EP4333665B1 - Schnittteil-set mit schnittteilinhärenter nahtzugabe - Google Patents
Schnittteil-set mit schnittteilinhärenter nahtzugabeInfo
- Publication number
- EP4333665B1 EP4333665B1 EP22729431.1A EP22729431A EP4333665B1 EP 4333665 B1 EP4333665 B1 EP 4333665B1 EP 22729431 A EP22729431 A EP 22729431A EP 4333665 B1 EP4333665 B1 EP 4333665B1
- Authority
- EP
- European Patent Office
- Prior art keywords
- orientation
- pattern
- cut
- piece
- seam
- Prior art date
- Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
- Active
Links
Classifications
-
- A—HUMAN NECESSITIES
- A41—WEARING APPAREL
- A41H—APPLIANCES OR METHODS FOR MAKING CLOTHES, e.g. FOR DRESS-MAKING OR FOR TAILORING, NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
- A41H3/00—Patterns for cutting-out; Methods of drafting or marking-out such patterns, e.g. on the cloth
- A41H3/08—Patterns on the cloth, e.g. printed
-
- D—TEXTILES; PAPER
- D05—SEWING; EMBROIDERING; TUFTING
- D05D—INDEXING SCHEME ASSOCIATED WITH SUBCLASSES D05B AND D05C, RELATING TO SEWING, EMBROIDERING AND TUFTING
- D05D2305/00—Operations on the work before or after sewing
- D05D2305/08—Cutting the workpiece
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Textile Engineering (AREA)
- Sewing Machines And Sewing (AREA)
Description
- Die Erfindung betrifft Schnittteile mit einer schnittteilinhärenten Nahtzugabe zum Herstellen eines Näherzeugnisses.
- Bisher weisen Schnittteile zur Herstellung von Näherzeugnissen (zum Beispiel für die Herstellung von Kleidungsstücken) korrespondierende Nahtzugaben einer bestimmten Breite auf - dadurch verläuft die Schnittlinie des Schnittteils gleichmäßig parallel zur Nahtlinie und es entstehen gleichförmige Schnittteilseiten.
- Durch diese Gleichförmigkeit hat der/die Näher:in keine offensichtlichen, sich aus den Schnittteilen ergebenden Hinweise, welches Schnittteil wie und wo an welches andere Schnittteil anzunähen ist. Diese Information muss zum Beispiel aus einer separaten Anleitung oder aus der Schnittmustervorlage herausgelesen werden. Insbesondere für Nähanfänger:innen oder Hobbynäher:innen sind Nähanleitungen teilweise missverständlich und oft schwierig zu erfassen. Dies führt zu großem Zeitaufwand und auch zu Frustration bei der Anfertigung von Näherzeugnissen. Wird eine Naht falsch gesetzt, kann in der Regel das ganze Näherzeugnis nicht mehr adäquat erstellt werden und die Naht muss aufwendig wieder entfernt werden. Dieser Vorgang führt häufig auch dazu, dass Schadstellen im Werkstoff entstehen, was zu unnötigem Verschnitt und im Zweifel auch zur Aufgabe des Projekts führt.
- Neben den Herausforderungen des korrekten Verstehens von Nähanleitungen beinhalten diese häufig auch unklare Instruktionen wie zum Beispiel "leicht gedehnt annähen" (wenn zum Beispiel zwei verschiedene Stoffarten gemeinsam verarbeitet werden oder eine Raffung erreicht werden soll), die einen großen Interpretationsspielraum lassen, wie stark denn bei "leicht gedehnt" oder "stark gedehnt" zu dehnen ist. Diese unspezifischen Instruktionen führen insbesondere bei ungeübten Näher:innen häufig zu ungleichmäßigen Ergebnissen am Näherzeugnis.
- An manchen Stellen sehen Nähanleitungen vor, dass spezifische Punkte durch kleine Einschnitte in die Nahtzugabe markiert werden (so genannte "Knipse" oder "Zwicke") - zum Beispiel an welchem Punkt ein Ärmel auf eine Schulternaht trifft. Diese bieten dem/ der Näher:in durch den gemäß der Anleitung platzierten Einschnitt der Nahtzugabe eine punktuelle Orientierung; allerdings ist diese durch eine mangelnde Unterscheidbarkeit der Einschnitte, ihre schlechte Sichtbarkeit im Schnittteil, ihren nur punktuellen Charakter und ihre fehlende Aussagekraft ohne die dazugehörige Nähanleitung sehr limitiert.
- Solcherlei Knipse werden auch in der industriellen Herstellung von Näherzeugnissen verwendet. Hier können sie ganz unterschiedliche Punkte markieren - wie zum Beispiel die Höhe, auf der ein Saum umgeschlagen werden soll, eine Stelle, wo zwei Nähte aufeinandertreffen oder die obere oder untere Mitte von einem Beleg und einem Außenstoff. Diese Knipse sind in der industriellen Fertigung meist als einfacher Einschnitt oder in Dreiecksform gestaltet, können aber auch zum Beispiel als Halbkreis oder Viereck oder - je nach verwendetem Schnittprogramm - in einigen anderen Formen gesetzt werden. Auch diese in der industriellen Fertigung eingesetzten Knipse benötigen immer eine zusätzliche Anleitungs-Information, da sie ganz unterschiedlich eingesetzt werden und ihre Interpretation nicht aus sich heraus möglich ist: Ein in der industriellen Fertigung eingesetzter Knips kann demnach entweder auf einen anderen Knips oder auf eine Nahtlinie treffen, einfach eine Mitte markieren oder den Hinweis geben, dass an der Stelle eine Falz entstehen soll. Was davon zutreffend ist, ist abhängig von der/dem Erstellenden der Vorlage und wie er/sie die Knipse einsetzt.
- Im Bereich des Freizeitnähens werden meistens Papierschnittmuster eingesetzt, die anschließend auf Pauspapier übertragen und zum Zuschnitt auf den Werkstoff aufgelegt werden. Es kann auch vorkommen, dass das Papierschnittmuster selber ausgeschnitten und auf den Werkstoff aufgelegt wird. In den Schnittmustern sind in der Regel auch Angaben zum Fadenlauf gemacht. Welche Schnittteile an welchen Seiten mit oder ohne Nahtzugabe oder Saumzugabe zugeschnitten werden müssen und welche Breite die Naht- oder Saumzugabe an welchem Schnittteil an welcher Seite haben muss, diese Information entnimmt der/die Freizeitnähende in der Regel einer separaten Nähanleitung. Abhängig von der Fülle der zu berücksichtigenden Informationen kann es demnach beim Zuschnitt häufig zu Fehlern kommen. Schneidet der/die Freizeitnäher:in zum Beispiel ein Rückenteil für ein Kinderkleid aus, ist es in der Regel so, dass das Rückenteil in halber Breite auf einen im Bruch gelegten doppellagigen Stoff aufgelegt und zugeschnitten wird. Dabei kann es sein, dass der Halsausschnitt ohne Nahtzugabe zugeschnitten werden muss, weil er später in ein Schrägband eingefasst wird, die Schultern, Seiten und Armausschnitte mit zum Beispiel 1,5 cm Nahtzugabe geschnitten werden und der untere Saum mit 5 cm Saumzugabe. Insbesondere für Nähanfänger:innen ist das Berücksichtigen von drei unterschiedlichen Breiten bei den Zugaben eine häufige Fehlerquelle. Manche Schnittmustervorlagen beinhalten daher die Naht- und Saumzugaben bereits, was aber ein weiteres Fehlerpotenzial in sich birgt: zum Beispiel derart, dass der/die Näher:in (aus Gewohnheit oder Unkonzentriertheit) zusätzlich zur nun ausnahmsweise bereits in der Schnittmustervorlage eingezeichneten Nahtzugabe noch eine zusätzliche Nahtzugabe beim Zuschneiden der Schnittteile vorsieht und damit die Form der Schnittteile dann nicht mehr korrekt ist.
- Um in der Schnittmustervorlage mehr Klarheit zu erzeugen, welche Schnittteilseite in der späteren Verarbeitung mit welcher anderen Schnittteilseite zu vernähen ist, wurde im Jahr 1939 eine Gestaltungsform der Schnittmustervorlage (also der Abbildung der Schnittteilformen auf Papier) unter den Nummern
bzw.CH 203681 A DE 695119 C als Patent geschützt, welche ein unterschiedliches Schraffieren der später aufeinander zu nähenden Nahtzugaben unter Schutz stellte. Die dort geschützte Gestaltungsform machte es für den/die Näher:in im Schnittmuster (also in der Papiervorlage) leichter zu erfassen, welche Nahtzugaben jeweils entsprechenden Schnittteilkanten bzw. Nahtzugaben der aus dem entsprechenden Werkstoff zugeschnittenen Schnittteile eigenständig identifizieren und die Teile korrekt zusammenführen. Als eine weitere Schwierigkeit bei dieser Visualisierung in der Schnittmustervorlage wird der Umstand angenommen, dass es vielfach unüblich war und ist, die Nahtzugabe in der Schnittmustervorlage mit einzuzeichnen und damit eventuell versehentlich von der/dem Nähenden noch eine zusätzliche Nahtzugabe angefügt wird, was die Form der Schnittteile verfälscht. - Eine Reihe weiterer Erfindungen wurden über die Jahre veröffentlicht, die sich mit der Vereinfachung des Zusammenstellens der Stoffteile, der Übertragung der Schnittmuster auf den Stoff und mit dem Zusammennähen der Stoffteile zu einem Kleidungsstück mittels Arbeitsanweisungen beschäftigten:
offenbart ein Set mit wenigstens zwei Schnittteilen zum Herstellen eines Näherzeugnisses, wobei die Schnittteile eine schnittteilinhärente Nahtzugabe aufweisen, in welchen jeweils Aussparungen angeordnet sind. Die Schnitte bieten eine Hilfe beim Ausrichten der Schnitteile. Eine Anleitung gibt weitere Instruktionen für das Zusammennähen.GB2222395 A -
US2007261260 A1 offenbart eine Nähhilfe zum Markieren eines Stoffes mit einer Markierungsvorrichtung. Es offenbart ein Werkzeug für die Herstellung von Schnittmustern, mit dem Strickstoffe an den entsprechenden Stellen, markiert und eingekerbt werden können, ohne den Strickstoff zu zerfasern. Eine solche Vorrichtung ist für verschiedene Größen von Nahtzugaben geeignet und ermöglicht die Unterscheidung von Kerben für vordere und hintere Stoffteile. -
US3033357 A offenbart ein Set mit mehreren Schnitteilen, bei dem auf eine Seite des Stoffs Muster als Arbeits- und Nähanweisungen gedruckt sind. -
US 3824628 A beschreibt ein Verfahren zum Zusammennähen von Stoff, bei dem ein Muster auf einem Stück Stoff angebracht wird, die als Nähführungen für die Konstruktion von Nähten, Abnähern und dergleichen dienen. - Beim Zusammennähen werden an den besagten Markierungszeichen Stecknadeln quer durch das Muster und den Stoff aufgesetzt und beim Abschließen der Nähvorgänge wieder entfernt.
-
US 2018/ 0 190 149 A1 offenbart einen Code zur Verwendung beim Zusammennähen eines Kleidungsstückes, wobei der Code eine Vielzahl von eindeutigen Anweisungsmarkierungen, enthält, die erforderlich sind, um die Einzelteile zu dem gewünschten Kleidungsstück zusammenzusetzen. - Knopflöchern oder Ziernähten versehen sein. Ebenso können auch die sonst erforderlichen Zutaten wie Taftfutter, Reißverschluss, Gurtband, Knöpfe, Modeschmuck, Nähseide, Rock- und Jackenaufhänger der Verpackung beigefügt werden.
- Zur weiteren Erleichterung der Näharbeit werden zweckmäßig die Nähte und Abnäher auf den Stoff aufgezeichnet. Dadurch kann jedoch nicht jeder Fehlschnitt oder jedes Falschnähen von vornherein ausgeschlossen werden, da das richtige Übereinanderlegen der Stoffe beim Nähvorgang nicht kontrolliert werden kann.
-
beschreibt Schnittmuster, bei welchen die Umrisslinien der Schnittmusterteile die Saum- und Nahtzugabe berücksichtigen und Befestigungslinien angegeben sind.CH 256 223 A - Dabei sind die Befestigungslinien/ Nahtlinien auf ihrer ganzen Länge durch Lochungen angegeben und die Zusammengehörigkeit der Befestigungslinien auf verschiedenen Schnittmusterteilen durch diesen Linien zugehörige Bezeichnungen gekennzeichnet. Die Befestigungslinien des Schnittmusters sind gelocht, um schneller und genauer, z. B. durch Pudern, auf den zu verarbeitenden Stoff übertragen werden zu können.
-
US 2004/ 0 153 195 A1 bezieht sich allgemein auf die Herstellung von Bekleidung und insbesondere auf ein System und Verfahren zur Herstellung und Prüfung von Maßkonfektion unter Verwendung digitaler Entwurfsdaten. Es wird ein Verfahren offenbart, bei dem ein Anprobe-Kleidungsstück aus einer Vielzahl von Grundmustern erstellt wird. Die Grundmuster werden entsprechend der Körperform und der Passform- und/oder Stilpräferenzen eines Kunden dann modifiziert und verbunden, um ein Musterkleidungsstück auf der Grundlage der Markierungen zu erstellen und um Kundendaten zu erzeugen. In diesem Zusammenhang wird auch das Zuschneiden von Material für ein maßgeschneidertes Kleidungsstück auf der Grundlage der Kundendaten und das Zusammennähen des zugeschnittenen Materials offenbart, um das maßgeschneiderte Kleidungsstück herzustellen. - Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das korrekte Zusammensetzen eines Schnittteil-Sets zur Herstellung eines Näherzeugnisses zu vereinfachen und unmissverständlicher zu machen.
- Ferner liegt ihr die Aufgabe zugrunde, schon im Erstellungsprozess eines Näherzeugnisses eine Qualitätssicherung zu ermöglichen.
- Diese Aufgabe wird durch ein Schnittteil-Set nach Anspruch 1 gelöst, die untergeordneten Ansprüche bilden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung.
- Das erfindungsgemäße Schnittteil-Set umfasst Schnitteile mit schnittteilinhärenten Nahtzugaben, welche über Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen oder einer Mischung aus beidem verfügen.
- Diese Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen in den Nahtzugaben werden in der Art korrespondierend gestaltet, dass sie eine schnell zu erfassende Information geben, an welchen Stellen welche Schnittteile im Fertigungsprozess übereinander zu legen oder zusammenzuführen sind - nämlich sind immer diejenigen Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen übereinanderzulegen, die passgenau ineinander fluchten.
- Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen sind im Sinne der Erfindung all diejenigen Aussparungen oder Prägungen in der schnittteilinhärenten Nahtzugabe, die in mindestens zwei schnittteilinhärenten Nahtzugaben in identischer bzw. korrespondierender Form vorhanden sind, sodass sie mindestens einen korrespondierenden Partner aufweisen.
- Korrespondierend meint im Sinne der Erfindung, dass Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen in der schnittteilinhärenten Nahtzugabe derart gestaltet sind, dass immer dann, wenn die Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen passgenau ineinander fluchten, die mit ihnen versehenen Schnittteile oder Schnittteilkanten korrekt zueinander positioniert sind, um das entsprechende Näherzeugnis zu erstellen. Folglich ist wiederum jedes Positionieren von Schnittteilen oder Schnittteilkanten zueinander, das kein passgenaues Aufeinandertreffen der entlang der Nahtstrecke befindlichen Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen erzeugt, nicht korrekt im Sinne des richtigen Zusammensetzens des entsprechenden Näherzeugnisses.
- Folglich kann hierdurch die für das Herstellen des Nähproduktes notwendige Positionierung und Ausrichtung der Schnittteilkanten zueinander festgelegt werden. Bevorzugt kann die (seitliche) Positionierung der Schnittteile zueinander hierdurch sogar eindeutig festgelegt werden. Dabei ist die richtige Orientierung der Kontaktflächen der Schnitteile (z.B. bedruckte Seite des Stoffes auf der bedruckten Seite des Stoffes) allerdings nicht alleine durch Aussparungen sondern nur mit Prägungen, Klebstoff oder anderen Markierung möglich, die einer Oberfläche zugeordnet werden können.
- Ineinander fluchten meint im Sinne der Erfindung, dass zwei Orientierungs-Aussparungen identischer/korrespondierender Form und Größe durch Übereinanderlegen wenigstens zweier Werkstofflagen zu einer passgenauen, mindestens zweischichtigen Aussparung derselben Form und Größe führt - oder dass zwei Orientierungs-Prägungen identischer/korrespondierender Form und Größe durch Übereinanderlegen wenigstens zweier Werkstofflagen mit ihrer konvexen und konkaven Seite in der Art ineinandergreifen, dass von zwei identischen/korrespondierenden Formen, Mustern oder Markierungen die konvexe auf der konkaven Seite liegt oder andersherum.
- Das Ineinander fluchten kann im Sinne der Erfindung also auch durch das Erzeugen von Erhebungen auf einem Werkstoff erzeugt werden - so auch zum Beispiel durch das Aufbringen von Klebstoff in korrespondierenden Formen, der dann jeweils aufeinander haftet. Das Aufbringen von Klebstoff in korrespondierenden Formen ist eine Unterform der Orientierungs-Prägungen.
- Grundsätzlich können neben den Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen noch weitere Formen, Muster oder Markierungen in die Nahtzugaben eingeschnitten oder eingeprägt sein - so zum Beispiel Startpunkte von Nahtlinien, Nahtlinien oder Punkte, an denen Schnittteile auf andere Nähte treffen. Diese zusätzlichen Instruktions-Aussparungen oder Instruktions-Prägungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie jeweils nur in die Nahtzugabe einer Nahtstrecke eingeschnitten oder eingeprägt werden und keinen korrespondierenden Partner aufweisen. Insbesondere die Startpunkte sind für die Anwendenden von Wichtigkeit, da sie die Stofflage definieren, die beim Nähen obenauf liegt. So kann es eine Regel innerhalb von Schnittteil-Sets sein, dass immer ein Startpunkt in der oben liegenden Stofflage eingeschnitten ist. Findet der/die Freizeitnäher:in keinen Startpunkt, liegt nicht die richtige Stofflage oben auf und es muss umpositioniert werden. Der Startpunkt macht das korrekte Aufliegen der Schnittteile zueinander unmissverständlich - was insbesondere bei Nähten mit drei oder mehr Stofflagen von besonderem Nutzen sein kann.
- Neben Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen und Instruktions-Aussparungen oder Instruktions-Prägungen können durch spezifische Formungen auch Schnittteilkanten in der Art gestaltet werden, dass sie aufgrund ihrer spezifischen Form eine Anleitung geben, wie sie im Sinne des Näherzeugnisses zu verarbeiten sind. So kann eine (ganz oder teilweise) in Wellenform geschnittene Unterkante eines Schnittteils zum Beispiel bedeuten, dass diese Kante zu einem Saum von 4cm Breite umzuschlagen ist. Oder eine (ganz oder teilweise) in kleinen Zickzackformen geschnittene Kante kann bedeuten, dass diese mit einem Schrägband einzufassen ist. Weiterhin können Anleitungs-Kanten so geschnitten werden, dass in sie zum Beispiel eine Form mit vier Wellen geschnitten ist, wenn ein Saum vier Zentimeter umgeschlagen werden soll und eine Form mit nur zwei Wellen geschnitten ist, wenn der entsprechende Saum nur zwei Zentimeter umgeschlagen werden soll.
- Diese Anleitungs-Kanten sind insbesondere dann von Bedeutung, wenn ein/e Näher:in bereits mehrere Schnittteil-Sets im Sinne der Erfindung zu Näherzeugnissen verarbeitet hat und die Bedeutungen der spezifischen Formen der Anleitungs-Kanten bereits gelernt hat. Natürlich sind die Informationen, wie eine Kantenform zu interpretieren ist, im Bedarfsfall auch einer Anleitung entnehmbar.
- Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen werden bevorzugt so gestaltet, dass jeder Nahtstrecke eine eigene, von den Formen der anderen Nahtstrecken unterscheidbare, Form der Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen zugeordnet wird. Dieses Prinzip wird im Sinne der Erfindung für wenigstens eine Nahtstrecke innerhalb eines Schnittteil-Sets für ein Näherzeugnis angewendet; nicht jede Nahtstrecke eines Näherzeugnisses muss zwingend in ihrer Nahtzugabe diese Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen aufweisen, da dies gegebenenfalls nicht immer sinnvoll ist, wenn sich zum Beispiel eine Nahtstrecke durch bereits vorher korrekt gesetzte Nähte von selber ergibt. Ein zusätzliches Markieren einer solchen Nahtstrecke könnte die Schnittteile eines Schnittteil-Sets sonst gegebenenfalls eher unübersichtlicher machen als übersichtlicher.
- Orientierungs-Aussparungen können auch die Verarbeitung von gedehnt anzunähenden Werkstoffen (wie zum Beispiel Bündchenware) sehr erleichtern. Dies geschieht dadurch, dass die notwendige Dehnung in den korrespondierenden Formen und Anordnung dieser Formen der Aussparungen bzw. Prägungen bereits in der Art berücksichtigt ist, dass erst durch die korrekte Dehnung beim Zusammenführen der entsprechenden Schnittteile oder Schnittteilkanten Passgenauigkeit zwischen den korrespondierenden Orientierungs-Aussparungen erzeugt wird.
- Dadurch entsteht eine intuitiv zu erfassende und gleichzeitig sehr spezifische Vorgabe, wie stark genau der zu dehnende Werkstoff für das gewünschte Ergebnis zu dehnen ist. Relevant ist dies zum Beispiel bei der Herstellung von Baby- und Kinderkleidung, wo häufig an Ärmeln, Halsausschnitten oder am Bauch Bündchen platziert werden, um den Sitz des Kleidungsstückes zu optimieren. Werden diese Bündchen (zum Beispiel am Ärmel) zu wenig gedehnt angenäht, rutscht der Ärmel beim Tragen dauernd über die Hand. Werden diese Bündchen zu stark gedehnt angenäht, passt die Hand beim Anziehen eventuell nur schwer durch und das Bündchen zwickt beim Tragen am Handgelenk.
- Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen können sich von der Kante der Nahtzugabe in die Nahtzugabe hinein erstrecken und damit die Form der Kante der Nahtzugabe bilden.
- Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen können aber auch von der Schnittteilkante beabstandet angeordnet sein.
- Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform können die Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen auch in der Form gewählt werden, dass sie Zahlen oder Buchstaben darstellen, die so nicht nur ein korrektes Setzen einer Naht erleichtern, sondern zusätzlich darüber Auskunft geben, in welcher Reihenfolge die einzelnen Arbeitsschritte auszuführen sind.
- Gleichfalls ist ein weiteres Codieren und Kombinieren von Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen in der Weise vorteilhaft, in der spezifische Formen der Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen zum Beispiel nicht nur darüber Auskunft geben, in welcher Reihenfolge die Arbeitsschritte umzusetzen sind, sondern auch darüber Auskunft geben, wie eine Nahtstrecke zu nähen ist. So können Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen in Form von Zahlen Auskunft über die Reihenfolge von entsprechenden Arbeitsschritten geben und mit anders geformten Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen kombiniert werden, die aufgrund ihrer spezifischen Form zum Beispiel Informationen über den anzuwendenden Stich (zum Beispiel Geradstich oder Zickzackstich) und/oder über die zu wählende Stichlänge (zum Beispiel 2 mm oder 4 mm) und/oder über die zu wählende Breite der Nahtzugabe - also Beabstandung der Nahtstrecke zu dem/den äußersten Punkt/en der Schnittteilkante - und/oder die Anzahl der miteinander zu vernähenden Stofflagen übermitteln können. Ein Beispiel: Es könnten drei nebeneinander eingeschnittene oder eingeprägte Dreiecke bedeuten, dass hier drei Werkstofflagen übereinander zu vernähen sind (zum Beispiel beim Einnähen von Bündchen) und zwei nebeneinander eingeschnittene oder eingeprägte Dreiecke würden entsprechend bedeuten, dass zwei Stofflagen miteinander zu vernähen sind (zum Beispiel beim Einnähen eines Ärmels). Auch könnte zusätzlich eine weitere Form der Orientierungs-Aussparung oder Orientierungs-Prägung so gewählt werden, dass sie Auskunft über die Stichlänge gibt - zum Beispiel könnten zwei nebeneinander eingeschnittene oder eingeprägte Vierecke bedeuten, dass eine Stichlänge von 2 mm zu wählen ist und vier nebeneinander eingeschnittene oder eingeprägte Vierecke entsprechend, dass eine 4 mm Stichlänge zu wählen ist. Die geeignetste Variante in der Ausführung der Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen ist von verschiedenen Faktoren - wie zum Beispiel dem Fähigkeitslevel der Anwendenden, der Länge von Nahtstrecken und der Beschaffenheit der jeweiligen Werkstoffe - abhängig und kann nicht pauschal beurteilt werden.
- Grundsätzlich sind codierte Formen in der Nahtzugabe auf zweierlei Weisen erzeugbar: Zum einen können Orientierungs-Aussparungen in der Form gewählt werden, dass sie die Form der codierten Formen haben; zum anderen können Orientierungs-Aussparungen so gewählt werden, dass ihre Form die codierten Formen aus dem jeweiligen Werkstoff bilden. In diesem Fall sehen die codierten Formen so aus, als würden sie aus der Schnittteilkante herausragen bzw. von ihr abstehen. Diese Ausführungsform ist zum Beispiel dann vorzuziehen, wenn die gewählte Nahtzugabe nach dem Setzen der Naht zurückgeschnitten werden soll. Weil sich die Orientierungs-Aussparungen in dieser Variante bis in die seitliche/n Seitenkante/n der Nahtzugabe erstrecken, kann man die überstehenden Formen einfacher mit der Schere erreichen und könnte die Nahtzugabe unkompliziert zurückschneiden. In der Hobby- und Freizeitnäherei werden häufig breitere Nahtzugaben als in der industriellen Fertigung verwendet und dann kann ein Zurückschneiden zum Beispiel aus Gründen des Tragekomforts Sinn machen.
- Im Bereich der Orientierungs-Prägungen ist eine Prägung der codierten Form in den meisten Fällen die bevorzugte Variante.
- Codierte Formen im Sinne der Erfindung sind alle Formen, die durch ihr Vorkommen auf der Nahtzugabe - egal, ob in die Schnittteilkante fließend oder von ihr beabstandet; egal, ob geschnitten oder geprägt; egal, ob einzeln oder kombiniert - eine Information an den/die Näher:in über die korrekte Verarbeitung der/des Schnittteile/Schnittteils geben. Bevorzugt werden codierte Formen in Form von Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen eingesetzt - sie können sich aber auch in Form von Instruktions-Aussparungen und/oder Instruktions-Prägungen und/oder spezifischen Formen von Anleitungs-Kanten wiederfinden.
- Neben der Wahl von codierten Formen in den Nahtzugaben ist auch eine spielerischere Herangehensweise denkbar. So könnten Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen zum Beispiel zum Nähprojekt passende Formen aufweisen. Sollen zum Beispiel Krabbelschuhe aus Leder genäht werden, könnten die Orientierungs-Prägungen in Form kleiner Fußabdrücke, Strümpfe und/ oder Schuhe gewählt werden.
- Einige Näherzeugnisse - zum Beispiel ein einfacher Rock, ein Topflappen oder ein Kissenbezug - können auch nur aus einem Schnittteil bestehen. In diesem Fall würden die schnittteilinhärenten Nahtzugaben jeweils dort Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen aufweisen, wo die Nahtzugaben desselben Schnittteils jeweils beim Nähen übereinander zu legen sind (zum Beispiel die beiden Seitenkanten eines Schnittteiles für einen einfachen Rock).
- Dieses eine Schnittteil kann im Sinne der Erfindung wiederum auch Instruktions-Aussparungen oder Instruktions-Prägungen sowie Anleitungs-Kanten aufweisen.
- Die ideale Ausführungsform wird insbesondere von der Größe der Schnittteile, der gewählten Breite der Nahtzugaben und der Materialeigenschaften des Werkstoffs abhängig sein. So können in besonders stabile Werkstoffe kleinteiligere Formen, Muster oder Markierungen als Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen eingearbeitet werden als in besonders feine. Auch dass sich einige Stoffe nach dem Zuschnitt an den Kanten einrollen oder ausfransen können, muss bei der Ausgestaltung der Orientierungs-Aussparungen berücksichtigt werden.
- Weiterhin kann es für verschiedene Stoffe und Nähprojekte unterschiedliche Best Practices geben, wie viele Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen in einer Nahtstrecke platziert werden und ob diese jeweils die gleiche Gestalt haben oder eine Kombination aus verschiedenen Formen und Platzierungen sinnvoll ist. Das Verwenden unterschiedlicher Formen kann aus Gründen der Übersichtlichkeit oder einfacheren Produktion sinnvoll sein. Auch können kombinierte Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen die bereits beschriebenen Informations-Funktion haben, wie welche Naht auf wie vielen Stofflagen zu setzen ist.
- Generell werden sich gegebenenfalls produktionstechnische Gegebenheiten auf die zu wählende Ausgestaltung und Platzierung der Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen auswirken. So hätte eine Platzierung einfacher Orientierungs-Aussparungen in die Kante der Nahtzugabe den Vorteil, dass ein elektronischer Cutter die Schnittteilform schneiden könnte, ohne abzusetzen. Auch würde im Vergleich zur von der Kante der Nahtzugabe beabstandeten Platzierung der Orientierungs-Aussparungen kein kleinteiliger Verschnitt in Form der Aussparungen entstehen, der gegebenenfalls manuell von den Schnittteilen gelöst werden muss.
- In der Praxis werden sich durch Sammeln von Erfahrungen im Handling sowohl produktionsseitig als auch auf Seiten der Anwendenden immer neue Erkenntnisse ergeben, welche Ausgestaltung der Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen für ein konkretes Nähprojekt und eine konkrete Anwender: innen-Gruppe am vorteilhaftesten ist.
- Unabhängig von der konkreten Ausführungsform liegt ein grundsätzlicher Vorteil der Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen im Kenntlichmachen der Passgenauigkeit auch während des Nähens. Würden die Nahtzugaben beispielsweise nur korrespondierend bedruckt oder gefärbt, wäre dadurch im Nähprozess keine Überprüfung möglich, ob die untere Stofflage nicht versehentlich verzerrt (gedehnt oder gerafft) verarbeitet wird oder verrutscht, was in der Praxis insbesondere bei sehr feinen oder elastischen Stoffen ein häufiges Problem darstellt, welchem meist durch umfangreiches Abstecken mit Stecknadeln oder Klammern begegnet wird.
- Dieser Arbeitsschritt ist aber meist mühsam und zeitintensiv. Werden Nadeln verwendet, bergen diese im Nähprozess auch diverse Verletzungsgefahren - etwa Stiche in den Fingern oder wenn man mit der Nähnadel der Nähmaschine auf eine Stecknadel trifft, kann eine von beiden brechen und umherfliegende Bruchstücke können empfindliche Körperteile im Gesicht des Nähers/ der Näherin (zum Beispiel die Augen) treffen. Werden Klammern verwendet, stören diese meist sehr bei der Verarbeitung an der Nähmaschine und müssen in der Regel bereits frühzeitig wieder entfernt werden, bevor die jeweils abgesteckte Passage genäht wird weil sie schlecht am Nähfüßchen vorbei passen.
- Es kann von Vorteil sein, Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen durch Bedruckungen oder den Einsatz von Klebstoff zu ergänzen oder zu substituieren. So kann es für die Anwendenden von Vorteil sein, wenn zum Beispiel der Startpunkt einer Naht durch eine entsprechende gedruckte Markierung auf der Nahtzugabe des in der Nähmaschine oben liegenden Schnittteils schnell ersichtlich gemacht wird. Weiterhin könnten Anleitungen oder Tipps zur Verarbeitung auf die Nahtzugabe gedruckt werden. Denkbar wäre auch das Ergänzen von zum Beispiel einfachen geometrischen Orientierungs-Aussparungen durch gedruckte Zahlen, die die Reihenfolge der Arbeitsschritte angeben (zum Beispiel wenn das Ausschneiden der Orientierungs-Aussparungen selber in Form von Zahlen aufgrund der Materialeigenschaften des Werkstoffes nicht möglich oder nicht zweckmäßig ist).
- Bedrucken meint in diesem Kontext generell das Erzeugen einer Färbung auf der Nahtzugabe eines Schnittteils - unabhängig davon, welches Druckverfahren (zum Beispiel Siebdruck, Digitaldruck, Tampondruck, Stempeltechnik oder andere) und welche Art der Farbe (Lack, Textilfarbe, Stempelfarbe, Kreide, Acrylfarbe oder andere) für den entsprechenden Werkstoff angewendet wird.
- Ein Einsatz von Klebstoff meint in diesem Kontext das gezielte Aufbringen von Klebstoff auf einer Nahtzugabe eines oder mehrerer Schnittteile, um das korrekte Anlegen von Schnittteilen zueinander zu vereinfachen oder zu verdeutlichen. Der Klebstoff kann dabei selber eingefärbt sein und in spezifischer Form auf die Schnittteile aufgebracht sein, sodass auch hier korrelierende oder instruierende oder codierte Formen geschaffen werden können. So könnten zum Beispiel Orientierungs-Prägungen in dünnerem Material, welches nicht effektiv geprägt werden kann, in Form von aufgebrachtem Klebstoff erzeugt bzw. verdeutlicht werden, sodass der/die Anwendende diese klebenden Stellen entsprechend ihrer korrelierenden Formen aufeinander kleben kann und somit nicht nur die korrekte Positionierung der Schnittteile zueinander sicherstellt, sondern die Schnittteile auch gleich aneinander haften, damit sie beim Nähen nicht verrutschen.
- Dabei ist unter Klebstoff jede Form von Erzeugnis zu verstehen, welches ein aneinander Haften von diesem Erzeugnis mit ebendiesem oder dem Werkstoff ermöglicht - so zum Beispiel Textilkleber, doppelseitiges Textilklebeband, Anti-Rutsch-Beschichtungen, Klett oder vergleichbares.
- Grundsätzlich können die erfindungsgemäßen Schnittteil-Sets aus verschiedenen Werkstoffen bestehen und auch unterschiedliche Werkstoffe miteinander kombinieren - je nach zu erstellendem Näherzeugnis. So kann ein Schnittteil-Set bestehend aus Jersey und Bündchenware zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn eine Babyhose genäht werden soll. Oder ein Schnittteil-Set kann zum einen aus Schnittteilen aus Leder und zum anderen aus Schnittteilen aus Futterstoff bestehen, um zum Beispiel eine Handtasche daraus herzustellen.
- Weiterhin ist es denkbar, dass ein Schnittteil-Set aus Schnittteilen eines oder mehrerer Werkstoffe besteht und aus einer oder mehreren Schablone/n zur Herstellung eines weiteren/weiterer Schnittteile durch den/die Anwendende selbst. Dies ist dann die präferierte Ausführungsform, wenn zum Beispiel bereits vorhandenes oder ganz bestimmtes Material in ein Näherzeugnis eingearbeitet werden soll. In diesem Fall würde/n das/die zu ergänzenden Schnittteil/e durch eine oder mehrere Schablone/n zur Herstellung dieses/dieser Schnittteils/Schnittteile zur Verfügung gestellt.
- Inhärenter Teil und gleichzeitig selbständig erfinderischer Teil der Erfindung ist/sind demnach auch eine/mehrere Schablone/n zur Herstellung von erfindungsgemäßen Schnittteilen zur Herstellung eines Näherzeugnisses, sowie ein Set umfassend eine/mehrere solche/r Schablone/n.
- Eine Schablone zur Herstellung von erfindungsgemäßen Schnittteilen dient der Herstellung von Schnittteilen mit Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen und/oder Instruktions-Aussparungen und/oder Anleitungs-Kanten, um sie mit anderen ebensolchen Schnittteilen zu einem Näherzeugnis zusammenzuführen. Sie kann damit entweder ein bestehendes Schnittteil-Set aus vorhandenen Schnitteilen ergänzen oder in Form eines Schablonen-Sets eingesetzt werden, die zur Herstellung sämtlicher Schnittteile des Schnittteil-Sets (umfassend Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen und/oder Instruktions-Aussparungen und/oder Anleitungs-Kanten) dienen.
- Die Schablonen zum Herstellen von Schnittteilen mit Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Nahtzugabe für ein Näherzeugnis bereits innehaben und in diese Nahtzugabe Orientierungs-Aussparungen oder -Prägungen in dem Sinne angeordnet sind, dass diese in den ausgeschnittenen Schnittteilen jeweils korrespondierende Partner haben, die bei korrektem Übereinanderlegen der ausgeschnittenen Schnittteile ineinander fluchten und somit die korrekte Position der Schnittteile zueinander aufzeigen.
- Ergänzend zu Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen können Instruktions-Aussparungen und/oder Instruktions-Prägungen und/oder Anleitungs-Kanten in die Nahtzugaben und damit in die Schablonenform integriert sein.
- Eine Schablone ist im Sinne der Erfindung grundsätzlich jede Vorlage, die die Form eines Schnittteils mit Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen und/oder Instruktions-Aussparungen oder Instruktions-Prägungen und/oder Anleitungs-Kanten wiedergibt und zum Nachzeichnen, Ausschneiden, Einprägen, Perforieren, Lasern, Durchätzen oder zum Erstellen eines Abdrucks geeignet ist.
- Eine Schablone kann auch eine digitale Vorlage für die Herstellung einer haptischen Schablone sein (zum Beispiel durch Ausdrucken auf Papier oder durch Ausdrucken mit einem 3D Drucker).
- Die Schablone zur Erstellung von Schnittteilen mit Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen, ggf. Instruktions-Aussparungen oder Instruktions-Prägungen und/oder Anleitungs-Kanten ist insbesondere für die Herstellung derartiger Näherzeugnisse relevant, in denen ganz oder teilweise bereits gebrauchte bzw. vorhandene Materialien verwendet werden sollen.
- So kann für die Herstellung eines Näherzeugnisses Material gespart werden, indem zum Beispiel ein Kleidungsstück in Teilen aus neuen erfindungsgemäßen Schnittteilen (maschinell) hergestellt und um ein oder mehrere manuell geschnittene Schnittteile aus bereits vorhandenem Material ergänzt wird. Die Herstellung solcher ergänzenden Schnittteile wird durch die beschriebene Schablone unter Berücksichtigung der Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen, Instruktions-Aussparungen oder Instruktions-Prägungen und/oder Anleitungs-Kanten ermöglicht beziehungsweise erleichtert.
- Für die per erfindungsgemäßer Schablone zuzuschneidenden Schnittteile wären eine präferierte Ausführungsform der Orientierungs-Aussparungen einfache, wenig verwinkelte Formen, da diese zu Hause einfacher manuell auszuschneiden sind. Das Ausschneiden kann je nach Ausführung der Schablone mit einem Cutter, Stoffmesser, Bastelskalpell, einer Stoffschere oder anderen Schneidewerkzeugen erfolgen.
- Die erfindungsgemäße Schablone kann auch in einem Set aus mehreren Schablonen zur Herstellung kompletter Schnittteil-Sets für kleinere Näherzeugnisse wie Unterhosen oder Slips aus vorhandenen Materialien Anwendung finden. Dabei kann auch ein Set aus mehreren Schablonen in einem Schablonenkörper angelegt sein, sodass ein Schablonenkörper mehrere Schablonen beinhaltet.
- Grundsätzlich erlaubt die Verwendung von erfindungsgemäßen Schablonen das Herstellen vollständiger Schnittteil-Sets mit neuartiger schnittteilinhärenter Nahtzugabe oder von einzelnen Schnittteilen eines solchen Schnittteil-Sets.
- Gründe für die präferierte Verwendung von bestehendem Material und den manuellen Zuschnitt von Schnittteilen für die Erstellung eines Näherzeugnisses können vielfältig sein:
Zum Beispiel soll aus ökologischen Gründen bereits vorhandenes Material zu einem neuen Näherzeugnis oder zu Teilen eines neuen Näherzeugnisses werden. - Auch ökonomisch ist es häufig sinnvoll, nicht mehr benötigtes bereits vorhandenes Material ganz oder in Teilen für ein Näherzeugnis zu verwenden.
- Genauso sind nostalgische Gründe denkbar - so zum Beispiel, dass ein/e Anwendende/r aus einem eventuell nicht alltagstauglichen Kleidungsstück (zum Beispiel aus einem Erinnerungs-T-Shirt oder Hochzeitskleid) ein Alltagskleidungsstück oder eine Heimtextilie erstellen will.
- Die Verwendung der Schablone/n im Sinne der Erfindung erlaubt das Übertragen der Vorteile der neuartigen schnittteilinhärenten Nahtzugabe auf eigens angefertigte Schnittteile als Bestandteil/e eines erfindungsgemäßen Schnittteil-Sets.
- Für den/die Freizeitnäher:in bedeutet die neuartige schnittteilinhärente Nahtzugabe, dass er/sie sich schnell und intuitiv an den zu einem Näherzeugnis gehörenden Schnittteilen orientieren kann und - dort wo angewendet - ein korrektes Zusammennähen durch die in die schnittteilinhärente Nahtzugabe bereits eingearbeiteten Orientierungs-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen, Instruktions-Aussparungen oder Instruktions-Prägungen und/oder Anleitungs-Kanten maßgeblich erleichtert wird. Ein zeitintensives ,Lesen - Verstehen - Anlegen - Rückversichern - Nähen' wird durch ein schnelleres ,Passgenau-Anlegen - Nähen' ersetzt. Zeitaufwendiges Abstecken vor dem Zusammennähen kann mindestens reduziert werden, da eine Kontrolle, ob auch nichts verrutscht ist, durch die Erfindung jederzeit möglich ist.
- Der Nähprozess wird einfacher, schneller und qualitativer. So wird auch Fehlern vorgebeugt, die zu Verschnitt, unnötigem Werkstoff-Müll, Frustration oder unbrauchbaren Ergebnissen führen können. Gleichzeitig werden Komfort, Sicherheit und Erfolgserlebnisse beim Nähen gefördert.
- Für die industrielle Fertigung von Näherzeugnissen kann die Erfindung der Qualitätssicherung dienen, da sie das gleichmäßige Erzeugen von Dehnungen oder Raffungen erleichtert. Weiterhin kann die Einarbeitungszeit von Näher:innen in einen Arbeitsschritt durch die intuitive Handhabe beschleunigt werden.
- Weiterhin können in zukünftig eventuell automatisierten Nähprozessen Sensoren die richtigen Nahtzugaben durch die unterschiedliche Formung erfassen und Schnittteile dadurch korrekt verarbeiten.
- Die Schnittteile mit erfindungsgemäßer schnittteilinhärenter Nahtzugabe können auf verschiedene Weise hergestellt werden. Orientierungs-Aussparungen können manuell mit Schere, Klinge oder Handstanze geschnitten werden. Oder - in einer auflagenstarken Herstellung relevanter - maschinell durch Laser, Stanzmesser in Stanzmaschinen oder elektrische Cutter. Orientierungs-Prägungen können manuell oder mit einer elektrischen Prägemaschine eingeprägt werden.
- Für die Herstellung der Schnittteil-Sets im Sinne der Erfindung, werden bevorzugt computergestützte Verfahren des Produktionsprozesses verwendet. Diese können durch manuelle Eingabe oder später eigenständig eine adäquate Anordnung und Ausgestaltung der Orientierungs-Aussparungen und/oder Orientierungs-Prägungen in den schnittteilinhärenten Nahtzugaben vorsehen.
- Weiterhin ist mit entsprechender Technik - wie zum Beispiel digitale Körperscans - eine individuelle Anfertigung der Schnittteil-Sets im Sinne der Erfindung gemäß individueller Körpermaße vorgesehen.
- Generell gilt: Ist die Vorlage für ein Schnittteil-Set mit neuartiger schnittteilinhärenter Nahtzugabe einmal angelegt, kann der Zuschnitt entweder in der Massenfertigung oder in individueller Fertigung, digital oder mit Hilfe einer Schablone erfolgen.
- Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungen der Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigten
-
Fig. 1 ein Set mit 3 Schnitteilen gemäß dem Stand der Technik; -
Fig. 2a-2b . je ein Set mit 3 Schnitteilen und erfindungsgemäßer Nahtzugabe; -
Fig. 3a-3f unterschiedliche Ausführungen der erfindungsgemäßen Nahtzugabe; -
Fig. 4a-4b Schnitteile mit einem dehnbar zu vernähendem Stoff; -
Fig. 5 Schnittteile mit korrespondierenden Prägungen. -
Fig. 6a-6b eine Schablone zur Erstellung von Schnittteilen mit erfindungsgemäßer Nahtzugabe bzw. Set aus Schnittteilen und einer ergänzenden Schablonen zur Erstellung von einem weiteren Schnittteil mit erfindungsgemäßer Nahtzugabe -
Fig. 7 eine durch eine digitale Vorlage ausgedruckte Papier-Schablone zur Erstellung von Schnittteilen mit erfindungsgemäßer Nahtzugabe -
Figur 1 zeigt ein Schnittteil-Set mit drei Schnitteilen 3 gemäß dem Stand der Technik. Dabei ist jedes Schnittteil 3 zu den Seiten durch eine Schnittteilkante 1 begrenzt. Von der Schnittteilkante 1 beabstandet befindet sich die aus dem Stand der Technik bekannte Nahtzugabe 4 und die Nahtlinie 2. Bei der Herstellung eines Nähproduktes werden die Schnittteile 3 so positioniert, dass ihre Nahtlinien 2, die Schnittteilkanten 1 und Nahtzugaben 4 übereinanderliegen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die richtigen Schnittteile 3 in der richtigen Orientierung mit ggf. einer notwendigen Dehnung exakt zueinander ausgerichtet werden. Hierbei entstehen häufig Fehler und Ungenauigkeiten. Auch einzelne Einschnitte/ Hilfsschnitte zur Positionierung können dieses Problem nicht lösen. -
Figuren 2a und2b zeigen je ein Set aus drei Schnittteilen 3 im Sinne der vorliegenden Erfindung. Auch hier weist jedes der Schnittteile 3 zunächst eine Schnittteilkante 1, eine Nahtlinie 2 und eine Nahtzugabe 5 auf. Im Unterschied zum Stand der Technik ermöglicht die erfindungswesentliche, funktionale Nahtzugabe 5 eine einfache Ausrichtung und exakte Positionierung der Schnittteile 3 zueinander. Zu diesem Zweck sind in der Nahtzugabe 5 Orientierungs-Aussparungen 6 angeordnet. Wie hier dargestellt, sind die Aussparungen 6 so gewählt, dass Zahlen im Anschnitt der Schnittteilkante 1 ausgebildet werden. Hierdurch kann besonders vorteilhaft einerseits die Reihenfolge der Nähschritte vorgegeben werden, zudem kann festgelegt werden, welcher Abschnitt eines Schnittteils 3 mit welchem Abschnitt des gleichen oder eines anderen Schnittteils 3 übereinandergelegt und vernäht werden soll. - Die Ausbildung der Zahlenformen kann wie dargestellt durch zweierlei Varianten erfolgen: In
Figur 2a werden die Zahlen durch das Aussparen der Zahlenform in der Kante 1 der Nahtzugabe 5 ausgebildet; inFigur 2b werden die Orientierungs-Aussparungen 6 so gewählt, dass der bestehenbleibende Werkstoff die Form einer Zahl ausbildet und diese Zahl dann so erscheint, als würde sie von der Schnittteilkante 1 abstehen. -
Figur 2c zeigt ein Set aus drei Schnittteilen 3 mit erfindungsgemäßer Nahtzugabe 5, in die von der Schnittteilkante 1 beabstandet Orientierungs-Aussparungen 6 in Form von geometrischen Formen eingeschnitten sind. Eine solche Ausführungsform ist zum Beispiel dann bevorzugt zu wählen, wenn die Schnittteile mit Bandstahlmessern gestanzt werden sollen und aus Kostengründen Formen mit wenigen Verwinkelungen gewählt werden sollen. -
Figuren 3a bis 3f zeigen jeweils Ausschnitte verschiedener bevorzugter Ausführungen einzelner erfindungsgemäßer Nahtzugaben 5 mit unterschiedlich ausgebildeten Orientierungs-Aussparungen 6. InFigur 3a sind kreisrunde Aussparungen 6 vorgesehen, die von der Schnittteilkante 1 beabstandet angeordnet sind. Diese sind für die Anwendenden aufgrund ihrer vertrauten Form besonders schnell zu erfassen und können - zusammen mit anderen geometrischen Formen wie Dreiecken, Rechtecken, Rauten oder Ovalen - besonders gut bei einfachen Näherzeugnissen mit wenigen Schnittteilen 3 eingesetzt werden. Sie ermöglichen auch während des Nähvorganges eine einfache Ausrichtung der korrespondierenden Orientierungs-Aussparungen 6 zueinander. Allerdings kann hierdurch nicht verhindert werden, dass ggf. zwei Schnittteile 3 mit der falschen Orientierung des Stoffes (z. B. Kanten nicht bündig, sondern überlappend) zueinander positioniert werden. Aus diesem Grund werden kreisrunde Aussparungen 6 oder allgemein symmetrische Aussparungen 6 bevorzugt für Sets für fortgeschrittene Nähende verwendet, die das grundsätzliche Vorgehen beim Nähen bereits verinnerlicht haben. Auch fällt bei der Herstellung von Schnittteilen 3 mit zur Schnittteilkante 1 beabstandeten Aussparungen 6 in der Regel kleinteiliger Verschnitt in Form und Größe der Aussparungen 6 an, was Vorteile haben kann, wenn man das "Verschnitt-Konfetti" noch zum Beispiel als Füllmaterial verwenden möchte. Es kann aber je nach Situation und Material auch nachteilig sein, weil - insbesondere bei mehrlagigem Zuschnitt - die Kleinteile eventuell in einem weiteren Arbeitsschritt aus den Schnittteilen 3 herausgelöst und von ihnen getrennt werden müssen. - Je nach Herstellungsverfahren kann vorgesehen sein, dass die Aussparungen 6 sich bis zur Schnittteilkante 1 erstrecken, wie in
Figur 3b dargestellt. Die Aussparungen 6 sind hier entsprechend in die Schnittteilkante 1 hineinlaufend positioniert und als Halbkreis dargestellt und sind somit Teil der Form der Schnittteilkante 1. - Eine bevorzugte Ausführungsform der Orientierungs-Aussparungen 6 ist in Form von Zahlen wie in
Figur 3c bis 3e in verschiedenen Varianten dargestellt.Figur 3c zeigt eine Variante, in der die Zahl 1 als Orientierungs-Aussparung 6 in der Weise in der Nahtzugabe 5 positioniert ist, dass sie im Anschnitt die Form der Schnittteilkante 1 bildet. Diese Variante ist für die Verwendung in denjenigen Werkstoffen und Näherzeugnissen besonders geeignet, bei denen die Nahtzugabe 5 im Anschluss nicht zurückgeschnitten werden soll und/oder die Schnittteilkante 1 nicht so "ausgefranst" wirken soll. Eine andere Variante, die Zahl 1 zu erzeugen, ist, die Orientierungs-Aussparungen 6 in der Nahtzugabe 5 so zu wählen, dass sich um sie herum die Form einer 1 ergibt - so inFigur 3d dargestellt. In dieser Figur sind noch zusätzlich kleine abstehende Dreiecke durch die Wahl der Aussparungen 6 entstanden, die den Nähenden zwischen den Einsen weitere Orientierungspunkte in der Kante 1 der Schnittteile 3 liefern. Das Kombinieren mehrerer Formen der Aussparungen 6 kann aus Übersichtlichkeits- oder produktionstechnischen Gründen günstig sein. Auch können die unterschiedlichen Formen unterschiedliche Hinweise zur Verarbeitung der Schnittteile 3 geben: Zum Beispiel könnte in diesem Beispiel die 1 darüber Auskunft geben, dass dies die erste Naht des Nähprojektes ist und die jeweils zwei nebeneinanderstehenden Dreiecke könnten darüber Auskunft geben, dass zwei Stofflagen miteinander zu vernähen sind. -
Figur 3e zeigt eine Variante der Nahtzugabe 5, in der die Orientierungs-Aussparungen 6 so gewählt sind, dass sie abstehende und eingerückte Elemente entlang der Schnittteilkante 1 bilden. Auch eine solche Variante ist dann besonders vorteilhaft, wenn der Umstand, ob ein Element eingerückt oder abstehend ist noch eine weitere Information zur Verarbeitung der Naht innehat. So können die eingerückten Zahlen wie beschrieben Auskunft über die Reihenfolge der Arbeitsschritte geben und abstehende Elemente markieren, wo zum Beispiel ein dehnbarer Stich (zum Beispiel Zickzack-Stich im Vergleich zu Geradstich) einzusetzen ist. Erzeugt wird dieser Eindruck der teilweise abstehenden und teilweise eingerückten Formen durch die Zugabe der Breite der die abstehenden Elemente formenden Orientierungs-Aussparungen zu der die eingerückten Orientierungs-Aussparungen formenden Aussparungen - dieses Vorgehen erzeugt den Eindruck, die Nahtzugabe 5 wäre etwas schmaler und die abstehenden Elemente wären an sie ergänzt. -
Figur 3f zeigt eine Variante der Nahtzugabe 5, in der von der Schnittteilkante 1 beabstandete und in die Schnittteilkante 1 einfließende Orientierungs-Aussparungen 6 kombiniert werden. Eine solche Variante ist zum Beispiel für diejenigen Werkstoffe vorzuziehen, die so fein sind, dass komplexere Formen der Orientierungs-Aussparungen 6 nicht in der Schnittteilkante 1 platziert werden können, da sie da zum Beispiel ausfransen würden. - Es bleibt festzuhalten, dass in jeder Nahtzugabe 5 und jedem Schnittteil 3 auch mehrere unterschiedliche Formen und Muster von Orientierungs-Aussparungen 6 vorgesehen sein können.
- Die Beabstandungen der Aussparungen 6 eines Schnittteils 3 voneinander entsprechen bei einigen Ausführungen den Beabstandungen der korrespondierenden Aussparungen 6 auf dem gleichen oder einem anderen Schnittteil 3, mit dem es vernäht werden soll.
- Wie in
Figur 4a und 4b zu sehen ist, muss dies aber in dem Falle nicht sein, wenn ein dehnbarer Werkstoff mit einem nicht oder weniger dehnbaren Werkstoff vernäht werden soll. InFigur 4a ist auf der linken Seite ein Schnittteil 3 aus einem nicht dehnbaren zu vernähenden Stoff und auf der rechten Seite derFigur 4a ein Schnittteil 3 aus einem dehnbaren zu vernähenden Stoff - beide in ungedehntem Zustand - dargestellt. Hierbei ist zu erkennen, dass die Beabstandungen der Aussparungen 6 voneinander in dem dehnbaren und gedehnt zu vernähenden Stoff in einem ungedehnten Zustand geringer sind, als in dem nicht dehnbaren und nicht gedehnt zu vernähenden Stoff auf der linken Seite. Auch die korrespondierenden Aussparungen 6 können in diesem Falle auf dem gedehnt zu vernähenden Stoff in ungedehntem Zustand gestaucht ausgebildet sein. - In der
Figur 4b ist zu erkennen, wie der gedehnt zu vernähende Stoff entlang der Dehnungsrichtung 8 auseinandergezogen wird, sodass die korrespondierenden Aussparungen 6 ineinander fluchten. Auf diese Weise ist es möglich, Hinweise zu geben, wie stark ein gedehnt zu vernähender Stoff bei der Herstellung des Nähproduktes gedehnt werden soll. Bei der Herstellung entsprechender Schnittteil-Sets werden gedehnt zu vernähende Stoffe entweder zur Einbringung der Aussparungen 6 gedehnt oder eine Dehnung wird bei der Ausgestaltung und Anordnung der Aussparungen vorab mit einberechnet. -
Figur 5 zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsvariante der Erfindung, welche insbesondere bei festeren Werkstoffen, wie Leder zum Einsatz kommt. Anstelle von Orientierungs-Aussparungen 6 sind hier eine oder mehrere Orientierungs-Prägung(en) 7 vorgesehen. Mit Hilfe der Orientierungs-Prägungen 7 kann haptisch leicht festgestellt werden, ob die zum Vernähen vorgesehenen Schnittteile 3 korrekt positioniert und richtig herum ausgerichtet sind. In diesem Falle können die Prägungen 7 ineinander gelegt werden. -
Figuren 6a und 6b zeigen eine Schablone zur Erstellung von Schnittteilen 3 mit Orientierungs-Aussparungen 6 bzw. Set aus einer Schablone und fertigen Schnittteilen 3 zur Erstellung von Schnittteilen 3 mit Orientierungs-Aussparungen 6 zur Herstellung eines Näherzeugnisses. Der Schablonenkörper 9 kann dabei aus unterschiedlichen Materialien bestehen, die geeignet sind, einen Stift oder ein Schneidewerkzeug sicher um die Schablone herumzuführen und damit ihre Form zu übertragen. Die Schablonenkanten 10 verfügen hier über Orientierungs-Aussparungen 6, die so angeordnet sind, dass sie das spätere Zusammennähen des Näherzeugnisses in der Form erleichtern, dass sie beim korrekten Positionieren der Schnittteile zueinander ineinander fluchten. Im inFigur 6a und 6b abgebildeten Beispiel sind die Orientierungs-Aussparungen so ausgeprägt, dass sie Zahlen darstellen und somit die ausgeschnittenen Schnittteile auch gleich die Reihenfolge der zu setzenden Nähte wiedergeben. -
Figur 7 zeigt eine durch eine digitale Vorlage ausgedruckte Papier-Schablone, die von der/dem Anwendenden selber oder einer anderen Person manuell ausgeschnitten und zum Abzeichnen oder Umschneiden der Schnittteilform auf/in einen Werkstoff verwendet werden kann. Die digitale Ausführungsform ist immer dann bevorzugt, wenn eine körperliche Weitergabe einer Schablone aufwendiger oder ungeeigneter ist als die Verwendung einer digitalen Variante. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn ein Schnittteil-Set maschinell gefertigt wird und durch einzelne Schnittteile ergänzt werden soll, die manuell von der/dem Verwendenden zugeschnitten werden sollen. Das Ausdrucken und anschließende Ausschneiden eines Schablonenkörpers 9 kann ökonomischer und ökologischer sein als die Zulieferung eines fertigen Schablonenkörpers 9 - insbesondere, wenn es sich um ein einmaliges Nähprojekt handelt. Auch ist eine Verwendung einer digitalen Ausführungsform - zum Beispiel als Vektordatei - immer dann notwendig, wenn das Schneid- oder Zeichenwerkzeug diese digitale Information zum Zuschnitt oder Plotten benötigt. Dies ist zum Beispiel bei der maschinellen Fertigung von Schnittteilen 3 durch Laser oder elektrische Cutter-Maschinen der Fall. -
- 1)
- Schnittteilkante
- 2)
- Nahtlinie
- 3)
- Schnittteil
- 4)
- herkömmliche Nahtzugabe
- 5)
- funktionale Nahtzugabe
- 6)
- Orientierungs-Aussparung
- 7)
- Orientierungs-Prägung
- 8)
- Dehnungsrichtung
- 9)
- Schablonenkörper
- 10)
- Schablonenkante
- 11)
- Papier
- 12)
- Gedruckte Linie
Claims (13)
- Set mit wenigstens zwei Schnittteilen (3) zum Herstellen eines Näherzeugnisses, wobei die Schnittteile (3) eine schnittteilinhärente Nahtzugabe (5) aufweisen, in welchen jeweils wenigstens eine Orientierungs- Aussparung (6) oder Orientierungs-Prägung (7) angeordnet ist, wobei die wenigstens eine Orientierungs-Aussparung (6) oder Orientierungs-Prägung (7) in einem ersten Schnittteil zu einer in einem zweiten Schnittteil angeordneten Orientierungs-Aussparung (6) oder Orientierungs-Prägung (7) korrespondiert und beide Orientierungs-Aussparungen (6) oder Orientierungs-Prägungen (7) auf den jeweiligen Schnittteilen (3) so angeordnet und ausgebildet sind, dass sie im Falle des Übereinanderlegens der Nahtzugaben (5) ineinander fluchten und hierdurch die für das Herstellen des Nähproduktes notwendige Positionierung und Ausrichtung der Schnittteilkanten (1 ) zueinander festlegen, dadurch gekennzeichnet, dass die Orientierung-Aussparungen oder Orientierungs-Prägungen codierte Formen in der Nahtzugabe bilden, die eine Information an den/die Näherin über die korrekte Verarbeitung der/des Schnittteile/Schnittteils geben.
- Set nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die korrespondierenden Orientierungs-Aussparungen (6) durch - in Form und Größe identische - Formen in den Nahtzugaben (5) gebildet sind.
- Set nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nahtzugabe (5) eines ersten Schnittteils über wenigstens zwei unterschiedliche Orientierungs-Aussparungen (6) oder Orientierungs-Prägungen (7) verfügt, welche mit zwei entsprechend unterschiedlichen Orientierungs-Aussparungen (6) oder Orientierungs-Prägungen (7) auf dem zweiten Schnittteil korrespondieren.
- Set nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Orientierungs-Aussparungen (6) sich von der Kante (1) der Schnittteile (3) in die Nahtzugabe (5) hinein erstrecken.
- Set nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Orientierungs-Aussparungen (6) oder Orientierungs-Prägungen (7) von der Kante (1) des Schnittteils (3) beabstandet sind.
- Set nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nahtzugaben (5) in sie eingeschnittene Zahlen oder Buchstaben aufweisen.
- Set nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nahtzugaben (5) in sie eingeschnittene Orientierungs-Aussparungen (6) aufweisen, die von der Kante (1) der Schnittteile abstehende Formen, Zahlen oder Buchstaben bilden und damit die Form der Schnittteilkante (1) bilden.
- Set nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Nahtzugaben (5) der jeweiligen Schnittteile (3) korrespondierende Prägungen (7) aufweisen, welche im Falle des Übereinanderlegens der Nahtzugaben (5) ineinander fluchten.
- Set nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Orientierungs-Aussparungen (6) und/oder Orientierungs-Prägungen (7) durch Bedruckungen und/oder Klebungen auf den Nahtzugaben ergänzt werden.
- Schnittteil (3) zur Verwendung in einem Set nach Anspruch 1 , welches über eine Nahtzugabe (5) verfügt, in welche wenigstens eine Orientierungs- Aussparung (6) oder Orientierungs-Prägung (7) eingeschnitten, eingestanzt oder eingeprägt ist.
- Schablone zur Herstellung eines Schnittteils (3) zur Verwendung in einem Set nach Anspruch 1.
- Set umfassend wenigstens ein erstes Schnittteil (3) und eine Schablone nach Anspruch 11 zur Herstellung eines zweiten Schnittteils (3), wobei das erste Schnittteil (3) eine schnittteilinhärente Nahtzugabe (5) aufweist, in welcher jeweils wenigstens eine Orientierungs-Aussparung (6) oder Orientierungs-Prägung (7) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Orientierungs-Aussparung (6) oder Orientierungs-Prägung (7) in einem ersten Schnittteil zu einer in dem zweiten Schnittteil angeordneten Orientierungs-Aussparung (6) oder Orientierungs-Prägung (7) korrespondiert und die Orientierungs-Aussparung(en) (6) oder Orientierungs- Prägungen) (7) auf den jeweiligen Schnittteilen so angeordnet und ausgebildet sind, dass sie im Falle des Übereinanderlegens der Nahtzugaben ineinander fluchten und hierdurch die für das Herstellen des Nähproduktes notwendige Positionierung und Ausrichtung der Schnittteilkanten (1) zueinander festlegen.
- Set umfassend wenigstens zwei Schablonen nach Anspruch 11 zur Herstellung wenigstens eines ersten und eines zweiten Schnittteils (3), dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Orientierungs-Aussparung (6) oder Orientierungs-Prägung (7) in einem ersten Schnittteil zu einer in einem zweiten Schnittteil angeordneten Orientierungs-Aussparung (6) oder Orientierungs-Prägung (7) korrespondiert und die Orientierungs- Aussparungen) (6) oder Orientierungs-Prägung(en) (7) auf den jeweiligen Schnittteilen so angeordnet und ausgebildet sind, dass sie im Falle des Übereinanderlegens der Nahtzugaben ineinander fluchten und hierdurch die für das Herstellen des Nähproduktes notwendige Positionierung und Ausrichtung der Schnittteilkanten (1) zueinander festlegen.
Applications Claiming Priority (3)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE102021111924.3A DE102021111924B3 (de) | 2021-05-07 | 2021-05-07 | Schnittteil-Set mit schnittteilinhärenter Nahtzugabe |
| DE202021102476.3U DE202021102476U1 (de) | 2021-05-07 | 2021-05-07 | Schnittteil-Set mit schnittteilinhärenter Nahtzugabe |
| PCT/DE2022/100342 WO2022233367A1 (de) | 2021-05-07 | 2022-05-05 | Schnittteil-set mit schnittteilinhärenter nahtzugabe |
Publications (2)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| EP4333665A1 EP4333665A1 (de) | 2024-03-13 |
| EP4333665B1 true EP4333665B1 (de) | 2026-04-15 |
Family
ID=82019957
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| EP22729431.1A Active EP4333665B1 (de) | 2021-05-07 | 2022-05-05 | Schnittteil-set mit schnittteilinhärenter nahtzugabe |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| EP (1) | EP4333665B1 (de) |
| WO (1) | WO2022233367A1 (de) |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| CN117144666B (zh) * | 2023-07-19 | 2025-08-05 | 江苏虎豹集团有限公司 | 一种服装智能剪裁控制方法及系统 |
Family Cites Families (10)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE695119C (de) | 1938-01-28 | 1940-08-16 | Rinco A G | Schnittmuster |
| CH203681A (de) | 1938-01-28 | 1939-03-31 | Ringier & Co Aktiengesellschaf | Schnittmuster. |
| CH256223A (de) | 1945-05-03 | 1948-08-15 | Ringier & Co Aktiengesellschaf | Schnittmuster. |
| US3033357A (en) * | 1958-04-10 | 1962-05-08 | Vogel Lida Brown | Apparel kit |
| CH464125A (de) | 1967-12-12 | 1968-10-31 | Brams Hermann | Damen- und Kinderbekleidung |
| US3824628A (en) | 1973-06-07 | 1974-07-23 | P Bannister | Method and equipment for sewing |
| GB2222395A (en) * | 1988-09-06 | 1990-03-07 | Makower & Co Limited M | Garments |
| US7058471B2 (en) | 2003-01-14 | 2006-06-06 | Watanabe John S | System and method for custom-made clothing |
| US20070261260A1 (en) * | 2006-05-12 | 2007-11-15 | Anna Louise Ermina Djapo Loza | Pattern making tool |
| AU2017101921A4 (en) | 2016-12-31 | 2021-12-23 | Mitton, Jo Ann MS | Pattern and method for assembly of garments |
-
2022
- 2022-05-05 EP EP22729431.1A patent/EP4333665B1/de active Active
- 2022-05-05 WO PCT/DE2022/100342 patent/WO2022233367A1/de not_active Ceased
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| WO2022233367A1 (de) | 2022-11-10 |
| EP4333665A1 (de) | 2024-03-13 |
Similar Documents
| Publication | Publication Date | Title |
|---|---|---|
| US5749149A (en) | Method and apparatus for designing quilts | |
| US4646666A (en) | Method of precision sewing for joining fabric pieces, and for simultaneously joining pieces and quilting | |
| US4608939A (en) | Quilting or sewing guide | |
| DE112012002444T5 (de) | Gestochene Nähte für Fahrzeuginnenraumabdeckung | |
| US20180298537A1 (en) | Quilt block piecing systems | |
| EP1586690A1 (de) | Verfahren zur applizierung und stickerei auf netzware | |
| US10561186B2 (en) | Piece of fabric for hand-sewn works and method for making said works with said fabrics | |
| EP4333665B1 (de) | Schnittteil-set mit schnittteilinhärenter nahtzugabe | |
| US20120216734A1 (en) | Template for Multiple Overlapping Scallops | |
| US9962845B2 (en) | System and method for tapered cutter guide for cutting quilting pieces and paper piecing | |
| US20070261260A1 (en) | Pattern making tool | |
| US9617682B2 (en) | Quilting template | |
| DE102013103809A1 (de) | Verfahren zum Herstellen und Aufbringen aufgesetzter Taschen auf Textilien und Vorrichtung hierzu | |
| DE102021111924B3 (de) | Schnittteil-Set mit schnittteilinhärenter Nahtzugabe | |
| US8683828B2 (en) | Guide kit for knitting/crocheting | |
| DE202021102476U1 (de) | Schnittteil-Set mit schnittteilinhärenter Nahtzugabe | |
| DE3830771A1 (de) | Arbeitsstelle fuer durch stichbildung gefertigte gegenstaende | |
| DE2706262A1 (de) | Schnittmustersatz | |
| EP2638536B1 (de) | Textilware mit aufgestickter blindenschrift | |
| DE2924409A1 (de) | Verfahren zum erzeugen von schnittmusterbegrenzungslinien an polstoffen und danach hergestellte polstoffbahn | |
| US20050204978A1 (en) | Repositionable adhesive mounted fabric assembly and decoration process | |
| DE202013101803U1 (de) | Nähhilfe | |
| DE102008058561A1 (de) | Verfahren zur Herstellung von zwei oder mehr Schnittteilen | |
| DE841884C (de) | Fuer Naeharbeiten zu verwendende Materialbahn, insbesondere zur Herstellung von Bekleidungsstuecken | |
| DE2235559A1 (de) | Materialbahn zur herstellung von kleidungsstuecken |
Legal Events
| Date | Code | Title | Description |
|---|---|---|---|
| STAA | Information on the status of an ep patent application or granted ep patent |
Free format text: STATUS: UNKNOWN |
|
| STAA | Information on the status of an ep patent application or granted ep patent |
Free format text: STATUS: THE INTERNATIONAL PUBLICATION HAS BEEN MADE |
|
| PUAI | Public reference made under article 153(3) epc to a published international application that has entered the european phase |
Free format text: ORIGINAL CODE: 0009012 |
|
| STAA | Information on the status of an ep patent application or granted ep patent |
Free format text: STATUS: REQUEST FOR EXAMINATION WAS MADE |
|
| 17P | Request for examination filed |
Effective date: 20231123 |
|
| AK | Designated contracting states |
Kind code of ref document: A1 Designated state(s): AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
|
| DAV | Request for validation of the european patent (deleted) | ||
| DAX | Request for extension of the european patent (deleted) | ||
| GRAP | Despatch of communication of intention to grant a patent |
Free format text: ORIGINAL CODE: EPIDOSNIGR1 |
|
| STAA | Information on the status of an ep patent application or granted ep patent |
Free format text: STATUS: GRANT OF PATENT IS INTENDED |
|
| INTG | Intention to grant announced |
Effective date: 20250916 |
|
| GRAS | Grant fee paid |
Free format text: ORIGINAL CODE: EPIDOSNIGR3 |
|
| GRAJ | Information related to disapproval of communication of intention to grant by the applicant or resumption of examination proceedings by the epo deleted |
Free format text: ORIGINAL CODE: EPIDOSDIGR1 |
|
| GRAL | Information related to payment of fee for publishing/printing deleted |
Free format text: ORIGINAL CODE: EPIDOSDIGR3 |
|
| STAA | Information on the status of an ep patent application or granted ep patent |
Free format text: STATUS: REQUEST FOR EXAMINATION WAS MADE |
|
| GRAP | Despatch of communication of intention to grant a patent |
Free format text: ORIGINAL CODE: EPIDOSNIGR1 |
|
| STAA | Information on the status of an ep patent application or granted ep patent |
Free format text: STATUS: GRANT OF PATENT IS INTENDED |
|
| GRAJ | Information related to disapproval of communication of intention to grant by the applicant or resumption of examination proceedings by the epo deleted |
Free format text: ORIGINAL CODE: EPIDOSDIGR1 |
|
| STAA | Information on the status of an ep patent application or granted ep patent |
Free format text: STATUS: REQUEST FOR EXAMINATION WAS MADE |
|
| INTC | Intention to grant announced (deleted) | ||
| GRAP | Despatch of communication of intention to grant a patent |
Free format text: ORIGINAL CODE: EPIDOSNIGR1 |
|
| STAA | Information on the status of an ep patent application or granted ep patent |
Free format text: STATUS: GRANT OF PATENT IS INTENDED |
|
| INTG | Intention to grant announced |
Effective date: 20260203 |
|
| INTC | Intention to grant announced (deleted) | ||
| GRAA | (expected) grant |
Free format text: ORIGINAL CODE: 0009210 |
|
| STAA | Information on the status of an ep patent application or granted ep patent |
Free format text: STATUS: THE PATENT HAS BEEN GRANTED |
|
| INTG | Intention to grant announced |
Effective date: 20260226 |
|
| AK | Designated contracting states |
Kind code of ref document: B1 Designated state(s): AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
|
| REG | Reference to a national code |
Ref country code: CH Ref legal event code: F10 Free format text: ST27 STATUS EVENT CODE: U-0-0-F10-F00 (AS PROVIDED BY THE NATIONAL OFFICE) Effective date: 20260415 |