RINGSTATOR, GENERATOR, SOWIE WINDENERGIEANLAGE MIT DEMSELBEN
Die vorliegende Erfindung betrifft einen Statorring für einen elektrischen Generator, insbesondere einen Synchrongenerator bzw. einen Ringgenerator einer Windenergieanlage. Die Erfindung betrifft ferner einen solchen Synchrongenerator bzw. Ringgenerator. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Windenergieanlage mit einem solchen Generator.
Statorringe der vorbezeichneten Art sind grundsätzlich bekannt. Sie weisen üblicherweise eine Vielzahl von Nuten zur Aufnahme der Statorwicklung auf, in welcher durch den an ihr entlang laufenden Rotor eine elektrische Leistung induziert wird. Die Statorringe sind typischerweise so aufgebaut, dass sie benachbart zu dem Abschnitt, der die Nuten trägt, ein magnetisches Joch aufweisen. Bei Statorringen für Innenläufer befindet sich das magnetische Joch radial außerhalb des Bereichs, in dem die Nuten vorgesehen sind. Bei Statorringen für Außenläufer verhält es sich entsprechend umgekehrt. Hier sind die Nuten radial außerhalb des magnetischen Jochs.
Infolge der Induktion elektrischer Leistung kommt es in einem elektrischen Generator der vorbezeichneten Art, und insbesondere im Statorring zu Wärmeentwicklung. Um die hierdurch bedingten Leistungsverluste möglichst gering zu halten, ist eine effiziente Wärmeabfuhr erstrebenswert.
Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Ansätze bekannt, Wärme auch direkt aus dem Statorring abzuführen. Beispielsweise zeigt die Entgegenhaltung EP 2 419 991 B1 die Verwendung von Rohren, die sich durch den Statorring hindurch erstrecken und hydraulisch aufgeweitet werden, um fest in den Ausnehmungen anzuliegen, was für einen besseren Wärmeübergang sorgen soll.
Während das Kühlen nach beispielsweise vorstehend bezeichneter Art in der Praxis allgemein als funktionsfähig eingestuft wird, so wird dennoch der erforderliche apparative Aufwand und auch der erforderliche Zeitaufwand zum Montieren der Rohre und zum Aufweiten der Rohre als nachteilig empfunden. Weiterhin besteht bei einigen Generatortypen die Möglichkeit, anstelle von Flüssigkeitskühlung mit Luftkühlung zu arbeiten.
Ein Prinzip der Luftkühlung ist beispielsweise aus WO2010/040659 A2 bekannt. Dort wird vorgeschlagen, in einer äußeren Tragstruktur des Statorrings eine Vielzahl von radial angeströmten Kühlkanälen vorzusehen, die mit einer Statorglocke zum Schaffen eines Druckraums mit einem Über- oder Unterdruck zum Bereitstellen eines Luftstroms zusammenwirkt. Das dort vorgestellte Kühlkonzept wird hinsichtlich seiner Funktionsweise als zufriedenstellen eingestuft. Dennoch besteht weiterhin Bedarf, die Kühlleistungen bei einem Generator und Stator der eingangs bezeichneten Art weiter zu verbessern. Demzufolge lag der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Statorring mit verbesserter Kühlmöglichkeit anzugeben.
Die Erfindung löst die ihr zugrunde liegende Aufgabe bei einem Statorring der eingangs bezeichneten Art, indem dieser mit den Merkmalen von Anspruch 1 ausgebildet ist. Insbesondere weist der Statorring eine Vielzahl von Nuten zur Aufnahme der Statorwicklung auf, sowie benachbart zu den Nuten ein magnetisches Joch, wobei der Statorring im Bereich des magnetischen Jochs mehrere von Kühlluft durchström bare Kühlausnehmungen aufweist, und wobei der Statorring eine Vielzahl in axialer Richtung des Statorrings hintereinander gestapelter Statorbleche aufweist, wobei sich die Kühlausnehmungen durch sämtliche Statorbleche hindurch erstrecken. Das magnetische Joch weist vorzugsweise einen ersten Bereich unmittelbar benachbart zu den Nuten auf, und einen radial weiter außen liegenden zweiten Bereich, welcher als
erweitertes magnetisches Joch bezeichnet wird. In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Kühlausnehmungen in dem erweiterten magnetischen Joch angeordnet.
Die Erfindung macht sich die Erkenntnis zu Nutze, dass eine Wärmeabfuhr am effizientesten dort erfolgt, wo sie entsteht.
Die höhere Effizienz der Wärmeabführung kompensiert die Leistungsverluste, die durch die Störungen in Kauf genommen werden die sich insbesondere aus den bevorzugten Weiterbildungen der Erfindung ergeben.
Die Erfindung wird dadurch vorteilhaft weitergebildet, dass in einer, mehreren oder sämtlichen der Kühlausnehmungen Kühlrippen zur Oberflächenvergrößerung ausgebildet sind.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Kühlausnehmungen als Langlöcher ausgebildet. Vorzugsweise verlaufen die Längsseiten der Langlöcher in radialer Richtung des Statorrings. Als Langloch werden im Sinne der Erfindung auch solche Ausnehmungen verstanden, deren Enden nicht halbkreisförmig ausgebildet sind. Als Langlöcher gelten somit auch Ausnehmungen mit einem rechteckigen Querschnitt, ggf. auch mit abgerundeten Ecken.
Vorzugsweise sind mindestens zwei Kühlausnehmungen der Vielzahl von Kühlausnehmungen durch einen Steg voneinander getrennt, dessen höchste Dicke in Umfangsrichtung des Statorrings vorzugsweise gleich oder geringer ist als die lichte Weite der Kühlausnehmungen in Umfangsrichtung. Der derart dimensionierte Steg fungiert somit zusätzlich zu seiner abstützenden Funktion auch als Kühlrippe.
In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Statorring mehrere Sätze aus jeweils mindestens zwei durch einen Steg voneinander getrennten Kühlausnehmungen auf. In bevorzugten alternativen Ausgestaltungen ist vorzugsweise ein Satz für jede dritte Nut vorgesehen, oder besonders bevorzugt ein Satz für jede zweite Nut, oder alternativ und besonders bevorzugt ein Satz für jede Nut.
Der Abstand zwischen zwei Sätzen von Kühlausnehmungen ist vorzugsweise größer als der Abstand zwischen zwei innerhalb eines Satzes benachbarten Kühlausnehmungen.
Die höchste Dicke des Stegs zwischen zwei Kühlausnehmungen innerhalb eines Satzes in Umfangsrichtung des Statorrings ist vorzugsweise gleich oder geringer als die lichte Weite der Kühlausnehmungen in Umfangsrichtung.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Statorrings sind die Kühlausnehmungen in Umlaufrichtung zu den Nuten versetzt angeordnet. Die versetzte Anordnung der Kühlausnehmungen relativ zu den Nuten sorgt bei ausreichend großer Dimensionierung der Kühlausnehmung für einen sehr gleichmäßigen Wärmefluss.
In einer bevorzugten Ausführungsform des Statorrings ist die Oberfläche der Kühlausnehmungen derart konturiert, dass die Ausbildung von Turbulenzen innerhalb der Kühlausnehmungen begünstigt wird. Das Ausbilden einer turbulenten Luftströmung innerhalb der Kühlausnehmungen sorgt für eine Erhöhung des Wärmeübergangs von der Luft zur Oberfläche der Kühlausnehmungen. Vorzugsweise wird die Kontur in der Ausführung mit mehreren hintereinander gestapelten Statorblechen mittels eines Versatzes in radialer Richtung und/oder in Umlaufrichtung der Kühlausnehmungen zwischen benachbarten Statorblechen erzeugt. Aufgrund des Versatzes ist die Oberfläche der Kühlausnehmungen technisch gesehen aufgeraut.
Die Erfindung betrifft in einem weiteren Aspekt einen elektrischen Generator, insbesondere einen Synchrongenerator bzw. Ringgenerator einer Windenergieanlage, mit einem Rotor und einem Stator, wobei der Stator einen Statorring aufweist. Die Erfindung löst gemäß diesem Aspekt die ihr zugrunde liegende eingangs bezeichnete Aufgabe, indem der Statorring nach einer der vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen ausgebildet ist.
In einer ersten bevorzugten Ausführungsform des Generators ist der Rotor als Innenläufer ausgebildet. In einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Rotor des Generators als Außenläufer ausgebildet.
In einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung eine Windenergieanlage, insbesondere eine getriebelose Windenergieanlage, mit einem elektrischen Generator, insbesondere einem Synchrongenerator bzw. Ringgenerator. Die Erfindung löst die ihr zugrunde liegende Aufgabe bei einer solchen Windenergieanlage, indem der Generator nach einer der hierin beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen ausgebildet ist.
Vorzugsweise weist die Windenergieanlage mindestens einen motorisch, vorzugsweise elektromotorisch angetriebenen Lüfter zum Erzeugen eines Kühlluftstroms durch die Kühlausnehmungen des Statorrings hindurch auf.
Die Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert. Hierbei zeigen:
Fig. 1 eine Windenergieanlage schematisch in einer perspektivischen
Ansicht,
Fig. 2 eine Gondel der Windenergieanlage gemäß Fig. 1 schematisch in einer perspektivischen Schnittansicht
Fig. 3 eine vereinfachte schematische perspektivische Ansicht eines Stators der Windenergieanlage gemäß den Figuren 1 und 2,
Fig. 4 eine partielle schematische Schnittansicht durch den Stator gemäß
Fig. 3,
Fig. 4a eine partielle Ansicht zu Figur 4 betreffend das magnetische Joch,
Fig. 5 eine partielle schematische Detailansicht zu Figur 4 für ein erstes
Ausführungsbeispiel,
Fig. 6 eine partielle schematische Detailansicht zu Figur 4 für ein zweites
Ausführungsbeispiel, und
Fig. 7 eine Schnittansicht entlang der Linie A-A aus Fig. 6.
Fig. 1 zeigt eine Windenergieanlage 100 mit einem Turm 102 und einer Gondel 104. An der Gondel 104 ist ein Rotor 106 mit drei Rotorblättern 108 und einem Spinner 1 10 angeordnet. Der Rotor 106 wird in Betrieb durch den Wind in eine Drehbewegung versetzt und treibt dadurch einen Generator 1 (Fig. 2) in der Gondel 104 an.
Die Gondel 104 ist in Fig. 2 gezeigt. Die Gondel 104 ist drehbar an dem Turm 102 montiert und mittels eines Azimutantriebs 7 in allgemein bekannter Weise angetrieben verbunden. In ferner allgemein bekannter Weise ist in der Gondel 104 ein
Maschinenträger 9 angeordnet, der einen Synchrongenerator 1 hält. Der Synchrongenerator 1 ist gemäß der vorliegenden Erfindung ausgebildet und ist insbesondere ein langsam drehender, vielpoliger Synchron-Ringgenerator. Der Synchrongenerator 1 weist einen Stator 3 und einen innen laufenden Rotor 5 auf, auch bezeichnet als Läufer. Der Rotor beziehungsweise Läufer 5 ist mit einer Rotornabe 13 verbunden, die die durch den Wind verursachte Rotationsbewegung der Rotorblätter 108 an den Synchrongenerator 1 überträgt.
Fig. 3 zeigt den Stator 3 in Alleinstellung. Der Stator 3 weist einen Statorring 16 mit einer inneren Umlauffläche 18 auf. In der inneren Umlauffläche 18 ist eine Vielzahl von Nuten 17 vorgesehen, die zur Aufnahme der Statorwicklung in Form von Leiterbündeln ausgebildet sind.
Wie sich aus der Querschnittsansicht gemäß Fig. 4 ergibt, weist der Statorring 16 des Stators 3 in einem ersten radialen Bereich W eine Statorwicklung auf. Die Statorwicklung ist in Form von Leiterbündeln 12 in den Nuten 17 untergebracht, die sich von der inneren Umlauffläche 18 aus erstrecken. Benachbart zu dem Bereich W ist das magnetische Joch J ausgebildet. Bei dem dargestellten Generator 1 mit Innenläufer, angedeutet durch einen Rotor 5, der sich in Umlaufrichtung U innerhalb des Statorrings 16 bewegt, ist das magnetische Joch J radial außerhalb des Bereichs W mit der Statorwicklung. Bei einem alternativen, ebenfalls erfindungsgemäßen Generator mit Außenläufer (nicht dargestellt) würde der Rotor radial außerhalb des Stators umlaufen, und das magnetische Joch wäre demzufolge radial innerhalb des Bereichs der Statorwicklungen benachbart zu diesem angeordnet. Auf eine zusätzliche zeichnerische Darstellung wird an dieser Stelle zugunsten der Übersichtlichkeit verzichtet. Zwischen dem Stator 3 und dem Rotor 5 ist ein Luftspalt S ausgebildet. Im Bereich J des magnetischen Jochs sind mehrere Sätze 15 von Kühlausnehmungen 19 (vgl. Figur 5, 6) im Statorring 16 ausgebildet. Ein Satz 15 von Kühlausnehmungen kann eine oder mehrere Kühlausnehmungen umfassen. Es können jeweils für eine, zwei, drei, vier, oder mehr als 4 Nuten jeweils ein Satz von Kühlausnehmungen vorgesehen sein.
Die schematische Teilansicht in Fig. 4a zeigt die Aufteilung des magnetischen Jochs J in einen ersten Bereich J1 und einen sich radial außerhalb anschließenden zweiten Bereich J2. Der zweite Bereich J2 wird als das erweiterte magnetische Joch verstanden. Die Kühlausnehmungen sind vorzugsweise in dem zweiten Bereich J2 angeordnet. Im
vorliegenden Ausführungsbeispiel ist exemplarisch ein Satz 15 von Kühlausnehmungen jeweils drei Nuten 17 zugeordnet.
Die Figuren 5 und 6 zeigen verschiedene Details der Erfindung jeweils isoliert voneinander. Es wird aber im Sinne der Erfindung vorausgesetzt, dass die einzelnen Merkmale, die jeweils nur in einem der Ausführungsbeispiele gezeigt sind, auch mit den Merkmalen der anderen Ausführungsbeispiele kombiniert werden können. Die Figuren 5 und 6 zeigen keine Krümmung des Statorrings 13. Die dargestellten Details gelten sowohl für Generatoren mit Innen- als auch mit Außenläufer.
In Figur 5 ist zunächst ein Satz 15 bestehend aus zwei Kühlausnehmungen 19 gezeigt. Die Kühlausnehmungen 19 sind voneinander in Umlaufrichtung beabstandet und zu den Nuten 17 versetzt angeordnet. Jede der Ausnehmungen 19 gemäß Figur 5 weist eine Vielzahl von Kühlrippen 21 auf.
In Figur 6 sind insgesamt drei Sätze 15 mit jeweils zwei Kühlausnehmungen 19 gezeigt, wobei jeder Satz 15 einer Nut 17 zugeordnet ist. Die Sätze 15 mit den Kühlausnehmungen 19 sind relativ zu den ihnen jeweils zugeordneten Nuten 17 nicht versetzt.
Die Kühlausnehmungen 19 innerhalb eines jeweiligen Satzes 15 sind durch einen dünnen Steg 20 voneinander beabstandet. Der Steg 20 weist an seiner breitesten Stelle eine Dicke 23 auf, die geringer ist, als ein Abstand 25 zwischen den Kühlausnehmungen 19 benachbarter Sätze 15. Vorzugsweise ist die Breite 23 eines jeweiligen Stegs 20 geringer oder gleich der Breite in Umlaufrichtung einer der Kühlausnehmungen 19.
In Figur 7 ist ein Schnitt entlang der Linie A-A aus Figur 6 dargestellt. Die Statorblechpakete 16a, b, c, d, e, f,... ,n sind in radialer Richtung derart gegeneinander versetzt, dass die innere Oberfläche der Kühlausnehmung 19 aufgeraut ist. Der Versatz 27 kann gering sein. Bereits ein Versatz von wenigen Millimetern begünstigt den Wärmeaustausch zwischen der Kühlluft in der Kühlausnehmung 19 und den Statorblechen 16a-n. Es müssen für eine solche Konfiguration nicht die Statorbleche insgesamt gegenander versetzt werden. Es genügt, wenn die jeweiligen, sich durch die Einzelbleche 16a-n hindurch erstreckenden Kühlausnehmungen 19a-n zueinander leicht versetzt sind.
Wie sich aus dem Vorstehenden ergibt, können die Kühlausnehmungen 19 gemäß Figur
5 glattwandig ausgebildet sein. Ebenso könnten die Kühlausnehmungen 19 gemäß Figur
6 mit Kühlrippen versehen sein. Innerhalb eines Satzes 15 von Kühlausnehmungen können auch mehr als zwei Kühlausnehmungen ausgebildet sein, und ein Satz 15 von Kühlausnehmungen 19 kann in einer von den Figuren 5 und 6 abweichenden Anzahl von Nuten 17 zugeordnet werden.