Die Erfindung betrifft einen Scheinwerfer für Fahrzeuge mit einem Reflektor, einer
Lichtquelle, einer in Lichtrichtung vor dem Reflektor angeordneten Linse und einer zwischen
dieser und dem Reflektor angeordneten Blendenanordnung, welche zumindest eine höhenverstellbare
Blende aufweist.
Bei vielen Fahrzeugscheinwerfern wird häufig eine in Höhenrichtung verstellbare Blende
verwendet, die dazu dient, zwei Strahlverteilungsmuster, nämlich ein Hauptstrahlverteilungsmuster
(Fernlicht) und ein Nebenstrahlverteilungsmuster (Abblendlicht) zu erzeugen.
Die Höhenverstellung der Blende erfolgt dabei etwa mittels eines Hubmagneten, wobei die
Blende in einer Endstellung mit einem Riegel arretiert wird oder an einem Anschlag zur
Anlage kommt.
Nachteilig an einer derartigen Ausführungsform eines Scheinwerfers ist, dass bei einem
Umschalten zwischen den zwei Strahlverteilungsmustern häufig als von den Fahrzeuginsassen
unangenehm empfundene Geräusche, wie etwa ein Klicken, auftreten. Diese Geräuschentwicklung
ist dabei zumeist auf den Arretierungsvorgang der Blende mittels des Riegels
zurückzuführen. Weiters entstehen diese Geräusche aber auch bei Verwendung eines Anschlages
zum Positionieren der Blende in einer Endstellung.
Herkömmliche Scheinwerfer, wie sie aus dem serienmäßigen Einbau in Kraftfahrzeugen bekannt
sind, können im allgemeinen nur zwei Strahlverteilungsmuster, nämlich ein Hauptstrahlverteilungsmuster
(Fernlicht) und ein Nebenstrahlverteilungsmuster (Abblendlicht)
erzeugen. In vielen Situationen, beispielsweise während einer Autobahnfahrt, bei welcher
relativ hohe Geschwindigkeiten erreicht werden, wäre es wünschenswert, ein mittleres
Strahlverteilungsmuster mit Hilfe der Scheinwerfer erzeugen zu können, mit welchem eine
der Geschwindigkeit angepasste Ausleuchtung der Fahrbahn erzielt werden kann, und welches
weiters keine Blendwirkung des Gegenverkehrs verursacht.
Aus der DE 42 43 174 A1 ist ein Scheinwerfer der eingangs genannten Art bekanntgeworden,
bei welchem die Blendenanordnung aus einer feststehenden und einer zwischen zwei Endstellungen
verstellbaren Zusatzblende besteht. Die Zusatzblende weist dabei ein Betätigungselement
auf und ist durch ein Federelement zu einer Endstellung hin beaufschlagt. Als kennzeichnendes
Merkmal weist dieser Scheinwerfer auf, dass das Federelement einstückig mit
der Zusatzblende ausgebildet ist als ein von dieser abstehender Federarm, der sich an einem
bezüglich der Zusatzblende feststehenden Teil des Scheinwerfers abstützt. In einer Position
der Zusatzblende wird die Hell-Dunkelgrenze von der feststehenden Blende gebildet, während
in einer anderen Endstellung die Zusatzblende abschnittsweise über die Blendenkante
der feststehenden Blende ragt und somit abschnittsweise die Hell-Dunkelgrenze des aus dem
Scheinwerfer austretenden Lichtbündels bildet.
Die Verstellbarkeit der Zusatzblende ist aus dem Grund von Bedeutung, dass der Scheinwerfer
sowohl für Rechts- als auch für Linksverkehr einsetzbar ist. Die Verstellung der Zusatzblende
erfolgt dabei in der Regel manuell, beispielsweise mit Hilfe eines Schraubendrehers.
Nachteilig an dieser Erfindung ist, dass einerseits kein dynamisches, automatisches Verstellen
der Zusatzblende, beispielsweise während einer Autofahrt, möglich ist, und andererseits die
Blendenanordnung auch nicht dazu eingerichtet ist, verschiedene Strahlverteilungsmuster
entsprechend einem Fern- oder Abblendlicht zu erzeugen.
In der DE 43 35 286 A1 wird ein Projektionsscheinwerfer für Kraftfahrzeuge mit einem im
wesentlichen elliptischen Reflektor, einer Lichtquelle in einem ersten Brennpunkt des Reflektors
und einer vor dem Reflektor angeordneten Projektionslinse beschrieben, der dadurch
gekennzeichnet ist, dass die Blende in der Nähe eines zweiten Brennpunktes des Reflektors
und in einem Brennpunkt der Projektionslinse angeordnet ist, wobei die Blende das vom
Reflektor zur Projektionslinse verlaufende Licht teilweise auffängt und so geformt ist, dass
sich ein Abstand zwischen dem Drehzentrum der Blende und einem Punkt auf der Umfangsfläche
der Blende längs der Umfangsfläche der Blende allmählich ändert. Die Blende ist dabei
um eine horizontale Trägerwelle drehbar gelagert. Der Scheitelpunkt der Blende wird durch
Drehen der Blende um die horizontale Trägerwelle in vertikaler Richtung geändert, wodurch
die Verteilung des ausgesandten Lichtstrahls gesteuert wird. Um den Schwerpunkt der Blende
mit dem Drehzentrum der Blende in Übereinstimmung zu bringen, können an der Blende
Ausgleichsgewichte befestigt sein.
Eine Aufgabe der in der DE 43 35 286 A1 beschriebenen Erfindung liegt darin, neben der von
herkömmlichen Scheinwerfern bekannten Möglichkeit, ein Hauptstrahlverteilungsmuster
(Fernlicht) und ein Nebenstrahlverteilungsmuster (Abblendlicht) zu erzeugen, auch noch die
Möglichkeit zu bieten, andere Strahlverteilungsmuster zu bilden, wobei die Hell-Dunkelgrenze
in vertikaler Richtung gleichmäßig und kontinuierlich veränderbar sein soll
und eine scharfe Hell-Dunkelgrenze aufrechterhalten werden soll.
Diese Aufgaben werden von der in der DE 43 35 286 A1 beschriebenen Erfindung gelöst,
wobei durch die beiden verdrehbaren Blenden eine große Anzahl verschiedener Strahlverteilungsmuster
erzeugbar ist. Nachteilig an dem in der DE 43 35 286 A1 beschriebenen Scheinwerfer
ist allerdings die Tatsache, dass die mechanische Konstruktion zur Erfüllung der
genannten Aufgaben sehr kompliziert und somit in der Anschaffung teuer und auch
wartungsanfällig ist.
Es ist eine Aufgabe der Erfindung, einen Scheinwerfer zu schaffen, bei dem eine Höhenverstellung
von Blenden nahezu geräuschlos möglich ist.
Weiters ist es eine Aufgabe der Erfindung, auf konstruktiv einfache Art und Weise einen
Scheinwerfer zu schaffen, mit dessen Hilfe mehrere verschiedene Strahlverteilungsmuster
erzeugbar sind, wobei diese Strahlverteilungsmuster eine scharfe Hell-Dunkelgrenze aufweisen.
Diese Aufgaben werden von einem Scheinwerfer der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
dass erfindungsgemäß der zumindest einen Blende zumindest eine verdrehbare Nocke zugeordnet
ist, wobei die zumindest eine Blende an einer Gleitfläche der zugeordneten Nocke
gehalten ist, und für den Antrieb der zumindest einen Nocke zumindest ein Motor vorgesehen
ist, mit dessen Hilfe die zumindest eine in Höhenrichtung verstellbare Blende in vorgebbare
definierte Stellungen bringbar ist.
Die Erfindung schafft einen Scheinwerfer zu Erzeugung von mehreren Strahlverteilungsmustern.
Zu diesem Zweck können eine oder mehrere in Höhenrichtung verstellbare Blenden in
den Strahlengang des aus dem Reflektor austretenden Lichtes gebracht werden. Das auf die
Fahrbahn projizierte Strahlverteilungsmuster wird dabei von der in Höhenrichtung gesehen
zuoberst angeordneten Blende erzeugt. Eine der verstellbaren Blenden ist zur Erzeugung
eines Nebenstrahlverteilungsmusters vorgesehen. Die zusätzlichen Blenden sind zur Erzeugung
von mittleren Strahlverteilungsmustern notwendig. Durch das Bewegen aller Blenden in
eine untere Position kann ein Hauptstrahlverteilungsmuster erzeugt werden. Zur konstruktiv
einfachen Gestaltung des Scheinwerfers werden die Blenden mittels Nocken hinsichtlich ihrer
Höhe verstellt, wobei die Nocken von zumindest einem Motor angetrieben sind. Durch eine
entsprechende Ausbildung der Nockenform kann gewährleistet werden, dass ein kontinuierlicher
Übergang ohne störende, unerwünschte Strahlverteilungsmuster zwischen den einzelnen
Strahlverteilungsmuster möglich ist
Durch Verwendung von Nocken zur Höhenverstellung einer oder mehrerer Blenden wird ein
nahezu geräuschloses Umschalten zwischen den verschiedenen Strahlverteilungsmustern
möglich. Die Blenden werden mittels der Nocken in ihren Endstellungen gehalten. Damit
kann auf eine Arretierung der Blenden mittels eines Riegels oder eines Anschlags werden und
die damit verbundene Geräuschentwicklung entfällt.
Um die aktuelle Ausrichtung der Nocken und somit die Vertikalposition der Blenden zu
ermitteln, ist es von Vorteil, wenn dem zumindest einen Motor ein Rückmelder zugeordnet
ist.
Bei einer praxiserprobten Ausführungsform der Erfindung ist ein Motor für zwei oder mehr
auf einer gemeinsamen Welle sitzende Nocken vorgesehen. Durch die Verwendung von nur
einem Motor zum Antrieb der auf einer gemeinsamen Welle sitzenden Nocken kann der
Scheinwerfer kostengünstig hergestellt werden, außerdem kann der für den Scheinwerfer
notwendige Bauraum klein gehalten werden.
Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung ist die zumindest eine Blende durch
Federkraft gegen die zugeordnete Nocke gehalten, wobei vorteilhafterweise die zumindest
eine Blende eine Abtastnase aufweist, mittels welcher sie gegen die zugeordnete Nocke
gehalten ist.
Eine vorteilhafte und einfache Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest zwei Blenden vorgesehen sind und jeder Blende genau eine Nocke zugeordnet
ist, mit deren Hilfe die Blenden in Höhenrichtung verstellt werden können.
Dabei hat es sich als günstig erwiesen, dass die zumindest eine Blende um eine Achse
verschwenkbar gelagert ist, wobei vorteilhafterweise zumindest zwei Blenden vorgesehen
sind, die um eine gemeinsame Achse verschwenkbar gelagert sind.
Eine Ausführungsform der Erfindung, mit deren Hilfe drei verschiedene Strahlverteilungsmuster,
nämlich ein Hauptstrahlverteilungsmuster, ein Nebenstrahlverteilungsmuster (Abblendlicht)
sowie ein mittleres Strahlverteilungsmuster (Autobahnlicht) erzeugt werden
können, weist zwei in zueinander parallelen, im wesentlichen vertikal liegenden Ebenen
verschwenkbare Blenden, eine reflektorseitige Blende sowie eine linsenseitige Blende, auf.
Die zur Erzeugung des Nebenstrahlverteilungsmusters verwendete reflektorseitige Blende
weist eine Blendenoberkante mit zwei im wesentlichen horizontal verlaufenden Bereichen
auf, wobei die Bereiche vertikal zueinander versetzt und über einen abgeschrägten Bereich
miteinander verbunden sind.
Die linsenseitige Blende welche ein mittleres Strahlverteilungsmuster erzeugt, weist eine im
wesentlichen horizontale, durchgehende Blendenoberkante auf.
Schließlich kann es auch noch von Vorteil sein, wenn die Verstellung der zumindest einen
Blende in Abhängigkeit von einer Fahrzeuggeschwindigkeit erfolgt. Dadurch wird eine der
Geschwindigkeit angepasste Ausleuchtung der Fahrbahn, insbesondere bei einem Autobahnlicht,
ermöglicht.
Im folgenden ist der erfindungsgemäße Scheinwerfer anhand einer Ausführungsform, welche
zwei höhenverstellbare Blenden aufweist, näher erläutert. In dieser zeigen
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Scheinwerfers, bei welchem
die Blendenstellung ein Hauptstrahlverteilungsmuster erzeugt,
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Scheinwerfers mit einer
Blendenstellung entsprechend einem Nebenstrahlverteilungsmuster,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Scheinwerfers mit einer
Blendenstellung entsprechend einem mittleren Strahlverteilungsmuster,
- Fig. 4
- eine detaillierte Ansicht von zwei auf einer gemeinsamen Welle angeordneten
Nocken,
- Fig. 5
- eine Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Scheinwerfers mit einer Blendenstellung
entsprechend einem Nebenstrahlverteilungsmuster,
- Fig. 6
- eine Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Scheinwerfers mit einer Blendenstellung
entsprechend einem mittleren Strahlverteilungsmuster,
- Fig. 7
- eine Vorderansicht eines erfindungsgemäßen Scheinwerfers mit einer Blendenstellung
entsprechend einem Hauptstrahlverteilungsmuster,
- Fig. 8
- ein Nebenstrahlverteilungsmuster, und
- Fig. 9
- ein mittleres Strahlverteilungsmuster, verglichen mit einem Hauptstrahlverteilungsmuster.
In den Fig. 1 - Fig. 3 ist ein erfindungsgemäßer Scheinwerfer 1 mit einem Reflektor 2 und
einer Lichtquelle 3, beispielsweise einer Gasentladungslampe oder einer Glühlampe, dargestellt.
Bei dem Reflektor 2 kann es sich dabei etwa um einen Ellipsoid-Reflektor oder um
einen Freiflächenreflektor handeln. Ein solcher Freiflächenreflektor ist beispielsweise aus der
AT 404 396 B bekanntgeworden. Die Lichtquelle 3 ist in einer Fassung 4 gehalten. In Lichtrichtung
Y von einem Vorderrand 9 des Reflektors 2 entfernt ist eine Linse 5 angeordnet. Die
Linse 5 ist in einem hier nicht dargestellten, mit dem Reflektor 2 verbundenen Träger gehalten.
Zwischen dem Reflektor 2 und der Linse 5 weist der Scheinwerfer 1 eine Blendenanordnung
20 aus zwei verschwenkbaren Blenden 6 und 7, einer reflektorseitigen Blende 6 sowie
einer linsenseitigen Blende 7, auf. Sowohl die reflektorseitig angeordnete Blende 6 als auch
die linsenseitig angeordnete Blende 7 sind um eine gemeinsame Schwenkachse 8 in Höhenrichtung,
d. h. im wesentlichen in vertikaler Richtung, verschwenkbar. Die gemeinsame
Schwenkachse 8 ist bei der gezeigten Ausführungsform der Erfindung am Vorderrand 9 des
Reflektors 2 angebracht. Die Schwenkachse 8 steht dabei notwendigerweise mit dem Reflektor
2 so in Verbindung, dass bei einem Verschwenken, beispielsweise einem dynamischen
Verschwenken des Scheinwerfers 1 etwa infolge von Beschleunigungsvorgängen oder zum
Ausgleich von Zuladungen, die Blenden 6, 7 ihre Positionen in Bezug auf den Reflektor 2
bzw. auf die Lichtquelle 3 beibehalten, um ein gewünschtes Strahlverteilungsmuster zu
erzeugen.
Die Blenden 6, 7 weisen je eine Abtastnase 10, 11 auf, wobei jede Abtastnase 10, 11 an einer
Gleitfläche 12, 13 einer der jeweiligen Blende 6, 7 zugeordneten, verdrehbaren Nocke 14, 15
angreift. Zweckmäßigerweise sind dabei die Abtastnasen 10, 11 an den Gleitflächen 12, 13
zwangsgeführt. Mittels einer nicht dargestellten Zwangsführung wird verhindert, dass die
Blenden 6, 7 bzw. deren Abtastnasen 10, 11 von den Nocken 14, 15 springen. Die beiden
Nocken 14, 15 sitzen auf einer gemeinsamen Welle 16, welche von einem Motor 17 angetrieben
ist. Diese Anordnung ist in Fig. 4 näher dargestellt. Weiters ist aus Fig. 4 eine mögliche
Formgebung der Nocken gut zu erkennen. Der Motor 17 verfügt über einen Rückmelder zur
Ermittlung der aktuellen Ausrichtung der Nocken 14, 15, wobei in der Regel der Motor 17 als
Servomotor ausgebildet ist.
Bei der in den Fig. 1 - Fig. 3 dargestellten Ausführungsform der Erfindung sind die beiden
Blenden 6, 7 in zwei zueinander parallelen, senkrecht zur optischen Achse X liegenden
Ebenen verschwenkbar angeordnet. Um eine möglichst scharfe Abbildung der Hell-Dunkelgrenze
zu ermöglichen, ist die Linse 5 so in Lichtrichtung Y vor dem Reflektor 2 und
den Blenden 6, 7 angeordnet, dass ihr Brennpunkt möglichst exakt mit den Ebenen der Blenden
6, 7 zusammenfällt. Damit dies möglich ist, sind in der vorliegenden, praxisnahen Ausführungsform
die Blenden 6, 7 als blechartige Bauteile ausgebildet. Der Ausdruck "blechartig"
soll hier allerdings keine Einschränkung hinsichtlich der für die Blenden 6, 7 verwendeten
Materialien darstellen - so können die Blenden 6, 7 beispielsweise tatsächlich aus Blech,
aber auch aus einem geeigneten Kunststoff, aus Kohlefasern oder etwa aus Keramik hergestellt
sein -, sondern vielmehr die Form der Blenden 6, 7 beschreiben, welche als ebene,
flächige Bauteile ausgebildet sind, deren Dicke, d.h. im wesentlichen deren räumliche Ausdehnung
in Lichtrichtung Y, möglichst gering, insbesondere in Hinblick auf die Querschnittsabmessungen
der im Strahlengang angeordneten Blenden, ist. Besonderes Augenmerk wird
darauf gelegt, dass im Bereich der Blendenoberkanten 18, 19 die Blenden 6, 7 eine möglichst
geringe Dicke aufweisen, um eine scharfe Abbildung der Hell-Dunkelgrenze bei Abblendlicht
und bei einem mittleren Strahlverteilungsmuster, etwa einem Autobahnlicht, zu gewährleisten.
Auf einfache Weise kann eine geringe Dicke der Blenden im Bereich der Blendenoberkanten
durch ein Anschrägen der Blenden in diesem Bereich erreicht werden.
Wie oben beschrieben, sind in der Regel die Blenden als ebene Bauteile ausgebildet. Es kann
aber auch angebracht sein - insbesondere bei der Verwendung von Freiflächenreflektoren -,
dass die Blenden eine gekrümmte Form aufweisen, wobei es sich hierbei um eine Krümmung
der Blende in der Horizontalebene handelt. Diese Krümmung kann notwendig sein, um eine
scharfe Abbildung der Hell-Dunkelgrenze zu erreichen.
In Fig. 5 ist eine Vorderansicht des erfindungsgemäßen Scheinwerfers 1 mit einer Blendenstellung
entsprechend einem Abblendlicht dargestellt, wobei in Blickrichtung hinter der
Blende 6 der Reflektor 2 angeordnet ist. Wie auch in den Fig. 6 und Fig. 7 ist dabei die Linse
5 in der Zeichnung nicht dargestellt. Die Blendenoberkante 18 der Blende 6, welche als Hell-Dunkelgrenze
HD1 auf eine Fahrbahn FB abgebildet wird - siehe dazu die Fig. 8 -, weist
zwei im wesentlichen horizontal verlaufende Abschnitte 18a, 18c auf, die über einen schräg
verlaufenden Abschnitt 18b miteinander verbunden sind. Die im wesentlichen parallel zu
einer Horizontalen HH verlaufenden Bereiche der Hell-Dunkelgrenze HD1 werden dabei
mittels der Abschnitte 18a und 18c der Blendenoberkante 18 erzeugt, der Anstieg der Hell-Dunkelgrenze
HD1 beim Übergang von einer Gegenverkehrsseite GV zu einer eigenen
Verkehrsseite EV, welcher typischerweise einen Winkel von etwa 15° zur Horizontalen HH
aufweist, wird durch den schräg verlaufenden Abschnitt 18b erreicht.
Während die reflektorseitige Blende 6 vor allem dazu vorgesehen ist, ein Nebenstrahlverteilungsmuster
LV1 entsprechend den Normen für Abblendlicht zu erzeugen, ist die linsenseitige
Blende 7 dazu vorgesehen, ein mittleres Strahlverteilungsmuster LV2 zu erzeugen, welches
in Fig. 9 schematisch dargestellt ist. Ein solches Muster LV2 wird durch eine Blendenstellung,
wie sie in Fig. 6 in einer Vorderansicht des erfindungsgemäßen Scheinwerfers 1
dargestellt ist, erzielt. Aus der Fig. 6 kann man erkennen, dass hierzu die linsenseitige Blende
7 eine Blendenoberkante 19 mit einem im wesentlichen durchgehenden, horizontal verlaufenden
Abschnitt aufweist, der eine durchgehende Hell-Dunkelgrenze HD2 auf die Fahrbahn
FB abbildet.
In diesem Zusammenhang sollte darauf verwiesen werden, dass die Positionen der linsenseitigen
und der reflektorseitigen Blende ohne weiteres vertauscht werden können. Ein Nebenstrahlverteilungsmuster
wird dann nicht mehr von der reflektorseitigen, sondern von der
linsenseitigen Blende erzeugt, ein mittleres Strahlverteilungsmuster wird in diesem Falle
nicht mehr von der linsenseitigen, sondern von der reflektorseitigen Blende erzeugt.
Die in den Fig. 1 und Fig. 7 gezeigte Blendenstellung erzeugt ein Strahlverteilungsmuster
entsprechend einem Fernlicht. Die beiden Blenden 6, 7 befinden sich dabei in einer unteren
Endstellung, sodass im Vergleich zur der in Fig. 2 oder Fig. 5 gezeigten Blendenstellung das
aus dem Scheinwerfer 1 entweichende Licht zusätzlich auch noch einen über der Horizontalen
HH liegenden Bereich ausleuchten kann. Dieser über dem Horizont liegende, ausgeleuchtete
Bereich ist mittels der Kurve HD3 angedeutet. Die Kurve HD3 sollte allerdings nicht als
ein scharfer Übergang zwischen einem hellen und einem dunklen Bereich verstanden werden,
da bei Fernlicht die Lichtverteilung in den weiter vor dem Fahrzeug liegenden Bereichen
keine abrupte, sondern eine eher kontinuierliche Abnahme der Leuchtdichte zeigt.
An dieser Stelle soll noch einmal etwas detaillierter auf die bereits oben angesprochenen
Strahlverteilungsmuster, wie sie in den Fig. 8 und Fig. 9 abgebildet sind, eingegangen werden.
Die Fig. 8 zeigt ein Strahlverteilungsmuster LV1 eines Abblendlichtes. Zu erkennen sind
eine Fahrbahn FB, welche auf einen Fluchtpunkt FP zuläuft, weiters angedeutet ist ein Horizont
HH sowie eine Vertikalrichtung VV. Der im wesentlichen ausgeleuchtete Bereich der
Fahrbahn FB ist mit LV1 gekennzeichnet. Dabei zeigt bei der hier dargestellten Situation
eines Abblendlichtes die Lichtverteilung LV1 auf der Gegenverkehrsseite GV der Fahrbahn
FB eine Hell-Dunkelgrenze HD1, welche unterhalb des Horizontes HH liegt, während die
Lichtverteilung LV1 zur eigenen Verkehrsseite EV der Fahrbahn FB einen Anstieg zeigt und
bis zum Horizont HH bzw. auch darüber hinaus reicht, wobei letzteres hier nicht dargestellt
ist.
In Fig. 9 ist die Lichtverteilung LV2 eines mittleren Strahlverteilungsmusters LV2 abgebildet.
Wie man hier erkennen kann, reicht die Hell-Dunkelgrenze HD2 bis in etwa an den Horizont
HH, wodurch natürlich eine wesentlich bessere Ausleuchtung der Fahrbahn FB, insbesondere
auf der Gegenverkehrsseite GV, gegeben ist. Durch diese Lichtverteilung LV2 auf der Fahrbahn
FB ist auch bei relativ hohen Geschwindigkeiten eine gute Sicht für den Fahrzeuglenker
bzw. die Fahrzeuginsassen gegeben, ohne den Gegenverkehr schon bei großer Distanz zu
blenden.
Im Gegensatz zum mittleren Strahlverteilungsmuster zeigt Fernlicht eine Lichtverteilung entsprechend
der Kurve HD3 in Fig. 9. Aus Fig. 9 ist zu erkennen, dass ein nicht unwesentlicher
Teil der Lichtverteilung bereits über dem Horizont HH liegt, was einerseits zu einer sehr
guten Fernsicht, andererseits aber auch zu einer starken Blendwirkung des Gegenverkehrs
führt, welche durch einen Einsatz des beschriebenen Autobahnlichtes stark reduziert werden
kann.
In den Fig. 8 und Fig. 9 ist die Fahrbahn FB als im wesentlich zweispurige Straße, etwa eine
Bundesstraße, dargestellt. Prinzipiell kann natürlich eine mittleres Strahlverteilungsmuster
auch so ausgebildet sein, dass die Blendwirkung auf den Gegenverkehr auf einer Bundesstraße
möglichst gering gehalten wird. Der hauptsächliche und effektivste Einsatz eines mittleren
Strahlverteilungsmusters ist aber ohne Zweifel bei Verwendung als Autobahnlicht gegeben,
da hier ja in der Regel eine wesentliche höhere Fahrgeschwindigkeit als auf einer Bundesstraße
vorherrscht und somit bei Gegenverkehr ein Einschalten des Abblendlichtes, wie es auf
Bundesstraßen geschieht, eine zu geringe Ausleuchtung der Fahrbahn mit sich bringt.
Die Stellung der Blenden 6, 7 zur Erzeugung eines mittleren Strahlverteilungsmuster LV2,
beispielsweise einem Autobahnlicht, ist in den Fig. 3 und Fig. 6 dargestellt. Um dieses
Strahlverteilungsmuster LV2 zu erzielen, ist die linsenseitige Blende 7 in einer oberen Endstellung,
die reflektorseitige Blende 6 hingegen befindet sich in einer Position, in welcher ihre
Blendenoberkante 18 von der Blende 7 hinsichtlich der Strahlprojektion auf die Fahrbahn FB
vollständig abgedeckt ist. Die Hell-Dunkelgrenze HD2 wird somit in diesem Fall vollständig
von der Blendenoberkante 19 der Blende 7 erzeugt. Mit dieser Blendenstellung kann also ein
Strahlverteilungsmuster LV2, wie es in Fig. 9 schematisch dargestellt ist, erzeugt werden,
welches eine Fahrbahnausleuchtung ähnlich jener bei einem Fernlicht erzielt werden, ohne
die starke Blendwirkung von Fernlicht für den Gegenverkehr aufzuweisen.
Damit die Blenden 6, 7 zwischen den verschiedenen Stellungen bewegbar sind, sind sie an
ihrem einen Ende an der Schwenkachse 8 montiert, an ihrem anderen Ende weisen sie je eine
Abtastnase 10, 11 auf, welche mittels Federkraft 21, 22 gegen die Gleitflächen 12, 13 der
jeweils zugeordneten Nocken 14, 15 gedrückt sind. Durch Verdrehen der Nocken 14, 15
können die Blenden 6, 7 in einer Ebene senkrecht zur optischen Achse X, d. h. im wesentlichen
in Höhenrichtung, bewegt werden. Die beiden Nocken 14, 15 sind dabei auf einer
gemeinsamen Welle 16 angeordnet, welche von dem Motor 17 angetrieben ist. Um eine
Bewegung der Blenden 6, 7 in Höhenrichtung zu ermöglichen, sind die Nocken 14, 15 exzentrisch
geformt, wie dies aus den Fig. 1 - Fig. 7 erkennbar ist. Jener Bereich des Umfanges
der Gleitflächen 12, 13 der Nocken 14, 15, der die Blenden 6, 7 in ihrer lichttechnisch wirksamen
Position, d. h. in der höchsten Position, hält, entspricht dabei im wesentlichen einem
Kreissektor, dessen Mittelpunkt auf der Längsachse der Welle 16 liegt. Greift eine Abtastnase
10, 11 an einer Nocke 14, 15 in diesem kreisförmigen Bereich an, so ändert sich anfänglich
bei einem Verdrehen der Nocke 14, 15 die Position der Blende 6, 7 in Höhenrichtung nicht.
Erst bei einem Weiterdrehen gelangt die Abtastnase 10, 11 der Blende 6, 7 allmählich in
einen exzentrischen Bereich der Nocke 14, 15 und die Blende 6, 7 wird nach unten bewegt.
Werden die Nocken 14, 15 zueinander versetzt angeordnet, so kann damit erreicht werden,
dass bei einem Verdrehen der Welle 16 mittels des Motors 17 zwar jene Blende, deren Abtastnase
an der ihr zugeordneten Nocke in einem Bereich mit Exzentrizität angreift, in Höhenrichtung
bewegt wird, die andere Blende aber, deren Abtastnase an einem kreisförmigen
Bereich der Nocke angreift, keine Bewegung in Höhenrichtung erfährt. Auf diese Art und
Weise wird gewährleistet, dass ein fließender, kontinuierlicher Übergang zwischen den
einzelnen Strahlverteilungsmustern möglich ist, ohne dass beim Übergang zwischen zwei
Strahlverteilungsmustern unerwünschte Störeffekte auftreten.
Betrachtet man beispielsweise eine Blendenstellung zur Erzeugung von Abblendlicht, wie
dies in Fig. 5 dargestellt ist, so greift die Abtastnase 10 der reflektorseitigen Blende 6 an
einem kreisförmigen Bereich der Nocke 14 an, während die Abtastnase 11 der linsenseitigen
Blende 7 sich in einem exzentrischen Bereich der Nocke 15 befindet. Durch ein Drehen der
Welle 16 entgegen dem Uhrzeigersinn - bei Blickrichtung entgegen der Lichtrichtung Y -
wird die Blende 7 nach oben verschwenkt, bis ihre Abtastnase in den kreisförmigen Bereich
der Nocke 15 gelangt. Die Verschwenkbewegung der Blende 7 ist nun zu Ende, die Blende 7
befindet sich an ihrem höchsten Punkt.
Zu Anfang der Höhenbewegung der Blende 7 greift die Abtastnase 10 der Blende 6 noch im
kreisförmigen Bereich der Nocke 14 an, die Blende 6 erfährt also zu Anfang der Drehbewegung
der Welle 16 noch keine Höhenbewegung. Dadurch ist sichergestellt, dass nicht kurzfristig
beim Übergang von einem Strahlverteilungsmuster zu einem anderen unerwünschte
Störeffekte, wie etwa das Aufleuchten des Fernlichtes beim Übergang von Abblend- zu
Autobahnlicht, auftreten. Erst wenn die Blende 7 in ihrer obersten Position angelangt ist,
beginnt allmählich die Abwärtsbewegung der Blende 6 in eine untere Position.
Bei einem Drehen der Nocken 6, 7 im Uhrzeigersinn - wiederum ausgehend von der Blendenstellung
aus Fig. 5 - bewegt sich zuerst die linsenseitige Blende 7 in ihre untere Position,
während die Blende 6 noch in ihrer Höhenstellung verweilt. Erst wenn die Abtastnase 10 der
Blende 6 in den exzentrischen Bereich der Nocke 14 gelangt, beginnt auch diese, sich nach
unten zu bewegen, und eine Strahlverteilungsmuster entsprechend einem Fernlicht wird
erzeugt. Damit kann eine nahtloser Übergang von Abblendlicht zu Fernlicht erzielt werden,
ohne störende Effekte eines Zwischenmusters beim Übergang in Kauf nehmen zu müssen.
Die Dauer für ein Umschalten zwischen zwei verschiedenen Strahlverteilungsmustern liegt
dabei in einer Größenordnung von rund 0,2 Sekunden, sodass kaum Blendungen infolge
dieses Umschaltens zwischen Strahlverteilungsmustern zu erwarten sind.
Die Höhenverstellung der Blenden kann auch automatisch, etwa in Abhängigkeit von einer
Fahrzeuggeschwindigkeit, erfolgen. Dadurch wird eine Anpassung der Fahrbahnausleuchtung
an die momentane Fahrzeuggeschwindigkeit möglich. Untersuchungen haben gezeigt, dass
die Aufmerksamkeit des Fahrzeuglenkers vor allem auf den an der Hell-Dunkelgrenze liegenden
Bereich der Fahrbahn gerichtet ist. Bei einer Autobahnfahrt kann es daher zweckmäßig
sein, wenn bei einer geringeren Geschwindigkeit die Weite der Ausleuchtung automatisch
reduziert wird, um beispielsweise die Aufmerksamkeit des Lenkers auf jenen Bereich vor
dem Fahrzeug zu lenken, welcher in etwa dem bei der vorherrschenden Geschwindigkeit
notwendigen Bremsweg zum Anhalten vor einem Hindernis entspricht. Die Verstellung der
Blenden erfolgt dabei über eine dem Fachmann bekannte Elektronik, welche den Motor
entsprechend der Fahrzeuggeschwindigkeit steuert und die jeweilige Blende in jene Position
bewegt, welche eine der Geschwindigkeit entsprechende Lichtverteilung erzeugt.
Vorteilhaft an der oben beschriebenen Ausführungsform der Erfindung ist insbesondere ihr
einfacher und kostengünstiger Aufbau. Zum Verdrehen der beiden Nocken 14, 15 ist ein
einziger Motor 17 vorgesehen, wodurch die Herstellungskosten des erfindungsgemäßen
Scheinwerfers im Vergleich zu anderen Scheinwerfern gering gehalten werden können.
Ein weiterer vorteilhafter Aspekt ist jener, dass das Umschalten zwischen verschiedenen
Strahlverteilungsmustern im wesentlichen geräuschlos vor sich geht. Dies kann darauf zurückgeführt
werden, dass der Übergang zwischen den verschiedenen Blendenstellungen
kontinuierlich erfolgt und die Blenden über die Nocken in der gewünschten Position gehalten
werden. Bei anderen Scheinwerfern mit einer verstellbaren Blende hingegen rastet die Blende
in einer Endstellung ein oder wird gegen einen Anschlag bewegt, was sich oftmals durch eine
unangenehmes Klicken bemerkbar macht.
Weiters ist es von Vorteil, dass die Funktionsweise der Erfindung auch auf drei oder mehr
Blenden zur Erzeugung von vier oder mehr Strahlverteilungsmustern angewendet werden
kann, wobei die zur Höhenverstellung der Blenden notwendigen Nocken wiederum auf einer
gemeinsamen Welle sitzen können und von nur einem Motor angetrieben sind. Es muß einzig
darauf geachtet werden, dass die Nocken entsprechend geformt und hinsichtlich ihrer Exzentrizität
so zueinander versetzt sind, dass ein kontinuierlicher Übergang zwischen den einzelnen
Strahlverteilungsmustern möglich ist.
Bei Verwendung von mehr als zwei Blenden muss nicht unbedingt vorgesehen sein, dass alle
Blenden um eine gemeinsame Welle verschwenkbar sind. Es kann beispielsweise auch
vorgesehen sein, dass jeweils ein Blendenpaar oder jede Blende von einer eigenen Welle mit
zugehöriger Nocke angetrieben ist. Vorteilhaft an der Verwendung von mehreren Wellen ist,
dass bei einem Wechsel zwischen zwei Strahlverteilungsmustern ein kurzzeitiges Einschalten
eines unerwünschten Strahlverteilungsmusters - wie dies bei der Verwendung von drei oder
mehr Blenden, welche mittels Nocken, die auf einer gemeinsamen angetriebenen Welle
angeordnet sind, unumgänglich ist -, vermieden werden kann. Allerdings ist eine derartige
Ausführungsform in der Herstellung teurer und benötigt mehr Bauraum.
Abschließend sei nochmals vermerkt, dass die Erfindung auch bei Verwendung von nur einer
in Höhenrichtung verstellbaren Blende von großem Vorteil ist, da durch die Verwendung
einer Nocke zum Bewegen der Blenden das Umschalten zwischen zwei Strahlverteilungsmustern
- wie weiter oben bereits erwähnt - nahezu geräuschlos und für die Fahrzeuginsassen
akustisch nicht mehr wahrnehmbar vor sich geht. Bei Verwendung von einer Blende können
dabei - je nach Form der Blendenoberkante der verwendeten Blende - die Strahlverteilungsmuster
Abblendlicht/Fernlicht oder Autobahnlicht/Fernlicht erzeugt werden.