Beschreibung
Verfahren zum Betreiben eines Rußsensors
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Rußsensors, im Abgasstrang eines Verbrennungsmotors, wobei der Rußsensor eine interdigitale Elektrodenstruktur aufweist, an die eine Messspannung angelegt wird, wobei sich auf der interdi¬ gitalen Elektrodenstruktur Rußpartikel aus einem Abgasstrom ablagern und der über die Rußpartikel und die interdigitale Elektrodenstruktur fließende Messstrom als Maß für die Rußbeladung des Rußsensors ausgewertet wird und wobei der Rußsensor ein Heizelement zum Freibrennen der interdigitalen Elektrodenstruktur aufweist.
Verbrennungsmotoren im Sinne dieser Patentanmeldung sind alle Motoren, bei denen ein Treibstoff-Sauerstoffgemisch verbrannt wird, wobei mechanische Energie freigesetzt wird. Diese Patent¬ anmeldung bezieht sich vor allem auf Dieselmotoren, da diese besonders zur Entwicklung von Rußemissionen neigen, aber auch auf benzin- oder gasbetriebene Verbrennungsmotoren.
Die Anreicherung der Atmosphäre mit Schadstoffen aus Abgasen wird derzeit viel diskutiert. Damit verbunden ist die Tatsache, dass die Verfügbarkeit fossiler Energieträger begrenzt ist. Als Reaktion darauf werden beispielsweise Verbrennungsprozesse in Brennkraftmaschinen thermodynamisch optimiert, so dass deren Wirkungsgrad verbessert wird. Im Kraftfahrzeugbereich schlägt sich dies in der zunehmenden Verwendung von Dieselmotoren nieder . Der Nachteil dieser Verbrennungstechnik gegenüber optimierten Otto-Motoren ist jedoch ein deutlich erhöhter Ausstoß von Ruß. Der Ruß ist besonders durch die Anlagerung polyzyklischer Aromate stark krebserregend, worauf in verschiedenen Vorschriften bereits reagiert wurde. So wurden beispielsweise Abgas- Emissionsnormen mit Höchstgrenzen für die Rußemission erlassen. Daher besteht die Notwendigkeit, preisgünstige Sensoren an-
zugeben, die den Rußgehalt im Abgasstrom von Kraftfahrzeugen zuverlässig messen.
Der Einsatz derartiger Rußsensoren dient der Messung des aktuell mit dem Abgasstrom ausgestoßenen Rußes, damit dem Motormanagement in einem Automobil in einer aktuellen Fahrsituation Informationen zukommen, um mit regelungstechnischen Anpassungen die Emissionswerte zu reduzieren. Darüber hinaus kann mit Hilfe der Rußsensoren eine aktive Abgasreinigung durch Abgas-Rußfilter eingeleitet werden oder eine Abgasrückführung zur Brennkraft- tmaschine erfolgen. Im Falle der Rußfilterung werden
regenerierbare Filter verwendet, die einen wesentlichen Teil des Ruß- gehaltes aus dem Abgas herausfiltern. Benötigt werden Rußsensoren für die Detektion von Ruß, um die Funktion der Rußfilter zu überwachen bzw. um deren Regenerationszyklen zu steuern .
Dazu kann dem Rußfilter, der auch als Dieselpartikelfilter bezeichnet wird, ein Rußsensor vorgeschaltet sein und/oder ein Rußsensor nachgeschaltet sein.
Der dem Dieselpartikelfilter vorgeschaltete Sensor dient zur Erhöhung der Systemsicherheit und zur Sicherstellung eines Betriebes des Diesel-Partikel-Filters unter optimalen Bedingun¬ gen. Da diese in hohem Maße von der im Diesel-Partikel-Filter eingelagerten Rußmenge abhängen, ist eine genaue Messung der Partikelkonzentration vor dem Diesel-Partikel-Filtersystem, ins- besondere die Ermittlung einer hohen Partikelkonzentration vor dem Diesel-Partikel-Filter, von hoher Bedeutung.
Ein dem Diesel-Partikel-Filter nachgeschalteter Sensor bietet die Möglichkeit, eine On-Board-Diagnose vorzunehmen und dient ferner der Sicherstellung des korrekten Betriebes der Abgasnachbehandlungsanlage .
Im Stand der Technik hat es verschiedene Ansätze zur Detektion von Ruß gegeben. Ein in Laboratorien weithin verfolgter Ansatz
besteht in der Verwendung der Lichtstreuung durch die Rußpartikel. Diese Vorgehensweise eignet sich für aufwändige Messgeräte. Wenn versucht wird, dies auch als mobiles Sen¬ sorsystem im Abgasstrang einzusetzen, muss festgestellt werden, dass derartige Ansätze zur Realisierung eines Sensors in einem Kraftfahrzeug durch den aufwändigen optischen Aufbau mit hohen Kosten verbunden sind. Weiterhin bestehen ungelöste Probleme bezüglich der Verschmutzung der benötigten optischen Fenster durch Verbrennungsabgase.
Die deutschen Offenlegungsschrift DE 199 59 871 AI offenbart einen Sensor und ein Betriebsverfahren für den Sensor, wobei beide auf thermischen Betrachtungen basieren. Der Sensor besteht aus einem offen porösen Formkörper wie beispielsweise einer waben- förmigen Keramik, einem Heizelement und einem Temperaturfühler. Wird der Sensor mit einem Messgasvolumen in Verbindung gebracht, so lagert sich Ruß darauf ab. Zur Messung wird der in einem Zeitraum abgelagerte Ruß mit Hilfe des Heizelementes zum Zünden gebracht und verbrannt. Die bei der Verbrennung entstehende Temperaturerhöhung wird gemessen.
Derzeit sind Partikelsensoren für leitfähige Partikel bekannt, bei denen zwei oder mehrere metallische Elektroden vorgesehen sind, die kammartig ineinandergreifende Elektroden aufweisen. Diese kammartigen Strukturen werden auch als Interdigital- strukturen bezeichnet. Rußpartikel, die sich auf diesen Sen¬ sorstrukturen ablagern, schließen die Elektroden kurz und verändern damit die Impedanz der Elektrodenstruktur. Mit steigender Partikelkonzentration auf der Sensorfläche wird auf diese Weise ein abnehmender Widerstand bzw. ein zunehmender Strom bei konstanter angelegter Spannung zwischen den Elektroden messbar. Ein derartiger Rußsensor wird zum Beispiel in der DE 10 2004 028 997 AI offenbart. Um überhaupt einen Strom zwischen den Elektroden messen zu können, muss jedoch eine gewisse Menge von Ruß-Partikeln zwischen den Elektroden vorhanden sein. Bis zum Erreichen dieser minimalen Partikelbeladung ist der Rußsensor gewissermaßen blind für die Rußkonzentration im Abgasstrom.
Darüber hinaus muss der Rußsensor in regelmäßigen Abständen gereinigt werden. Die Regeneration des Sensors erfolgt durch das Abbrennen des angelagerten Rußes. Dieser Vorgang wird auch als Freibrennen der interdigitalen Elektrodenstruktur bezeichnet. Zur Regeneration wird das Sensorelement nach der Rußanlagerung in der Regel mit Hilfe eines integrierten Heizelementes frei¬ gebrannt. Während der Freibrennphase kann der Sensor die Ru߬ beladung des Abgasstroms nicht erfassen. Die Zeit die zum regenerativen Freibrennen der Sensorstruktur benötigt wird, wird auch als Totzeit des Sensors bezeichnet. Es ist also wichtig, die Freibrennphase und die sich daran anschließende Neukonditio- nierungsphase des Rußsensors so kurz wie möglich zu gestalten, um den Rußsensor so schnell wie möglich wieder zur Rußmessung einsetzen zu können.
Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Verfahren zum Betreiben eines Rußsensors anzugeben, welches gute Messergeb¬ nisse liefert, wobei der Rußsensor möglichst geringe Totzeiten aufweisen soll.
Die Aufgabe wird durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gelöst .
Dadurch, dass in Abhängigkeit vom Betriebszustand des Ver¬ brennungsmotors ein Zeitpunkt zum Freibrennen des Rußsensors bestimmt wird und dann das Freibrennen der interdigitalen Elektrodenstruktur durch ein Aufheizen des Rußsensors mit dem Heizelement beginnt, können gezielt solche Zeiten für den Frei- brennprozess gewählt und genutzt werden, in denen eine Rußmessung ohnehin nicht sinnvoll oder möglich ist. Mit dem erfindungs¬ gemäßen Verfahren kann die Rußbeladung des Abgasstroms eines Kraftfahrzeuges genau dann effektiv gemessen werden, wenn diese Messung aufgrund des Betriebszustandes des Verbrennungsmotors sinnvolle Ergebnisse liefert, wodurch es möglich wird die Emis¬ sion von Schadstoffen erheblich reduzieren. Ein Betriebszustand des Verbrennungsmotors nach denen ein Zeitpunkt zum Freibrennen des Rußsensors bestimmt wird, kann zum Beispiel die Kurbel-
wellendrehzahl des Verbrennungsmotors und/oder die Temperatur des Verbrennungsmotors, insbesondere seine Kühlmitteltemperatur sein . Eine Weiterbildung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass der Zeitpunkt zum Freibrennen des Rußsensors ein Neustart des Verbrennungsmotors ist. Ein Neustart des Verbrennungsmotors kann zum Beispiel durch die Beobachtung der Kurbelwellendrehzahl erkannt werden. Wenn der Verbrennungsmotor neu gestartet wird, wird zusätzlich das Freibrennen der interdigitalen Elektrodenstruktur durch ein Aufheizen des Rußsensors mit dem Heizelement begonnen. In diesem Betriebszustand ist eine Rußmesssung ohnehin nicht sinnvoll, so dass das Freibrennen der interdigi¬ talen Elektrodenstruktur keine Messzeit kostet.
Bei einer Ausgestaltung der Erfindung ist der Zeitpunkt zum Freibrennen des Rußsensors der Neustart des vollständig abge¬ kühlten Verbrennungsmotors. Bei einem vollständig abgekühlten Verbrennungsmotor liegen im Abgasstrang Bedingungen vor, die eine Rußmessung nahezu unmöglich machen. Erst nach der Einstellung eines thermischen Gleichgewichtes zwischen dem heißen Abgas und dem Rußsensor, ist die Messung der Rußbeladung des Abgasstromes sinnvoll. Die Zeit bis zur Einstellung dieses thermischen Gleichgewichtes zwischen dem heißen Abgas und dem Rußsensor kann sinnvoll für die Reinigung, also das Freibrennen, der interdigitalen Elektrodenstruktur des Rußsensors genutzt werden. Dabei sollte jedoch auf die Taupunktfreigäbe vom Ru߬ sensor geachtet werden. Auch das Erreichen der Taupunktfreigäbe des Rußsensors eignet sich gut als Zeitpunkt, um den Vorgang des Freibrennens des Rußsensors zu starten. Bis zu einer bestimmten Temperatur im Abgasstrang befinden sich kleine Wassertropfen im Abgas, die auf einem kalten Rußsensor kondensieren können. Wird der Rußsensor unter diesen Umständen erhitzt, so kann das kondensierte Wasser zur Zerstörung der interdigitalen Elektrodenstruktur führen.
Auch das Abstellen des Verbrennungsmotors eignet sich gut als Zeitpunkt, um den Vorgang des Freibrennens des Rußsensors ein¬ zuleiten. Gerade bei modernen Fahrzeugen mit Verbrennungsmoto¬ ren mit Start/Stoppautomatik kann der Stillstand des Verbrennungsmotors beim Fahrzeugstopp zum Beispiel an einer roten Ampel sehr gut genutzt werden, um den Rußsensor durch ein Freibrennen zu regenerieren. Der Betriebszustand des stehenden Verbrennungs¬ motors kann zum Beispiel sehr leicht mit Hilfe eines Sensors erfasst werden, der die Drehzahl der Kurbelwelle überwacht.
Bei einer Ausgestaltung der Erfindung liegt der Zeitpunkt zum Freibrennen des Rußsensors innerhalb der Zeit der Regeneration des Diesel-Partikel-Filters. Während der Regeneration des Diesel-Partikel-Filters ist Abgas bereits sehr heiß. Deshalb ist zur Eigenheizung des Rußsensors nur eine geringe elektrische Energie erforderlich.
Bei einer nächsten Ausgestaltung ist der Zeitpunkt zum Freibrennen des Rußsensors bei einem Volllastbetrieb des Ver¬ brennungsmotors erreicht. In diesem Betriebszustand ist das Abgas bereits sehr heiß und deshalb ist nur geringe elektrische Energie zur Eigenheizung des Rußsensors erforderlich.
Es kann aber auch vorteilhaft sein, wenn der Zeitpunkt zum Freibrennen des Rußsensors bei niedrigen Lastpunkten des Verbrennungsmotors erreicht ist. Bei niedriger Last ist der Ru߬ schlupf an einem eventuell geschädigten Diesel-Partikel-Filter gering. Am Sensor ergibt sich kaum ein Signalzuwachs und man verliert keine Daten durch ein Freibrennen des Rußsensors.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren erläutert. Die nachfolgenden Darstellungen zeigen in:
Figur 1 einen Rußsensor,
Figur 2 die Wirkungsweise des Rußsensors,
Figur 3 ein in einem Kraftfahrzeug fest instal¬ liertes Steuergerät zum Betrieb des Ru߬ sensors,
Figur 4 ein Kraftfahrzeug mit einem Verbrennungs¬ motor,
Figur 5 das erfindungsgemäße Verfahren in einem
Ablaufdiagramm.
Figur 1 zeigt einen Rußsensor 10, der aus einem Formkörper 1, einem hier nicht dargestellten Heizelement sowie einer Struktur aus interdigital ineinander greifenden Messelektroden 3 aufgebaut ist. Der Formkörper 1 kann aus einem Keramikmaterial hergestellt sein, oder aus einem anderen Material bestehen, das elektrisch isolierende Eigenschaften aufweist und der Abbrandt- temperatur von Ruß problemlos standhält. Um den Rußsensor 10 von Ruß freizubrennen, wird der Rußsensor 10 typischer Weise mit Hilfe einer elektrischen Widerstandsheizung auf Temperaturen zwischen 500 und 800 °C erhitzt. Diese Temperaturen muss der elektrisch isolierende Formkörper 1 ohne Beschädigungen vertragen. Die Struktur der Messelektroden 3 ist hier beispielhaft als kammartige Struktur ausgebildet, die auch als interdigitale Elektrodenstruktur bezeichnet wird, wobei zwischen zwei Mess¬ elektroden 3 immer ein elektrisch isolierender Bereich des Formkörpers 1 zu erkennen ist. Die Messelektroden 3 und die Zwischenräume zwischen den Messelektroden 3 bilden die interdigitale Elektrodenstruktur. Es ist aber auch denkbar, dass die interdigitale Elektrodenstruktur 3 zum Beispiel aus ringförmigen Messelektroden 3 aufgebaut ist, die konzentrisch angeordnet sind .
Die Breite einer Messelektrode 3 kann zum Beispiel zwischen 50 und 100 μπι liegen und der Abstand zwischen den einzelnen Messelektroden 3 kann ebenfalls 50 und 100 μπι betragen. Eine interdigitale Elektrodenstruktur 3 mit derartigen Abmessungen kann leicht in Dickschichttechnologie hergestellt werden. In Dick¬
Schichttechnologie hergestellte interdigitale Elektroden¬ strukturen 3 sind robust, langlebig und kostengünstig.
Der Messstrom IM zwischen den Messelektroden 3 wird mit Hilfe eines Strommesselementes 7 gemessen. Solange der Rußsensor 10 völlig frei von Rußpartikeln 4 ist, wird mit dem Strommesselement 7 kein Messstrom IM messbar sein, da zwischen den Messelektroden 3 immer ein Bereich des Formkörpers 1 vorhanden ist, der elektrisch isolierend wirkt und der auch nicht von Rußpartikeln 4 überbrückt wird.
Weiterhin zeigt Figur 1 einen Temperatursensor 11 als Bestandteil des Rußsensors 10 mit einer Temperaturauswerteelektronik 12, die zur Überwachung der im Rußsensor 10 herrschenden Temperatur vor allem beim Abbrand der Rußbeladung von der interdigitalen Elektrodenstruktur 3 des Rußsensors 10 dient.
Zudem ist in Figur 1 eine Spannungsquelle 15 zu erkennen, die die an den Messelektroden 3 anliegende Spannung bestimmt. Mit der Spannungsquelle 15 kann Messspannung an die Messelektroden 3 angelegt werden.
Figur 2 zeigt die Wirkungsweise des Rußsensors 10. Hier ist der Rußsensor 10 in einem Abgasrohr 5 eines Kraftfahrzeuges an- geordnet, durch das ein mit Rußpartikeln 4 beladener Abgasstrom geleitet wird. Die Strömungsrichtung des Abgasstromes 6 wird durch den Pfeil angedeutet. Die Aufgabe des Rußsensors 10 ist es nun, die Konzentration der Rußpartikel 4 im Abgasstrom 6 zu messen. Dazu ist der Rußsensor 10 so im Abgasrohr 5 angeordnet, dass die Struktur aus interdigital angeordneten Messelektroden 3, dem Abgasstrom 6 und somit den Rußpartikeln 4 zugewandt ist. Aus dem Abgasstrom 6 setzen sich Rußpartikel 4 sowohl auf den Messelektroden 3 als auch in den Zwischenräumen zwischen den Messelektroden 3, also auf den isolierenden Bereichen des Formkörpers 1 ab. Wenn sich genügend Rußpartikel 4 auf den isolierenden Bereichen zwischen die Messelektroden 3 abgesetzt haben, wird aufgrund der an den Messelektroden 3 angelegten
Messspannung und der Leitfähigkeit der Rußpartikel 4 ein Messstrom IM zwischen den Messelektroden 3 fließen, der vom Strommesselement 7 erfassbar ist. Die Rußpartikel 4 überbrücken somit die elektrisch isolierenden Zwischenräume zwischen den Messelektroden 3. Auf diese Art und Weise kann mit dem hier abgebildeten Rußsensor 10 die Beladung des Abgasstromes 6 mit Rußpartikeln 4 gemessen werden.
Zudem zeigt der Rußsensor 10 in Figur 2 das Heizelement 2, das mit dem Heizstromkreis 13 aus der Heizstromversorgung 8 mit elektrischem Heizstrom IH versorgt werden kann. Um den Rußsensor 10 auf die Abbrandtemperatur der Rußpartikel 4 zu erhitzen, wird der Heizstromschalter 9 geschlossen, womit der Heizstrom IH das Heizelement 2 erwärmt und somit der gesamte Rußsensor 10 erhitzt wird. Darüber hinaus ist ein Temperatursensor 11 im Rußsensor 10 integriert, der mit Hilfe der Temperaturauswerteelektronik 12 den Vorgang des Aufheizens des Rußsensors 10 und damit den Abbrandvorgang der Rußpartikel 4, der auch als Freibrennen des Rußsensors 10 bezeichnet wird, kontrolliert und überwacht.
Das Strommesselement 7, die Temperaturauswerteelektronik 12, die regelbare Spannungsquelle 15, der Temperatursensor 11 sowie der Heizstromschalter 9 sind hier exemplarisch als diskrete Bauteile dargestellt. Selbstverständlich können diese Bauteile als Be¬ standteile eines mikromechanischen Systems zusammen mit der interdigitalen Elektrodenstruktur 3 auf einem Chip realisiert werden oder Bestandteile einer mikroelektronischen Schaltung sein, die beispielsweise in einem Steuergerät 14 für den Ru߬ sensor 10 integriert ist.
Figur 3 zeigt ein in einem Kraftfahrzeug 16 fest installiertes Steuergerät 14 zur Funktionsdiagnose, zum Betrieb und zur Regeneration des Rußsensors 10. Der Rußsensor 10 weist eine fingerartig ineinandergreifende (interdigitale) Messelektro¬ denstruktur 3 auf, die bei einem intakten Rußsensor 10 keinerlei metallische Kurzschlüsse aufweist. Auf und zwischen die Mess¬ elektroden 3 setzen sich im Messbetrieb des Sensors Rußpartikel
4 ab, die zu einem Stromfluss zwischen den Messelektroden 3 führen, der als Maß für die Rußbeladung des Abgasstroms dient. Ab einer bestimmten Menge abgelagerter Rußpartikel 4 auf den Messelektroden 3 wird jedoch eine maximale Leitfähigkeit über die Rußschicht erreicht, die auch bei einer weiteren Rußablagerung nicht weiter vergrößert werden kann. Daher wird der Rußsensor 10 ab einer bestimmen Menge abgelagerter Rußpartikel "blind" für eine weitere Messung der Rußkonzentration im Abgas. Es ist nun notwendig den Rußsensor 10 durch das Abbrennen der Rußschicht auf den interdigitalen Messelektroden 3 zu regenerieren. Dazu wird ein Heizstrom durch das Einschalten des Heizstromschalters 9 von der Heizstromversorgung 8 zum Heizelement 2 geleitet. Der Ruß sensor 10 wird kontrolliert erwärmt. Die Kontrolle der Erwärmung des Rußsensors 10 erfolgt mit dem am oder im Rußsensor 10 aus- gebildeten Temperatursensor 11. Dieses Freibrennen des Rußsensors 10 erfolgt in Abhängigkeit vom Betriebszustand des Ver¬ brennungsmotors 17. Der Freibrennprozess wird zu einem Zeit¬ punkt gestartet, in dem der Betriebszustand des Verbrennungs¬ motors 17 keine sinnvolle Rußmessung zulässt. Damit wird die interdigitale Elektrodenstruktur 3 des Rußsensors 10 genau dann gereinigt, wenn ohnehin keine Rußmessung möglich oder sinnvoll wäre. Zu Zeitpunkten, in denen dann die Rußmessung in Abgasstrom durchführbar ist, ist auch der Rußsensor 10 betriebsbereit, was eine kontinuierliche Überwachung der Rußbeladung des Abgas- Stromes 6 ermöglicht. Der Betriebszustand des Verbrennungsmotors 17 kann zum Beispiel mit einem Verbrennungsmotortemperatursensor 18, der die Temperatur der Kühlflüssigkeit des Verbrennungs¬ motors 17 oder die Öltemperatur erfasst und/oder mit einem Kurbelwellendrehzahlsensor 19, der die Drehzahl der Kurbelwelle erfasst, überwacht werden.
Zur Veranschaulichung des Gesamtsystems ist in Figur 4 ein Kraftfahrzeug 16 mit einem Verbrennungsmotor 17 dargestellt. Der Verbrennungsmotor 17 führt den von ihm erzeugten Abgasstrom 6 über ein Abgasrohr 5 ab. Im Abgasrohr 5 ist ein Diesel-Partikel- Filter 20 zu erkennen. Vor und/oder nach dem Diesel-Partikel- Filter 20 ist ein Rußsensor 10 im Abgasrohr 5 angeordnet, der
mit einem Steuergerät 14 verbunden ist, das auch das Strommesselement 7 enthalten kann. Der Kurbelwellendrehzahlsensor 19 und der Verbrennungsmotortemperatursensor 18 liefern dem Steuergerät 14 Informationen über den Betriebszustand des Ver¬ brennungsmotors 17. Mit diesen Informationen wird ein Zeitpunkt ausgewählt, zu dem das Freibrennen der interdigitalen Elektrodenstruktur 3 des Rußsensors 10 eingeleitet wird. Dieser Zeitpunkt kann zum Beispiel ein Neustart des Verbrennungsmotors 17 sein, der mit Hilfe des Kurbelwellendrehzahlsensors 19 vom Steuergerät 14 erkannt wird. Der Neustart des vollständig ab¬ gekühlten Verbrennungsmotors 17 wird mit Hilfe des Kurbel¬ wellendrehzahlsensors 19 und des Verbrennungsmotortemperatursensors 18 vom Steuergerät 14 erkannt. Dabei sollte allerdings der Zeitpunkt der Taupunktfreigäbe des Rußsensors abgewartet werden. Der Zeitpunkt des Abstellens des Verbrennungsmotors 17 wird wiederum mit Hilfe des Kurbelwellendrehzahlsensors 19 er¬ kannt .
Im Abgassystem moderner Verbrennungsmotoren 17 befinden sich zahlreiche Sensoren, die verbrennungs- und/oder abgasrelevante Parameter bestimmen. Dies sind zum Beispiel Temperatursensoren, SauerstoffSensoren, Sensoren zur Bestimmung des Brennstoff- Luft-Verhältnisses Lambda und Stickoxidsensoren. Im Abgas eines Verbrennungsmotors 17 befindet sich Wasserdampf. Der Wasserdampf kondensiert im kalten Abgassystem und kann dort Tropfen von flüssigem Wasser bilden. Da flüssiges Wasser heiße Sensoren zerstören kann, heizen die Sensoren nach dem Motorkaltstart nicht oder sehr wenig und warten die Wasserfreiheit des Abgases ab. Die Sensoren senden der Motorsteuerung keine Daten oder lediglich die Information "Sensor vorhanden, warte auf Messerlaubnis" .
Die Motorsteuerung des Verbrennungsmotors 17 berechnet aus den Motorbetriebsdaten und den gemessenen Temperaturen den Zeitpunkt, ab dem an der Sensorposition, zum Beispiel nach dem Katalysator oder dem Diesel-Partikel-Filter 20, kein flüssiges Wasser mehr zu erwarten ist. Ist dieser Zeitpunkt erreicht,
sendet die Motorsteuerung dem Sensor ein Signal "kein Wasser mehr, Messerlaubnis erteilt". Der Sensor erkennt dieses Signal und beginnt seinen Aufheizvorgang. Die Information der Motorsteuerung an den Sensor "kein flüssiges Wasser mehr an der Stelle A" wird üblicherweise Taupunktfreigäbe A genannt. Würde vorher aufgeheizt und gemessen werde, könnte der Sensor von den Wassertropfen zerstört werden. Für den Rußsensor 10 ist die Taupunktfreigäbe an seiner Position der frühestmögliche Zeitpunkt nach dem Motorstart, ab dem frei¬ gebrannt werden darf. Bei einem typischen Fahrzeug aktueller Bauart erfolgt die Taupunktfreigäbe nach einem Motorkaltstart nach einigen Minuten. Fig. 5 zeigt das erfindungsgemäße Verfahren zum Betreiben eines Rußsensors 10 in einem Ablaufdiagramm. Bei Punkt 20 findet die Überwachung des Betriebszustandes des Verbrennungsmotors 17 statt. In Schritt 21 erfolgt die Überwachung der Kurbelwel¬ lendrehzahl, in Schritt 22 erfolgt die Überwachung der Temperatur des Verbrennungsmotors 17 und im Schritt 23 erfolgt die Über¬ wachung der Taupunkt-Freigabe des Rußsensors. Anhand dieser Schritte wird entschieden, ob ein Freibrennen der interdigitalen Elektrodenstruktur 3 des Rußsensors eingeleitet wird. Dabei können die in Schritt 21, 22 und 23 gemessenen Größen einzeln oder in Kombination miteinander zur Entscheidung beitragen. Zum
Beispiel ist es denkbar, dass die Überwachung der Kurbelwel¬ lendrehzahl im Schritt 21 dazu führt, dass vom Steuergerät 14 erkannt wird, dass ein Neustart des Verbrennungsmotors 17 stattgefunden hat und aufgrund der in Schritt 22 durchgeführten Operation der Überwachung der Temperatur des Verbrennungsmotos 17 wird erkannt, dass dieser Neustart des Verbrennungsmotors 17 ein Kaltstart, also ein Neustart des vollständig abgekühlten Verbrennungsmotors 17, war. Diese beiden Kriterien werden im Schritt 24 dazu führen, dass die Position 26 angesprungen wird, wenn die Taupunktfreigäbe 23 erfolgt, wobei das Freibrennen der interdigitalen Elektrodenstruktur 3 als sinnvoll erkannt wird, woraufhin in Schritt 27 das Freibrennen der interdigitalen
Elektrodenstruktur 3 des Rußsensors 10 gestartet wird. Nach dem Freibrennen der interdigitalen Elektrodenstruktur 3 kehrt der Ablauf zum Schritt 20, also der Überwachung des Betriebszustandes des Verbrennungsmotors 17 zurück.
Es ist aber auch denkbar, dass in Schritt 24 entschieden wird, dass aufgrund eines Neustartes des Verbrennungsmotors 17, der durch die Überwachung der Kurbelwellendrehzahl in Schritt 21 erkannt wurde, in Kombination mit einer in Schritt 22 erkannten hohen Temperatur des Verbrennungsmotors 17 kein Freibrennen eingeleitet werden soll. Diese Entscheidung zum Nichtfreibrennen der interdigitalen Elektrodenstruktur erfolgt in Punkt 25, woraufhin der Ablauf erneut mit der Überwachung des Betriebs¬ zustandes des Verbrennungsmotors 17 in Punkt 20 fortgesetzt wird.