Durchlaßsperrvorrichtunq
Die vorliegende Erfindung betrifft Durchlaßsperrvorrichtungen, und insbesondere Tore zum Sperren und Entsperren eines Durchlaß von Gebäuden oder Grundstücken .
Ohne Beschränkung der allgemeinen Anwendbarkeit der erfindungsgemäßen Durchlaßsperrvorrichtung auf beliebige Durchlässe, wie z.B. diejenigen von Käfigen, insbesondere Tierkäfigen, oder Leitungen orientiert sich die nachfolgende Beschreibung der vorliegenden Erfindung und der ihr zugrundeliegenden Problematik an den eingangs erwähnten Toren.
Die Absicherung von Einfahrten von öffentlichen und privaten Grundstücken, insbesondere Firmen- bzw. Werksgeländen, Gebäuden und dgl. gegen unbefugten Zugang bzw. Zufahrt erfolgt üblicherweise mit derartigen Toren.
Es sind Klapptore und Schiebetore bekannt, welche zum Öffnen
und Schließen in ihrer Gesamtheit bewegt werden müssen. Ein Beispiel dafür sind Schiebetore mit vertikalen Stäben, die seitlich verschoben werden können. Diese Tore benötigen viel oberirdischen Platz zum Verstellen.
Zusammenschiebbare Scherengitter überwinden das Problem des hohen Platzbedarfs, weisen aber andere Nachteile insofern auf, als daß sie in der Regel leicht zu überklettern, schwer bedienbar und anfällig gegenüber Verschleiß sind.
Auch hat man unterirdisch versenkbare Tore entwickelt, welche zur Freigabe eines Durchlaß ganz oder teilweise im Erdboden verschwinden können. Solche Tore benötigen allerdings eine tiefe Versenkgrube, der einerseits aufwendig in ihrer Herstellung ist und andererseits Randbedingungen für seine örtliche Lage aufweist, da sie möglicherweise mit im Erdboden verlegten Leitungen, Rohren usw. kollidiert.
Aus der DE-PS-36 11 372 ist eine quer zu einer Straße verlaufende Durchfahrsperre mit einer Grube und einem darin mittels hydraulischer Zylinder versenkbaren Sperrelement bekannt. Das Sperrelement weist einen oberen horizontal verlaufenden Stahlträger und mehrere hieran anschließende vertikale Stahlträger auf.
Weiterhin ist aus dieser Druckschrift bekannt, ein Gitter mit Gitterstäben, die an ihrem oberen Ende durch einen Oberholm verbunden sind, in dem Sperrelement versenkbar anzuordnen. Dazu laufen die Gitterstäbe durch Bohrungen des oberen horizontal verlaufenden Stahlträgers der Sperrvorrichtung. Der Oberholm wird ebenfalls mittels hydraulischer Zylinder, welche sich an der Unterseite der vertikalen Stahlträger abstützen, nach oben ausgefahren und nach unten abgesenkt .
Bei dieser bekannten Durchfahrsperre entspricht die Versenktiefe der Grube der Höhe der vertikalen Stahlträger plus der
Höhe der hydraulischen Zylinder. Die Gesamthubhδhe der Durchfahrsperre ist die Summe der Hubhöhe des horizontalen Stahlträgers und der Hubhöhe des Gitters . Dieser Aufbau spart somit zwar einen gewissen Teil der Versenktiefe der Grube ein, doch ist er aufwendig und teuer.
Die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Aufgabe besteht daher in der Bereitstellung einer verbesserten Durchlaßsperrvorrichtung, insbesondere eines Tores zum Sperren und Entsperren eines Durchlaß von Gebäuden oder Grundstücken, welche mit geringer Versenktiefe versenkbar und einfach aufgebaut ist .
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand nach Anspruch 1 gelöst, also durch eine Durchlaßsperrvorrichtung, insbesondere Tor zum Sperren und Entsperren eines Durchlaß von Gebäuden oder Grundstücken, mit einer beweglichen Halterungseinrichtung zum Haltern einer teleskopischen Sperreinrichtung; und einer Bewegungseinrichtung zum Bewegen der Halterungseinrichtung zwischen einer Sperrstellung und einer Durchlaßstellung der teleskopischen Sperreinrichtung; wobei die teleskopische Sperreinrichtung beim Bewegen von der Sperr- zur Durchlaßstellung unter dem Einfluß einer durch eine Unterlage anlegbaren Gegenkraft verkürzbar ist; und die teleskopische Sperreinrichtung beim Bewegen von der Durchlaß- zur Sperrstellung entsprechend umgekehrt unter dem Einfluß der Schwerkraft verlängerbar ist.
Besonders vorteilhaft an der erfindungsgemäßen Durchlaßsperrvorrichtung ist ihr einfacher Aufbau, der keinen aufwendigen Mechanismus erfordert, der direkt auf die Teleskope wirkt .
Die der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Idee liegt also in der Ausnutzung der Schwerkraft zum Ausziehen der teleskopischen Sperreinrichtung und der Gegenkraft einer versenkten Unterlage zum Zusammenschieben. Dabei muß die
versenkte Unterlage, z.B. der Erdboden oder eine unterirdische Platte, nicht unbedingt in einer durchgehenden Versenkgrube angeordnet sein, sondern die Versenkgrube kann der geometrischen Anordnung der teleskopischen Sperreinrichtung angepaßt sein. Folglich kann man durch eine geeignete Form und Anordnung der teleskopischen Sperreinrichtung nachträglich im Erdreich verlegte Leitungen berücksichtigen und eine Kollision vermeiden.
Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche .
Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung weist die Halterungseinrichtung zwei im wesentlichen vertikale Längsträger und einen darin im wesentlichen horizontal geführten, durch die Bewegungseinrichtung beweglichen ersten Querträger auf. Dies ist ein besonders kostengünstiger Aufbau.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung weist die teleskopische Sperreinrichtung eine Mehrzahl von Teleskopstäben aufweist, die an ihrem einen Ende in einer bestimmten geometrischen Anordnung am ersten Querträger angebracht sind.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung sind die Teleskopstäbe in linearer Anordnung am ersten Querträger angebracht .
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung weist die Halterungseinrichtung einen im wesentlichen horizontalen zweiten Querträger auf und sind die Teleskopstäbe an ihrem einen Ende in entsprechender geometrischer Anordnung am zweiten Querträger angebracht. Dieser Aufbau zeichnet sich durch besondere Stabilität aus.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung ist der zweite Querträger in den beiden Längsträgern geführt .
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung sind die beiden Längsträger in einer Versenkgrube angeordnet, deren Boden die versenkte Unterlage bildet und die eine derartigen Tiefe aufweist, daß der erste Querträger in der Durchlaßstellung ebenerdig abschließt und die teleskopische Sperreinrichtung vollständig zusammengeschoben ist.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung schließt der zweite Querträger in der Sperrstellung ebenerdig ab. Dieser Aufbau verhindert ein unbefugtes Anheben des zweiten Querträgers .
Gemäß einer weiteren bevorzugten Weiterbildung weisen die Teleskopstäbe ineinandergeschobene Hohlröhren unterschiedlichen Durchmessers auf. Dieser Aufbau sorgt für ein unproblematisches In- und Auseinandergleiten der Teleskopstäbe.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert .
Es zeigen:
Fig. 1 ein teleskopisch versenkbares Tor als Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung in Sperrstellung in Breitseitenansicht;
Fig. 2 das teleskopisch versenkbare Tor nach Fig. 1 in Durchlaßstellung in Breitseitenansicht;
Fig. 3 eine vergrößerte schematische Darstellung eines
Teleskopstabes des teleskopisch versenkbaren Tors nach Fig. 1 und 2 in Sperrstellung; und
Fig. 4 eine vergrößerte schematische Darstellung eines
Teleskopstabes des teleskopisch versenkbaren Tors nach Fig. 1 und 2 in Durchlaßstellung.
In den Figuren bezeichnen gleiche Bezugszeichen gleiche oder funktionsgleiche Bestandteile.
Fig. 1 zeigt ein teleskopisch versenkbares Tor als Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung in Sperrstellung in Breitseitenansicht .
In Fig. 1 bezeichnen Bezugszeichen 1, 1' einen ersten und einen zweiten vertikalen Längsträger, 2 einen horizontalen oberen Querträger, 3 einen horizontalen unteren Querträger, 4 vertikale Teleskopstäbe, 5 eine Versenkgrube, 5a den Boden der Versenkgrube und 6 das Erdreich.
Der erste und der zweite vertikale Längsträger 1, 1' sind beide entsprechend der Tiefe t der Versenkgrube 5 an deren Seiten im Erdreich 6 verankert. Der horizontale obere Querträger 2 und der horizontale untere Querträger 3 sind im ersten und zweiten vertikalen Längsträger 1, 1' vertikal verschieblich gelagert . Zwischen dem horizontalen oberen Querträger 2 und dem horizontalen unteren Querträger 3 sind die teleskopisch zusammenschiebbaren bzw. auseinanderzieh- baren Teleskopstäbe 4 in linearer, paralleler Anordnung angebracht .
Der obere horizontale Querträger 2 ist mittels einer (nicht dargestellten) Bewegungseinrichtung zwischen einer Sperrstellung und einer Durchlaßstellung bewegbar, d.h. auf- und abfahrbar. Der untere horizontale Querträger 3 hingegen ist beim gezeigten Ausführungsbeispiel lediglich im ersten und zweiten vertikalen Längsträger 1, 1' vertikal verschieblich gelagert und wird nicht direkt zu einer Bewegung angetrieben, sondern indirekt über seine Verbindung mit den Teleskopstäben 4.
In der Darstellung von Fig. 1 sind die Teleskopstäbe 4 aufgrund der Wirkung der Schwerkraft auseinandergezogen und
sperren den zwischen den beiden vertikalen Längsträgern 1, 1' definierten Durchlaß. Dabei ist die Auffahrhöhe des oberen horizontalen Querträgers 2 derart bemessen, daß der untere horizontale Querträger 3 ebenerdig abschließt.
Der untere horizontale Querträger 3 befindet sich dabei noch innerhalb der Versenkgrube 5 an deren oberem Rand. Dadurch ist er von außen nicht zugänglich und kann nicht angehoben werden. Zweckmäßigerweise kann dazu zusätzlich noch eine nach oben wirkende Sperrklinke (nicht gezeigt) in der Führung der beiden vertikalen Längsträger 1, 1' vorgesehen sein.
Fig. 2 zeigt das teleskopisch versenkbare Tor nach Fig. 1 in Durchlaßstellung in Breitseitenansicht.
Zum Öffnen des Tores wird der obere horizontale Querträger 2 in seiner Führung in den beiden vertikalen Längsträgern 1, 1' nach unten bewegt. Dabei sinkt zunächst der untere horizontale Querträger 3 mit auseinandergezogenen Teleskopstäben 4 in der Versenkgrube 5 ab, bis er deren Boden 5a berührt. Beim weiteren Absenken des oberen horizontalen Querträgers 2 werden die Teleskopstäbe 4 unter dem Einfluß der durch den Boden 5a angelegten Gegenkraft zusammengeschoben.
Bei vollständig geöffnetem Tor schließt der obere horizontale Querträger 2 die Versenkgrube ebenerdig ab, und die Teleskopstäbe 4 sind vollständig ineinandergeschoben.
Nachstehend wird der Aufbau der Teleskopstäbe 4 des Tors nach Fig. 1 und 2 näher erläutert.
Fig. 3 zeigt eine vergrößerte schematische Darstellung eines Teleskopstabes des teleskopisch versenkbaren Tors nach Fig. 1 und 2 in Sperrstellung.
In Fig. 3 bezeichnen Bezugszeichen 4a, 4b und 4c eine erste,
zweite bzw. dritte Hohlröhre mit in dieser Reihenfolge zunehmendem Durchmesser.
Die Hohlröhren 4a und 4b weisen an ihrem jeweils unteren Ende eine ringförmige Verbreiterung 8a bzw. 8b auf. Die Hohlröhren 4b und 4c weisen an ihrem jeweils oberen Ende eine ringförmige Verschmälerung 9b bzw. 9c auf. Die Hohlröhre 4a ist an ihrem oberen Ende an dem oberen horizontalen Querträger 2 befestigt, und die Hohlröhre 4c ist an ihrem unteren Ende an dem unteren horizontalen Querträger 3 befestigt .
Im gezeigten geschlossenen Zustand des Tores wirken die Verbreiterungen 8a bzw. 8b mit der entsprechenden Verschmälerung 9b bzw. 9c derart zusammen, daß bei vom Boden 5a abgehobenem unteren horizontalen Querträger 3 die Hohlröhren 4a, 4b und 4c nicht vollständig auseinander herausgleiten können, sondern in Form eines Endanschlags blockiert sind.
Fig. 4 zeigt eine vergrößerte schematische Darstellung eines Teleskopstabes des teleskopisch versenkbaren Tors nach Fig. 1 und 2 in Durchlaßstellung.
Im gezeigten offenen Zustand des Tores wirken die Verbreiterungen 8a bzw. 8b derart, daß bei auf dem Boden 5a ruhendem unteren horizontalen Querträger 3 sie die Hohlröhren 4a und 4b ebenfalls in Form eines Endanschlags auf diesem abstützen.
Die Summe der Länge 1 der Hohlröhre 4a und der Breiten b2 bzw. b3 der beiden horizontalen Querträger 2,3 bestimmen somit die minimale Tiefe t der Versenkgrube 5.
Obwohl die vorliegende Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels vorstehend beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Weise modifizierbar.
Die Anzahl der Hohlröhren 4a, 4b, 4c ist nicht auf drei beschränkt, sondern kann den jeweiligen Höhen- und Stabilitätsanforderungen angepaßt werden. Je mehr Hohlröhren zur Erzielung einer bestimmten Hubhöhe verwendet werden, desto geringer ist die für die längste Hohlröhre benötigte Länge, die die minimale Tiefe t der Versenkgrube 5 bestimmt.
Auch ist der zweite Querträger 3 nicht unbedingt erforderlich. Wenn man ihn wegläßt, kann sogar die Versenkgrube derart vereinfacht werden, daß nur eine flache Einsenkung für den ersten Querträger 2 entsprechend dessen Dicke vorgesehen wird, an die sich an den Orten der einzelnen Teleskopstäbe Löcher zur Aufnahme der Teleskopstäbe anschließen. Diese Löcher können an ihrem Umfang eine Armierung zur Erhöhung der Stabilität aufweisen.
Weiterhin ist die teleskopische Sperreinrichtung keineswegs auf die lineare Anordnung von Teleskopstäben 4 beschränkt, vielmehr könnten beliebige teleskopische Elemente in beliebiger geometrischer Anordnung vorgesehen sein.
BEZUGSZEICHENLISTE
, 1' vertikale Längsträger
oberer horizontaler Querträger
unterer horizontaler Querträger
Teleskopstab
5 Versenkgrube
6 Erdreich
t Tiefe Versenkgrube
4a, 4b, 4c Hohlröhren
8a, 8b Verbreiterungen
9b, 9c Verschmälerungen
1 Länge Hohlröhre 4a
b2 Dicke oberer horizontaler Querträger 2
b3 Dicke unterer horizontaler Querträger 3