Verfahren zur Bestimmung von Molekülen oder Molekülteilen in biologischen Proben
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung von Molekülen, Molekülgruppen und/oder Molekülteilen in biologischen Proben, d. h. Proben menschlichen, tierischen, pflanzlichen oder mikrobiellen Ursprungs.
Es ist seit langem üblich, fiuorophor-markierte Antikörper für die histo- und cytochemische Untersuchung von Zellen zu verwenden. Die fluorophor-markierten Antikörper reagieren spezifisch mit Antigenen, die auf der Oberfläche bestimmter Zellen exprimiert werden. Zellen, die derartige Antigene tragen, sind somit über den Antikörper mit dem Fluorophor markiert. Werden die Fluorophore einem adäquaten Anregungslicht ausgesetzt, so werden die Fluorophore zur Emission von Photonen angeregt, die mittels eines Photodetektors gemessen werden kann.
Nach diesem Bindungs-Grundprinzip werden Fluoreszenz-Marker in Ankopplung nicht nur an Antikörper, sondern auch an andere Detektor-Moleküle wie Lektine, Nucleinsäuren, anorganische bzw. organische Moleküle, Sonden und sonstige Liganden verwendet, um biologische Proben zu analysieren. Die folgenden Ausführungen gelten daher sinngemäß nicht nur für Antikörper, sondern auch für analoge Anwendungen mit anderen Detektormolekülen wie Lektine, Nucleinsäuren, anorganische bzw. organische Moleküle bzw. Sonden und sonstige Liganden.
Biologische Zell- und Gewebestrukturen enthalten jedoch bereits genuin eine Vielzahl von Fluorophoren, deren Fluoreszenz die Meßergebnisse nachteilig beeinflussen kann. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Spektrum des Lichtes, das von den genuin vorhandenen Fluorophoren emittiert wird, das Lichtemissionsspektrum der Fluorophore der Markierungssubstanzen, beispielsweise der fluorophor-markierten Antikörper, überlagert.
Die genuine Fluoreszenz von Gewebe- oder Zellproben erweist sich beispielsweise bei der Untersuchung von Hautgewebeproben als besonders nachteilig. Es ist bekannt, daß Kollagen einer der endogenen Hautfluorophore ist (Sandby-Moller J, Thieden E, Philipsen PA, Heydenreich J, Wulf HC: Skin auto-fluorescence as a biological UVR dosimeter. Photodermal Photoimmunol Photomed 2004, 20: 33 - 40). Außerdem tragen Hautbestandteile
wie reduziertes Nikotinamidadenindinucleotidphosphat, Flavine, Elastin und Melanin zu genuinen Hautfluoreszenz bei (Konig K, Rieman I: High-resolution multiphoton tomography of human skin with subcellular spatial resolution and picosecond time resolution. J biomed Opt 2003, 8; 432 - 439.) Es ist ebenso ein Phänomen bekannt, daß - anders als bei normaler Haut - Psoriasis-Plaques rote Autofluoreszenz aufgrund der Protoporphyrin-IX- Akkumulation in der verhornten Schicht zeigen (Bissonnette R, Zeng H, McLean DI, Schreiber WE, Roscoe DL, Lui H: Psoriatic plaque exhibit red autofluorescence that is due to Protoporphyrin IX. J Invest Dermatol 1998, 11 1 : 586 - 591).
Aus dem Stand der Technik sind Bildanalyseverfahren bekannt, mit denen sich die störende Autofluoreszenz weitgehend oder vollständig aus multispektralen Bildern entfernen lassen soll. Bei starker Autofluoreszenz der Proben oder ungünstiger Überlagerung der Autofluoreszenz mit der Fluoreszenz der zugesetzten Marker kann dies jedoch dazu führen, daß wesentliche Signalinformationen verloren gehen.
Aufgrund der genuinen Fluoreszenz von Hautgewebeproben war es somit bisher nicht oder unzureichend möglich, Hautgewebeproben diesbezüglich störungsfrei unter Einsatz von Fluorophoren zu untersuchen.
Aufgabe der Erfindung ist es, die Nachteile nach dem Stand der Technik zu beseitigen. Es soll insbesondere ein Verfahren zur Bestimmung von Molekülen, Molekülgruppen und/oder Molekülteilen in biologischen Proben angegeben werden, das insbesondere für die Untersuchung von Hautgewebe menschlichen oder tierischen Ursprungs sowie Blut- Präparationen geeignet ist.
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindungen ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 18. Nach Maßgabe der Erfindung ist ein Verfahren zur Bestimmung von Molekülen, Molekülgruppen und/oder Molekülteilen in biologischen Proben vorgesehen, umfassend das zumindest einmalige Versetzen der Probe mit zumindest einem lichtemittierenden Marker und das Messen der Lichtemission des Markers, wobei vor der Messung der Lichtemission des Markers die der Probe inhärente Lichtemission mittels Bleichens verringert oder beseitigt
wird. Das Bleichen der Probe sollte vor dem Aufbringen des lichtemittierenden Markers durchgeführt werden.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß mittels eines Bleichschrittes die der Probe inhärente Lichtemission verringert oder beseitigt werden kann. Der Bleichschritt wird vor dem erstmaligen Aufbringen eines lichtemittierenden Markers durchgeführt. Aufgrund der Verringerung oder Beseitigung der inhärenten Lichtemission wird das Lichtspektrum, das nach Aufbringen des Markers von diesem emittiert wird, nicht von Lichtemissionen beeinflußt, die aus anderen Quellen als den Markern stammen. Dabei wurde in den Experimenten, die erfindungsgemäß durchgeführt wurden, überraschenderweise gefunden, dass die Minimierung bzw. Eliminierung von Autofluoreszenz und unspezifischer Fluoreszenz in Zell- und Gewebeproben einschließlich Gewebeschnitte vorteilhafterweise durch wiederholtes sanftes Bleichen ("Soft-Bleaching") erzielt werden kann, und insbesondere bei der Analyse von Haut-Gewebeproben von Nutzen ist; siehe auch die nachfolgenden Beispiele. Daher wird in dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Minimierung von Autofluoreszenz die biologische Probe einem wiederholten Soft-Bleaching, d.h. mit mindestens zwei Bleichschritten unterworfen bevor die Probe erstmals mit einem lichtemittierenden Marker versetzt wird. Ferner hat sich in den erfindungsgemäß durchgeführten Experimenten herausgestellt, dass das Bleichen vorzugsweise mit Licht durchgeführt wird, dessen Wellenlängenbereich die Anregungswellenlänge des bzw. der verwendeten Marker entspricht bzw. umfasst wie die Wellenlänge von 488 nm im Falle von FITC; siehe auch die nachfolgenden Beispiele. Wie in den Beispielen gezeigt, kann durch das erfindungsgemäße Verfahren die Autofluoreszenz und spezifische Fluoreszenz in Zell- und Gewebeproben innerhalb einer relativ kurzen Zeit mittels drei Bleichschritten mit Licht von zwei Wellenlängen erreicht werden, d.h. innerhalb von etwa zwei bis drei Stunden, so dass die Probe grundsätzlich keine inherente Fluoreszenz mehr aufweist, die bei der Anregungswellenlänge des zur Verwendung beabsichtigten lichtemittierenden Markers emittiert, und auf der anderen Seite die Probe insoweit intakt ist, dass sie mit lichtemittierenden Markern analysiert werden kann; siehe auch die Figuren 1 und 2.
Unter dem Begriff "inhärente Lichtemission" wird hier die Emission von Licht durch Bestandteile der Probe verstanden, ohne daß der Probe lichtemittierende Substanzen zugesetzt
worden sind. Die der Probe inhärente Lichtemission umfaßt die Autofluoreszenz sowie die nicht-spezifische Fluoreszenz der Probe, aber auch alle anderen störenden Lichtemissionen wie beispielsweise Fluoreszenzen, die vom Beschichtungsmaterial eines Objektträgers oder von Substanzen, die zur Probenfixierung verwendet wurden, stammen.
Unter dem nachfolgend verwendeten Begriff "inhärente Fluoreszenz" wird hier die Emission von Licht durch Bestandteile der Probe verstanden, ohne daß der Probe fluoreszenzemittierende Substanzen zugesetzt worden sind. Die der Probe inhärente Fluoreszenz umfaßt die Autofluoreszenz sowie nichtspezifische Fluoreszenz der Probe, aber auch alle anderen störenden Lichtemissionen wie beispielsweise Fluoreszenzen, die vom Beschichtungsmaterial eines Objektträgers oder von Substanzen, die zur Probenfixierung verwendet wurden, stammen.
Unter dem Begriff "Bleichen" (auch als "Bleaching" bezeichnet) wird die Zerstörung der Fluorophore verstanden, die in der Probe enthalten sind. Das Zerstören der Fluorophore umfaßt insbesondere das Zerstören der fluorophoren Gruppen von Molekülen der Probe, die die inhärente Lichtemission oder inhärente Fluoreszenz bewirken.
Unter einer biologischen Probe werden hier Proben menschlichen, tierischem, pflanzlichen oder mikrobi eilen Ursprungs verstanden. Der Begriff "mikrobiell", der von dem Ausdruck
"Mikroben" abgeleitet ist, umfaßt das gesamte Spektrum von Mikroorganismen, einschließend von Bakterien, Viren, Pilzen, Ein- und Mehrzellern, Algen, Blaualgen sowie
Prionen (vgl. Pschyrembel, KHn. Wörterbuch, 259. Auflage, de Gruyter Berlin - New York
2002, S. 1063 + 1064): "Mikroben: s. (siehe) Mikroorganismen. - Mikroorganismen: auch Mikroben, Kleinlebewesen; Bakterien, Viren, Protozoen, Pilze (Kleinpilze, sog. Funguli, s.
Fungi)".). Bei der Probe kann es sich beispielsweise um Gewebe oder um Flüssigkeiten, wie
Blut, Lymphe oder Sekrete handeln, sowie daraus hergestellte Präparate handeln.
Beispielsweise können Blut-Präparationen, wie Zellpräparationen von mononukleären Zellen,
Lymphozyten, Monozyten, Granulozyten, Thrombozyten und Erythrozyten aus dem Blut, mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens untersucht werden.
Die Erfindung ermöglicht somit die Untersuchung von Proben, die eine starke Autofluoreszenz aufweisen. Das Verfahren ist somit insbesondere für die Fluoreszenzanalyse von autofluoreszierenden Gewebeproben oder autofluoreszierenden Zellkulturen menschlichen oder tierischen Ursprungs geeignet. Die Fluoreszenzanalyse autofluoreszierender Zellkulturen umfaßt die Fluoreszenzanalyse von adhärenten Zellen als auch von Suspensionszellen. Das erfindungsgemäße Verfahren ist insbesondere für Fluoreszenzanalyse von menschlichen oder tierischen Hautgewebe geeignet.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird nachstehend in Bezug auf die Fluoreszenzanalyse näher erläutert. Dies soll jedoch keine Beschränkung des erfindungsgemäßen Verfahrens auf die hier angegebenen Beispiele der Fluoreszenzanalyse darstellen.
Die inhärente Fluoreszenz einer Probe wird erfindungsgemäß durch das Bleichen der Probe beseitigt oder verringert.
Das Bleichen wird so durchgeführt, daß die Bindungsstellen für die fluorophor-markierten Marker, die nach dem erfindungsgemäßen Bleichen auf die biologische Probe aufgebracht werden, nicht zerstört werden.
Das Bleichen der Probe sollte vor dem Aufbringen des fluorophor-markierten Markers durchgeführt werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Bleichen der Proben durchgeführt, indem die Probe mit Licht bestrahlt wird. Die Wellenlänge des Lichtes wird so gewählt, daß die funktionellen Gruppen von Molekülen der Probe, die deren inhärente Fluoreszenz verursachen, zerstört werden.
Im Fall der Fluoreszenzanalyse ist unter einem lichtemittierenden Marker ein fluorophor- markierter Marker zu verstehen. Fluorophor-markierte Marker umfassen beispielsweise fluorophor-markierte Antikörper, Lektine, Nukleinsäuren, Sonden und andere Bindungsmoleküle. Der fluorophor-markierte Marker kann jede Art von Fluorophor aufweisen, vorzugsweise ist das Fluorophor jedoch aus der Gruppe gewählt, die Fluoreszenz- Nanopartikel (Quantum Dots) und Fluorochrome umfaßt.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Bleichen durchgeführt, bis die Signalstärke der inhärenten Fluoreszenz auf ein vorgegebenes Niveau verringert worden ist. Dazu kann beispielsweise die Probe dem Licht einer bestimmten Wellenlänge für einen vorgegebenen Zeitraum ausgesetzt werden.
Das erfindungsgemäße Bleichen kann mehrmals wiederholt werden. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn nicht bekannt ist, welche Zeitdauer der Lichteinwirkung erforderlich ist, um die Signalstärke der inhärenten Fluoreszenz auf ein vorgegebenes Niveau zu verringern. In diesem Fall ist es bevorzugt, daß mehrere Bleichzyklen durchgeführt werden, wobei jeder Bleichzyklus -das Bleichen der Probe für eine vorgegebene Zeitdauer und - das Messen der Signalstärke der verbliebenen inhärenten Fluoreszenz umfaßt.
Zweckmäßigerweise wird nach Abschluß des Bleichens das Messen der Signalstärke der verbliebenen inhärenten Fluoreszenz durchgeführt.
Das zum Bleichen der Probe verwendete Licht wird vorzugsweise mittels der Anregungslichtquelle eines inversen oder aufrechten Fluoreszenzmikroskops erzeugt. Demnach kann es sich bei der Lichtquelle insbesondere um eine Quecksilberdampflampe, Halogenlampe, Xenonlampe, einen Laser, eine Leuchtdiode jeweils in Ein- oder Mehrzahl oder Kombinationen dieser handeln.
Die Wellenlänge des zum Bleichen verwendeten Lichtes wird in einer Ausführungsform der Erfindung so gewählt, daß sie der Anregungswellenlänge eines Fluorophors gleicht, das als Marker verwendet werden soll. Alternativ kann auch Licht mit einem Wellenlängenbereich gewählt werden, der die Anregungswellenlänge des Fluorophors umfaßt. Durch das Bleichen der biologischen Probe mit Licht, das der Wellenlänge des Fluorophors entspricht oder diese umfaßt, wird erreicht, daß die inhärente Fluoreszenz der Probe, die durch diese Wellenlänge angeregt wird, vernichtet wird. Wird nach dem erfindungsgemäßen Bleichen der fluorophor- markierte Marker auf die Probe aufgebracht, der bei dieser Wellenlänge angeregt wird, so wird die Messung der Fluoreszenz somit nicht mehr durch die inhärente Fluoreszenz der Probe gestört.
Werden zwei oder mehr Marker mit verschiedenen Anregungswellenlängen verwendet, so umfaßt das erfindungsgemäße Bleichen vorzugsweise das Bleichen mit Licht, dessen Wellenlängebereich alle Anregungswellenlängen der verwendeten Marker umfaßt. Selbstverständlich kann das Bleichen auch in n Teilschritten durch Einwirkung von Licht mit der Anregungswellenlänge eines ersten Markers, anschließend durch Einwirkung von Licht mit der Anregungswellenlänge eines i-ten Markers und schließlich durch Einwirkungen von Licht mit der Anregungswelle des n-ten Markers erfolgen.
Die Zeitdauer des Bleichens hängt von der Zeit ab, die benötigt wird, um die inhärente Fluoreszenz der biologischen Probe unter ein vorgegebenes Niveau zu senken. Zweckmäßigerweise sind mehrere Bleichzyklen vorgesehen, wobei die Zeitdauer des einzelnen Bleich-Schrittes bevorzugt zwischen 1 und 60 min, stärker bevorzugt zwischen 5 und 45 min, besonders bevorzugt zwischen 10 und 30 min liegt.
Die Anzahl der Bleichzyklen sollte dabei so gewählt werden, daß die der biologischen Probe inhärente Fluoreszenz, die bei einer vorgegebenen Anregungswellenlänge emittiert, bevorzugt höchstens 10%, stärker bevorzugt höchstens 3%, am stärksten bevorzugt höchstens 0,3% beträgt, jeweils bezogen auf die Fluoreszenzintensität. Dies gilt auch, wenn nur ein Bleichschritt durchgeführt wird.
Zur Bestimmung der inhärenten Fluoreszenz einer Probe sollte vor der Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zunächst Fluoreszenzmessungen durchgeführt werden, um einen Anhaltspunkt für die Anzahl der notwendigen Bleichzyklen und die Dauer eines Bleichschrittes zu ermitteln.
Das Verfahren ist zur Vorbereitung von Proben geeignet, die mittels Luminometrie, Mikroskopie, Fluoreszenzmikroskopie, konfokale Mikroskopie, Multi-Epitope-Ligand- Kartographie (MELK), Durchflußzytometrie oder Fluorescence Activated Cell Sorting (FACS) analysiert werden sollen. Die Multi-Epitope-Ligand-Kartographie (MELK) wird unter anderem in DE 197 09 348 Al und EP 0 810 428 Al beschrieben.
Der hier verwendete Begriff "fluorophor-markierter Marker" ist ein Synonym für den Begriff "fluoreszenz-markierter Marker".
Das erfindungsgemäße Verfahren kann in den praktischen oder theoretischen Disziplinen der Medizin zu diagnostischen Zwecken oder zur Identifizierung neuer pathogenetischer oder therapeutischer Zielstrukturen oder zum Therapie-/Medikamenten-Monitoring eingesetzt werden.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Beispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigen
Fig. Ia eine fluoreszenzmikroskopische Aufnahme von Hautgewebe (63 fache
Vergrößerung);
Fig. Ib eine graphische Darstellung der Veränderung der Autofluoreszenz definierter
Areale der in Fig. Ia gezeigten Probe in Abhängigkeit von der Zahl der Bleichzyklen; und
Fig. 2 fluoreszenzmikroskopische Aufnahmen von Lymphozyten. A) mit PBS inkubierte Zellen vor dem erfindungsgemäßen Bleich-Schritt; B) dieselben Zellen nach dem erfindungsgemäßen Bleich-Schritt. C) Fluoreszenzsignal der nachfolgenden Reaktion mit Fluorophormarkiertem Antikörper.
Die in Fig. Ia gezeigte fluoreszenzmikroskopische Aufnahme einer Hautgewebeprobe wurde vor Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erhalten. Es ist eine starke Autofluoreszenz zu erkennen. Für zwei Bereiche der Aufnahme (in Fig. 1 a eingekreist) ist die Fluoreszenzintensität in Fig. Ib in Abhängigkeit von der Zahl der Bleichzyklen dargestellt. Dabei entspricht in Fig. Ib die gestrichelte Kurve dem in Fig. Ia mittels einer gestrichelten Linien umgrenzten Bereich eines Haarfollikels (Haarbalg) der Epidermis, während die in Fig. Ib gepunktete Linie dem in Fig. Ia mittels einer gepunkteten Linien umgrenzten Bereich der Dermis (= Lederhaut) entspricht. Die Strich-Punkt-Linie in Fig. Ia umgrenzt die Epidermis der Hautgewebeprobe. In Fig. Ib zeigt die Ordinate die Fluoreszenzintensität, während die Abszisse die Anzahl der Bleichzyklen, wobei die dort verwendeten Buchstaben b und f für Bildaufnahme nach dem Bleichen bzw. Bildaufnahme vor dem Bleichen stehen. Zu erkennen
ist, daß die Signalstärke der Autofluoreszenz nach fünf Bleichzyklen deutlich verringert worden ist.
Probenherstellung
Die Probe wurde wie folgt hergestellt: Biopsien des Hautgewebes von Patienten, die an Psoriasis litten, sowie von gesundem Hautgewebe, wurden unter lokaler Betäubung entnommen. Die Biopsien hatten einen Durchmesser von 6 mm. Nach der Entnahme wurden die Biopsien schockgefroren. Von den gefrorenen Biopsien wurden 5 ?m starke Schnitte mittels eines Kryotoms gefertigt. Die Schnitte wurde anschließend 10 min bei Raumtemperatur an der Luft getrocknet, dann bei Raumtemperatur 10 s in Aceton getaucht, erneut getrocknet und schließlich bei -20°C aufbewahrt. Unmittelbar vor Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens wurden die Schnitte 10 min zur Rehydratisierung in PBS, pH 7,4, getaucht.
Bleichen und Fluoreszenzmessungen
Zur Durchführung der Bleichzyklen wurde der zu untersuchende Schnitt (d.h. Haut), der im folgenden als Probe bezeichnet wird, auf einen Objektträger aufgebracht und auf dem Objekttisch eines inversen Weitfeld-Fluoreszenzmikroskops (Leica DM IRE2 mit einer Xenon-Lampe zur Fluoreszenzanregung) aufgebracht, das mit Fluoreszenzfϊltern für Fluoresceinisothiocyanat (FITC) und Phycoerythrin (PE) ausgestattet war. Für die Fluoreszenzmessungen wurde eine CCD-Kamera (Apogee KX4) verwendet.
Die Probe sollte mittels Fluorphor-markierter Antikörper untersucht werden. Als Fluorophore wurden FITC und PE gewählt. Zur Untersuchung der Probe wurde wie folgt vorgegangen:
A. Beseitigen der inhärenten Fluoreszenz der Probe, die bei den Anregungswellenlängen von FITC und PE emittiert wird. Es wurden drei Bleichzyklen ausgeführt.
1.) Messen der inhärenten Fluoreszenz, wobei jeweils ein Bild mit Fluoreszenzfϊltersätzen für FITC und PE aufgenommen wurde. Die Belichtungszeit betrug 5 s (siehe Fig. 2 A für FITC);
2.) a) Bleichen der Probe mit Licht einer Wellenlänge von 488 nm Anregungswellenlänge von FITC) für 15 min; b) Bleichen der Probe mit Licht einer Wellenlänge von 546 nm für 15 min;
3.) Messen der inhärenten Fluoreszenz wie unter 1.); 4.) 10 min Warten;
5.) Messen der inhärenten Fluoreszenz wie unter 1.);
6.) a) Bleichen der Probe mit Licht einer Wellenlänge von 488 nm
(Anregungswellenlänge von FITC) für 15 min; b) Bleichen der Probe mit Licht einer
Wellenlänge von 546 nm für 15 min; 7.) Messen der inhärenten Fluoreszenz wie unter 1.); 8.) 10 min Warten; 9.) Messen der inhärenten Fluoreszenz; 10.) a) Bleichen der Probe mit Licht einer Wellenlänge von 488 nm
(Anregungswellenlänge von FITC) für 15 min; b) Bleichen der Probe mit Licht einer Wellenlänge von 546 nm für 15 min;
11.) Messen der inhärenten Fluoreszenz wie unter 1.).
Das Ergebnis ist in Fig. 2B für FITC gezeigt. Es ist zu erkennen, daß die Probe keine inhärente Fluoreszenz aufweist, die bei einer Anregungswellenlänge von 488 nm emittiert wird.
B. Bestimmen von Molekülen oder Molekülteilen der Probe unter Verwendung von FITC- markierten Antikörpern und PE-markierten Antikörpern.
Die gemäß Abschnitt A. erhaltene Probe wurde in bekannter Weise mit einer FITC-markierte Antikörper enthaltenden Lösung versetzt, inkubiert und die Lösung, die nicht an die Probe gebundene FITC-markierte Antikörper enthielt, entfernt. Anschließend wurde die an Bindungsstellen (Antigenen) auf der Probe gebundenen FITC-markierten Antikörpern bei 488 nm durch Einwirkung von Licht angeregt und die emittierte Fluoreszenzstrahlung gemessen (siehe Fig. 2C für FITC-markierte antiCDδ-Antikörper). Die erhaltene Aufnahme zeigt erstmals das von zugesetztem FITC emittierte Licht ohne Beeinflussung durch die Autofluoreszenz der Probe).
Nach der Messung wurden die über die Antikörper gebundenen FITC-Moleküle gebleicht. Nach dem Bleichen kann die Probe in mehreren Zyklen in der vorstehend beschriebenen Weise mit anderen FITC-markierten Antikörpern versetzt werden, um weitere Antigene auf der Probe zu bestimmen.
Nach dem Zyklus mit FITC-markierten Antikörpern und dem Bleichen der an die Probe gebundenen FITC-Moleküle wurde die Probe mit einer Lösung, die PE-markierte Antikörper enthielt, versetzt, inkubiert und die Lösung, die nicht an die Probe gebundene PE-markierte Antikörper enthielt, entfernt. Anschließend wurden die an Bindungsstellen (Antigenen) auf der Probe gebundenen PE-markierten Antikörper bei 546 nm durch Einwirkung von Licht angeregt und die emittierte Fluoreszenzstrahlung gemessen. Auch hier können mehrere Zyklen mit verschiedenen PE-markierten Antikörpern durchgeführt werden.