DEV0005094MA - - Google Patents

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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 24. Oktober 1952 Bekanntgemacht am 30. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polykondensationsprodukten aus halbseitig aminierten, neuartigen Bis-halogenpropionsäüreamiden. Die Polykondensation1 wird in einem hierfür spezifisch geeigneten Lösungsmittel vorgenommen.
Es ist vorgeschlagen worden, Acrylsäurenitril, Chlorwasserstoff und Aldehyde, wie z. B. Formaldehyd, Acetaldehyd oder Benzaldehyd, in Gegenwart von Wasser in einem elektrisch. beheizten Rohr zur Reaktion zu bringen. . Es entstehen dabei »-Halogenverbindungen der Methylen-, Alkyliden- und Aralkyliden-bis-halogenpropionsäureamide entsprechend dem jeweils verwendeten Aldehyd. Wenn man dann nach einem weiteren Vorschlag z. B. auf Methylen-bischlorpropionsäureamid; im Autoklav bei' Raumtempe- is ratur etwa 20 Stunden lang, flüssiges Ammoniak einwirken laßt, so entsteht folgende halbseitigaminierte Verbindung:
Cl · (CH2), -CO-NH- CH2 -NH-CO -(CHJ2 · NH2
Ferner wurde vorgeschlagen, sowohl diese halbseitig aminierten als auch die unter der Einwirkung von anderen Aldehyden, wie Acetaldehyd oder Benzaldehyd, erhaltenen, gleichfalls halbseitig aminierten Alkyliden- oder Aralkyliden-bis-halogenpropionsäureamide im Vakuum und bei Temperaturen bis 250° so lange zu behandeln, bis ein hellgefärbtes PoIykondensationsprodukt entstanden ist.
609 528/598
V 5094 IVb/39 c
Es wurde nun gefunden, daß man Polykondensationsprodukte in einfacher Weise herstellen kann, wenn man ein halbseitig aminiertes Methylen-,
Hai — (CH2)2 — CO — NH — CH
worin R.Wasserstoff, einen Alkyl- oder Arylrest urid Hai Halogen bedeutet, in einem höhermolekularen ίο Glykol der Formel
HO—(CH2)„ —OH
in der η eine ganze Zahl von 8 bis 12 darstellt, löst und diese Lösung auf polykondensierende Temperatüren, vorzugsweise im Vakuum, erhitzt. Als besonders geeignetes höhermolekulares Glykol hat sich hierbei das Dekamethylenglykol erwiesen. Die Durchführung der Polykondensation ist auch unter normalem Druck möglich, es wird jedoch die Arbeitsweise unter Anwendung von Vakuum vorgezogen, um Verfärbungen der entstehenden Polykondensate möglichst zu vermeiden. Die halbseitig aminierten Bis-halogenpropionsäureaniide werden zunächst in dem betreffenden höhermolekularen Glykol auf eine solche Temperatur erhitzt, daß eine homogene Lösung entsteht. Anschließend läßt man die Temperatur unter Anwendung von Vakuum auf etwa 160° oder bei normalem Druck auf über 2000 ansteigen, wobei die Polykondensation in einigen Stunden zu Ende geführt wird. Das in dem Polykondensationsprodukt noch enthaltene höhermolekulare Glykol wird durch Extraktion mit z. B. Methanol entfernt.
Es war überraschend festzustellen, daß die zur Durchführung des Verfahrens verwendeten höhermolekularen Glykole befähigt sind, die bisher als unbekannt zu bezeichnenden Ausgangsprodukte, welche in üblichen organischen Lösungsmitteln unlöslich sind, zu lösen; ebenfalls war nicht vorausAlkyliden- oder Aralkyliden-bis-co-halogenpropionsäureamid der Formel
■ NH — CO — (CH2)2 — NH2
sehbar, daß die Reaktion in bezug auf die Umsetzungsgeschwindigkeit so normal abläuft, daß einwandfreie Endprodukte erhalten werden, es also weder zu Vernetzungen mit dem Lösungsmittel noch zu einem vorzeitigen Kettenabbruch kommt. Während nämlich niedrige Glykole, wie z. B. Äthylenglykol, für die Polykondensation ungeeignet sind, haben sich überraschenderweise die höhermolekularen Glykole als die einzigen brauchbaren Verbindungen herausgestellt.
Die Polykondensate eignen sich für die Herstellung von plastischen Massen.
Beispiel 1
26 g Dekamethylenglykol werden zunächst aufgeschmolzen und zu dieser Schmelze 5 g des halbseitig aminierten Methylen-bis-chlorpropionsäureamids der Formel }
Cl · (CH2)2 -CO-NH- CH2 · NH- CO · (CH2)2 · NH2
hinzugefügt. Man erhitzt die Lösung 2 Stunden lang V bei einem Vakuum von 10 mm auf 160°. Es resultiert ein Polykondensationsprodukt, das mit Methanol ausgewaschen wird. Es weist einen Schmelzpunkt von 2860 auf.
Beispiel 2
30 g Dekamethylenglykol werden zunächst aufgeschmolzen und zu dieser Schmelze 3 g des halbseitig aminierten Äthyliden-bis-chlorpropionsäureamids der Formel
Cl · (CH2J2.· CO · NH- CH-NH · CO .· ,(CHg)2- -NH2
(Fp. 185 bis i86°) hinzugefügt. Man erhitzt die Lösung 3 Stunden lang bei einem Vakuum von 10 mm auf 1400. Es resultiert nach dem Extrahieren mit Methanol ein Polykondensat, welches einen. Schmelzpunkt um 270° hat.
Beispiel 3
Es wird derselbe Ansatz wie im . Beispiel 2 verwendet. Das Erhitzen jedoch erfolgt nicht im Vakuum, sondern unter Atmosphärendruck bei einer Tempe
Hai — (CH2)2 — CO — NH — CH — NH — CO — (CH
ratur von 2000 während 3 Stunden. Es resultiert das gleiche Polykondensat wie im Beispiel 2.

Claims (2)

  1. Patentansprüche:
    i. Verfahren zur Herstellung von Polykondensationsprodukten, dadurch gekennzeichnet, daß man ein halbseitig aminiertes Methylen-, Alkyliden- oder Aralkyliden - bis - ω - halogenpropionsäureamid der Formel . ,
    -NH2
    worin R Wasserstoff, einen Alkyl- oder Arylrest und Hai Halogen bedeutet, in einem höhermolekularen Glykol der Formel
    . ,. . HO— (CH2)„ — OH
    in der «eine, ganze Zahl von 8 bis 12 darstellt, löst und diese Lösung auf polykondensierende Temperaturen, vorzugsweise im Vakuum, erhitzt. . -.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekenn- 120 ', zeichnet, daß man als höhermolekulares Glykol Dekamethylenglykol verwendet.
    © 609 528/598 5.56

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