Beschreibung / Description Nanokomposit mit Bornitrid-Nanorohrchen Die Erfindung betrifft einen Nanokomposit mit halbleitenden Nanopartikeln wie Bornitrid-Nanorohrchen (BNNT) , die in einem elektrisch isolierenden Isolierstoff verteilt sind.
Ein derartiger Nanokomposit ist beispielsweise durch N. P. Bansal et al . , „Boron Nitride Nanotubes-Reinforced Glass Com- posites", NASA/TM-2005-213874, Seiten 1 bis 7, August 2005 beschrieben worden. Demgemäß ist es möglich, Bornitrid- Nanorohrchen in Glas als elektrisch isolierenden Isolierstoff einzubringen. Hierdurch kann eine mechanische Faserverstar- kung des Glases erfolgen.
Weiterhin ist es bekannt, dass Nanokomposite auch als feldgradierendes Material verwendet werden können, wenn es darum geht, Spitzen bei der Ausbildung von elektrischen Feldern, beispielsweise an der Isolation elektrischer Leiter, zu verringern. Gemäß der WO 2004/038735 Al kann hierzu beispielsweise ein Material, bestehend aus einem Polymer, verwendet werden. In diesem wird ein Füllstoff verteilt, dessen Partikel Nanopartikel sind, also einen mittleren Durchmesser von hochtens 100 nm aufweisen. Gemäß der US 2007/0199729 Al sind für derartige Nanopartikel u. a. halbleitende Materialien einsetzbar, deren Bandabschnitt in einem Bereich von 0 eV und 5 eV liegt. Mittels der eingesetzten Nanopartikel, die beispielsweise aus ZnO bestehen können, lasst sich der elektri- sehe Widerstand des Nanokomposits einstellen. Wird bei der Zumischung der Nanopartikel ein bestimmter Anteil des Volumens überschritten, der je nach Große der Nanopartikel bei 10 bis 20 Vol-% liegt, so verringert sich der spezifische Widerstand des Nanokomposits spurbar, wobei sich auf diese Weise
die elektrische Leitfähigkeit des Nanokomposits einstellen und an die geforderten Bedingungen anpassen lasst. Insbesondere lasst ich ein spezifischer Widerstand in einer Größenordnung von 101 Ωcm einstellen. Dieser vergleichsweise hohe elektrische Widerstand fuhrt bei einer Beanspruchung eines elektrischen Bauteils, welches mit dem Nanokomposit beschichtet ist, dazu, dass bei Anliegen einer Gleichspannung ein gewisser Verluststrom hingenommen werden muss . Erreicht wird allerdings ein Spannungsabfall über den Nanokomposit, welcher eine gleichmaßigere Verteilung des Potentials zur Folge hat und damit auch das entstehende elektrische Feld in geeigneter Weise gradiert. Hierdurch können die entstehenden Feldspitzen verringert werden, wodurch vorteilhaft die Durchschlagfestigkeit gesteigert wird.
Bei einer Beanspruchung des elektrischen Leiters mit einer Wechselspannung entsteht ebenfalls ein feldgradierender Effekt, der allerdings einem anderen Mechanismus folgt. Die feldschwachende Wirkung des Nanokomposits hangt hierbei von der Permittivitat des Nanokomposits ab, wobei die Permittivi- tat ε ein Maß für die Durchlässigkeit eines Materials für elektrische Felder ist. Die Permittivitat wird auch als Dielektrizitätskonstante bzeichnet, wobei im Folgenden der Begriff „Permittivitat" verwendet werden soll. Als relative Per- mittivitat bezeichnet man das durch die Permittivitatszahl εr = ε/εo bezeichnete Verhältnis der Permittivitat ε eines Stoffes zur elektrischen Feldkonstante εo, welche die Permittivitat des Vakuums angibt. Je hoher die relative Permittivitat ist, desto großer ist auch der felschwachende Effekt des ein- gesetzten Stoffes im Verhältnis zum Vakuum. Im Folgenden werden nur die Permittivitatszahlen der zum Einsatz kommenden Stoffe behandelt.
Allgemein bekannt sind weiterhin als Nanopartikel zu bezeichnende Kohlenstoff-Nanorohrchen (im Folgenden als CNT bezeichnet) und Bornitrid-Nanorohrchen (im Folgenden als BNNT bezeichnet) . Diese Strukturen können zwar in einer Lange von mehreren Mikrometern vorliegen, weisen jedoch Durchmesser von unter 100 nm auf und sind deswegen als Nanopartikel zu verstehen. Wie z. B. C.W Chang et al . , „Isotope Effect on the Thermal Conductivity of Boron Nitride Nanotubes", Physical Review Letters 97, (2006) zu entnehmen ist, sind die Eigen- Schäften von Nanorohrchen stark abhangig von deren Durchmesser. Beispielsweise steigt die thermische Leitfähigkeit von CNT und BNNT mit sinkendem Durchmesser derselben. Aus F. Du et al . , „Effect of nanotube alignment on percolation conductivity in carbon nanotube/polymer composites", Physical Re- view B 72, (2005) ist bekannt, dass CNT in Polymerkompositen wesentlich geringere Perkulationsschwellen zur Erzeugung einer elektrischen Leitfähigkeit im Komposit aufweisen, als beispielsweise sphärische Nanopartikel. Die Perkulati- onsschwelle kann durch Maßnahmen einer Ausrichtung der CNT in der Matrix des Polymers auch noch gesteigert werden und kann bei einem Gehalt an CNT in der Matrix von unter 1 Gew-% liegen. Außerdem ist in C. Tang et al . , „Fluorination and
Electrical Conductivity of BN Nanotubes", Journal of American Chemical Society 127, (2005), Seiten 6552 bis 6553 (inklusive Supporting Information) bekannt, dass BNNT hinsichtlich ihrer halbleitenden Eigenschaften ahnlich wie massive Halbleiter durch Dotierung mit verschiedenen Dotierstoffen ihrer elektrischen Leitfähigkeit beeinflusst werden können. Die Aufgabe der Erfindung liegt darin, einen Nanokomposit der eingangs angegebenen Art dahingehend zu verbessern, dass sich dieses vergleichsweise gut zum Einsatz als feldgradierendes Material eignet.
Diese Aufgabe wird mit dem eingangs angegebenen Nanokomposit erfindungsgemaß dadurch gelost, dass der Isolierstoff, der die Matrix des Nanokomposits bildet, aus einem Zellulosematerial oder einem Polymer besteht. Die Verwendung der halblei- tenden Nanopartikel hat zunächst den Vorteil, dass wesentlich geringere Fullgrade von höchstens 5 Vol-% bevorzugt sogar höchstens 2 Vol-% in dem Isolierstoff ausreichen, um eine Perkolation der Nanoteilchen zu bewirken und damit die elektrische Leitfähigkeit des Nanokomposits zu erhohen. Dies ist möglich, obwohl der Bandabstand von BNNT gemäß C. Tang bei ungefähr 5,5 eV liegt und gemäß der US 2007/0199729 Al und der WO 2004/038735 Al gefordert wird, dass die in feldgradierenden Nanokompositen zum Einsatz kommenden Nanopartikel der Halbleiter einen Bandabstand zwischen 0 eV und 5 eV haben sollen.
Die zur Erhöhung der Leitfähigkeit notwendigen, vergleichsweise geringen Fullgrade mit BNNT haben den großen Vorteil, dass der Nanokomposit seine mechanischen Eigenschaften weit- gehend beibehalt, da die BNNT den Matrixwerkstoff wegen ihres geringen Gehaltes nur wenig stören. Im Vergleich zu der Verwendung von sphärischen Nanopartikeln wie ZnO oder SiC, wie sie gemäß der WO 2004/038735 Al und US 2007/0199729 Al vorgeschlagen werden, lasst sich daher ein wesentlich stabilerer Nanokomposit erzeugen. Dies ist beispielsweise dann von besonderem Vorteil, wenn der Nanokomposit im betreffenden Anwendungsfall einer mechanischen Beanspruchung unterworfen ist. Dies können beispielsweise die Schwingungen einer Maschine oder eines Transformators sein. Auch kann bei einer Verwendung in elektrischen Maschinen der Nanokomposit einer
Zentrifugalkraft ausgesetzt sein. In diesen Anwendungen fuhrt der erfindungsgemaße Nanokomposit vorteilhaft dazu, dass die aus dem Nanokomposit erzeugten Bauteile, wie z. B. Isolierun-
gen, über eine längere Betriebsdauer hinweg ihre Aufgabe zuverlässig erfüllen können.
Durch die Verwendung von BNNT lassen sich bei der Verwendung des erhaltenen Nanokomposits als feldgradierendes Material überdies folgende Vorteile erzielen.
BNNT sind durch den Bandabstand von 5,5 eV auch bei hohen Temperaturen isolierend, so dass ein temperaturbedingtes Durchschlagen vermieden werden kann.
Weiterhin weisen BNNT eine hohe thermische Leitfähigkeit von mehr als 300 W/mK auf. Wie C.W. Chang et al . zu entnehmen ist, ist überdies zu erwarten, dass bei dünnen BNNT mit einem Durchmesser von weniger als 20 Nanometern die thermische
Leitfähigkeit bei über 1000 W/mK liegen kann. Damit kann der Nanokomposit neben seiner Eigenschaft als feldgradierendes Material gleichzeitig eine zuverlässige Warmeabfuhr von elektrischen Leistungsbauteilen wie beispielsweise Transfor- matoren gewahrleisten.
BNNT weisen eine Permittivitatszahl von 8BNNT, die ungefähr bei 4 liegt. Damit ist die Permittivitat gangigen Isolatormaterialien wie Polymeren oder Zellulosematerial sehr ahnlich. Das Einbringen von BNNT in diese Isolatormaterialien zur Erzeugung des erfindungsgemaßen Nanokomposits ändert damit die Permittivitat des Nanokomposits im Vergleich zum massiven Isolatormaterial nicht oder nur wenig, wodurch eine Fluktuation der Feldstarke im Inneren des Nanokomposits klein gehal- ten werden kann. Diese tritt, wie bereits erwähnt, bei einer Uberbeanspruchung der zu isolierenden Baugruppe mit einer Wechselspannung auf und kann zu unerwünschten Teilentladungen fuhren, die letztendlich die Isolation zerstören.
BNNT haben aufgrund ihrer Abmessungen im Nanometer-Bereich ein hohes Aspektverhaltnis, welches mit denen von CNT vergleichbar ist. Die von F. Du et al . für CNT angegebenen Per- kolationsschwellen bei Werten von 1 Gew-% und weniger gelten daher auch für BNNT. Daher ist die Wirkung als feldgradierendes Material mit den bereits genannten geringen Konzentrationen an BNNT in der Matrix des Isolierstoffes erreichbar, wobei die im Zusammenhang mit dieser Erfindung angegebenen Konzentrationswerte in Vol-% angegeben werden. Durch den Aufbau des Nanokomposits aus einem Isolierstoff wie Zellulosematerial oder einem Polymer und BNNT weichen im vorliegenden Fall die Angaben in Gew-% und Vol-% jedoch nicht stark voneinander ab. Als Materialien für den elektrisch isolierenden Isolierstoff kommen als Polymer beispielsweise Thermoplaste in Betracht, wie z. B. Polyethylen, Polystyrol oder PVC. Als Polymere können auch Elastomere, Silikone und Harze (Naturharze und Kunstharze) ausgewählt werden. Wird als Isolierstoff ein ZeI- lulosematerial ausgewählt, so ist es besonders vorteilhaft, wenn dieses als Papier verwendet wird. Dieses Papier kann mit den BNNT imprägniert sein. Als Imprägnierung ist im weitesten Sinne eine Verbindung zwischen den Fasern des Zellulosematerials und den BNNT zu verstehen. Beispielsweise können die BNNT an die Fasern des Zellulosematerials angelagert werden, was wahrend der Papierherstellung erfolgen kann. Eine Imprägnierung kann aber auch derart erfolgen, dass die BNNT bei der Papierherstellung zugegeben werden und nach dem Trockenpro- zess des Papiers in den durch die Fasern des Zellulosemateri- als gebildeten Zwischenräumen eingeschlossen werden.
Das Zellulosematerial bildet den Rohstoff für das Papier. Als Papier soll im Zusammenhang mit dieser Erfindung im weitesten Sinne jedes Produkt aus dem Zellulosematerial verstanden wer-
den. Insbesondere sind hiermit dünnere Papierbogen oder auch dickere Pappe oder Karton zu verstehen. Es können auch dreidimensionale Strukturen aus Pappmache hergestellt werden, die dann als Papierprodukt zu verstehen sind.
Das Zellulosematerial kann allerdings auch als Holzprodukt verwendet werden. Unter einem Holzprodukt im Sinne der Erfindung ist eine Weiterverarbeitung des Rohstoffes Holz von miteinander verklebten Holzkomponenten zu verstehen. Insbesonde- re kann es sich dabei um Pressspan handeln, wobei dieser insbesondere als Blockspan ausgeführt ist. Außerdem können Laminate hergestellt werden, indem dünne Holzschichten miteinander verklebt werden (Sperrholz) . Erfindungsgemaß können in den Kleber zum Fugen des Pressspans bzw. der Holzlage die BNNT eingebracht werden.
Gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass zur Erhöhung der effektiven Leitfähigkeit zumindest eines Teils der in dem Isolierstoff verteilten BNNT eine Dotierung dieser BNNT mit Dotierstoffen oder eine Beschichtung mit Me- tallen oder dotierten Halbleitern auf diesen halbleitenden BNNT vorgesehen ist. Diese Maßnahme dient vorteilhaft dazu, dass der spezifische Widerstand des erfindungsgemaßen Nano- komposits durch Auswahl geeigneter Dotierstoffe beeinflusst werden kann. Wünschenswert ist beispielsweise die Einstellung eines spezifischen Widerstandes in der Größenordnung von 1012 Ωcm, wobei dieser mit einem Befullungsgrad an BNNT von weniger als 5 Vol-% bevorzugt weniger als 2 Vol-% erreicht werden soll. Die Dotierung der BNNT bzw. die Beschichtung kann wie durch C. Tang et al . beschrieben erfolgen. Eine Dotierung kann erreicht werden, indem die BNNT durch Beigabe von geeigneten Dotierstoffen dahingehend modifiziert werden, dass die Dotierstoff-Atome elektronische Zustande ausbilden, die das BNNT zu einem p-Leiter (d.h., dass elektronische Zustande ausgebildet werden, die Elektronen von der Valenzbandkante
einfangen) oder zu einem n-Leiter (d. h., dass elektronische Zustande erreicht werden, die Elektronen durch thermische Anregung über die Leitungsbandkante emittieren) ausbilden. Als Dotierstoff für eine p-Dotierung kommt beispielsweise Be in Frage, als Dotierstoff für eine n-Dotierung kommt Si in Frage. Eine solche Dotierung der BNNT kann in situ erfolgen, wobei wahrend des Wachstums der BNNT z. B. aus der Gas- oder Flussigphase die Dotierstoff-Atome eingebaut werden. Auch ist es möglich, die Dotierung in einem weiteren Schritt nach dem Wachstum der BNNT durchzufuhren, wobei die Dotierstoffe typischerweise unter dem Einfluss einer Wärmebehandlung von den BNNT aufgenommen werden. Durch Einbringung der Dotierstoffe in die BNNT kann der spezifische Widerstand auf für dotierter Halbleiter typische Werte zwischen 0,1 und 1000 Ωcm abgesenkt werden.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, die BNNT nach ihrer Herstellung mit einer dünnen Schicht eines Metalls oder eines hochdotierten Halbleiters zu versehen. Hierdurch liegt in dieser entstandenen Schicht des Nanoteilchens eine höhere elektrische Leitfähigkeit vor, als in dem BNNT selbst. Diese höhere Leitfähigkeit beeinflusst das elektrische Verhalten des Nanokomposits , wenn die präparierten BNNT in die isolierende Matrix des Isolierstoffs eingebracht werden. Allerdings liegt der spezifische Widerstand des Nanokomposits durch den geringen Fullgrad an BNNT wieder hoher, da der elektrische Isolierstoff einen sehr viel höheren spezifischen Widerstand aufweist als die eingebrachten dotierten BNNT. Durch die Dotierung der BNNT mit geeigneten Dotierstoffen bzw. deren Beschichtung mit Metallen oder hochdotierten Halbleitern, wobei auch gleichzeitig eine Dotierung und Beschichtung vorgenommen werden kann, entstehen vorteilhaft sozusagen zwei Freiheitsgrade zur Beeinflussung der Leitfähigkeit des
erfindungsgemaßen Nanokomposits . Die eine Möglichkeit besteht darin, den Fullgrad an die BNNT in dem Nanokomposit zu verandern. Dabei sinkt der spezifische Widerstand mit steigender Konzentration an BNNT in der Matrix des elektrisch isolieren- den Isolierstoffes. Die zweite Möglichkeit liegt in der er- findungsgemaßen Behandlung der BNNT, wobei die Dotierung und/oder die Beschichtung den spezifischen Widerstand der BNNT vermindert, so dass diese bei gleicher Konzentration im Nanokomposit zu einer stärkeren Verringerung des spezifischen Widerstandes des Nanokomposits fuhrt. Hierdurch können vorteilhaft beispielsweise geforderte maximale Fullgrade an BNNT im Nanokomposit eingehalten werden, damit dieses den mechanischen Anforderungen des Anwendungsfalls genügt. Außerdem kann die Dotierung der BNNT gezielt dazu genutzt werden, dass sich der spezifische Widerstand des Nanokomposits bei einer steigenden Konzentration an BNNT in der Matrix des Isolierstoffes nicht sprunghaft, sondern über einen gewissen Konzentrationsbereich kontinuierlich verändert. Hierdurch ist vorteilhaft eine genauere Einstellung des spezifischen Widerstandes des Nanokomposits möglich, da vermieden wird, dass fertigungsbedingte, vergleichsweise geringe Schwankungen bei der Konzentration der BNNT in der Matrix des Isolierstoffes zu großen Abweichungen von dem gewünschten spezifischen Widerstand des Nanokomposits fuhren.
Eine besonders vorteilhafte Verwendung des Nanokomposits besteht darin, dass dieses als Isolationsmaterial für einen Transformator verwendet wird. In Transformatoren müssen die stromführenden Teile, wie beispielsweise die Spulen, vonein- ander elektrisch isoliert werden. Dabei kommen beispielsweise bei Hochspannungstransformatoren Olfullungen zum Einsatz, in die zusatzlich Wände aus mit dem Ol getränktem Papier oder auch Pressspanplatten eingebracht werden. Die so entstehende Isolation muss sowohl beim Betrieb des Transformators durch
Beaufschlagen mit einer Wechselspannung als auch beispielsweise bei Störungen des Betriebs mit einer Gleichspannung die elektrische Isolation gewahrleisten. Wird als Isolationsmaterial der erfindungsgemaße Komposit eingesetzt, so können so- wohl bei Beaufschlagung des Transformators mit einer Wechselspannung als auch mit einer Gleichspannung ausreichende elektrische Isolationseigenschaften sichergestellt werden. Dies liegt daran, dass die BNNT im Isolierstoff wegen ihrer mit dem Isolierstoff, insbesondere Papier, ahnlichen Permit- tivitatszahl 8BNNT von 4 die Permittivitatszahl εComP im Vergleich zur Permittivitatszahl εp des unbehandelten Papiers kaum oder nicht verandern. Daher kann die Isolation des Transformators unter Anwendung des Nanokomposits in ahnlicher Weise ausgelegt werden, wie dies mit den unbehandelten Papie- ren möglich ist. Gleichzeitig lassen sich aber die Isolationseigenschaften der Kombination aus Ol und Papier im Falle der Beaufschlagung mit einer Gleichspannung verbessern. Hierbei sind die spezifischen Widerstände von Bedeutung, die bei Ol (po) bei 1012 Ωcm und bei unbehandeltem Papier (pp) das Tausendfache betragen. Durch Einbringen der BNNT mit einer spezifischen Leitfähigkeit von PBNNT zwischen 0,1 und 1000 Ωcm (beeinflusst eventuell durch eine geeignete Dotierung der BNNT) lasst sich die spezifische Leitfähigkeit des erfin- dungsgemaßen Nanokomposits beispielsweise in Form eines im- pragnierten Papiers (pComP) ebenfalls bei 1012 Ωcm einstellen. Hierdurch wird die Spannungsbelastung bei einer Beaufschlagung mit einer Gleichspannung gleichmaßig auf das Ol und das Papier verteilt, wodurch Spannungsspitzen und daraus resultierende Durchschlage vermieden werden.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sind nachfolgend anhand der Zeichnung beschrieben. Gleiche oder sich entsprechende Zeichnungselemente sind in den einzelnen Figuren jeweils mit den gleichen Bezugszeichen versehen und werden nur insoweit
mehrfach erläutert, wie sich Unterschiede zwischen den einzelnen Figuren ergeben. Es zeigen
Figur 1 und 2 schematisch Beispiele für funktionalisierte
BNNT, wie sie in einem Ausfuhrungsbeispiel des erfindungsgemaßen Nanokomposits Verwendung finden können, als dreidimensionale Ansicht,
Figur 3 schematisch ein Ausfuhrungsbeispiel des erfin- dungsgemaßen Nanokomposits, bestehend aus Zellulosefasern und BNNT, in dreidimensionaler Ansicht und
Figur 4 schematisch ein Ausfuhrungsbeispiel für die erfindungsgemaße Verwendung des Nanokomposits als Transformator-Isolation im Schnitt.
In Figur 1 ist ein BNNT 11 schematisch als Rohre dargestellt. Dieses BNNT ist außerdem mit einem Dotierstoff 12 behandelt worden, wobei in Figur 1 angedeutet ist, dass der Dotierstoff 12 in das durch das Bornitrid gebildete Gitter 13 des BNNT eingebaut ist.
Eine alternative Ausgestaltung des BNNT 11 ist in Figur 2 dargestellt. Das BNNT 11 gemäß Figur 2 ist mit einer Ummante- lung 14 versehen, welche selbst aus einem mit einem Dotierstoff 12 versehenen Halbleiter besteht.
Die BNNT 11 gemäß Figur 1 und 2 können wie in Figur 3 darge- stellt zu einem Nanokomposit 15 verarbeitet werden. Dieser besteht aus Zellulosefasern 16a, 16b die als Papier hergestellt wurden. Das Papier ist mit den BNNT IIa und/oder IIb imprägniert. Eine Imprägnierung mit den BNNT IIa lauft so ab, dass die BNNT IIa auf der Zellulosefaser 16a angelagert wer-
den. Die Perkulationsschwelle wird dadurch erreicht, dass auf der Oberflache der Zellulosefaser 16a genügend BNNT vorliegen, dass diese ein zweidimensionales Netz auf der Oberflache der Zellulosefaser 16a bilden.
Alternativ können BNNT IIb auch in den Zwischenräumen 17 zwischen verschiedenen Zellulosefasern 16a, 16b eingeschlossen werden. Hierbei entsteht in den Zwischenräumen 16 ein dreidimensionales Netzwerk von BNNT IIb, wobei die Konzentration der BNNT IIb genügend hoch sein muss, um die Perkulationsschwelle, also die Ausbildung eines geschlossenen Netzwerkes zu erreichen.
Die beiden Mechanismen einer Imprägnierung des Papiers mit BNNT IIa, IIb ist gemeinsam in Figur 3 dargestellt. Diese Mechanismen können einzeln oder auch gemeinsam zur Anwendung kommen. Dabei können die BNNT IIa und IIb in ihrem Aufbau identisch sein oder Unterschiede aufweisen. Eine elektrische Isolierung 18 gemäß Figur 4 besteht aus mehreren Lagen aus Papier 19, zwischen denen Olschichten 20 liegen. Auch die Papiere 19 sind mit Ol getrankt, was in Figur 4 nicht naher dargestellt ist. Dafür ist in Figur 4 innerhalb der Papiere die Imprägnierung mit BNNT 11 zu erkennen. Die gemäß Figur 4 dargestellte Isolierung umgibt beispielsweise in einem Transformator die dort zum Einsatz kommenden Wicklungen, die nach außen und zueinander elektrisch isoliert werden müssen. Die elektrische Isolation eines Transformators muss im Betriebsfall bei Anliegen einer Wechselspannung elektrische Durchbruche verhindern. In diesem Fall ist das Isolationsverhalten der Isolierung von der Permittivitat der Komponenten der Isolierung abhangig. Für Ol liegt die Permittivitatszahl
εo ungefähr bei 2, für das Papier εp bei 4. Bei einer Beanspruchung der Isolation mit einer Wechselspannung ergibt sich daher für die Belastung der einzelnen Isolationskomponenten, dass die am Ol anliegende Spannung U0 ungefähr doppelt so hoch ist, wie die am Papier anliegende Spannung Up . Wird der erfindungsgemaße Nanokomposit verwendet, bei dem das Papier 19 in der in Figur 4 dargestellten Weise mit BNNT imprägniert ist, so beeinflussen die BNNT die Spannungsverteilung in der erfindungsgemaßen Isolation nicht, da die Permittivitatszahl εBNNτ ebenfalls ungefähr bei 4 liegt und daher die Permittivi- tat εcop des imprägnierten Papiers auch bei ungefähr 4 liegt. Damit ist auch bei der erfindungsgemaßen Isolation die am Ol angreifende Spannung U0 ungefähr doppelt so groß wie die am Nanokomposit (Papier) anliegende Spannung UCOmp-
Treten Storfalle am Transformator auf, so kann auch die Durchschlagfestigkeit der Isolation bei Anliegen von Gleichspannungen von Bedeutung sein. Die Verteilung der anliegenden Spannung auf die einzelnen Isolationsbestandteile ist dann allerdings nicht mehr von der Permittivitat abhangig, sondern vom spezifischen Widerstand der einzelnen Komponenten. Der spezifische Widerstand po von Ol liegt bei 1012 Ωcm. Demgegenüber ist Pp von Papier um drei Größenordnungen hoher und liegt bei 1015 Ωcm. Dies bewirkt, dass bei Anliegen einer Gleichspannung die Spannung am Ol U0 das Tausendfache der Spannung am Papier Up betragt. Diese Ungleichgewicht birgt die Gefahr, dass es bei einer Beaufschlagung der Isolation mit einer Gleichspannung zu Durchschlagen im Ol kommt und die elektrische Isolation versagt.
Die erfindungsgemaß in das Papier 19 eingebrachten BNNT 11 werden z. B. durch eine geeignete Dotierung mit ihrem spezifischen Widerstand (zwischen 0,1 und 1000 Ωcm) so eingestellt, dass der spezifische Widerstand des Papiers pp herab-
gesetzt wird. Hierdurch lasst sich für den erfindungsgemaßen Komposit eine spezifische Leitfähigkeit pComP einstellen, der an den spezifischen Widerstand po angenähert ist und im Idealfall diesem ungefähr entspricht. Bei einem spezifischen Wi- derstand pComP von ungefähr 1012 Ωcm liegt die am Ol anliegende Spannung U0 im Bereich der am Komposit anliegenden Spannung Ucomp, so dass sich ein ausgeglichenes Spannungsprofil in der Isolation einstellt. Hierdurch wird vorteilhaft die Durchschlagfestigkeit der Isolation verbessert, da sich die Belas- tung des Ols spurbar verringert.