Fahrzeug mit einer Dauerbremseinrichtung und entsprechendes Bremsverfahren Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug aufweisend eine Dauerbremseinrichtung sowie ein Verfah ren zum Bremsen eines Fahrzeugs mit einer ebensolchen Dauerbremseinrichtung.
In der Regel weisen heutige Nutzfahrzeuge Radbremseinrichtungen (z. B. in Form von Trom mel- oder Scheibenbremsen) sowie zumindest eine Dauerbremseinrichtung auf. Bei den, meist durch Druckluft betätigten, Radbremseinrichtungen handelt es sich gemeinhin um klas sische Reibungsbremsen, die nicht für einen Dauerbetrieb ausgelegt sind. Ein andauernder Bremsvorgang - wie er z.B. bei längeren Bergabfahrten auftritt - würde daher bei der aus schließlichen Verwendung von Radbremseinrichtungen zu deren starken Erhitzung führen, was ein Nachlassen der Bremswirkung (Fading) und im Extremfall ein Versagen der Brems einrichtungen zur Folge hätte.
Demgegenüber sind Dauerbremseinrichtungen auch für ein länger andauerndes Bremsen ausgelegt, ohne dass ihre Bremsleistung nennenswert nachlässt. Üblicherweise werden bei heutigen Nutzfahrzeugen hierfür Motorbremsen und/oder Retarder verwendet. Da die vorge nannten Dauerbremseinrichtungen das Fahrzeug zumeist nicht vollständig zum Stillstand brin gen können, werden entsprechende Fahrzeuge in der Regel sowohl mit Rad- als auch mit Dauerbremseinrichtungen ausgestattet.
Im Fall der vorgenannten Motorbremsen als Dauerbremseinrichtung entsteht die Bremswir kung durch ein Schleppen des unbefeuerten Motors bei geschlossener Kupplung und einge legtem Gang. Um die Bremsleistung dabei weiter zu erhöhen, ist bekannt, die Abgasströmung während des Ausschubtaktes durch eine in der Abgasleitung eingebaute Auspuffklappe zu drosseln (Motorstaubremse). Diese Auspuff- oder Drosselklappe wird vom Fahrer bei Bedarf per Druckluft geschlossen, sodass das aus dem Motorraum ausgestoßene Gas aufgestaut wird und dadurch ein Gegendruck aufgebaut wird. Gegen diesen Staudruck müssen die Kol ben beim Ausschieben der Zylinderladung sodann zusätzliche Arbeit verrichten und werden dadurch abgebremst, und damit wird das Fahrzeug insgesamt verzögert.
Eine zusätzliche oder alternative Möglichkeit, die Bremswirkung der Motorbremse zu erhöhen, besteht darin, dem Zylindersystem durch gezielte Dekompression während des Verdichtungs taktes einen Teil der im komprimierten Gas gespeicherten Energie zu entziehen, welche so-
dann im nachfolgenden Expansionstakt nicht wieder zurück in die Bewegungsenergie des Kol bens bzw. Kurbelwelle umgewandelt werden kann (Dekompressionsbremse). Das Abbauen bzw. Dekomprimieren des Drucks im Zylinder kann dabei durch Auslassventile oder separat für diesen Zweck im Zylinderkopf vorhandene Ventile (z. B. Konstantdrossel) erfolgen. Diese Art der Motorbremse wird umgangssprachlich häufig als „Jake Brake“ bezeichnet.
Nachteilig an den vorgenannten Motorbremsen ist allerdings, dass diese Art der Dauerbrem sen im Fall von rein elektrisch angetriebenen (Nutz-)Fahrzeugen, d. h. Fahrzeugen ohne übli chen Verbrennungsmotor, gerade nicht zur Verfügung steht, da die entsprechenden Struktu ren (Zylinder, Ventile, Kolben, ...) fehlen.
Neben den vorstehend erwähnten Motorbremsen als verschleißlose Dauerbremseinrichtun gen ist im Stand der Technik ferner auch der Einsatz von Retardern (Bremsmaschinen) be kannt. Retarder werden in den Antriebsstrang des Fahrzeugs (z. B. zwischen Motor und Ge triebe oder zwischen Getriebe und Antriebsachse) eingebaut und vermögen einen Teil der Bewegungsenergie des Fahrzeugs in Wärme umzuwandeln. Üblicherweise werden dabei hyd rodynamische und elektrodynamische Retarder verwendet, wie diese beispielsweise in „Nutz fahrzeugtechnik - Grundlagen, Systeme, Komponenten“, 7. Auflage, Vieweg 2013, S. 281 ff. beschrieben sind. Nachteilig an dem Einsatz von Retardern als Bremssystem ist allerdings die hohe Energiedissipation und -transformation in Abwärme, die im primären Kühlsystem nach außen abgeführt werden muss. Gerade für rein elektrisch angetriebene (Nutz-)Fahrzeuge, für die - wie oben ausgeführt - im Allgemeinen zusätzlich keine klassische Motorbremse zur Ver fügung steht, müssen daher die Kühlflächen zur Wärmeabführung an die Umgebung entspre chend groß dimensioniert werden (hoher Platzbedarf). Andernfalls würde die maximale Brems leistung des Retarders durch die vorhandene Kühlerfläche des Radiators begrenzt werden.
Entsprechend ist es Aufgabe der Erfindung, eine Dauerbremseinrichtung für ein, vorzugsweise rein elektrisch angetriebenes, Fahrzeug bereitzustellen, mit welchen die Nachteile der bishe rigen Lösungen vermieden werden. Insbesondere ist es hierbei eine Aufgabe der Erfindung, eine Lösung bereitzustellen, mittels derer ein effektives andauerndes Bremsen des Fahrzeugs mit möglichst geringen thermischen Belastungen für dessen Kühlsystem ermöglicht wird.
Diese Aufgaben können mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst werden. Vor teilhafte Ausführungsformen und Anwendungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängi gen Ansprüche und werden in der folgenden Beschreibung unter teilweiser Bezugnahme auf die Figuren näher erläutert.
Der Grundgedanke der Erfindung ist dabei, ein Fahrzeug mit zumindest einer Kolbenbremse auszustatten, die nach dem bei Verbrennungsmotoren bekannten Prinzip einer „Motorbremse“ arbeitet, ohne jedoch für eine Befeuerung bzw. zum Antrieb des Fahrzeugs ausgelegt zu sein. Zwar erfordert diese Lösung dabei den Einbau einer zusätzlichen Kolbenmaschine, jedoch kann dadurch eine Dauerbremseinrichtung bereitgestellt werden, die im Vergleich zu Retar derlösungen insgesamt zu geringeren thermischen Belastungen für das Fahrzeug führt. Dies liegt daran, dass im Fall von „Motor-“ bzw. Kolbenbremsen das Arbeitsmedium, d. h. das kom primierte Zylindergas, einen Teil der Dissipationsenergie unmittelbar an die Umgebung abführt (offener Kreisprozess), während bei einem klassischen Retarder der Großteil des Abwär mestroms zunächst an ein Kühlmittel und dann an die Umgebung übertragen werden muss.
Gemäß einem ersten unabhängigen Lösungsgedanken wird ein Fahrzeug bereitgestellt. Vor zugsweise handelt es sich bei dem Fahrzeug um ein Nutzfahrzeug, d. h. ein Fahrzeug, das durch seine Bauart und Einrichtung speziell zur Beförderung von Personen, zum Transport von Gütern oder zum Ziehen von Anhängerfahrzeugen ausgelegt ist. Weiterhin weist das be anspruchte Fahrzeug eine Dauerbremseinrichtung auf. Als Dauerbremseinrichtung kann dabei eine Einrichtung des Fahrzeugs verstanden werden, welche einem andauernden, bevorzugt verschleißfreien, Bremsen des Fahrzeugs dient. Die Dauerbremseinrichtung umfasst dazu eine nicht befeuerbare Kolbenmaschine (z. B. eine nicht befeuerbare Hubkolbenmaschine), die antriebsmäßig an eine Antriebsstrangwelle des Fahrzeugs koppelbar ist. Der Ausdruck „nicht befeuerbar“ kann hierbei angeben, dass die entsprechende Kolbenmaschine nicht für eine Befeuerung mit einem Brennstoff (z. B. Benzin) bzw. für eine Umwandlung von in einem Brennstoff gespeicherter chemischer Energie in mechanische Arbeit zum Zwecke des Fahr zeugantriebs ausgebildet ist.
Weiterhin ist die Kolbenmaschine ausgebildet, im Betrieb Luft von einem Lufteinlass der Kol benmaschine zu einem Luftauslass der Kolbenmaschine zu fördern und dabei zu verdichten und vorzugsweise hierbei durch Verrichten von Verdichtungsarbeit eine Verzögerung des Fahrzeugs zu bewirken. Mit anderen Worten kann die vorgenannte Kolbenmaschine - welche auch als Verdichter oder Kompressor bezeichnet werden kann - als eine nach dem Prinzip einer bekannten „Motorbremse“ (Dekompressionsbremse) arbeitenden Vorrichtung verstan den werden, mit dem Unterschied, dass die Kolbenmaschine gerade kein hierbei üblicher weise verwendeter Verbrennungsmotor ist. Da die ausgestoßene komprimierte Luft ferner ei nen Teil der Dissipationsenergie bei der Verdichtung mit nach außen abführt (offener Kreis prozess), wird auf vorteilhafte Weise weniger Wärme in das Fahrzeug eingetragen, als dies
mit einer üblichen Retarder-Bremseinrichtung der Fall ist, was nachfolgend im Zusammenhang mit Figur 5 noch eingehender beschrieben werden wird.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung soll die Kolbenmaschine keine Brennkraftmaschine sein und/oder nicht für einen Vortrieb des Fahrzeugs ausgelegt sein. Anders ausgedrückt kann die Kolbenmaschine als reine Arbeitsmaschine ausgebildet sein und/oder ausschließlich zum Zwecke der Dauerbremsung betreibbar sein. Bevorzugt verfügt die Kolbenmaschine somit über keine Brennstoffzufuhr und Zündeinrichtung.
Zudem oder alternativ kann das Fahrzeug ein Elektrofahrzeug sein. Unter dem Begriff „Elekt rofahrzeug“ soll dabei ein rein mittels elektrischer Energie (z. B. aus einer Batterie und/oder Brennstoffzelle) angetriebenes Fahrzeug verstanden werden, das über keine Brennkraftma schine zum Vortrieb verfügt. Vorzugsweise handelt es sich um ein Elektro-Nutzfahrzeug (z. B. einen Elektrolastkraftwagen).
Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung kann die Dauerbremseinrichtung eine Drosselein richtung (z. B. in Form einer schwenkbaren Drosselklappe) umfassen. Als Drosseleinrichtung kann dabei eine Vorrichtung verstanden werden, die zur Regulierung, insbesondere zur Re duzierung, eines durch die Drosseleinrichtung fließenden (Luft-)Volumenstroms ausgebildet ist. Die Drosseleinrichtung kann dabei stromab des Luftauslasses der Kolbenmaschine ange ordnet sein. Ferner kann die Drosseleinrichtung ausgebildet sein, durch eine Reduktion des Luftdurchsatzes einen bremsenden Staudruck am Luftauslass der Kolbenmaschine zu bewir ken. Auf vorteilhafte Weise kann dadurch - analog zur Wirkweise einer bekannten Motorstau bremse - die Bremswirkung der Dauerbremseinrichtung weiter erhöht werden.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung kann die Drosseleinrichtung eine, in einer mit dem Luftauslass der Kolbenmaschine verbundenen Auslassleitung angeordnete, verstellbare Drosselklappe umfassen. Bevorzugt ist die Drosselklappe hierbei zwischen einer, die Auslass leitung absperrenden, Blockierstellung und einer, die Auslassleitung freigebenden, Offenstel lung, vorzugsweise kontinuierlich, bewegbar. Lediglich beispielhaft kann die Drosselklappe als schwenkbare Klappe ausgebildet sein, die stufenlos zwischen einer strömungsparallelen und einer annähernd strömungssenkrechten Stellung schwenkbar ist. Auf vorteilhafte Weise kann dadurch auf bereits als Abgasklappen bei Motorbremsen bewährte Bauteile zurückgegriffen werden.
Um auf vorteilhafte Weise einen möglichst schnellen Druckaufbau zu erreichen und dadurch Verzögerungen beim Bremsvorgang zu vermeiden, kann nach einem weiteren Aspekt der Er findung zur Zuführung von Druckluft zur Kolbenmaschine deren Lufteinlass über eine Verbin dungsleitung mit einem Druckluftvorratsbehälter und/oder einem Auslass eines Luftverdichters (z. B. eines mechanisch, elektrisch oder hydraulisch angetriebenen Luftpressers) verbunden sein. Der Druckluftvorratsbehälter und/oder der Luftverdichter können dabei vorzugsweise Teil einer Luftfederanlage und/oder einer Druckluftbremsanlage für weitere im Fahrzeug vorhan dene Radbremseinrichtungen sein. Anders ausgedrückt kann der entsprechende Luftverdich ter ein Luftverdichter zum Befüllen einer Luftfederanlage und/oder Druckluftbremsanlage sein. Auf vorteilhafte Weise können so, in entsprechenden Fahrzeugen oftmals bereits vorhandene, Druckluftquellen zur Zuführung zusätzlicher Druckluft zur Kolbenmaschine verwendet werden, um dadurch die Zeit bis zum Aufbau des maximalen Staudrucks bzw. des maximalen Brems drucks zu verkürzen.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung kann der Lufteinlass ein Einlassventil zur Steu erung der Luftzufuhr in die Kolbenmaschine aufweisen. Das Einlassventil kann dabei über einen Ventiltrieb betätigbar sein, der zur besseren Unterscheidung im Folgenden als „erster“ Ventiltrieb bezeichnet werden soll. Weiterhin kann der Luftauslass ein Auslassventil zu Steu erung des Luftausstoßes aus der Kolbenmaschine aufweisen. Das Auslassventil kann dabei über einen „zweiten“ Ventiltrieb betätigbar sein.
Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung kann der erste Ventiltrieb ein elektrischer, hydrau lischer und/oder pneumatischer Ventiltrieb sein. Zudem oder alternativ kann auch der zweite Ventiltrieb ein elektrischer, hydraulischer und/oder pneumatischer Ventiltrieb sein. Dies ist - insbesondere vor dem Hintergrund, dass es sich bei der hier verwendeten Kolbenmaschine um keinen zum Vortrieb verwendeten Verbrennungsmotor handelt - besonders vorteilhaft, da die vorgenannten Ventiltriebe (z. B. in Form elektrischer, hydraulischer und/oder pneumati scher Aktoren) in der Regel einen deutlich größeren bzw. variableren Einstellbereich als me chanische Ventiltriebe (z. B. in Form einer Nockenwelle) bieten. Prinzipiell kann der erste und/oder zweite Ventiltrieb jedoch auch ein mechanischer Ventiltrieb sein.
Weiterhin können - zudem oder alternativ - der erste Ventiltrieb und der zweite Ventiltrieb unabhängig voneinander betreibbar sein. Beispielsweise kann der erste Ventiltrieb in Form eines ersten elektrohydraulischen Ventiltriebs ausgebildet sein und der zweite Ventiltrieb in Form eines zweiten elektrohydraulischen Ventiltriebs ausgebildet sein, die jeweils eigenstän-
dig steuerbar sind. Dies ermöglicht auf vorteilhafte Weise ein flexibles Steuern der entspre chenden Ventile. Alternativ können das Einlass- und Auslassventil jedoch auch separat von einem gemeinsamen Mechanismus betätigt werden. Mit anderen Worten können der erste und zweite Ventiltrieb auch ein gemeinsamer Ventiltrieb (z. B. eine Nockenwelle) sein.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung kann der zweite Ventiltrieb ausgebildet sein, das Auslassventil dauerhaft in einer zwischengeöffneten Stellung zuhalten. Dies kann insbeson dere dann einfach realisiert werden, falls der erste und zweite Ventiltrieb unabhängig vonei nander betreibbar sind (z. B. falls diese in Form separater elektrohydraulischer Ventiltriebe ausgebildet sind). Um eine entsprechende andauernde Drosselung zu bewirken, kann die Kol benmaschine zudem oder alternativ auch ein Konstant-Drosselventil umfassen, das über ei nen dritten Ventiltrieb betätigbar ist. Hierbei kann der dritte Ventiltrieb ausgebildet sein, das Konstant-Drosselventil dauerhaft in einer geöffneten Stellung zuhalten. Vorzugsweise ist das Konstant-Drosselventil dabei als Bypass zum Auslassventil ausgebildet.
Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung kann die Kolbenmaschine nicht zum Befüllen einer Druckluftbremsanlage und/oder einer Luftfederanlage des Fahrzeugs dienen. Mit anderen Worten soll die Kolbenmaschine keine Kolbenmaschine zum Befüllen einer Druckluftbrems anlage des Fahrzeugs und keine Kolbenmaschine zum Befüllen einer Luftfederanlage des Fahrzeugs sein. Hierfür kann das Fahrzeug - zudem oder alternativ - einen entsprechenden Luftpresser zum Befüllen einer Druckluftbremsanlage und/oder einer Luftfederanlage umfas sen. Dieser kann dabei z. B. prädisponiert werden, wenn die Kolbenbremse im Zugbetrieb des Fahrzeugs entkoppelt wird. Zudem oder alternativ kann an der Kolbenmaschine auslassseitig kein druckluftbetätigter Verbraucher (z. B. ein Bremszylinder) und/oder kein Druckluft-Verbrau cherkreis angeschlossen sein. Vorzugsweise ist an der Kolbenmaschine auslassseitig kein druckluftbetätigter Verbraucher zu dessen Befüllung mit Druckluft und/oder kein Druckluft- Ver braucherkreis zu dessen Befüllung mit Druckluft angeschlossen. Zudem oder alternativ kann die von der Kolbenmaschine verdichtete Luft ohne weitere Nutzung an die Atmosphäre geführt werden. Mit anderen Worten kann die Bremsfunktion über die Kompressionsmaschine als ein offener Kreislauf konzipiert sein, bei dem die von der Kolbenmaschine geförderte Druckluft weitestgehend „ungenutzt“ an die Umgebung abgegeben wird. Zudem oder alternativ kann die von der Kolbenmaschine verdichtete Luft nicht als Medium, insbesondere nicht als Heißme dium, für andere Prozesse zur Verfügung stehen.
Gemäß einem weiteren Aspekt der Erfindung kann das Fahrzeug eine Kupplungseinrichtung (z. B. in Form einer Reibkupplung) umfassen, die zum wahlweisen antriebsmäßigen Koppeln
und Entkoppeln der Kolbenmaschine und der Antriebsstrangwelle ausgebildet ist. Mit andern Worten kann das Fahrzeug eine Kupplungseinrichtung aufweisen, die in einem drehmomen tübertragenden Pfad zwischen Kolbenmaschine und Antriebsstrangwelle angeordnet ist und ausgebildet ist, den Drehmomentfluss in ebendiesen Pfad zu ermöglichen oder zu unterbre chen. Auf vorteilhafte Weise kann so die Bremswirkung der Kolbenmaschine bedarfsgerecht zu- bzw. abgeschaltet werden.
Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung kann die Kolbenmaschine eine Einzylinder-Kol- benmaschine oder eine Mehrzylinder-Kolbenmaschine sein. Bevorzugt soll unter dem Aus druck „Zylinder“ hierbei eine rohrförmige Arbeitsraumbegrenzung einer Hubkolbenmaschine verstanden werden, innerhalb dessen ein entsprechender Kolben geführt wird. Im Allgemeinen kann der Ausdruck „Zylinder“ jedoch eine beliebige, d. h. nicht zwingend zylinderförmige, Ar beitsraumbegrenzung bezeichnen. Weiterhin kann im Zusammenhang mit der vorliegenden Anmeldung eine „Kolbenmaschine“ als eine Fluidenergiemaschine verstanden werden, die dazu dient, potentielle Energie eines Fluids (hier Luft) durch Zufuhr mechanischer Energie mithilfe eines Verdrängers (Kolben) zu erhöhen. Dies erfolgt in der Regel dadurch, dass das Volumen eines Arbeitsraums der Kolbenmaschine durch einen meist periodisch bewegten Verdränger (Kolben) intermittierend verändert wird.
Um auf vorteilhafte Weise in allen Fahrsituationen eine möglichst hohe Bremswirkung zu er zielen, kann die Dauerbremseinrichtung zusätzlich zumindest einen Retarder umfassen. Be vorzugt kann der zumindest eine Retarder dabei ein hydrodynamischer Retarder (auch als Strömungsbremse bezeichnet) oder ein elektrodynamischer Retarder (auch als Wirbelstrom bremse bezeichnet) sein. Da die verschiedenen verschleißlosen Dauerbremssysteme auf un terschiedlichen Wirkprinzipien basieren und damit eine unterschiedliche von der Fahrzeugge schwindigkeit abhängige Bremsleistung aufweisen, kann durch deren Kombination eine vor teilhafte Ergänzung der jeweiligen Bremswirkungen erreicht werden.
Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Bremsen, vorzugsweise Dauerbremsen, ei nes Fahrzeugs. Das Fahrzeug, vorzugsweise ein Elektro-Nutzfahrzeug, kann dabei wie in die sem Dokument beschrieben ausgebildet sein. Mit anderen Worten sollen alle im Zusammen hang mit dem Fahrzeug beschriebenen Aspekte auch im Zusammenhang mit dem Verfahren entsprechend offenbart und beanspruchbar sein.
Insbesondere soll das entsprechende Fahrzeug somit eine Dauerbremseinrichtung mit einer nicht befeuerbaren Kolbenmaschine umfassen, wobei die Kolbenmaschine antriebsmäßig an
eine Antriebsstrangwelle des Fahrzeugs koppelbar ist und ausgebildet ist, im Betrieb Luft von einem Lufteinlass der Kolbenmaschine zu einem Luftauslass der Kolbenmaschine zu fördern und dabei zu verdichten und hierbei durch Verrichten von Verdichtungsarbeit eine Verzöge rung des Fahrzeugs zu bewirken.
Das Verfahren umfasst dabei den Schritt des Koppelns der Kolbenmaschine an eine Antriebs strangwelle des Fahrzeugs. Dies kann z. B. durch Schließen einer entsprechenden, im dreh momentübertragenden Pfad zwischen Kolbenmaschine und Antriebsstrangwelle angeordne ten, Kupplungseinrichtung erfolgen. Weiterhin umfasst das Verfahren den Schritt des Antrei bens der Kolbenmaschine mittels der Antriebsstrangwelle. Mit anderen Worten kann der Kol benmaschine mechanische Arbeit für deren Betrieb zugeführt werden. Vorzugsweise ist dabei ein fahrzeugseitiger Antrieb der Antriebsstrangwelle unterbrochen, und/oder ein zum Vortrieb des Fahrzeugs verwendeter Antrieb (z. B. einen Verbrennungs- oder Elektromotor) ist abge schaltet. Weiterhin umfasst das Verfahren den Schritt des Verrichtens von Verdichtungsarbeit mittels der Kolbenmaschine zur Erzeugung eines auf die Antriebsstrangwelle wirkenden Bremsmoments. Mit anderen Worten kann die Kolbenmaschine als eine nach dem bekannten Prinzip einer „Motorbremse“ (Dekompressionsbremse) betriebene Maschine verstanden wer den, mit dem Unterschied, dass die Kolbenmaschine gerade kein hierbei üblicherweise ver wendeter Verbrennungsmotor ist. Da die ausgestoßene komprimierte Luft einen Teil der Dis sipationsenergie bei der Verdichtung mit nach außen abführt, wird auf vorteilhafte Weise we niger Wärme in das Fahrzeug eingetragen, als dies mit üblichen Retarder-Bremseinrichtung der Fall ist.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung kann das Verfahren für den Fall, dass das die vorge nannte Dauerbremseinrichtung des Fahrzeugs eine Drosseleinrichtung umfasst, die stromab des Luftauslasses der Kolbenmaschine angeordnet ist und ausgebildet ist, durch eine Reduk tion des Luftdurchsatzes einen bremsenden Staudruck am Luftauslass der Kolbenma schine zu bewirken, zudem den Schritt umfassen: Drosseln des Luftdurchsatzes mittels der Drosseleinrichtung zum Aufbau eines bremsenden Staudrucks. Beispielsweise kann das Dros seln im Fall, dass die Drosseleinrichtung eine Drosselklappe aufweist, durch Schließen der Drosselklappe bzw. Bewegen der Drosselklappe in die Blockierstellung erfolgen. Da die Kol benmaschine beim Ausschieben der verdichteten Luft zusätzlich gegen den Stau- bzw. Ge gendruck arbeiten muss, kann dadurch auf vorteilhafte Weise - analog zum Wirkprinzip einer bekannten Motorstaubremse - die Bremswirkung der Dauerbremseinrichtung weiter erhöht werden. Abschließend sei hinsichtlich dieses Aspektes erwähnt, dass das Fahrzeug zusätzlich
zur vorgenannten Drosseleinrichtung optional auch weitere in diesem Dokument genannte Merkmale umfassen kann.
Nach einem weiteren Aspekt der Erfindung kann das Verfahren für den Fall, dass der Luftein lass der Kolbenmaschine über eine Verbindungsleitung mit einem Druckluftvorratsbehälter und/oder einem Auslass eines Luftverdichters verbunden ist, zudem den Schritt umfassen: Zuführen von Druckluft vom Druckluftvorratsbehälter und/oder vom Auslass des Luftverdich ters zur Kolbenmaschine zu Beginn eines Bremsvorgangs. Auf vorteilhafte Weise kann dadurch ein schneller (Stau-)Druckaufbau in der Dauerbremseinrichtung erreicht werden, wodurch Verzögerungen zu Beginn des Bremsvorgangs effektiv vermieden werden können. Auch hier sei vorsorglich erwähnt, dass das Fahrzeug neben den vorgenannten Merkmalen optional auch weitere in diesem Dokument genannte Merkmale umfassen kann.
Die zuvor beschriebenen Aspekte und Merkmale der Erfindung sind beliebig miteinander kom binierbar. Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden im Folgenden unter Bezug nahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Figur 1 : eine schematische Darstellung einer Dauerbremseinrichtung eines Fahrzeugs ge mäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung;
Figur 2: eine schematische Darstellung einer Dauerbremseinrichtung eines Fahrzeugs ge mäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung;
Figur 3: eine schematische Darstellung des zeitlichen Bremskraftverlaufs der Dauerbrems einrichtung der zweiten Ausführungsform ohne und mit zusätzlicher Druckluftver sorgung;
Figur 4: eine schematische Gegenüberstellung der Energiemengenflüsse beim Dauer bremsen mittels Retarder und Motorbremse in Form von Sankey-Diagrammen; und
Figur 5: ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Bremsen eines Fahrzeugs gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
Gleiche oder funktional äquivalente Elemente sind in allen Figuren mit denselben Bezugszei chen beschrieben und zum Teil nicht gesondert beschrieben.
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Dauerbremseinrichtung 10 eines Fahrzeugs 20 (nicht dargestellt) gemäß einer ersten Ausführungsform. Die Dauerbremseinrichtung 10
umfasst hierbei eine nicht befeuerbare Kolbenmaschine 1 , welche vorliegend lediglich bei spielhaft als nicht befeuerbare Hubkolbenmaschine ausgebildet ist. Im Allgemeinen kann die Kolbenmaschine 1 jedoch auch in Form einer anderen im Stand der Technik bekannten Kol benmaschinenart ausgebildet sein, wobei der Ausdruck „Kolbenmaschine“ im Allgemeinen eine Fluidenergiemaschine mit einem Arbeitsraum, dessen Volumen durch einen meist perio disch bewegten Verdränger (Kolben) intermittierend verändert wird, bezeichnen kann. Die Kol benmaschine 1 ist antriebsmäßig an eine Antriebsstrangwelle 2 des Fahrzeugs 20 koppelbar. Der Ausdruck „antriebsmäßig“ soll hierbei allgemein angeben, dass das Ankoppeln zum Zwe cke des Antriebs der Kolbenmaschine 1 erfolgt. D. h. mit anderen Worten, dass die Kolben maschine 1 durch das Ankoppeln an die Antriebsstrangwelle 2 (z. B. mittels bekannter Tech niken wie Getriebe, Riemen, Kupplungen, Wellen etc.) von einer Bewegung der Antriebs strangwelle 2 antreibbar sein soll. Im vorliegenden Fall ist die Kolbenmaschine 1 - lediglich beispielhaft - über eine Schubkurbel 8a, zwei über eine Kupplung 7 verbundene Wellen 8b und 8c und ein Getriebe 8d an die Antriebsstrangwelle 2 koppelbar, bei der es sich z. B. um eine Radwelle eines Hinterrads 9 handeln kann.
Die Kolbenmaschine 10 ist ferner dazu ausgebildet, im Betrieb Luft von einem Lufteinlass 1a der Kolbenmaschine 10 - welcher mittels eines Einlassventils 1c geöffnet bzw. geschlossen werden kann - zu einem Luftauslass 1b der Kolbenmaschine 10 - welcher mittels eines Aus lassventils 1d geöffnet bzw. geschlossen werden kann - zu fördern und dabei zu verdichten. Dies kann beispielsweise durch eine entsprechende - im Stand der Technik bekannte - An steuerung des Einlassventils 1c und Auslassventils 1d erfolgen. Bevorzugt ist die Kolbenma schine 10 ferner ausgebildet, hierbei durch Verrichten von Verdichtungsarbeit eine Verzöge rung des Fahrzeugs 20 zu bewirken. Unter dem Ausdruck „Luft“ soll hierbei im Allgemeinen ein verdichtbares, gasförmiges Arbeitsmedium verstanden werden, wobei es sich vorzugs weise um Umgebungsluft, d. h. das Gasgemisch der Erdatmosphäre, handeln soll. Durch ein Koppeln der Kolbenmaschine 10 an die Antriebsstrangwelle 2 kann dem Fahrzeug 20 zumin dest ein Teil seiner kinetischen Energie dadurch entzogen werden, dass die Kolbenmaschine 10 - analog zum Wirkprinzip einer Motorbremse - Verdichtungsarbeit leistet.
Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Dauerbremseinrichtung 10 eines Fahr zeugs 20 (nicht dargestellt) gemäß einer zweiten Ausführungsform. Im Unterschied zu der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform umfasst die hier dargestellte Dauerbremseinrichtung 10 eine stromab des Luftauslasses 1b der Kolbenmaschine 1 angeordnete Drosseleinrichtung 3.
Die Drosseleinrichtung 3 ist dabei ausgebildet, durch eine Reduktion des Luftdurchsatzes ei nen bremsenden Staudruck am Luftauslass 1b der Kolbenmaschine 1 zu bewirken. Lediglich beispielhaft kann die Drosseleinrichtung 3 dazu eine, in einer mit dem Luftauslass 1b der Kol benmaschine 1 verbundenen Auslassleitung 3a angeordnete, schwenkbare Drosselklappe 3b umfassen, wobei die Drosselklappe 3b zwischen einer, die Auslassleitung 3a absperrenden, Blockierstellung und einer die Auslassleitung 3a freigebenden, Offenstellung bewegbar ist. Auf vorteilhafte Weise kann dadurch - analog zur Wirkweise einer bekannten Motorstaubremse - die Bremswirkung der Dauerbremseinrichtung 10 weiter erhöht werden.
Um insbesondere bei Beginn eines Bremsvorgangs einen schnellen Druckaufbau zu erreichen und dadurch Verzögerungen beim Bremsvorgang zu vermeiden, kann der Lufteinlass 1a der Kolbenmaschine 10 ferner über eine Verbindungsleitung 4 mit einem Druckluftvorratsbehälter 5 und/oder einem Auslass eines Luftverdichters 6 (lediglich schematisch angedeutet) zur Zu führung von Druckluft verbunden sein. Der Druckluftvorratsbehälter 5 und/oder der Luftver dichter 6 können dabei z. B. Teil einer bei Nutzfahrzeugen zumeist bereits vorhandenen Luft federanlage und/oder Druckluftbremsanlage sein. Wie nachfolgend unter Bezugnahme auf Fi gur 3 eingehender beschrieben werden wird, ermöglicht diese Verschaltung auf vorteilhafte Weise einen zusätzlichen Druckaufbau durch ein Zuführen von Druckluft zur Kolbenma schine 10.
Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung des zeitlichen Bremskraftverlaufs der vorgenann ten Dauerbremseinrichtung 10 ohne (oben) und mit (unten) zusätzlicher Druckluftversorgung durch den Druckluftvorratsbehälter 5 bzw. Luftverdichter 6. Im oben dargestellten Fall, dass der Gegendruckaufbau allein durch das Ausschieben von Luft durch die Kolbenmaschine 1 gegen die Drosseleinrichtung 3 erfolgt, benötigt das System die als „I“ markierte Zeitspanne, bis an der Dauerbremseinrichtung 10 der maximal erreichbare Betriebs(gegen)druck und da mit die maximale Bremskraft zur Verfügung steht. Ist der Druckaufbau erfolgt, so kann im wei teren Bremsbetrieb („Zeitspanne II“) eine Verzögerung mit der systembedingt maximal erreich baren Bremskraft der Dauerbremseinrichtung 10 erfolgen.
Im unten dargestellten Fall, dass der Gegendruckaufbau neben dem Ausschieben durch die Kolbenmaschine 1 auch durch ein Zuführen von „zusätzlicher“ Druckluft zur Dauerbremsein richtung 10 bzw. zur Kolbenmaschine 1 erfolgt, kann die vorstehend erwähnte Druckaufbau phase I auf vorteilhafte Weise deutlich verkürzt werden und dadurch eine Bremsverzögerung zu Beginn des Bremsvorgangs effektiv vermieden werden. Für ein entsprechendes Zuführen von Druckluft zur Kolbenmaschine 1 kann deren Lufteinlass 1 a über eine Verbindungsleitung 4
z. B. mit einem Druckluftvorratsbehälter 5 und/oder einem Auslass eines Luftverdichters 6 ver bunden sein. Letztgenannte Komponenten sind dabei in entsprechenden Nutzfahrzeugen oft mals bereits zum Befüllen einer Luftfederanlage und/oder Druckluftbremsanlage vorhanden und können so auf vorteilhafte Weise ohne den Einbau zusätzlicher Komponenten zur Ausbil dung der entsprechenden Druckaufbaufunktion verwendet werden.
Figur 4 zeigt eine schematische Gegenüberstellung der Energiemengenflüsse beim Dauer bremsen mittels Retarder (oben) und Motorbremse (unten) in Form von Sankey-Diagrammen. Im oben dargestellten Fall des Retarders wird die beim Bremsen auftretende Dissipations energie Qoiss - neben einem geringen Verlustanteil QVer- vorwiegend in Wärme QKM umge wandelt, welche, um eine Überhitzung zu vermeiden, über das Kühlmittel des Kühlsystems des Fahrzeugs nach außen abgeführt werden muss. Demgegenüber erfolgt im unten darge stellten Fall der bekannten Motorbremse ein deutlich geringerer Wärmeeintrag ins Kühlsystem (QKM)> während der Großteil der Dissipationsenergie QDiss in Form einer erhöhten Gasenthal pie HL der (komprimierten) ausgestoßenen Druckluft direkt nach außen abgeführt wird. Ent sprechend können insgesamt auf vorteilhafte Weise die thermische Belastung für das Fahr zeug durch die Verwendung einer auf dem Prinzip der „Motorbremse“ arbeitenden Dauerbrem seinrichtung im Vergleich zu bekannten Retarderlösungen reduziert werden.
Figur 5 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens zum Bremsen eines Fahrzeugs 20 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung. Das Fahrzeug 20 soll dabei wie in diesem Dokument beschrieben ausgebildet sein, d. h. insbesondere eine Dauerbremseinrichtung 10 aufweisen, die eine Kolbenmaschine (z. B. eine Hubkolbenmaschine) umfasst. Weiterhin soll die Kolben maschine 1 antriebsmäßig an eine Antriebsstrangwelle des Fahrzeugs koppelbar sein und ausgebildet sein, im Betrieb Luft von einem Lufteinlass 1a der Kolbenmaschine 1 zu einem Luftauslass 1b der Kolbenmaschine 1 zu fördern und dabei zu verdichten und vorzugsweise hierbei durch Verrichten von Verdichtungsarbeit eine Verzögerung des Fahrzeugs 20 zu be wirken. Das Verfahren umfasst dabei im Schritt S1 ein Koppeln der Kolbenmaschine 1 an eine Antriebsstrangwelle 2 des Fahrzeugs 20. Dies kann beispielsweise unter Verwendung be kannter Kupplungs- und/oder Verbindungstechniken (darunter z. B. Scheibenkupplungen, Ge lenkwellen, Kegelradgetriebe etc.) erfolgen. Im Schritt S2 erfolgt dann ein Antreiben der Kol benmaschine 1 mittels der Antriebsstrangwelle 2. Mit anderen Worten kann der Kolbenma schine 1 Energie in Form mechanischer Arbeit zugeführt werden. Diese wird im Schritt S3 zum Verrichten von Verdichtungsarbeit mittels der Kolbenmaschine 1 zur Erzeugung eines auf die Antriebsstrangwelle 2 wirkenden Bremsmoments verwendet. Zu Erhöhung der Bremswirkung
ist es weiterhin vorteilhaft, falls die vorgenannte Dauerbremseinrichtung des Fahrzeugs eine Drosseleinrichtung umfasst. In diesem Fall kann das Verfahren ferner auch ein Drosseln des Luftdurchsatzes mittels der Drosseleinrichtung zum Aufbau eines bremsenden Staudrucks umfassen. Weiterhin kann das Verfahren für den Fall, dass der Lufteinlass der Kolbenma- schine über eine Verbindungsleitung mit einem Druckluftvorratsbehälter und/oder einem Aus lass eines Luftverdichters verbunden ist, zudem ein Zuführen von Druckluft vom Druckluftvor ratsbehälter und/oder vom Auslass des Luftverdichters zur Kolbenmaschine zu Beginn eines Bremsvorgangs umfassen.
Obwohl die Erfindung unter Bezugnahme auf bestimmte Ausführungsbeispiele beschrieben worden ist, ist es für einen Fachmann ersichtlich, dass verschiedene Änderungen ausgeführt werden können und Äquivalente als Ersatz verwendet werden können, ohne den Bereich der Erfindung zu verlassen. Folglich soll die Erfindung nicht auf die offenbarten Ausführungsbei spiele begrenzt sein, sondern soll alle Ausführungsbeispiele umfassen, die in den Bereich der beigefügten Patentansprüche fallen. Insbesondere beansprucht die Erfindung auch Schutz für den Gegenstand und die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von den in Bezug ge nommenen Ansprüchen.
Bezugszeichenliste
1 Kolbenmaschine
1a Lufteinlass
1b Luftauslass 1c Einlassventil 1d Auslassventil 2 Antriebsstrangwelle
3 Drosseleinrichtung
3a Auslassleitung 3b Drosselklappe
4 Verbindungsleitung
5 Druckluftvorratsbehälter
6 Luftverdichter 7 Kupplungseinrichtung 8a Schubkurbel 8b, 8c Welle 8d Getriebe
9 Hinterrad
10 Dauerbremseinrichtung 20 Fahrzeug