol, entwässern.
Die Umsetzung kann auch statt in wäßriger Lösung in einem organischen Lösungsmittel für das Streptomycinsulfat,
z. B. in Glykolen, wie Äthylenglykol, bei einer Temperatur zwischen 0 und etwa 100° durchgeführt
werden.
Das erhaltene Streptomycinisonicotinsäurehydrazonsalz kann gewünschtenfalls nach üblichen Methoden
in die freie Base übergeführt werden.
Die erfindungsgemäß hergestellte neue Verbindung bzw. ihre Salze besitzen wertvolle therapeutische
Eigenschaften und werden besonders zur Bekämpfung des Tuberkelbacillus in der Human- und Veterinärtherapie
verwendet.
Es ist. zwar schon bekannt, Streptomycin mit Carbonylreagenzien, wie Hydrazin und Hydrazinderivaten,
umzusetzen, jedoch hat sich herausgestellt, daß die so erhaltenen Verbindungen, bei denen die
Carbonylgruppe des Streptomycins in Reaktion tritt, praktisch inaktiv sind. Es war deshalb völlig überraschend
und nicht vorauszusehen, daß die erfmdungsgemäße Umsetzung mit Isonicotinsäurehydrazid, bei
der ebenfalls die Carbonylgruppe des Streptomycins in Reaktion tritt, zu einer Verbindung führen würde,
die bei der Behandlung der Tuberkulose wirksam ist, und zwar wirksamer als ihre Bestandteile. Die neue
Verbindung hat sich im Vergleich zu anderen Tuberkulosemitteln, besonders dort, wo eine intermittierende
Verabreichung angezeigt ist, als äußerst brauchbar erwiesen. Eine derartige Verabreichung besitzt offensichtliche
Vorteile gegenüber solchen Tuberkulosemitteln, die täglich verabreicht werden müssen.
Man gibt in eine mit Eiswasser gekühlte Lösung von 34,25 g Isonicotinsäurehydrazid in 425 ecm Wasser
unter Rühren eine Lösung von 36,45 g Streptomycin-
738/384
S 33886 IVb/12 ο
sulfat in 175 ecm Wasser. Man setzt das Rühren
1Z2 Stunde fort, läßt die Lösung dann 48 Stunden bei
+5°.stehen und gießt sie unter Rühren in 3400 ecm Methanol, das mit Eiswasser auf +5° abgekühlt ist.
Das Eingießen dauert etwa 1 Stunde. Man setzt das Rühren noch 1Z2 Stunde fort, dann saugt man ab und
trocknet im Vakuum über Schwefelsäure. Man erhält 41 g Streptomycinisonicotinsäurehydrazonsulfat
mit einer optischen Drehung von [ot]|* = —70°
(c = 2°/0 in Wasser).
Man erhitzt eine Lösung, welche man durch Vermischen einer Lösung von 13,7 g Isonicotinsäurehydrazid
in 150 ecm Wasser mit einer Lösung von
14,6 g Streptomycinsulfat in 50 ecm Wasser erhalten hat, 3 Stunden auf 60°. Die erhaltene Reaktionsmischung wird unter Rühren in 3 1 Methanol gegossen,
das auf +5° abgekühlt ist. Man läßt über Nacht stehen, filtriert, wäscht mit 11 Methanol und trocknet
in Vakuum über Schwefelsäure. Man erhält 15,5 g Streptomycinisonicotinsäurehydrazonsulfat, das mit
dem gemäß Beispiel 1 hergestellten identisch ist.
a5 Beispiel 3
Man arbeitet wie im Beispiel 2, jedoch erhitzt man
die Reaktionslösung 2 Stunden auf dem Ölbad unter Rückfluß (ioo°). Wenn man das Reaktionsgemisch,
wie im Beispiel 2 angegeben, aufarbeitet, erhält man 15,4 g Streptomycinisonicotinsäurehydrazonsulfat.
Man gibt zu einer Lösung von 300 g Streptomycinsulfat in 500 ecm Wasser eine lauwarme Lösung von
141 g Isonicotinsäurehydrazid in 500 ecm Wasser.
Man erhitzt 3 Stunden unter Rückfluß, engt die Lösung im Vakuum bis auf ein Volumen von 750 ecm
ein und gießt die erhaltene Lösung in 10 1 Methanol, das auf + 50 abgekühlt ist. Man läßt das Reaktionsgemisch
2 Stunden stehen, filtriert den gebildeten Niederschlag ab, wäscht mit 5 1 Methanol und trocknet
im Vakuum über Schwefelsäure. Man erhält 336 g Streptomycinisonicotinsäurehydrazonsuifat.
Man erhitzt eine Lösung von 36,5 g Streptomycinsulfat und 6,85 g Isonicotinsäurehydrazid in 100 ecm
Wasser 2 Stunden unter Rückfluß. Dann destilliert man das Wasser im Vakuum bei 6o° ab und erhält
eine aufgeblähte, poröse, bröcklige Masse. Man nimmt dann diese in 75 ecm Benzol auf, entfernt den
Rest des Wassers durch azeotrope Destillation mit Benzol und destilliert das überschüssige Benzol im
Vakuum auf dem Wasserbad ab. Man erhält 41,3 g Streptomycinisonicotinsäurehydrazonsulfat.
Man erhitzt eine Mischung, von 36,45 g Streptomycinsulfat
und 13,5 g Isonicotinsäurehydrazid in 100 ecm
Äthylenglykol 3 Stunden auf dem Ölbad auf ioo° und gibt nach dem Abkühlen auf etwa 50 innerhalb
ι Stunde unter Rühren 500 ecm Methanol zu. Man setzt das Rühren noch etwa x/2 Stunde fort, filtriert
den Niederschlag ab, wäscht ihn mit 150 ecm Methanol
und trocknet ihn im Vakuum über Schwefelsäure. Man erhält 38 g Streptomycinisonicotinsäurehydrazonsulfat.
Claims (3)
- PATENTANSPRÜCHE:i.' Verfahren zur Herstellung des Streptomycinisonicotinsäurehydrazons und seinen Salzen, dadurch gekennzeichnet, daß man ein Streptomycinsalz mit Isonicotinsäurehydrazid vorzugsweise in wäßriger Lösung bei Temperaturen zwischen 0 und ioo°, besonders bei ο bis io°, oder vorzugsweise in Glykolen bei einer Temperatur zwischen 0 und etwa ioo°, besonders zwischen 50 und ioo°, umsetzt, das gebildete Streptomycinisonicotinsäurehydrazonsalz entweder mit einem Lösungsmittel, in dem es nicht löslich ist, ausfällt oder durch azeotrope Destillation, z. B. mit Benzol, abtrennt und aus dem erhaltenen Salz gegebenenfalls nach üblichen Methoden die Base in Freiheit setzt.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Umsetzung mit einem etwa i- bis 5fachen Überschuß der theoretisch erforderlichen Menge an Isonicotinsäurehydrazid durchführt. . ■
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Glykol Äthylenglykol verwendet.In Betracht gezogene Druckschriften:
Florey, Chain u.1 a., Antibiotics, 1949, Bd. II, S. 1310;J. Biol. Chem., Bd.< 164, 1946, S. 173;
USA.-Patentschrift Nr. 2 634 264;
deutsche Patentschriften Nr. 814 316, 830994;
canadische Patentschrift Nr. 474 055;
Lancet, Bd. 262, 1952,; S. 1113.
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