Doppelbandpresse
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren der dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Doppelbandpresse der dem Oberbegriff des Anspruchs 4 entsprechenden Art.
Ein solches Verfahren und eine solche Doppelbandpresse sind zum Beispiel aus der DE 39 04 982 C1 bekannt. In der Preßstrecke sind Stützplatten vorgesehen, an denen die Formbänder über mitlaufende Rollenketten abgestützt sind. Die Stützplatten werden durch starke quer zur Bahn oberhalb bzw. unterhalb der jeweiligen Stützplatte angeordnete Träger abgestützt, die außerhalb der Bahnbreite durch Spindeln zusammengezogen werden.
In den Stützplatten sind quer zur Bahn verlaufende Bohrungen vorgesehen, die Kanäle zum Hindurchleiten eines Wärmeträgermediums, meist eines Thermoöls, bilden. Die Kanäle folgen zu vielen in Laufrichtung der Bahn auf- einander. Aufeinanderfolgende Kanäle sind durch an den Rändern der Stützplatten angebrachte U-förmige Rohrkrümmer miteinander verbunden, so daß das Wärmeträgermedium im Zickzack quer zur Bahn verläuft und auf diese Weise die Gleichmäßigkeit der Wärmeübertragung verbessert wird. Mehrere in Laufrichtung der Bahn aufeinanderfolgende Querbohrungen bilden eine gemeinsam mit Wärmeträgermedium beschickte Gruppe.
Bei der Herstellung von Plattenwerkstoffen, insbesondere Holzspanplatten und ähnlichen Materialien, muß in der ersten Zone der Preßstrecke eine erhebliche Wärme in das zu verpressende Ausgangsmaterial hineingebracht werden, um die Aushärtereaktion des Bindemittels durchzuführen. Die in dem Ausgangsmaterial enthaltene Feuchtigkeit dient dabei zum Transport der Wärme in das Ausgangsmaterial und der Plastifizierung desselben. In einem hinteren, d.h. nachfolgenden, gegen das Ende der Preßstrecke hin gelegenen Abschnitt muß die Wärmezufuhr nicht mehr so groß sein, sondern es kommt vorwiegend auf die Aufrechterhaltung des Drucks an, damit eingeleitete Bindungen innerhalb des glatten Materials nicht durch vorzeitige Entlastung vor der völligen Aushärtung wieder aufgerissen werden und so das Preßgut zerstören.
Zur Beeinflussung und Optimierung der mechanischen Eigenschaften des hergestellten Preßguts ist es aus der DE 37 43 933 A1 bekannt, die Preßstrecke in drei verschiedene Heizzonen aufzuteilen, die unterschiedlich mit Wärmeenergie mittels Durchleiten eines Heizmittels versorgt werden. Ein abgestuftes Heizprofil entlang der Preßstrecke ist die Folge, wobei zu Beginn der Preßstrecke eine höhere Temperatur als am Ende der Preßstrecke vorliegt.
Aus der DE 198 10 304 C1 ist es des weiteren bekannt, im vorderen Bereich der Preßstrecke dem zu pressenden Ausgangsmaterial eine höhere Wär- memenge zuzuführen und dafür auf eine Wärmezufuhr im hinteren Preßstreckenabschnitt vollständig zu verzichten, sondern hier dem sich bildenden Preßgut Wärme zu entziehen, d.h. es zu kühlen.
Zwar ist es insbesondere mit dem aus der DE 198 10 304 C1 bekannten Verfahren möglich, Preßgut - insbesondere Holzspanplatten - zufriedenstellender Eigenschaften unter hoher Ausnutzung der für den Herstellungspro- zess benötigten Energie zu schaffen, Versuche haben jedoch gezeigt, daß
die Eigenschaften des hergestellten Preßguts wesentlich vom Dampfdruckverlauf während des Herstellungsprozesses abhängen.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung zu schaffen, bei der der
Dampfdruckverlauf während des Herstellungsprozesses auf einfache Weise einstellbar ist.
Diese Aufgabe wird durch das in Anspruch 1 wiedergegebene Verfahren und - in ihrem apparativen Aspekt - durch die in Anspruch 4 wiedergegebene Vorrichtung gelöst.
Erstaunlicherweise hat sich gezeigt, daß die (druckwirksame) Breite des Spaltes zwischen verschieden temperierten Zonen der Preßstrecke einen großen Einfluß auf das Temperatur- und Dampfdruckverhalten des sich bildenden Preßgutes während des Herstellungsverfahrens und somit auf die Eigenschaften des Endprodukts hat. Das erfindungsgemäße Verfahren ist demgemäß dadurch gekennzeichnet, daß der auf das Ausgangsmaterial bzw. auf das sich bildende Preßgut ausgeübte Druck über einen Bereich des Vorlaufs in der Preßstrecke, dessen Länge einstellbar ist, reduziert wird.
Wenn das Ausgangsmaterial während des Vorlaufs durch die Preßstrecke in zumindest zwei in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Preßabschnitten unterschiedlichen Temperatur- und gegebenenfalls Druckbehandlungen un- terzogen wird, ist bevorzugt, die Druckreduzierung zwischen den aufeinanderfolgenden Preßabschnitten vorzusehen.
Wenn die Preßabschnitte durch zumindest auf einer Seite der Preßstrecke vorgesehene Stützplatten gebildet werden, erfolgt die Reduzierung des Drucks zwischen den Preßabschnitten vorzugsweise dadurch, daß die Breite des zwischen den aufeinanderfolgenden Stützplatten bestehenden Spalts variiert wird.
In ihrem apparativen Aspekt wird die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe durch eine Doppelbandpresse zur kontinuierlichen Herstellung von Preßgut aus zu verpressendem Ausgaπgsmaterial, insbesondere von Holzspanplatten aus von einem unter Druck und gegebenenfalls wärmeausgehärteten Bindemittel zusammengehaltenen Partikeln, mit einer Preßstrecke, bei deren
Durchlauf das Ausgangsmaterial in das Preßgut gegebenenfalls unter Ausübung von Wärme verpreßt wird, dadurch gelöst, daß zumindest auf einer Seite der Preßstrecke Mittel vorgesehen sind, durch die der auf das zu verpressende Ausgangsmaterial ausgeübte Druck über einen Vorlaufbereich in- nerhalb der Preßstrecke, dessen Länge einstellbar ist, reduzierbar ist und hierdurch einer Möglichkeit der Entdampfung und somit eine Verminderung des inneren Dampfdrucks in dem Ausgangsmaterial geschaffen wird.
Bei einer ersten Ausführungsform sind die Mittel zur Reduzierung des Drucks dadurch gebildet, daß die Preßstrecke zumindest auf ihrer einen Seite im
Sinne einer Druckreduzierung über einen variablen Vorlaufbereich verkrümmbar ist.
Wenn die Preßstrecke zumindest auf einer Seite - wie bevorzugt - zumindest zwei in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgende Stützplatten umfaßt, zwischen denen ein Spalt gebildet ist, können die Mittel zur Druckreduzierung dadurch ausgebildet sein, daß die druckwirksame Spaltbreite variierbar ist.
Dies kann konstruktiv beispielsweise dadurch bewirkt werden, daß die in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Stützplatten in Vorlaufrichtung relativ zueinander verlagerbar angeordnet sind.
Die druckwirksame Spaltbreitenvariation kann bei Produktionsumstellungen auf ein anderes zu verpressendes Material erfolgen.
Erfolgt die Verlagerung - wie bevorzugt - mittels eines motorischen Antriebs, so kann über die Spaltbreitenvariierung während des laufenden Verfahrens eine Regelung des Dampfdrucks im zu verpressenden Material erfolgen,
wenn Mittel zur Erfassung des Dampfdrucks oder von mit dem Dampfdruck korrelierter Parameter und ein geeigneter Regelkreis vorgesehen werden. Als Parameter kommt insbesondere die Feuchte in der Matte, d.h. in dem zu verpressenden Material in Betracht.
Die druckwirksame Spaltbreite kann des weiteren variiert werden, wenn in den Spalt zwischen der in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Stützplatten wahlweise Mittel zur Variierung der druckwirksamen Spaltbreite einführbar sind.
Konstruktiv können diese Mittel beispielsweise einen quer zur Vorlaufrichtung verlagerbaren Balken umfassen, dessen Länge etwa der Breite der Stützplatten und dessen Breite kleiner als die Spaltbreite ist. Wird der Balken vollständig in den Spalt hineingefahren, so daß seine dem zu verpressenden Material zugewandte Seite etwa in einer von der entsprechenden Seite der
Preßstrecke gebildeten Ebene liegt, so ist die druckwirksame Spaltbreite minimiert. Durch Herausbewegen des Balkens quer zur Vorlaufrichtung aus dem Spalt heraus erhöht sich dagegen die druckwirksame Spaltbreite.
Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Doppelbandpresse erfolgt die Variierung der druckwirksamen Spaltbreite dadurch, daß die einander zugewandten Enden der in Vorlaufrichtung aufeinanderfolgenden Stützplatten quer zur Vorlaufrichtung unter Verkrümmung der Heizplatten verlagerbar sind. Die Heizplatten sind demnach im Bereich ihrer zugewandten Enden flexibel gestaltet und können durch geeignete Mittel - beispielsweise durch Spindelantriebe oder hydraulisch bzw. pneumatisch betriebene Kolben/Zylindereinheiten - verkrümmt werden. Die Mittel können hierbei wiederum manuell oder motorisch aktiviert werden, wobei im letzten Falle wiederum durch Einschaltung einer geeigneten Regelstrecke ei- ne Regelung des Dampfdrucks in dem zu verpressenden Material während des laufenden Verfahrens erfolgen kann.
In der Zeichnung, die auch der Verdeutlichung des erfindungsgemäßen Verfahrens dienen soll, sind eine erfindungsgemäße Doppelbandpresse sowie verschiedene bevorzugte Ausführungsformen der konstruktiven Gestaltung zur Variierung der druckwirksamen Spaltbreite dargestellt.
Es zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße Doppelbandpresse;
Fig. 2 bis 5 - schematisch - verschiedene Ausführungsformen des Trennstellenbereichs A in Fig. 1 in vergrößerten Darstellungen;
Fig. 6 den Trennstellenbereich A einer weiteren Ausführungsform in einer Detaildarstellung gemäß Schnittlinie A-A in Fig. 7;
Fig. 7 denselben Trennstellenbereich wie in Fig. 6 in einer Aufsicht.
Die als Ganzes mit 100 bezeichnete Doppelbandpresse dient insbesondere zur Herstellung von Holzspanplatten, Holzfaserplatten und anderen platten- förmigen Werkstoffen, die aus mittels eines unter Druck und Wärme aushärtenden Bindemittels gebundenen Partikeln bestehen. Sie umfaßt ein oberes Formband 1 aus Stahlblech von etwa 2 bis 3 mm Stärke und ein ebensolches unteres Formband 2. Zwischen den Formbändern 1 , 2 wird in einer Preßstrecke 3 eine Bahn 4 aus einer Schüttung 4' eines Ausgangsmaterials zusammengepreßt, die hier aus dem mit dem Bindemittel versehenen Partikel-Material besteht, das nach dem Pressen einen der vorgenannten Werkstoffe ergibt.
Das obere Formband 1 läuft um quer zur Bahn angeordnete Trommeln 5, 6 und kann zwischen diesen Trommeln 5, 6 beispielsweise hydraulisch gespannt werden. Entsprechend läuft das Formband 2 über quer zur Bahn 4 angeordnete Trommeln 11 , 12 um, die ebenfalls eine Spannung des Form-
bandes 2 erzielen. Die Formbänder 1 , 2 werden über die Trommeln angetrieben.
Die Formbänder 1 , 2 laufen in dem durch die Pfeile 16 angedeuteten Sinn durch die Vorrichtung. In der Preßstrecke 3 bewegen sich das untere Trum 1 ' des oberen Formbandes 1 und das obere Trum 2' des unteren Formbandes 2 gleichlaufend dicht übereinander. Die auf der in der Zeichnung linken Seite auf ein nicht dargestelltes Förderband aufgebrachte Schüttung des Ausgangsmaterials 4' wird in die Preßstrecke 3 hineingezogen und zwischen den Trums 1', 2' zusammengepreßt. Von dem Förderband geht die Schüttung des Ausgangsmaterials 4' auf ein rollendes Tablett 7 über, welches die Schüttung auf das untere Formband 2 kurz vor dem oberen Scheitel der Trommel 11 übergibt. Die auslaufende Bahn 4 des Plattenwerkstoffs wird auf der gemäß der Zeichnung rechten Seite durch geeignete nicht dargestellte Vorrichtungen geteilt und hinweg gefördert.
In der Preßstrecke 3 ist im Innenbereich des Formbandes 1 oberhalb des unteren Trums 1 ' eine obere Stützkonstruktion 17 vorgesehen, die mit einer im Innenbereich des unteren Formbandes 2 unterhalb deren oberen Trums 2' vorgesehenen unteren Stützkonstruktion 18 zusammenwirkt. Die Stützkonstruktionen 17, 18 stützen die Bahn 4 ab und pressen sie mit großer Kraft gegeneinander.
Die Stützkonstruktionen 17, 18 bestehen jeweils aus einzelnen Trägern 19, 20, die jeweils paarweise übereinanderliegend oberhalb und unterhalb der
Formbänder 1 , 2 und der Bahn 4 angeordnet sind. Jedes Trägerpaar 19, 20 ist durch nicht dargestellte, seitlich außerhalb der Preßstrecke 3 gelegene seitliche Spindeln miteinander verklammert, so daß einzelne kräftemäßig in sich abgeschlossene Druckglieder gebildet sind. Zwischen den Trägern 19, 20 und den Formbändern 1 , 2 befinden sich starke Stützplatten 26, 27, die die von den einzelnen Trägern 19, 20 ausgeübte Kraft ebenflächig auf die Formbänder 1 , 2 und damit die Bahn 4 übertragen. Die Stützplatten 26, 27 weisen quer zur Bahn 4 verlaufende über die Breite durchgehende Kanäle
auf, durch die ein Wärmeträgermedium hindurch leitbar ist. Die Kanäle folgen in Laufrichtung 16 dicht aufeinander und sind an den Enden durch Rohrkrümmer miteinander verbunden, so daß Gruppen von Kanälen mit einem gemeinsamen Wärmeträgermedium mäanderförmig durchflössen werden.
Zwischen den einander zugewandten Seiten der Stützplatten 26, 27 und den Formbändern 1 , 2 sind Rollenketten 30 angeordnet, auf denen die Formbänder 1 , 2 an den Stützplatten 26, 27 abrollen und die endlos in einer vertikalen Längsebene um die Stützplatten 26, 27 innerhalb der Formbänder 1 , 2 um- laufen. Die Rollen der Rollenketten 30 übertragen sowohl den Druck als auch die Wärme der Stützplatten 26, 27 auf die Formbänder 1 , 2 und damit die sich bildende Bahn 4. Die Formbänder 1. 2 erfahren also in der Preßstrecke 3 eine rollende Abstützung.
Die Preßstrecke 3 ist in zwei in Laufrichtung 16 der Bahn aufeinanderfolgende Abschnitte 3', 3" unterteilt. In dem ersten Abschnitt 3' wird durch die Beheizung des Wärmeträgermediums die Wärme zugeführt, die eine gewisse Dampfbildung in der zusammengepreßten Schüttung des Ausgaπgsmaterials 4' und die Aushärtung des darin befindlichen Bindemittels bewirkt. Das Wär- meträgermedium, zum Beispiel ein Thermoöl, wird in einem Wärmetauscher
40 aufgeheizt und umgewälzt, so daß das gerade aufgeheizte Wärmeträgermedium im Sinne des Pfeiles 41 am Beginn des ersten Abschnittes 3' zugeführt und im Sinne des Pfeiles 42 am Ende des ersten Abschnittes wieder aus den Kanälen der Stützplatten 26, 27 entnommen und in einem geschlos- senen Kreislauf in den Wärmetauscher 40 zurückgeführt wird. Der Wärmetauscher kann, wie dargestellt, seinerseits durch ein in einem Heizaggregat 43 mit Heizregistern 44 aufgeheiztes weiteres Wärmeträgermedium beaufschlagt werden, oder aber selbst die Heizung enthalten.
In dem hinteren, d. h. in Laufrichtung 16 der Bahn 4 nachfolgenden Abschnitt
3" der Preßstrecke 3 muß der Druck aufrechterhalten werden, bis das Bindemittel ausgehärtet und der Dampfdruck ausreichend reduziert ist, da sonst die gerade gebildeten Bindungen in dem Bindemittel wieder aufreißen. Durch
die Stützplatten 26", 27" dieses Abschnittes wird ebenfalls ein Wärmeträgermedium derart umgewälzt, das zu Beginn des Abschnittes 3" im Sinne des Pfeiles 51 zugeführt und am Ende des Abschnittes 3" im Sinne des Pfeiles 52 wieder entnommen wird.
Auch hier durchströmt das Wärmeträgermedium einen Wärmetauscher 50, in welchem ihm aber keine Wärme zugeführt, sondern im Gegenteil ein Teil der in dem ersten Abschnitt 3' zugeführten Wärme, die durch die Bewegung der Formbänder 1 , 2 der Rollenketten 3 und der Bahn 4 in den hinteren Abschnitt 3" gelangt ist, wieder entzogen wird. Die entzogene Wärme entspannt den
Dampf und verringert so den Dampfdruck.
Die in dem Wärmetauscher 50 entzogene Wärme wird in einem in der Zeichnung nur symbolisch angedeuteten Aggregat 53 genutzt, sei es zu Heiz- zwecken, sei es um an einer auf der linken Seite in der Zeichnung vorgeschalteten Stelle des Verfahrensablaufs zum Anwärmen der Partikel, zum Trocknen der Partikel, zum Erwärmen von Wasser und/oder Thermoöl oder für ähnliche Zwecke eingesetzt werden. Auf diese Weise wird die Wärmebilanz der Gesamtanlage verbessert und auch ein Beitrag zum Umweltschutz geleistet, insofern das Austreten von Stoffen wie Formaldehyd und dergleichen vermindert wird.
Die quer zur Bahn 4 in den Stützplatten ausgebildeten Kanäle können unterschiedlich zu in Laufrichtung 16 aufeinanderfolgenden Gruppen verbunden sein. Die Hindurchleitung eines weiteren Wärmeträgermediums, welches nicht beheizt wird, durch den zweiten Abschnitt 3' kann also auch dann erfolgen, wenn die Stützplatten 26, 27 und die Rollenketten 30 über die gesamte Länge der Preßstrecke 3 durchgehend ausgebildet sind (vgl. Fig. 5).
In dem in Fig. 1 bis 4 dargestellten Ausführungsbeispielen jedoch sind die
Abschnitte 3, 3" nicht nur hinsichtlich ihrer Beschickung mit Wärmeträgermedium, sondern auch mechanisch voneinander getrennt. In dem ersten Abschnitt 3' liegen nämlich eigene Stützplatten 26', 27' einander oberhalb und
unterhalb der Bahn 4 gegenüber, die vom Einlauf bis zu einer Trennstelle 28 am Ende des ersten Abschnitts 3' reichen und von zugehörigen endlosen Rollenketten 30' umlaufen sind. An der Trennstelle 28 beginnen davon getrennte Stützplatten 26", 27", die bis zum Ende der Preßstrecke 3 bzw. des hinteren Abschnitts 3" reichen und von eigenen Rollenketten 30" umlaufen sind und einen Spalt 60, an der die Formbänder 1 , 2 aus dem ersten Abschnitt 3' in den hinteren Abschnitt 3" übergehen, bilden, dessen druckwirksame Spaltbreite variierbar ist, wie weiter unten unter Bezugnahme auf Fig. 2 bis 4, die den Bereich A um die Trennstelle 28 in vergrößerter Darstellung zeigen, beschrieben werden soll.
Durch die Unterteilung verbleiben bei den Ausführungsformen gemäß Fig. 1 bis 4 die vorderen Rollenketten 30' ganz in dem ersten Abschnitt 3' und können keine Wärme in den hinteren Abschnitt 3" übertragen.
Die Wärme, die durch die Formbänder 1 , 2 und die Bahn 4 dennoch in den hinteren Abschnitt gelangt, wird zum Teil in den Wärmetauscher 50 dem die Stützplatten 26", 27" durchströmenden Wärmeträgermedium entzogen und einer Nutzung zugeführt.
Wie aus Fig. 2 ersichtlich ist, die eine erste konstruktive Ausgestaltung einer erfindungsgemäßen Doppelbandpresse zur Variierung der druckwirksamen Spaltbreite WB des Spaltes 60 schematisch darstellt, ist die Stützplatte 27" relativ zur Stützplatte 27' in Vorlaufrichtung 16 der Bahn 4 verlagerbar ange- ordnet, wie dies durch den Doppelpfeil 61 und die gestrichelt dargestellte Position, die eine reduzierte druckwirksame Spaltbreite WB des Spaltes 60 zeigt, verdeutlicht werden soll. Der Verlagerung der Stützplatte 27" dienen in der Zeichnung nicht dargestellte hydraulisch betriebene Einrichtungen wie Kolben/Zylindereinheiten.
Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Stützplatten 27', 27" starr angeordnet. Zur Variierung der druckwirksamen Spaltbreite WB des Spaltes 60 ist ein Balken 62 vorgesehen, der wahlweise aus einer in Fig. 3
durchgezogen dargestellten Position außerhalb des Spaltes 60 in eine den Spalt 60 im wesentlichen ausfüllende und somit die druckwirksame Spaltbreite reduzierende Stellung verlagert werden kann, wie dies durch die gestrichelt dargestellte Position und den Doppelpfeil 63 verdeutlicht werden soll. Der Verlagerung des Balkens 62 in Richtung des Doppelpfeiles 63 dienen wiederum in der Zeichnung nicht dargestellte, hydraulisch betätigte Kolben/Zylindereinrichtungen.
Bei dem in Fig. 4 dargestellten Ausführungsbeispiel kann die druckwirksame Spaltbreite WB des Spaltes 60 dadurch variiert werden, daß die einander zugewandten Endbereiche der Stützplatten 27', 27" wahlweise von der Bahn 4 fort oder zu dieser hin bewegt werden können, wie dies durch die Doppelpfeile 64, 65 und die gestrichelten Darstellungen verdeutlicht werden soll. Hierzu sind die Stützplatten 27', 27" mit sich quer zur Vorlaufrichtung 16 der Bahn 4 erstreckenden Ausnehmungen 66, 66' versehen, so daß mittels in der Zeichnung nicht dargestellter Antriebe - wiederum beispielsweise hydraulisch betätigte Kolben/Zylindereinheiten - die Stützplatten 27', 27" im Bereich der reduzierten Wandstärke elastisch verformt werden können.
In Fig. 5 ist die Ausbildung der Trennstelle 28 bei einer Doppelbandpresse schematisch dargestellt, bei der die Stützplatten 27', 27" einteilig ausgebildet sind, wie bereits weiter oben beschrieben wurde. Bei dieser Ausführungsform wird die druckvermindernde Wirkung des Spaltes 60 dadurch nachgebildet, daß die untere Stützplatte 27 drei Ausnehmungen 67, 67', 67" aufweist, die in ihrer Ausprägung den Ausnehmungen 66, 66' gemäß Fig. 4 im wesentlichen entsprechen. Die Ausnehmungen 67, 67', 67" bewirken, daß die untere Stützplatte 27 durch Ausüben einer Kraft in Richtung des Doppelpfeiles 68 derart elastisch verformbar ist, daß zwischen ihr und der oberen Stützplatte 26 wahlweise ein Dekomprimierungsbereich 69 unterschiedlicher Länge er- zeugt werden kann, der - wie oben erwähnt - eine druckreduzierende Wirkung hat, die etwa derjenigen eines Spaltes zwischen getrennten Stützplatten entspricht.
Wie aus Fig. 6 und 7 entnehmbar ist, sind bei einer weiteren Ausführungsform der Doppelbandpresse sowohl die unteren Stützplatten 27', 27" (wie auch bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2), als auch die Stützplatten 26', 26" in Vorlaufrichtung 16 der Bahn relativ zueinander verschiebbar angeord- net, wie dies durch die Doppelpfeile 70 verdeutlicht werden soll. Der Verschiebung dienen zwei durch Elektromotoren 71 , 71' über Winkelgetriebe 72, 72' angetriebene Spindeln 73, 73', die in entsprechende, in den Stützplatten vorgesehene Gewindebohrungen 74, 74' eingreifen.
Wie ferner Fig. 7 verdeutlicht, ist eine Steuereinrichtung 75 vorgesehen, die die Leistung, die den Elektromotoren 71 , 71 ' zugeführt wird, in Abhängigkeit der mittels eines Detektors 76 erfaßten Feuchte des zu verpressenden Materials, die ein Maß für den inneren Dampfdruck ist, steuert. Durch diese Ausgestaltung kann die Breite des Spalts 60 im Sinne einer Vergleichmäßigung des Dampfdrucks während des laufenden Produktionsprozesses gesteuert werden. Es versteht sich, daß es ebenfalls möglich ist, anstatt der Steuerung einen Regelkreis im engeren Sinne vorzusehen, der einen Ist- /Sollwertvergleich umfaßt.
Im übrigen entspricht die Ausführungsform gemäß Fig. 6 und 7 derjenigen gemäß Fig. 1 , auf deren Beschreibung insoweit verwiesen werden soll.
BEZUGSZEICHENLISTE
1 Formband 60 Spalt r Trum 61 Doppelpfeil
2 Formband 62 Balken
2' Trum 63 Doppelpfeil
3 Preßstrecke 64 Doppelpfeil
3', 3" Abschnitte 65 Doppelpfeil
4 Bahn 66, 66' Ausnehmung
4' Ausgangsmaterial 67, 67', 67" Ausnehmungen
5 Trommel 68 Doppelpfeil
6 Trommel 69 Dekomprimierungs-
7 Tablett bereich
11 Trommel 70 Doppelpfeile
12 Trommel 71 , 71' Elektromotoren
16 Pfeil 72, 72' Winkelgetriebe
17 Stützkonstruktion 73, 73' Spindeln
18 Stützkonstruktion 74, 74* Gewindebohrungen
19 Träger 75 Steuereinrichtung
20 Träger 76 Detektor
26' 26" Stützplatte
27', 27" Stützplatte 100 Doppelbandpresse
28 Trennstelle
30, 30', 30" Rollenketten
40 Wärmetauscher
41 Pfeil
42 Pfeil
43 Heizaggregat
44 Heizregister
50 Wärmetauscher
51 Pfeil
52 Pfeil
53 Aggregat