Verfahren zur Aufreinigung von Vollblut
Beschreibung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Adsorbers zur Abtrennung von schädlichen Stoffen aus Vollblut und/oder Plasma, einen Adsorber in Form von Hohlfasern oder nicht-aggregierten Teilchen sowie die Verwendung dieser Adsorber und ein Verfahren zur Abtrennung von schädlichen Stoffen aus Vollblut und/oder Plasma unter der Verwendung einer Vorrichtung, welche den erfindungsgemäßen Adsorber enthält.
Eine große Anzahl von Erkrankungen werden dadurch verursacht, daß sich schädliche Substanzen im Blut befinden. Im Falle der Autoimmunerkrankungen handelt es sich hierbei um Autoantikörper. Bei der Sepsis sind es bakterielle Toxine. Wenn es gelingt, diese Schadstoffe aus dem Blut zu entfernen, tritt eine Heilung oder zumindest eine deutliche Verbesserung des Krankheitsbildes auf.
Um derartige Schadstoffe aus dem Vollblut zu entfernen, werden Materialien benötigt, welche eine Vollblutverträglichkeit besitzen. Derartige Materialien dürfen nicht zur Komplement- und/oder Gerinnungsaktivierung führen und/oder eine Thrombozytenaggregation bzw. Thrombozytenadhäsion verursachen.
Aus dem Stand der Technik sind Adsorptionsmaterialien für die Medizintechnik bekannt. DE 39 32 971 offenbart beispielsweise Adsorptionsmaterialien, welche aus Blut oder Blutbestandteilen Lipoproteine mit niedriger Dichte (LDL: low density lipoprotein) entfernen bzw. deren Konzentration herabsetzen. Bei diesem Adsorptionsmaterial handelt es sich um einen organischen Träger mit festgelegter Partikelgröße und Ausschlußgrenze. Zudem trägt dieses Adsorptionsmaterial auf seiner Oberfläche Funktionalisierungen, welche LD-Lipoproteine binden können.
Derartige LDL-Adsorbtionsmaterialien können beispielsweise aus Polymethacrylatteilchen bestehen, welche mit Polyacrylsäure (PAS) beschichtet sind, wobei PAS sowohl auf den äußeren als auch den im Inneren liegenden Oberflächen des LDL-Adsorbers gebunden vorliegen kann. Ein derartiges Adsorptionsmaterial ist vollblutverträglich, da PAS nur geringe Wechselwirkungen mit Blutzellen aufweist. In dieser Weise modifizierte Adsorptionsmaterialien
schädigen, binden oder aktivieren Blutzellen nur in geringem Maße aufgrund der schwachen Wechselwirkungen.
Die Vollblutverträglichkeit ist im wesentlichen von der verwendeten Oberflächenbeschichtung abhängig. Bei der Verwendung bestimmter funktioneller Gruppen ist eine Vollblutverträglichkeit nicht gegeben, da aufgrund von Wechselwirkungen mit Blutzellen diese zu stärk geschädigt oder gebunden werden.
Aus diesem Grunde trennen einige aus dem Stand der Technik bekannte Verfahren vor der Aufreinigung des Blutes das Blutplasma von den zellulären Bestandteilen ab. In einem zweiten Schritt wird nun das Plasma durch ein Behältnis gepumpt, in dem sich poröse meist sphärische Partikel befinden, die Liganden tragen, welche die Schadstoffe an sich binden. Ein Filter am Boden des Behältnisses trennt die sphärischen Adsorberpartikel vom Plasma ab, das anschließend mit den zellulären Blutbestandteilen vereinigt und dem Patienten wieder zugeführt wird.
Dieses Verfahren des Standes der Technik [Samuelsson G.: Extracorporeal immunoadsorption with protein A: technical and clinical results. J. Clin. Apheresis 2001 , 16, 49-52] hat einige Nachteile. Es besteht das Risiko, daß durch ein Versagen des Filters Adsorberpartikel in den Blutkreislauf des Patienten geraten und dort einen Hirnschlag, einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder ähnliches auslösen. Die Trennung in Plasma und zelluläre Bestandteile stellt eine zusätzliche Belastung für den Patienten dar, ist aber bisher nötig, da die schadstoffbindenden Liganden zellschädigend wirken. Da diese Trennung nie vollständig sein kann, verbleibt ein Teil des Plasmas bei den zellulären Bestandteilen und wird daher nicht von Schadstoffen befreit. Der zusätzliche apparative Aufwand für die Trennung in Plasma und zelluläre Bestandteile führt dazu, daß dem Patienten ein größeres Blutvolumen entzogen werden muß. Somit weist das Verfahren des Standes der Technik in Bezug auf die Anwendungsfreundlichkeit, den apparativen Aufwand, den Wirkungsgrad und die Belastung des Patienten einige Nachteile auf.
Dräger et al. (Eur. J. Clin. Invest. 1998, 28, 12; US-A-5 476 715) offenbaren ein vollblutverträgliches Adsorbtionsmaterial, welches aus Teilchen besteht, die so groß sind, daß sie Zwischenräume bilden, in die die Blutzellen eindringen können. Zusätzlich weisen die Teilchen Poren auf, welche innere Hohlräume formen.
Diese Poren gestatten aufgrund ihrer Größe Makromolekülen das Eindringen, verhindern jedoch, daß die wesentlich größeren Blutzellen diese inneren Hohlräume erreichen können. Dies hat zur Folge, daß die Blutzellen nur Kontakt zur äußeren Oberfläche haben, aber nicht zur Oberfläche der inneren Hohlräume. Gemäß EP 0 424 698 sollten derartige Teilchen möglichst sphärisch und unaggregiert aufgebaut sein, um eine äußere Oberfläche aufzuweisen, welche den Kontakt zu den Blutzellen und somit auch deren Bindung und/oder Schädigung minimiert.
DE-A-198 42 785 offenbart poröse Materialien mit einer derartig chemisch modifizierten Oberfläche, daß die äußere Oberfläche des Materials elektroneutrale und hydrophile Eigenschaften aufweist, die innere Oberfläche hingegen mit funktionellen Liganden beschichtet sein kann. Eine Vollblutverträglichkeit dieser Materialien wird jedoch nicht beschrieben oder beansprucht.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, ein Verfahren zur Abtrennung schädlicher Stoffe aus Vollblut sowie Adsorptionsmaterialien, welche in diesem Verfahren eingesetzt werden können, und Verfahren zur Herstellung dieser Adsorptionsmaterialien bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird durch die technische Lehre des Hauptanspruchs der vorliegenden Erfindung gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung, der Figur und den Beispielen der vorliegenden Patentanmeldung.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Adsorbers, umfassend die folgenden Schritte:
a) Bereitstellen eines porösen Trägermaterials, welches auf seinen inneren Oberflächen 01 und seinen äußeren Oberflächen 02 modifizierbare funktionelle Gruppen aufweist;
b) im wesentlichen vollständiges Modifizieren der funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 01 und 02 zu den Oberflächenmodifizierungen L;
c) Füllen der Poren P des porösen Trägermaterials mit mindestens einem unter den Bedingungen des Füllens flüssigen Medium, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der Oberflächenmodifizierungen L auf den
äußeren Oberflächen 02 mit einer Lösung im wesentlichen nicht mischbar ist, mit welcher die Oberflächenmodifizierungen L auf den äußeren Oberflächen 02 des porösen Trägermaterials im wesentlichen vollständig modifiziert werden können;
d) im wesentlichen vollständiges Modifizieren der Oberflächenmodifizierungen L zu den Oberflächenmodifizierungen L' auf den äußeren Oberflächen 02; und
e) Entfernen des Mediums, welches unter den Bedingungen des
Modifizierens der Oberflächenmodifizierungen L auf den äußeren Oberflächen 02 mit einer Lösung, mit welcher die Oberflächenmodifizierungen L im wesentlichen vollständig modifiziert werden können, im wesentlichen nicht mischbar ist, aus den Poren P.
Bei diesem Verfahren wird ein poröses Trägermaterial bereitgestellt, welches aufgrund seiner Porosität äußere Oberflächen 02 sowie Oberflächen 01 aufweist, welche in den Poren des Trägermaterials liegen. Zudem weist das
Trägermaterial auf den Oberflächen 01 und 02 modifizierbare funktioneile Gruppen auf, welche durch chemische Reaktion zu Oberflächenmodifizierungen L umgesetzt werden können. Bevorzugt werden derartige chemische Reaktionen eingesetzt, welche im wesentlichen eine vollständige bzw. quantitative Oberflächenmodifizierung bewirken. Erfindungsgemäß werden nun die Poren P des porösen Trägermaterials mit einem Medium gefüllt, welches unter den Bedingungen des Füllens flüssig ist und daher im wesentlichen vollständig die Oberflächen 01 der Poren P bedeckt. Zudem ist dieses Medium im wesentlichen nicht mischbar mit einer Lösung, die anschließend zur Modifizierung der Oberflächenmodifizierungen L auf den äußeren Oberflächen 02 eingesetzt wird. Aufgrund der Tatsache, daß das Medium die inneren Oberflächen 01 im wesentlichen vollständig bedeckt und mit der Lösung zur Modifizierung der äußeren Oberflächen nicht mischbar ist, kann die Lösung zur Modifizierung der äußeren Oberflächen 02 die Oberflächenmodifizierungen L auf den inneren Oberflächen 01 nicht modifizieren, so daß eine Reaktion nur an den Oberflächenmodifizierungen L auf den äußeren Oberflächen 02 stattfinden kann.
Nach der Modifizierung der Oberflächenmodifizierungen L auf den äußeren Oberflächen 02, welche bevorzugt im wesentlichen vollständig bzw. quantitativ abläuft, wird das Medium aus den Poren P des porösen Trägermaterials entfernt.
Man erhält einen Adsorber, der auf seinen äußeren Oberflächen 02 die Oberflächenmodifizierungen L' und auf seinen inneren Oberflächen 01 die Oberflächenmodifizierungen L trägt. Durch das Befüllen der Poren P des Trägermaterials konnten somit gezielt bestimmte Bereiche des Trägermaterials, nämlich die Oberflächen 01 der Poren P vor der Modifizierung der Oberflächenmodifizierungen L auf den äußeren Oberflächen geschützt werden.
Der erhaltene Adsorber weist aufgrund der Oberflächenmodifizierungen L' auf seinen äußeren Oberflächen und den Oberflächenmodifizierungen L in den Poren, auf seinen äußeren Oberflächen 02 andere Eigenschaften auf, als in den Poren P.
Wählt man beispielsweise als Oberflächenmodifizierungen L' blutverträgliche Substanzen und als Oberflächenmodifizierungen L solche Modifizierungen, die fähig sind, Biomoleküle und/oder pathogene Stoffe natürlicher Herkunft als auch synthetisch und/oder rekombinant hergestellten Ursprungs aus Vollblut oder Plasma abzutrennen, so lassen sich derartige Adsorber zur Aufreinigung von Vollblut und/oder Blutplasma einsetzen.
Zu den Biomolekülen und/oder pathogenen Stoffen, welche mit derartigen Adsorbern aus Vollblut und/oder Plasma abgetrennt werden können, zählen Toxine biologischer und chemisch-synthetischer Herkunft, deren Metaboliten und Abbauprodukte, sei es im Zusammenhang mit einer Infektionskrankheit, mit der Ernährung (z.B. Pilzgifte, Nikotin, Ethanol, Botulismus), aus beruflich bedingten und kriminellen Handlungen heraus (Bleiacetat als Gift, B- und C-Waffen), als Gas, Aerosol, Flüssigkeit und Feststoff.
Als Beispiele sind zu nennen CO, Phosgen, Chlor, Blausäure, Nitrosamine, Oxalsäure, Benzpyrene, Solanin, Nitrate, Nitrite, Amine, Dichlordisulfid, halogenierte Kohlenwasserstoffe, Toxine bakterieller (z.B. Bakteriämie,), mykotischer (Mykotoxine wie Epoxytrichotecene, Ochratoxin A, Zearalenon) und protozoonaler Herkunft und deren Bestandteile (z.b. Exotoxine, Endotoxine, Pilzsporen) und deren Abbauprodukte, biologische Kampfgifte wie Microcystine, Anatoxine, Saxitoxine beispielsweise stammen aus bakterieller Produktion und deren Abbauprodukte, Insektizide, Bakterizide, Drogen und deren Metaboliten, ( Alkohole, Nikotin, Rauschmittel, Prodrugs, Arzneimittel und deren Metaboliten und ihre Abbauprodukte, Antigene, DNA, RNA, ENA, Immunglobuline, Autoimmunantikörper, Antikörper, auch Anti-DNA-Antikörper, Anti Nuclear-
Antikörper, Viren, Retroviren und Virenbestandteile (z.B Hepatitisvirenpartikel), Immunkomplexe (z.B. Immunkomplex Hepatitis-C Virus), Lipide, Proteine, Peptide, Proteolipide, Glycoproteine und Proteoglycane, Fibrinogen, Fibrin,
Blutersatzprodukte und Plasmaersatzprodukte, Prionen, NanoWaffen, Metalle (z. B. Hg, Cd, Pb, Cr, Co, Ni, Zn, Sn, Sb) sowie Ionen dieser Metalle, Halbmetalle (z. B. As) sowie Ionen dieser Halbmetalle.
Wählt man nun ein poröses Trägermaterial mit einer Porengröße kleiner als der Durchmesser einer Blutzelle, so können die Blutzellen nicht in die Poren des Trägermaterials eindringen und auch nicht mit den Oberflächen 01 wechselwirken. Somit ist es bei derartigen Adsorbern nicht erforderlich, daß die inneren Oberflächen 01 der Kontaktaktivierung Rechnung tragen müssen, d.h. daß durch die Oberflächen 01 Blutzellen nicht aggregiert, verletzt, zerstört oder aktiviert werden, da die Blutzellen mit diesen Oberflächen nicht in Kontakt kommen.
Der Begriff "Wechselwirkung" umfaßt eine Aktivierung, Anbindung, Umsetzung und/oder Schädigung von im Vollblut enthaltenen Substanzen und/oder Zellen. Erfindungsgemäß ist eine selektive Wechselwirkung bevorzugt. Die Wechselwirkung kann auch gemäß einer weiteren Ausführungsform spezifisch sein.
Vorteilhaft ist ein Adsorber in Form von im wesentlichen sphärischen, nicht aggregierten Teilchen, wobei die Blutteilchen, wie die Thrombozyten als kleinste der Blutzellen, weitgehend ungehindert durch die Zwischenräume der Teilchen wandern können. Die maximale mittlere Porengröße wird durch die Größe der kleinsten Blutzellen bestimmt. Eine mittlere Porengröße von ≤ 1 ,5 μm ist bevorzugt, mehr bevorzugt ist eine mittlere Porengröße von < 1 ,0 μm, da die maximale mittlere Porengröße von 1 ,5 μm kleiner ist als die kleinsten Blutzellen, welche einen Durchmesser von etwa 2 μm haben.
Bei einer, wie gemäß der vorliegenden Erfindung definierten maximalen mittleren Porengröße ist sichergestellt, daß im wesentlichen keine Blutzellen in die Poren P eindringen können. Sofern nur sehr kleine oder gelöste Teilchen aus dem Blut abgetrennt werden sollen, ist es bevorzugt, ein poröses Trägermaterial mit einer geringeren mittleren Porengröße zu wählen, beispielsweise 1 μm, 0,5 μm oder 0,3 μm.
Vorteilhaft ist ferner eine Korngröße der Teilchen von 50 bis 500 μm, vorteilhafter eine Korngröße von 100 bis 300 μm. Zudem ist bevorzugt, daß maximal 50% des Porenvolumens in Poren vorliegt, welche eine Porengröße von > 1 ,5 μm aufweisen.
Die Oberflächen von Hohlfasern lassen sich in drei Kategorien einteilen. Zum einen in die äußere, die Fasern umgebende Oberflächen 02, die Oberflächen 01 der Poren P sowie die luminalen Oberflächen 03, welche die inneren Hohlräume umgeben.
Erfindungsgemäß wird unter den "äußeren Oberflächen" 02 der porösen Teilchen oder der Hohlfasern die das Teilchen bzw. die Hohlfasern umschließenden Oberflächen verstanden.
Unter dem Begriff "innere Oberflächen" eines Teilchens oder einer Hohlfaser werden die Oberflächen 01 bezeichnet, welche die Poren P der Teilchen oder der Hohlfasern umschließen, d.h. die Oberflächen der Poren P.
Der Begriff "luminale Oberfläche" bezeichnet die Oberflächen 03 der inneren Hohlräume H der Hohlfasern.
Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung verwendet als Trägermaterial Hohlfasern. Die vorliegende Erfindung offenbart ein Verfahren zur Herstellung eines Adsorbers, umfassend die folgenden Schritte:
a) Bereitstellen von porösen Hohlfasern, welche auf den Oberflächen 01 , 02 und 03 modifizierbare funktioneile Gruppen aufweisen;
b) im wesentlichen vollständiges Modifizieren der funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 01 , 02 und 03 zu den Oberflächenmodifizierungen L;
c) Füllen der Poren P der Hohlfasern mit mindestens einem unter den Bedingungen des Füllens flüssigen Medium, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der Oberflächenmodifizierungen L auf den Oberflächen 02 und 03 mit einer Lösung im wesentlichen nicht mischbar ist, mit welcher die Oberflächenmodifizierungen L auf den Oberflächen 02 und 03 der Hohlfasern im wesentlichen vollständig modifiziert werden können;
d) im wesentlichen vollständiges Modifizieren der Oberflächenmodifizierungen L zu den Oberflächenmodifizierungen L' auf den Oberflächen 02 und 03; und
e) Entfernen des Mediums, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der Oberflächenmodifizierungen L auf den Oberflächen 02 und 03 mit einer Lösung, mit welcher die Oberflächenmodifizierungen L auf den Oberflächen 02 und 03 im wesentlichen vollständig modifiziert werden können, im wesentlichen nicht mischbar ist, aus den Poren P.
Bei diesem Verfahren werden die Poren mit einem Medium gefüllt, welches unter den Bedingungen des Füllens flüssig ist und, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der Oberflächenmodifizierungen L auf den Oberflächen 02 und 03 mit einer Lösung im wesentlichen nicht mischbar ist, mit welcher die Oberflächenmodifizierungen L auf den Oberflächen 02 und 03 der Hohlfasern im wesentlichen vollständig modifiziert werden können.
Ein weiteres Verfahren zur Herstellung eines Adsorbers, umfaßt die folgenden Schritte:
a) Bereitstellen von porösen Hohlfasern, welche auf den Oberflächen 01 , 02 und 03 modifizierbare funktioneile Gruppen aufweisen; b) im wesentlichen vollständiges Modifizieren der funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 01 , 02 und 03 zu den Oberflächenmodifizierungen L; c) Füllen der Poren P und der inneren Hohlräume H der Hohlfasern mit mindestens einem unter den Bedingungen des Füllens flüssigen Medium, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der Oberflächenmodifizierungen L auf den äußeren Oberflächen 02 mit einer Lösung im wesentlichen nicht mischbar ist, mit welcher die
Oberflächenmodifizierungen L auf den äußeren Oberflächen 02 der Hohlfasern im wesentlichen vollständig modifiziert werden können;
d) im wesentlichen vollständiges Modifizieren der Oberflächenmodifizierungen L zu den Oberflächenmodifizierungen L' auf den äußeren Oberflächen 02; und
e) Entfernen des Mediums, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der Oberflächenmodifizierungen L auf den äußeren Oberflächen 02 mit s äußeren Oberflächen 02 im wesentlichen vollständig modifiziert werden können, im wesentlichen nicht mischbar ist, aus den Poren P und den inneren Hohlräumen H.
Bei diesem Verfahren werden im Gegensatz zum vorgenannten die inneren Hohlräume sowie die Poren mit einem Medium gefüllt, welches unter den Bedingungen des Füllens flüssig ist und, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der Oberflächenmodifizierungen L auf den Oberflächen 02 mit einer Lösung im wesentlichen nicht mischbar ist, mit welcher die Oberflächenmodifizierungen L auf den Oberflächen 02 der Hohlfasern im wesentlichen vollständig modifiziert werden können.
Somit lassen sich Adsorber herstellen, welche entweder nur auf den Oberflächen 01 der Poren P oder auf den Oberflächen 01 der Poren P sowie der luminalen Oberflächen 03 der Innenräume H die Oberflächenmodifizierungen L' aufweisen.
Erfindungsgemäß können als poröses Trägermaterial verschiedenartigste Materialien verwendet werden. Zudem eignen sich diese Materialien auch zur Herstellung der verwendeten Hohlfasern. Beispiele für geeignete
Trägermaterialien bzw. Hohlfasern umfassen Silica, Silicone, Polytetrafluorethylen (Teflon®), Polyesterurethane, quervemetztes Polyvinylalkohol, quervemetzte Cellulose, quervernetzte Agarose, quervemetztes Dextran, verseifte Ethylen- Vinylacetate, Polyetherurethane, Polyurethane, Polyethylenterephthalate, Polysaccharide, Polypeptide, Polyethylene, Polyester, Polystyrole, Polyolefine, Polysulfonate, Polypropylen, Polyethersulfone, Polypyrrole, Polyvinylpyrrolidone, Polymilchsäure, Polyglycolsäure, Polyorthoester, Aluminiumoxid, Gläser, Sepharose, Kohlenhydrate sowie organische Materialien, wie Copolymere von Acrylaten oder Methacrylaten sowie Polyamiden. Vorzugsweise besteht das Trägermaterial aus organischem Material und besonders bevorzugt sind Copolymere von Acrylsäureestem oder Methacrylsäureestem und/oder Acrylsäureamiden oder Methacrylsäureamiden, beispielsweise Polyacrylsäure- Polyethylen-Copolymere, Polyacrylamid-Polyethylen-Copolymere. Ferner ist zudem vorteilhaft, wenn derartige Copolymere Epoxidgruppen als funktioneile Gruppen tragen.
Weitere erfindungsgemäß einsetzbare Copolymere können beispielsweise durch Suspensionspolymerisation hergestellt werden. Ein derartiges Copolymer ist im Handel unter der Bezeichnung Toyopearl AF-Epoxy-650M (TosoHaas) erhältlich. Bevorzugt sind zudem statistische Copolymere hergestellt durch Polymerisation von Ethylenglycoldiacrylat oder Ethylenglycoldimethacrylat und Glycidylacrylat oder Glycidylmethacrylat und/oder Allylglycidether.
Für Honitasern eignen sich insbesondere Silicone, Polytetrafluorethylen (Teflon®), Polyesterurethane, Polyetherurethane, Polyurethane, Polyethylenterephthalate, Polysaccharide, Polypeptide, Polyethylene, Polyester, Polystyrole, Polyolefine, Polysulfonate, Polysulfone, Polypropylen, Polyethersulfone, Polypyrrole, Polyvinylpyrrolidone, Polymilchsäure, Polyglycolsäure und Polyorthoester.
Ein weiteres erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines Adsorbers, umfaßt die folgenden Schritte: a) Bereitstellen von porösen Hohlfasern, welche auf den Oberflächen 01 , 02 und 03 modifizierbare funktioneile Gruppen aufweisen; b) Füllen der Poren P der Hohlfasern mit mindestens einem unter den Bedingungen des Füllens flüssigen Medium, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der funktionellen Gruppen auf den
Oberflächen 02 und 03 mit einer Lösung im wesentlichen nicht mischbar ist, mit welcher die funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 und 03 der Hohlfasern im wesentlichen vollständig modifiziert werden können; c) im wesentlichen vollständiges Modifizieren der funktionellen Gruppen zu den Oberflächenmodifizierungen L' auf den Oberflächen 02 und 03; und d) Entfernen des Mediums, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 und 03 mit einer Lösung, mit welcher die funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 und 03 im wesentlichen vollständig modifiziert werden können, im wesentlichen nicht mischbar ist, aus den Poren P.
Bei diesem Verfahren werden Hohlfasern eingesetzt, deren Poren P mit einem flüssigen Medium gefüllt werden, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 und 03 mit einer Lösung im wesentlichen nicht mischbar ist, mit welcher die funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 und 03 der Hohlfasern im wesentlichen vollständig modifiziert werden können, bevor die besagte Modifizierung der funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 und 03 durchgeführt wird.
Erfindungsgemäß bedeutet der Begriff "im wesentlichen vollständiges Modifizieren", daß im wesentlichen alle auf einer Oberfläche des Trägermaterials oder der Hohlfasern vorhandenen nicht durch das Medium bedeckten funktionellen Gruppen oder Oberflächenmodifizierungen umgesetzt werden, und somit im wesentlichen keine freien bzw. modifizierbaren funktionellen Gruppen oder Oberflächenmodifikationen mehr auf der jeweiligen Oberfläche des Trägermaterials bzw. der Hohlfaser verbleiben. Um eine derartige, im wesentlichen vollständige Modifizierung zu bewirken, enthalten die jeweiligen Reaktionslösungen vorzugsweise jeweils einen Überschuß an Modifizierungsmittel.
Der Begriff "Modifizieren" umfaßt das Verändern, Umsetzen, Schaffen und/oder Zerstören von funktionellen Gruppen auf den jeweiligen Oberflächen. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfaßt der Begriff des Modifizierens das Umsetzen der funktionellen Gruppen oder der Oberflächenmodifikationen mit Nucleophilen, Electrophilen oder Radikalen. Nach der im wesentlichen vollständigen Modifizierung wird die verwendete Lösung wieder entfernt.
Ein weiteres erfindungsgemäßes Verfahren beschreibt die Herstellung eines Adsorbers, umfassend die folgenden Schritte: a) Bereitstellen von porösen Hohlfasern, welche auf den Oberflächen 01 , 02 und 03 modifizierbare funktioneile Gruppen aufweisen; b) Füllen der Poren P und der inneren Hohlräume H der Hohlfasern mit mindestens einem unter den Bedingungen des Füllens flüssigen Medium, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 mit einer Lösung im wesentlichen nicht mischbar ist, mit welcher die funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 der Hohlfasern im wesentlichen vollständig modifiziert werden können; c) im wesentlichen vollständiges Modifizieren der funktionellen Gruppen zu den Oberflächenmodifizierungen L' auf den Oberflächen 02; und d) Entfernen des Mediums, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 mit einer Lösung, mit welcher die funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 im wesentlichen vollständig modifiziert werden können, im wesentlichen nicht mischbar ist, aus den Poren P und den inneren Hohlräumen H.
Bei diesem Verfahren hingegen werden nicht nur die Poren P sondern auch die inneren Hohlräume H mit einem Medium gefüllt, bevor die anschließende Modifizierung der funktionellen Gruppen vorgenommen wird. Nachdem nun entsprechend der beiden vorgenannten Verfahren die funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 bzw. auf den Oberflächen 02 und 03 zu den Oberflächenmodifizierungen L' umgesetzt worden sind, kann nach dem Entfernen des Mediums optional noch ein weiterer Verfahrensschritt durchgeführt werden, wobei die noch verbliebenen funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 01 und 03 bzw. 01 zu den Oberflächenmodifizierungen L umgesetzt werden.
Erfindungsgemäß weist das zu verwendende poröse Trägermaterial bzw. die zu verwendenden Hohlfasern auf ihren Oberflächen 01 , 02 sowie 03 modifizierbare funktioneile Gruppen auf. Diese funktionellen Gruppen können chemisch oder auch durch eine Strahlung, welche bevorzugt im UV- oder sichtbaren Bereich liegt, zu den Oberflächenmodifizierungen L bzw. L' umgesetzt werden. Je nach verwendetem Trägermaterial und je nach verwendeter Strahlung kann diese das Trägermaterial teilweise durchdringen oder nicht durchdringen, so daß zum einen mittels dieser Strahlung alle funktionellen Gruppen der Oberflächen 01 , 02 sowie 03 modifiziert werden können oder bei einer das Trägermaterial nicht durchdringenden Strahlung die Modifizierung der funktionellen Gruppen nur auf den Oberflächen 02 stattfinden kann.
Als modifizierbare funktionelle Gruppen sind gespannte heterocyclische Systeme bevorzugt, welche durch nucleophile oder electrophile Ringöffnung modifiziert werden können. Hierbei ist die nucleophile Ringöffnung bevorzugt. Durch eine derartige Ringöffnung lassen sich kovalent weitere funktionelle Reste, chemische Gruppen oder Moleküle an die funktionellen Gruppen binden, so daß sich die Oberflächenmodifikationen L bzw. L' ergeben, wobei die Oberflächenmodifikation L' mit den funktionellen Gruppen identisch sein können.
Weitere funktionelle Gruppen, welche erfindungsgemäß Verwendung finden können, umfassen Amine, bevorzugt primäre Amine, welche sich mit Carbonylverbindungen zu Iminen umsetzen lassen und anschließend gegebenenfalls durch Hydrierung zu einer stabileren Aminbindung umgesetzt werden können. Darüber hinaus können an Amine Carbonsäuren über eine Amidbindung immobilisiert werden. Verwendung finden zudem Aziridine, Oxirane, Oxaziridine, Maleinimide, N-Succinimidylester, N-Hydroxysuccinimide, Hydrazide, Azide, Aldehyde, Ketone, Carbonsäuren, Carbonsäureester,
Säureanhydride, Thiole, Silanole, Nitrile sowie Verbindungen mit Chlormethylgruppen und Gemische der vorgenannten funktionellen Gruppen.
Durch diese chemische oder photochemische Modifizierung erhält man Adsorber, welche auf den Oberflächen 02 bzw. den Oberflächen 02 und 03, je nachdem welches erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt wird, mindestens eine Oberflächenmodifizierung L' aufweisen, wodurch diese Oberflächen im wesentlichen nicht mit Blutzellen wechselwirken. Eine bevorzugte
Oberflächenmodifizierung der Oberflächen 01 bzw. der Oberflächen 01 und 03 stellt die Aminierung dar.
Ferner weisen die durch die erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Adsorber auf ihren Oberflächen 01 bzw. je nach verwendetem Herstellungsverfahren des Adsorbers auf den Oberflächen 01 sowie 03 mindestens eine Oberflächenmodifizierung L auf, welche mit im Blut enthaltenen Substanzen wechselwirkt. Bei diesen im Blut enthaltenen Substanzen handelt es sich vorrangig um die eingangs erwähnten Schadstoffe, welche aus dem Vollblut oder Plasma zu entfernen sind. Zudem ist bevorzugt, daß die
Oberflächenmodifikationen L und L' durch kovalente Bindungen mit den entsprechenden Oberflächen verknüpft werden. Eine andersartige Anbindung, beispielsweise durch hydrophobe, elektrostatische und/oder ionische Wechselwirkungen, ist jedoch auch möglich.
Erfindungsgemäß wird unter "Oberflächenmodifizierung" eine organische Endgruppe, ein organischer Rest, eine Substanz, ein Teil einer Substanz oder ein Molekül bzw. ein Teil eines Moleküls verstanden, welches geeignet ist, an eine funktionelle Gruppe des porösen Trägermaterials bzw. der Hohlfasern gebunden zu werden.
Die Oberflächenmodifikationen L' weisen erfindungsgemäß die Eigenschaft auf, im wesentlichen keine Wechselwirkungen mit Blutzellen zu haben, so daß die äußeren Oberflächen des Trägermaterials bzw. der Hohlfasern gegenüber den Blutzellen inert sind. Dies bedeutet, daß diese Oberflächen mit Vollblut kompatibel sind und im Vollblut enthaltene Blutzellen bzw. Blutkörperchen im wesentlichen nicht schädigen, verletzen, adsorbieren und/oder aktivieren.
Derartige mit Vollblut kompatiblen Oberflächenmodifizierungen L' umfassen mindestens eine Substanz ausgewählt aus der Gruppe, welche Carbonsäuren,
Polycarbonsäuren, Polyacrylsäuren, Oligoacrylsäuren, Albumin, Heparin, Heparinderivate, Heparansulfat, Glykosaminoglykane, Oligosaccharide, Polysaccharide und Chitosanderivate umfaßt.
Für die Oberflächen der porösen Teilchen bzw. der Hohlfasern, welche aufgrund ihrer inneren Lage nicht mit Blutzellen oder Blutkörperchen in Kontakt kommen, ist eine oben beschriebene Kompatibilität nicht nötig. Diese Oberflächen 01 bzw. je nach verwendetem Verfahren zur Herstellung des Adsorbers 01 und 03 tragen erfindungsgemäß Oberflächenmodifikationen L, welche im Vollblut oder Plasma enthaltene Schadstoffe oder Moleküle binden können. Die Fähigkeit, vorzugsweise selektive Wechselwirkungen mit bestimmten, in einer Lösung enthaltenen Substanzen, Teilen von Substanzen oder Substanzgruppen zu zeigen, besitzen sogenannte Immunadsorber. Diese Immunadsorber eignen sich somit insbesondere als Oberflächenmodifikation L. Vorteilhaft ist es im speziellen, als mindestens eine Oberflächenmodifizierung L mindestens eine Substanz aus der Gruppe auszuwählen, welche Peptide, Proteine, monoklonale Antikörper, polyklonale Antikörpern, Fragmente von Antikörpern, synthetische Antigene, natürliche Antigene, Autoimmunantikörper, Monosaccharide, Oligosaccharide, Polysaccharide, Thiole, Oligonucleotide, Polynucleotiden, Peptidantibiotika, native sowie rekombinante DNA bzw. RNA als auch Aminosäuren und deren Derivate, insbesondere Histidin oder Tryptophan, Polyaminosäuren, heterocyclische Amine wie Tryptamin oder Histamin, Glycoproteine, Lipide, Lipoproteine, Komplement, Antiimmunoglobulinantikörper, synthetische Polyanionen wie Polyvinylsulfat, Polyacrylsäure Polyphosphorsäureester und deren Kombinationen umfaßt.
Die Oberflächenmodifikation L wechselwirkt somit mit im Blut enthaltenen Substanzen, wobei nur solche Substanzen mit den Oberflächenmodifikationen L in Kontakt treten können, welche abhängig von der gewählten Porengröße klein genug sind, um in die Poren P eindringen zu können. Die
Oberflächenmodifikation L ist daher eine sogenannte funktionelle Oberflächenmodifizierung, wobei unter funktioneller Oberflächenmodifizierung beispielsweise Separationseffektoren oder auch Katalysatoren oder Enzyme verstanden werden. Derartige Separationseffektoren erzeugen selektive Wechselwirkungen, die für chromatographische Trennungen oder andere Verteilungsverfahren, Trennungs- oder Reinigungsverfahren, wie der Flüssig- Flüssig-Verteilung, eingesetzt werden können. Somit eignen sich die erfindungsgemäßen Adsorber nicht nur zur Entfernung von Substanzen aus
Vollblut oder Plasma, sondern allgemein zur selektiven Entfernung von bestimmten Substanzen aus einem komplexen Gemisch verschiedenster Stoffe, Substanzen und/oder Zellen oder anderer Teilchen, welche neben chemischen Stoffen, Metallen oder Metallionen sowie Biomolekülen auch ganze Zellen, Blutkörperchen, Bakterien, Viren oder ähnliches umfassen.
Ein weiteres erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung eines Adsorbers ist nicht auf Hohlfasern beschränkt, sondern verwendet beliebige poröse Trägermaterialien und umfaßt die folgenden Schritte: a) Bereitstellen eines porösen Trägermaterials, welches auf seinen inneren
Oberflächen 01 und seinen äußeren Oberflächen 02 modifizierbare funktionelle Gruppen aufweist; b) Füllen der Poren P des porösen Trägermaterials mit mindestens einem unter den Bedingungen des Füllens flüssigen Medium, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der funktionellen Gruppen auf den äußeren
Oberflächen 02 mit einer Lösung im wesentlichen nicht mischbar ist, mit welcher die funktionellen Gruppen auf den äußeren Oberflächen 02 des porösen Trägermaterials im wesentlichen vollständig modifiziert werden können; c) im wesentlichen vollständiges Modifizieren der funktionellen Gruppen zu den Oberflächenmodifizierungen L' auf den äußeren Oberflächen 02; d) Entfernen des Mediums, welches unter den Bedingungen des Modifizierens der funktionellen Gruppen auf den äußeren Oberflächen 02 mit einer Lösung, mit welcher die funktionellen Gruppen auf den äußeren Oberflächen 02 im wesentlichen vollständig modifiziert werden können, im wesentlichen nicht mischbar ist, aus den Poren P; und gegebenenfalls e) im wesentlichen vollständiges Modifizieren der funktionellen Gruppen zu den Oberflächenmodifizierungen L auf den inneren Oberflächen 01.
Bei diesem Verfahren erfolgt als letzter Schritt die Umsetzung der funktionellen Gruppen auf den inneren Oberflächen 02 zu den Oberflächenmodifizierungen L.
Bevorzugt wird zur Modifizierung der funktionellen Gruppen auf den Oberflächen 02 oder auf den Oberflächen 02 sowie 03 eine auf Wasser basierende Lösung verwendet. Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform verwendet für diese Modifizierung eine das Trägermaterial oder die Hohlfaser im wesentlichen durchdringende oder eine im wesentlichen nicht durchdringende Strahlung.
Der Begriff "unter den Bedingungen des Füllens flüssiges Medium" umfaßt erfindungsgemäß Medien, welche in die Poren eines Trägermaterials oder der Hohlfasern eingebracht bzw. eingefüllt und aus diesen Poren wieder im wesentlichen vollständig entfernt werden können.
Derartige Medien umfassen vor allem hydrophobe organische Medien. Beispiele für hydrophobe organische Medien sind lineare Ce- bis C2o-Alkane, verzweigte C6- bis C20-Alkane, cyclische C6- bis C2u-Alkane, lineare oder verzweigte Alkanketten- tragende Ce- bis C2o-Cycloalkane, C6- bis C2o-Arylalkane, lineare oder verzweigte Alkanketten-tragende C6- bis C20-Aromaten, C6- bis C22-Aromaten, lineare C&- bis C2o-Alkanole, verzweigte Cβ- bis C2o-Alkanole, cyclische Cβ- bis C20-Alkanole, lineare oder verzweigte Alkanketten-tragende C6- bis C2o-Cycloalkanole, C6- bis C20-Hydroxyarylalkane, lineare oder verzweigte Hydroxyalkanketten-tragende Ce- bis C2o-Aromaten, lineare CQ- bis C30-Carbonsäureester, verzweigte Cβ- bis C30- Carbonsäureester, cyclische Ce- bis C3o-Carbonsäureester, cyclische mit linearen oder verzweigten Alkanketten substituierte Ce- bis C30-Carbonsäureester, C6- bis C3o-Arylcarbonsäureester, aromatische mit linearen oder verzweigten Alkanketten substituierte C - bis C30-Carbonsäureester. Auch Mischungen der vorbezeichneten Substanzen können erfindungsgemäß eingesetzt werden.
Zu den C6- bis C2o-Alkanen zählen beispielsweise Hexan, Heptan, Octan, Nonan, Decan, Cyclohexan, und Dodecan.
Zu den C6- bis C2u-Alkanolen zählen beispielsweise Hexanol, Octanol, Decanol, Undecanol und Dodecanol.
In der Regel wird es sich bei dem besagten Medium um eines handeln, welches bei Raumtemperatur flüssig ist. Gemäß einer besonderen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann jedoch auch ein bei Raumtemperatur gasförmiges Medium verwendet werden. Dann werden die Poren P beispielsweise bei erniedrigter Temperatur und/oder erhöhtem Druck mit dem unter den Bedingungen des Füllens flüssigen Mediums gefüllt. Unter vergleichbaren Bedingungen werden sodann die funktionellen Gruppen auf den Oberflächen modifiziert. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, daß ein bei Raumtemperatur gasförmiges Medium besonders leicht wieder aus den Poren P zu entfernen ist.
Gemäß einer weiteren besonderen Ausführungsform kann auch ein Medium eingesetzt werden, welches unter den Bedingungen des Füllens flüssig, bei
Raumtemperatur und Normaldruck jedoch fest ist. Die Poren der Hohlfasern bzw. des porösen Trägermaterials werden dann bei erhöhter Temperatur mit dem Medium gefüllt. Diese Ausführungsform weist den Vorteil einer besonders dauerhaften und inerten Füllung der inneren Poren P bzw. Hohlräume H auf, wodurch zur Modifizierung der funktionellen Gruppen der äußeren Oberflächen auch drastischere Bedingungen, d.h. chemisch aggressivere Bedingungen, verwendet werden können.
In der Praxis kann dieses Füllen der Poren P bzw. Hohlräume H mit einem Medium durchgeführt werden, indem im einfachsten Fall die Hohlfasern bzw. die Teilchen des porösen Trägermaterials in ein bei Raumtemperatur flüssiges Medium eingetaucht und mit diesem aufgequollen werden, so daß die Luft im wesentlichen vollständig aus den Poren P und je nach verwendetem Verfahren aus den Hohlräumen H verdrängt wird. Ferner können die Teilchen bzw. Hohlfasern auch in einen luftdichten Behälter gegeben werden, woraufhin die Luft aus dem Behälter und somit auch aus den Poren bzw. Hohlräumen durch Anlegen eines Vakuums entfernt wird, und das Medium, welches unter diesen Bedingungen flüssig ist, in die Poren P bzw. Hohlräume H eindringen kann.
Nach dem Aufquellen der Teilchen bzw. Hohlfasern kann das überschüssige flüssige Medium beispielsweise mit einer Nutsche von den Hohlfasern bzw. Trägermaterialteilchen abgesaugt werden, ohne daß das in den Poren P bzw. Hohlräumen H enthaltene Medium wieder entfernt wird. Anschließend wird die Reaktionslösung zum Modifizieren der funktionellen Gruppen der äußeren Oberflächen 02 bzw. je nach verwendetem erfindungsgemäßem Verfahren der äußeren Oberflächen 02 sowie der luminalen Oberflächen 03 zugegeben. Die Lösung zum Modifizieren der durch das Medium nicht bedeckten funktionellen Gruppen ist im wesentlichen mit dem besagten Medium nicht mischbar, um ein Freilegen der durch das Medium bedeckten Gruppen zu verhindern.
Nach der erfolgten Modifizierung wird das Medium beispielsweise durch Absaugen, Auswaschen, Erwärmen, Anlegen von Vakuum und/oder Zentrifugation wieder entfernt.
Des weiteren offenbart die vorliegende Erfindung Adsorber, welche nach einem der vorgenannten Verfahren hergestellt werden.
Besonders bevorzugt sind Adsorber in Form von Hohlfasern mit einer mittleren Porengröße von < 1 ,5 μm. Der innere, luminale Durchmesser (D1 ) der porösen Hohlfasern kann zwischen 0 und 5 mm, bevorzugt zwischen 0 und 1 mm liegen.
Die vorliegende Erfindung offenbart weiterhin eine Vorrichtung zur Abtrennung von Biomolekülen und/oder pathogenen Stoffen aus Vollblut und/oder Plasma, umfassend ein Gehäuse, in dem der Adsorber in Form von porösen Teilchen oder Hohlfasern als lose Teilchen oder Fasern und/oder als Bündel lose und/oder fest mit dem Gehäuse verklebt, enthalten ist, wobei das Gehäuse mindestens einen Einlaß und mindestens einen gegebenenfalls mit einem Partikelfilter versehenen Auslaß aufweist.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung umfaßt ein Gehäuse mit vorzugsweise einem
Volumen von 10 ml bis 1250 ml.
Die vorliegende Erfindung offenbart ferner ein Verfahren zur Abtrennung von
Biomolekülen und/oder pathogenen Stoffen aus Vollblut und/oder Plasma, umfassend die Schritte: a) Bereitstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung; b) Durchleiten von Vollblut und/oder Plasma; und gegebenenfalls c) Regeneration des Adsorbers.
Insbesondere wird ein Adsorber für Vollblut in Form von im wesentlichen hohlen, nicht-aggregierten Teilchen bereitgestellt. Eine bevorzugte Ausführungsform verwendet Hohlfasern als Adsorptionsmaterial. Derartige Hohlfasern haben vorzugsweise einen Innendurchmesser (D1 ) von < 5 mm und einen Außendurchmesser (D2) von < 6 mm.
Die äußere Oberfläche 02 des Adsorptionsmaterials weist mindestens eine Oberflächenmodifizierung L' auf und die Oberfläche 01 der Poren P mindestens eine Oberflächenmodifizierung L. Die Oberflächen 03 der inneren Hohlräume H können je nach verwendetem Verfahren zur Herstellung des Adsorbers entweder die Oberflächenmodifikation L oder die Oberflächenmodifikation L' aufweisen.
Durch die Oberflächenmodifikationen L' der äußeren Oberfläche 02 wird im wesentlichen eine Vollblutverträglichkeit erhalten, da die äußere Oberfläche fast ausschließlich in Wechselwirkung mit den Blutzellen tritt. Je nach verwendetem erfindungsgemäßen Verfahren weisen die Oberflächen 01 oder zusätzlich auch
die Oberflächen 03 bevorzugt Oberflächenmodifizierungen L auf, welche mit im Blut enthaltenen Substanzen wechselwirken können.
Die vorliegende Erfindung beseitigt dadurch die erwähnten Nachteile der Verfahren des Standes der Technik.
Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß das Blut nicht in Plasma und zelluläre Bestandteile getrennt zu werden braucht, sondern als Ganzes durch ein Adsorptionsmaterial geleitet werden kann, das vorzugsweise fest mit und/oder in einem Gehäuse gelagert ist. Der Adsorber trägt die schadstoffbindenden Liganden, welche die im Vollblut enthaltenen Schadstoffe adsorbieren nur in seinen Poren P bzw. inneren Hohlräumen H, die zu klein sind, um die zellulären Bestandteile des Vollblutes aufzunehmen. Dadurch, daß der Adsorber fest mit dem Gehäuse verbunden ist, besteht kein Risiko, daß Adsorberpartikel in den Blutkreislauf geraten. Da die schadstoffbindenden Oberflächenmodifikationen L sich nur in den für Zellen unzugänglichen Poren P bzw. inneren Hohlräumen H befinden, können sie keine zeilschädigende Wirkung entfalten. Die Entfernung der Schadstoffe ist wesentlich vollständiger, da das gesamte Blutvolumen mit dem Adsorber in Kontakt kommt und nicht nur das von den zellulären Bestandteilen abgetrennte Plasma. Die zusätzliche Belastung des Patienten durch die Trennung in Plasma und zelluläre Bestandteile entfällt.
Ferner können die erfindungsgemäßen Adsorber nicht nur für die Entfernung von schädlichen Stoffen aus Vollblut oder Plasma eingesetzt werden, sondern finden überall dort Verwendung, wo chemische Stoffe jeglicher Art aus einer lebende Zellen enthaltenden Lösung oder Suspension abgetrennt werden sollen.
Dementsprechend können die erfindungsgemäßen Adsorber zur zeilschonenden Abtrennung von zytotoxischen Stoffen aus Zellkulturlösungen oder Fermentationslösungen verwendet werden, indem der Adsorber mit und/oder in einem geeigneten Gehäuse verklebt wird oder durch einen Partikelfilter im Gehäuse zurückgehalten wird und man die entsprechende Zellkulturlösung oder Fermentationslösung durchleitet. Bevorzugt ist der Einsatz dieser Adsorber zur zellschonenden Abtrennung extrazellulär gebildeter Biomoleküle aus Zellkultur- oder Fermentationsmedien, ohne daß zelluläre Bestandteile und Nährmedium voneinander getrennt werden müßten. Bei diesen Biomolekülen kann es sich um Proteine, Enzyme oder andere Substanzen bevorzugt mit pharmakologischer Wirksamkeit handeln.
Figurenbeschreibung
Figur 1 zeigt schematisch einen Querschnitt durch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Adsorbers in Form einer porösen Hohlfaser, welche auf ihren äußeren Oberflächen 02 und den luminalen Oberflächen 03 der Hohlräume H die Oberflächenmodifikationen L' trägt, wodurch eine Blutverträglichkeit erreicht wird, und auf den inneren Oberflächen 01 der Poren P die Oberflächenmodifikationen L aufweist, welche die Fähigkeit haben, schädliche Stoffe aus dem Vollblut zu adsorbieren. Ein derartiger Hohlfaseradsorber kann beispielsweise nach einem erfindungsgemäßen Verfahren gemäß Anspruch 2 oder Ansprüche 4 und 5 hergestellt werden.
Figur 2 zeigt schematisch einen Querschnitt durch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Adsorbers in Form einer porösen Hohlfaser, welche auf ihren äußeren Oberflächen 02 die Oberflächenmodifikationen L' trägt, wodurch eine Blutverträglichkeit erreicht wird, und auf den inneren Oberflächen 01 der Poren P und den luminalen Oberflächen 03 der Hohlräume H die Oberflächenmodifikationen L aufweist, welche die Fähigkeit haben, schädliche Stoffe aus dem Vollblut zu adsorbieren. Ein derartiger Hohlfaseradsorber kann beispielsweise nach einem erfindungsgemäßen Verfahren gemäß Anspruch 3 oder Ansprüche 6 und 7 hergestellt werden.
Figur 3 zeigt schematisch einen Querschnitt durch eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Adsorbers in Form eines porösen Teilchens, welches auf seiner äußeren Oberflächen 02 die Oberflächenmodifikationen L' trägt, wodurch eine Blutverträglichkeit erreicht wird, und auf seine inneren Oberflächen 01 der Poren P die Oberflächenmodifikationen L aufweist, welche die Fähigkeit haben, schädliche Stoffe aus dem Vollblut zu adsorbieren. Ein derartiger Adsorber kann beispielsweise nach einem erfindungsgemäßen Verfahren gemäß Anspruch 1 oder Anspruch 8 hergestellt werden.
Figur 4 ist die graphische Darstellung eines Elutionsdiagramms zur Bestimmung der TSST 1 Adsorption durch Induktion der TNF-α Ausschüttung von Lymphozyten.
Beispiele
Beispiel 1 :
In 200 ml einer 0,1 m MES (2-(N-Morpholino)ethansulfonsäure) Pufferlösung (pH 4,75) werden 75mg CME-CDI (N-Cyclohexyl-N'-(2-morpholinoethyl)carbodiimid- methyl-p-toluolsulfonat) bei 4°C vollständig aufgelöst. 75 mg Polyacrylsäure, in 25 ml MES-Puffer gelöst, werden zur Lösung gegeben und auf pH 4,75 bei 4°C eingestellt 75 ml aminierte Trägermaterialteilchen der Firma TosoHaas mit einer Partikelgröße von 65μm und einer durchschnittlichen Porengröße von 1 ,5 μm (Toyopearl AF-Amino-650M mit 100μmol NH2/ml ) werden mit der oben beschriebenen Lösung versetzt, geschüttelt und in einem Rundkolben über Nacht bei 4°C rotiert.
Die Trägermaterialteilchen werden abgesaugt mit Wasser, 4m NaCI und wieder mit Wasser gewaschen und im Vakuumexsiccator über CaCI2 getrocknet.
Zur Aktivierung der Carboxylgruppe werden die derart modifizierten Teilchen wieder mit 200 ml der oben genannten CME-CDI -Lösung bei 4°C für 30 Minuten in einem Rundkolben rotiert und möglichst schnell mit 250 ml 4°C kaltem 0,1 M MES Puffer (pH4,75) gespült. Nach Entfernung der Spüllösung wird eine Lösung von 1 g TSST 1 -bindendes Peptid (TSST: toxic shock syndrom toxin 1 bindendes Peptid, Auftragssynthese bei Bachern, Sequenz: GADRSYLSFIHLYPELAGA) in 200 ml 0,1 M MES Puffer bei 4°C für 18 Stunden zugesetzt und rotiert. Danach wird mit Wasser, mit 4 M Kochsalzlösung und wieder mit Wasser gespült und im Vakuum vollständig getrocknet.
Die getrockneten " Teilchen werden vollständig mit Dodecanol gefüllt und nach 10 Minuten wieder abgesaugt und auf 4°C gekühlt.
Entfernung des TSST 1 -bindenden Peptides von der äußeren Oberfläche:
Die gekühlten Teilchen werden mit 4°C kalter 6 M Salzsäure gefüllt und 15 Stunden bei 4°C gelagert. Anschließend wird abdekantiert, mit 4°C kaltem Wasser pH neutral gespült und anschließend mit 40°C warmem Isopropanol gespült. Es wird erneut mit Wasser, mit 4 M NaCI und erneut mit Wasser gespült und im Vakkuumexsiccator über CaCI2 getrocknet.
Beispiel 2:
Ein Mikrofiltrationsmodul der A/G Technology Corporation mit der Porengröße 0,65 μm, einem inneren Durchmesser der Hohlfasern von 0,5 mm und einer Membranfläche von 0,14 m2 wurde im Kreis mit einer Lösung von 94 mg FeS0 X 7 H20 und 84 mg Na2S205 in 200 ml Wasser durchspült. Nach 15 Minuten werden in das Vorratsgefäß zuerst 3,4 ml Methacrylsäure und 2 Minuten danach 3,4 ml Wasserstoffperoxyd (30%ig) gegeben. Anschließend wird die Lösung noch 2 weitere Stunden im Kreis gepumpt. Danach wird das Mikrofiltrationsmodul zur Entfernung von Reagenzienresten gleichzeitig auf der Innen- und Außenseite der Hohlfasern 4 Stunden lang mit fließendem Wasser gespült. Das Mikrofiltrationsmodul wird danach vollständig entleert.
In 220 ml einer 0,1 m MES (2-(N-Morpholino)ethansulfonsäure) Pufferlösung (pH 4,75) werden 7,5g CME-CDI (N-Cyclohexyl-N'-(2-morpholinoethyl)carbodiimid- methyl-p-toluolsulfonat) bei 4°C vollständig aufgelöst. Diese Lösung wird bei 4°C
30 Minuten im Kreis durch das Mikrofiltrationsmodul gepumpt. Anschließend wird das Modul leergepumpt und möglichst schnell mit 250 ml 4°C kaltem 0,1 M MES
Puffer (pH4,75) gespült. Nach Entfernung der Spüllösung wird eine Lösung von 1 g TSST 1 -bindendes Peptid (TSST: toxic shock syndrom toxin 1 bindendes
Peptid, Auftragssynthese bei Bachern, Sequenz: GADRSYLSFIHLYPELAGA) in
200 ml 0,1 M MES Puffer bei 4°C für 18 Stunden im Kreis gepumpt. Danach wird das Modul leergepumpt und mit Wasser, mit 4 M Kochsalzlösung und wieder mit
Wasser gespült und im Vakuum vollständig getrocknet.
Das getrocknete Mikrofiltrationsmodul wird vollständig mit Dodecanol gefüllt und nach 10 Minuten wieder vollständig geleert. Das Modul wird auf 4°C gekühlt.
Entfernung des TSST 1 -bindenden Peptides von der äußeren und luminalen Oberfläche:
Das gekühlte Modul wurde mit 4°C kalter 6 M Salzsäure in und um die Hohlfasern gefüllt und 15 Stunden bei 4°C gelagert. Anschließend wird das Modul geleert, mit 4°C kaltem Wasser pH neutral gespült und anschließend mit 40°C warmem Isopropanol gespült. Danach wurde noch einmal mit Wasser, mit 4 M Kochsalzlösung und erneut mit Wasser gespült und getrocknet.
Beispiel 3:
Immobilisierung von Heparin auf der äußeren und luminalen Hohlfaseroberfläche:
Zur Heparinisierung der äußeren und luminalen Hohlfaseroberfläche wird das wie in Beispiel 2 beschriebene Modul vollständig mit Dodecanol gefüllt und nach 10 Minuten derart geleert, dass die Poren mit Dodecanol gefüllt bleiben und anschließend auf 4°C gekühlt.
In 220 ml einer 0,1 m MES (2-(N-Morpholino)ethansulfonsäure) Pufferlösung (pH 4,75) werden 7,5g CME-CDI (N-Cyclohexyl-N'-(2-morpholinoethyl)carbodiimid- methyl-p-toluolsulfonat) bei 4°C vollständig aufgelöst. Diese Lösung wird zur Aktivierung der Carboxylgruppen bei 4°C 30 Minuten im Kreis durch das Mikrofiltrationsmodul gepumpt. Nach Entfernen der Aktivierungslösung wird möglichst schnell mit 250 ml kaltem MES-Puffer gründlich gespült und mit der Immobilisierungslösung versetzt.
Die Immobilisierungslösung wird durch Lösen von 1 ,5 g Heparin in 275 ml einer 0,1 m MES-Pufferlösung (pH 4,75) hergestellt. Die Immobilisierungslösung wird bei 4°C über Nacht, (18h) durch das Modul umgepumpt.
Zur Entfernung des nicht kovalent gebundenen Heparins wird bei 4°C mit 4 M NaClaq und anschließend mit Wasser für 30 Minuten und anschließend mit 40°C warmem Isopropanol zur Entfernung des Dodecanols gespült. Danach wird noch einmal mit Wasser, mit 4 M Kochsalzlösung und erneut mit Wasser gespült und getrocknet.
Beispiel 4:
Quantitative Bestimmung des immobilisierten Heparins auf den Hohlfaseroberflächen:
Das Modul wird geöffnet und mit Heparin modifizierte Proben werden entnommen.
Die für die Analytik zur Verfügung stehende Oberfläche sollte dabei 20 cm2 nicht unterschreiten. Die Probe wird nach genauer Bestimmung der vorhandenen Oberfläche zerschnitten und in ein Hydrolyserohr gegeben.
Für die Heparinbestimmung werden als Heparinstandardlösung 2-4 mg Heparin genau eingewogen und in ein Hydrolyserohr gegeben.
Nach Zugabe von 10 ml 8M HCIaq werden die Hydrolyserohre dicht verschlossen und 4h auf 100°C im Trockenschrank erwärmt. Anschließend wird die Lösung quantitativ in einen Rundkolben überführt, wobei die Polymerüberreste im Hydrolyserohr verbleiben. Nach Einengen der Lösung zur Trockne werden einige ml dest. Wasser zugegeben und wieder zur Trockne eingeengt. Dies wird dreimal wiederholt. Der Rückstand wird in 10 ml dest. Wasser gelöst. Die Heparinstandardlösung wird 1 :100 mit dest. Wasser verdünnt.
Die Proben werden mit Hilfe der Anionenaustauschchromatographie mit gepulster amperometrischer Detektion vermessen. Berechnungsformel : XHeparin [pmθl/cm2] =
HepEmwaage [mg] • Sπ / HepFι • Fpro e [cm2] • 13.000.000 [mg/mol] • 100
Heparin = Heparingehalt auf der Probenoberfläche
HepEinwaage Heparin-Einwaage zur Herstellung der Heparinstandardlösung SFI Peakfläche (Glucosaminpeak) der Probe im Chromatogramm HepFι Peakfläche (Glucosaminpeak) des Heparinstandards im Chromatogramm
Fpra e Oberfläche des eingesetzten Materials
13.000.000 durchschnittliche Molmasse des Heparin
100 Verdünnungsfaktor der Heparinstandardlösung
Es wird ein Heparingehalt von 7,3 pmol/cm2 ermittelt.
Beispiel 5:
Messung der TSST 1 Adsorption durch Induktion der TNF-α Ausschüttung von Lymphozyten:
200 ml Blut wurde mit 40 μg TSST 1 (Sigma) versetzt und davon eine 1 ml Probe als positive Referenz entnommen. Der Rest wurde mit einer Flußrate von 1 ml/min durch den gemäß Beispiel 2 hergestellten Adsorber gepumpt. Von dem austretenden Blut wurden 10 ml Fraktionen aufgefangen. Dann wurden die Fraktionen und die positive Referenz 4 Stunden bei 37°C unter leichtem Schütteln
inkubiert. Danach wurden die Proben 15 min bei 600 g zentrifugiert und von allen Proben Plasma abpipettiert. Mit den so gewonnenen Plasmaproben wurde ein hTNF-α ELISA (human Tumor Necrosis Factor-α Emzyme Linked Immuno Sorbent Assay) der Firma Röche nach Gebrauchsanleitung durchgeführt:
K = Kontrolle
Graphisch ist das Versuchsergebnis wiedergegeben in Figur 4.
Beispiel 6:
Das Mikrofiltrationsmodul der A/G Technology Corporation wird vollständig mit Dodecanol gefüllt und nach 10 Minuten wieder geleert. Das Modul wird auf 4°C gekühlt. Es folgt die Durchspülung des Moduls im Kreis mit einer Lösung von 94 mg FeS0 X 7 H20 und 84 mg Na S20 in 200 ml Wasser bei einer Temperatur von 15°C. Nach 15 Minuten werden in das Vorratsgefäß zuerst 3,4 ml
Methacrylsäure und 2 Minuten danach 3,4 ml Wasserstoffperoxyd (30%ig) gegeben. Anschließend wird die Lösung noch 3 weitere Stunden im Kreis gepumpt. Danach wird das Mikrofiltrationsmodul zur Entfernung von
Reagenzienresten gleichzeitig auf der Innen- und Außenseite der Hohlfasern
4 Stunden lang mit kaltem fließendem Wasser gespült. Das Mikrofiltrationsmodul wird danach vollständig entleert. , Anschließend wird mit 40°C warmem Isopropanol zur Entfernung des Dodecanols gespült. Danach wird noch einmal mit Wasser, mit 4 M Kochsalzlösung und erneut mit Wasser gespült und getrocknet.
Beispiel 7:
Eine Lösung von 220 ml 0,02 m PBS-Puffer (pH 7,4), die 5 mg Streptavidin beinhaltet, wird 2h im Kreis durch das in vorangehenden Beispiel 6 modifizierte
Mikrofiltrationsmodul gepumpt. Anschließend wird mit 220ml PBS-Puffer unter Zugabe von 1% NaN3 gespült. Die Lagerung des Moduls erfolgt in feuchtem Zustand bei 4-8°C.
Beispiel 8:
Sichtbarmachung des Streptavidin mit labelled Biotin-HRP/TMB:
220 μg horseradish peroxidase-labelled biotin (Biotin-HRP, biotinamidocaproyl- labelled Peroxidase von Sigma P2907) werden in 220 ml PBS-Puffer pH=7,4 0,05% Tween 20 gelöst und auf der Filtratseite 0,5h bei RT im Kreis durch das Filtrationsmodul gepumpt.
Anschließend wird 15 min mit PBS-Puffer gewaschen und 220 ml präzipitierendes TMB (3, 3', 5, 5'-Tetramethyl-Benzidine in saurem Puffer pH 5,5 mit 0,01 % H202) unter Lichtausschluß 1/2h bei RT inkubiert. Die folgenden Waschschritte mit PBS-Puffer (5min) und anschließend mit Wasser (10min) werden ebenfalls unter Ausschluß von Licht durchgeführt.
Das Modul wird sofort geöffnet und einige Fasern statistisch 5 Querschnitte genommen. Das Streptavidin in den Poren wird innerhalb der nächsten 15 Minuten durch eine intensive Blaufärbung eindeutig in den Poren der Faser lokalisiert (bei 80acher Vergrößerung, Stereolupe).
Beispiel 9:
Das Mikrofiltrationsmodul der A/G Technology Corporation wird hur von der Blutkreislaufseite aus mit Dodecanol gefüllt (50ml/min), so dass kein Dodecanol auf die Filtratseite austreten kann. Das Modul wird sofort auf 4°C gekühlt. Es folgt die Durchspülung des Moduls auf der Filtratseite im Kreis mit einer Lösung von 94 mg FeS0 X 7 H20 und 84 mg Na S205 in 200 ml Wasser bei einer Temperatur von 15°C. Nach 15 Minuten werden in das Vorratsgefäß zuerst 3,4 ml Methacrylsäure und 2 Minuten danach 3,4 ml Wasserstoffperoxyd (30%ig) gegeben. Anschließend wird die Lösung noch 3 weitere Stunden im Kreis gepumpt. Danach wird das Mikrofiltrationsmodul zur Entfernung von
Reagenzienresten auf der Außenseite der Hohlfasern 4 Stunden lang mit kaltem
fließendem Wasser gespült. Das Mikrofiltrationsmodul wird danach vollständig entleert. Anschließend wird mit 40°C warmem Isopropanol zur Entfernung des Dodecanols gespült. Danach wird noch einmal mit Wasser, mit 4 M
Kochsalzlösung und erneut mit Wasser gespült und getrocknet.
Beispiel 10:
Eine Lösung von 220 ml 0,02 m PBS-Puffer (pH 7,4), die 5 mg Streptavidin beinhaltet, wird 2h im Kreis durch das in vorangehenden Beispiel 9 modifizierte Mikrofiltrationsmodul gepumpt. Es wird mit PBS-Puffer gespült unter Zugabe von 1 % NaN3. Die Lagerung des Moduls erfolgt in feuchtem Zustand bei 4-8°C.
Beispiel 11 :
Sichtbarmachung des Streptavidin mit labelled Biotin-HRP/TMB:
220 μg horseradish peroxidase-labelled Biotin (Biotin-HRP, biotinamidocaproyl- labelled Peroxidase von Sigma P2907) werden in 220 ml PBS-Puffer pH=7,4 0,05% Tween 20 gelöst und auf der Filtratseite 0,5h bei RT im Kreis durch das Filtrationsmodul gepumpt.
Anschließend wird 15 min mit PBS-Puffer gewaschen und 220 ml präzipitierendes TMB (3, 3', 5, 5 '-Tetramethyl-Benzidine in saurem Puffer pH 5,5 mit 0,01 % H202) unter Lichtausschluß 1/2h bei RT inkubiert. Die folgenden Waschschritte mit PBS-Puffer (5min) und anschließend mit Wasser (10min) werden ebenfalls unter Ausschluß von Licht durchgeführt.
Das Modul wird sofort geöffnet und statistisch einige Fasern entnommen. Pro Faser werden 5 Querschnitte hergestellt und das Streptavidin auf der luminalen Seite der Faser als auch in den Poren innerhalb der nächsten 15 Minuten durch eine intensive Blaufärbung lokalisiert (bei 80acher Vergrößerung, Stereolupe).