Beschreibung Titel
Sensoranordnung und Verfahren zur Umfelderfassung eines Fahrzeugs Stand der Technik
Ultraschallsensoren (USS) werden heutzutage beispielsweise zur Unterstützung des Fahrers eines Fahrzeugs bei Einparkvorgängen genutzt. Dabei wirkt der USS gleichzeitig als Sender und Empfänger. Das ausgesendete
Ultraschallsignal wird durch ein Objekt reflektiert. Die Entfernung zu dem Objekt wird anschließend über Laufzeitberechnung ermittelt. Die laterale Position des Objekts wird mittels Triangulation bestimmt.
Bekannte Ultraschallsensoren weisen in üblicher Weise ein Piezoelement auf, das mit einer Membran des Ultraschallsensors verbunden ist. Durch
entsprechende Ansteuerung des Piezoelements kann die Membran des
Ultraschallsensors in Schwingung versetzt werden, um akustische Signale auszusenden. Für den Empfang der reflektierten Signale werden die
Schwingungen der Membran durch das Piezoelement in entsprechende
Spannungssignale umgewandelt.
Im Rahmen der Berechnung des Objektabstands mittels Triangulation führen Ungenauigkeiten in der Bestimmung des Einfallwinkels des reflektierten Signals zu Unsicherheiten in der berechneten Entfernung. Dieses Problem tritt insbesondere bei mehreren reflektierenden Objekten auf, so dass eine
Mehrdeutigkeit entsteht, die die genaue Bestimmung der Objektposition nicht mehr ermöglicht. Aus Sicherheitsgründen wird deshalb in der Regel dem Fahrer der kürzest mögliche Abstand angegeben. Eine Möglichkeit, die Genauigkeit der Winkelbestimmung zu verbessern, bietet die Nutzung eines Ultraschallarrays (USA). Dies ist eine Anordnung einer Mehrzahl von einzelnen Sensorelementen, die idealerweise in einem Abstand von weniger als Wellenlänge/2 zueinander
angeordnet sind. Da ein USA einen kleineren Schalldruck durch die oft kleinere Fläche erzeugt, als ein konventioneller vergleichbarer USS, wird üblicherweise die Sende- und Empfangsfunktion unterteilt. Dies bedeutet, dass zusätzlicher Montageraum nötig ist und zudem sichtbare Zusatzelemente an den Fahrzeugen installiert werden müssen.
Aus der WO 03/092915 A2 ist ein Array von Ultraschallwandlern auf einer Membran bekannt. Eine Membran, bestehend aus Diamant oder
diamantähnlichem Kohlenstoff, wird mit einer Barriereschicht und einer piezoelektrischen Schicht versehen. Eine Vielzahl von räumlich getrennten ersten und zweiten Elektroden wird auf der piezoelektrischen Schicht
angeordnet. Durch Anlegen einer Wechselspannung zwischen einer ersten und einer zweiten Elektrode kann die piezoelektrische Schicht zum Schwingen angeregt werden. Durch die Anordnung der Elektroden können die einzelnen Bereiche der Membran separat zum Schwingen angeregt werden, so dass auf der Membran eine Vielzahl von Ultraschallwandlern untergebracht ist.
Aus der DE 10 2004 050 794 AI ist die Verwendung eines Ultraschallarrays zum gerichteten Senden eines Ultraschallsignals und mindestens einem Empfänger zum aufnehmen der Ultraschallechos bekannt. Das Ultraschallarray und die
Ultraschallempfänger sind in der offenbarten Vorrichtung räumlich getrennt voneinander angeordnet. Über das Ultraschallarray wird in eine festgelegte Richtung ein Signal abgestrahlt. Die Richtung kann dabei verschwenkt werden, um nach und nach das Fahrzeugumfeld mit der Schallkeule abzutasten. Die Ultraschallechos werden von einem oder mehreren Empfängern aufgenommen, wobei die Empfänger nicht auf die Bestimmung der Richtung vorbereitet sind. Die Richtung wird aus der Signallaufzeit und der Abstrahlrichtung berechnet.
Aus der noch unveröffentlichten DE 102012205996.2 ist eine Sensoranordnung bekannt, die eine erste Schallwandleranordnung mit zumindest einer als
Membran ausgebildeten Oberfläche umfasst, wobei die Membran geeignet ist, Schwallwellen abzustrahlen. Eine derartige Schallwandleranordnung wird auch als Biegeschwinger bezeichnet und kann Schallwellen mit einem verhältnismäßig hohen Schalldruck erzeugen, typischerweise etwa 103-109 dB, gemessen in 30cm Entfernung auf der Mittelsenkrechten. Die Sensoranordnung weist eine
zweite Schallwandleranordnung auf, umfassend eine Mehrzahl von
Sensorelementen, die in einem Array angeordnet sind. Es ist vorgesehen, dass die zweite Schallwandleranordnung auf einer als Membran ausgebildeten Oberfläche der ersten Schallwandleranordnung angeordnet ist. Eine derartige Sensoranordnung kann insbesondere als Ultraschallsensoranordnung zur Umfelderfassung eines Fahrzeugs ausgebildet sein.
Durch die Integration der beiden Schallwandlerkonzepte in ein Bauteil kann in vorteilhafter Weise durch die erste Schallwandleranordnung ein hoher
Schalldruck und durch die zweite Schallwandleranordnung eine winkelabhängige Detektion der reflektierten Schallwellen erzielt werden, ohne dass zwei separate Bauteile nötig sind, die zusätzlichen Bauraum beanspruchen.
Offenbarung der Erfindung
Erfindungsgemäß wird die aus DE 102012205996.2 bekannte Sensoranordnung weitergebildet und verbessert, indem vorgesehen ist, dass die Sensorelemente, die die zweite Schallwandleranordnung, also das Array, bilden als
Elektretwandlerelemente ausgebildet sind.
Unter einem Elektretwandlerelement gemäß der Erfindung wird ein Wandler verstanden, der nach dem Elektretprinzip funktioniert. Dabei weist ein
Sensorelement eine Deckschicht auf, welche als schwingende Membran ausgelegt ist. Beim Auftreffen eines akustischen Signals, beispielsweise des von einem Objekt reflektierten Schalls, wird die Deckschicht bewegt und eine Änderung der Kapazität hervorgerufen, die messbar ist. Das Signal wird im Anschluss elektrisch verstärkt und ausgewertet. Durch die Anordnung der Sensorelemente in einem Array können weitere Informationen, beispielsweise die
Als Elektret werden Materialien bezeichnet, die elektrische Ladungen über eine längere Zeit und Temperaturspanne speichern können. Bei einem
Elektretwandler wird - im Gegensatz zu z.B. Kondensatormikrofonen - die interne Gleichspannung schon während des Fertigungsprozesses in das Elektretmaterial durch entsprechende Aufladung eingebracht. Dabei entfällt die
Notwendigkeit einer externen Spannungsversorgung, die die Gleichspannung zur Verfügung stellt, was zu einem Kostenvorteil führt. Das Elektret befindet sich in einem Elektretwandler zwischen zwei Elektroden, so dass die Ladungen ein elektrisches Feld erzeugen. In einigen bekannten Aufbauten stellt das Elektret die Membran dar und schwingt somit aktiv mit. In anderen bekannten Aufbauten ist das Elektret auf der unbewegten Elektrode befestigt.
Als Aufladungsmöglichkeiten stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Die für den erfindungsgemäßen Aufbau favorisierten Verfahren zur Aufladung des Elektretmaterials sind die Korona-Aufladung und die Kontaktaufladung dar. Die
Möglichkeiten zur Aufladung beschränken sich allerdings nicht auf die genannten Verfahren. Ein Überblick über bekannte Verfahren zur Aufladung ist
beispielsweise in„Electrets, G.M. Sessler, Springer-Verlag, 2nd edition, 1987" gegeben.
Die Sensoranordnung gemäß der Erfindung weist den Vorteil auf, dass die Ausschwingzeit der ersten Schallwandleranordnung durch aktive Regelungen und damit eine aktive Dämpfung verkürzt werden kann. Dabei wirkt
beispielsweise das anregende Piezoelement als Aktor und die zweite
Schallwandleranordnung als Sensor. Somit kann auf Dämpfung durch
entsprechende Materialien entweder weitestgehend verzichtet werden oder ein Dämpfungsmaterial wird nur unterstützend genutzt. Dies bewirkt, dass wesentlich höhere Schalldrücke eingesetzt werden können, ohne den messbaren
Mindestabstand vergrößern zu müssen. Zudem kann gegebenenfalls auf eine zusätzliche, als Übertrager dienende Spule verzichtet werden, die in bekannten
Systemen im Empfangsbetrieb des Ultraschallsensors zur Erzeugung einer Breitbandigkeit und der nötigen elektrischen Spannung an der Piezokeramik genutzt wird. Diese Funktionalität kann bei der erfindungsgemäßen
Sensoranordnung stattdessen direkt in einer Auswerteeinheit verwirklicht werden. Die Signale werden in der Auswerteeinheit zusammengeführt und verarbeitet. Dies ist nötig, da im Falle der nach dem Senden nicht zur Ruhe gekommenen Membran, zum einen Nachschwingungen der Membran und zum anderen empfangene reflektierte Schwingungen (Echo) durch die zweite
Schallwandleranordnung erkannt werden. Die Auswerteeinheit kann diese Signale separieren und getrennt auswerten.
Erfindungsgemäß übernimmt also die schwingende Membran die Funktion eines Senders und das Array aus der Mehrzahl von Sensorelementen die Funktion eines Empfängers.
Besonders bevorzugt sind die Sensorelemente, die die zweite
Schallwandleranordnung bilden, in Bereichen der als Membran ausgebildeten Oberfläche der ersten Schallwandleranordnung angeordnet, die bei Anregung einer Schwingung der Membran keine oder nur eine geringe Auslenkung in eine Richtung senkrecht zur Ebene der Membran erfahren. Dies sind beispielsweise
Bereiche in denen die Membran bei Anregung mit einer bestimmten
Sendefrequenz einen Schwingungsknoten aufweist. Diese Anordnung hat den Vorteil, dass die Schallwandlerelemente auch bei starken Schwingungen der Membran nur eine geringe mechanische Belastung und keine oder nur eine geringfügige Auslenkung in Schwingungsrichtung der Membran erfahren. Damit ergibt sich, dass die Schwingung der Membran die Arrayelemente so gering wie möglich beeinflusst. Dabei stellt üblicherweise die Mitte der Membran den Bereich der größten Auslenkung und damit der größten Beeinflussung dar und der Randbereich den Bereich mit der geringsten Beeinflussung.
Bevorzugt ist die erste Schallwandleranordnung (der Sender) als Biegeschwinger mit einer Piezokeramik als Aktor ausgelegt. Die zweite Schallwandleranordnung mit der Mehrzahl von Sensorelementen (das Array) nutzt als Wandler
erfindungsgemäß das Elektretprinzip. Dabei weist die zweite
Schallwandleranordnung bevorzugt eine Deckschicht auf, welche als
schwingende Membran ausgelegt ist. Die Deckschicht kann beispielsweise alle Sensorelemente bedecken, also allen Sensorelementen gemeinsam sein oder nur bestimmte Gruppen von Sensorelementen oder einzelne Sensorelemente bedecken. Beim Auftreffen eines Signals, beispielsweise des von einem Objekt reflektierten Schalls, wird die Deckschicht bewegt und eine Änderung der
Kapazität hervorgerufen, die messbar ist. Das Signal wird im Anschluss elektrisch verstärkt und kann weiter verarbeitet werden.
Die Deckschicht kann beispielsweise aus einem metallischen Werkstoff, wie z.B. Aluminium oder Edelstahl bestehen, oder auch aus einem Faser- Kunststoff-
Verbund, wie z.B. CFK oder GFK. Die Deckschicht ist mit der Membran der ersten Schallwandleranordnung (des Biegewandlers) verklebt. Der Kleber kann in einer ersten Ausführung der Erfindung elektrisch leitend ausgebildet sein. Ist der Kleber in einer alternativen Ausführung der Erfindung nicht elektrisch leitend, so muss ein elektrischer Kontakt zur Deckschicht, die die
Gegenelektrode darstellt, durch Anbringung einer elektrischen Leitung, beispielsweise von Litzen oder einem Draht erfolgen. Um keinen Kurzschluss zu erzeugen, müssen in dieser Ausführung Teilbereiche der Membran des
Biegeschwingers, auf der das Array aufgebracht ist, nichtleitend sein. Dies kann z.B. durch eine elektrische Oxidierung (Eloxieren) der Teilbereiche erreicht werden. Dadurch wird, sofern die Membran aus elektrisch leitendem Aluminium besteht, eine nichtleitende Keramik erzeugt. Auf diese Keramik können dann Leiterbahnen aufgebracht werden, beispielsweise durch Aufdampfen, Sputtern, Siebdruck oder einen anderen auftragenden Verfahren.
Das Elektret selbst, das beispielsweise FEP, PTFE, oder ähnliche Materialien aufweist, kann, sofern es als Folie vorliegt, mit einem elektrisch leitendem Kleber auf die formgebende Elektrode aufgeklebt werden. Die Elektretfolie ist in diesem Fall vorzugsweise auf der zu kontaktierenden Seite (unten) bedampft, da FEP bzw. PTFE sehr niedrige Oberflächenenergien aufweisen, die ein Verkleben nahezu unmöglich machen. Ein Verkleben kann beispielsweise auch vermieden werden, indem das Elektret bis zu einer Temperatur nahe seiner
Schmelztemperatur erhitzt wird und anschließend auf die Membran auflaminiert wird. Liegt das Elektret in gelöster Form vor, wie Teflon AF oder Cytop von Asahi
Glass, so kann es durch andere Verfahren, wie Auftropfen oder Spinnen aufgebracht werden.
In einer bevorzugten Ausführung einer erfindungsgemäßen Sensoranordnung umfasst die erste Schallwandleranordnung ein topfförmiges Element, das eine
Bodenfläche und ein Randfläche umfasst, wobei die Bodenfläche bevorzugt als Membran ausgebildet ist. Zur Anregung einer Schwingung der Membran ist ein piezoelektrisches Element in Kontakt mit der Membran angeordnet. Die erste Schallwandleranordnung entspricht in dieser Ausführung also einem
herkömmlichen Ultraschallsensor, so dass die derartig ausgeführte
Sensoranordnung in einfacher Weise statt einem herkömmlichen
Ultraschallsensor eingebaut werden kann, ohne dass Anpassungen
beispielsweise der Halterung nötig sind. Die Sensorelemente der zweiten Schallwandleranordnung sind bevorzugt auf der als Membran ausgebildeten Bodenfläche des topfförmigen Elements angeordnet, insbesondere auf der nach außen weisenden Seite der Bodenfläche.
Die Leiterbahnen werden bevorzugt auf die Membran aufgebracht, indem eine mit den Leiterbahnen bedampften Folie, auf die als Membran ausgebildeten Oberfläche der ersten Schallwandleranordnung aufgebracht wird, beispielsweise durch Kleben. Bei der Folie kann es sich insbesondere um eine Polyimidfolie oder eine Teflonfolie handeln. Derartige Folien zeichnen sich vor allem durch eine hohe Hitzebeständigkeit und gute elektrische Isolationseigenschaften aus.
In einer alternativen Ausführung der Erfindung ist vorgesehen, dass die zweite Schallwandleranordnung auf einer flexiblen Leiterplatte aufgebracht ist, wobei die flexible Leiterplatte Leiterbahnen und Elektroden aufweist, und wobei die flexible Leiterplatte insbesondere mit der Membran verklebt ist. Dies ermöglicht sich eine besonders einfache Fertigung einer erfindungsgemäßen Sensoranordnung.
Zum Schutz vor Beschädigungen sind die Sensorelemente der zweiten
Schallwandleranordnung mit einer Abdeckschicht versehen, die beispielsweise einen Faser- Kunststoff- Verbund aufweist. Zur zusätzlichen Abdichtung und zum Schutz vor Feuchtigkeit und anderen Umwelteinflüssen kann außerdem bevorzugt mindestens eines der Sensorelemente der zweiten
Schallwandleranordnung von einer Abdeckelement, beispielsweise in Form einer Kappe oder einer abdichtenden Folie bedeckt sein.
Das Abdeckelement kann bevorzugt topfförmig ausgebildet sein und die erste und die zweite Schallwandleranordnung bzw. die zweite Schallwandleranordnung und die Membran der ersten Schallwandleranordnung vollständig abdecken.
Eine erfindungsgemäße Sensoranordnung eignet sich zur Umfelderfassung von Kraftfahrzeugen oder Robotern, insbesondere für Einparkhilfesysteme oder auch für autonom fahrende Plattformen.
Erfindungsgemäß ist weiterhin ein Verfahren zur Umfelderfassung, insbesondere eines Fahrzeugs, vorgesehen, bei dem eine erfindungsgemäße
Sensoranordnung Verwendung findet. Das Verfahren sieht vor, dass die erste Schallwandleranordnung ein akustisches Signal aussendet, das an einem oder mehreren Objekten reflektiert werden kann, die zweite Schallwandleranordnung das reflektierte Signal empfängt und eine winkelabhängige Auswertung des reflektierten Signals erfolgt. Unter einer winkelabhängigen Auswertung wird insbesondere verstanden, dass durch die Anordnung der Sensorelemente der zweiten Schallwandleranordnung als Schallwandler-Array eine Position und eine Form des Objekts, an dem die Schallwellen reflektiert wurden auf der Grundlage von Zeit- und Phasendifferenzen zwischen den von den jeweiligen
Sensorelementen empfangenen Schallwellen, erfasst werden können.
Das erfindungsgemäße Verfahren sieht in einer bevorzugten Ausführung vor, dass nach dem Aussenden des akustischen Signals eine Dämpfung der ersten Schallwandleranordnung erfolgt, indem eine, insbesondere gegenphasige, Ansteuerung der ersten Schallwandleranordnung vorgenommen wird. Dabei wird die zweite Schallwandleranordnung als Sensor eines Regelkreises für die Ansteuerung genutzt, um die aktuelle Phase und/oder Frequenz und/oder Amplitude der Schwingung der Membran der ersten Schallwandleranordnung zu bestimmen. Die gewonnene Information über die aktuelle Phase und/oder Frequenz und/oder Amplitude der Schwingung der Membran der ersten
Schallwandleranordnung wird genutzt, um die erste Schallwandleranordnung derart anzusteuern, dass eine schnelle und effektive Dämpfung einer
Nachschwingung erfolgt.
Die erfindungsgemäße Sensoranordnung findet beispielweise Verwendung in Fahrerassistenzsystemen für Fahrzeuge des täglichen Straßenverkehrs, in Fahrzeugen auf Flughäfen, in Häfen, in Lagerhallen, auf Baustellen, im Straßenbau aber auch für Raumfahrzeuge, die mit anderen Raumfahrzeugen zusammendocken oder für Maschinen und Roboter.
Kurze Beschreibung der Zeich
Figur 1 zeigt eine Ausführung einer ersten Schallwandleranordnung.
Figur 2 zeigt eine Sensoranordnung nach einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung.
Figur 3 zeigt eine Sensoranordnung nach einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung im Schnitt und in Draufsicht.
Figur 4 zeigt eine Sensoranordnung nach einem dritten Ausführungsbeispiel der Erfindung im Schnitt.
Figur 5 zeigt eine Sensoranordnung nach einem vierten Ausführungsbeispiel der Erfindung im Schnitt. Ausführungsformen der Erfindung
Figur 1 zeigt schematisch in perspektivischer Ansicht ein Ausführungsbeispiel für eine erste Schallwandleranordnung 10. Die erste Schallwandleranordnung 10 umfasst ein topfförmiges Element 11, das beispielsweise aus Kunststoff oder Aluminium bestehen kann. Das Element 11 umfasst eine als Membran 12 ausgebildete Bodenfläche 12 und eine umlaufende Randfläche 14. Die
Bodenfläche 12 ist im Wesentlichen kreisförmig ausgebildet. Die Membran 12 kann beispielsweise einteilig mit dem Element 11 ausgebildet sein, oder als separates Teil auf der umlaufenden Randfläche 14 befestigt sein. Die Randfläche 14 weist in Richtung ihrer der Bodenfläche 12 abgewandten Kante einen umlaufenden Vorsprung 16 auf. Der Vorsprung 16 dient zur Befestigung des Elements 11 in einer Aufnahme eines nicht dargestellten Sensorgehäuses, beispielsweise an einem Kraftfahrzeug. Ein nicht dargestelltes Piezoelement ist in bekannter Weise derart an der Membran 12 angeordnet, dass es die Membran 12 zu Schwingungen anregen kann, wodurch eine Abstrahlung von Schallwellen durch die erste Schallwandleranordnung 10 erfolgt. Typischerweise liegt die Frequenz der abgestrahlten Schallwellen im Bereich von 40 bis 120 kHz, also im Ultraschallbereich. Durch den beschriebenen Aufbau strahlt die erste
Schallwandleranordnung 10 in vorteilhafter Weise Schallwellen mit einem hohen Schalldruck aus. In der Darstellung in Figur 1 befindet sich die Membran 12 in
Schwingung, was durch die zentrale Wölbung der Membran 12 angedeutet ist. Die Membran 12 weist einen zentralen Bereich 12b auf, der bei Anregung der dargestellten Schwingungsmode eine maximale Auslenkung in einer Richtung senkrecht zu der Membranfläche 12 erfährt (Schwingungsbauch).
Weiterhin weist die Membran 12 einen in etwa ringförmigen Bereich 12a an ihrem Rand auf, der bei Anregung der dargestellten Schwingungsmode eine minimale oder gar keine Auslenkung in einer Richtung senkrecht zu der
Membranfläche 12 erfährt (Schwingungsknoten). Es ist vorteilhaft
Sensorelemente einer erfindungsgemäß vorgesehenen zweiten
Schallwandleranordnung in derartigen Bereichen (12a) anzuordnen, die nur eine geringe oder gar keine Auslenkung erfahren, um mechanische Belastungen der Sensorelemente und/oder durch die Bewegung verursachte Messfehler zu vermeiden. Die hier dargestellte Schwingungsform ist nur ein mögliches Beispiel für eine anregbare Schwingungsform der Membran 12. Schwingungsformen höherer Ordnung weisen in bekannter Weise Schwingungsbäuche bzw.
Schwingungsknoten in anderen Bereichen auf.
Eine erfindungsgemäße Sensoranordnung 1 ist in Figur 2 schematisch in perspektivischer Ansicht dargestellt. Die Sensoranordnung 1 umfasst eine erste Schallwandleranordnung 10, die gemäß der in Figur 1 dargestellten
Schallwandleranordnung 10 ausgebildet ist. Gleiche Teile sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
Eine zweite Schallwandleranordnung 20, umfassend acht gleichartig aufgebaute Sensorelemente 22a, 22b, 22c, 22d, 22f, 22g, 22h, 22i, ist auf der als Membran
12 ausgebildeten Bodenfläche des Elements 11 angeordnet. Die zweite
Schallwandleranordnung 20 ist als Schallwandler-Array ausgebildet. Die
Abstände zwischen benachbarten Sensorelementen sind jeweils gleich. Die zentrale Position auf der Membran 12 weist kein Sensorelement auf, da in diesem Bereich die Auslenkung bei einer Biegeschwingung der Membran am stärksten ist, wie aus Figur 1 hervorgeht. Zur Vermeidung von mechanischen Belastungen der Sensorelemente 22a-22i und Messungenauigkeiten sind die Sensorelemente 22a-22i in den Randbereichen der Membran 12 angeordnet, die bei der in diesem Beispiel angeregten Mode der Biegeschwingung der Membran, nur eine geringe Auslenkung erfahren im Vergleich zur Maximalauslenkung im
Zentrum der Membran (wie in Figur 1 dargestellt). Alternativ sind auch andere Anordnungen der Sensorelemente mit mehr oder weniger Spalten oder Reihen und/oder einer größeren oder kleineren Anzahl von Sensorelementen denkbar. Die Abstände der Sensorelemente 22a - 22i in x- und y-Richtung betragen jeweils bevorzugt die Hälfte der Wellenlänge der Schallwellen, für die die Sensoranordnung 1 ausgelegt ist. Für eine typische Frequenz von 50 kHz und die Anwendung in Luft beträgt der Abstand also etwa 3 mm, gemessen vom Mittelpunkt eines Sensorelements zum Mittelpunkt des am weitesten entfernten Sensorelements. Abweichungen führen zu Genauigkeitsverlusten bei der räumlichen Trennung von Reflexpunkten.
Da eine zuverlässige Detektion des empfangenen akustischen Signals erst nach einer gewissen Ausschwingzeit der Sensoranordnung 1 erfolgen kann, ist vorgesehen die Sensoranordnung 1 nach dem Aussenden des akustischen
Signals zu dämpfen. Durch die Dämpfung wird die Zeitdauer, die mindestens zwischen dem Aussenden des akustischen Signals durch die erste
Schallwandleranordnung 10 und der Detektion des reflektierten akustischen Signals durch die zweite Schallwandleranordnung 20 vergehen muss, um eine zuverlässige Messung insbesondere in einem Nahbereich der Sensoranordnung
1, zu gewährleisten, reduziert. Wird die erfindungsgemäße Sensoranordnung 1 zur Objektdetektion in einem Fahr- oder Parkassistenzsystem eines
Kraftfahrzeugs eingesetzt, können durch diese Reduktion der sogenannten Totzeit auch Objekte mit einem geringem Abstand zum Sensor erkannt werden. Der minimale erfassbare Abstand ist in bekannter Weise durch die
Nachschwingdauer der Sensoranordnung 1 bestimmt.
Die Dämpfung der ersten Schallwandleranordnung 10 erfolgt bevorzugt durch aktive Ansteuerung des Piezoelements der ersten Schallwandleranordnung, gegenphasig zur Schwingung der Membran 11. Die zweite
Schallwandleranordnung 20 dient dabei als Sensor für die Schwingung der Membran 11 und es kann ein Regelkreis gebildet werden, der eine schnelle und effiziente Dämpfung der Membran ermöglicht. Es ist damit möglich, den Einsatz dämpfender Materialien, z.B. geschäumte Kunststoffe, zu reduzieren oder gänzlich darauf zu verzichten.
Alternativ zu der in Figur 2 dargestellten Anordnung der Sensorelemente 22a - 22i sind auch andere Anordnungen denkbar, beispielsweise eine Anordnung mit variierenden Abständen. Die Sensorelemente 22a - 22i weisen in dem gezeigten Beispiel eine im Wesentlichen kreisförmige Oberfläche auf. Alternativ sind auch andere Formen möglich, beispielsweise eine rechteckige, quadratische oder polygone Form.
Die Sensorelemente 22a - 22i umfassen ein jeweils ein Elektretelement und eine gemeinsame Deckschicht , welche als schwingende Membran ausgelegt ist. Beim Auftreffen eines Signals, beispielsweise des von einem Objekt reflektierten Schalls, wird die Deckschicht bewegt und eine Änderung der Kapazität hervorgerufen, die messbar ist. Dadurch wird an jedem der Sensorelemente 22a - 22i ein Spannungssignal erzeugt. Durch die Anordnung der Sensorelemente 22a - 22i als Schallwandler-Array können eine Position und eine Form des Objekts, an dem die Schallwellen reflektiert wurden auf der Grundlage von Zeit- und Phasendifferenzen zwischen den von den jeweiligen Sensorelementen 22a - 22i empfangenen Schallwellen, erfasst werden. Die gewonnene Information kann beispielsweise durch ein Fahrerassistenzsystem eines Kraftfahrzeugs
weiterverarbeitet werden.
In Figur 3 ist eine Sensoranordnung 1 nach einem zweiten Ausführungsbeispiel der Erfindung im Schnitt (Figur 3A) und in Draufsicht (Figur 3B) dargestellt, wobei in Figur 3B die Deckschicht 125 der Sensorelemente 22a - 22i nicht sichtbar ist. Die erste Schallwandleranordnung 110 umfasst ein topfförmiges Element 111 mit einer Membran 112 als Bodenfläche. Die erste Schallwandleranordnung 110 ist als Biegeschwinger mit einer Piezokeramik 115 als Aktor ausgebildet, die durch elektrische Anschlüsse 117 angesteuert wird. In dieser Ausführung sind vier Sensorelemente 122 auf der Membran 112 der ersten Schallwandleranordnung 110 vorgesehen, die als Sensorarray wirken und zusammen die zweite
Schallwandleranordnung 120 bilden. Die Sensorelemente 122 der zweiten Schallwandleranordnung 120 nutzen das Elektretprinzip. Dabei ist eine
Deckschicht 125 des Arrays als schwingende Membran ausgelegt. Beim
Auftreffen von Schallwellen, insbesondere wird die Deckschicht 125 bewegt und
an jedem Sensorelement eine Änderung der Kapazität hervorgerufen. Die Änderung der Kapazität repräsentiert das empfangene Signal.
Die Deckschicht 125 kann sowohl aus einem metallischen Werkstoff, wie z.B. Aluminium oder Edelstahl bestehen, als auch aus einem Faser- Kunststoff- Verbund, wie z.B. CFK oder GFK. Die Deckschicht 125 ist mit der Membran 112 der ersten Schallwandleranordnung 110 an verschiedenen Klebestellen 128 verklebt. Der verwendete Klebstoff kann beispielsweise elektrisch leitend sein. Ist der Klebstoff nicht elektrisch leitend, so muss ein elektrischer Kontakt der Deckschicht 125, die die Gegenelektrode der zweiten Schallwandleranordnung 120 darstellt zu einer Masseelektrode 137, durch Anbringung von Litzen oder einem Draht 130 erfolgen, wie in Figur 3 dargestellt. Um keinen Kurzschluss zu erzeugen, müssen Teilbereiche 114 der Membran 112 der ersten
Schallwandleranordnung 110, auf der die Schallwandleranordnung 120 angeordnet ist, nichtleitend sein. Dies kann z.B. durch eine elektrische
Oxidierung (Eloxieren) der Teilbereiche 114 erreicht werden. Dadurch wird, sofern die Membran 112 aus elektrisch leitendem Aluminium besteht, eine nichtleitende Keramik erzeugt. Auf diese Keramik werden dann Leiterbahnen aufgebracht, die z.B. durch Aufdampfen, Sputtern, Siebdruck oder einen anderen auftragenden Prozess realisiert werden können. Alternativ können die
Leiterbahnen 132 durch Aufbringen einer mit den Leiterbahnen 132 bedampften Folie, insbesondere einer oder einer Teflonfolie, auf die als Membran
ausgebildeten Oberfläche 112 der ersten Schallwandleranordnung 110 aufgebracht werden. Das Elektret, das die Sensorelemente 122 bildet und das z.B. FEP, PTFE aufweist, kann, sofern es als Folie vorliegt, mit einem elektrisch leitendem Kleber auf die formgebende Elektrode aufgeklebt werden. Die
Elektretfolie ist in diesem Fall vorzugsweise auf der zu kontaktierenden Seite (unten) bedampft, da FEP bzw. PTFE sehr niedrige Oberflächenenergien aufweisen, die ein Verkleben nahezu unmöglich machen. Liegt das
Elektretmaterial in gelöster Form vor, wie z.B. Teflon AF oder Cytop von Asahi Glass, so kann es durch andere Verfahren, wie Auftropfen oder Spinnen aufgebracht werden. Ein Stecker 135 kann mittels elektrischem Leitkleber 129 mit den Leiterbahnen 132 oder durch Löten oder Schweißen verbunden werden. Der Stecker 135 bzw. die elektrische Zuleitung zu dem Stecker 135 wird durch
eine kanalartige Aussparung 138 im Gehäuse 111 hindurchgeführt, und mit der Elektronik einer Auswerteeinheit (nicht dargestellt) verbunden.
In Figur 4 ist eine alternative Ausführung einer erfindungsgemäßen
Sensoranordnung 1 im Schnitt dargestellt. Die erste Schallwandleranordnung 210 umfasst ein topfförmiges Element 211 mit einer Membran 212 als
Bodenfläche Die erste Schallwandleranordnung 210 ist als Biegeschwinger mit einer Piezokeramik 215 als Aktor ausgebildet, die durch elektrische Anschlüsse 217 angesteuert wird. In dieser Ausführung sind mehrere Sensorelemente 222 auf der Membran 212 der ersten Schallwandleranordnung 210 vorgesehen, die als Sensorarray wirken und zusammen die zweite Schallwandleranordnung 220 bilden. Die Sensorelemente 222 der zweiten Schallwandleranordnung 220 nutzen erfindungsgemäß das Elektretprinzip. Dabei ist eine Deckschicht 225 des Arrays als schwingende Membran ausgelegt. In dieser Ausführung ist, im Unterschied zur Figur 3, die zweite Schallwandleranordnung 220 bis auf die Deckschicht 225 auf einer flexiblen Leiterplatte 232 aufgebracht, die schon die nötigen Elemente, wie Leiterbahnen und Elektroden aufweist. Dadurch wird eine kostenintensive Bearbeitung der Membran 212 der ersten
Schallwandleranordnung unnötig. Die Leiterplatte 232 verfügt über einen flexiblen Stecker 235, der in einer Aussparung 238 des Membrantopfes geführt werden kann. Auf diese Weise entfällt die komplizierte Kontaktierung im
Vergleich zu der in Figur 3 dargestellten Variante. Die Leiterplatte 232 ist mit der Membran mittels einer Klebstoffschicht 240 verbunden. Die Deckschicht 225 ist mittels Klebestellen 228, 229 auf der flexiblen Leiterplatte 232 befestigt.
Das in Figur 5 dargestellte Ausführungsbeispiel der Erfindung entspricht weitgehend dem in Zusammenhang mit Figur 4 beschriebenen Beispiel. Gleiche Elemente sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen. Der Unterschied zu dem in Figur 4 dargestellten Ausführungsbeispiel besteht darin, dass eine Deckschicht 326 der zweiten Schallwandleranordnung 220 vorgesehen ist, die topfförmig ausgebildet ist, also einen umlaufenden Rand 330 aufweist, der im Wesentlichen senkrecht zu der Membran 212 verläuft. Durch diese Ausbildung der Deckschicht wird zum einen eine optische durchgängige Oberfläche geschaffen und zum anderen eine weitere Möglichkeit zum Abdichten der
Sensoranordnung 1 geschaffen. Die Abdichtung erfolgt in dem dargestellten Beispiel an den Klebestellen 350.