Die Erfindung betrifft Rohpapiere mit verbesserter
Bedruckbarkeit, insbesondere Dekorrohpapiere, sowie
daraus erhaltene Dekorimprägnate oder dekorative
Beschichtungswerkstoffe.
Bei der Herstellung von Papieren, insbesondere aus
mitteldichten Fasern, führen aufgerichtete Fasern und
Hafteffekte an den Bändern der Papiermaschine zu
Oberflächenstörungen der Papierbahn. Diese Problematik
ist seit langem bekannt. Es wurden auch schon viele
Vorschläge zur Lösung dieses Problems unterbreitet. Die
Behandlung durch Glättwerke, Satinierkalander oder
Heißglanzpressen kann aber zu einer Verdichtung der
Oberfläche führen, so daß im Falle von Dekorrohpapieren
die Aufnahmefähigkeit für ein Imprägnierharz zur
Herstellung eines Dekorpapiers oder dekorativen
Beschichtungswerkstoffs verringert wird.
Zum Erhalt einer hohen Schichtfestigkeit und einer hohen
Elastizität des Produkts ist eine hohe Harzaufnahme aber
erwünscht.
Eine Reihe von Maßnahmen wurden ergriffen, um die
Hafteffekte an den bahnführenden Elementen der
Papiermaschine oder die Adhäsion in der Papiermaschine
zwischen aneinander grenzenden Oberflächen zu verringern.
Solche antiadhäsiven Mittel sind beispielsweise Silikone,
Metallseifen, Wachse und Teig. Die EP 0 478 177 A1
schlägt zu diesem Zweck anionische Koemulsionen aus
Kanaubawachs und Paraffinwachs als Antiblockmittel bei
der Kartonherstellung vor.
Die DE 196 16 733 C2 beschreibt die Verwendung von
Mitteln, die Dicarbonsäuredialkylester und/oder Ester von
gesättigten und/oder ungesättigten C8 bis C18-Fettsäuren
mit mehrwertigen Alkanolen mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen
und/oder ein und/oder mehrfach ungesättigte C16 bis C22-Fettsäuren
als abhäsiv wirkende Komponente enthalten. Sie
geht von dem Problem aus, daß bei gestrichenen Papieren
mit hohen Latexanteilen im Pigmentstrich, bei
oberflächengeleimten oder -beschichteten Papieren die
Erwärmung des Strichs durch beheizte Walzen zu einem
Verkleben des Materials mit der Walzenoberfläche führt.
Rohpapiere, insbesondere Dekorrohpapiere, sind aber nicht
mit solchen Pigmentstrichen versehen.
Die JP 03051399 A beschreibt die Imprägnierung eines
Dekorbasispapiers mit einer Imprägnierlösung, die (a) ein
anionisches Tensid vom Typ der Alkalimetallsalze,
beispielsweise Natriumalkylbenzolsulfonat, und (b) einen
Polyoxyethylennonylphenylether mit einem HLB von 15
enthält. Die JP 56053299 A beschreibt die Behandlung
eines Ticketpapiers mit einer aus einem kationischen
Polymer bestehenden Lösung, die ein leitfähiges Mittel
und ein Penetrationsmittel enthält. Letzteres ist ein
nichtionisches Tensid aus de Gruppe der
Sorbitolfettsäureester oder der Polyoxyethylen
enthaltenden Sorbitolester.
Dekorative Beschichtungswerkstoffe, sogenannte
Dekorpapiere oder Dekorfolien, werden vorzugsweise zur
Oberflächenbeschichtung bei der Möbelherstellung und im
Innenausbau, insbesondere Laminatböden, eingesetzt. Unter
Dekorpapier/Dekorfolie versteht man kunstharzgetränkte
oder kunstharzgetränkte und oberflächenbehandelte,
bedruckte oder unbedruckte Papiere. Dekorpapiere/Dekorfolien
werden mit einer Trägerplatte verleimt oder
verklebt.
Je nach Art des Imprägniervorgangs unterscheidet man
zwischen Dekorfolien mit durchimprägniertem Papierkern
und sogenannten Vorimprägnaten, bei denen das Papier in
der Papiermaschine online nur teilweise imprägniert wird.
Schichtpreßstoffe (High Pressure Laminates) sind
Laminate, die durch Verpressen mehrerer imprägnierter,
aufeinander geschichteter Papiere entstehen. Der Aufbau
dieser Schichtpreßstoffe besteht im allgemeinen aus einem
höchste Oberflächenbeständigkeit erzeugenden
transparenten Auflageblatt (Overlay), einem
kunstharzgetränkten Dekorpapier und einem oder mehreren
phenolbeharzten Kraftpapieren. Als Unterlage hierfür
werden beispielsweise Hartfaser- und Holzspanplatten
sowie Sperrholz eingesetzt.
Bei den nach dem Kurztaktverfahren hergestellten
Laminaten (Low Pressure Laminates) wird das mit Kunstharz
getränkte Dekorpapier direkt mit einer Unterlage,
beispielsweise einer Spanplatte, unter Anwendung eines
niedrigen Drucks verpreßt.
Das bei den oben genannten Beschichtungswerkstoffen
verwendete Dekorpapier wird weiß oder farbig mit oder
ohne zusätzlichen Aufdruck eingesetzt.
An sogenannte Dekorrohpapiere als Ausgangsmaterialien zur
Herstellung der oben genannten Beschichtungswerkstoffe
werden besondere Anforderungen gestellt wie hohe Opazität
für eine bessere Abdeckung der Unterlage, gleichmäßige
Formation und Grammatur des Blatts für eine gleichmäßige
Harzaufnahme, hohe Lichtbeständigkeit, hohe Reinheit und
Gleichmäßigkeit der Farbe für gute Reproduzierbarkeit des
aufzudruckenden Musters, hohe Naßfestigkeit für einen
reibungslosen Imprägniervorgang, entsprechende
Saugfähigkeit zur Erlangung des erforderlichen
Harzsättigungsgrads, Trockenfestigkeit, die bei
Umrollvorgängen in der Papiermaschine und beim Bedrucken
in der Druckmaschine.
Zur Erzeugung einer dekorativen Oberfläche werden die
Dekorrohpapiere bedruckt. In erster Linie kommt das
sogenannte Rotationstiefdruckverfahren zum Einsatz, in
dem das Druckbild mit Hilfe mehrerer Gravurwalzen auf das
Papier übertragen wird. Die einzelnen Druckpunkte sollen
vollständig und möglichst intensiv auf die
Papieroberfläche übertragen werden. Aber gerade im
Dekortiefdruck wird nur ein geringer Teil der auf der
Gravurwalze vorhandenen Rasterpunkte auf die
Papieroberfläche übertragen. Es entstehen sogenannte
Missing Dots (Fehlstellen). Häufig dringt die Druckfarbe
zu tief in das Papiergefüge ein, wodurch die
Farbintensität verringert wird. Voraussetzungen für ein
gutes Druckbild mit wenig Fehlstellen und hoher
Farbintensität sind eine möglichst glatte und homogene
Oberflächentopografie und ein abgestimmtes
Farbannahmeverhalten der Papieroberfläche.
Aus diesem Grunde werden Rohpapiere gewöhnlich mit
sogenannten Softkalandern, teilweise auch sogenannten
Januskalandern geglättet. Diese Behandlung führt
teilweise zu Quetschungen der Papieroberfläche und damit
zu deren Verdichtung, was sich nachteilig auf die
Harzaufnahmefähigkeit auswirkt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde,
Rohpapiere, insbesondere Dekorrohpapiere, mit
verbesserter Bedruckbarkeit bereitzustellen, ohne die
Aufnahmefähigkeit für Imprägnierharze zu beeinträchtigen.
Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Rohpapier, auf dessen
Oberfläche ein eine Polyalkoxylenstruktur aufweisendes
nichtionisches Tensid aufgetragen ist. Gegenstand der
Erfindung sind ferner Dekorimprägnate (Dekorpapiere und
Vorimprägnate) und dekorative Beschichtungswerkstoffe,
die durch Imprägnierung des Rohpapiers mit einem üblichen
Imprägnierharz (Tränkharz) erhältlich sind. Gegenstand
der Erfindung ist schließlich ein Verfahren zur
Behandlung einer Rohpapierbahn mit einem eine
Polyalkoxylenstruktur enthaltenden nichtionischen Tensid
und gegebenfalls anschließender Glättung. Diese
Behandlung kann Teil eines Verfahrens zur Herstellung
eines Rohpapiers, insbesondere eines Dekorrohpapiers,
sein.
Die Polyalkoxylenstruktur der erfindungsgemäß
einzusetzenden Tenside ist vorzugsweise eine
Polyethoxylatstruktur. Geeignete nichtionische Tenside
sind beispielsweise Polyalkylenoxidfettsäureester der
allgemeinen Formel I
Geeignete nichtionische Verbindungen sind beispielsweise
Polyalkylenoxidfettalkoholether der allgemeinen Formel II
In den Formeln I und II kann n eine ganz Zahl von 7 bis
30, vorzugsweise 10 bis 25 und besonders bevorzugt 12 bis
22 sein. In den Formeln I und II kann m eine ganze Zahl
von 3 bis 70, vorzugsweise 5 bis 55 und besonders
bevorzugt 7 bis 30 bedeuten. Das Molekulargewicht der
erfindungsgemäß zu verwendenden Tenside kann 300 bis
4.000, besonders bevorzugt 450 bis 3.000 betragen.
Die erfindungsgemäß eingesetzten nichtionischen Tenside
weisen vorzugsweise einen HLB-Wert von kleiner als 15
auf, besonders bevorzugt von etwa 8 bis 14,5,
insbesondere bis 13,5. Mit Tensiden, die HLB-Werte von 15
oder mehr aufweisen, werden die erfindungsgemäß
erwünschten Wirkungen nicht erzielt. Selbiges gilt für
den Einsatz anionischer Tenside, auch im Gemisch mit
nichtionischen Tensiden mit HLB-Werten von 15 und mehr.
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Tenside können als
wäßriges Gemisch auf die Papierbahn aufgebracht werden.
Die Konzentration der Tenside kann 0,1 bis 20 Gew.%,
vorzugsweise 0,2 bis 10 Gew.% und besonders bevorzugt 0,5
bis 6 Gew.%, jeweils bezogen auf die Masse des wäßrigen
Tensidgemischs, betragen. Das Gemisch aus Wasser und
Tensid kann weitere Additive enthalten. Das Tensid kann
aber auch im Gemisch mit einem mit Wasser mischbaren
organischen Lösungsmittel wie Ethanol oder Isopropanol
aufgetragen werden.
Die erfindungsgemäß einzusetzenden Tenside werden aber
nicht im Gemisch mit Dicarbonsäuredialkylestern und/oder
Fettsäurepolyol-, Mono, -Di-, Tri- und/oder höheren
Polyestern und/oder ein und/oder mehrfach ungesättigten
Fettsäuren verwendet. Darüber hinaus werden sie
erfindungsgemäß nicht im Gemisch mit einem Imprägnierharz
eingesetzt.
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Tenside können auf
die Papierbahn in einer Menge von 0,05 bis 5,0 g/m2,
vorzugsweise 0,1 bis 3,0 g/m2, besonders bevorzugt 0,2
bis 1,0 g/m2 aufgetragen werden und in diesen Mengen auf
dem Rohpapier enthalten sein.
Überraschend wurde festgestellt, daß die erfindungsgemäß
behandelten Oberflächen eine hohe Glätte, ein
ausgezeichnet homogenes Erscheinungsbild und die
gewünschte Aufnahmefähigkeit für das Imprägnierharz
aufweisen. Darüber hinaus lassen mikroskopische Aufnahmen
eine intensivere Farbe der einzelnen Druckpunkte
erkennen.
Die erfindungsgemäß zu behandelnden Rohpapiere können
vorzugsweise solche sein, die weder eine Masseleimung
noch eine Oberflächenleimung erfahren haben. Es handelt
sich insbesondere um Papiere, die keinen Pigmentstrich
aufweisen. Solche Papier können sogenannte
Dekorrohpapiere sein. Diese bestehen im wesentlichen aus
Zellstoffen, Pigmenten und Füllstoffen und üblichen
Additiven. Übliche Additive können Naßfestmittel,
Retentionsmittel und Fixiermittel sein.
Dekorrohpapiere unterscheiden sich von üblichen Papieren
durch den sehr viel höheren Füllstoffanteil oder
Pigmentgehalt und das Fehlen einer beim Papier üblichen
Masseleimung oder Oberflächenleimung.
Es können auch in der Masse geleimte Papier gemäß dem
erfindungsgemäßen Verfahren behandelt werden. Solche
Papiere sind beispielsweise Papiere, die für
Dekorationszwecke verwendet und durch Tintenstrahl-Druckverfahren
bedruckbar sind. Einseitig glatte Papiere
dieser Art können ein Gewicht von etwa 80 g/m2 aufweisen
und können mit Alkylketen-Leimungsmitteln neutral geleimt
sein. Die Menge des Leimungsmittels kann etwa 0,4 Gew.%,
bezogen auf die Masse des Zellstoffs, betragen. Eine
weiteres erfindungsgemäß zu behandelndes Papier ist ein
sogenanntes Ultra-light-weight-coated(ULWC)-Papier,
welches regelmäßig sauer in der Masse geleimt ist. Auch
Zeitungsdruckpapiere werden als Rohpapiere im Sinne der
Erfindung angesehen und können vorteilhaft nach dem
erfindungsgemäßen Verfahren behandelt werden.
Als Zellstoffe zur Herstellung der Rohpapiere können
Nadelholzzellstoffe (Langfaserzellstoffe) und/oder
Laubholzzellstoffe (Kurzfaserzellstoffe) verwendet
werden. Auch der Einsatz von Baumwollfasern und Gemische
derselben mit den zuvor genannten Zellstoffsorten können
verwendet werden. Besonders bevorzugt wird beispielsweise
eine Mischung aus Nadelholz-/Laubholz-Zellstoffen im
Verhältnis 10:90 bis 90:10 oder beispielsweise Gemische
aus Nadelholz-/Laubholz-Zellstoffen im Verhältnis 30:70
bis 70:30.
Vorzugsweise kann das Zellstoffgemisch einen Anteil an
kationisch modifizierten Zellstoffasern von mindestens 5
Gew.%, bezogen auf das Gewicht des Zellstoffgemischs,
enthalten. Als besonders vorteilhaft hat sich ein Anteil
von 10 bis 50 Gew.%, insbesondere 10 bis 20 Gew.%, des
kationisch modifizierten Zellstoffs im Zellstoffgemisch
erwiesen. Die kationische Modifizierung der
Zellstoffasern kann durch Reaktion der Fasern mit
Epichlorhydrin-Harz und einem tertiären Amin erfolgen
oder durch Reaktion mit quaternären Ammoniumchloriden,
wie Chlorhydroxypropyltrimethyl-Ammoniumchlorid oder
Glycidyltrimethyl-Ammoniumchlorid. Kationisch
modifizierte Zellstoffe sowie deren Herstellung sind
beispielsweise aus DAS PAPIER, Heft 12 (1980) S.575-579
bekannt.
Das erfindungsgemäß zu behandelnde Rohpapier kann einen
hohen Anteil eines Pigments oder eines Füllstoffs
enthalten. Der Anteil des Füllstoffs im Rohpapier kann
bis zu 55 Gew.%, insbesondere 11 bis 50 Gew.% oder 20 bis
45 Gew.%, bezogen auf das Papiergewicht, betragen.
Geeignete Pigmente und Füllstoffe sind beispielsweise
Titandioxid, Talkum, Zinksulfid, Calciumcarbonat, Kaolin
oder deren Gemische.
Die erfindungsgemäßen Dekorrohpapiere können auf einer
Fourdrinier-Papiermaschine oder einer Yankee-Papiermaschine
hergestellt werden. Dazu kann das
Zellstoffgemisch bei einer Stoffdichte von 2 bis 4 Gew.%
bis zu einem Mahlgrad von 10 bis 45°SR gemahlen werden.
In einer Mischbütte werden Füllstoffe, wie Titandioxid
und Talkum, und Naßfestmittel zugesetzt und mit dem
Zellstoffgemisch gut vermischt. Der so erhaltene
Dickstoff kann bis zu einer Stoffdichte von etwa 1 %
verdünnt und soweit erforderlich weitere Hilfsstoffe wie
Retentionsmittel, Entschäumer, Aluminiumsulfat und andere
zuvor genannte Hilfsstoffe zugemischt werden. Dieser
Dünnstoff wird über den Stoffauflauf der Papiermaschine
auf die Siebpartie geführt. Es wird ein Faservlies
gebildet und nach Entwässerung das Rohpapier erhalten,
welches anschließend noch getrocknet wird.
Das Aufbringen der erfindungsgemäß zu verwendenden
Tenside kann durch Aufsprühen, Tränken, Walzenauftrag
oder Aufstreichen (Rakel) erfolgen. Das Tensid kann auch
der Zellstoffsuspension zugesetzt werden.
Zur Herstellung von Dekorpapieren werden die
Dekorrohpapiere mit für diesen Zweck üblichen
Kunstharzdispersionen imprägniert oder getränkt. Für
diesen Zweck übliche Kunstharzdispersionen sind
beispielsweise solche auf der Basis von Polyacryl- oder
Polyacrylmethylestern, Polyvinylacetat, Polyvinylchlorid
oder Kunstharzlösungen auf Basis von Phenol/Formaldehyd-,
Harnstoff/Formaldehyd- oder Melamin/Formaldehyd-Vorkondensaten
oder deren verträgliche Gemische.
Die Imprägnierung mit dem Harz kann auch in der
Leimpresse der Papiermaschine erfolgen. Das
Dekorrohpapier kann derart imprägniert werden, daß das
Papier nicht vollständig durchimprägniert ist. Derartige
Papiere werden auch als Vorimprägnate bezeichnet. Der
Anteil des in das Dekorrohpapier durch Imprägnierung
eingebrachten Harzes beträgt in diesem Fall 25 bis 30
Gew.%, bezogen auf das Gewicht des Papiers.
Nach Trocknung können die getränkten Papiere noch
lackiert und bedruckt werden und anschließend auf ein
Substrat wie eine Holzplatte aufgebracht werden.
Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung
der Erfindung. Angaben in Gewichtsprozent beziehen sich
auf das Gewicht des Zellstoffs, sofern nichts anderes
angegeben ist.
Beispiele
Beispiel 1
Ein Rohpapier wurde hergestellt aus einem
Zellstoffgemisch aus 70 % Eukalyptuszellstoff und 30%
Nadelholzsulfatzellstoff mit 0,6 % Epichlorhydrinharz als
Naßfestmittel, 0,11 % eines Retentionshilfsmittels und
0,03 % eines Entschäumers. Die Mischung wurde mit
Aluminiumsulfat auf einen pH-Wert von 6,5 eingestellt und
der Mischung ein Pigmentgemisch aus 55,8 Gew.%
Titandioxid und 5,2 Gew.% Talkum zugefügt.
Mit einer Fourdrinier-Papiermaschine wurde ein Rohpapier
mit einem Flächengewicht von 80 g/m2 und einem
Aschegehalt von 38 bis 40 Gew.% Asche hergestellt. Proben
dieses Rohpapiers wurden in 3,5%ige wäßrige Lösungen
unterschiedlicher Tenside eingetaucht, auf beiden Seiten
abgerakelt und getrocknet. Die Herstellung der
Tensidlösungen erfolgte durch Vermischen der Tenside mit
warmen Wasser von etwa 60°C.
Die verwendeten Tenside sind
- HO(CH2CH2O)20-Stearat (HLB 12,2) (Tensid 1)
- HO(CH2CH2O)10-Laurylalkohol (HLB 14) (Tensid 2)
- HO(CH2CH2O)4 -Laurylalkohol (HLB 9,7) (Tensid 3)
- HO(CH2CH2O)10-Oleylalkohol (HLB 10) (Tensid 4).
Die Glättung der Proben erfolgte in einer Laborpresse.
Dazu wurden die Proben bei einem Druck von 450 N/cm2 zwei
Minuten lang bei einer Temperatur von 120 °C gepreßt.
Die folgende Tabelle 1 zeigt die Ergebnisse der Prüfungen
der mit Tensid behandelten Proben im Vergleich zu mit
Wasser behandelten Proben. Wasser wurde für die
Vergleichsproben verwendet, da dieses auch auf die
erfindungsgemäß behandelten Proben im Gemisch mit dem
Tensid aufgebracht wird. Die Vergleichsproben
unterscheiden sich daher nur durch das Fehlen der von
Tensid.
Die Bestimmung der Glätte erfolgte gemäß DIN 53 107
(TAPPI sm 48).
Die Bestimmung der Penetrationsgeschwindigkeit erfolgte
durch Auflegen einer Probe auf ein wäßriges Gemisch eines
Melaminharzes. Das Melaminharz ist in einer Konzentration
von 50 Gew.% neben einem Farbstoff wie Methylenblau in
dem wäßrigen Gemisch enthalten. Gemessen wird die Zeit,
die benötigt wird, einen bestimmte Fläche der Probe
anzufärben.
Die mit Tensid behandelten Proben zeigen vor und nach
Glättung in einer Presse höhere Glätte als die
Vergleichsproben, die mit Wasser behandelt worden waren.
Die Ergebnisse der Bestimmung der Penetrationsgeschwindigkeit
der mit Tensid behandelten Papiere weist
auf eine unveränderte Fähigkeit zur Harzaufnahme hin.
In der Tabelle 2 sind die Ergebnisse einer sogenannten
Missing Dot-Analyse (MDA) wiedergegeben, die mit einem
Agfa-Duo-Scanner und der PTS-Domas Software durchgeführt
wurde. Dazu wurden die zu prüfenden Papiere bedruckt, die
bedruckten Flächen gescannt, miteinander dadurch
verglichen, daß überprüft wurde, ob auf allen
Druckstellen die Druckpunkte wiedergegeben sind oder ob
sogenannte Fehlstellen vorliegen. Das Ergebnis wird als
fehlende Druckstellen (Fehlstellen - Missing dots) oder
als Prozentwert der Fehlstellen, bezogen auf untersuchte
Fläche, wiedergegeben.
| Proben | Art der Probe | Missing dots | Glätte |
| | | Anzahl | [%] | [Bekks] |
| A | Ten. (1) 3,5% | 11 | 0,29 | - |
| B | Wasser | 47 | 1,17 | - |
| C | Ten. (1) 0,5% ohne Glättung | 620 | 15,95 | 39 |
| D | Wasser ohne Glättung | 735 | 19,82 | 38 |
Beispiel 2
Auf einer Papiermaschine wurde ein Rohpapier mit einem
Flächengewicht von 70 g/m
2 und einem Aschegehalt von 28
bis 31 Gew.% hergestellt. Zwei Proben wurden mit Tensid 4
in einer Menge von 0,2g/m
2 und zwei weitere Proben als
Vergleich nicht mit einem Tensid behandelt. Das Tensid
wurde mittels Sprühbalken auf die Rohpapierbahn
aufgesprüht. Anschließend wurden die erfindungsgemäßen
Proben und die Vergleichsproben mit jeweils
unterschiedlichen Druckfarben bedruckt, so daß jeweils
eine erfindungsgemäße Probe und eine Vergleichsprobe mit
der gleichen Druckfarbe bedruckt waren. Alle Proben
wurden dann der oben erläuterten Missing Dot-Analyse
unterzogen. Die Ergebnisse sind in der Tabelle 3
wiedergeben.
| Probe | Fehlfläche [%] | Glätte [Bekks] |
| Std.1 | 11,18 | 200 |
| Std.2 | 7,62 | 220 |
| V1 | 6,95 | 220 |
| V2 | 6,41 | 250 |
Die Ergebnisse zeigen, daß die erfindungsgemäß
behandelten Papiere eine geringe Fehlfläche und eine
höhere Glätte aufweisen. Allerdings zeigt sich auch ein
Einfluß der Druckfarbe.