Konnektor und Anschlusssystem für eine medizinische Verpackung sowie Verfahren zum Bereitstellen einer Flüssigkeit für eine medizinische Verpackung
Beschreibung
Die Erfindung betrifft einen Konnektor für eine medizinische Verpackung, eine mit dem Konnektor ausgestattete medizinische Verpackung sowie ein Anschlusssystem, welches den Konnektor umfasst .
Weiter betrifft die Erfindung ein Apherese-Set sowie ein Verfahren zum Bereitstellen einer Fluidverbindung zu einer medizinischen Verpackung.
Hintergrund der Erfindung
Anschlusssysteme für medizinische Verpackungen, insbesondere für Infusionsbeutel, sind aus der Praxis in einer Vielzahl von Varianten bekannt.
Derartige Anschlusssysteme umfassen in der Regel ein Septum, welches den Konnektor abdichtet und welches zum Herstellen einer Fluidverbindung mit einem Spike oder mit einer Nadel durchstoßen wird.
Ein derartiges Anschlusssystem für medizinische Behälter ist beispielsweise in dem Dokument WO 2016/188957 Al (Anmelder: Fresenius Kabi Deutschland GmbH) gezeigt.
Insbesondere für Apherese-Sets werden Anschlusssysteme nach dem sogenannten Correct Connect-Standard verwendet. Über
diesen Standard soll ein einheitliches Anschlusssystem bereitgestellt werden, bei welchem der Schlauchanschluss ein Außengewinde umfasst, über das der Schlauchanschluss mit dem Konnektor verbunden wird.
Das aus vorstehend genannter Offenlegungsschrift bekannte Anschlusssystem ist mithin für den Correct Connect-Standard nicht geeignet.
Im Dokument US 2019/0184152 Al ist ein männlicher Konnektor zum Verbinden zweier Schlauchleitungen beschrieben. In dem Konnektor ist ein Ventilkörper beweglich angeordnet. In dem Innenraum des Ventilkörpers ist ein hohlförmiger Körper mit einer Spitze vorgesehen, welcher das Öffnen des Ventilkörpers unterstützt. Im Verbindungszustand des Konnektors durchsticht der hohlförmige Körper mit seiner Spitze den Dichtkopf des Ventilkörpers .
Es hat sich gezeigt, dass die Bereitstellung eines Konnektors für das Correct Connect-System, bei welchem ein zuverlässiges Verschließen des Konnektors nach dem Abschrauben des Anschlusses schwierig ist.
Aufgabe der Erfindung
Der Erfindung liegt vor diesem Hintergrund die Aufgabe zugrunde, einen Konnektor bereitzustellen, welcher ein Innengewinde aufweist und welcher mit hoher Zuverlässigkeit eine Abdichtung beim Abschrauben des Anschlussstücks sicherstellt. Insbesondere soll im verbundenen Zustand auch der Durchfluss nicht wesentlich beeinträchtigt sein. Zudem soll insbesondere der Innenraum des Konnektors steril bereitgestellt werden können.
Zusammenfassung der Erfindung
Die Aufgabe der Erfindung wird bereits durch einen Konnektor bzw. ein Anschlusssystem mit einem Konnektor sowie durch ein Verfahren zum Bereitstellen einer Fluidverbindung zu einer medizinischen Verpackung nach einem der unabhängigen Ansprüche gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen und Weiterbildungen der Erfindung sind dem Gegenstand der abhängigen Ansprüche, der Beschreibung sowie den Zeichnungen zu entnehmen.
Die Erfindung betrifft einen Konnektor für eine medizinische Verpackung, wobei der Konnektor ein Ansetzteil mit einen Dichtelement umfasst und das Dichtelement einen Dichtkopf mit zumindest einem Schlitz aufweist. Der Dichtkopf sitzt in einer Innenhülse des Ansetzsetzteils, wobei sich an den Dichtkopf zumindest ein Rumpfabschnitt anschließt, der einen größeren Außendurchmesser als der Dichtkopf aufweist. Zwischen dem zumindest einen Rumpfabschnitt und einer gegenüberliegen Innenwand des Ansetzteils ist ein Spalt vorhanden. Das Ansetzteil weist eine die Innenhülse umgebende Außenhülse mit einem Innengewinde auf. Insbesondere ist ein Innenraum des Dichtelements frei von einem Körper, insbesondere einem Hohlkörper, mit einer Spitze, welcher das Öffnen des Dichtelements, insbesondere des Dichtkopfs, unterstützen soll. Dadurch wird der Durchfluss in dem Konnektor nicht wesentlich beeinträchtigt .
Es hat sich herausgestellt, dass durch einen derart ausgebildeten Konnektor im Zusammenwirken mit einem Anschluss ein System gebildet werden kann, bei dem der eine Anschlussinnenhülse zum Bereitstellen einer Fluidverbindung umfassende Anschluss eingeschraubt und wieder abgeschraubt
werden kann, wobei zuverlässig eine Dichtigkeit des Konnektors nach dem Entfernen des Anschlusses gewährleistet ist.
Das Dichtelement umfasst einen Dichtkopf mit zumindest einem Schlitz. Wenn sich der Dichtkopf in seinem Durchmesser aufweitet, wird durch den Schlitz eine Öffnung freigegeben, welche eine Fluidverbindung bereitstellt und in welche die Anschlussinnenhülse eindringen kann.
Durch einen Rumpfabschnitt, welcher sich an den Dichtkopf anschließt und welcher einen größeren Außendurchmesser als der Dichtkopf aufweist und welcher von einem Spalt umgeben ist, wird beim Anbringen des Anschlusses und Zurückdrücken des Anschlusskopfes durch die Anschlussinnenhülse erreicht, dass sich der Rumpfabschnitt aufweiten kann und damit auch den Dichtkopf definiert aufweiten kann.
Der Konnektor umfasst vorzugsweise ein Unterteil mit einem als Ansetzteil ausgebildeten Oberteil.
Das Ansetzteil ist mit dem Unterteil verbunden, insbesondere auf das Unterteil aufgerastet.
Durch das Ansetzteil wird eine Innenhülse bereitgestellt, in die die Anschlussinnenhülse eingeschoben werden kann.
Die Innenhülse wird von einer Außenhülse mit einem Innengewinde umgeben, das dem Einschrauben der Anschlussaußenhülse dient.
Der Konnektor ist also zumindest in einem vorderen Bereich zweiwandig ausgebildet und umfasst die Innenhülse, welche von der Außenhülse mit dem Innengewinde zumindest abschnittsweise umgeben ist.
Vorzugsweise ragt der Dichtkopf im nicht verbundenen Zustand in die Innenhülse hinein.
Da sich das Gewinde aber nur über einen vorderen Bereich des Konnektors erstreckt, geht das Ansetzteil von vorne gesehen hinter dem Gewinde der Außenhülse in eine einwandige Ausgestaltung über.
Dieser Übergang liegt vorzugsweise in einem mittleren Bereich des Dichtelements im nicht verbundenen Zustand.
Das Dichtelement besteht aus einem elastischen Material, insbesondere aus einem Polyurethan oder einem Silikon oder umfasst diese Materialien.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung ist eine Stirnfläche des Dichtkopfes von einem stirnseitigen Ende der Innenhülse beabstandet .
Die Innenhülse ragt also über die Außenhülse hinaus, wobei vorzugsweise der Dichtkopf des Dichtelements vom stirnseitigen Ende der Innenhülse beabstandet ist.
Hierdurch wird erreicht, dass der Anschluss leicht in die Innenhülse eingeführt werden kann und dass das Gewinde des Anschlusses schon in Eingriff kommt, bevor durch das Aufsetzen der Spitze der Anschlussinnenhülse vom Dichtelement ein Widerstand erzeugt wird.
So ist eine einfache und sichere Anbringung des Anschlusses gewährleistet .
Das Dichtelement weist bei einer Ausführungsform der Erfindung einen Flansch auf, welcher zwischen dem Ansetzteil, welches
als Oberteil ausgebildet ist, und einem Unterteil angeordnet ist.
Über den Flansch, welcher vorzugsweise an einem hinteren Bereich des Dichtelements angebracht ist, kann eine definierte Positionierung erreicht werden.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung umfasst der
Rumpfabschnitt zumindest eine Schulter, welche an einer Stufe des Ansetzstücks anliegt.
Es ist insbesondere vorgesehen, dass das Dichtelement zwei Stufen aufweist, wobei eine vordere Stufe innerhalb des Bereichs des Dichtkopfes und eine hintere Stufe den Übergang zum Rumpfabschnitt im Sinne der Erfindung bildet.
Zumindest eine Stufe, insbesondere die Stufe, an welcher der Dichtkopf in den Rumpfabschnitt übergeht, bildet zugleich den Übergang, hinter dem sich ein Spalt um das Dichtelement erstreckt.
Im unverbundenen Zustand liegt also das Kopfstück des Dichtelements an der Innenwand des Ansetzteils an, wohingegen der Rumpfabschnitt durch einen Spalt beabstandet ist.
Beim Verbinden kann sich so der Rumpfabschnitt aufweiten und radial in den Spalt ausweichen.
Vorzugsweise befindet sich der Übergang vom Dichtkopf in den Rumpfabschnitt auf Höhe eines Übergangsbereiches, in welchem das Ansetzteil von einer zweiwandigen Ausgestaltung zu einer einwandigen Ausgestaltung übergeht.
So kann radial anstelle des Gewindes hinter dem Gewinde der Spalt angeordnet sein. Eine besonders kompakte Ausgestaltung des Konnektors ist so sichergestellt.
Bei einer Ausführungsform der Erfindung umfasst der Dichtkopf einen vorderen Abschnitt, der über eine Stufe in einen hinteren Abschnitt mit größerem Außendurchmesser übergeht, wobei die Stufe des Dichtkopfes an einer Stufe der Innenhülse anliegt.
So wird eine definierte Aufweitung des Dichtkopfes beim Einbringen der Anschlussinnenhülse sichergestellt.
Der Dichtkopf wird beim Einschrauben des Anschlusses zurückgeschoben, wobei der vordere Abschnitt des Dichtkopfes in den Bereich überführt wird, in welchem zuvor im unverbundenen Zustand der hintere Abschnitt des Dichtkopfes angeordnet war.
Der vordere Abschnitt wird so in etwa um die Differenz des Durchmessers vom vorderen Abschnitt zum hinteren Abschnitt aufgeweitet und gibt den Kanal frei, in welchen die zunächst stirnseitig auf dem Dichtkopf anliegende Anschlussinnenhülse eindringen kann.
Die Stufe zwischen dem vorderen und dem hinteren Abschnitt des Dichtkopfes und/oder die Stufe der Innenhülse ist vorzugsweise abgerundet oder schräg verlaufend ausgebildet, insbesondere rampenförmig, um ein leichtes Hin- und Hergleiten zu ermöglichen.
Das Ansetzteil kann mit einem Abbrechteil verschlossen sein.
Dadurch kann der Innenraum des Konnektors zum Beispiel steril bereitgestellt werden. Zudem stellt ein solches Abbrechteil einen Originalitätsverschluss dar.
Vorzugsweise hat das Abbrechteil maximal den Durchmesser der Innenhülse .
Das Abbrechteil ist also vorzugsweise lediglich auf der Innenhülse angebracht.
Insbesondere kann die Innenhülse einstückig mit dem Abbrechteil ausgebildet sein, indem beispielsweise durch eine Einschnürung eine Sollbruchstelle an der Stirnseite der Innenhülse ausgebildet ist.
Das Abbrechteil kann so besonders kompakt und materialsparend ausgebildet sein.
Die Erfindung betrifft des Weiteren eine medizinische Verpackung, welche insbesondere als Folienbeutel oder Flasche aus Kunststoff oder Glas ausgebildet ist und welcher bzw. welche einen vorstehend beschriebenen Konnektor umfasst.
Weiter betrifft die Erfindung ein Anschlusssystem mit dem vorstehend beschriebenen Konnektor sowie einem Anschluss, welcher eine Anschlussinnenhülse aufweist, die ausgebildet ist, in die Innenhülse des Konnektors zu greifen, und welche eine Anschlussaußenhülse mit einem Außengewinde aufweist.
Das Anschlusssystem ist insbesondere derart ausgebildet, dass beim Einschrauben des Anschlusses in den Konnektor die Anschlussinnenhülse den Dichtkopf zurückdrückt, wobei sich der Rumpfabschnitt des Dichtelements in einem durch den Spalt gebildeten Hohlraum aufweitet und wobei sich der Durchmesser des Dichtkopfes vergrößert, so dass sich der Schlitz öffnet und der Kanal zum Durchtritt von Flüssigkeit geöffnet wird.
Insbesondere dringt die Anschlussinnenhülse, welche vorzugsweise konisch ausgebildet ist, in den Kanal ein und ist so im verbundenen Zustand radial durch den Dichtkopf abgedichtet .
Insbesondere ist das Anschlusssystem derart ausgebildet, dass der vordere Abschnitt des Dichtkopfes beim Einschrauben des Anschlusses in einen Bereich des Ansetzteils zurückgedrückt wird, in welchem sich der Innendurchmesser des Ansetzteils, insbesondere hinter einer Stufe, vergrößert.
Durch die Erfindung lässt sich ein Anschlusssystem bereitstellen, welches trotz einer Wiederverschließbarkeit derart ausgebildet ist, dass der Querschnitt des durch den Schlitz gebildeten Kanals mindestens dem kleinsten Innenquerschnitt der Anschlussinnenhülse entspricht.
Durch den Konnektor wird also im verbundenen Zustand der minimale Querschnitt der Fluidverbindung nicht verringert.
Beim Herausschrauben des Anschlusses verschließt sich das Dichtungsset wiederum durch Rückverformung.
Der Dichtkopf ist bei einer bevorzugten Ausführungsform derart ausgebildet, dass der Schlitz im unverbundenen Zustand eine Länge hat, die kleiner ist als der Außendurchmesser der Anschlussinnenhülse .
So wird gewährleistet, dass die Anschlussinnenhülse zunächst mit ihrer Stirnseite auf dem Dichtkopf aufsetzt, sodann den Dichtkopf zurückdrückt und erst beim Aufweiten des Dichtkopfes in diesen eindringt.
Die Erfindung betrifft insbesondere ein Apherese-Set, welches das vorstehend beschriebene Anschlusssystem umfasst.
Das Apherese-Set umfasst also mindestens eine Schlauchverbindung zu einer medizinischen Verpackung, insbesondere zu einem Folienbeutel, welche mit dem erfindungsgemäßen Anschlusssystem versehen ist.
Über eine medizinische Verpackung des Apherese-Sets kann insbesondere eine Anticoagulanz-Lösung bereitgestellt werden.
Die Erfindung betrifft des Weiteren ein Verfahren zum Bereitstellen einer Fluidverbindung zu einer medizinischen Verpackung. Das Verfahren wird insbesondere mittels vorstehend beschriebenen Anschlusssystems ausgeführt und umfasst folgende Schritte :
- Bereitstellen eines Konnektors, welcher ein Ansetzteil mit einen Dichtelement umfasst, wobei das Dichtelement eine Stirnfläche mit zumindest einem Schlitz aufweist, und wobei das Ansetzteil eine eine Innenhülse umgebende Außenhülse mit einem Innengewinde aufweist,
Bereitstellen eines Anschlusses, welcher eine Anschlussinnenhülse, die ausgebildet ist, in die Innenhülse des Konnektors zu greifen, und eine Anschlussaußenhülse mit einem Außengewinde aufweist,
- Einschrauben des Anschlusses in den Konnektor, wobei die Anschlussinnenhülse die Stirnfläche des Dichtelements zurückdrückt, wobei das Dichtelement, insbesondere ein Dichtkopf des Dichtelements, aufgeweitet wird und sich in im Durchmesser vergrößert, so dass sich der Schlitz zu einem Kanal öffnet. Insbesondere ist ein Innenraum des Dichtelements frei von einem Körper, insbesondere einem Hohlkörper, mit einer Spitze, der das Öffnen des Dichtelements, insbesondere des Dichtkopfs, unterstützen soll.
Der sich öffnende Kanal ist insbesondere derart ausgebildet, dass mit dem Öffnen die Anschlussinnenhülse in den Kanal eindringt und so radial abgedichtet ist.
Für das Verfahren wird insbesondere vorstehend beschriebenes Dichtelement verwendet, welches einen Dichtkopf mit einem vorderen Abschnitt aufweist, der die Stirnfläche mit dem Schlitz umfasst, wobei sich an den vorderen Abschnitt ein hinterer Abschnitt anschließt, der einen größeren Durchmesser als der vordere Abschnitt aufweist, wobei beim Zurückdrücken des Dichtkopfes der vordere Abschnitt hinter einer Stufe des Ansetzteils in seinem Durchmesser vergrößert wird.
Wenn der Anschluss herausgeschraubt wird, verformt sich das Dichtelement zurück, wobei durch eine Verringerung des Durchmessers des Dichtelements, insbesondere des Dichtkopfes, die Fluidverbindung geschlossen wird, während die Stirnfläche der Anschlussinnenhülse noch dichtend auf dem Dichtelement sitzt.
Das Dichtelement zieht sich also beim Zurückbewegen der Anschlussinnenhülse zusammen, wobei in diesem Moment die noch anliegende Spitze der Anschlussinnenhülse sicherstellt, dass während der Rückverformung keine oder nur eine minimale Menge an Flüssigkeit austreten kann.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
Der Gegenstand der Erfindung soll im Folgenden bezugnehmend auf die Zeichnungen Fig. 1 bis Fig. 13 näher erläutert werden.
Fig. 1 ist eine perspektivische Ansicht einer medizinischen Verpackung mit einem erfindungsgemäßen Konnektor.
In der entsprechenden Darstellung gemäß Fig. 2 ist das Abbrechteil des Konnektors entfernt.
In der entsprechenden Darstellung gemäß Fig. 3 ist der Anschluss dargestellt, welcher nunmehr mit dem Konnektor verbunden werden soll.
Fig. 4 zeigt das Unterteil des Konnektors in einer perspektivischen Ansicht.
Fig. 5 zeigt das Dichtelement in einer perspektivischen Ansicht .
Fig. 6 zeigt das Oberteil bzw. Ansetzteil in einer perspektivischen Ansicht.
Fig. 7 ist eine axial entlang der Haupterstreckungsrichtung des Konnektors aufgeschnittene perspektivische Ansicht, wobei der Konnektor noch nicht mit einem Anschluss verbunden ist, das Abbrechteil aber bereits entfernt ist.
Fig. 8 ist eine entsprechende aufgeschnittene perspektivische Ansicht des Anschlusses.
Fig. 9 ist eine axiale Schnittansicht des Konnektors im unverbundenen Zustand.
Fig. 10 ist eine Schnittansicht des Konnektors, wobei dieser mit einem Anschluss verbunden ist. Die Ausgestaltung des Dichtelements in dieser Darstellung schematisch.
Fig. 11 ist eine Detailansicht des Bereichs A der Fig. 10.
Fig. 12 ist eine mittels eines Kameraendoskops gefertigte Fotografie des Kanals, welcher durch das erfindungsgemäße Anschlussstück und den Konnektor bereitgestellt wird.
Fig. 13 zeigt die Verfahrensschritte gemäß eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Bereitstellen einer Fluidverbindung.
Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen
Bezugnehmend auf Fig. 1 bis Fig. 3 soll die Verwendung eines erfindungsgemäßen Anschlusssystems kurz erläutert werden.
Fig. 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht eine medizinische Verpackung 20, welche mit einem erfindungsgemäßen Konnektor 10 versehen ist.
Die medizinische Verpackung 20 ist als Folienbeutel mit einer Längsschweißnaht 22 und einer Querschweißnaht 21 ausgebildet.
Der Konnektor 10 umfasst ein Unterteil mit einem Einschweißabschnitt 101 (siehe Fig. 4), welcher in der Querschweißnaht 21 mit eingeschweißt und damit fluiddicht mit der als Folienbeutel ausgebildeten medizinischen Verpackung 20 verbunden ist.
Weiter umfasst der Konnektor ein Oberteil 200, welches als auf das Unterteil 100 aufgesetztes Ansetzteil 200 ausgebildet ist und welches ein Abbrechteil 201 aufweist.
Wie in Fig. 2 dargestellt, wird durch Entfernen des Abbrechteils 201 eine Innenhülse 202 freigegeben.
Fig. 3 ist eine perspektivische Ansicht, in welcher nunmehr der komplementär ausgebildete Anschluss 400 des Anschlusssystems dargestellt ist.
Der Anschluss 400 ist mit einem Schlauch 401 verbunden.
Die medizinische Verpackung 20 und das Anschlusssystem können so beispielsweise Teil eines Apherese-Sets sein.
Der Anschluss 400 umfasst eine Anschlussaußenhülse 402, die dazu ausgebildet ist, in den Konnektor 10 eingeschraubt zu werden.
Die Anschlussaußenhülse 402 ist daher mit einem Außengewinde 403 versehen.
Um das Einschrauben zu erleichtern, umfasst der Anschluss 400 Handhabungshilfen, welche in diesem Ausführungsbeispiel als sich radial nach außen erstreckende Flügel 404 ausgebildet sind.
Beim Einschrauben des Anschlusses 400 wird eine Anschlussinnenhülse (405, in dieser Ansicht nicht zu sehen) in die Innenhülse 202 des Konnektors 10 geschoben und der Anschluss 400 wird mit dem Konnektor 10 verschraubt.
Wie im Folgenden noch ausführlich dargestellt werden wird, öffnet die eindringende Anschlussinnenhülse 405 ein Dichtelement 300 des Konnektors 10.
Fig. 4 ist eine perspektivische Ansicht des Unterteils 100 des Konnektors 10.
Das Unterteil 100 umfasst in diesem Ausführungsbeispiel einen Einschweißabschnitt 101 zum Verbinden mit einer medizinischen
Verpackung 20. In diesem Ausführungsbeispiel ist der Einschweißabschnitt 101 schiffchenförmig ausgebildet, wodurch dieser optimal in der Schweißnaht 21 eines Folienbeutels mit verschweißt werden kann. Die Erfindung bezieht sich aber auch auf anders angebrachte Konnektoren.
Das Unterteil 100 umfasst einen Kopf 102, auf welchem das als Ansetzteil 200 ausgebildete Oberteil 200 angebracht, insbesondere verrastet wird.
Der Kopf 102 umfasst einen Kragen 103, welcher der Verrastung des Oberteils 200 dienen kann.
Oberhalb und unterhalb des Kragens 103 sind axial verlaufende Stege 104 angeordnet, welche im Zusammenwirken mit dem Oberteil 200 als Verdrehsicherung wirken.
Das Unterteil 100 stellt einen Kanal 106 bereit, welcher von einem sich axial erstreckenden Steg 107 umgeben ist.
Um den Steg 107 erstreckt sich eine ringförmige Aufnahme 105 für das Dichtelement 300.
Das in Fig. 5 in einer perspektivischen Ansicht dargestellte Dichtelement 300 ist im montierten Zustand mit dem Endabschnitt 310 in die Aufnahme 105 eingesetzt.
Ansonsten besteht das Dichtelement 300 aus einem Dichtkopf 301 und einem Rumpfabschnitt 307. Von vorne nach hinten gesehen umfasst der Dichtkopf 301 zunächst einen vorderen Abschnitt 302, welcher die Stirnfläche 305 umfasst, die mit zumindest einem Schlitz 306 versehen ist, um eine Fluidverbindung auszubilden .
Der vordere Abschnitt 302 geht über die Stufe 304 in einen hinteren Abschnitt 303 des Dichtkopfes 301 über.
Die Stufe 304 ist in diesem Ausführungsbeispiel schräg, also rampenförmig, ausgebildet, um ein leichtes Hin- und Hergleiten des Dichtkopfes 301 zu ermöglichen.
An den hinteren Abschnitt 303 des Dichtkopfes 301 schließt sich über die Schulter 308, welche ebenfalls eine Stufe ausbildet, der Rumpfabschnitt 307 an.
Der Rumpfabschnitt 307 hat wiederum einen größeren Durchmesser als der hintere Abschnitt 303 des Dichtkopfes 301.
Die Schulter 308 befindet sich nur in einem vorderen Bereich des Rumpfabschnitts 307, so dass der Rumpfabschnitt über eine ebenfalls als Schräge ausgebildete Stufe 311 in einen Abschnitt übergeht, welcher einen kleinere Außendurchmesser hat. Der Innendurchmesser des Rumpfabschnitt 307 ist dagegen konstant .
Am Ende des Rumpfabschnitts 307 ist der Flansch 309 angeordnet. Hinter dem Flansch 309 kann sich noch ein Endabschnitt 310 (siehe Fig. 7) anschließen, welcher als axial hervorstehender Ring ausgebildet ist und welcher im verbundenen Zustand in die Aufnahme 105 des Unterteils 100 greift.
Fig. 6 zeigt in einer perspektivischen Ansicht das als Ansetzteil 200 ausgebildete Oberteil 200.
Das Oberteil 200 umfasst ein Abbrechteil 201, welches auf der Innenhülse 202 sitzt.
An der Stirnseite der Innenhülse 202 ist am Übergang zum Abbrechteil 201 eine umlaufende Schwächungslinie, beispielsweise eine Einschnürung, angeordnet, die als Sollbruchstelle dient, um das Abbrechteil 201 abzubrechen.
Um die Innenhülse 202 erstreckt sich eine Außenhülse 203, welche ein Innengewinde 209 (siehe Fig. 7) aufweist.
Dieses Innengewinde 209 dient dem Einschrauben des Anschlusses 400.
Die Außenhülse 203 umfasst eine außenseitige Profilierung 204, über die der Konnektor 10 beim Einschrauben des Anschlusses 400 gut festgehalten werden kann.
Das hintere Ende des Oberteils 200 bildet der Verrastabschnitt 205, welcher zum Aufrasten auf den Kopf 102 des Unterteils 100 ausgebildet ist.
Fig. 7 zeigt in einer axial aufgeschnittenen perspektivischen Ansicht den Konnektor 10 mit bereits entferntem Abbrechteil 201 im nicht verbundenen Zustand.
Die Stirnseite der Innenhülse 202 ragt über die Stirnseite der Außenhülse 203 hinaus.
Durch die Innenhülse 202 erstreckt sich ein Kanal bis zur Stirnfläche 305 des Dichtelements 300.
Von der medizinischen Verpackung 20 ausgehend, verläuft ein Kanal 26, welcher vorzugsweise innerhalb des Dichtelementes 300 einen im Wesentlichen gleichbleibenden Querschnitt aufweist, bis zur stirnseitigen Wand des vorderen Abschnitts 302 des Dichtelements 300.
Das Dichtelement 300 verschließt so im nicht verbundenen Zustand den Kanal 26.
Der in Fig. 5 dargestellte Schlitz 306 des Dichtelements 300 ist verschlossen.
Die Außenhülse 203 umfasst das Innengewinde 209, welches der Innenhülse 202 gegenüberliegt.
Im Bereich des Dichtkopfes 301, welcher sich im nicht verbundenen Zustand bis zur Höhe des Innengewindes 209 erstreckt, befindet sich an der Innenhülse 202 eine vordere Stufe 206. An der vorderen Stufe 206 liegt im nicht verbundenen Zustand die Stufe 304 des Dichtelements 300 an, welche den Übergang vom vorderen Abschnitt 302 zum hinteren Abschnitt 303 des Dichtkopfes 301 bildet.
Sodann umfasst das Oberteil eine mittlere Stufe 207, welche unmittelbar hinter dem Innengewinde 209 angeordnet ist.
An der mittleren Stufe 207 liegt die Schulter 308 des Dichtelements 300 an, welche den Übergang vom Dichtkopf 301 zum Rumpfabschnitt 307 bildet.
Mit Beginn der mittleren Stufe 207 liegt die Außenwand des Dichtelements 300 nicht mehr an der Innenwand des Oberteils 200 an, sondern ist durch einen Spalt 25 beabstandet.
Durch den Spalt 25 wird ein Hohlraum gebildet, in welchen sich der Rumpfabschnitt 307 ausbreiten kann, wenn der Dichtkopf 301 von der Anschlussinnenhülse 405 zurückgedrückt wird.
Zudem weist das Oberteil 200 innerhalb des Rumpfbereiches noch eine hintere Stufe 208 auf, welche einer definierten Anlage
der Schulter 308 des Rumpfabschnitts 307 im verbundenen Zustand dient (siehe Fig. 11).
Die Position des Dichtelements 300 ist hinten also auf der dem Dichtkopf 301 gegenüberliegenden Seite durch den Endabschnitt 310 gesichert, welcher an der Innenwand der Aufnahme 105 des Unterteils 100 anliegt.
Der hintere Abschnitt 310 des Dichtelements 300 ist axial durch den Flansch 309 gesichert, welcher auf der Stirnfläche des Unterteils 100 aufsitzt.
Über den Verrastabschnitt 205 ist das Oberteil 200 formschlüssig mit dem Unterteil 100 verbunden.
Fig. 8 zeigt ebenfalls in einer axial aufgeschnittenen perspektivischen Ansicht den Anschluss 400, welcher in diesem Ausführungsbeispiel ein Schlauch 401 umfasst, welcher beispielsweise zu einem Apherese-Gerät führen kann.
Der Schlauch 401 ist in diesem Ausführungsbeispiel innerhalb des Bereichs mit den Flügeln 404 mit dem Anschluss 400 verbunden .
Vorne umfasst der Anschluss 400 eine vorzugsweise konisch ausgebildete Anschlussinnenhülse 405, welche von der Anschlussaußenhülse 402 mit dem Außengewinde 403 umgeben ist.
Beim Einsetzen in den Konnektor 10 wird zunächst die Anschlussinnenhülse 405 in die Innenhülse 202 des Konnektors 10 eingeschoben.
Der Anschluss 400 ist so bereits zentriert und kann leicht vorgeschoben werden, bis das Außengewinde 403 des Anschlusses
400 in Eingriff mit dem Innengewinde 209 des Konnektors 10
kommt. Der weitere Vorschub des Anschlusses 400 wird sodann durch das Einschrauben bewirkt. Durch die Umwandlung der Drehbewegung in eine Axialbewegung müssen dabei vom Benutzer keine größeren Kräfte aufgebracht werden, obwohl das Dichtelement 300 nunmehr verformt werden muss, um eine Fluidverbindung bereitzustellen.
Die Anschlussinnenhülse 405 kann mit einer Stufe 406 bzw. einem Anschlag enden, über den in axialer Richtung eine definierte Position im verbundenen Zustand sichergestellt wird.
Fig. 9 zeigt in einer axialen Schnittansicht den Konnektor 10 im nicht verbundenen Zustand.
Das Abbrechteil 201, welches die Innenhülse 202 verschließt und welches in diesem Ausführungsbeispiel einen kleineren maximalen Durchmesser als die Innenhülse 202 aufweist, ist noch angebracht.
Das Dichtelement 300 ist zwischen Unterteil 100 und Oberteil 200 eingesetzt, so dass der Konnektor 10 durch den Dichtkopf 301 verschlossen ist.
Fig. 10 zeigt in einer axialen Schnittansicht, wie nunmehr der Anschluss 400 mit dem Konnektor 10 verbunden ist.
Fig. 11 ist eine Detailansicht des Bereichs A der Fig. 10.
Zu erkennen ist, dass nunmehr der Kanal 26 sich durch den Konnektor 10 erstreckt, mithin eine Fluidverbindung bereitgestellt ist.
Der Dichtkopf 301 wurde von der vorderen Stufe 206 ausgehend von der Anschlussinnenhülse 202 zurückgedrückt.
Der vordere Abschnitt 302 des Dichtkopfes 301 sitzt nunmehr hinter der vorderen Stufe, so dass sich der vordere Abschnitt 302 aufgeweitet hat und durch den Schlitz 306 ein Kanal 26 gebildet wurde, in welchen die Spitze der Anschlussinnenhülse 405 eingedrungen ist.
Die Schulter 308 des Übergangsbereichs zum Rumpfabschnitt 307 liegt nunmehr in einer definierten Position an der hinteren Stufe 208 des Oberteils 200 an.
Ansonsten hat sich des Rumpfabschnitts 307 in den Spalt 25 hineingedrückt. Durch diese Materialverdrängung in den Spalt 25 ist eine Axialverschiebung des Dichtkopfes 301 möglich.
Der Rumpfabschnitt 307 bildet dabei innenseitig eine Ausbauchung oder Knickfalte 312.
Wenn der Anschluss 400 wieder herausgeschraubt wird, verformt sich das Dichtelement 300 zurück und der Konnektor 10 ist wieder verschlossen.
Das Dichtelement 300 stellt zum Beispiel keinen Balg dar, der axial zusammengedrückt werden kann. Der Rumpfabschnitt 307 ist im Wesentlich zylindrisch. Die Wand des Rumpfabschnitts 307 ist im Wesentlichen eben ausgeführt.
Fig. 9 ist eine mittels eines Kameraendoskops, welche in die Anschlussinnenhülse 405 blickt, aufgenommene Fotografie des Kanals 26 im verbundenen Zustand.
Zu erkennen ist, dass sich der Schlitz 306 derart aufgeweitet hat, dass die Anschlussinnenhülse 405 in den Dichtkopf 301 eindringen konnte, so dass der minimale Querschnitt der
Anschlussinnenhülse 405 durch den Konnektor 10 nicht nochmals reduziert wird.
Fig. 11 zeigt die einzelnen Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Bereitstellen einer Fluidverbindung gemäß eines Ausführungsbeispiels der Erfindung.
Zunächst wird ein Konnektor 10 und ein Anschluss 400 bereitgestellt.
Sodann wird das Abbrechteil 201 vom Konnektor 10 abgetrennt.
Der Anschluss 400 wird sodann in den Konnektor 10 eingeführt und eingeschraubt.
Beim Einschrauben wird der Dichtkopf 301 durch die Anschlussinnenhülse 405 zurückgedrückt, wobei sich der Rumpfabschnitt 307 in dem durch den Spalt 25 gebildeten Hohlraum aufweitet.
Der Dichtkopf 301 weitet sich ebenfalls auf, insbesondere dadurch, dass ein vorderer Abschnitt 302 des Dichtkopfes 301 hinter eine vordere Stufe 206 des Ansetzteils 200 gedrückt wird.
Hierdurch wird ein Kanal 26 freigegeben, in den die Anschlussinnenhülse 405 eindringt.
Sodann kann Flüssigkeit über den Anschluss 400 entnommen oder zugeführt werden.
Beim Abschrauben des Anschlusses 400 formt sich das Dichtelement 300 einschließlich Dichtkopf 301 zurück, wobei sich der Kanal 26 schließt.
In dem Augenblick, in welchem der vordere Abschnitt 302 des Dichtkopfes 301 sich wieder zusammenzieht, sitzt die Anschlussinnenhülse 405 noch auf der Stirnfläche 305 des Dichtkopfes 301 auf, wodurch ein Austritt von Flüssigkeit verhindert wird.
Anschließend löst sich die Anschlussinnenhülse 405 vom Dichtkopf 301 und der Anschluss 400 kann abgenommen werden.
Durch die Erfindung konnte ein insbesondere für das Connect Correct-System geeigneter Konnektor 10 bereitgestellt werden, welcher sicher zu handhaben ist und sich beim Entfernen des Anschlusses 400 wieder verschließt.
Bezugszeichenliste :
10 Konnektor
20 medizinische Verpackung
21 QuerSchweißnaht
22 LängsSchweißnaht
25 Spalt/Hohlraum
26 Kanal
100 Unterteil
101 Einschweißabschnitt
102 Kopf
103 Kragen
104 Steg
105 Aufnahme für Dichtelement
106 Kanal
107 Steg
200 Ansetzteil/Oberteil
201 Abbrechteil
202 Innenhülse
203 Außenhülse
204 Profilierung
205 Verrastabschnitt
206 vordere Stufe
207 mittlere Stufe
208 hintere Stufe
209 Innengewinde
300 Dichtelement
301 Dichtkopf
302 vorderer Abschnitt
303 hinterer Abschnitt
304 Stufe zwischen vorderem und hinterem Abschnitt
305 Stirnfläche
306 Schlitz
307 Rumpfabschnitt
308 Schulter
309 Flansch
310 Endabschnitt
311 Stufe
312 Knickfalte
400 Anschluss
401 Schlauch
402 Anschlussaußenhülse
403 Außengewinde
404 Flügel
405 Anschlussinnenhülse
406 Stufe/Anschlag