Großmanipulator, insbesondere für Autobetonpumpen, so¬ wie Verfahren zu dessen Handhabung
Beschreibung
Die Erfindung betrifft einen Großmanipulator, insbeson¬ dere für Autobetonpumpen, mit einem auf einem Gestell, insbesondere auf einem Fahrgestell angeordneten, um ei¬ ne im wesentlichen vertikale Drehachse mittels eines Antriebsaggregats drehbaren Drehkopf, einem aus min¬ destens drei Mastarmen zusammengesetzten, vorzugsweise als Betonverteilermast ausgebildeten Knickmast, welche Mastarme um jeweils horizontale, zueinander parallele Knickachsen gegenüber dem jeweils benachbarten Drehkopf oder Mastarm mittels je eines weiteren Antriebsaggre- gats begrenzt verschwenkbar sind, und mit einer ein Steuerorgan aufweisenden Fernsteuereinrichtung zur An¬ steuerung der Antriebsaggregate und zum Verstellen der vorzugsweise einen Endschlauch tragenden Mastspitze entlang einem Verstellweg. Weiter betrifft die Erfin¬ dung ein Verfahren zur Handhabung des Großmanipulators.
Autobetonpumpen dieser Art sind mobile Arbeitsgeräte, die mit vollem 360°-Schwenkbereich des Drehkopfs auch bei gestreckter horizontaler Lage des Knickmasts einge¬ setzt werden können. Der Bediener ist für die Steuerung der Autobetonpumpe und die Positionierung des Beton- Endschlauchs am letzten Arm des Knickmasts verantwort¬ lich. Er hat dazu mehr als drei rotatorische Freiheits¬ grade des Knickmasts über die zugehörigen Antriebsaggre-
ERSÄΓZBLÄΓT (REGEL 26)
gate unter Bewegung des Knickmasts im nicht strukturier¬ ten dreidimensionalen Arbeitsraum bei Beachtung der Baustellenrandbedingungen zu betätigen. Durch den Ein¬ satz von Proportional-Funkfernsteuerungen wurde diese Bedienertätigkeit dahingehend erleichtert, daß der Be¬ diener nicht mehr mit einem Kabel räumlich mit der Au¬ tobetonpumpe verkettet ist. Es besteht jedoch weiterhin das Risiko, daß bei einer Einzelachsenbetätigung unkon¬ trollierte Bewegungen am Endschlauch und damit eine Ge¬ fährdung des Baustellenpersonals auftreten können. Außer¬ dem erfordert eine schnelle praxisgerechte Bewegung des Endschlauches eine simultane Ansteuerung mehrerer Ach¬ sen. Zur Erleichterung der Handhabung des Groß anipula- tors wurde daher bereits vorgeschlagen, statt der Ein¬ zelansteuerung der rotatorischen Freiheitsgrade des Knickmasts den Endschlauch durch geeignete Rechnerun¬ terstützung in einem kartesischen x-, y-, z-Koordina- tensystem mit Hilfe von Stellhebeln zu verfahren, wobei wahlweise ein gestellfestes oder baustellenfestes Koor¬ dinatensystem gewählt werden kann. Diese Art der Betä¬ tigung hat sich jedoch bei vielen Anwendungsfällen als nicht rationell genug erwiesen, da die hierfür erfor¬ derliche Betätigung der Stellhebel mit den optisch wahr¬ nehmbaren Bewegungsabläufen des Knickmasts nicht immer präzise genug in Einklang gebracht werden kann.
Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zu¬ grunde, den bekannten Großmanipulator der eingangs an¬ gegebenen Art dahingehend zu verbessern, daß es dem Bediener möglich ist, beliebige Punkte im Raum in der
Reichweite des Knickmasts mit einfachen Handhabungen direkt von der Beton-Einbringstelle aus anzusteuern.
Zur Lösung dieser Aufgabe werden die in den Patentan¬ sprüchen 1 und 25 angegebenen Merkmalskombinationen vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiter¬ bildungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen.
Der erfindungsgemäßen Lösung liegt der Gedanke zugrun¬ de, daß der Bediener den Endschlauch begue von Hand auf die Beton-Einbringstelle hinlenkt und ihm die Mast- spitze automatisch dahin folgt. Hierzu ist eine geeig¬ nete Signalübertragungsstrecke erforderlich, mit der die Mastspitze vom Bediener mit Rechnerunterstützung über einen vorzugsweise durch den Endschlauch vorgege¬ benen Verstellweg bewegt werden kann. Um dies zu errei¬ chen, wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, daß die Fernsteuereinrichtung einen an der Mastspitze oder am Endschlauch angeordneten, über das Steuerorgan mecha¬ nisch, optisch, elektromagnetisch oder elektrisch aus¬ lösbaren Signalgeber zur Ansteuerung eines die Antriebs¬ aggregate der Knick- und Drehachsen nach Maßgabe eines mittels des Steuerorgans relativ zur augenblicklichen Position der Mastspitze unmittelbar angezeigten Ver¬ stellwegs betätigenden, rechnerunterstützten Koordina- tengebers aufweist.
Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist das Steuerorgan als mechanisch mit dem Signalgeber ver-
bundener, gegenüber der Mastspitze in verschiedene, den Verstellweg anzeigende Richtungen beliebig verstellba¬ rer Steuerhebel ausgebildet, der beispielsweise über einen Sensorring, ein Seil oder eine Stange betätigbar ist und auch mit dem beweglichen Endschlauch mechanisch verbunden sein kann oder diesen mit einem gewissen Spiel umgreift.
Alternativ dazu können das Steuerorgan und der Signal¬ geber auch durch eine richtungsempfindliche drahtlose Sender-Empfängerstrecke, beispielsweise durch eine Licht-, Infrarot- oder Funkstrecke miteinander verbun¬ den sein, wobei als Steuerorgan ein in der Hand oder auf dem Helm des Bedieners befindlicher Sender verwen¬ det werden kann. Ein von diesem Sender nach oben vor¬ zugsweise in Form eines engen Richtkegels abgegebenes Signal kann von dem im Bereich der Mastspitze angeord¬ neten richtungsempfindlichen Empfänger aufgenommen und über eine geeignete Auswerteelektronik und den Koordi¬ natengeber in die gewünschte Bewegung des Knickmasts umgesetzt werden. Der Sender kann zu diesem Zweck auch eine Laserdiode und der Empfänger einen richtungsemp¬ findlichen Lichtempfänger enthalten.
Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß das Steuerorgan als an dem beweglichen Endschlauch vorzugsweise lösbar und/oder höhenverstellbar angeord¬ neter richtungsempfindlicher Neigungsgeber ausgebildet ist. Die Richtungsempfindlichkeit kann beispielsweise durch die Verwendung eines zweiachsigen Neigungsgebers
verwirklicht werden. Der Neigungsgeber weist zweckmäßig eine Auswerteelektronik mit integriertem oder nachge- ordnetem Signalgeber zur Abgabe eines von der gemesse¬ nen Neigungsrichtung abhängigen Verstellwegsignals und/ oder eines von dem gemessenen Neigungswinkel abhängigen Geschwindigkeitssignals für die Bewegung der Mastspitze auf. Der Neigungsgeber kann vorzugsweise zusammen mit dem Signalgeber in einem gegenüber der Mastspitze ver- drehungssicher am Endschlauch befestigten Gehäuse ange¬ ordnet werden. Aufgrund dieser Maßnahmen ist es mög¬ lich, die Mastspitze beim Auslenken des Endschlauchs in eine der Auslenkungsrichtung entsprechende Richtung mit einer von dem Auslenkungs- oder Neigungswinkel abhängi¬ gen Geschwindigkeit zu bewegen.
Mit dem erfindungsgemäßen Neigungsgeber läßt sich der Großmanipulator besonders einfach handhaben, wenn am Endschlauch ein um die Schlauchachse und/oder um eine quer zur Schlauchachse verlaufende Achse schwenkbar an¬ geordneter Handgriff vorgesehen wird. Für die beidhän- dige Bedienung weist der Handgriff zweckmäßig zwei nach einander diametral gegenüberliegenden Seiten des End¬ schlauchs überstehende Griffteile auf. Der Handgriff eignet sich zusätzlich zur Anbringung von Schalt- oder Steuerelementen beispielsweise zum Ein- und Ausschalten der Betonpumpe und/oder zur Verstellung der Fördermenge und/oder zum Heben und Senken der Mastspitze. Um eine ungewollte Bewegung der Mastspitze zu vermeiden, kann zusätzlich eines der Schaltelemente als Totmannschalter ausgebildet sein.
Aus Gründen der Betriebssicherheit werden die Antriebs¬ aggregate des Knickmasts und des Mastbocks über den Ko¬ ordinatengeber zweckmäßig unter Beibehaltung der Höhe der Mastspitze in einer vorgegebenen Horizontalebene kombiniert angesteuert. Damit soll erreicht werden, daß die Mastspitze dem Signalgeber in der Weise folgt, daß sie immer etwa vertikal in bestimmtem Höhenabstand über dem Bediener bleibt und bei einer vorgegebenen Mindest- auslenkung des Endschlauchs von beispielsweise + 50 cm nachgeführt wird. Zur Höhenverstellung der Mastspitze kann zusätzlich ein handbetätigtes Höhenstellelement vorgesehen werden. Das Höhenstellelement kann beispiels¬ weise einen auf eine am Steuerorgan angreifende Hub- und Senkkraft ansprechenden, vorzugsweise analog ge- schwindigkeitsgesteuerten Wechselschalter mit definier¬ ter Nullstellung aufweisen.
Von besonderem Vorteil ist es, wenn die Bewegungsge¬ schwindigkeit der Mastspitze nach Maßgabe der Auslen¬ kungsweite des Steuerorgans in Verstellrichtung relativ zu einer Nullstellung steuerbar ist.
Zur Optimierung des Bewegungsablaufs bei der Horizon¬ tal- und/oder Vertikalverstellung ist es wichtig, daß die Antriebsaggregate der redundanten Knickachsen des Knickmasts jeweils nach Maßgabe einer gegebenenfalls wahlweise vorgebbaren Weg-Schwenk-Charakteristik betä¬ tigbar sind. Da die Mastarme in Abhängigkeit von ihrer Ausrichtung zur Gravitationsachse einerseits und von
der an ihnen angreifenden Last (z.B. Beton im Förder¬ rohr) andererseits mehr oder weniger großen Biege- und Torsionsbelaεtungen ausgesetzt sind, die die Lage der Mastspitze bei gegebenen Schwenkstellungen in den ein¬ zelnen Gelenken verfälscht, wird gemäß einer bevorzug¬ ten Ausgestaltung der Erfindung vorgeschlagen, daß die Weg-Schwenk-Charakteristik im Koordinatengeber nach Maßgabe der an den einzelnen Mastarmen angreifenden lastabhangigen Biege- und Torsionsmomente modifizierbar ist. Entsprechendes gilt, wenn zur Vermeidung von Kol¬ lisionen im Bewegungsraum des Knickmasts Hindernisse zu überwinden sind. Hierzu ist es zweckmäßig, die Weg- Schwenk-Charakteristik der Knickachsen im Koordinaten¬ geber nach Maßgabe von die Mastarmbewegung räumlich be¬ grenzenden Kollisionszonen, insbesondere durch Vorgabe eines höchsten und/oder tiefsten Knickpunkts zu modifi¬ zieren. Eine weitere Sicherheit in dieser Hinsicht wird erzielt, wenn die Weg-Schwenk-Charakteristik der Knick¬ achsen im Koordinatengeber nach Maßgabe von durch einen vorzugsweise am letzten Mastarm angeordneten Abstands- sensor abgegebenen Meßsignalen modifizierbar ist.
Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise dargestellten Ausfüh¬ rungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 eine Seitenansicht einer Autobetonpumpe mit fünfar igem Knickmast in zusammengeklapptem Zu¬ stand;
Fig. 2a und b eine Seitenansicht und eine Draufsicht einer Autobetonpumpe mit auseinandergeklapptem Knickmast;
Fig. 3 einen Ausschnitt des Knickmasts nach Fig. 2a mit an der Mastspitze angeordneter, mechanisch betätigter Fernsteuereinrichtung;
Fig. 4 einen Ausschnitt entsprechend Fig. 3 mit draht¬ los betätigter Fernsteuereinrichtung;
Fig. 5 einen Ausschnitt entsprechend Fig. 3 mit seil¬ betätigter Fernsteuereinrichtung;
Fig. 6 einen Ausschnitt des Knickmasts nach Fig. 2a mit am Endschlauch angeordnetem Neigungsgeber und Handgriff;
Fig. 7a bis c drei Seitenansichten der Mastspitze mit Endschlauchabschnitt ohne Auslenkung, mit Aus- lenkung links oder rechts und mit Auslenkung vor und zurück;
Fig. 8a bis c das untere Ende des Endschlauchs mit Handgriff in drei Seitenansichten.
Die in der Zeichnung dargestellte Autobetonpumpe weist ein Fahrgestell 10, einen in der Nähe der Vorderachse 12 und des Fahrerhauses 14 des Fahrgestells 10 angeord¬ neten Mastbock 16, einen am Mastbock 16 um eine verti-
kale Drehachse 18 mittels eines nicht dargestellten hy¬ draulischen Drehaggregats um 360° drehbaren, einen Knickmast 20 tragenden Drehkopf 17, eine über einen Materialaufgabebehälter 22 mit Beton beaufschlagbare, hydraulisch angetriebene Betonpumpe 24 und eine über eine Rohrweiche 26 an die Betonpumpe 24 angeschlossene Förderleitung 28 auf. Der Knickmast 20 weist fünf Mast¬ arme 1,2,3,4 und 5 auf, die an dem Knickgelenk A mit dem Drehkopf 17 und an den Knickgelenken B,C,D und E um jeweils horizontale Knickachsen schwenkbar miteinander verbunden sind. Das Ein- und Ausfalten der Mastarme 1 bis 5 um die Gelenke A bis E erfolgt hydraulisch mit¬ tels doppelt wirkender Hydrozylinder 30, die mit ihren freien zylinderseitigen und stangenseitigen Enden an Auslegern bzw. Umlegebügeln der Mastarme 1 bis 5 und des Drehkopfs 17 angelenkt sind. In der in Fig. 1 ge¬ zeigten Fahrstellung sind die Mastarme in zueinander im wesentlichen paralleler Ausrichtung gegeneinander ge¬ faltet, während sie in der Darstellung nach Fig. 2a und b auseinandergefaltet sind.
Zur Betätigung der Antriebsaggregate 30 des Knickmasts 20 ist eine Fernsteuereinrichtung vorgesehen, die einen Signalgeber 53 und einen mit dem Signalgeber 53 galva¬ nisch oder drahtlos kommunizierende, fahrzeugfeste Zen¬ tralsteuerung 31 umfaßt. Zum Verstellen der Mastspitze 55 und des daran angeordneten, nach unten hängenden Endschlauchs 50 ist ein mit dem Signalgeber 53 mecha¬ nisch verbundenes oder drahtlos kommunizierendes Steu¬ erorgan 52,54 vorgesehen, das vom Bediener 51 un ittel-
bar über den gewünschten Verstellweg der Mastspitze 55 verfahren wird.
Bei dem in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Steuerorgan 52 als mechanisch über einen Kunststoffstab 60 mit dem an der Mastspitze 55 angeordneten Signalge¬ ber 53 verbundener, den Endschlauch 50 mit Spiel umge¬ bender Sensorring ausgebildet. Der Signalgeber 52 ist dabei zweckmäßig als analog-proportional wirkender kar- danischer Winkelgeber ausgebildet, der über ein Steuer¬ kabel 62 mit der zentralen Steuereinrichtung 31 verbun¬ den ist. Im unteren Bereich des Kunststoffstabs 60 ist bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel zusätzlich ein vertikal verschiebbarer, analog-proportional wirkender Schubschalter 63 angeordnet, über den eine Vertikalver¬ stellung der Mastspitze 55 auslösbar ist. Der Höhenver- stellschalter 63 kann grundsätzlich auch am oberen Ende des Kunststoffstabs 60 angeordnet und durch Heben und Senken des Kunststoffstabs betätigt werden. Diese An¬ ordnung unterliegt im rauhen Baustellenbetrieb einer geringeren Beεchädigungsgefahr.
Weiter kann an dem Sensorring 52 zusätzlich ein Schal¬ ter 64 zum Ein- und Ausschalten der Betonpumpe und zur Steuerung der Fördermenge angeordnet werden.
Bei dem in Fig. 4 gezeigten Ausführungsbeispiel ist zwischen dem Steuerorgan 54 und dem Signalgeber 53 eine drahtlose, richtungsempfindliche Signalübertragungs¬ strecke, beispielsweise eine Laserlicht- oder Infrarot-
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strecke vorgesehen, bei der das Steuerorgan 54 als in der Hand oder auf dem Helm des Bedieners 51 befindli¬ cher Sender ausgebildet ist. Der Sender 54 gibt bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel einen engen, nach oben weisenden Richtkegel 55 mit variierender Intensitäts¬ verteilung ab, die über den Empfänger 53 und die Steu¬ ereinrichtung 31 ausgewertet und zur Nachführung der Mastspitze 55 ausgewertet werden kann. Damit wird auch hier erreicht, daß der Knickmast 20 mit seiner Mast¬ spitze 55 einer Bewegung des Bedieners 51 parallel zur horizontalen Ebene 40 folgt.
Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 steht der Be¬ diener 51 über ein Seil 65, das an seinem Helm 52 oder an seinem Körper befestigt ist, mit dem als kardanischer Winkelgeber ausgebildeten Signalgeber 53 mechanisch in Verbindung. Die durch die Bewegung des Bedieners 51 über den Seilzug 65 ausgeübte Kraft wird nach Richtung und Zugkraft über den Signalgeber 53 und die zentrale Steuereinrichtung 31 so ausgewertet, daß der Knickmast 20 mit seiner Mastspitze 55 einer Bewegung des Bedie¬ ners parallel zur Ebene 40 folgt.
Die zusätzliche Einleitung einer Vertikalbewegung ist sowohl bei mechanischer als auch bei drahtloser Signal¬ übertragung von der Beton-Einbringstelle aus über ein handbetätigtes Höhenstellelement 63 möglich. Entspre¬ chend kann auch die Betonpumpe von der Einfüllstelle aus mit einem hierfür vorgesehenen Schalter ein- und ausgeschaltet werden.
Bei einer Auslenkung des Steuerorgans 52 in der ge¬ wünschten Bewegungsrichtung werden über den Signalgeber 53 entsprechende Steuersignale an die Steuereinrichtung 31 übertragen und in einer Datenaufbereitungsstufe und einem rechnergestützten Koordinatengeber in Koordina¬ tensignale für die Antriebsaggregate 30 der sechs Ach¬ sen 18,A,B,C,D,E umgesetzt. Zusätzlich kann die Größe der Auslenkung des Steuerorgans 52,54 über eine geeig¬ nete Sensorik oder Elektronik in geschwindigkeitsbe¬ stimmende Signale umgesetzt werden. Alle sechs Achsen werden innerhalb des Koordinatengebers so softwaremäßig angesteuert, daß die betreffenden Gelenke in Abhängig¬ keit von Weg und Zeit sich harmonisch zueinander bewe¬ gen. Die Ansteuerung der redundanten Freiheitsgrade der Knickgelenke erfolgt nach einer vorprogrammierten Stra¬ tegie, bei der auch Kollisionszonen in Form von Hinder¬ nissen, Decken, Einbauten und dergleichen über die Be¬ triebssoftware eingegeben und im Bewegungsablauf be¬ rücksichtigt werden können.
Bei dem in Fig. 6 bis 8 gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Steuerorgan 52 als Neigungsgeber ausgebildet. Es befindet sich zusammen mit dem Signalgeber 53 in ei¬ nem kleinen Gehäuse, das mit einer Schelle 70 verdre¬ hungssicher am Endschlauch 50 befestigbar ist. Die vom Neigungsgeber 52,53 abgegebenen Steuersignale werden über das Steuerkabel 62 der Zentralsteuerung 31 zuge¬ leitet. Der zweiachsig ausgebildete Neigungsgeber 52 ist richtungsempfindlich. Er spricht sowohl auf seitli-
ehe Auslenkungen des Endschlauchs entsprechend Fig. 7b als auch auf dazu senkrechte Auslenkungen entsprechend Fig. 7c an und eignet sich daher zusammen mit dem Sig¬ nalgeber zur Abgabe eines von der gemessenen Neigungs¬ richtung abhängigen Verstellwegsignals. Weiter kann ein von dem gemessenen Neigungswinkel abhängiges Geschwin- digkeitssignal für die Bewegung der Mastspitze 55 er¬ zeugt werden.
Im unteren Teil des Endschlauchs 50 ist ein Handgriff 72 mittels einer Schnellverschlußschelle 74 lösbar be¬ festigt. Der Handgriff 72 besteht aus zwei Griffteilen 72 ,72'', die nach einander diametral gegenüberliegen¬ den Seiten über den Endschlauch überstehen. Der Hand¬ griff ist um die Endschlauchachse um etwa 340° drehbar angeordnet, so daß er von allen Seiten her bequem er¬ faßt werden kann. Bei Bedarf ist es auch möglich, den Handgriff 72 um die quer zur Endschlauchachse verlau¬ fende Achse 76 zu verschwenken. Der Handgriff kann zu¬ sätzlich mit einigen Schalt- und Steuerorganen bestückt werden, beispielsweise mit einem Schalter 78 zum Ein- und Ausschalten der Betonpumpe, zwei Tastelementen 80 zum Verstellen der Fördermenge in positiver und negati¬ ver Richtung, einem als Verstellhebel ausgebildeten Hö- henverstellorgan 82 für den Endschlauch 50 und einem Totmannschalter 84 als Sicherungsvorkehrung.
Die beschriebene Verfahrensweise bietet sich für die Betonverarbeitung auf feinstrukturierten Baustellen an, insbesondere dann, wenn Geräte mit großer Reichweite
eingesetzt werden.
Zusammenfassend ist folgendes festzustellen: Die Erfin¬ dung betrifft einen Großmanipulator, insbesondere für Autobetonpumpen. Auf einem Fahrgestell 10 ist ein an einem Mastbock 16 um eine vertikale Drehachse 18 dreh¬ barer Drehkopf 17 sowie ein aus mindestens drei Mastar¬ men 1 bis 5 zusammengesetzter Knickmast 20 angeordnet. Die Mastarme 1 bis 5 des Knickmasts 20 sind um horizon¬ tale, zueinander parallele Knickachsen A bis E gegen¬ über dem jeweils benachbarten Drehkopf 17 oder Mastarm 1 bis 5 mittels je eines. Antriebsaggregats 30 begrenzt verschwenkbar. Die Betätigung des Knickmasts 20 erfolgt über eine Fernsteuereinrichtung, die einen an der Mast¬ spitze 55 angeordneten, über ein Steuerorgan 52 mecha¬ nisch auslösbaren Signalgeber 53 zur Ansteuerung eines die Antriebsaggregate 30 der Knick- und Drehachsen nach Maßgabe eines mittels des Steuerorgans 52 relativ zur augenblicklichen Position der Mastspitze 55 unmittelbar angezeigten Verstellwegs betätigenden, rechnerunter- stützten Koordinatengebers aufweist.