SUEG 02 T2
Kombiniertes Mähdreschersieb
Die Erfindung betrifft ein kombiniertes Mähdreschersieb mit Lamellen für den Mähdrusch von Mais zum Trennen des Mais in seine einzelnen Pflanzenbestandteile mittels Luftstrom.
Beim Mähen und Dreschen von Mais werden üblicherweise Mähdrescher eingesetzt, die mittels eines rotierenden Schneidwerkes die Maispflanze knapp oberhalb des Bodens trennt und diese in den Mähdrescher fördert. Im Mähdrescher wird die Maispflanze zum Trennen der einzelnen Pflanzenbestandteile mittels eines Luftstromes über ein Sieb geleitet, um beispielsweise die Maiskörner von dem Rest der Maispflanze zu trennen.
Dabei besteht insbesondere bei der Futtermittelgewinnung aus Maispflanzen die Anforderung, die Maispflanze in ihre Maiskörner, also das Korn sauber von den anderen Pflanzenbestandteilen, wie Spindel, Stiel und Blätter, und in Maiskörner mit Spindelanteil aufzutrennen. Die letztere Fraktion wird beispielsweise für die Fütterung von Mastrindern oder für die Flüssigfütterung in der Schweinepro- duktion eingesetzt. Das sogenannte „Com Crop Mix" (CCM, Maiskorn mit Spindelanteil) wird dazu gemahlen und anschließend in Silagebunkern siliert.
Aus der DE 68 119 28 Ul ist ein Siebgestell für Lamellensiebe mit einer Verstellvorrichtung bekannt, die ein Anstellen der Lamellen, das heißt ein Öffnen und Schließen der Lamellen, ermöglicht.
Von der Firma Claas und der Firma John Deere sind Lamellensiebe bekannt, die entweder starre Lamellen zeigen zwischen denen ein Lochblech ausgebildet ist, oder die wie aus der DE 68 119 28 Ul bekannt, in einem Siebrahmen anstellbare Lamellen vorsehen.
Nachteilig bei den bekannten Lamellensieben ist, dass diese entweder nur zum Abtrennen von Maiskörnern oder zum Abtrennen von Maiskörnern mit Spindelanteil geeignet sind. Darüber hinaus ist bei den bekannten Lamellensieben nachteilig, dass durch die in flacher Bauweise ausgestal- teten Lamellen, bei Anstellung der Lamellen, um diese zu Öffnen, der Luftstrom so an den Lamellen verwirbelt wird, dass ein Ableiten der Pflanzenteile durch das Sieb erschwert ist.
Es stellt sich demnach die Aufgabe, ein Lamellensieb zum Mähdrusch von Mais zur Verfügung zu stellen, das zum einen für das Abtrennen von unterschiedlichen Pflanzenteilen in unterschiedliche Fraktionen einsetzbar ist und das zum anderen so ausgestaltet ist, dass der über das Sieb geleitete Luftstrom so abgelenkt wird, dass die Effizienz des Siebes erhöht werden kann.
Die obige Aufgabe wird durch ein kombiniertes Mähdreschersieb mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 gelöst, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass die Lamellen in unterschiedlichen Größen und abgewinkelt ausgestaltet sind, wobei die Lamellen in ihrer Größe so angelegt sind, dass sowohl Körnermais als auch Maiskörner mit einem Spindelanteil abtrennbar sind.
Erfindungsgemäß ist zunächst erkannt worden, dass sich in einem Siebrahmen unterschiedlich groß ausgestaltete La- mellen anordnen lassen, wodurch die Maispflanze in einem Arbeitsschritt, nämlich durch Überleiten über ein Sieb, sowohl in eine Fraktion, bestehend aus Maiskörnern, und in eine weitere Fraktion, bestehend aus Maiskörnern mit Spindelanteil getrennt werden kann. Darüber hinaus ist erfindungsgemäß erkannt worden, dass bei Verwendung von abgewinkelten Lamellen der über dem Sieb angelegte Luftstrom in der Art begünstigt werden kann, dass der Luftstrom nach unten durch das Sieb geleitet wird, wodurch auch die Pflanzenteile mit dem Luftstrom durch das Sieb geführt werden.
Als besonders bevorzugt haben sich in ausgiebigen Versuchen Lamellen erwiesen, die zur Abtrennung von Maiskörnern einen vorderen Teil mit eine Tiefe von 20mm bis 60mm aufweisen, der in einer bevorzugten Ausführungsform eine Tiefe von 25mm bis 35mm aufweist und in einer ganz bevorzugten Ausführungsform eine Tiefe von 29mm aufweist.
Für die Lamellen zur Abtrennung von Maiskörnern mit Spindelanteil eignen sich besonders Lamellen mit einer Tiefe des vorderen Teils mit 30mm bis 60mm. Diese weisen in einer bevorzugten Ausführungsform eine Tiefe zwischen 50mm bis 60mm auf. In einer ganz besonders bevorzugten Ausführungsform haben diese Lamellen eine Tiefe des vorderen Teils von 56mm.
Das hintere untere Teil der Lamellen weist bevorzugt eine Tiefe von 15mm bis 30mm, in besonders bevorzugter Weise, wobei in Versuchen die bestmöglichen Strömungsverhältnisse erzielt und ein besonders gutes Ableiten der abgetrennten Pflanzenteile erfolgte, hat der hintere/untere Teil der Lamellen eine Tiefe von 20mm bis 25mm, und zwar sowohl für die Lamellen zur Abtrennung von Maiskörnern als auch für die Lamellen zur Abtrennung von Maiskörnern mit Spindelanteil (CCM) .
Als besonders geeignet hat sich eine Aufteilung der quer in Luftströmung und in Reihe übereinander angeordneten Lamellen in einer Aufteilung im Rahmen des Siebes von 1/3 Lamellen zur Trennung von Maiskörnern zu 2/3 Lamellen zur Trennung von Maiskörnern mit Spindelanteil ergeben. Je nachdem in welchen Größenordnungen zueinander die abgetrennten Fraktionen anfallen sollen, sind natürlich auch andere Verteilungsmuster der Anordnung der unterschied- lieh großen Lammellen denkbar.
In bevorzugter Weise sind zur Fraktionierung der Pflanzenteile, die Lamellen quer in Luftstromrichtung angeordnet, so dass die Pflanzenteile mit dem Luftstrom auf die Kante des vorderen Teils der in geöffneter Position ver- schwenkten Lamellen treffen und über den abgewinkelten unteren/hinteren Teil der Lamellen nach unten durch das Sieb geleitet werden.
Zwischen dem vorderen Teil der Lamellen und dessen unteren/hinteren Teil ist bevorzugt in Querrichtung zur Luft- Strömung ein Winkel zwischen 35° und 60° ausgebildet. Versuche haben gezeigt, dass bei einer Abwinkelung von 45° das Umleiten des Luftstromes und die Trennung des Pflanzenmaterials am effizientesten sind, deshalb ist ein Abwinkein des unteren/hinteren Teils zu dem vorderen Teil der Lamelle in einem Winkel von 45° besonders bevorzugt. Bei der Abwinkelung ist zu beachten, dass zwischen dem vorderen Teil und dem unteren/hinteren Teil der Lamelle kein spitzer Winkel entsteht, sondern die Lamelle eine Bogenform aufweist, um die Ableitung des Luftstromes zu begünstigen.
Um ungünstige Verwirbelungen beim Ableiten des Luftstromes durch die Lamellen zu unterbinden, weisen die Lamellen eine glatte Oberfläche auf. Es ist aber auch denkbar, dass die Lamellen wie bei einem Golfball eine Oberfläche mit Vertiefungen aufweisen, die den Luftstrom durch gezielte Verwirbelungen in der gewünschten Weise begünstigen .
Um auch das kombinierte Sieb eventuell nur für die Abtrennung von Maiskörnern zu verwenden, sind in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel Bohrungen in den Lamellen zur Abtrennung von Maiskörnern mit Spindelanteil vorgese- hen. Bei dieser Ausführungsform ist es selbstverständlich denkbar, dass die Lamellen insgesamt nur eine Größe aufweisen, nämlich die Größe zur Abtrennung von Maiskörnern. Dadurch kann das gesamte Sieb zur Abtrennung nur von Maiskörnern verwendet werden, nämlich in der Art, dass die vorderen Lamellen, dass heißt die Lamellen zur Abtrennung von Maiskörnern in ihrer verschwenkten geöffneten Position bleiben und die hinteren Lamellen zur Abtrennung von Maiskörnern mit Spindelanteil geschlossen werden, so dass die Maiskörner nicht nur durch die vorde- ren Lamellen, sondern auch aufgrund der Bohrungen in den hinteren Lamellen von der Maispflanze abgetrennt werden. Dazu sollten die Bohrungen einen Durchmesser aufweisen, der minimal größer als der Umfang eines Maiskornes ist. Je nach Maissorte sollte der Durchmesser der Bohrungen daher zwischen 6mm bis 25mm betragen. Insbesondere eignen sich Bohrungen mit einem Durchmesser zwischen 18mm bis 20mm, die der Größe eines Maiskorns von üblichen Maissorten entsprechen. Nach mehreren Testläufen konnte festgestellt werden, dass sich in besonders bevorzugter Weise Bohrungen mit einem Durchmesser zwischen 12mm bis 17mm zum Abtrennen der Maiskörner eignen, da sich bei dieser Ausgestaltung der Bohrungen eine saubere Fraktionierung der Maiskörner ohne nennenswerte Verunreinigungen durch beispielsweise Erdklumpen erzielen lässt. Zudem können die Bohrungen in den Lamellen so angelegt sein, dass sich ein die Strömungsverhältnisse begünstigendes Muster ergibt. Natürlich ist es auch denkbar, das beanspruchte
Sieb für den Mähdrusch auch für den Drusch von anderen Getreidepflanzen einzusetzen. Entsprechend den Größen der Getreidekörner, sollten dann die Bohrungen und die vorderen Lamellen so Größendimensioniert sein, dass sie ein Abtrennen der Körner von den anderen Pflanzenteilen erlauben. Insbesondere eignen sich bei dieser Verwendung Lamellen mit Bohrungen, die einen Durchmesser zwischen 6mm bis 8mm aufweisen. Entsprechend sollte dann der vordere Teil der Lamellen zum Abtrennen der Körner eine Tie- fe von 10mm bis 50mm, bevorzugt zwischen 15mm bis 25mm aufweisen .
Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezug auf die Zeichnung näher erläutert. Die Figuren zeigen im Einzelnen:
Fig. 1 zeigt in einer Draufsicht ein aufrecht stehen- des kombiniertes Mähdreschersieb mit verschwenkt geschlossenen Lamellen;
Fig. 2 zeigt das Mähdreschersieb gemäß Figur 1, aber in liegendem Zustand in einer Ausschnittszeichnung mit geöffneten Lamellen;
Fig. 3a zeigt in einer Querschnittsansicht eine Lamelle zur Abtrennung von Maiskörnen;
Fig. 3b zeigt in einer Querschnittsansicht eine Lamelle zur Abtrennung von Maiskörnen mit Spindelanteil und
Fig. 3c zeigt in einer Draufsicht eine Lamelle zur Abtrennung von Maiskörnern mit Spindelanteil mit Bohrungen .
In Figur 1 ist ein kombiniertes Mähdreschersieb 1 mit Rahmen 3 zum Mähdrusch von Mais in Draufsicht zu sehen. Die Lamellen 2, 2' sind über die ganze Fläche des Mähdreschersiebrahmens 3 angeordnet und befinden sich in einem verschwenkten geschlossen Zustand. Im unteren Bereich sind auf ca. einem Drittel der Fläche des Siebrahmens 3 kleine Lamellen 2 zur Abtrennung von Maiskörnern angeordnet, die in der Draufsicht eine Höhe, oder im geöffneten Zustand als Tiefe bezeichnet, von ca. 30mm haben.
Die darüber angeordneten Lamellen 2' weisen eine Höhe von ca. 56mm auf und dienen im geöffneten Zustand zum Abtrennen von Maiskörnern mit einem bestimmten Spindelanteil, nämlich zur Gewinnung von Corn Crop Mix (CCM) .
Am oberen Rand des Siebrahmens 3 befinden sich zwei Stellhebel 5, 5', mit denen die unterschiedlichen Lamellen 2, 2' getrennt voneinander verschwenkbar sind.
Im eingebauten Zustand des Siebes 1 befinden sich die in Figur 1 unten angeordneten Lamellen 2 vor den oben angeordneten Lamellen 2', so dass ein über das Sieb 1 gelei- teter Luftstrom zuerst auf die Lamellen zur Abtrennung von Maiskörnern 2 trifft. Das Mähdreschersieb 1 liegt dabei in Fahrtrichtung so im Drescher, dass die Stellhebel 5, 5' hinten liegen, also die Lamellen zum Trennen von Maiskörnern 2 in Fahrtrichtung des Mähdreschers vor den Lamellen 2' zum Trennen von Maiskörnern mit Spindelanteil liegen .
In Figur 2 ist in einer perspektivischen Ausschnittszeichnung das in Figur 1 beschriebene Mähdreschersieb 1 mit verschwenkten geöffneten Lamellen 2, 2' dargestellt, wobei das Mähdreschersieb 1 allerdings liegt. Die Lamel-
len 2, 2' sind an einem Mittelteil 6, 6' des Siebrahmens 3 verschwenkt in geöffnetem Zustand angeordnet. Die Lamellen 2' zum Abtrennen von Maiskörnern mit Spindelanteil ragen aufgrund ihrer Bautiefe über die Lamellen 2 zum Ab- trennen von Maiskörnern hinaus. Im eingebauten Zustand trifft der die Pflanzenteile tragende Luftstrom auf das vordere Teil 7, 7' der Lamellen 2, 2' und wird durch die Abwinkelung der Lamellen über den unteren/hinteren Teil 7.1, 7.1' der Lamellen 2, 2' durch das Sieb 1 geleitet.
Figur 3a und Figur 3b zeigen eine Lamelle 2, 2' in einer seitlichen Ansicht, die in einem Winkel von ca. 45° abgewinkelt ist und so ein vorderes 7, 7' und ein unteres/hinteres Teil 7.1, 7.1' bildet. Wie in Figur 3a zu erkennen, ist bei den Lamellen 2 zur Abtrennung von Mais- körnern das vordere Teil 7 fast so groß wie das hintere, nach unten abgewinkelte Teil 7.1. Bei der in Figur 3b dargestellten Lamelle 2' handelt es sich um eine Lamelle 2' zum Abtrennen von Maiskörnern mit einem Spindelanteil. Dazu ist das vordere Teil 7' der Lamelle länger ausgebil- det als das hintere, nach unten abgewinkelte Teil 7.1' der Lamelle 2 ' .
In Figur 3c ist eine erfindungsgemäße Lamelle 2' in Draufsicht zur Abtrennung von Mais dargestellt, die in ihrem vorderen Teil 7', welches beim Verschwenken der La- melle 2' das Sieb 1 verschließt, mit Bohrungen 8 versehen, die zum Abtrennen von Maiskörnern dienen.