EP4731865A1 - Abstandhalter mit uv-schutzschicht für isolierverglasungen - Google Patents
Abstandhalter mit uv-schutzschicht für isolierverglasungenInfo
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- EP4731865A1 EP4731865A1 EP24732939.4A EP24732939A EP4731865A1 EP 4731865 A1 EP4731865 A1 EP 4731865A1 EP 24732939 A EP24732939 A EP 24732939A EP 4731865 A1 EP4731865 A1 EP 4731865A1
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Abstract
Abstandhalter (1) für Isolierverglasungen, mindestens umfassend einen polymeren Grundkörper (5), mindestens umfassend eine erste Scheibenkontaktfläche (7.1) und eine dieser gegenüberliegende zweite Scheibenkontaktfläche (7.2), eine Verglasungsinnenraumfläche (8) und eine Außenfläche (9), die über die erste Scheibenkontaktfläche (7.1) und die zweite Scheibenkontaktfläche (7.2) miteinander verbunden sind, wobei zumindest die Verglasungsinnenraumfläche (8) eine UV-Schutzschicht (14) umfasst, die die Verglasungsinnenraumfläche (8) vollständig bedeckt, wobei die UV- Schutzschicht (14) a) eine Beschichtung ist, die organische UV-Absorber und/oder Radikalfänger umfasst, b) eine polymere Folie ist, wobei das Material des polymeren Grundkörpers (5) vom Material der UV-Schutzschicht (14) abweicht, oder c) eine polymere Schicht ist, wobei das Material des polymeren Grundkörpers (5) vom Material der UV-Schutzschicht (14) abweicht, wobei die Wandstärke des polymeren Grundkörpers (5) zwischen 0,5 mm und 1,5 mm liegt.
Description
Abstandhalter mit UV-Schutzschicht für Isolierverglasungen
Die Erfindung betrifft einen Abstandhalter mit UV-Schutzschicht für Isolierverglasungen und eine Isolierverglasung, umfassend einen solchen Abstandhalter.
Isolierverglasungen sind vor allem im Zuge immer strengerer Umweltschutzauflagen nicht mehr aus dem Gebäudebau wegzudenken. Diese werden dabei aus mindestens zwei Scheiben gefertigt, die über mindestens einen umlaufenden Abstandshalter miteinander verbunden sind. Je nach Ausführungsform ist der als Verglasungsinnenraum bezeichnete Zwischenraum der beiden Scheiben lüft- oder gasgefüllt, in jedem Fall jedoch frei von Feuchtigkeit. Ein zu hoher Gehalt an Feuchtigkeit im Verglasungszwischenraum führt besonders bei kalten Außentemperaturen zur Kondensation von Wassertropfen im Scheibenzwischenraum, was unbedingt zu vermeiden ist. Zur Aufnahme der nach der Montage im System verbleibenden Restfeuchtigkeit können beispielsweise mit einem Trockenmittel gefüllte Hohlkörperabstandhalter verwendet werden.
Neben der Abdichtung des Scheibenzwischenraums gegen Feuchtigkeit besteht eine weitere entscheidende Aufgabe des Abstandhalters in der thermischen Entkopplung von Gebäudeinnenraum auf der einen Seite der Isolierverglasung und Umgebung auf der gegenüberliegenden Seite der Isolierverglasung. Die Wärmeleitfähigkeit der Abstandhalter hat dabei einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf die thermischen Eigenschaften der Scheibe. Abstandhalter bestehen in einer der bekannten Ausführungsformen aus einem Leichtmetall, üblicherweise Aluminium. Diese lassen sich leicht verarbeiten, jedoch wird die isolierende Wirkung der Verglasung im Randbereich aufgrund der guten Wärmeleitfähigkeit des Aluminiums deutlich herabgesetzt (auch als cold edge-Effekt bezeichnet).
Um die thermischen Eigenschaften zu verbessern, sind sogenannte warm edge-Lösungen für Abstandhalter bekannt. Diese Abstandhalter bestehen insbesondere aus Kunststoff und weisen folglich eine deutlich verringerte Wärmeleitfähigkeit auf. Im Vergleich zu Abstandhaltern aus Metall mangelt es den Kunststoffabstandhaltern an einer ausreichenden Gasdichtigkeit, die wiederum durch auf die Außenfläche der Abstandhalter aufgebrachte Isolationsfolien erreicht werden kann.
WO 2013/104507 A1 offenbart einen Abstandhalter mit einem polymeren Hohlprofilgrundkörper und einer Isolationsfolie. Die Isolationsfolie enthält dabei eine polymere
Folie und mindestens zwei metallische oder keramische Schichten, die alternierend mit mindestens einer polymeren Schicht angeordnet sind.
Ein weiterer Nachteil polymerer Abstandhalter ist die im Vergleich zu Metallen geringere Langzeitstabilität vieler Kunststoffe gegenüber ultraviolettem Licht. Bei Einwirkung von ultraviolettem Licht findet eine Photolyse statt, wobei Radikale gebildet werden, die mit dem Polymer reagieren. Infolgedessen kommt es zu einer Versprödung und/oder zum Vergilben des Materials. Davon ist vor allem die dem Scheibenzwischenraum zugewandte Verglasungsinnenraumfläche des Abstandhalters betroffen, die im Einbauzustand des Abstandhalters sichtbar und dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Eine Möglichkeit die UV-Stabilität des Abstandhalters zu verbessern, besteht darin, den Grundkörper des Abstandhalters aus einem Material zu fertigen, das selbst eine verbesserte UV-Stabilität aufweist. Dadurch werden die möglichen Materialien des Grundkörpers allerdings stark eingeschränkt, so dass gegebenenfalls andere Kriterien, wie die notwendigen mechanischen Eigenschaften des Grundkörpers, nicht mehr erfüllt werden können.
US 2022/186548 A1 offenbart einen Abstandhalter für Mehrfachscheiben-Isolierverglasungen, umfassend einen polymeren Grundkörper, und eine Isolationsfolie, die mindestens eine metallische oder keramische Schicht aufweist und auf dem polymeren Grundkörper aufgebracht ist.
DE 10226268 A1 offenbart einen Abstandhalter für Isolierglasscheiben oder dergleichen in Form eines Hohlprofils, wobei das Hohlprofil aus einem verformungsstabilen Metallblech aufgebaut ist und mindestens im Bereich der Außenoberfläche der Seitenwände auf dem Metallblech angeordnete thermische Isolierstoffauflagen aufweist.
US 5290611 A offenbart ein isolierendes Abstandhalter/Dichtungssystem.
EP 0807611 A1 offenbart eine Glaseinheit mit einem opaken Bereich und mit einem lichtdurchlässigen Bereich.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Abstandhalter, der eine verbesserte UV- Stabilität unabhängig vom Grundmaterial des Abstandhalters aufweist, und eine Isolierverglasung mit diesem Abstandhalter bereitzustellen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird erfindungsgemäß durch einen Abstandhalter und eine Isolierverglasung mit Abstandhalter nach den unabhängigen Ansprüchen 1 und 15 gelöst. Bevorzugte Ausführungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Der erfindungsgemäße Abstandhalter für Isolierverglasungen umfasst mindestens einen polymeren Grundkörper, umfassend zwei Scheibenkontaktflächen, eine Verglasungsinnenraumfläche und eine Außenfläche. Die zwei Scheibenkontaktflächen des Abstandhalters werden als erste Scheibenkontaktfläche und zweite Scheibenkontaktfläche bezeichnet. Die erste Scheibenkontaktfläche und die zweite Scheibenkontaktfläche stellen die Seiten des Abstandhalters dar, an denen beim Einbau des Abstandhalters die Montage der äußeren Scheiben (erste Scheibe und zweite Scheibe) einer Isolierverglasung erfolgt. Die erste Scheibenkontaktfläche und die zweite Scheibenkontaktfläche liegen einander gegenüber und verlaufen parallel zueinander. Die Verglasungsinnenraumfläche und die Außenfläche sind über die erste Scheibenkontaktfläche und die zweite Scheibenkontaktfläche miteinander verbunden. Die Verglasungsinnenraumfläche und die Außenfläche verlaufen zumindest abschnittsweise parallel zueinander. Zumindest die Verglasungsinnenraumfläche des Abstandhalters umfasst eine UV-Schutzschicht. Die UV-Schutzschicht bedeckt die Verglasungsinnenraumfläche vollständig, so dass die Verglasungsinnenraumfläche keine der Umgebung exponierte Oberfläche ist und Umgebungseinflüssen wie Sonnenlicht nicht unmittelbar ausgesetzt ist. Die UV-Schutzschicht ist eine Schicht, die die darunterliegenden Schichten, also die Verglasungsinnenraumfläche des polymeren Grundkörpers, vor Ultraviolettstrahlung schützt. Die UV-Schutzschicht ist erfindungsgemäß a) eine Beschichtung, die organische UV-Absorber und/oder Radikalfänger umfasst, b) eine polymere Folie, wobei das Material des polymeren Grundkörpers vom Material der UV-Schutzschicht abweicht, oder c) eine polymere Schicht, wobei das Material des polymeren Grundkörpers vom Material der UV-Schutzschicht abweicht.
Die Wandstärke des polymeren Grundkörpers liegt zwischen 0,5 mm und 1 ,5 mm.
Als Ultraviolettstrahlung, UV-Licht oder UV-Strahlung wird dabei der Bereich des Lichtspektrums mit Wellenlängen von 380 nm bis 100 nm bezeichnet.
Das Spektrum der Ultraviolettstrahlung wird üblicherweise unterteilt in die sogenannte UV-A- Strahlung (Wellenlängenbereich von 380 nm bis 315 nm), UV-B-Strahlung (Wellenlängenbereich von 315 nm bis 280 nm) und UV-C-Strahlung (Wellenlängenbereich von 280 nm bis 100 nm). Dabei kann beispielsweise, je nach verwendeter UV-Schutzschicht, die
Transmission innerhalb verschiedener Wellenlängenbereiche unterschiedlich stark vermindert werden. Beispielsweise kann die UV-Schutzschicht auch ohne Verminderung der Transmission lediglich durch Bindung freier Radikale eine UV-Schutzwirkung hervorrufen. Die Kombination beider Schutzmechanismen ist dabei bevorzugt. Der Abstandhalter ist dazu vorgesehen, im Zwischenraum einer Isolierverglasung montiert zu werden, befindet sich also in Einbauzustand zwischen den an den Scheibenkontaktflächen angebrachten Glasscheiben. Sind die Glasscheiben aus Natron-Kalk-Glas als dem üblicherweise verwendeten Fensterglas ausgeführt, so wird UV-Strahlung mit einer Wellenlänge von kleiner als 320 nm bereits durch die Glasscheibe selbst herausgefiltert. Bevorzugt vermindert die UV-Schutzschicht die Transmission von UV-Strahlung im Wellenlängenbereich von 380 nm bis 320 nm. Besonders bevorzugt vermindert die UV-Schutzschicht die Strahlung in diesem Wellenlängenbereich um insgesamt mindestens 20 %, insbesondere um mindestens 30 %, beispielsweise um mindestens 50 %. Auf diese Weise kann ein guter Schutz der Verglasungsinnenraumfläche des polymeren Grundkörpers vor UV-A-Strahlung gewährleistet werden, die durch die Glasscheiben einer Isolierverglasung hindurch auf den Abstandhalter fällt.
Die Verglasungsinnenraumfläche ist als die Fläche des Abstandhaltergrundkörpers definiert, die nach Einbau des Abstandhalters in einer Isolierverglasung in Richtung des Innenraums der Verglasung weist. Die Verglasungsinnenraumfläche liegt dabei zwischen der ersten und der zweiten Scheibe der Isolierverglasung.
Die Außenfläche des Abstandhaltergrundkörpers ist die der Verglasungsinnenraumfläche gegenüberliegende Seite, die vom Innenraum der Isolierverglasung weg in Richtung einer äußeren Versiegelung weist. Die Verglasungsinnenraumfläche und die Außenfläche verlaufen, mit Ausnahme optional vorhandener abgewinkelter Abschnitte, vorzugsweise im Wesentlichen parallel zueinander.
Die erste Scheibenkontaktfläche und die zweite Scheibenkontaktfläche stellen die Flächen des Abstandhalters dar, die der Montage der Scheiben einer Isolierverglasung dienen. Die erste Scheibenkontaktfläche und die zweite Scheibenkontaktfläche sind im Wesentlichen parallel zueinander.
Die UV-Schutzschicht kann opak oder transparent ausgeführt sein. Eine opake UV- Schutzschicht ist undurchlässig für Licht innerhalb des sichtbaren Bereichs des Lichtspektrums zwischen 380 nm und 780 nm, so dass die Verglasungsinnenraumfläche des Abstandhalters durch die UV-Schutzschicht hindurch für einen Betrachter nicht erkennbar ist. Dies hat den Vorteil, dass für den Grundkörper auch Materialien gewählt werden können, die optisch nicht ansprechend sind, wie beispielsweise rezykliertes Material. Ferner kann die UV-
Schutzschicht farbig ausgestaltet sein, wobei unter Einsatz des gleichen Grundkörpers je nach Kundenwunsch verschiedenfarbige Verglasungsinnenraumflächen bereitgestellt werden können. Eine Umstellung des Extrusionsprozesses entfällt dabei. Ist die UV-Schutzschicht transparent ausgeführt, so ermöglicht diese eine Transmission von Licht innerhalb des sichtbaren Bereichs des Lichtspektrums und die Verglasungsinnenraumfläche ist für einen Betrachter sichtbar. Auf diese Weise können beispielsweise auch farbig ausgestaltete Abstandhalter mit einer UV-Schutzschicht versehen werden, ohne dass der Farbeindruck des Abstandhalters verloren geht.
Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die UV-Schutzschicht eine Beschichtung, die organische UV-Absorber und/oder Radikalfänger umfasst. Die Beschichtung ist auf die Verglasungsinnenraumfläche des polymeren Grundkörpers aufgetragen. Eine solche Beschichtung wird vorzugsweise nach der Extrusion des polymeren Grundkörpers auf der Verglasungsinnenraumfläche des polymeren Grundkörpers aufgetragen. Somit können die polymeren Grundkörper vorproduziert und im Nachgang dazu mit einer hinsichtlich Farbgebung und UV-Schutz nach Kundenwunsch konfigurierten Beschichtung ausgestattet werden. Erfindungsgemäß umfasst die Beschichtung organische UV-Absorber und/oder Radikalfänger. Die Beschichtung wird im Folgenden auch als „UV- Schutzbeschichtung“ bezeichnet.
Gemäß einem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die UV-Schutzschicht eine polymere Folie, wobei das Material des polymeren Grundkörpers vom Material der UV- Schutzschicht abweicht. Bevorzugt weist die polymere Folie eine Beschichtung auf, die organische UV-Absorber und/oder Radikalfänger umfasst. Eine solche Beschichtung wird vorzugsweise nach der Bereitstellung der polymeren Folie auf die polymere Folie aufgetragen. Die Beschichtung wird im Folgenden auch als „UV-Schutzbeschichtung“ bezeichnet.
Gemäß einem dritten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die UV-Schutzschicht eine polymere Schicht, wobei das Material des polymeren Grundkörpers vom Material der UV- Schutzschicht abweicht. Bevorzugt weist die polymere Schicht eine Beschichtung auf, die organische UV-Absorber und/oder Radikalfänger umfasst. Eine solche Beschichtung wird vorzugsweise nach der Bereitstellung der polymeren Schicht auf die polymere Schicht aufgetragen. Die Beschichtung wird im Folgenden auch als „UV-Schutzbeschichtung“ bezeichnet.
In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der organische UV-Absorber 2-(2- Hydroxyphenyl)-2H-benzotriazole, (2-Hydroxyphenyl)-s-triazine, Hydroxybenzophenone und/oder Oxalanilide. Diese Verbindungen absorbieren UV-Strahlung und verhindern dadurch die Einwirkung der Strahlung auf den Kunststoff des polymeren Grundkörpers. Ferner lassen sich die genannten Verbindungen auf einfache Art und Weise mit einem atmosphärischen Plasmapolymerisationsprozess auf dem polymeren Grundkörpermaterial, der polymeren Folie oder der polymeren Schicht abscheiden. Für die Gruppe der 2-(2-Hydroxyphenyl)-2H- benzotriazole sind beispielhaft die Verbindungen 2-(2H-Benzotriazol-2-yl)-4,6-bis(2-phenyl-2- propanyl)phenol und 2-(2H-Benzotriazol-2-yl)-4,6-di-tert-butylphenol als geeignete Ausführungsformen zu nennen.
In einer Ausführungsform umfasst der Radikalfänger Hindered Amine Light Stabilizers (HALS), bevorzugt Derivate von Tetramethylpiperidin, insbesondere 2,2,6,6-Tetramethylpiperidin- Derivate wie Bis(2,2,6,6-tetramethyl-4-piperidyl)sebacat. HALS haben die Eigenschaft, dass sie durch UV-Exposition gebildete Radikale binden, dadurch freie Radikale vermindern und einer damit einhergehenden Verfärbung des Kunststoffs entgegenwirken.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform wird eine Kombination mehrerer organischer UV-Absorber und/oder Radikalfänger eingesetzt. Dies ist besonders vorteilhaft, um mittels verschiedener organischer UV-Absorber unterschiedliche Wellenlängenbereiche des UV-Spektrums abzudecken. Zusätzlich dazu kann der Beschichtung, umfassend einen oder mehrere organische UV-Absorber, ein oder mehrere Radikalfänger zugesetzt werden, die die dennoch in geringem Maße ausgebildeten Radikale neutralisieren.
Die Beschichtung ist in einer besonders bevorzugten Ausführungsform mittels eines Druckverfahrens, insbesondere mittels Tintenstrahldruckverfahren (auch als InkJet-Verfahren bezeichnet), aufgebracht. Dabei wird ein Lack, mindestens umfassend ein Lösungsmittel, ein Bindemittel (auch als Matrix bezeichnet) und Additive, optional umfassend mindestens ein Pigment, aufgedruckt. Im Druckverfahren kann die Beschichtung auf einfache Art und Weise unmittelbar auf den polymeren Grundkörper, auf die polymere Folie oder auf die polymere Schicht aufgetragen werden, wodurch sich eine UV-Schutzbeschichtung auf der Oberfläche des Abstandhalters ergibt. Die dem Lack optional zugesetzten Pigmente können gleichmäßig oder ungleichmäßig über die Verglasungsinnenraumfläche des Abstandhalters verteilt werden. Indem in einer ersten Oberflächenregion ein Lack, umfassend ein oder mehrere Pigmente, in weiteren Oberflächenregionen ein Lack, jeweils umfassend ein oder mehrere weitere Pigmente, und optional in einer weiteren Oberflächenregion ein Lack ohne Pigmente
aufgetragen wird, kann eine Beschichtung mit farbigen Mustern, Beschriftungen oder nach Kundenwunsch konfigurierbaren Designs aufgedruckt werden, die neben ihrer UV- Schutzwirkung eine optisch ansprechende Gestaltung des Abstandhalters ermöglicht.
Geeignete Druckvorrichtungen zum Aufdrucken von Lacken sind dem Fachmann bekannt. Insbesondere bei mehrfarbigen Ausgestaltungen der Beschichtung haben sich Tintenstrahldruckverfahren als vorteilhaft erwiesen. Diese ermöglichen durch gezielte und ortsabhängige Kombination verschiedenfarbiger Lacke den Druck auch komplexer Muster und Designs in einer für den Betrachter ansprechenden Auflösung. Ferner ist dieses Verfahren zeitsparend und flexibel einsetzbar. Abstandhalter können dabei als Standardprodukt vorproduziert werden und im Nachgang dazu mit einer nach Kundenwünschen transparenten, einfarbigen oder mehrfarbigen UV-Schutzbeschichtung bedruckt werden.
Als Pigmente können anorganische und/oder organische Pigmente eingesetzt werden. Die Additive bewirken eine Stabilisierung der Pigmente in Lösung, eine gute Verteilung der Pigmente in Lösung, eine gute Pigment-Matrix-Bindung, eine gute Haftung auf der zu beschichtenden Oberfläche und eine gute Verarbeitbarkeit des Lacks.
Die als Druck aufgebrachte Beschichtung vermindert bevorzugt die Transmission im Wellenlängenbereich von 380 nm bis 320 nm. Bevorzugt sind die bereits genannten organischen UV-Absorber und/oder Radikalfänger dem mittels Druckverfahren aufgebrachten Lack zugesetzt und werden mit dem Lack gemeinsam als Beschichtung auf den polymeren Grundkörper, auf der polymeren Folie oder auf der polymeren Schicht aufgetragen.
Die Pigmente sind vom Bindemittel in der Regel von allen Seiten umschlossen, wobei das Bindemittel die Matrix für die Pigmente bildet. Als Bindemittel werden bevorzugt Kunststoffe verwendet. Geeignete Bindemittel sind dem Fachmann bekannt.
Für Druckverfahren, insbesondere Tintenstrahldruckverfahren, geeignete Lösungsmittel sind dem Fachmann bekannt. Bevorzugt werden Wasser oder Essigsäure-n-propylester verwendet.
Der im Druckverfahren aufgetragene Lack weist bevorzugt eine Viskosität von 1 cp bis 40 cp, besonders bevorzugt kleiner oder gleich 20 cp, auf, gemessen gemäß EN ISO 3219. Diese Viskositäten sind insbesondere bei Anwendung von Tintenstrahldruckverfahren vorteilhaft. Die Viskosität wird maßgeblich durch das Verhältnis von Pigment zu Lösungsmittel bestimmt,
wobei geeignete Verhältnisse aus der Literatur bekannt sind oder vom Fachmann mittels einfacher Versuche bestimmbar sind. Ferner ist die Viskosität auch mittels Additiven beeinflussbar.
Zu den in der Regel in druckbaren Lacken enthaltenen Additiven gehören Rheologieadditive, Netz- und Dispergiermittel, Oberflächenadditive, Haftvermittler und Entschäumer, wobei ein oder mehrere dieser Additive in dem zur Herstellung der UV-Schutzbeschichtung vorgesehenen Lack zugesetzt sein können.
Bevorzugt enthält der Lack zur Herstellung der Beschichtung Rheologieadditive, umfassend ionische und nichtionische Oligomere, Polymere auf Acrylat- und Methacrylat-Basis, Polyurethane, Tenside und/oder Gemische und/oder Copolymere davon. Rheologieadditive verbessern die Fließfähigkeit des Lacks, wodurch eine Verarbeitung in Druckverfahren, insbesondere Tintenstrahldruckverfahren, vereinfacht wird.
Als weitere Additive enthält der Lack zusätzlich bevorzugt Netz- und Dispergiermittel, besonders bevorzugt Netz- und Dispergiermittel, umfassend acrylatbasierte Polymere, acrylatbasierte Copolymere, insbesondere Blockcopolymere mit einem im verwendeten Lösungsmittel löslichen Block und mit einem pigmentbindenden Block und/oder Gradientencopolymere mit einem im verwendeten Lösungsmittel löslichen Block und mit einem pigmentbindenden Block. Netz- und Dispergiermittel verhindern ein Verklumpen der Pigmente und die Benetzung der Pigmentoberfläche mit Lösungsmittel, wodurch eine gleichmäßige Verteilung der Pigmente im Lack erzielt wird.
Des Weiteren sind dem Lack bevorzugt Oberflächenadditive zugesetzt. Oberflächenadditive dienen der Anpassung der Oberflächenspannung des Lacks an die der zu beschichtenden Oberfläche, um die bei stark unterschiedlichen Oberflächenspannungen auftretenden Defekte zu vermeiden. Darüber hinaus vermindern Oberflächenadditive die Rauigkeit der Oberfläche der Beschichtung. Bevorzugt werden Oberflächenadditive, umfassend Silikone, niedermolekulkare Silane, acrylatbasierte Polymere und/oder acrylatbasierte Copolymere, besonders bevorzugt Blockcopolymere mit einem im verwendeten Lösungsmittel löslichen und mit einem im verwendeten Lösungsmittel nicht löslichen Block und/oder Gradientencopolymere mit einem im verwendeten Lösungsmittel löslichen und mit einem im verwendeten Lösungsmittel nicht löslichen Block eingesetzt.
Außerdem können dem verwendeten Lack Haftvermittler und/oder Entschäumer zugesetzt sein. Haftvermittler verbessern die Haftung des Lacks an der zu bedruckenden Fläche. Entschäumer verhindern die Bildung von Schaum und die damit einhergehenden Druckfehler. Dem Fachmann bekannte Entschäumer enthalten beispielsweise Silikone, Wachse und/oder Paraffine.
Für Druckverfahren und Tintenstrahldruckverfahren geeignete Pigmente sind dem Fachmann bekannt. Die verwendeten Pigmente können anorganische und/oder organische Pigmente sein. Im Tintenstrahldruckverfahren werden in der Regel Lacke in den Farben Cyan, Magenta, Gelb überlappend oder teilweise überlappend gedruckt, um aus diesen Grundfarben die gewünschte Farbe zu mischen, wobei die Farbe schwarz häufig als weiterer Lack zur Verfügung gestellt wird. Beispielhaft werden die Pigmente Prozessgelb (auch Pigmentgelb genannt), Kupferphthalocyanin und Chinacridon als häufig im Tintenstrahldruckverfahren verwendete Pigmente genannt. Zur Erzeugung eines schwarzen Drucks werden beispielsweise Ruß (auch als Industrieruß oder carbon black bezeichnet), nanostrukturierte Industrieruße, nanoteilige Ruße (auch als Farbruß bezeichnet) und/oder Kohlenstoffnanoröhren verwendet. Des Weiteren können Aluminiumoxid-Effekt-Pigmente (auch als alumina effect pigment bezeichnet), in denen metalloxidbeschichtete AI2O3 Flakes mit besonders glatter Oberfläche vorliegen, dem druckbaren Lack zugefügt werden, um ein mattes metallisches Erscheinungsbild hervorzurufen. Die Beschichtung der AI2O3 Flakes erfolgt in der Regel mit TiÜ2 und/oder Eisen(lll)oxiden. Als weißes Pigment ist auch TiÜ2 selbst in Lacken einsetzbar, wobei insbesondere bei Verwendung von nanoskaligem TiÜ2 dieses eine UV-absorbierende Wirkung hat und demnach gleichzeitig auch als UV-Absorber wirkt.
Lignin und/oder Ligninderivate, wie Ligninsulfonate, können im druckbaren Lack als Dispergiermittel eingesetzt werden. Dies hat sich insbesondere bei Verwendung von Rußen in Tintenstrahldruckverfahren als vorteilhaft erwiesen.
Die genannten Einzelkomponenten druckbarer Lacke, insbesondere tintenstrahldruckbarer Lacke, sind dem Fachmann bekannt und kommerziell erhältlich. Geeignete tintenstrahldruckbare Lackzusammensetzungen sind beispielsweise in US 20100068409 A1 beschrieben. EP2473569B1 offenbart geeignete Haftvermittler. In US 9085654 B2 sind vorteilhafte Netz- und Dispergiermittel und in WO 2008067974 A2 Entschäumer beschrieben.
Bevorzugt umfasst die polymere Folie Polymethylmethacrylat (PMMA), Polycarbonat (PC), High-Density-Polyethylen (HDPE), Polyetherimide (PEI) und/oder Polyphenylensulfid (PPS).
Diese Materialien weisen eine gute Stabilität gegenüber UV-Strahlung auf. Das Material des polymeren Grundkörpers wird vom Material der polymeren Folie der UV-Schutzschicht abweichend gewählt. Somit muss bei der Auswahl des Grundkörpermaterials keine Rücksicht auf dessen UV-Stabilität genommen werden, sondern die Auswahl kann ausschließlich nach anderen Kriterien wie mechanische Stabilität, Kosten und Recyclingfähigkeit erfolgen. Die polymere Folie als UV-Schutzschicht kann opak oder transparent ausgeführt sein. Eine opake polymere Folie kaschiert dabei den polymeren Grundkörper optisch vor dem Auge des Betrachters, so dass auch Materialien mit optisch nicht ansprechendem oder nicht einheitlichem Erscheinungsbild, wie Recyclingmaterialien, als Grundkörpermaterial verwendet werden können. Die polymere Folie ist bevorzugt durch Verkleben, Verschweißen oder Aufschrumpfen auf dem polymeren Grundkörper aufgebracht. Eine durch Aufschrumpfen aufgebrachte polymere Folie als UV-Schutzschicht wird vorzugsweise in Form eines Schlauchs um den polymeren Grundkörper herum angelegt, wobei der Schrumpfschlauch nach Aufschrumpfen an der Verglasungsinnenraumfläche, den Scheibenkontaktflächen und der Außenfläche anliegt.
Bevorzugt umfasst die polymere Schicht Polymethylmethacrylat (PMMA), Polycarbonat (PC), High-Density-Polyethylen (HDPE), Polyetherimide (PEI) und/oder Polyphenylensulfid (PPS). Diese Materialien weisen eine vorteilhafte UV-Stabilität auf. Das Material des polymeren Grundkörpers weicht dabei vom Material der polymeren Schicht der UV-Schutzschicht ab, wobei das Material des polymeren Grundkörpers im Hinblick auf Aspekte wie mechanische Stabilität, Kosten und Recyclingfähigkeit unabhängig vom Material der polymeren Schicht gewählt wird. Die polymere Schicht als UV-Schutzschicht wird bevorzugt mittels Coextrusion auf dem polymeren Grundkörper angebracht.
Der polymere Grundkörper enthält bevorzugt Polyethylen (PE), Polycarbonate (PC), Polypropylen (PP), Polystyrol, Polybutadien, Polynitrile, Polyester, Polyurethane, Polymethylmethacrylate, Polyacrylate, Polyamide, Polyethylenterephthalat (PET), Polybutylenterephthalat (PBT), bevorzugt Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Acrylester-Styrol- Acrylnitril (ASA), Acrylnitril-Butadien-Styrol/Polycarbonat (ABS/PC), Styrol-Acrylnitril (SAN), PET/PC, PBT/PC und/oder Copolymere oder Gemische davon. Mit diesen Materialien werden gute Ergebnisse hinsichtlich der mechanischen Stabilität des Grundkörpers erzielt.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform des Abstandhalters umfasst der polymere Grundkörper ein thermoplastisches Polymer. Als thermoplastisches Polymer des polymeren Grundkörpers kommen beispielsweise Polyethylen (PE), Polystyrol, Polyethylenterephthalat
(PET), Polypropylen (PP), Styrol-Acrylnitril (SAN), Polybutylenterephthalat (PBT), Acrylnitril- Butadien-Styrol (ABS) oder Copolymere oder Gemische davon in Frage. Als insbesondere vorteilhaft hinsichtlich der mechanischen Eigenschaften des polymeren Grundkörpers hat sich die Verwendung styrolbasierter thermoplastischer Polymer als Grundmaterial erwiesen. Ein insbesondere geeignetes thermoplastisches Polymer ist Styrol-Acrylnitril (SAN). Im Hinblick auf die mechanischen Eigenschaften des polymeren Grundkörpers hat sich auch Polybutylenterephthalat als besonders vorteilhaft erwiesen.
Optional kann der polymere Grundkörper als geschäumter polymerer Grundkörper, der eine Porenstruktur mit regelmäßigen luftgefüllten Hohlräumen aufweist, ausgeführt sein.
Der polymere Grundkörper kann neben den aufgeführten Materialien weitere Komponenten umfassen, wie Verstärkungsmittel und Farbpigmente.
Als Verstärkungsmittel in polymeren Grundkörpern sind dem Fachmann die verschiedensten faser-, pulver-, oder plättchenförmige Verstärkungsmittel bekannt. Zu den pulver- und/oder plättchenförmigen Verstärkungsmitteln gehören beispielsweise Glimmer und Talkum. Besonders bevorzugt hinsichtlich mechanischer Eigenschaften sind Verstärkungsfasern, zu denen Glasfasern, Aramidfasern, Kohlenstofffasern, Keramikfasern oder Naturfasern zuzurechnen sind. Alternativen dazu sind auch gemahlene Glasfasern oder Glashohlkugeln. Diese Glashohlkugeln haben beispielsweise einen Durchmesser von 10 pm bis 20 pm und verbessern die Stabilität eines polymeren Hohlprofils. Geeignete Glashohlkugeln sind unter dem Namen „3M™ Glass Bubbles“ käuflich erhältlich. In einer möglichen Ausführungsform enthält der polymere Grundkörper sowohl Glasfasern als auch Glashohlkugeln. Eine Beimischung von Glashohlkugeln führt zu einer weiteren Verbesserung der thermischen Eigenschaften des Hohlprofils.
Besonders bevorzugt werden Glasfasern als Verstärkungsmittel eingesetzt, wobei diese in einem Anteil von 25 Gew.-% bis 40 Gew.-%, insbesondere in einem Anteil von 30 Gew.-% bis 35 Gew.-%, zugesetzt sind. Innerhalb dieser Bereiche ist eine gute mechanische Stabilität und Festigkeit des polymeren Grundkörpers zu beobachten. Ferner ist ein Glasfasergehalt von 30 Gew.-% bis 35 Gew.-% gut kompatibel mit der in einer bevorzugten Ausführungsform auf der Außenfläche des Abstandhalters aufgebrachten mehrschichtigen Barrierefolie aus alternierenden polymeren Schichten und metallischen Schichten. Durch Anpassung des Wärmeausdehnungskoeffizienten des polymeren Grundkörpers und der Barrierefolie oder -
beschichtung lassen sich temperaturbedingte Spannungen zwischen den unterschiedlichen Materialien und ein Abplatzen der Barrierefolie oder -beschichtung vermeiden.
Der polymere Grundkörper umfasst bevorzugt eine gas- und dampfdichte Barrierefolie, die der Verbesserung der Gasdichtigkeit des polymeren Grundkörpers dient. Bevorzugt ist diese mindestens auf der Außenfläche des polymeren Grundkörpers, bevorzugt auf der Außenfläche und auf einem Teil der Scheibenkontaktflächen, aufgebracht. Die gas- und dampfdichte Barriere verbessert die Dichtigkeit des Abstandhalters gegen Gasverlust und Eindringen von Feuchtigkeit. Bevorzugt ist die Barriere auf etwa der Hälfte bis zwei Drittel der Scheibenkontaktflächen aufgebracht, kann aber auch entlang größerer Bereiche oder der gesamten Höhe der Scheibenkontaktflächen angebracht werden. Eine geeignete Barrierefolie ist beispielsweise in WO 2013/104507 A1 offenbart.
In einer bevorzugten Ausführungsform ist die gas- und dampfdichte Barriere auf der Außenfläche des polymeren Grundkörpers als Folie ausgeführt. Diese Barrierefolie enthält mindestens eine polymere Schicht sowie eine metallische Schicht oder eine keramische Schicht. Dabei beträgt die Schichtdicke der polymeren Schicht zwischen 5 pm und 80 pm, während metallische Schichten und/oder keramische Schichten mit einer Dicke von 10 nm bis 200 nm eingesetzt werden. Innerhalb der genannten Schichtdicken wird eine besonders gute Dichtigkeit der Barrierefolie erreicht. Die Barrierefolie kann auf dem polymeren Grundkörper aufgebracht werden, beispielsweise geklebt werden. Alternativ kann die Folie mit dem Grundkörper zusammen co-extrudiert werden.
Besonders bevorzugt enthält die Barrierefolie mindestens zwei metallische Schichten und/oder keramische Schichten, die alternierend mit mindestens einer polymeren Schicht angeordnet sind. Die Schichtdicken der einzelnen Schichten sind bevorzugt wie im vorhergehenden Absatz beschrieben. Bevorzugt werden die außenliegenden Schichten dabei von einer metallischen Schicht gebildet. Die alternierenden Schichten der Barrierefolie können auf die verschiedensten nach dem Stand der Technik bekannten Methoden verbunden bzw. aufeinander aufgetragen werden. Methoden zur Abscheidung metallischer oder keramischer Schichten sind dem Fachmann hinlänglich bekannt. Die Verwendung einer Barrierefolie mit alternierender Schichtenabfolge ist besonders vorteilhaft im Hinblick auf die Dichtigkeit des Systems. Ein Fehler in einer der Schichten führt dabei nicht zu einem Funktionsverlust der Barrierefolie. Im Vergleich dazu kann bei einer Einzelschicht bereits ein kleiner Defekt zu einem vollständigen Versagen führen. Des Weiteren ist die Auftragung mehrerer dünner Schichten im Vergleich zu einer dicken Schicht vorteilhaft, da mit steigender Schichtdicke die
Gefahr interner Haftungsprobleme ansteigt. Ferner verfügen dickere Schichten über eine höhere Leitfähigkeit, so dass eine derartige Folie thermodynamisch weniger geeignet ist.
Die polymere Schicht der Folie umfasst bevorzugt Polyethylenterephthalat, Ethylenvinylalkohol, Polyvinylidenchlorid, Polyamide, Polyethylen, Polypropylen, Silikone, Acrylonitrile, Polyacrylate, Polymethylacrylate und/oder Copolymere oder Gemische davon. Die metallische Schicht enthält bevorzugt Eisen, Aluminium, Silber, Kupfer, Gold, Chrom und/oder Legierungen oder Oxide davon. Die keramische Schicht der Folie enthält bevorzugt Siliziumoxide und/oder Siliziumnitride.
In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform ist die gas- und dampfdichte Barriere bevorzugt als Beschichtung ausgeführt. Die Beschichtung enthält Aluminium, Aluminiumoxide und / oder Siliciumoxide und wird bevorzugt über ein PVD-Verfahren (physikalische Gasphasenabscheidung) aufgebracht. Die Beschichtung mit den genannten Materialien liefert besonders gute Ergebnisse im Hinblick auf Dichtigkeit und zeigt zusätzlich exzellente Haftungseigenschaften zu den in Isolierverglasungen verwendeten Materialien der äußeren Versiegelung.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die gas- und dampfdichte Barriere mindestens eine metallische Schicht oder keramische Schicht auf, die als Beschichtung ausgeführt ist und Aluminium, Aluminiumoxide und / oder Siliciumoxide enthält und bevorzugt über ein PVD-Verfahren (physikalische Gasphasenabscheidung) aufgebracht ist.
Der polymere Grundkörper des Abstandhalters weist bevorzugt eine Hohlkammer auf, die sich entlang des polymeren Grundkörpers erstreckt, ist also als Hohlprofilabstandhalter ausgestaltet. Die Hohlkammer des polymeren Grundkörpers grenzt an die Verglasungsinnenraumfläche, wobei die Verglasungsinnenraumfläche sich oberhalb der Hohlkammer befindet und die Außenfläche des Abstandhalters sich unterhalb der Hohlkammer befindet. Oberhalb ist in diesem Zusammenhang als im Einbauzustand des Abstandhalters in einer Isolierverglasung dem inneren Scheibenzwischenraum der Isolierverglasung zugewandt und unterhalb als dem Scheibeninnenraum abgewandt definiert. Die Hohlkammer des Abstandhalters führt zu einer Gewichtsreduktion im Vergleich zu einem massiv ausgeformten Abstandhalter und steht zur Aufnahme von weiteren Komponenten, wie beispielsweise eines Trockenmittels, zur Verfügung.
Die Außenfläche des Abstandhalters ist bevorzugt jeweils benachbart zu den Scheibenkontaktflächen abgewinkelt, wodurch eine erhöhte Stabilität des polymeren Grundkörpers erzielt wird. Benachbart zur ersten Scheibenkontaktfläche weist die
Außenfläche dabei einen ersten abgewinkelten Abschnitt und benachbart zur zweiten Scheibenkontaktfläche einen zweiten abgewinkelten Abschnitt auf. In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weisen der erste abgewinkelte Abschnitt und der zweite abgewinkelte Abschnitt jeweils einen Winkel a von 130° bis 140° zur jeweils benachbarten Scheibenkontaktfläche ein. Dies ist vorteilhaft zur weiteren Verbesserung der mechanischen Stabilität des Abstandhalters. Vorzugsweise nimmt der Winkel a zwischen erstem abgewinkeltem Abschnitt und Scheibenkontaktfläche den gleichen Wert an wie der Winkel a zwischen zweitem abgewinkeltem Abschnitt und Scheibenkontaktfläche. Eine solche symmetrische Ausgestaltung führt zu weiteren Stabilitätsvorteilen.
Die Höhe des Abstandhalters wird bestimmt als maximale Höhe des Abstandhalters zwischen Verglasungsinnenraumfläche und Außenfläche. Die Höhe des Abstandhalters beträgt bevorzugt 5,0 mm bis 10,0 mm, besonders bevorzugt 6,0 mm bis 8,0 mm, insbesondere 6,5 mm bis 7,0 mm. Innerhalb dieser Bereiche wird eine gute Stabilität des Abstandhalters und eine sichere Verklebung der Scheiben an den Scheibenkontaktflächen erreicht.
Die Breite des Abstandhalters wird als maximale Ausdehnung des Abstandhalters zwischen den gegenüberliegenden Scheibenkontaktflächen definiert. Die Breite des Abstandhalters hängt wesentlich von den gewünschten Scheibenzwischenräumen der herzustellenden Isolierverglasung ab. Die Breite des Abstandhalters beträgt typischerweise beträgt 4 mm bis 30 mm, bevorzugt 8 mm bis 16 mm.
Die Wandstärke des polymeren Grundkörpers liegt zwischen 0,5 mm und 1 ,5 mm, bevorzugt zwischen 0,8 mm und 1 ,2 mm. In diesen Bereichen wird eine gute Stabilität erreicht. Gleichzeitig wird der Materialverbrauch möglichst gering gehalten.
Bevorzugt sind in der Verglasungsinnenraumfläche mehrere Öffnungen eingebracht, wobei im Bereich der Öffnungen ein unmittelbarer Durchgang zwischen der Hohlkammer und dem Bereich oberhalb der Verglasungsinnenraumfläche besteht. Im Einbauzustand des Abstandhalters in einer Isolierverglasung verbinden die Öffnungen den Innenraum der Hohlkammer mit dem Verglasungsinnenraum, wodurch ein Gasaustausch zwischen diesen möglich wird. Dadurch wird eine Aufnahme von Luftfeuchtigkeit durch ein in der Hohlkammer befindliches Trockenmittel erlaubt und somit ein Beschlagen der Scheiben verhindert. Die Öffnungen sind bevorzugt als Schlitze ausgeführt, besonders bevorzugt als Schlitze mit einer Breite von 0,1 mm bis 0,3 mm, beispielsweise 0,2 mm, und einer Länge von 1 ,5 mm bis 3,5 mm, beispielsweise 2 mm. Die Schlitze gewährleisten einen optimalen Luftaustausch, ohne
dass Trockenmittel aus der Hohlkammer in den inneren Scheibenzwischenraum eindringen kann. Die Gesamtzahl der Öffnungen hängt dabei von der Größe der Isolierverglasung ab.
Besonders bevorzugt ist in der Verglasungsinnenraumfläche eine Perforationsnut eingebracht, die im Wesentlichen parallel zu den Scheibenkontaktflächen verläuft und innerhalb derer die Öffnungen in die Verglasungsinnenraumfläche eingebracht sind. Die Perforationsnut stellt eine Vertiefung in der Verglasungsinnenraumfläche dar, das heißt die Perforationsnut ist von der Verglasungsinnenraumfläche in Richtung der Hohlkammer um die Tiefe der Perforationsnut versetzt. Die Perforationsnut weist bevorzugt eine Tiefe von 0,05 mm bis 0,5 mm, besonders bevorzugt 0,07 mm bis 0,25 mm, beispielsweise 0,10 mm auf.
Der beschriebene Abstandhalter, umfassend eine erste Scheibenkontaktfläche und eine zweite Scheibenkontaktfläche, ist sowohl für Doppel- als auch für Dreifach- und Mehrfachverglasungen geeignet. Dabei können zur Aufnahme mehrerer Scheiben sowohl weitere Abstandhalter eingesetzt werden als auch ein in seiner Formgebung zur Aufnahme mehrerer Scheiben geeigneter Abstandhaltergrundkörper. In ersterem Fall werden zunächst eine erste und eine zweite Scheibe an den Scheibenkontaktflächen des Abstandhalters angebracht und daraufhin an einer der vom Abstandhalter wegweisenden Oberflächen der Scheiben weitere Abstandhalter angebracht, deren freiliegende Scheibenkontaktflächen weitere Scheiben aufnehmen. In der dazu alternativen Ausführungsform kann eine Dreifachoder Mehrfachisolierverglasung auch mit einem Abstandhalter in Form eines Doppelabstandhalters ausgeführt sein. Ein solcher Doppelabstandhalter kann mindestens eine zusätzliche Scheibe in einer Nut aufnehmen. So weist ein Abstandhalter für Dreifachverglasungen eine Nut in der Verglasungsinnenraumfläche zwischen erster Scheibenkontaktfläche und zweiter Scheibenkontaktfläche auf, in der eine dritte Scheibe zwischen der ersten Scheibe und der zweiten Scheibe eingesetzt wird. Die erste und die zweite Scheibe werden an der ersten und zweiten Scheibenkontaktfläche des Abstandhalters angebracht. Da die Nut zwischen der ersten Verglasungsinnenraumfläche und zweiten Verglasungsinnenraumfläche verläuft, begrenzt sie diese seitlich und trennt eine erste Hohlkammer und eine zweite Hohlkammer voneinander. Die Seitenflanken der Nut werden dabei von den Wänden der ersten Hohlkammer und der zweiten Hohlkammer gebildet. Derartige Abstandhaltergrundformen sind unter anderem aus WO 2014/198431 A1 bekannt.
Die Erfindung umfasst des Weiteren eine Isolierverglasung mit erfindungsgemäßem Abstandhalter. Die Isolierverglasung enthält mindestens eine erste Scheibe, eine zweite
Scheibe und einen die Scheiben umfassenden umlaufenden erfindungsgemäßen Abstandhalter.
An die Verglasungsinnenraumfläche des Abstandhalters angrenzend befindet sich der Verglasungsinnenraum der Isolierverglasung. Die Außenfläche des Abstandhalters grenzt hingegen an den äußeren Scheibenzwischenraum. Die erste Scheibe ist dabei an der ersten Scheibenkontaktfläche des Abstandhalters und die zweite Scheibe an der zweiten Scheibenkontaktfläche des Abstandhalters angebracht.
Die erste und die zweite Scheibe sind an den Scheibenkontaktflächen bevorzugt über ein Dichtmittel angebracht, das zwischen der ersten Scheibenkontaktfläche und der ersten Scheibe und/oder der zweiten Scheibenkontaktfläche und der zweiten Scheibe angebracht ist.
Das Dichtmittel enthält bevorzugt Butylkautschuk, Polyisobutylen, Polyethylenvinylalkohol, Ethylenvinylacetat, Polyolefin-Kautschuk, Polypropylen, Polyethylen, Copolymere und/oder Gemische davon.
Das Dichtmittel ist bevorzugt in mit einer Dicke von 0,1 mm bis 0,8 mm, besonders bevorzugt 0,2 mm bis 0,4 mm in den Spalt zwischen Abstandhalter und Scheiben eingebracht.
Der äußere Scheibenzwischenraum der Isolierverglasung ist bevorzugt mit einer äußeren Abdichtung verfällt. Diese äußere Abdichtung dient vor allem der Verklebung der beiden Scheiben und somit der mechanischen Stabilität der Isolierverglasung.
Die äußere Abdichtung enthält bevorzugt Polysulfide, Silikone, Silikonkautschuk, Polyurethane, Polyacrylate, Copolymere und/oder Gemische davon. Derartige Stoffe haben eine sehr gute Haftung auf Glas, so dass die äußere Abdichtung eine sichere Verklebung der Scheiben gewährleistet. Die Dicke der äußeren Abdichtung beträgt bevorzugt 2 mm bis 30 mm, besonders bevorzugt 5 mm bis 10 mm.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst die Isolierverglasung mindestens drei Scheiben, wobei an die erste Scheibe und/oder die zweite Scheibe ein weiterer Abstandhalterrahmen angebracht ist, an dem die mindestens dritte Scheibe befestigt ist. In einer alternativen Ausführungsform umfasst die Isolierverglasung einen Doppelabstandhalter mit Nut, in dessen Nut die dritte Scheibe eingesetzt ist. Die erste und die zweite Scheibe liegen an den Scheibenkontaktflächen an.
Die erste Scheibe, die zweite Scheibe und/oder die dritte Scheibe der Isolierverglasung enthalten bevorzugt Glas, besonders bevorzugt Quarzglas, Borosilikatglas, Kalk-Natron-Glas und/oder Gemische davon. Die erste und/oder zweite Scheibe der Isolierverglasung können auch thermoplastische polymere Scheiben umfassen. Thermoplastische polymere Scheiben umfassen bevorzugt Polycarbonat, Polymethylmethacrylat und/oder Copolymere und/oder Gemische davon. Darüberhinausgehende Scheiben der Isolierverglasung können die gleiche Zusammensetzung haben wie für die erste, zweite und dritte Scheibe erwähnt.
Die erste Scheibe und die zweite Scheibe verfügen bevorzugt über eine Dicke von 2 mm bis 50 mm, weiter bevorzugt 2 mm bis 10 mm, besonders bevorzugt 4 mm bis 6 mm, wobei beide Scheiben auch unterschiedliche Dicken haben können.
Die erste Scheibe, die zweite Scheibe und weitere Scheiben können aus Einscheibensicherheitsglas, aus thermisch oder chemisch vorgespanntem Glas, aus Floatglas, aus extraklarem eisenarmem Floatglas, gefärbtem Glas, oder aus Verbundsicherheitsglas, enthaltend eine oder mehrere dieser Komponenten, ausgeführt sein. Die Scheiben können beliebige weitere Komponenten oder Beschichtungen, beispielsweise Low-E-Schichten oder anderweitige Sonnenschutzbeschichtungen, aufweisen.
Der äußere Scheibenzwischenraum, begrenzt durch erste Scheibe, zweite Scheibe und Außenfläche des Abstandhalters, ist zumindest teilweise, bevorzugt vollständig, mit einer äußeren Versiegelung verfüllt. Dadurch wird eine sehr gute mechanische Stabilisierung des Randverbunds erzielt.
Bevorzugt enthält die äußere Versiegelung Polymere oder silanmodifizierte Polymere, besonders bevorzugt organische Polysulfide, Silikone, raumtemperaturvernetzenden (RTV) Silikonkautschuk, peroxidischvernetzten Silikonkautschuk und/oder additions-vernetzten Silikonkautschuk, Polyurethane und/oder Butylkautschuk.
Das Dichtmittel zwischen der ersten Scheibenkontaktfläche und der ersten Scheibe, beziehungsweise zwischen der zweiten Scheibenkontaktfläche und der zweiten Scheibe, enthält bevorzugt ein Polyisobutylen. Das Polyisobutylen kann ein vernetzendes oder nicht vernetzendes Polyisobutylen sein.
Die Isolierverglasung ist optional mit einem Schutzgas, bevorzugt mit einem Edelgas, vorzugsweise Argon oder Krypton, befüllt, die den Wärmeübergangswert im Isolierverglasungszwischenraum reduzieren.
Grundsätzlich sind verschiedenste Geometrien der Isolierverglasung möglich, beispielsweise rechteckige, trapezförmige und abgerundete Formen. Zur Herstellung runder Geometrien kann der Abstandhalter beispielsweise im erwärmten Zustand gebogen werden.
An den Ecken der Isolierverglasung sind die Abstandhalter beispielsweise über Eckverbinder miteinander verknüpft. Derartige Eckverbinder können beispielsweise als Kunststoffformteil mit Dichtung ausgeführt sein, in dem zwei Abstandhalter Zusammenstößen.
Alternativ dazu können die Abstandhalter an den Ecken auch unmittelbar miteinander verbunden werden, beispielsweise durch Verschweißen der im Eckbereich aneinandergrenzenden Abstandhalter. Beispielsweise werden die Abstandhalter auf 45° Gärung zugeschnitten und durch Ultraschallschweißen miteinander verbunden.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird der Abstandhalter an den Ecken der Verglasung nicht zertrennt und im erforderlichen Winkel über Eckverbinder verbunden, sondern wird unter Erwärmung in die entsprechende Eckgeometrie gebogen.
Ein bevorzugtes Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Isolierverglasung umfasst mindestens die Schritte: a) Bereitstellung erfindungsgemäßer Abstandhalter, b) Zusammenfügen eines Abstandhalterrahmens aus erfindungsgemäßen Abstandhaltern, c) Anbringen einer ersten Scheibe an der ersten Scheibenkontaktfläche des Abstandhalterrahmens über ein Dichtmittel, Anbringen einer zweiten Scheibe an der zweiten Scheibenkontaktfläche des Abstandhalterrahmens über ein Dichtmittel, d) optional: Anbringen mindestens eines weiteren Abstandhalterrahmens an der ersten Scheibe und/oder der zweiten Scheibe und Anbringen einer dritten und gegebenenfalls weiterer Scheiben an den weiteren Abstandhalterrahmen, e) Verpressen der Scheibenanordnung, f) Einbringen einer äußeren Abdichtung in den äußeren Scheibenzwischenraum.
Die Verklebung der Scheiben an den Scheibenkontaktflächen gemäß Schritt c) kann in einer beliebigen Reihenfolge durchgeführt werden. Optional kann die Verklebung beider Scheiben an den Scheibenkontaktflächen auch gleichzeitig erfolgen.
In Schritt f) wird der äußere Scheibenzwischenraum zumindest teilweise, bevorzugt vollständig, mit einer äußeren Abdichtung verfüllt. Die äußere Abdichtung wird bevorzugt direkt in den äußeren Scheibenzwischenraum hinein extrudiert, beispielsweise in Form einer plastischen Abdichtmasse.
Bevorzugt wird der Verglasungsinnenraum zwischen den Scheiben vor dem Verpressen der Anordnung (Schritt e)) mit einem Schutzgas gefüllt.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen sind rein schematische Darstellungen und nicht maßstabsgetreu. Sie schränken die Erfindung in keiner Weise ein. Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Abstandhalters im Querschnitt,
Figur 2a eine schematische Darstellung einer Isolierverglasung mit erfindungsgemäßem Abstandhalter im Querschnitt,
Figur 2b die Isolierverglasung gemäß Figur 2a in Draufsicht.
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Abstandhalters 1 , umfassend einen polymeren Grundkörper 5 mit zwei Scheibenkontaktflächen 7.1 und 7.2, einer Verglasungsinnenraumfläche 8, einer Außenfläche 9 und einer Hohlkammer 10. Die Außenfläche 9 besitzt eine abgewinkelte Form, wobei die den Scheibenkontaktflächen 7.1 und 7.2 benachbarten abgewinkelten Abschnitte 9a, 9b der Außenfläche in einem Winkel von a=135° zu den Scheibenkontaktflächen 7.1 und 7.2 geneigt sind. Auf der Außenfläche 9, den abgewinkelten Abschnitten der Außenfläche 9a, 9b und optional Teilbereichen der Scheibenkontaktflächen 7.1 , 7.2 des Abstandhalters 1 ist eine wasser- und dampfdichte Barrierefolie (nicht gezeigt) aufgebracht, die den Wärmeübergang durch den polymeren Grundkörper 5 in den Verglasungsinnenraum einer Isolierverglasung vermindert. Die Barrierefolie weist drei polymere Schichten aus Polyethylenterephthalat mit einer Dicke von 12 pm und drei metallische Schichten aus Aluminium mit einer Dicke von 50 nm auf. Die metallischen Schichten und die polymeren Schichten sind dabei jeweils alternierend angebracht, wobei die im Einbauzustand des Abstandhalters dem äußeren Scheibenzwischenraum der Isolierverglasung zugewandte Schicht der Barrierefolie eine
metallische Schicht ist. Die Barrierefolie ist mit dem polymeren Grundkörper 5 verklebt. Die Hohlkammer 10 ist geeignet, um mit einem Trockenmittel gefüllt zu werden. Auf der Verglasungsinnenraumfläche 8 ist eine transparente UV-Schutzschicht 14 aufgebracht, die über die Verglasungsinnenraumfläche 8 hinausgehend bis auf die Scheibenkontaktflächen 7.1 , 7.2 ragt und die Scheibenkontaktflächen 7.1 , 7.2 bis zur Hälfte ihrer Höhe abdeckt. Die UV-Schutzschicht 14 ist eine Beschichtung, umfassend 2-(2-Hydroxyphenyl)-2H- benzotriazole als organische UV-Absorber und ein Tetramethylpiperidinderivat als Radikalfänger. Die UV-Schutzschicht 14 ist mittels eines Plasmapolymerisationsprozesses aufgebracht. In einer weiteren Ausführungsform ist eine UV-Schutzschicht 14, umfassend einen organischen UV-Absorber, im Tintenstrahlverfahren aufgedruckt. Die aufgedruckte UV- Schutzschicht 14 umfasst zumindest in Teilbereichen der Verglasungsinnenraumfläche 8 Pigmente, die einen dekorativen Aufdruck auf der Verglasungsinnenraumfläche 8 ergeben. Die Verglasungsinnenraumfläche 8 des Abstandhalters 1 weist Öffnungen 12 auf, die in regelmäßigen Abständen entlang der Verglasungsinnenraumfläche 8 angebracht sind, um einen Gasaustausch zwischen dem Innenraum der Isolierverglasung und der Hohlkammer 10 zu ermöglichen. Somit wird eventuell vorhandene Luftfeuchtigkeit im Innenraum vom Trockenmittel 11 aufgenommen. Die Öffnungen 12 sind bevorzugt als Schlitze mit einer Breite von 0,2 mm und einer Länge von 2 mm ausgeführt. Die Materialstärke (Dicke) der Wandungen des Grundkörpers 5 ist umlaufend etwa gleich und beträgt beispielsweise 1 mm.
Figur 2a und 2b zeigen eine Isolierverglasung 2 mit dem erfindungsgemäßen Abstandhalter 1 gemäß Figur 1 , wobei die UV-Schutzschicht und die gas- und dampfdichte Barrierefolie nicht im Detail gezeigt sind. In Figur 2a ist ein Querschnitt der Isolierverglasung 2 gezeigt, während Figur 2b eine Draufsicht darstellt. Figur 2b zeigt eine Gesamtansicht der Isolierverglasung 2 gemäß Figur 2a. Die Abstandhalter 1 sind an den Ecken der Isolierverglasung 2 über Eckverbinder 17 miteinander verbunden. Zwischen einer ersten Scheibe 15 und einer zweiten Scheibe 16 ist über ein Dichtmittel 4 umlaufend der erfindungsgemäße Abstandhalter 1 angebracht. Das Dichtmittel 4 verbindet dabei die Scheibenkontaktflächen 7.1 und 7.2 des Abstandhalters 1 mit den Scheiben 15 und 16. Die Hohlkammer 10 ist mit einem Trockenmittel 11 gefüllt. Als Trockenmittel 11 wird Molekularsieb eingesetzt. Der an die Verglasungsinnenraumfläche 8 des Abstandhalters 1 angrenzende Verglasungsinnenraum 3 wird als der von den Scheiben 15, 16 und dem Abstandhalter 1 begrenzte Raum definiert. Der an die Außenfläche 9 des Abstandhalters 1 angrenzende äußere Scheibenzwischenraum 13 ist ein streifenförmiger umlaufender Abschnitt der Verglasung, der von je einer Seite von den beiden Scheiben 15, 16 und auf einer weiteren Seite von dem Abstandhalter 1 begrenzt wird und dessen vierte Kante offen ist. Der Verglasungsinnenraum 3 ist mit Argon gefüllt. Zwischen
jeweils einer Scheibenkontaktfläche 7.1 bzw. 7.2 und der benachbarten Scheibe 15 bzw. 16 ist ein Dichtmittel 4 eingebracht, das den Spalt zwischen Scheibe 15, 16 und Abstandhalter 1 abdichtet. Das Dichtmittel 4 ist Polyisobutylen. Auf der Außenfläche 9 ist eine äußere Abdichtung 6 im äußeren Scheibenzwischenraum 13 angebracht, die der Verklebung der ersten Scheibe 15 und der zweiten Scheibe 16 dient. Die äußere Abdichtung 6 besteht aus
Polysulfid. Die äußere Abdichtung 6 schließt bündig mit den Scheibenkanten der ersten Scheibe 15 und der zweiten Scheibe 16 ab.
Bezugszeichenliste
1 Abstandhalter
2 Isolierverglasung
3 Verglasungsinnenraum
4 Dichtmittel
5 polymerer Grundkörper
6 äußere Abdichtung
7.1 erste Scheibenkontaktfläche
7.2 zweite Scheibenkontaktfläche
8 Verglasungsinnenraumfläche
9 Außenfläche
10 Hohlkammer
11 Trockenmittel
12 Öffnungen
13 äußerer Scheibenzwischenraum
14 UV-Schutzschicht
15 erste Scheibe
16 zweite Scheibe
17 Eckverbinder
Claims
1. Abstandhalter (1) für Isolierverglasungen, mindestens umfassend einen polymeren Grundkörper (5), mindestens umfassend eine erste Scheibenkontaktfläche (7.1) und eine dieser gegenüberliegende zweite Scheibenkontaktfläche (7.2), eine Verglasungsinnenraumfläche (8) und eine Außenfläche (9), die über die erste Scheibenkontaktfläche (7.1) und die zweite Scheibenkontaktfläche (7.2) miteinander verbunden sind, wobei zumindest die Verglasungsinnenraumfläche (8) eine UV- Schutzschicht (14) umfasst, die die Verglasungsinnenraumfläche (8) vollständig bedeckt, wobei die UV-Schutzschicht (14) a) eine Beschichtung ist, die organische UV-Absorber und/oder Radikalfänger umfasst, b) eine polymere Folie ist, wobei das Material des polymeren Grundkörpers (5) vom Material der UV-Schutzschicht (14) abweicht, oder c) eine polymere Schicht ist, wobei das Material des polymeren Grundkörpers (5) vom Material der UV-Schutzschicht (14) abweicht, wobei die Wandstärke des polymeren Grundkörpers (5) zwischen 0,5 mm und 1 ,5 mm liegt.
2. Abstandhalter (1) nach Anspruch 1 , wobei die UV-Schutzschicht (14) die Transmission von UV-Strahlung im Wellenlängenbereich von 380 nm bis 320 nm vermindert, bevorzugt um insgesamt mindestens 20 %, besonders bevorzugt um mindestens 30 %, insbesondere um mindestens 50 %, vermindert.
3. Abstandhalter (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die UV-Schutzschicht (14) für Strahlung im Wellenlängenbereich von 380 nm bis 780 nm transparent oder opak ausgeführt ist.
4. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die UV-Schutzschicht (14) eine polymere Folie ist und die polymere Folie eine Beschichtung aufweist, die organische UV-Absorber und/oder Radikalfänger umfasst.
5. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die UV-Schutzschicht (14) eine polymere Schicht ist und die polymere Schicht eine Beschichtung aufweist, die organische UV-Absorber und/oder Radikalfänger umfasst.
6. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der organische UV- Absorber 2-(2-Hydroxyphenyl)-2H-benzotriazole, (2-Hydroxyphenyl)-s-triazine, Hydroxybenzophenone und/oder Oxalanilide umfasst.
7. Abstandhalter (1 ) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei der Radikalfänger Hindered Amine Light Stabilizers (HALS), bevorzugt Derivate von Tetramethylpiperidin, umfasst.
8. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die Beschichtung eine mittels Druckverfahren, bevorzugt mittels Tintenstrahldruckverfahren, aufgebrachte Beschichtung ist.
9. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4 und 6 bis 8, wobei die polymere Folie Polymethylmethacrylat (PMMA), Polycarbonat (PC), High-Density-Polyethylen (HDPE), Polyetherimide (PEI) und/oder Polyphenylensulfid (PPS) umfasst, wobei die polymere Folie durch Verkleben, Verschweißen oder Aufschrumpfen auf dem polymeren Grundkörper (5) aufgebracht ist.
10. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3 und 5 bis 8, wobei die polymere Schicht Polymethylmethacrylat (PMMA), Polycarbonat (PC), High-Density-Polyethylen (HDPE), Polyetherimide (PEI) und/oder Polyphenylensulfid (PPS) umfasst und die polymere Schicht mittels Coextrusion auf dem polymeren Grundkörper (5) aufgebracht ist.
11. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei der polymere Grundkörper (5) ein thermoplastisches Polymer, bevorzugt Polyethylen (PE), Polystyrol (PS), Polyethylenterephthalat (PET), Polypropylen (PP), Styrol-Acrylnitril (SAN), Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Polybutylenterephthalat (PBT) oder Copolymere oder Gemische davon, umfasst.
12. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 , wobei zumindest an der Außenfläche (9) des polymeren Grundkörpers (5) eine gas- und dampfdichte Barrierefolie aufgebracht ist.
13. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der polymere
Grundkörper (5) eine Hohlkammer (10) aufweist, die von der
Verglasungsinnenraumfläche (8), der Außenfläche (9), der ersten
Scheibenkontaktfläche (7.1) und der zweiten Scheibenkontaktfläche (7.2) umschlossen ist.
14. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei in der Verglasungsinnenraumfläche (8) mehrere Öffnungen (12) eingebracht sind.
15. Isolierverglasung (2), mindestens umfassend einen Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, eine erste Scheibe (15) und eine zweite Scheibe (16), wobei die erste Scheibe (15) über ein Dichtmittel (4) an der ersten Scheibenkontaktfläche (7.1) des Abstandhalters (1) angebracht ist und die zweite Scheibe (16) über ein Dichtmittel
(4) an der zweiten Scheibenkontaktfläche (7.2) des Abstandhalters (1) angebracht ist.
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