F o l i e für manipulationssichere Abdeckungen von Warenträgern
B E S C H R E I B U N G
Die Erfindung betrifft eine Folie für manipulationssichere Ab¬ deckungen von Warenträgern, wie sie beispielsweise von einer Vielzahl von sogenannten Blisterpackungen bekannt sind.
Solche bekannten Folien für Blister-Abdeckungen bestehen bis¬ lang aus Aluminiumfolien, kunststoffbeschichteten Aluminiumfo¬ lien bis zu reinen transparenten oder opaken Kunststoffolien. Diese Folien bilden das Gegenstück zu dem Warenträger oder dem sogenannten Unterteil der Verpackung, das wiederum aus einer Vielzahl von Materialien gebildet sein kann, beispielsweise aus einer stabilen Kartonlage, einer an die Form der Ware angepaßten Kunststoff- oder Aluminiumschale oder dergleichen.
Bei der Verwendung von Kunststoffolien als Blister-Abdeckung bestand bisher das Problem, daß insbesondere druckempfindliche Waren nicht durch die Folie hindurch gedrückt und so der Ver¬ packung entnommen werden konnten, ohne daß dies zu einer Be¬ schädigung der Waren, insbesondere bei Tabletten, geführt hätte.
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Deshalb wurde bei der Verwendung von Folien als Abdeckteil für solche Verpackungen entweder auf Aluminiumfolien zurückgegrif¬ fen, wie dies insbesondere bei der Verpackung von pharmazeuti¬ schen Produkten, wie z.B. Tabletten, Ampullen oder Kapseln, der Fall ist, oder aber es wurde im Unterteil der Verpackung eine Entnahmemöglichkeit vorgesehen.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Folie für manipulationssichere Abdeckungen von Warenträgern zu schaffen, welche sich aus Kunststoff herstellen läßt, trotzdem die bekannten Durchdrückeigenschaften von Aluminiumfolienabdeckun¬ gen zeigt und für einen hinreichend schnellen Siegelvorgang geeignet ist.
Diese Aufgabe wird bei der eingangs beschriebenen Folie erfin¬ dungsgemäß dadurch gelöst, daß diese eine Kunststoffmatrix um¬ faßt, welche einen partikelförmigen Füllstoff enthält, wobei der Füllstoff so ausgewählt und in der Matrix mit einem solchen Anteil enthalten ist, daß die Durchstoßfestigkeit der Folie unter einen Grenzwert von 450 N/mm herabgesetzt ist (Meßmethode nach DIN 53373), wobei die Kunststoffmatrix im wesentlichen von einem hochkristallinen Polypropylen gebildet wird.
Dieser Grenzwert gilt für ca. 150 μm dicke Folien. Für deutlich dünnere oder dickere Folien lassen sich von diesen Werten die entsprechenden Grenzwerte ableiten. Bei dem angegebenen Grenzwert ist es möglich, druckunempfindliche Waren durch die Abdeckfolie des Warenträgers durchzudrücken, wenn auch noch mit einigem Kraftaufwand. Bei empfindlicheren Produkten wird man vorzugsweise einen geringeren Grenzwert für die Durchstoßfestigkeit wählen, und bevorzugt liegt dieser Wert dann bei ca. 100 bis ca. 200 N/mm. Geringere Durchsto߬ festigkeiten mögen sich in einzelnen Fällen empfehlen, wo sehr
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drucksensitive Waren verpackt sind. Allerdings ist dabei zu beachten, daß selbstverständlich mit der Herabsetzung der Durchstoßfestigkeit auch die Schutzwirkung der Verpackung gegen Beschädigung der Waren selbst abnimmt, so daß in dem zuvor angegebenen Zahlenbereich von ca. 100 bis ca. 200 N/mm in vielen Fällen ein Optimum zu sehen ist.
Für die Handhabung der Verpackung durch den Verbraucher, d.h. insbesondere beim Öffnen der Verpackung und damit der Ware, kommt in zweiter Linie eine weitere Eigenschaft ins Spiel, die sogenannte Weiterreißfestigkeit, die den Kraftaufwand bestimmt, der notwendig ist, um eine einmal durchgestoßene Folie weiter aufreißen zu lassen und so das Produkt frei¬ zugeben. Auch diese Eigenschaft läßt sich durch die Wahl des Füllstoffes sowie dessen Anteil in der Kunststoffmatrix beeinflussen, wobei hier vorzugsweise eine Weiterreißfestig¬ keit von weniger als 30 N (Meßmethode nach DIN 53363) angestrebt wird. Dieser Zahlenwert gilt insbesondere für ca. 150 μm dicke Folien, läßt sich aber im wesentlichen auch auf wesentlich dünnere bzw. dickere Folien anwenden. Ein für die Handhabung, insbesondere auch von druckempfindlichen Gütern, akzeptabler Wert der Weiterreißfestigkeit liegt zwischen ca. 2 bis 12 N, wobei auch hier wiederum zu beachten ist, daß natürlich wesentlich geringere Werte möglich sind, aber im Hinblick auf den Schutz der Ware durch die Folie einer beliebigen Verringerung Grenzen gesetzt sind. Ein bevorzugter Bereich für die Weiterreißfestigkeit liegt im Bereich von 3 bis 4 N.
Die erfindungsgemäße Folie enthält den Füllstoff als homogene Zumischung zu einem bereits fertig auspolymerisierten Kunst- stoffmaterial. Der Füllstoff wird also nicht - wie dies im Zu¬ sammenhang mit Füllstoffverstärkten Kunststoffen bekannt ist - in der Polymerisationsreaktionsmischung aus Monomer und/oder
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Präpolymer dispergiert und während des Aushärtens der Reak¬ tionsmischung in die Kunststoffmatrix eingebaut. Selbstver¬ ständlich ist es aber denkbar, solches verstärktes Kunst- stoffmaterial als Kunststoffmatrix in bestimmten Anwendungs¬ fällen auch im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung zu benutzen.
Für die Füllstoffe der Folie steht eine breite Palette an Füllstoffen zur Verfügung. Diese können aus anorganischen und/oder organischen Substanzen ausgewählt sein.
Bevorzugte Beispiele für die organischen Substanzen sind z.B. halogenierte Kohlenwasserstoffpolymere, insbesondere PTFE, Polyethersulfone, Cellulosefasern, Holzschliff o.a., die wie das PTFE einen Fixpunkt von > 300° C aufweisen, sowie duro¬ plastische Kunststoffe. Bei den organischen Substanzen, die als Füllstoffe dienen sollen, ist wichtig, daß sich diese bei der Verarbeitung des Kunststoffmatrixmaterials, bei der Temperaturen von 220° C und mehr auftreten können, nicht verflüssigen und dann eine homogene Lösung mit dem Kunst¬ stoffmatrixmaterial bilden, sondern daß diese im wesentlichen in Partikelform in der Kunststoffmatrix während der Verarbei¬ tung erhalten bleiben und so einer Schwächung der durchgehen¬ den Kunststoffmatrixschicht und damit der entsprechenden Herabsetzung der Durchstoßfestigkeit und gegebenenfalls der Weiterreißfestigkeit dienen.
Für die anorganische Komponente des Füllstoffs kann die Sub¬ stanz ausgewählt werden aus der Reihe der Siliciumdioxide, insbesondere in Form von Glas oder Quarz, Silikate, insbe¬ sondere in Form von Talkum, Titanate, TiC>2, Aluminiumoxid, Kaolin, Calciumkarbonate, insbesondere in Form von Kreide, Magnesite, MgO, Eisenoxide, Siliciumcarbide, Siliciumnitride, Bariumsulfat oder dergleichen.
Bei der Auswahl der anorganischen oder organischen Substanzen als Komponenten des Füllstoffs wird stets auch das zu ver¬ packende Gut zu berücksichtigen sein und dessen Empfindlich¬ keit auf den einen oder anderen Zusatzstoff zu der Polymer¬ matrix.
Die Form der Füllstoffpartikel wird wohl am häufigsten granu¬ lär sein, aber auch plättchenförmige, faserförmige oder stabförmige Füllstoffpartikel sind sowohl als im wesentlichen einheitliche Form oder auch in Mischung mit anderen Formen als Füllstoffpartikel möglich.
Die Partikelgröße des Füllrtoffes (gemessen über die größte Ausdehnung des Partikels) beträgt bevorzugt im Mittel ca. 5 bis ca. 100 μm. Die Wahl der Partikelgröße ist selbstverständ¬ lich nicht unwesentlich mitbestimmt von der herzustellenden Folienschichtdicke. So wird darauf zu achten sein, daß die mittlere Ausdehnung der Partikel einen deutlichen Abstand zu der herzustellenden Foliendicke hält. Bevorzugt werden mitt¬ lere Partikelgrößen zwischen 20 μm und 60 μm, insbesondere bei Foliendicken von 80 μm bis 100 μm.
Um sicherzustellen, daß der Füllstoff nicht zu einer Verstär¬ kung der Polymermatrix führt, sollte darauf geachtet werden, daß die Füllstoffpartikel eine möglichst geringe Haftung an der Polymermatrix aufweisen. Mindestens jedoch sollten die Haftkräfte zwischen den Partikeln und der Füllstoffmatrix deutlich geringer sein als die Zugfestigkeit der Matrix selbst. So wird insbesondere bei den anorganischen Füllstoff- partikeln darauf zu achten sein, daß diese im wesentlichen frei von sogenannten Haftvermittlern sind. Solche Haftver¬ mittler werden üblicherweise bei der Herstellung von gefüll-
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ten Kunststoffen verwendet, bei denen aber auf die besondere Festigkeit des Materials abgestellt wird.
Andererseits soll natürlich erreicht werden, daß die Füll- stoffpartikel eine möglichst gleichmäßige Verteilung in der Kunststoffmatrix erhalten und auch beim Produktionsprozeß beibehalten, so daß man bevorzugt Hilfsmittel zugibt, welche die Dispergierbarkeit der Füllstoffpartikel in der Matrix verbessern.
Als Dispergierhilfsmittel eignen sich insbesondere niedrig¬ schmelzende organische Substanzen, welche eine große Be- netzungsfähigkeit für den Füllstoff aufweisen. Konkrete Bei¬ spiele sind niedermolekulare Polyolefinwachse. Die Dispergier- hilfsmittel werden bevorzugt auf die Füllstoffpartikel aufge¬ bracht, bevor diese mit dem Granulat des Matrixkunststoffs vermischt, insbesondere geknetet werden.
Die Dicke der Folie wird bevorzugt von 20 μm bis ca. 600 μm gewählt, was zum einen eine ausreichende Stabilität der Folie zum Schutz der verpackten Waren sicherstellt und zum anderen die für das Öffnen der Verpackung notwendigen Kräfte innerhalb des vorgegebenen Limits hält, innerhalb dessen zumindest druckinsensitive Waren noch vom Durchschnittskäufer problemlos aus der Verpackung durch Durchdrücken der Abdeckfolie entnom¬ men werden können.
Insbesondere bei der Verpackung von Pharmazeutika ist es häufig erwünscht, daß die Folie im wesentlichen wasser- und dampfundurchlässig ausgebildet ist.
Als geeignete Kunststoffmatrix-Materialien haben sich ins¬ besondere hochkristalline Polypropylene, wie sie in der
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EP 0 255 693 Bl beschrieben werden, mit hohem isotaktischem Pentadenanteil, zwischen 0,955 und 1,0 empfohlen. (Meßmethode in der EP 0 255 693 Bl beschrieben. )
Das mittlere Molekulargewicht der Polymeren in der Kunststoff¬ matrix wird vorzugsweise im Bereich von ca. 10 000 bis ca. 600 000 gewählt.
Der Elastizitätsmodul (gemessen nach DIN 53457 an 50 μm dicken Folien) beträgt vorzugsweise 1200 - 1400 N/mm**-* für das reine einzusetzende Polypropylen. Bei der gefüllten Polypropylen¬ matrix kann der Elastizitätsmodul ansteigen, beispielsweise auf Werte (in N/mm2) von 1800 - 2000 bei 5 Gew.% Talkumfüllung, 2200 - 2400 bei 10 Gew.% Talkumfüllung oder 3000 - 3400 bei 20 Gew.% Talkumfüllung.
Bei den bislang beschriebenen Folien wurde allein durch die Zu¬ gabe der Füllstoffe zu der Kunststoffmatrix für eine verbesser¬ te Durchstoßfestigkeit bzw. Weiterreißfestigkeit derselben ge¬ sorgt.
Bei größeren Verpackungseinheiten, bei der eine Vielzahl von Produkten separat voneinander auf einem Warenträger gelagert und durch die Abdeckfolie abgedeckt ist, ist es häufig wün¬ schenswert, daß die einzelnen Waren getrennt voneinander aus dem Warenträger entnommen werden können, ohne daß die Ver¬ packung der daneben liegenden Einzelwaren beschädigt wird.
Je nach Beschaffenheit des Unterteils der Verpackung kann be¬ reits die normale Siegelfestigkeit ausreichen, um das oben ge¬ nannte Problem zu lösen. Sollte jedoch in einem direkten Kon¬ takt der Folie mit dem Unterteil eine zu geringe Siegelfestig¬ keit erhalten oder zu lange Siegelzeiten notwendig werden, kann
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sich die Notwendigkeit einer zusätzlichen Siegelschicht auf der Folienoberfläche ergeben.
Um die durch die ursprüngliche Folie vorgegebene Durchsto߬ festigkeit und die Weiterreißfestigkeit jedoch im wesentlichen zu erhalten, wird bei solchen Warenverpackungen vorgesehen, daß die Siegelschicht eine Mischung eines (A) Polypropylen-Copoly- meren mit einem Ethylenanteil von ca. 4 bis 12 mol% und einem Polymeren (B) umfaßt, ausgewählt aus der Reihe EVA-Copolymer mit bis zu 18 mol% Vinylacetatanteil, Ionomore, Ethylen-Ethyl- acrylatcopolymere, Ethylen-Methacrylat-Copolymere, Maleinsäure¬ anhydrid gepfropfte Polypropylene und Polyethylene, deren Copolymere sowie EVA-Copolymere.
Das Mischungsverhältnis der Mischungskomponente (A) zur Mi¬ schungskomponente (B) kann in einem weiten Bereich von 5:95 bis 95:5 variiert werden, wobei über die Komponente (B) das Tem¬ peraturverhalten der Mischung steuerbar ist und insbesondere eine einfache Anpassung der Siegelschicht an geeignete Siegel¬ temperaturen und Siegeltaktzeiten zuläßt.
Optimale Siegeltemperaturen liegen im Temperaturbereich von 145 bis 155° C.
Die erfindungsgemäße Siegelschicht ist nicht nur für die oben beschriebenen Durchdrückfolien auf der Basis einer Polypro¬ pylen-Matrix aus hochkristallinem Polypropylen geeignet, sondern generell für jede Art Durchdrückfolie, welche die oben angegebenen Spezifikationen für die Durchstoßfestigkeit enthält. Hierbei sind insbesondere Kunststoffmatrix-Materia- lien zu erwähnen, wie Polyolefine allgemein, PVC, Polyester, Polystyrol oder Styrolcopolymerisate, die anstelle des eingangs erwähnten hochkristallinen Polypropylens treten.
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Weiter bevorzugte Mischungsverhältnisse der Mischungskompo¬ nenten (A) und (B) liegen bei 35:65 bis 65:35. Sehr gute Sie¬ gelergebnisse werden mit Mischungsverhältnissen von ca. 50:50 erhalten.
Die Komponente (A) wird bevorzugt mit einem Ethylenanteil von 6 - 10 mol% eingesetzt, meist bevorzugt mit einem 8 mol%-Anteil.
Das erfindungsgemäße Siegelschichtmaterial eignet sich zudem hervorragend als Siegelschicht auf Tiefziehfolien, aus denen in der Regel die Warenträger oder Unterteile der Blister- packungen gefertigt werden.
Es empfiehlt sich, dieselbe Siegelschicht auf der mit dem Wa¬ renträger zu kombinierenden Durchdrückfolie aufzubringen, so daß beim Siegelvorgang die Siegelschicht der Durchdrückfolie mit der Siegelschicht der Tiefziehfolie verbunden wird.
Bei der besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Folie zwei- oder mehrlagig aufgebaut, wobei die zwei oder mehreren Lagen der Folie vorzugsweise koextrudiert her¬ gestellt sind.
Die Erfindung betrifft weiterhin eine Verpackung mit einem ge¬ gebenenfalls an die zu verpackenden Waren in der Form angepa߬ ten Unterteil als Warenträger und einem Oberteil aus einer er¬ findungsgemäßen und oben bereits beschriebenen Folie.
Bevorzugt wird bei einer solchen Verpackung das Unterteil und das Oberteil unter Verwendung derselben Kunststoffart herge¬ stellt, so daß man ein sortenreines Produkt erhält. Solche sortenreinen Produkte sind insbesondere leicht recyclebar und
für denselben Verwendungszweck wiederverwendbar, was ein Optimum im Verpackungskreislauf darstellt.
Eine besonders bevorzugte Verwendung der erfindungsgemäßen Verpackung besteht in der Verpackung von Pharmazeutika, die insbesondere in Ampullen-, Kapsel- oder Tablettenform vorliegen.
Die Erfindung sei im folgenden anhand eines Beispiels noch näher erläutert:
Beim ersten Schritt wird ein Polymergranulat mit den Füll- stoffanteilen vermischt und nachfolgend extrudiert oder kalandriert. Die Vermischung, insbesondere die Homogeni¬ sierung, kann durch Kneten nach bekannten Verfahren, insbesondere der Doppelschneckencompoundierung, erfolgen. Die Einzelkomponenten können aber auch in einem Trockenmisch¬ verfahren miteinander vermischt werden. Eine bessere Homogenität, d.h. eine gleichmäßigere Verteilung der Füll¬ stoffe in der Polymermatrix, wird durch die vorgeschaltete Herstellung eines sogenannten Compounds erreicht.
Eine Behandlung der Füllstoffpartikel mit Dispergierhilfs- mitteln sollte in jedem Fall vor der Vermengung mit dem Matrix-Kunststoff erfolgen.
Das Compound wird im Extruder geschmolzen, und zwar bei Masse¬ temperaturen von ca. 220° C und mehr sowie bei einem Massedruck von bis zu 250 bar. Die Abkühlung der Schmelze erfolgt vorzugsweise über eine Chill-roll bei 20° C bis ca. 40° C, aber auch andere Abkühlverfahren, gegebenenfalls mit einer Oberflächenbehandlung mit Corona-Entladung kombiniert, sind möglich.
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Danach werden die Folien beschnitten und gewickelt.
Als Beispiel für das Polymer der Kunststoffmatrix sei ein hochkristallines Polypropylen mit einem Schmelzindex von ca. 8 g/10 min nach DIN 53735 (230° C/1,16 kg) und einer Dichte (23° C) nach DIN 53479 von 0,902 g/cm3 erwähnt. Selbstver¬ ständlich können auch hiervon verschiedene Polypropylen-Typen verwendet werden.
Als Füllstoff sei für dieses Beispiel Kreide oder Talkum vorgeschlagen mit einer mittleren Teilchengröße von 5 bis 60 μm, besser noch mit einer mittleren Teilchengröße von 20 bis 30 μm. Der Anteil der Füllstoffe an dem Gesamtfolien- gewicht beträgt bevorzugt von 10 bis 55 Gew.%. Unterhalb von einem Füllstoffanteil von 5 Gew.% erhält man regelmäßig keine ausreichende Versprödung des Kunststoffs mit der damit zusammenhängenden Absenkung der Durchstoßfestigkeit und der Weiterreißfestigkeit mehr. Bei Anteilen deutlich über 60 Gew.% gestaltet sich die Folienherstellung schwierig und die physi¬ kalischen Festigkeitswerte sind dann häufig für die typischen Verwendungszwecke nicht mehr ausreichend.
Wie bei der Produktion von Propylen-Folien üblich, wird auch bei der erfindungsgemäßen Folie auf Polypropylen-Basis eine Umspulung aus Gründen der Nachkristallisation vorgenommen. (Die Dauer der Nachkristallisation beträgt typischerweise 4 bis 10 Tage. )
Mit einer Mischung aus
95 Gew.% Polypropylen, hochkristallin, der Firma Mitsui mit der Produktbezeichnung CJ700,
und
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5 Gew.% Talkum als Füllstoff, mittlere Teilchengröße
20 μ wurde eine 150 μm dicke Folie hergestellt (Dichte 0,93 g/cm3).
An dieser Folie konnte eine Durchstoßfestigkeit von 360 N/mm und eine Schädigungsarbeit gemäß DIN 53373 von 0,5 J/mm gemes¬ sen werden.
Aus einer Mischung von
90 Gew.% Polypropylen, hochkristallin, der Firma Mitsui mit der Produktbezeichnung CJ700,
und
10 Gew.% Talkum als Füllstoff, mittlere Teilchengröße
20 2m wurde eine 150 öm dicke Folie hergestellt (Dichte 0,965 g/cm3).
An dieser Folie konnte eine Durchstoßfestigkeit von 220 N/mm und eine Schädigungsarbeit von 0,2 J/mm gemessen werden.
Stellt man die Mischung auf 80 Gew.% Polypropylen (Spezifika¬ tion siehe oben) und 20 Gew.% Talkum (Spezifikation siehe oben) ein, erhält man eine Durchstoßfestigkeit von ca. 100 N/mm sowie eine Schädigungsarbeit von 0,05 J/mm. Die Dichte des Materials wurde zu 1,04 g/cm3 bestimmt.
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