Reaktive Partikel, deren Herstellung und Verwendung in Kits und Zementen
Die vorliegende Erfindung betrifft anorganische bzw. ggf. organisch modifizierte Partikel (lonomerpartikel), die gezielt einer Auslaugung bestimmter Kationen unterworfen werden können und damit für den Einsatz als anorganische Komponente in sogenannten Glasionomerzementen verwendbar sind. Die Erfindung betrifft des weiteren Verfahren zur Herstellung dieser Partikel sowie ihren Einsatz in lonomerzementen.
Unter dem Ausdruck "lonomerpartikel" versteht man im obigen Zusammenhang anorganische Teilchen, die in Verbindung mit einer bevorzugt säurehaltigen Matrix in sehr vielfältiger Weise als Zemente (selbsthärtbar, lichthärtbar usw.) eingesetzt werden können. Damit eine Zementbildungsreaktion überhaupt stattfinden kann, müssen diese Teilchen definiert bzw. gezielt instabil sein, d.h., sie müssen in Verbindung mit Wasser in Gegenwart des Partners, mit dem sie sich verbinden sollen, Metallionen abgeben, die zu einer Härtungsreaktion in der Partnersubstanz führen.
Klassische Glasionomerzemente mit rein anorganischer Härtung, lichthärtende Glasionomerzemente (mit zusätzlichen organischen polymerisierbaren Komponenten) und sogenannte Kompomere (der Begriff leitet sich aus der Zusammenziehung der Ausdrücke Komposit und lonomer ab und soll solche Zemente benennen, in denen die Carboxylgruppe an demselben Molekül gebunden eingesetzt wird, das auch eine vernetzbare Doppelbindung trägt, siehe z.B. "Glasionomers, The next Generation", Proc. of the 2nd Int. Symp. on Glass lonomers, 1994, S. 13 ff.) werden häufig als Füllmaterial insbesondere in der Zahnmedizin eingesetzt. Als Partner für die Härtung (Zementbildung) dienen dabei meist die genannten Polyalkensäuren. Vorteile dieser Materialien sind: kaum oder keine Schrumpfung bis hin zu einer durch die lonomerreaktion als Folge der Wasseraufnahme bedingten Expansion, unproblematischer Einbau von Fluoriden und Phosphaten, guter Verbund mit dem Zahngewebe (oder auch zu anderen Körpergeweben wie Knochen), bedingt durch die Säuregruppen in der Matrix, einfache Applikation. Der Grundaufbau der üblicherweise glasartigen lonomere besteht meist aus dem ternären System Siliciumdioxid- Aluminiumoxid-Calciumoxid. Durch Zusammenschmelzen dieser Komponenten erhält man Partikel, die in Gegenwart von z.B. Polyalkensäuren eine zweistufige Reaktion eingehen. Dabei werden durch die Attacke von Protonen der Polyalkensäuren zuerst Calciumionen aus dem Glasverbund herausgelöst, die in einer instabilen Phase oder sogenannten primären Härtung von den Carboxylatgruppen der Polyalkensäuren komplexiert werden. Die sekundäre Härtung führt sodann zu einer stabilen Phase, in
der nun auch Aluminium-Kationen aus dem Glas-Ionomer herauswandern. Unter Hydratation der Polysalze entstehen dabei Aluminium-Polyalkenoate.
Nachteile der Glasionomerzemente sind die noch zu geringe Festigkeit, der hohe Abrieb und die zu geringe Röntgenabsorption, die sich alle auf die bisher verwendeten, klassisch gemahlenen Glasionomerpartikel zurückführen lassen.
Die bekannten lonomerpartikel können u.a. durch Zusammenschmelzen der jeweiligen Ausgangsverbindungen (hauptsächlich von Oxiden) gewonnen werden. Der Mahlprozeß, dem das zusammengeschmolzene Glas-Ionomer unterworfen wird, um die erwünschten Partikel zu erhalten, fördert allerdings das Entstehen scharfkantiger, unrunder Teilchen. Dadurch ist die resultierende Abriebfestigkeit des lonomerzustandes ungenügend. Die gebildeten Teilchen sind heterodispers und relativ groß und müssen deshalb in der Regel einem aufwendigen Klassifizierungsprozeß unterworfen werden, um in einer auch nur einigermaßen akzeptablen Größenverteilung gewonnen werden zu können. Neben hohem Arbeitsaufwand bedeutet dies einen hohen Substanzverlust und damit extrem schlechte Ausbeuten Die Aluminium-Silikat-Matrix ist infolge des Zusammenschmelzens häufig nicht homogen. So erfolgt z.B. die Einlagerung von Fluoriden in Form von calciumfluoridreichen Tröpfchen.
Auch andere Zemente für dentale Zwecke, die durch Mahlen, Schmelzen und/oder Sintern gewonnen werden, besitzen Nachteile. So offenbart die WO 00/071082 die Verwendung einer Zusammensetzung aus dem Baubereich mit der strikt einzuhaltenden Formel 3CaO SiO2 als keramischen Werkstoff in der Medizin. Dieser Werkstoff ist auch unter der Bezeichnung Portlandzement bekannt. Unter der
Voraussetzung spezifischer Korngrößen und Korngrößenverteilungen, die allerdings nur durch ein aufwendiges, unter Schutzgasatmosphäre (Argon) durchzuführendes Verfahren mit mehreren Mahl- und Brenngängen sowie zwischengeschalteten Abschreckschritten und unter Einsatz sehr hoher Temperaturen (bis zu etwa 12500C) erreicht werden können, ist dieses Material gemäß der genannten Druckschrift für spezifische medizinische Zwecke gut geeignet.
Eine weitgehende Verbesserung gegenüber den aus Gläsern oder anderen Materialien gemahlenen und/oder gebrannten Teilchen bieten Glasionomerpartikel, die über nasschemische Routen (z.B. Sol-Gel-Technologien) erhalten wurden. So offenbart die WO 00/05182 auf diesem Wege erzeugte Partikel, die eine sphärische oder annähernd sphärische Form aufweisen. Diese lonomerpartikel sind entweder rein anorganische Partikel; sie können aber auch organisch modifiziert sein.
Die gemäß der genannten WO 00/05182 herstellbaren lonomerpartikel enthalten wie auch die "klassischen" lonomerpartikel mindestens drei kationische Komponenten in ihrem äußeren Bereich, nämlich Siliciumionen, Ionen, die die Gitterplätze des Siliciums unter Entstehen eines negativen Ladungsüberschusses einnehmen können, z.B. Aluminium, und Ionen, ausgewählt unter solchen der Elemente der ersten und zweiten Hauptgruppe sowie sonstigen in zweiwertiger Form auftretenden Elementen, die den negativen Ladungsüberschuss kompensieren können, z.B. Calcium. Dabei hat man festgestellt, dass bei der lonomer-Reaktion neben der primären und der sekundären Härtung wie weiter oben beschrieben auch die äußere Schale der lonomerpartikel durch den Protonenangriff unter Bildung von Orthokieselsäure aufgelöst wird. Diese Orthokieselsäure kondensiert im weiteren Verlauf der Reaktion zu Kieselgel; es resultiert eine Gelschicht.
Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der lonomerzemente sind vor allem vor dem Hintergrund wünschenswert, dass die Bereitstellung von dual-härtenden Glasionomerzementen auf lange Sicht den bereits bestehenden Anwendungen im medizinischen Bereich als z.B. dentales Füllungsmaterial, Knochenzement und Kleber wahrscheinlich zu einem neuen Aufschwung verhelfen könnte. Hierfür werden kostengünstige, auf einfache Weise herstellbare lonomerpartikel benötigt.
Die Erfinder der vorliegenden Erfindung haben nun überraschend gefunden, dass auch solche Partikel als lonomerpartikel in der Glasionomerzementreaktion einsetzbar sind, die nicht mehr als zwei verschiedene, als Salze von Polyalkensäuren schwer lösliche Kationenarten enthalten, sofern sie auf nasschemischem Wege (z.B. der SoI-GeI- Route) hergestellt wurden. Aufgrund der nasschemischen Herstellung besitzen die Teilchen nämlich eine größere und reaktivere Oberfläche als konventionell hergestellte (aus Gläsern oder anderen Oxiden gebrannte und/oder gemahlene) Partikel. Da sie nicht geschmolzen wurden, bieten sie unter Umständen auch eine bessere Verzahnung mit der Polymermatrix. Insbesondere konnten die Erfinder feststellen, dass es einer Netzwerkbasis aus SiO2 in der anorganischen Matrix der Teilchen nicht bedarf, in die, wie im Stand der Technik, die anderen Komponenten eingelagert sind. Das Vorhandensein von Si-O-Anteilen kann sogar die Reaktivität abmildern, was nicht immer erwünscht ist.
Dementsprechend stellt die Erfindung lonomerpartikel mit einem inneren Bereich und einem äußeren Bereich bereit, die dadurch gekennzeichnet sind, dass der äußere
Bereich eine oxidische Matrix mit Kationen aufweist, deren Auswahl den folgenden
Bedingungen gehorcht: es müssen zwei verschiedene Arten von Kationen vorhanden sein die beiden Kationen-Arten müssen aus zwei verschiedenen der nachfolgenden Gruppen (a) bis (e) ausgewählt werden:
(a) Ionen der Elemente der zweiten Hauptgruppe sowie zweiwertige Ionen der Übergangselemente und der Lanthaniden
(b) Ionen der Elemente der dritten Hauptgruppe mit Ausnahme von Bor und gegebenenfalls Aluminium sowie dreiwertige Ionen der Übergangselemente und der Lanthaniden
(c) Ionen der Elemente der vierten Hauptgruppe mit Ausnahme von Kohlenstoff und gegebenenfalls von Silicium sowie vierwertige Ionen der Übergangselemente und der Lanthaniden
(d) Ionen der Elemente der fünften Hauptgruppe, ausgewählt unter Ionen von Antimon und Wismut.
- aus einer dritten der genannten Gruppen dürfen keine weiteren Kationen in der oxidischen Matrix vorhanden sein.
Die oxidische Matrix ist vorzugsweise homogen oder im Wesentlichen homogen.
Ausgeschlossen vom Schutzbereich für die Partikel selbst sollen allerdings solche Partikel sein, deren oxidische Matrix aus Calciumoxid und Siliciumoxid im Molverhältnis von 3:1 besteht oder diese Mischung enthält, zumindest dann, wenn die Partikel ausgehend von Calciumcarbonat und fein dispersem Siliciumdioxid (Silicagel) mit einem Verfahren hergestellt wurden, das die Anwendung von Temperaturen oberhalb von 10000C erforderlich macht. Diese Partikel sind aus der WO 00/71082 bekannt. Ausgeschlossen sind vorzugsweise ferner Partikel aus einer Kombination aus Aluminiumoxid oder Siliciumdioxid mit einem Oxid, ausgewählt unter Oxiden des Lanthans, des Zirkoniums und des Yttriums, gegebenenfalls auch des Zinks, des Tantals, des Zinns, des Ytterbiums, des Bariums und des Strontiums. Einige der genannten Partikel sind in der US-Patentanmeldung 2002/002214 A1 als Füllstoffe für Dentalmaterialien beschrieben. Diese sind allerdings nicht dafür vorgesehen, Bestandteil eines lonomerzements zu sein. Dementsprechend fehlt es in dieser Druckschrift an jeglichem Hinweis darauf, dass solche Teilchen in Gegenwart geeigneter Matrices instabil sein könnten.
Die Erfindung bietet die Möglichkeit, wesentlich einfacher als bisher und unter Einsparung mindestens einer Komponente und damit kostengünstiger und in sehr
großer Variabilität lonomerpartikel bereitzustellen bzw. einzusetzen. Aufgrund der nasschemischen Herstellung, beispielsweise über die Sol-Gel-Route, sind auch die für die Herstellung benötigten Energiekosten gering, da keine hohen Schmelz- oder Sintertemperaturen angewandt werden.
Bei den erfindungsgemäßen lonomerpartikel kann es sich um Partikel mit einer (völlig oder im Wesentlichen) homogenen Matrix aus einem Mischoxid der zwei genannten lonenarten handeln, die ggf. partikuläre Einschlüsse (z.B. Fluoridsalz(e), Phosphat) enthalten und/oder oberflächenmodifiziert sein können. Dann sind der innere und der äußere Bereich der Partikel identisch. Alternativ können die Partikel vom Kern-Schale- Typ sein. In diesem Falle umgibt die Matrix wie voranstehend erwähnt einen Kern, der in seiner Zusammensetzung von derjenigen der Matrix abweicht. Die Zusammensetzung des Kerns ist nicht kritisch, da dieser Teil der Partikel an der lonomerreaktion nicht teilnimmt. Er kann daher beispielsweise zu dem Zwecke gewählt werden, den Teilchen zusätzliche Eigenschaften zu verleihen wie Röntgenopazität oder dgl. Selbstverständlich können auch diese Teilchen in ihrem Matrixbereich partikuläre Einschlüsse enthalten oder auf ihrer Außenseite modifiziert sein, wie zuvor für die homogenen Teilchen beschrieben.
In einer bevorzugten Ausgestaltung enthalten die lonomerpartikel weiterhin Fluoridionen. Fluoridionen fördern bekanntlich die Zahngesundheit durch remineralisierende Effekte (Apatitbildung).
In einer ebenfalls bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung enthalten die lonomerpartikel weiterhin Phosphationen. Neben deren Verfügbarkeit zum Zwecke der Remineralisierung (Bioverträglichkeit) lässt sich über diese Ionen auch die Zementreaktivität in vorteilhafter weise beeinflussen, indem sie neben den standardmäßigen Additiven ein weiteres Instrument zur Einstellung für die hinsichtlich der Applizierbarkeit wesentlichen Zeitbereiche wie Verarbeitungszeit und Abbindezeit darstellen und sich letztendlich auch hinsichtlich der Haftung am Zahn und Knochen vorteilhaft auswirken.
In drei unabhängig voneinander bevorzugten Ausgestaltungen der Erfindung wird die oxidische Matrix der Partikel aus einer Kombination von Elementen der Gruppen (a) und (b), der Gruppen (a) und (c) sowie der Gruppen (b) und (c) gebildet. Unter diesen Kombinationen ist die der Gruppen (a) und (b) besonders bevorzugt. Ganz besonders bevorzugt sind Partikel, die Calciumionen enthalten.
Die einzelnen erfindungsgemäßen Partikel besitzen bevorzugt eine sphärische oder annähernd sphärische Form. Partikelmischungen sollten vorzugsweise eine enge Teilchengrößenverteilung aufweisen. Ihre Größe liegt meist, aber nicht notwendigerweise, im Nano- bis Mikrometerbereich. Die Partikelgröße kann beispielsweise auf zwischen 5 nm und 50 μm eingestellt werden. Bevorzugt ist die Bereitstellung relativ kleiner Teilchen, da diese mehr Oberfläche aufweisen. Hierdurch wird die Reaktivität erhöht und damit die Härtung des Zementes beschleunigt oder verbessert. Ein weiterer Vorteil kleinerer Teilchen ist eine verbesserte Transluzenz des entstandenen Zementes. Beispiele für Teilchengrößen sind z.B. 20 nm bis 20 μm oder 0,5 μm bis 50 μm; die jeweils gewählte Teilchengröße lässt sich dabei in einem engen Verteilungssektor realisieren, der deutlich unter einer Zehnerpotenz liegen kann. Kleinere Teilchen, z.B. im Bereich von 50 nm bis 1 oder 2 μm, sind besonders gut für Zahnfüllungen geeignet. Neben den bereits beschriebenen Vorteilen lässt sich bei kleinen Teilchen auch ein besonders hoher Anteil von lonomer einarbeiten. Um einen ganz besonders hohen Anteil an lonomer im Zement erhalten zu können, wird in einer speziellen Ausgestaltung der Erfindung eine Mischung aus zwei oder drei Partien lonomerteilchen bereitgestellt, die in ihrer jeweils definiert engen Größenverteilung ein solches Größenverhältnis zueinander aufweisen, dass die kleinerer Teilchen in die Lücken einer gedacht dichtesten Kugelpackung der größeren Teilchen passen und die ggf. vorhandenen, noch sehr viel kleineren Teilchen in Lücken der dabei entstehenden Packung hineinpassen. Auch diese Ausgestaltung ist für Zahnfüllungen besonders geeignet, weil ein hoher lonomeranteil im Zement realisiert werden kann und mechanisch anspruchsvolle Dentalzemente möglichst hohe Partikelgehalte enthalten sollen. Die Schüttdichte ist ein Parameter, der Auskunft über das Packungsvermögen der Partikel gibt. Damit kann schon frühzeitig abgeschätzt werden, inwieweit hohe Partikelgehalte erzielbar sind. Neben relativ kleinen sollen jedoch erfindungsgemäß auch größere Teilchen zur Verfügung gestellt werden, sei es als größte Charge einer Größenmischung, wie voranstehend beschrieben, sei es für den Einsatz der Zemente auf anderen medizinischen oder außermedizinischen Feldern (z.B. als Knochensubstanz oder als Kleber).
In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Teilchen auf ihrer Oberfläche funktionalisiert, was die Vermeidung einer Agglomeratbildung fördert.
In einer anderen bevorzugten Ausführungsform sind die Teilchen porös. Poröse
Teilchen (d.h. vorliegend Teilchen mit Poren auf ihrer Außenfläche) besitzen aufgrund der höheren Anzahl von Atomen auf der Außenfläche der Teilchen eine höhere lonenfreisetzung/Auslaugung in Gegenwart von Wasser und damit eine verbesserte
Glasionomerreaktion. Poröse Teilchen haben jedoch auch Nachteile: Sie ergeben einen mechanisch weniger stabilen Zement. Deshalb wird der Grad der Porosität jeweils für den gewünschten Zweck gewählt. Außerdem kann dann eine geringere Porosität gewählt werden, wenn die Teilchen aufgrund der dafür eingesetzten Ionen besonders reaktiv sind, d.h. sich im lonomerzement besonders stark auslaugen lassen.
Die porösen Glasionomerpartikel besitzen vorzugsweise ein Porenvolumen von 0,001 bis 2,0 crrrVg, vorzugsweise 0,01 bis 1 ,5 crrrVg, besonders bevorzugt 0,1 bis 1 ,0 crrrVg. Die Poren entstehen bei der nasschemische Herstellung in Niedrigtemperaturprozessen (SoI-GeI Technologie, Emulsionsverfahren, usw.). Unter den nasschemischen
Reaktionsbedingungen entstehen zunächst Cluster bzw. Primärpartikel der Größe 1 bis 10 nm, die im weiteren Reaktionsverlauf ein Netzwerk (Gel) aufbauen. Je nach den Bedingungen der Nachbehandlung lässt sich das poröse Gelnetzwerk mehr oder weniger verdichten bzw. kompaktieren. Während im Temperaturbereich von unter 5000C stark poröse Systeme resultieren, kommt es bei Temperaturen oberhalb von 8000C in der Regel zur Ausbildung von nahezu unporösen, aber nach wie vor in der Regel amorphen Glasionomerpartikeln. Im Temperaturbereich oberhalb von 1000 °C werden Partikelsysteme erhalten, die einen glasartigen bis keramischen Charakter aufweisen. Durch die Wahl der Temperatur bei der Nachbehandlung lässt sich dementsprechend der Porositätsgrad in gewünschter Weise einstellen, wobei man insbesondere dann, wenn die Temperatur im Bereich zwischen 5000C und 800°C eingestellt wird, Übergangsformen zwischen stark porösen und weniger porösen Teilchen erhält.
Mit Aerosolverfahren können bei hohen Temperaturen Partikel hergestellt werden, die vorzugsweise eine geringe bis keine Porosität mehr aufweisen. Bei Temperaturen zwischen 1 000 und 1 600 °C kommt es zunächst zur Ausbildung von Sinterhälsen bis hin zum „Zusammenfließen" der Einzelkomponenten. Bei diesen Hochtemperaturprozessen verschwinden die Poren fast vollständig, und es werden vorwiegend dichte Partikel hergestellt.
Die Teilchen können Additive in homogener Form oder als partikuläre Einschlüsse in der genannten Matrix enthalten. Diese Zusätze können beispielsweise der Erhöhung der Röntgenabsorptionsfähigkeit oder eine Veränderung der Farbe, der Transparenz oder der Brechzahl dienen.
Beide Partikel-Varianten, die homogenen Mischpartikel wie auch die Partikel vom Kern- Schale-Typ, lassen sich mit Hilfe der Sol-Gel-Technologie oder anderer
nasschemischer Routen wie Emulsions-, Aerosol-, Ink-Jet- oder Stöberverfahren erzeugen. Dabei sind die Partikel vom Kern-Schale-Typ eleganter und kostengünstiger herstellen, da bei ihnen eine in der Dicke recht variable Schale der Mischoxid-Matrix um einen ggf. sehr billigen Kern (z.B. aus Siθ2) angebracht ist. Die Dicke der Schale kann je nach dem COOH-Gehalt der Matrix eingestellt werden. Vorzugsweise beträgt sie mindestens 1-10 nm, stärker bevorzugt mindestens 10-50 nm, so dass im Querschnitt gesehen radial nach außen mindestens etwa 10, vorzugsweise mindestens etwa 50 bis 100 Metallatome M der beiden vorhandenen Sorten auf dem Kern vorhanden sind, die Dicke der Schale also mindestens 10, vorzugsweise mindestens 50-100 mal den Radius einer M-O-Gruppe dick ist. Eine Obergrenze ist nicht einzuhalten, da, wie voranstehend erläutert, nur die äußeren Atomschichten die Chemie der lonomerpartikel bestimmen. Additive wie die oben genannten können dabei im Kern und/oder in der Schale vorhanden sein. Dies eröffnet die Möglichkeit, auch möglicherweise zwei miteinander wenig verträgliche Additive in einer Partikel-Art unterzubringen.
Die Herstellung der sphärischen lonomerpartikel gelingt wie bereits erwähnt insbesondere auf dem Weg über verschiedene nasschemische Verfahren. Dabei wird eine organische Komponenten enthaltende Dispersion gebildet, in der eine kontrollierte Hydrolyse und Kondensation abläuft. Der Ausdruck "Dispersion" wird hier verwendet, obwohl möglicherweise auch echte Lösungen, Suspensionen oder Emulsionen erhalten werden können bzw. in bestimmten Stadien der hydrolytischen Kondensation entstehen können. Auch SoI- und Gelbildungsprozesse sollen von dem Ausdruck mit umfasst sein (z.B. kann die disperse Phase einer Dispersion oder Emulsion gelieren). Er ist daher entsprechend breit zu verstehen. Die Dispersion kann auf verschiedenen Wegen, z.B. über den sog. Stöberprozeß oder eine Sprühtrocknung, in sphärische Partikel überführt werden. Als organische Komponente wird dabei mindestens eine Verbindung eingesetzt, die ausgewählt ist unter organischen Verbindungen der Kationen der unter (a) bis (d) genannten Elemente. Unter dem Ausdruck "organische Verbindung" soll dabei jede "metallorganische" Verbindung verstanden werden, die mindestens einen entweder über Sauerstoff an das Metall gebundenen oder komplexierten organischen Bestandteil oder einen derart an das Metall gebundenen organischen Bestandteil aufweist, dass in Gegenwart von Wasser, wässrigen oder anderen Lösungsmitteln bzw. Dispersionsmitteln (z.B. Alkoholen) eine zumindest teilweise Hydrolyse dieser Verbindung einsetzen kann, die ggf. auch erst unter der Einwirkung von Säure oder Base anspringt, worauf die Verbindung einer kontrollierten Kondensation unterliegt, so daß sich im "Lösungsmittel" Ketten- oder Netzwerk-Kondensate ausbilden, jedoch keine unkontrollierten Fällungsreaktionen eintreten (der Ausdruck "Lösungsmittel" ist dabei natürlich so zu verstehen, dass das Mittel in der Regel keine echte Lösung der
organischen Verbindung(en) bewirken wird, es entsteht meist eine Suspension, eine Dispersion, eine Emulsion, ein SoI oder ein Gel). Beispiele für organische Verbindungen sind z.B. Oxokomplexe, wie Alkoholate oder Carboxylate, aber auch andere geeignete Metallkomplexe oder metallorganische Verbindungen. Je nach Bedarf können auch beide Kationen der späteren sphärischen Partikel in Form der genannten organischen Verbindungen eingesetzt werden.
Wenn ein Kation der Elemente, die unter (a) genannt sind, als organische Komponente eingesetzt werden soll, kommen hierfür nicht nur, aber insbesondere die Carboxylate und Alkoholate in Betracht. Besonders bevorzugt sind Magnesium-, Calcium- und Strontiumacetat und die Alkoholate, z.B. Isopropanolate, dieser Elemente. Weitere Beispiele sind Calciumacetylacetonat oder Calciumoxalat. Wenn stattdessen dieses Kation nicht als organische Komponente eingesetzt werden soll, bietet sich der Einsatz in Form von im gewählten Lösungsmittel löslichen oder unlöslichen, ggf. äußerst feinen Pulvern der entsprechenden anorganischen Verbindungen, z.B. der Oxide, Halogenide (Chloride, Fluoride), Phosphate oder anderer Salze (z.B. Ca(NO3^, MgCl2, SnCl2) an. Weil diese Pulver sich möglicherweise nicht vollständig auflösen und deshalb Cluster, z.B. Oxid-Cluster, mit vorwiegend einer Kationenart verbleiben können, kann die oxidische Matrix ggf. nicht ganz homogen ausfallen. Sie wird deshalb teilweise auch als "im Wesentlichen homogen" bezeichnet. Die Cluster sollten in vorteilhafte Weise einen Durchmesser kleiner 50 nm haben; in der Regel werden sie kleiner 10 nm sein.
Die Metalle, unter denen die Kationen der unter (a) genannten Gruppe ausgewählt werden können, umfassen z.B. Beryllium, Magnesium, Calcium, Strontium und Barium, aber auch Strontium, Zinn oder Zink (letztere in ihrer zweiwertigen Form). Durch die Auswahl der geeigneten Kationen lassen sich dabei spezifische Eigenschaften gezielt erzeugen, beispielsweise Röntgenopazität, Reaktivität, optische Eigenschaften oder dergleichen.
Wenn ein Kation der Elemente, die unter (b) genannt sind, als organische Komponente eingesetzt werden soll, werden hierfür bevorzugt Oxokomplexe eingesetzt. Als Oxokomplexe eignen sich beispielsweise Alkoholate, Diketonate und Carboxylate. Als Beispiele für Alkoholate seien Ethanolat, sekundär- und tertiär-Butylat, z.B. des Aluminiums, genannt. Als Carboxylat sei beispielhaft das der Oxalsäure oder Methacrylsäure genannt. Auch Acetate bzw. Acetylacetonate sowie weitere Komplexe mit Chelatbildnern kommen in Frage. Wenn stattdessen dieses Kation nicht als organische Komponente eingesetzt werden soll, bietet sich der Einsatz in Form von im gewählten Lösungsmittel löslichen oder unlöslichen, ggf. äußerst feinen Pulvern der
entsprechenden anorganischen Verbindungen, z.B. der Oxide, Halogenide (Chloride, Fluoride), Phosphate oder anderer Salze (z.B. AICI3), an. Weitere Beispiele sind Ethylaluminiumdichlorid, Eisen(lll)fluorid, Eisen(lll)citrat, Eisenacetylacetonat.
Bei den unter (b) einsetzbaren Elementen handelt es sich bevorzugt um solche der dritten Hauptgruppe, mit Gallium, Indium und Thallium. Auch dreiwertiges Niob, dreiwertiges Tantal, Scandium, Yttrium und seltene Erden wie Lanthan, Cer, Gadolinium, Ytterbium kommen in Betracht. Durch die Auswahl spezieller Elemente, z.B. sehr schwerer Elemente, lassen sich bestimmte Eigenschaften wie Röntgenopazität erzeugen. Aluminium ist für diese Gruppe nur begrenzt in Betracht zu ziehen. Je nach Wahl der zweiten Komponente und des Porositätsgrades und damit der Reaktivität aluminiumhaltiger Partikel kann nämlich deren lonenfreisetzungsrate so hoch sein, dass nicht in allen Fällen die Unterschreitung eines ausreichenden Sicherheitsabstands zur Toxizitätsgrenze gewährleistet ist.
Beispiele für Ausgangsverbindungen für die Einarbeitung von Kationen der Gruppe (c) sind Titan(IV)butoxid, Zirkoniumbutoxid, Zirkoniumacetat, n-Butylzinntrichlorid, Zinn(IV)acetat, Zinn(IV)sulfat.
Wie bereits oben erwähnt, ist der Einsatz von Silicium als Element der Gruppe (c) weniger günstig, weil dadurch gegebenenfalls eine Reaktivitätsminderung in Kauf genommen werden muss. Wenn jedoch aus bestimmten Erwägungen heraus doch Silicium als Element der Gruppe (c) eingesetzt werden soll, beispielsweise in Kombinination mit einem besonders reaktiven Partner, und dieses Kation als organische Komponente eingesetzt werden soll, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Siliciumionen in die lonomerpartikel einzuarbeiten. So können der Dispersion beispielsweise hydrolysierbare Silane oder Siloxane zugesetzt werden, beispielsweise Alkyl- und/oder Alkoxysilane. In diesem Falle gelangt man zu Partikeln mit einer homogenen silikathaltigen Matrix. Alternativ kann einer Dispersion mit Verbindungen der in Gruppe (a), (b) oder (d) genannten, komplexierten Elemente z.B. eine zweite Dispersion aus Siliciumdioxid-Partikeln mit sehr geringem Durchmesser zugemischt werden. In diesem Falle bildet das Siliciumdioxid clusterartige Strukturen innerhalb des äußeren Bereiches der sich bildenden Partikel, die aufgrund ihres geringen Durchmessers sehr gut mit dem Oxid des anderen Elements vernetzt sind.
Beispiele für Ausgangsverbindungen für die Einarbeitung von Kationen der Gruppe (d) sind Tantal(IV)butoxid, Tantal(V)chlorid, Ammoniumheptafluortantalat(V).
Sollen trotz der oben erwähnten Beschränkungen Partikel aus zwei Kationenarten, ausgewählt unter Silicium, Aluminium und Calcium, erzeugt werden, bieten sich als Ausgangsverbindungen Alkoxysilane, Aluminiumalkoholate und Calciumacylat an. Insbesondere können Aluminiumbutylat mit Calciumacetat oder Aluminiumbutylat oder Calciumacetat, jeweils in Verbindung mit Siliciumdioxid, eingesetzt werden.
Soll die oxidische Matrix der lonomerpartikel Phosphat enthalten, kann dieses in Form von Triethylorthophosphat zugesetzt werden. Ein Fluorid-Einbau kann über Hexafluorkieselsäure oder Ammoniumfluorid erfolgen.
Der oben erwähnten Dispersion können je nach Anwendungsbereich verschiedene weitere Substanzen zugemischt werden. Ein Beispiel ist die Einarbeitung von Zinndioxid-Partikeln in ein die vorgenannten Bestandteile enthaltendes SoI. Damit lassen sich sphärische Partikel mit einem inneren Bereich (Kern) aus Zinndioxid erhalten, die beispielsweise eine gute Röntgenabsorption gewährleisten. Der Kern der lonomerpartikel kann stattdessen auch aus Siliciumdioxid bestehen; hierfür werden Siliciumdioxidpartikel der geeigneten Größe (z.B. mit einem Durchmesser von 30- 100 nm (z.B. für den Dentalbereich) oder von 1 bis 2 μm) mit der Dispersion in Kontakt gebracht, so daß sich diese im äußeren Bereich um den Kern aus Siliciumdioxid legen kann. Die vorgenannten ionomerreaktiven Modifikationen sind nur beispielhaft genannt; es lassen sich alle möglichen Varianten ausführen, solange die lonomerpartikel in ihrem äußeren Bereich die vorgenannten ionomer reaktiven Bestandteile aufweisen.
Die vorerwähnten organisch modifizierten Bestandteile zur Erzeugung der Dispersion können beispielsweise in Wasser eingebracht und ggf. mit Essig oder Eisessig versetzt werden (oder in das bereits angesäuerte Lösungsmittel gegeben werden). Auch basische Lösungsmittel sind möglich. Alternativ können die organisch modifizierten Komponenten beispielsweise in einem nichtwäßrigen Dipersionsmittel, z.B. einem Alkohol, in geeigneter Weise mit einer für die erforderlichen Hydrolyseprozesse ausreichenden Menge an Wasser und ggf. Base oder Säure als Katalysator versetzt werden. Zuvor oder danach können die ggf. mitzuverarbeitenden anorganischen Substanzen eingearbeitet werden, die ggf. zuvor gelöst oder dispergiert werden. In dieser Umgebung setzt jeweils eine hydrolytische Kondensation der organisch modifizierten Bestandteile ein, wobei jedoch anhand der Reaktionsbedingungen darauf zu achten ist, daß Hydroxide oder Oxide nicht unkontrolliert ausfallen. Vielmehr erfolgt die Umwandlung in Ketten und/oder ein Netzwerk, in dem die vorhandenen Wasserstoffbrückenbindungen ausreichen, um ein stabiles Gerüst über den räumlichen Bereich hinweg, aus dem sich die Partikel entwickeln (also eine Dispersion oder
Suspension) oder durch die gesamte Flüssigkeit (unter Bildung eines SoIs oder Gels) zu erhalten.
Aus den vorstehend beschriebenen Bestandteilen entsteht eine Dispersion, die sodann in vorzugsweise sphärische oder annähernd sphärische Partikel überführt werden kann, bzw. aus der solche Partikel abgetrennt werden. Dies kann auf verschiedenen Wegen geschehen, die der Fachmann kennt. Diesbezüglich kann auf die Offenbarung der WO 00/05182 verwiesen werden, in der eine Vielzahl von geeigneten Verfahren mit Literaturangabe genannt sind.
Erfindungsgemäß gelingt es nun beispielsweise mit Hilfe eines auf dem Stöber-Prozeß basierenden Verfahrens, auf verschiedene inerte Partikelkerne (z.B. SiO2-, SnO2- Kerne) eine Siliciumionen enthaltende Schale aufzubringen, die zusätzliche Elemente der Gruppe (a) oder (b), ggf. auch (d) enthält. Als Kerne können beliebig hergestellte monodisperse, kugelförmige Keime eingesetzt werden. U.a. eignen sich kommerziell erhältliche, agglomeratfreie, monodisperse, kugelförmige SiO2-(z.B. Ludox, Fa. DuPont) oder SnO2-Partikel. In Anlehnung an den oben genannten Stöber-Prozeß können auch monodisperse kugelförmige SiO2-Kerne im Größenbereich von 50 bis 2000 nm hergestellt werden, die dann mit einer "Schale" versehen werden.
Zum Aufbringen der Schale können als Ausgangsverbindungen siliciumorganische Verbindungen wie beispielsweise Alkoxysilane in Kombination mit Verbindungen der Gruppe (a) oder (b) (die beiden letzteren in organischer oder anorganischer Form), ggf. stattdessen der Gruppe (d) eingesetzt werden. Die organischen Verbindungen oder ein niedermolekulares Kondensationsprodukt davon werden z.B. zu 1-40 Gew.-% einem Lösungsmittel, vorzugsweise einem Alkohol, hinzugegeben. Diese Lösung wird in der Weise zur Mutter-Dispersion der Kerne hinzutitriert, dass im Verlauf des Wachstumsprozesses der Partikel eine Übersättigungskonzentration, die zur Neubildung von Teilchen führen würde, nicht erreicht wird. Da nach diesem Verfahren die organischen Verbindungen hydrolysiert werden sollen, wird Wasser in einer Konzentration zugegeben, die an die Konzentration der Edukte angepaßt ist. Da die Hydrolyse-/Kondensationsreaktionen unter neutralen Bedingungen sehr langsam ablaufen, ist ein saures bzw. alkalisches Milieu bevorzugt. Ein pH von 8-9 ist zum gleichmäßigen Wachstum der Partikel von Vorteil und liefert nahezu ideal kugelförmige, monodisperse lonomerpartikel. Diese zeichnen sich durch eine überraschend schnelle lonomerreaktion aus.
Eine in situ-Oberflächenmodifizierung gelingt u.a. durch Zugabe eines Silans, z.B. von Aminopropyltriethoxysilan oder Methacryloxypropyltrimethylsilan, in Form einer 1 - 100 gew.-%igen Lösung zur Dispersion. Als Lösungsmittel wird vorzugsweise das gleiche Lösungsmittel der Mutter-Dispersion verwendet, beispielsweise Ethanol. Ebenfalls möglich ist eine nachträgliche Obeflächenmodifizierung der getrockneten Partikel. Dazu wird das Partikelpulver zu ca. 10 Gew.-% in einem organischen Lösungsmittel, z.B. Toluol, suspendiert, mit der zur monomolekularen Belegung notwendigen Menge an Silan versetzt, ggf. ein Katalysator hinzugefügt und ggf. unter Rückfluß gekocht.
Weiterhin wurde gefunden, daß sich auch Emulsionsverfahren sehr gut zur Herstellung der oben beschriebenen lonomerpartikel eignen. Verwendbar sind das O/W- sowie das W/O-Verfahren. Vorzugsweise wird das W/O-Verfahren eingesetzt (s. z.B. EP 0363927). Der Anteil der wäßrigen Phase liegt bevorzugt bei ca. 15 bis 45 Vol.-%, der des Emulgators bevorzugt bei ca. 1 bis 20 Gew.-%. In den Wassertröpfchen findet im Verlauf des Emulsionsverfahrens eine Ausfällung oder Gelbildung statt, die vorzugsweise durch eine basische pH-Wert-Verschiebung eingeleitet wird. Als Ausgangsverbindungen eignen sich Salze und organische Komplexe der bereits oben beschriebenen Elemente, bevorzugt Nitrate, Alkoholate und Acetate, sowie bereits daraus hergestellte Dispersionen ohne Einschränkung. Die erhaltenen lonomerpartikel weisen überraschenderweise eine enge Größenverteilung auf, die deutlich unter einer Zehnerpotenz liegen kann.
Die voranstehend beschriebene Flüssigkeit kann stattdessen aber auch einer Aerosolbehandlung, insbesondere einer Sprühtrocknung, unterworfen werden. Beispielsweise können sehr fein disperse SiO2-Partikel oder Siliciumalkoxide mit Alkoholaten oder Carboxylaten der Kationen der Gruppen a) oder b) in wäßriger Lösung mit pH < 7 vermischt werden. Mit Hilfe geeigneter Düsen werden Tröpfchen versprüht, die kugelförmige Gestalt aufweisen. Diese können ggf. getrocknet werden, beispielsweise bei etwa 2500C, bis die flüchtigen organischen Bestandteile entfernt sind.
Allen Verfahren ist gemeinsam, dass die erhaltenen Partikel nach Entfernen des Lösungsmittels oder nach Abtrennen aus dem Lösungsmittel auf Wunsch einer Pyrolyse und Sinterung unterworfen werden können, sofern noch organische
Bestandteile vorhanden sind (beispielsweise bei 400° bis 6000C). Hierdurch entstehen kohlenwasserstofffreie lonomerpartikel. Durch dosiertes Einsetzen höherer Temperaturen ab etwa 5000C bis in den Bereich von etwa 8000C hinein lässt sich der
Porositätsgrad der Partikel gezielt verringern. Temperaturen über ca. 10000C sind häufig nicht wünschenswert, da die Einzelpartikel irreversibel zu einem Aggregat zusammenschmelzen.
Je nach den eingesetzten Ausgangsverbindungen werden bei dem vorgenannten
Verfahren lonomerpartikel unterschiedlicher Struktur gebildet. Die Partikel können einen durchgehend homogenen Bereich aus Calciumsilikaten, Strontiumsilikaten, Aluminiumsilikaten oder dergleichen aufweisen. Die lonomerpartikel können ausschließlich aus diesen Strukturen bestehen oder aber einen diskreten inneren Bereich aufweisen, der eine andere Zusammensetzung besitzt, beispielsweise Siliciumdioxid, Zinndioxid, eine Mischung aus beidem, Aluminiumsilikat oder dergleichen. In einer spezifischen Ausgestaltung bestehen die sphärischen lonomerpartikel aus einem inneren Bereich und mehreren äußeren, vorzugsweise schalenförmigen Bereichen. Diese können beispielsweise dadurch hergestellt werden, daß Siliciumdioxid-Partikel geeigneter Größe mit einem ersten Gel oder SoI umhüllt, getrocknet und ggf. pyrolysiert werden, worauf die entstandenen Partikel mit einem zweiten Gel oder SoI anderer Zusammensetzung umhüllt, wiederum getrocknet und ggf. pyrolysiert werden. Mindestens das äußerste Gel oder SoI muß dabei eine Zusammensetzung wie voranstehend beschrieben aufweisen. Obwohl dies im allgemeinen nicht notwendig sein wird, lassen sich die erfindungsgemäßen sphärischen lonomerpartikel auch in üblicher Weise silanisieren oder anderweitig oberflächenmodifizieren.
Werden die erfindungsgemäßen lonomere in Matrixsysteme, bevorzugt in säurehaltige Matrixsysteme eingearbeitet, resultieren nach der oben beschriebenen zweistufigen Härtung zementartige Werkstoffe, z.B. Komposite, Zemente, Kompomere. Deren Eigenschaften lassen sich, wie beschrieben, durch Einsatz entsprechender Ausgangssubstanzen gezielt einstellen, z.B. durch Zusatz röntgenopaker Bestandteile oder durch Reaktionsbedingungen (z.B. Konzentration, Temperatur, pH), mit denen sich der Durchmesser der Teilchen variieren läßt. Diese Werkstoffe sind insbesondere im zahnärztlichen Bereich (z.B. als Füllungsmaterial) und im Medizinsektor (z.B. als Knochenzement) einsetzbar. Weiterhin sind Materialien mit unterschiedlicher Transparenz, Farbe, unterschiedlichem Brechungsindex einstellbar.
Die erfindungsgemäßen lonomerpartikel können in eine Vielzahl verschiedener organischer oder teilorganischer Matrices eingearbeitet werden, mit denen sie eine Glasionomerreaktion (Zementbildung) eingehen. Glasionomerzemente werden durch die Reaktion von anorganischen Glasionomerpartikeln mit einem säurehaltigen
Matrixsystem in Anwesenheit von Wasser gebildet. Das säurehaltige Matrixsystem kann organischer Natur sein und ist dann in der Regel ein carboxylgruppenhaltiges Polymermatrixsystem, z.B. ein solches aus einer (oder mehreren) Polyalkensäure(n). Das Matrixsystem kann ein Homopolymer oder ein Copolymer aus ungesättigten Mono-, Di-, oder höheren Polycarbonsäuren (z. B. Mono-, Di- oder Tricarbonsäuren) oder deren Anhydriden oder Mischungen hiervon sein. Dem säurehaltigen Matrixsystem können Hydroxycarbonsäuren wie z.B. Citronensäure oder Weinsäure zugegeben werden.
Als ausgewählte Beispiele seien hier Polyacrylsäure, Polyitaconsäure und
Polymaleinsäure genannt. Aber auch andere Säuren wie Polyphosphonsäuren aus z. B. Vinylphosphonsäure, Allylphosphonsäure, Vinylbenzylphosphonsäure, usw. oder Polyphosphon- und Polyphosphorsäureester sind als Matrix prinzipiell geeignet. Das Matrixsystem kann auch ein säurehaltiges anorganisch-organisches Hybridpolymer, z.B. ein carboxylgruppenhaltiges Hybridpolymer wie z.B. ein solches, das in der
DE 44 16 857C1 offenbart ist, oder ein phosphonsäurehaltiges Hybridpolymer, wie es beispielsweise in der DE 101 32 654A1 offenbart ist, sein oder enthalten. Solche Hybridpolymere sind unter der Bezeichnung ORMOCERe, Marke der Fraunhofer- Gesellschaft, München, bekannt. Alternativ oder zusätzlich kann das Matrixsystem auch polymerisierbare Monomere enthalten, die über eine Härtungsreaktion (z.B. UV-, licht-, redox-induziert) in ein Polymersystem überführt werden können. In einer besonderen Ausführungsform ist der Anteil dieser Monomere sehr hoch (bis 100 %), so dass die Glasionomerreaktion durch die Monomere und die Polymerisationsbedingungen beeinflusst wird. Aber auch andere, bevorzugt saure Matrixsysteme sind möglich, z.B. solche mit Polyphosphonsäuren wie Poly(vinylphosphonsäure), Systeme die zusätzlich lichthärtbare Bestandteile enthalten oder Matrices, die mit lonomerpartikeln die oben beschriebenen Kompomere bilden können.
Gut geeignete säurehaltige Matrixsysteme für die Glasionomerpartikel der vorliegenden Erfindung haben bevorzugte Molekulargewichte, die z.B. für Polyacrylsäure bei 2 000 bis 200 000, besonders bevorzugt bei 10 000 bis 100 000 liegen. Für andere Polysäuren errechnen sich die Molekulargewichte ggf. entsprechend. Bei zu großem Molekulargewicht kann es zu einer Gelbildung kommen, die die weitere Glasionomerreaktion zwischen den Partikeln und der säurehaltigen Matrix verhindert und die Druckfestigkeit des Zements beeinträchtigt.
Das Mischungsverhältnis (Massenverhältnis) von Säure zu Partikeln liegt in günstiger Weise bei 0,001 : 1 bis 10 : 1 und bevorzugt zwischen 1 : 5 und 5 : 1 . Wenn letztere
Verhältnisse über- bzw. unterschritten werden, können in manchen Fällen überschüssige Anteile an Säure oder Base im Zement entstehen, die sich beispielsweise im Hinblick auf die gewünschte Biokompatibilität oder das Dentinadsorptionsvermögen negativ auswirken können.
Als Matrixsysteme, mit denen die erfindungsgemäßen lonomerpartikel zu Zementen verarbeitet werden können, eignen sich die bereits oben ausführlich erwähnten sauren Systeme Diese können in wässriger Phase oder gefriergetrocknet bereitgestellt werden; in letzterem Zustand muß beim Anmischen mit den lonomeren natürlich Wasser zugesetzt werden.
Die Glasionomerreaktion findet in einem Überschuß des Reaktionsmediums Wasser statt. Das Mischungsverhältnis von Wasser zu Glasionomerpartikel und säurehaltiger Matrix liegt dabei vorzugsweise bei 0,01 bis 100, besonders bevorzugt bei 0,1 bis 10. Obwohl der konkrete Wassergehalt in manchen Fällen kritisch sein kann, sind genaue Grenzen kaum angebbar, da sie stark von der Zusammensetzung, Partikelgröße, Porosität und spezifischen Oberfläche der Glasionomerpartikel abhängen. Bei zu geringen Wassergehalten kommt es zu einer zu geringen Freisetzung von Ionen, die keine ausreichende Applikation und keine ausreichenden mechanischen Eigenschaften wie Druckfestigkeiten mehr ermöglicht. Aber auch zu hohe Wassergehalte können kritisch sein, da es dann aufgrund zu hoher lonenfreisetzungen zur Ausbildung von lockeren Gelnetzwerken kommen könnte. Gele sind, wie voranstehend erwähnt, vor allem aufgrund ihrer schlechten mechanischen Eigenschaften unerwünscht.
Die Reaktion zwischen den Partikel und der säurehaltigen Matrix wird vorzugsweise im normalen Reaktor oder in einem kleinen Schüttelgerät (z. B. VOCO Mix 10) durchgeführt. Eine Umsetzung im Autoklaven ist möglich. Temperaturen von Raumtemperatur bis 80 0C sind geeignet, vorzugsweise wird 20 bis 40 0C ausgewählt.
Wenn die Reaktionszeiten relativ lang sind, können Beschleuniger zum Einsatz kommen. Vorzugsweise sind dies Komplexierungsmittel, beispielsweise Zitronensäure oder Weinsäure bis zu Gehalten von 15 Gew.-%, bevorzugt bis zu ca. 5 Gew.-%. Andere Additive wie Stabilisatoren, Detergenzien, Dispergierhilfen, Pigmente, usw. sind möglich. Weiterhin können andere Füllstoffe, d.h. inaktive und aktive Füllstoffe den reaktiven Glasionomerpartikeln zugesetzt werden. Dies ist immer dann sinnvoll, wenn eine zu hohe Porosität des Zementes zur Erzielung guter mechanischer Eigenschaften kompensiert werden soll.
Um eine genauere Auskunft über die aus den jeweiligen Glasionomerpartikeln freigesetzten Ionen und damit über die für die Glasionomerreaktion mit der jeweiligen säurehaltige Matrix zur Verfügung stehenden Ionen zu erhalten, muss die lonenfreisetzung bestimmt werden. Derartige Untersuchungen werden in Wasser bei konstanten Temperaturen und pH-Wert (z. B. 6,5 und 3,2) über einen Zeitraum von 24 h durchgeführt. Die nach definierten Zeitabständen genommenen Proben werden dann mit Hilfe der Atomabsorptionsspektroskopie oder der ICP-Analyse quantitativ ausgewertet. Als sehr günstige Werte für die vorliegende Erfindung haben sich lonenfreisetzungen nach 24 h von 0,01 mg/l bis 500 mg/l (Angaben als Metalloxide) erwiesen. Als besonders geeignet haben sich Freisetzungen von vorzugsweise 1 bis 100 mg/l und ganz besonders bevorzugt von 10 bis 50 mg/l erwiesen. Es sind aber auch lonomerzemente brauchbar, deren lonenfreisetzungswerte außerhalb des breiteren vorgenannten Bereichs liegen.
Es ist festzustellen, dass die lonenfreisetzung nicht nur von der Zusammensetzung und der Temperaturbehandlung der lonomerpartikel abhängt, sonderen auch sehr stark von deren spezifischer Oberfläche; sie ist zu dieser direkt proportional. Dementsprechend weisen stark poröse Partikel generell hohe Freisetzungen und kompakte Partikel grundsätzlich geringe Freisetzungen auf.
Nach der Härtung solcher Systeme erhält man neuartige Werkstoffe (Komposite, Zemente, Kompomere), die bei simplerer Zusammensetzung und einfacherer sowie billigerer Herstellung im Vergleich zu bekannten Systemen ähnliche bis deutlich verbesserte Eigenschaften (Röntgenabsoprtion, Mechanik usw.) aufweisen.
Zur Realisierung von ggf. gewünschten hohen Röntgenopazitäten werden aus Gründen der Biokompatibität vor allem bariumarme oder -freie Zusammensetzungen bevorzugt. Diese können andere schwere Elemente wie vorzugsweise Sr, Y, Sn und die Lanthanoide bzw. besonders bevorzugt Zr, Nb oder Ta enthalten.
Die erfindungsgemäßen Partikel können als ausschließlicher Füller oder Kombinationsfüller für Dentalzemente, Dentalkomposite, Haftvermittler (Bonding), Zahnpasta, dentale Primer, Bonding Primer, adhäsive Dentalzemente, selbsthärtende Komposite, selbstätzende Komposite, Fissurenversiegler, Zahnlacke, Abrasionsfüller, temporäre Abdichtmaterialien, Wurzelfüllungsmaterialien, Mundspüllösungen und dergleichen eingesetzt werden.
Es folgen die Beispiele:
Beispiel 1 (SiO2/AI2O3-Partikel, Gewichtsverhältnis: 75/25) 7,9 g Aluminium-sec.-butylat wurden bei RT unter Rühren mit 30 ml Wasser und Eisessig versetzt. Die resultierende Al-haltige Lösung wurde zu einer Dispersion getropft, die durch Verdünnung von 12,3 g eines kommerziellen SIO2-SoIs (Kieselsol Ludox AS40, Fa. DuPont) mit 75 g Wasser und 2 ml Eisessig erhalten wurde. Nach der Sprühtrocknung bei etwa 250 0C wurde ein weißes Pulver erhalten, das gemäß REM- Aufnahmen aus annähernd kugelförmigen Partikeln besteht. Messungen mittels Röntgenfluoreszenz (RFA) bestätigen ein SiO2/AI2O3-Verhältnis, das dem Eduktverhältnis gleicht. Eine Temperaturbehandlung durch ein kontinuierliches Aufheizen im Muffelofen bis auf 800 0C folgte.
Zum Nachweis der Zementbildung und somit der Funktionsfähigkeit der synthetisierten reaktiven Partikel wurden diese mit einer in Wasser gelösten kommerziellen Polycarbonsäure (Polyacrylsäure, MW 60 000) oder einem Carbonsäure-haltigen Hybridpolymer (ORMOCER®)-Harz vermischt. Es trat eine Härtung der Mischung über eine lonomerreaktion ein, die mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie der sich bildenden COO- AlBindungen anhand von asymmetrischen Schwingungen bei ca. 1593 cm"1 nachgewiesen wurde.
Beispiel 2 (SiO2/CaO-Partikel, Gewichtsverhältnis: 75/25)
4,7 g Calciumacetat wurden bei RT unter Rühren mit 20 ml Wasser und 1 ml Eisessig versetzt. Die resultierende Ca-haltige Lösung wurde zu einer Dispersion getropft, die durch eine Verdünnung von 12,3 g eines kommerziellen SiO2-SoIs (Kieselsol Ludox AS40, Fa. Grace Davison) mit 75 g Wasser und 2 ml Eisessig erhalten wurde. Nach der Sprühtrocknung bei etwa 250 0C wurde ein weißes Pulver erhalten, das gemäß REM- Aufnahmen aus annähernd kugelförmigen Partikeln besteht. RFA-Messungen bestätigen ein SiO2/CaO-Verhältnis, das dem Eduktverhältnis gleicht. Eine
Temperaturbehandlung durch ein kontinuierliches Aufheizen im Muffelofen bis auf 800 0C folgte.
Zum Nachweis der Zementbildung und somit der Funktionsfähigkeit der synthetisierten reaktiven Partikel wurden diese mit einer in Wasser gelösten kommerziellen
Polycarbonsäure (Polyacrylsäure, MW 60 000) oder einem Carbonsäure-haltigen Hybridpolymer (ORMOCER®)-Harz vermischt. Es trat eine Härtung der Mischung über eine lonomerreaktion ein, die mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie der sich bildenden COO- Ca Bindungen anhand von asymmetrischen Schwingungen bei ca. 1555 cm"1 nachgewiesen wurde.
Beispiel 3 (AI2O3/CaO-Partikel, Gewichtsverhältnis: 50/50) 7,7 g Aluminium-sec.-butylat wurden bei RT unter Rühren mit 30 ml Wasser und Eisessig versetzt. Dazu wurde bei RT unter starkem Rühren eine Lösung aus 4,5 g Calciumacetat unter Rühren mit 20 ml Wasser und 1 ml Eisessig gegeben und anschließend mit 50 g Wasser verdünnt. Nach der Sprühtrocknung bei etwa 250 0C wurde ein weißes Pulver erhalten. RFA-Messungen bestätigen ein AI2O3/CaO- Verhältnis, das dem Eduktverhältnis gleicht. Eine Temperaturbehandlung durch ein kontinuierliches Aufheizen im Muffelofen bis auf 800 0C folgte.
Zum Nachweis der Zementbildung und somit der Funktionsfähigkeit der synthetisierten reaktiven Partikel wurden diese mit einer in Wasser gelösten kommerziellen Polycarbonsäure (Polyacrylsäure, MW 60 000) oder einem Carbonsäure-haltigen Hybridpolymer (ORMOCER®)-Harz vermischt. Es trat eine Härtung der Mischung über eine lonomerreaktion ein, die mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie der sich bildenden COO- Ca bzw. COO-AI-Bindungen anhand von asymmetrischen Schwingungen bei ca. 1556 bzw. 1594 cm"1 nachgewiesen wurde.
Beispiel 4 (AI2O3/SrO-Partikel, Gewichtsverhältnis: 50/50) 8,0 g Aluminium-sec.-butylat wurden bei RT unter Rühren mit 30 ml Wasser und Eisessig versetzt. Dazu wurde bei RT unter starkem Rühren eine Lösung aus 3,3 g Strontiumacetat unter Rühren mit 20 ml Wasser und 1 ml Eisessig gegeben und anschließend mit 50 g Wasser verdünnt. Nach der Sprühtrocknung bei etwa 250 0C wurde ein weißes Pulver erhalten. RFA-Messungen bestätigen ein A^Oß/SrO- Verhältnis, das dem Eduktverhältnis gleicht. Eine Temperaturbehandlung durch ein kontinuierliches Aufheizen im Muffelofen bis auf 800 0C folgte.
Zum Nachweis der Zementbildung und somit der Funktionsfähigkeit der synthetisierten reaktiven Partikel wurden diese mit einer in Wasser gelösten kommerziellen Polycarbonsäure (Polyacrylsäure, MW 60 000) oder einem Carbonsäure-haltigen
Hybridpolymer (ORMOCER®)-Harz vermischt. Es trat eine Härtung der Mischung über eine lonomerreaktion ein, die mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie der sich bildenden COO- Sr bzw. COO-AI-Bindungen anhand von asymmetrischen Schwingungen bei ca. 1556 bzw. 1590 cm"1 nachgewiesen wurde.
Beispiel 5 (SnO2/CaO-Partikel, Gewichtsverhältnis: 75/25)
4,7 g Calciumacetat wurden bei RT unter Rühren mit 20 ml Wasser und 1 ml Eisessig versetzt. Die resultierende Ca-haltige Lösung wurde zu einer Dispersion getropft, die durch eine Verdünnung von 33,3 g eines kommerziellen SnO2-SoIs (15 %ige wässrige Dispersion, Fa. Alfa Aesar) mit 20 g Wasser und 2 ml Eisessig erhalten wurde. Nach der Sprühtrocknung bei etwa 240 0C wurde ein weißes Pulver erhalten, das gemäß REM-Aufnahmen aus annähernd kugelförmigen Partikeln besteht. RFA-Messungen bestätigen ein SiO2/CaO-Verhältnis, das dem Eduktverhältnis gleicht. Eine Temperaturbehandlung durch ein kontinuierliches Aufheizen im Muffelofen bis auf 500 0C folgte. Zwischenzeitlich wurde bei 300 0C über einen Zeitraum von 30 min die Temperatur gehalten. Die resultierenden Partikel wiesen einen mittels Fraunhofer- Beugung gemessenen Durchmesser von 4,7 μm (Volumenverteilung) auf. Die mittels N2-Sorption nach BET bestimmte, spezifische Oberfläche lag bei 121 m2/g.
Zum Nachweis der Zementbildung und somit der Funktionsfähigkeit der synthetisierten reaktiven Partikel wurden diese mit einer in Wasser gelösten kommerziellen Polycarbonsäure (Polyacrylsäure, MW 60 000) oder einem carbonsäurehaltigen Hybridpolymer (ORMOCER®)-Harz vermischt. Es trat eine Härtung der Mischung über eine lonomerreaktion ein, die mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie der sich bildenden COO- Ca Bindungen anhand von asymmetrischen Schwingungen bei ca. 1556 cm"1 nachgewiesen wurde.
Beispiel 6 (SiO2/CaO-Partikel, Gewichtsverhältnis: 75/25, F-haltig) 4,7 g Calciumacetat wurden bei RT unter Rühren mit 20 ml Wasser und 1 ml Eisessig versetzt. Die resultierende Ca-haltige Lösung wurde zu einer Dispersion getropft, die durch eine Verdünnung von 12,3 g eines kommerziellen SiO2-SoIs (Kieselsol Ludox AS40, Fa. Grace Davison) mit 75 g Wasser und 0,5 g Hexafluorokieselsäure erhalten wurde. Nach der Sprühtrocknung bei etwa 250 0C wurde ein weißes Pulver erhalten, das gemäß REM-Aufnahmen aus annähernd kugelförmigen Partikeln besteht. RFA- Messungen bestätigen ein SiO2/CaO-Verhältnis, das dem Eduktverhältnis gleicht. Eine Temperaturbehandlung durch ein kontinuierliches Aufheizen im Muffelofen bis auf 800 0C folgte.
Zum Nachweis der Zementbildung und somit der Funktionsfähigkeit der synthetisierten reaktiven Partikel wurden diese mit einer in Wasser gelösten kommerziellen Polycarbonsäure (Polyacrylsäure, MW 60 000) oder einem Carbonsäure-haltigen Hybridpolymer (ORMOCER®)-Harz vermischt. Es trat eine Härtung der Mischung über eine lonomerreaktion ein, die mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie der sich bildenden COO- Ca Bindungen anhand von asymmetrischen Schwingungen bei ca. 1554 cm"1 nachgewiesen wurde.
Beispiel 7 (SnO2/CaO-Partikel, Gewichtsverhältnis: 75/25)
4,7 g Calciumacetat wurden bei RT unter Rühren mit 20 ml Wasser und 1 ml Eisessig versetzt. Die resultierende Ca-haltige Lösung wurde zu einer Dispersion getropft, die durch eine Verdünnung von 33,3 g eines kommerziellen SnO2-SoIs (15 %ige wässrige Dispersion, Fa. Alfa Aesar) mit 20 g Wasser und 2 ml Eisessig erhalten wurde. Nach der Sprühtrocknung bei etwa 240 0C wurde ein weißes Pulver erhalten, das gemäß REM-Aufnahmen aus annähernd kugelförmigen Partikeln besteht. RFA-Messungen bestätigen ein SiO2/CaO-Verhältnis, das dem Eduktverhältnis gleicht. Eine Temperaturbehandlung erfolgte durch ein kontinuierliches Aufheizen im Muffelofen bis auf 800 0C, das bei 300 0C durch eine Haltezeit ergänzt wurde. Die resultierenden Partikel wiesen einen mittels Fraunhofer-Beugung gemessenen Durchmesser von 4,5 μm (Volumenverteilung) auf. Die mittels N2-Sorption nach BET bestimmte, spezifische Oberfläche lag bei 76 m2/g.
Zum Nachweis der Zementbildung und somit der Funktionsfähigkeit der synthetisierten reaktiven Partikel wurden diese mit einer in Wasser gelösten kommerziellen Polycarbonsäure (Polyacrylsäure, MW 60 000) oder einem Carbonsäure-haltigen Hybridpolymer (ORMOCER®)-Harz vermischt. Es trat eine Härtung der Mischung über eine lonomerreaktion ein, die mit Hilfe der FTIR-Spektroskopie der sich bildenden COO- Ca Bindungen anhand von asymmetrischen Schwingungen bei ca. 1555 cm"1 nachgewiesen wurde.