Diodenadressiertes Farbdisplay mit molekularem phosphor.
Die Erfindung betrifft ein diodenadressiertes Farbdisplay mit einer UV- Diode und einem Phosphor für Leuchtanzeigen, Leuchten, Festkörperbild Verstärker, Bildschirme und Monitore u.a.
Farbdisplays für Leuchtanzeigen, Leuchten, Festkörperbildverstärker, Bildschirme und Monitore sollen farbige Bilder farbgetreu reproduzieren. Dazu wird die gesamte Farbinformation eines farbigen Bildes durch Information über die drei Primärfarben Rot, Grün und Blau dargestellt. Aus den drei Primärfarben läßt sich durch additive Farbmischung jede Farbe sowie Weiß herstellen. Dieses Prinzip verwenden sowohl die konventionellen Farbfernseher mit Braunscher Röhre als auch die verschiedenen Flachbildschirm-Technologien wie Plasmabildschirm, Elektrolumineszenzbildschirm und LCD-Anzeigen. Es sind auch Farbdisplays auf dem Markt, in denen das Farbtripel Rot, Grün, Blau durch Diodenarrays mit rot-, grün- und blauemittierenden Halbleiterdioden erzeugt wird. Problematisch ist hierbei jedoch die farbgetreue Bild wiedergäbe, insbesondere die farbreine Wiedergabe von Grün und Blau. Die Entwicklung von UV-emittierenden Halbleiterdioden hat die Möglichkeiten zur farbgetreuen Bildwiedergabe für diodenadressierte Farbdisplays erweitert, da aus UV-Licht theoretisch jede beliebige Farbe des sichtbaren Lichtes erzeugt werden kann. Man verwendet hierfür Phosphore, die das UV-Licht absorbieren und mit einer Wellenlänge im sichtbaren Bereich wieder abstrahlen. Für diese Konvertierung des UV-Lichtes in den sichtbaren Bereich ist es bekannt, anorganische Pigmente als Phosphore einzusetzen. Beispielsweise ist es aus JpnJ.Appl.Phys. Vol.35(1996) pp.L838-L839 bekannt, ZnS.Ag, ZnS: Cu,Al und ZnCdS:Ag als Phosphore zur Konvertierung des UV -Lichtes von UV-Diode in einem fluoreszentem Farbdisplay einzusetzen. Diese und andere herkömmliche Phosphore wie Y2O3:Eu haben zwar eine hohe Quantenausbeute, ihre Absorption im nahen UV-Bereich, in dem die UV-Dioden emittieren, ist jedoch sehr gering.
Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein diodenadressiertes Farbdisplay mit einer UV-Diode und einem Phosphor zur Verfügung zu stellen, dessen Phosphor eine hohe Quantenausbeute und einen hohen Extinktionskoeffizienten im nahen UV- Wellenlängenbereich hat und eine farbgetreue
Bildwiedergabe erlaubt.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe gelöst durch ein diodenadressiertes Farbdisplay mit einer UV-Diode und einem Phosphor der Zusammensetzung [Eu(diketonat)aXb LX ι}, wobei X = Pyridin oder ein einzähniges Pyridinderivat und X' = 2,2'-Bipyridin oder ein 2,2'-Bipyridylderivat und 2a +bx +2b2 = 8 ist. Ein solches Farbdisplay zeichnet sich durch hohe intrinsische Emissionsquantenausbeute und eine ligandenzentrierte Absorption im Bereich zwischen 350 und 400 nm mit hohem Extinktionskoeffzienten aus. Nach photophysikalischen Überlegungen schließen sich diese beiden Phosphoreigenschaften eigentlich gegenseitig aus. Überraschenderweise hat es sich jedoch gezeigt, daß Phosphore der Zusammensetzung [Eu(diketonat)aXblX'b2] beide
Kriterien erfüllen. Die erfindungsgemäßen Phosphore mit den "Antennenmolekülen" X, X' verfügen um vielfach höhere Absorptionen als klassische Phosphoren. Eine Variation der Liganden X und X' erlaubt die nahezu lineare unabhängige Einführung hoher Absorptionen bei verschiedenen Wellenlängen in die Europiumverbindungen. Konzentrationsquenching, ein generelles Problem bei klassischen Phosphoren mit hoher Aktivatorkonzentration, wird bei den erfindungsgemäßen Phosphoren nicht beobachtet. Die erfindungsgemäßen Phosphore sind molekulare Verbindungen und daher in der Regel gut löslich in polaren organischen Lösungsmitteln. Ihre Eigenschaften lassen sich daher leicht in Lösung untersuchen und die Untersuchungsergebnisse sind auf den festen Zustand übertragbar. Die Löslichkeit in organischen Solventien erlaubt außerdem neue Designkonzepte für diodenadressierte Farbdisplays.
Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es bevorzugt, daß a=3 ist. Es kann auch bevorzugt sein, daß a=2 ist. Diese Europiumkomplexe sind geladen und können an einen Polymerträger wie beispielsweise Nafion® gebunden werden. Dadurch sind diese Phosphore besonders stabil und die photophysikalischen Eigenschaften noch verbessert.
Es ist weiterhin bevorzugt, daß das diodenadressierte Farbdisplay eine transparente polymere Beschichtung umfaßt, die den Phosphor der Zusammensetzung [Eu(diketonat)aXblX'b2] in fester Lösung enthält. Die Beschichtung ist transparent, da an den gelösten Leuchtstoffpartikeln das Licht nicht gestreut wird. Nachstehend wird die Erfindung anhand von drei Ausführungsbeispielen weiter erläutert.
Ein diodenadressiertes Farbdisplay gemäß der Erfindung umfaßt eine UV- emittierende Diode als Anregungsquelle für UV-Strahlung und einen Phosphor der Zusammensetzung [Eu(diketonat)aXb lX'b2], wobei X = Pyridin oder ein einzähniges
Pyridinderivat und X' = 2,2'-Bipyridin oder ein 2,2'-Bipyridylderivat, z.B. 1,10-Phenan- thren und dessen Derivate, und 2a +b{ +2b2 = 8 ist. Dieser Phosphor konvertiert die UV- Strahlung in sichtbares rotes Licht.
Im einfachsten Fall besteht ein Farbdisplay aus der UV-Diode und einer auf diese aufgebrachten transparenten Beschichtung, die den Phosphor enthält. Die transparente Beschichtung kann beispielsweise den Phosphor in einer festen Lösung in einer transparenten Matrix aus Polyacrylat, Epoxyharz oder einem anderen Polymeren enthalten.
Als Massenprodukte werden LEDs üblicherweise in Epoxy-Gehäuse vergossen, wobei die angegossene Linse aus Epoxidharz zur Verbesserung der Auskoppelung des Lichtes aus der Diode dient. Der Phosphor kann bei dieser Ausführungsform als
Kontaktschicht zwischen der eigentlichen Diode und dem Epoxyharzdom aufgebracht werden. Er kann auch als Beschichtung außen auf dem Epoxyharzdom aufgebracht sein. Nach einer anderen Ausführungsform ist der Phosphor dem Epoxyharz beigemischt und bildet mit diesem eine feste Lösung. Große, zweidimensionale Displays können leicht hergestellt werden, indem ein Dioden- Array mit dem Phosphor nach der Erfindung kombiniert wird. Beispielsweise kann das Diodenarray durch eine Glasplatte abgedeckt sein, die mit Leuchtstofftripletts mit je einem rot-, grün und blauleuchtenden Punkt bedruckt ist. Der rotleuchtende Punkt enthält als Phosphor [Eu(diketonat)aXblX'b2]. Die UV-Diode ist insbesondere eine UV-Diode aus InGaN oder GaN und hat ihr Emissionsmaximum zwischen 370 und 410 nm mit einer Halbwertsbreite FWHM < 50 nm.
Die erfindungsgemäßen Phosphore haben die Zusammensetzung [Eu(diketonat)aXblX'b2], wobei X = Pyridin oder ein einzähniges Pyridinderivat und X' =2,2'-Bipyridin oder ein 2,2'-Bipyridylderivat und 2a +bl +2b2 = 8 ist. Diese komplexen Koordinationsverbindungen des Europium(III) enthalten Eu3 + als Metallzentrum, Anionen eines Diketonates (diketonat) als geladene Liganden und Pyridin oder ein Pyridinderivat oder 2,2'-Bipyridin oder ein 2,2'-Bipyridylderivat als Neutralliganden. Die 2,2'-Bipyridylderivate umfassen auch 1, 10-Phenathrolin und dessen Derivate. Diese Koordinationsverbindungen weisen starke optische Intraligand-Ubergänge auf und vermögen neben der Absorption der Chelatliganden auch effektiv als Lichtantennen zu wirken. Die Primäranregung durch UV-Strahlung führt zu einem ligandenzentrierten angeregten Zustand, dessen Energie in einem Folgeschritt auf das Europiumion übertragen wird und dort zur Lichtemission führt. In diesen Verbindungen bleiben die ursprünglichen
Absorptionseigenschaften der Liganden weitgehend erhalten und die Interligandwechsel Wirkungen sind schwach. Die koordinative Absättigung des Europiums verhindert die Polymerisationsneigung der Verbindungen, die daher mononuklear vorliegen. Es sind daher molekulare Phosphore im Gegensatz zu den Phosphoren nach dem Stand der Technik, die aus mit Aktivatorionen dotierten Wirtsgittern bestehen.
Zur Herstellung der erfindungsgemäßen Phosphore geht man von Koordinationsverbindungen des Europium mit geladenen, anionischen Chelatliganden (diketonat) der Zusammensetzung [Eu(diketonat)3] aus, die in der Regel durch zwei oder drei weitere Aquo-Liganden koordinativ mit der Koordinationszahl 8 oder 9 abgesättigt sind. Eine einfache Ligandensubstitution unter milden Bedingungen erlaubt die Einführung einer Vielzahl ungeladener organischer Liganden X,X' zum Produkt [Eu(diketonat)3X,X'].
Die beschriebenen Phosphore [Eu(diketonat)3X,X'] lassen sich nach dem folgenden allgemeinen Reaktionsschema darstellen:
EuCl3 + 3 Hdiketonat + 3 NaOCH3 → [Eu(diketonat)3] + 3 NaCl + 3 CH3OH [Eu(diketonat)3] + X,X' → [Eu(diketonat)3X,X']
(diketonat) kann beispielsweise ein Anion der Diketonate acac, thd, ttfa, fod, tfnb, dbm
(siehe Formelschema) sein, die zweizähnige Liganden sind. X kann beispielsweise Pyridin oder ein Pyridinderivat sein oder Bipyridin bzw. ein Bipyridinderivat. Bipyridinderivate sind insbesondere auch solche Verbindungen, die sich von 1,10-Phenanthrolin ableiten wie z.B. dpphen, mphen, dmphen, tmphen, NOphen, Clphen, dppz (siehe Formelschema). Die ein- oder zweizähnigen Liganden werden so gewählt, daß das Europiumion insgesamt achtfach koordiniert ist. Die Reaktionsprodukte werden jeweils als mikrokristalliner Niederschlag erhalten. Zur Reinigung werden die Materialien aus Ethanol umkristallisiert.
1. Ausführungsbeispiel
Synthese von [Eu(ttfa)3(Clphen)]
2.977 g (13.4 mmol) Ufa werden in 100 ml Ethanol gelöst. Diese Losung wird mit 44,6 ml (4.46 mmol) 0.1 M EuCl3 -Lösung versetzt. Anschließend fügt man noch 0.724 g (13.4 mmol) NaOCH3 hinzu. Die schwachtrübe Lösung wird zwei Stunden bei 60 °C gerührt. Anschließend wird die Lösung filtriert, um entstandenes NaCl abzutrennen. Das klare Filtrat wird tropfenweise mit dest. Wasser versetzt, um das Produkt auszufallen. Man läßt die Suspension einige Stunden stehen und saugt die hell-gelbe Substanz ab. Das Zwischenprodukt der Zusammensetzung [Eu(ttfa)3(H2O)3] wird mehrmals mit Wasser gewaschen und bei 50 °C getrocknet.
1 g (1.22 mmol) [Eu(ttfa)3(H2O)3] werden in 80 ml Ethanol suspendiert. Dazu werden 0.438 g (2.21 mmol) 5-Chlor-l, 10-Phenanthrolin gegeben. Die Suspension wird zwei Stunden unter Rückfluß gekocht und das Produkt nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur abgesaugt. Die Substanz wird mehrmals mit wenig eiskaltem Ethanol gewaschen. Das mikrokristalline Produkt wird bei 50 °C getrocknet und zur Reinigung aus Ethanol umkristallisiert.
Photophysikalische Charakterisierung des Pulvers von [Eu(ttfa)3(Clphen)]
* monoexponentieller Verlauf
2. Ausführungsbeispiel
Synthese von [Eu(ttfa)3(phen)]
2.977 g (13.4 mmol) ttfa werden in 100 ml Ethanol gelöst. Diese Lösung wird mit 44,6 ml (4.46 mmol) 0.1 M EuCl3 -Lösung versetzt. Anschließend fügt man noch 0.724 g (13.4 mmol) NaOCH3 hinzu. Die schwachtrübe Lösung wird zwei Stunden bei 60 °C gerührt. Nun wird die Lösung filtriert, um entstandenes NaCl abzutrennen. Das klare Filtrat wird tropfenweise mit dest. Wasser versetzt, um das Produkt auszufällen. Man läßt die Suspension
einige Stunden stehen und saugt die hell-gelbe Substanz ab. Das Zwischenprodukt der Zusammensetzung [Eu(ttfa)3(H2O)3] wird mehrmals mit Wasser gewaschen und bei 50 °C getrocknet.
1.809 g (2.21 mmol) [Eu(ttfa)3(H2O)3] werden in 80 ml Ethanol suspendiert. Dazu werden 0.438 g (2.21 mmol) 1 , 10-Phenanthrolin gegeben. Die Suspension wird zwei Stunden unter Rückfluß gekocht und das Produkt nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur abgesaugt. Die Substanz wird mehrmals mit wenig eiskaltem Ethanol gewaschen. Das mikrokristalline Produkt wird bei 50 °C getrocknet und zur Reinigung aus Ethanol umkristallisiert.
Photophysikalische Charakterisierung des Pulvers von [Eu(ttfa)3(Clphen)]
* monoexponentieller Verlauf
3. Ausführungsbeispiel
Synthese von [Eu(tfnb)3(dpphen)] 3 g (11.27 mmol) tfnb werden in 100 ml Ethanol gelöst. Diese Lösung wird mit 37,5 ml (3.75 mmol) 0.1 M EuCl3-Lösung versetzt. Anschließend fügt man noch 0.609 g (11.27 mmol) NaOCH3 hinzu. Dabei fällt ein weißer Niederschlag aus. Man rührt noch eine Stunde nach und saugt dann das Produkt ab. Die Substanz wird mehrmals mit destilliertem Wasser und anschließend mit wenig eiskaltem Ethanol gewaschen. Das mikrokristalline Zwischenprodukt der Zusammensetzung [Eu(tfnb>3(H2O)2] wird bei 50 °C getrocknet.
0.6 g (0.61 mmol) [Eu(tfnb)3(H2O)2] werden in 80 ml Ethanol suspendiert. Dazu werden 0.202 g (0.61 mmol) 4, 7-Diphenyl-l, 10-Phenanthrolin gegeben. Beim Erwärmen auf 60 °C bildet sich dann eine klare Lösung. Die Lösung wird zwei Stunden unter Rückfluß gekocht. Beim Abkühlen fällt eine weiße Substanz aus, die abgesaugt wird und mit wenig, eiskaltem Ethanol gewaschen wird. Das Produkt wird zur Reinigung aus Ethanol umkristallisiert.
Photophysikalische Charakterisierung des Pulvers von [Eu(tfnb)3(dpphen)]
* monoexponentieller Verlauf
Foπnelschema
Anionische Chelatliganden (diketonat) acac Pentan-2,4-dionat thd 2,2,6,6, -Tetramethy 1-3 , 5 , hepandionat ttfa 1 -(2-Thenoyl)-4-4-4-trifluor- 1,3-1 , 3-butandionat fod 7 , 7-Dimethyl- 1, 1, 1,2,2,3 , 3-heptafluor-4 , 6 , octandionat tfnb 4,4,4-Trifluor-l-(2-naphtyl)-l,3-butandionat dbm l,3-Diphenyl-l,3-propandionat
Neutrale Chelatliganden (X) bpy 2,2'-Bipyridin phen 1, 10-Phenanthrolin dpphen 4,7-Diphenyl-l , 10-phenanthrolin mphen 5-Methyl- 1 , 10-phenanthrolin dmphen 4, 7-Dimethyl- 1 , 10-phenantholin tmphen 3,4,7, 8-Tetramethy 1- 1 , 10-phenanthrolin NOphen 5-Nitro- 1 , 10-phenanthrolin Clphen 5-Chlor- 1 , 10-phenanthrolin dppz Dipyridinphenazin