Verfahren und Vorrichtung zur Plasmabehandlung von
Werkstücken
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Plasmabehandlung von Werkstücken, bei dem die Werkstücke in eine zumindest teilweise evakuierbare Plasmakammer einer BehandlungsStation eingesetzt werden und bei dem die Werkstücke innerhalb der Behandlungsstation von Halteelementen positioniert werden.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung zur Plasmabehandlung von Werkstücken, die mindestens eine evakuierbare Plasmakammer zur Aufnahme der Werkstücke aufweist und bei der die Plasmakammer im Bereich einer Behandlungs- Station angeordnet ist, sowie bei der die Plasmakammer von einem Kammerboden, einem Kammerdeckel sowie einer seitli-
chen Kammerwandung begrenzt ist und mindestens ein Halteelement zur Positionierung der Werkstücke aufweist.
Derartige Verfahren und Vorrichtungen werden beispielsweise eingesetzt, um Kunststoffe mit Oberflächenbeschichtungen zu versehen. Insbesondere sind auch bereits derartige Verfahren und Vorrichtungen bekannt, um innere oder äußere Oberflächen von Behältern zu beschichten, die zur Verpackung von Flüssigkeiten vorgesehen sind. Darüber hinaus sind Einrichtungen zur Plasmasterilisation bekannt.
In der PCT-WO 95/22413 wird eine Plasmakammer zur Innenbe- schichtung von Flaschen aus PET beschrieben. Die zu beschichtenden Flaschen werden durch einen beweglichen Boden in eine Plasmakammer hineingehoben und im Bereich einer Flaschenmündung mit einem Adapter in Verbindung gebracht . Durch den Adapter hindurch kann eine Evakuierung des Fla- scheninnenraumes erfolgen. Darüber hinaus wird durch den Adapter hindurch eine hohle Lanze in den Innenraum der Flaschen eingeführt, um Prozeßgas zuzuführen. Eine Zündung des Plasmas erfolgt unter Verwendung einer Mikrowelle.
Aus dieser Veröffentlichung ist es auch bereits bekannt, eine Mehrzahl von Plasmakammern auf einem rotierenden Rad anzuordnen. Hierdurch wird eine hohe Produktionsrate von Flaschen je Zeiteinheit unterstützt.
In der EP-OS 10 10 773 wird eine Zuführeinrichtung erläutert, um einen Flascheninnenraum zu evakuieren und mit Prozeßgas zu versorgen. In der PCT-WO 01/31680 wird eine Plasmakammer beschrieben, in die die Flaschen von einem beweglichen Deckel eingeführt werden, der zuvor mit einem Mündungsbereich der Flaschen verbunden wurde.
Die PCT-WO 00/58631 zeigt ebenfalls bereits die Anordnung von Plasmastationen auf einem rotierenden Rad und beschreibt für eine derartige Anordnung eine gruppenweise Zuordnung von Unterdruckpumpen und Plasmastationen, um eine günstige Evakuierung der Kammern sowie der innenräume der Flaschen zu unterstützen. Darüber hinaus wird die Beschichtung von mehreren Behältern in einer gemeinsamen Plasmastation bzw. einer gemeinsamen Kavität erwähnt.
Eine weitere Anordnung zur Durchführung einer Innenbe- schichtung von Flaschen wird in der PCT-WO 99/17334 beschrieben. Es wird hier insbesondere eine Anordnung eines Mikrowellengenerators oberhalb der Plasmakammer sowie eine Vakuum- und Betriebsmittelzuleitung durch einen Boden der Plasmakammer hindurch beschrieben.
Bei der überwiegenden Anzahl der bekannten Verfahren werden zur Verbesserung von Barriereeigenschaften des thermoplastischen Kunststoffmaterials durch das Plasma erzeugte Behälterschichten aus Siliziumoxiden mit der allgemeinen chemischen Formel SiOx verwendet. Zusätzlich können in den hierdurch erzeugten Barriereschichten auch Anteile von Kohlenstoff, Wasserstoff und Stickstoff enthalten sein. Derartige Barriereschichten verhindern ein Eindringen von Sauerstoff in die verpackten Flüssigkeiten sowie ein Austreten von Kohlendioxid bei C02-haltigen Flüssigkeiten.
Die bislang bekannten Verfahren und Vorrichtungen sind noch nicht in ausreichender Weise dafür geeignet, für eine Massenproduktion eingesetzt zu werden, bei der sowohl ein geringer Beschichtungspreis je Werkstück als auch eine hohe Produktionsgeschwindigkeit erreicht werden muß.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren der einleitend genannten Art derart anzugeben, daß eine mengenmäßige Produktionsleistung bei guter Produktqualität erhöht wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mindestens zwei Halteelemente im Bereich der BehandlungsStation von einem gemeinsamen Träger relativ zueinander positioniert werden.
Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der einleitend genannten Art derart zu konstruieren, daß bei kompaktem Aufbau eine hohe Produktionsleistung sowie eine gute Produktqualität unterstützt wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mindestens zwei Halteelemente im Bereich der Plasmastation von einem gemeinsamen Träger gehaltert sind.
Durch die gemeinsame Positionierung der Halteelemente von einem gemeinsamen Träger im Bereich der BehandlungsStation ist es möglich, je Behandlungsstation eine erhöhte Produktionsleistung zu unterstützen. Insbesondere wird ein Einsetzen der zu verarbeitenden Werkstücke in die Behandlungsstation sowie eine Entnahme der fertig bearbeiteten Werkstücke aus der Behandlungsstation unterstützt. Der gemeinsame Träger für die Halteelemente unterstützt eine exakt reproduzierbare Positionierung der Behälter innerhalb der Plasmastation sowie die Durchführung von Eingabe- und Ausgabevorgängen mit geringem Zeitaufwand und hoher Zuverlässigkeit .
Zur Unterstützung einer schnellen Durchführung von Übergabevorgängen wird vorgeschlagen, daß mindestens zwei Halte- elemente in Richtung einer vom Träger während der Durchführung eines Behandlungsvorganges mindestens zeitweilig durchgeführten Bewegung relativ zueinander versetzt gemeinsam mit dem Träger bewegt werden.
Eine gleichzeitige Behandlung einer größeren Anzahl von Werkstücken bei kompaktem Aufbau der Behandlungsvorrichtung wird dadurch unterstützt, daß mindestens zwei Halteelemente quer zur Richtung einer vom Träger während der Durchführung eines Behandlungsvorganges mindestens zeitweilig durchgeführten Bewegung relativ zueinander versetzt gemeinsam mit dem Träger bewegt werden.
Bei einer Beschichtung von hohlen Werkstücken, die mit ihrer Mündung nach unten angeordnet sind, erweist es sich als vorteilhaft, daß eine Evakuierung einer Kavität der Plasmastation durch den Kammerboden hindurch erfolgt.
Eine gerätetechnisch einfache Realisierung wird ebenfalls dadurch unterstützt, daß durch den Kammerboden hindurch Prozeßgas zugeführt wird.
Eine schnelle und gleichmäßige Verteilung des Prozeßgases in einem Innenraum der Werkstücke kann dadurch erreicht werden, daß das Prozeßgas durch eine Lanze hindurch in innenräume der Werkstücke zugeführt wird.
Ein gleichzeitiges Einsetzen und Entnehmen einer größeren Anzahl von Werkstücken in die Behandlungsstation bzw. aus der BehandlungsStation wird dadurch ermöglicht, daß der Träger relativ zur Behandlungsstation positioniert wird.
insbesondere ist hierbei daran gedacht, daß der Träger mit mindestens einem Werkstück beladen in die BehandlungsStation eingesetzt wird.
Ebenfalls erweist es sich zur Verkürzung von Übergabezeiten als vorteilhaft, daß der Träger mit mindestens einem Werkstück beladen aus der BehandlungsStation entnommen wird.
Eine kontinuierliche Durchführung von Übergabevorgängen wird dadurch unterstützt, daß der Träger mindestens zeitweilig relativ zur BehandlungsStation eine Rotationsbewegung durchführt .
Eine einfache Kinematik bei der Durchführung von Übergabe- Vorgängen kann dadurch erreicht werden, daß der Träger von einem umlaufenden Transferelement mit zu behandelnden Werkstücken bestückt wird.
Bei einer Verwendung von streckenartigen Übergabeeinrichtungen erweist es sich als vorteilhaft, daß das Transferelement mindestens zum Zeitpunkt einer Übergabe eines Werkstückes an den Träger mit einer gleichen Geschwindigkeit wie der Träger bewegt wird.
Zur Unterstützung einer steuerbaren Zündung des Plasmas wird vorgeschlagen, daß im Bereich des Kammerdeckels von mindestens einem Mikrowellengenerator erzeugte Mikrowellen in die Kavität eingeleitet werden.
Eine typische Anwendung besteht darin, daß Werkstücke aus einem thermoplastischen Kunststoff behandelt werden.
Insbesondere ist daran gedacht daß Innenräume der Werkstük- ke behandelt werden.
Ein umfangreiches Anwendungsgebiet wird dadurch erschlossen, daß als Werkstücke Behälter behandelt werden.
Insbesondere ist dabei daran gedacht, daß als Werkstücke Getränkeflaschen behandelt werden.
Eine hohe Produktionsrate bei großer Zuverlässigkeit und hoher Produktqualität kann dadurch erreicht werden, daß die mindestens eine Plasmastation von einem rotierenden Plasmarad von einer Eingabepositionierung in eine Ausgabepositionierung überführt wird.
Eine Vergrößerung der Produktionskapazität bei nur geringfügig gesteigertem gerätetechnischen Aufwand kann dadurch erreicht werden, daß von einer Plasmastation mehrere Kavi- täten bereitgestellt werden.
Eine Verwendung konventioneller Übergaberäder zur Durchführung von Übergabevorgängen auch bei Plasmastationen zur Behandlung von mehreren Werkstücken wird dadurch ermöglicht, daß die Behandlungsstation von einem getaktet bewegten Plasmarad positioniert wird.
Eine typische Anwendung wird dadurch definiert, daß als Plasmabehandlung eine Plasmabeschichtung durchgeführt wird.
Insbesondere ist daran gedacht, daß die Plasmabehandlung unter Verwendung eines Niederdruckplasmas durchgeführt wird.
Bei einer Beschichtung von Werkstücken aus Kunststoff erweist es sich als vorteilhaft, daß eine Plasmapolymerisation durchgeführt wird.
Eine gute Oberflächenhaftung wird dadurch unterstützt, daß durch das Plasma mindestens zum Teil organische Substanzen abgeschieden werden.
Besonders vorteilhafte Verwendungseigenschaften bei Werkstücken zur Verpackung von Lebensmitteln können dadurch erreicht werden, daß durch das Plasma mindestens zum Teil anorganische Substanzen abgeschieden werden.
Bei der Behandlung von Verpackungen ist insbesondere daran gedacht, daß durch das Plasma eine Substanz zur Verbesserung von Barriereeigenschaften der Werkstücke abgeschieden wird.
Zur Unterstützung einer hohen Gebrauchsqualität wird vorgeschlagen, daß zusätzlich ein Haftvermittler zur Verbesserung eines Anhaftens der Substanz auf Oberflächen der Werkstücke abgeschieden wird.
Eine hohe Produktivität kann dadurch unterstützt werden, daß in einer gemeinsamen Kavität mindestens zwei Werkstücke gleichzeitig behandelt werden.
Ein weiteres Anwendungsgebiet besteht darin, daß als Plasmabehandlung eine Plasmasterilisation durchgeführt wird.
Ebenfalls ist daran gedacht, daß als Plasmabehandlung eine Oberflächenaktivierung der Werkstücke durchgeführt wird.
Zur Ableitung der fertig behandelten Werkstücke wird vorgeschlagen, daß zur Abführung fertig bearbeiteter Werkstücke
aus dem Bereich des Trägers mindestens eine Entladestation verwendet ist.
Eine Zuführung der zu behandelnden Werkstücke erfolgt dadurch, daß zur Zuführung von zu bearbeitenden Werkstücken in den Bereich des Trägers mindestens eine Beladestation verwendet ist.
Sehr kurze Übergabezeiten können dadurch erreicht werden, daß die Beladestation zur Zuführung von zu bearbeitenden Werkstücken zu einem vom Plasmarad getrennten Träger ausgebildet ist.
Geringe zu übergebende Gewichte bei der Durchführung der Übergabevorgänge können dadurch erreicht werden, daß jeweils mindestens ein Träger im Bereich jeder Plasmastation angeordnet ist.
Eine einfache Durchführung der Übergabevorgänge wird dadurch unterstützt, daß mindestens zwei Halteelemente entlang eines Umfanges des Trägers angeordnet sind.
Für die Zuführung von Werkstücken zu gemeinsam mit einem Plasmarad rotierenden Trägern erweist es sich als vorteilhaft, daß zur Übergabe von zu behandelnden Werkstücken an die Träger eine Eingabestrecke vorgesehen ist.
Eine kinematisch einfache Durchführung der Übergabevorgänge wird dadurch unterstützt, daß die Eingabestrecke zentrisch zu einem Mittelpunkt des Plasmarades verläuft .
Örtlich veränderliche Übergabepunkte können dadurch realisiert werden, daß die Eingabestrecke im Bereich eines Transferelementes angeordnet ist.
Einfache kinematische Randbedingungen bei der Durchführung der Übergabevorgänge werden dadurch bereitgestellt, daß eine Bewegungsgeschwindigkeit des Transferelementes an eine Bewegungsgeschwindigkeit des vom Plasmarad getragenen Trägers angepaßt ist .
Zur Ableitung fertig behandelter Werkstücke wird vorgeschlagen, daß zur Entnahme von zu behandelnden Werkstücken von den Trägen eine Ausgabestrecke vorgesehen ist.
Auch bei der Entladung der Werkstücke erweist es sich als vorteilhaft, daß die Ausgabestrecke zentrisch zu einem Mittelpunkt des Plasmarades verläuft .
Darüber hinaus ist auch für den Entladevorgang daran gedacht, daß die Ausgabestrecke im Bereich eines Transferelementes angeordnet ist .
Ein zweckmäßiger Materialfluß bei der Entladung kann dadurch erreicht werden, daß das Transferelement umlaufend angetrieben ist .
Eine optimale Prozeßwinkelausnutzung wird dadurch erreicht, daß an zwei Taktpositionen mit stillstehendem Plasmarad einerseits die Beladestation und andererseits die Entladestation angeordnet sind.
Bei einer getakteten Betriebsweise wird eine einfache konstruktive Realisierung dadurch erreicht, daß die Beladestation als ein Beladerad ausgebildet ist.
Insbesondere ist bei einer getakteten Betriebsweise auch daran gedacht, daß die Entladestation als ein Entladerad ausgebildet ist.
Eine vorteilhafte Kinematik bei Übergabevorgängen wird dadurch erreicht, daß die Räder eine Umfangsgeschwindigkeit entsprechend einer Transportgeschwindigkeit des Trägers im Bereich dessen aktuellen Übergabebereiches aufweisen.
Eine weitere Betriebsweise wird dadurch definiert, daß für den Zeitraum zwischen einer Eingabe der Werkstücke in die Plasmastation und einer Ausgabe der Werkstücke mindestens zwei Rotationsumläufe des Plasmarades vorgesehen sind.
Ein Materialfluß auf einer im wesentlichen gleichbleibenden Höhe kann dadurch erreicht werden, daß die Plasmastation mindestens teilweise in Richtung auf den Träger positionierbar geführt ist.
Eine andere Ausführungsvariante besteht darin, daß der Träger in lotrechter Richtung von oben in die Plasmakammer hinein positionierbar geführt ist.
Schließlich ist auch daran gedacht, daß der Träger in lotrechter Richtung von unten in die Plasmakammer hinein positionierbar geführt ist .
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. l Eine Prinzipskizze einer Mehrzahl von Plasmakammern, die auf einem rotierenden Plasmarad angeord-
net sind und bei der das Plasmarad mit Eingabe- und Ausgaberädern gekoppelt ist .
Fig. 2 eine Anordnung ähnlich zu Fig. 1, bei der die Plasmastation jeweils mit zwei Plasmakammern ausgestattet sind,
Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines Plasmarades mit einer Vielzahl von Plasmakammern,
Fig. 4 eine perspektivische Darstellung einer Plasmastation mit einer Kavitat,
Fig. 5 eine Vorderansicht der Vorrichtung gemäß Fig. 4 mit geschlossener Plasmakammer,
Fig. 6 einen Querschnitt gemäß Schnittlinie VI-VI in Fig. 5,
Fig. 7 eine Darstellung entsprechend Fig. 5 mit geöffneter Plasmakammer,
Fig. 8 einen Vertikalschnitt gemäß Schnittlinie VIII-VIII in Fig. 7,
Fig. 9 eine vergrößerte Darstellung der Plasmakammer mit zu beschichtender Flasche gemäß Fig. 6,
Fig. 10 eine perspektivische Darstellung eines Tragringes eines Plasmarades, auf dem eine Vielzahl von Trägern zur Positionierung jeweils mehrerer Halteelemente für flaschenförmige Werkstücke angeordnet sind,
Fig. 11 eine schematische Darstellung eines Plasmarades, bei dem fertig bestückte Träger für die Werkstücke in das Plasmarad eingesetzt und nach einer Durchführung des Behandlungsvorganges gemeinsam mit den behandelten Werkstücken wieder aus dem Plasmarad entnommen werden,
Fig. 12 eine gegenüber Fig. 11 abgewandelte Ausführungsform, bei der auf dem. Plasmarad rotationsfähig gelagerte Träger angeordnet sind, die mit Belade- strecken und Entladestrecken zusammenwirken, die außerhalb des Plasmarades angeordnet sind,
Fig. 13 eine nochmals abgewandelte Ausführungsform, bei der ein taktweiser Betrieb des Plasmarades und ein taktweiser Betrieb von Eingaberädern und Ausgaberädern vorgesehen ist,
Fig . 14 eine Draufsicht auf ein Halteelement für ein einzelnes Werkstück,
Fig. 15 eine perspektivische Darstellung eines Haltelementes gemäß Fig. 14 und
Fig. 16 das Halteelement gemäß Fig. 15 mit einem gehalterten flaschenförmigen Werkstück.
Aus der Darstellung in Fig. 1 ist ein Plasmamodul (1) zu erkennen, das mit einem rotierenden Plasmarad (2) versehen ist. Entlang eines Umfanges des Plasmarades (2) sind eine Mehrzahl von Plasmastationen (3) angeordnet. Die Plasmastationen (3) sind mit Kavitäten (4) bzw. Plasmakammern (17) zur Aufnahme von zu behandelnden Werkstücken (5) versehen. Zur Erläuterung des konstruktiven Grundprinzips ist in Fig.
1 jeweils nur ein Werkstück (5) je Plasmastation (3) dargestellt . Auch die Zuführungen und Ableitungen der Werkstücke zeigen lediglich schematisch die Handhabung von einzelnen Werkstücken (5) . Tatsächlich sind jedoch jeder Plasmastation (3) mindestens zwei Werkstücke (5) zugeordnet.
Die zu behandelnden .Werkstücke (5) werden gemäß der vorgenommenen Vereinfachung der Darstellung dem Plasmamodul (1) im Bereich einer Eingabe (6) zugeführt und über ein Vereinzelungsrad (7) an ein Übergaberad (8) weitergeleitet, das mit positionierbaren Tragarmen (9) ausgestattet ist. Die Tragarme (9) sind relativ zu einem Sockel (10) des Übergaberades (8) verschwenkbar angeordnet, so daß eine Abstands- veränderung der Werkstücke (5) relativ zueinander durchgeführt werden kann. Hierdurch erfolgt eine Übergabe der Werkstücke (5) vom Übergaberad (8) an ein Eingaberad (11) mit einem relativ zum Vereinzelungsrad (7) vergrößerten Abstand der Werkstücke (5) relativ zueinander. Das Eingaberad
(11) übergibt die zu behandelnden Werkstücke (5) an das Plasmarad (2) . Nach einer Durchführung der Behandlung werden die behandelten Werkstücke (5) von einem Ausgaberad
(12) aus dem Bereich des Plasmarades (2) entfernt und in den Bereich einer Ausgabestrecke (13) überführt.
Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2 sind zur weiteren Verdeutlichung des Konstruktionsprinzips die Plasmastationen (3) jeweils mit zwei Kavitäten (4) bzw. Plasmakammern (17) dargestellt. Hierdurch können jeweils zwei Werkstücke (5) gleichzeitig behandelt werden. Grundsätzlich ist es hierbei möglich, die Kavitäten (4) vollständig voneinander getrennt auszubilden, grundsätzlich ist es aber auch möglich, in einem gemeinsamen Kavitätenraum lediglich Teilbereiche derart gegeneinander abzugrenzen, daß eine optimale Beschichtung aller Werkstücke (5) gewährleistet ist. Insbesondere ist
hierbei daran gedacht, die Teilkavitaten zumindest durch separate Mikrowelleneinkopplungen gegeneinander abzugrenzen.
Fig. 3 zeigt eine perspektivische Darstellung eines Plasmamoduls (1) mit teilweise aufgebautem Plasmarad (2) . Auch hier ist zur Vereinfachung wieder nur ein Werkstück (5) je Plasmastation (3) abgebildet. Die Plasmastationen (3) sind auf einem Tragring (14) angeordnet, der als Teil einer Drehverbindung ausgebildet und im Bereich eines Maschinensockels (15) gelagert ist. Die Plasmastationen (3) weisen jeweils einen Stationsrahmen (16) auf, der Plasmakammern (17) haltert. Die Plasmakammern (17) weisen zylinderförmige Kammerwandungen (18) sowie Mikrowellengeneratoren (19) auf.
In einem Zentrum des Plasmarades (2) ist ein Drehverteiler (20) angeordnet, über den die Plasmastationen (3) mit Betriebsmitteln sowie Energie versorgt werden. Zur Betriebs- mittelverteilung können insbesondere Ringleitungen (21) eingesetzt werden.
Die zu behandelnden Werkstücke (5) sind unterhalb der zy- linderförmigen Kammerwandungen (18) dargestellt. Unterteile der Plasmakammern (17) sind zur Vereinfachung jeweils nicht eingezeichnet .
Fig. 4 zeigt eine Plasmastation (3) in perspektivischer Darstellung. Auch hier ist zur Vereinfachung wieder nur ein Werkstück (5) je Plasmastation (3) abgebildet. Es ist zu erkennen, daß der Stationsrahmen (16) mit FührungsStangen (23) versehen ist, auf denen ein Schlitten (24) zur Halte- rurϊg der zylinderförmigen Kammerwandung (18) geführt ist. Fig. 4 zeigt den Schlitten (24) mit Kammerwandung (18) in
einem angehobenen Zustand, so daß das Werkstück (5) freigegeben ist.
Im oberen Bereich der Plasmastation (3) ist der Mikrowellengenerator (19) angeordnet. Der Mikrowellengenerator (19) ist über eine Umlenkung (25) und einen Adapter (26) an einen Kopplungskanal (27) angeschlossen, der in die Plasmakammer (17) einmündet. Grundsätzlich kann der Mikrowellengenerator (19) sowohl unmittelbar im Bereich des Kammerdek- kels (31) als auch über ein Distanzelement an den Kammerdeckel (31) angekoppelt mit einer vorgebbaren Entfernung zum Kammerdeckel (31) und somit in einem größeren Umgebungsbereich des Kammerdeckels (31) angeordnet werden. Der Adapter (26) hat die Funktion eines Übergangselementes und der Kopplungskanal (27) ist als ein Koaxialleiter ausgebildet. Im Bereich einer Einmündung des Kopplungskanals (27) in den Kammerdeckel (31) ist ein Quarzglasfenster angeordnet. Die Umlenkung (25) ist als ein Hohlleiter ausgebildet.
Das Werkstück (5) wird im Bereich eines Dichtelementes (28) positioniert, das im Bereich eines Kammerbodens (29) angeordnet ist. Der Kammerboden (29) ist als Teil eines Kammersockels (30) ausgebildet. Zur Erleichterung einer Justage ist es möglich, den Kammersockel (30) im Bereich der Führungsstangen (23) zu fixieren. Eine andere Variante besteht darin, den Kammersockel (30) direkt am Stationsrahmen (16) zu befestigen. Bei einer derartigen Anordnung ist es beispielsweise auch möglich, die FührungsStangen (23) in vertikaler Richtung zweiteilig auszuführen.
Fig. 5 zeigt eine vereinfachte Vorderansicht der Plasmastation (3) gemäß Fig. 3 in einem geschlossenen Zustand der Plasmakammer (17) . Auch hier ist zur Vereinfachung wieder nur ein Werkstück (5) abgebildet. Der Schlitten (24) mit
der zylinderförmigen Kammerwandung (18) ist hierbei gegenüber der Positionierung in Fig. 4 abgesenkt, so daß die Kammerwandung (18) gegen den Kammerboden (29) gefahren ist. In diesem Positionierzustand kann die Plasmabeschichtung durchgeführt werden.
Fig. 6 zeigt in einer Vertikalschnittdarstellung die Anordnung gemäß Fig. 5. Es ist insbesondere zu erkennen, daß der Kopplungskanal (27) in einen Kammerdeckel (31) einmündet, der einen seitlich überstehenden Flansch (32) aufweist. Im Bereich des Flansches (32) ist eine Dichtung (33) angeordnet, die von einem Innenflansch (34) der Kammerwandung (18) beaufschlagt wird. In einem abgesenkten Zustand der Kammerwandung (18) erfolgt hierdurch eine Abdichtung der Kammerwandung (18) relativ zum Kammerdeckel (31) . Eine weitere Dichtung (35) ist in einem unteren Bereich der Kammerwandung (18) angeordnet, um auch hier eine Abdichtung relativ zum Kammerboden (29) zu gewährleisten.
In der in Fig. 6 dargestellten Positionierung umschließt die Kammerwandung (18) die Kavität (4) , so daß sowohl ein Innenraum der Kavität (4) als auch Innenräume der Werkstük- ke (5) evakuiert werden können. Zur Unterstützung einer Zuleitung von Prozeßgas sind im Bereich des Kammersockels (30) hohle Lanzen (36) angeordnet, die in den Innenraum der Werkstücke (5) hineinverfahrbar sind. Zur Durchführung einer Positionierung der Lanzen (36) werden diese von einem Lanzenschlitten (37) gehaltert, der entlang der Führungsstangen (23) positionierbar ist. Innerhalb des Lanzenschlittens (37) verläuft ein Prozeßgaskanal (38) , der in der in Fig. 6 dargestellten angehobenen Positionierung mit einem Gasanschluß (39) des Kammersockels (30) gekoppelt ist. Durch diese Anordnung werden schlauchartige Verbindungselemente am Lanzenschlitten (37) vermieden.
Fig. 7 und Fig. 8 zeigen die Anordnung gemäß Fig. 5 und Fig. 6 in einem angehobenen Zustand der Kammerwandung (18) . In diesem Positionierungszustand der Kammerwandung (18) ist es problemlos möglich, die behandelten Werkstücke (5) aus dem Bereich der Plasmastation (3) zu entfernen neue zu behandelnde Werkstücke (5) einzusetzen. Alternativ zu der in den Zeichnungen dargestellten Positionierung der Kammerwandung (18) in einem durch Verschiebung nach oben erreichten geöffneten Zustand der Plasmakammer (17) ist es auch möglich, den Öffnungsvorgang durch eine Verschiebung einer konstruktiv modifizierten hulsenformigen Kammerwandung in vertikaler Richtung nach unten durchzuführen.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel besitzt der Kopplungs- kanal (27) eine zylinderförmige Gestaltung und ist im wesentlichen koaxial zur Kammerwandung (18) angeordnet.
Fig. 9 zeigt den Vertikalschnitt gemäß Fig. 6 in einer vergrößerten teilweisen Darstellung in einer Umgebung der Kammerwandung (18) . Zu erkennen ist insbesondere das Übergreifen des Innenflansches (34) der Kammerwandung (18) über den Flansch (32) des Kammerdeckels (31) und die Halterung der Werkstücke (5) durch die Dichtelemente (28) . Darüber hinaus ist zu erkennen, daß die Lanze (36) durch eine Ausnehmung (40) des Dichtelementes (28) hindurchgeführt ist.
Fig. 10 zeigt einen Tragring (14) einer weiteren Ausführungsform des Plasmarades (2) . Auf dem Tragring (14) sind eine Mehrzahl von Trägern (41) angeordnet, die jeweils Halteelemente (42) für die Werkstücke (5) positionieren. Bei der dargestellten Ausführungsform sind die Träger (41) im wesentlichen kreisförmig begrenzt und sechs Halteelemente (42) sind in der Nähe eines Umfanges der Träger (41) angeordnet. Die Halteelemente (42) sind hier zur Positionierung von flaschenförmigen Werkstücken (5) ausgebildet, wobei die
Werkstücke (5) jeweils mit Mündungsöffnungen in lotrechter Richtung nach unten angeordnet sind.
Die Träger (41) mit den Halteelementen (42) und den Werkstücken (5) können in unterschiedlich ausgebildete Plasmastationen (3) eingesetzt werden. Beispielsweise ist es möglich, die Plasmastation (3) mit lediglich einer Plasmakammer (17) auszustatten und alle Werkstücke (5) gemeinsam in diese Plasmakammer (17) einzusetzen. Es ist ebenfalls denkbar, eine entsprechende gemeinsame Plasmakammer (17) in einzelne Kavitäten (4) zu unterteilen oder im Bereich der Plasmastation (3) separate Plasmakammern (17) für jedes der Werkstücke (5) bzw. für Teilgruppen der vom Träger (41) positionierten Werkstücke (5) zu verwenden.
Fig. 11 zeigt eine schematische Darstellung eines Plasmarades (2) mit einer Mehrzahl von Trägern (41) . Die Träger (41) werden im Bereich einer Beladestation (43) vollständig mit den zu behandelnden Werkstücken (5) bestückt und ein entsprechend mit den Werkstücken (5) bestückter Träger (41) wird an das Plasmarad (2) übergeben. Nach einem Abschluß des Behandlungsvorganges und einer entsprechenden Rotationsbewegung des Plasmarades (2) wird der mit den Werkstük- ken (5) bestückte Träger (41) vom Plasmarad (2) entnommen und in den Bereich einer Entladestation (44) überführt.
Nach einer Entnahme der fertig behandelten Werkstücke (5) kann der Träger (41) erneut im Bereich der Beladestation (43) mit Werkstücken (5) bestückt und wieder an das Plasmarad (2) übergeben werden. Insbesondere ist bei einer derartigen Ausführungsform daran gedacht, mindestens einen Träger (41) mehr zu verwenden, als jeweils gleichzeitig im Bereich des Plasmarades (2) angeordnet werden kann. Hierdurch kann unmittelbar nach einer Entnahme eines zu entladenden Trägers (41) ein fertig mit Werkstücken (5) bestückter Träger wieder an das Plasmarad (2) übergeben werden.
Im Hinblick auf einen Materialfluß der Werkstücke (5) sind unterschiedliche Varianten denkbar. Beispielsweise ist es möglich, die Werkstücke (5) stets auf einem im wesentlichen horizontal verlaufenden Transportweg zu fördern. Sowohl eine Beladung der Träger (41) im Bereich der Beladestation
(43) , eine Bearbeitung der Werkstücke (5) im Bereich des Plasmarades (2) und ein Entladen der Träger (41) im Bereich der Entladestation (44) würde hierbei auf einem im wesentlichen gleichenbleibenden Höhenniveau durchgeführt werden. Ebenfalls ist es aber möglich, beispielsweise auf dem Plasmarad (2) , im Bereich der Beladestation (43) und / oder im Bereich der Entladestation (44) Hubbewegungen des Trägers
(41) durchzuführen, wobei der Träger (41) mit den Werkstük- ken (5) oder auch ohne die Werkstücke (5) in einer nach oben weisenden oder nach unten weisenden Richtung positioniert wird. Eine derartige Verfahrensweise ist insbesondere vorteilhaft, wenn der Träger (41) gemeinsam mit den zu bearbeitenden Werkstücken (5) in die Plasmakammer (17) hineingehoben oder in diese abgesenkt werden soll.
Fig. 12 zeigt eine gegenüber der Darstellung in Fig. 11 abgewandelte Ausführungsform. Die Träger (41) sind hier stationär im Bereich des Plasmarades (2) angeordnet und relativ zum Plasmarad (2) über Drehlager (45) drehbeweglich gelagert. Insbesondere ist daran gedacht, die Träger (41) derart im Bereich des Plasmarades (42) zu lagern, daß die Durchführung von Rotationsbewegungen möglich ist.
Wie bei der Ausführungsform in Fig. 11 ist auch bei der Ausführungsform gemäß Fig. 12 insbesondere daran gedacht, daß das Plasmarad (2) eine kontinuierliche Rotationsbewegung mit gleichbleibender Rotationsgeschwindigkeit durchführt. Zur Unterstützung einer derartigen Betriebsweise ist die Beladestation (43) aus einem Übergabeelement (46) sowie einem Beladerad (47) ausgebildet. Bei der dargestellten
Ausführungsform gelangen die zu bearbeitenden Werkstücke (5) über eine Eingabestrecke (48) in den Bereich des Beladerades (47) und werden von diesem an das Übergabeelement
(46) übergeben.
Bei der dargestellten Ausführungsform weist das Übergabeelement (46) ein umlaufendes Transferelement (49) auf, das beispielsweise kettenartig realisiert sein kann. Das Beladerad (47) übergibt die zu bearbeitenden Werkstücke (5) zunächst im Bereich einer Übergabeposition (50) an das Transferelement (49) . Zweckmäßiger Weise werden das Beladerad
(47) und das Transferelement (49) im Bereich der Übergabe- position (50) gleichsinnig und mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit bewegt, um den Übergabevorgang kontinuierlich durchführen zu können.
Zur Übergabe der Werkstücke (5) vom Transferelement (49) zum Träger (41) ist eine Übergabestrecke (51) vorgesehen, die im wesentlichen mit einer Krümmung entsprechend der Bewegungsbahn eines einem Mittelpunkt (52) des Plasmarades (2) abgewandten Teiles des Trägers (41) verläuft. Hierdurch wird berücksichtigt, daß zwischen dem Träger (41) und dem Transferelement (49) keine feste Übergabeposition vorliegt, sondern daß sich die Übergabeposition aufgrund der Rotation des Plasmarades (2) verändert.
Bei einer ausreichend schnellen Rotationsbewegung des Trägers (41) und einer entsprechenden Umlaufgeschwindigkeit des Transferelementes (49) kann eine relativ kurze Dimensionierung der Übergabestrecke (51) vorgenommen werden und hierdurch für die Durchführung des Ubergabevorganges ein relativ kleiner Zeitraum realisiert werden.
Nach einem Abschluß des Behandlungsvorganges der Werkstücke (5) und einer entsprechenden Rotationsbewegung des Plasma-
rades (2) gelangt der Träger (41) in den Bereich eines Übergabeelementes (53) , das gemeinsam mit einem Entladerad (54) die Entladestation (44) ausbildet. Ähnlich wie das Übergabeelement (46) weist auch das Übergabeelement (53) ein. Transferelement (55) auf, das beispielsweise kettenartig ausgebildet und umlaufend angetrieben sein kann. Die Durchführung des Ubergabevorganges der beschichteten Werkstücke (5) vom Träger (41) zum Transferelement (55) und vom Transferelement (55) zum Entladerad (54) sowie von diesem zu einer Ausgabestrecke (56) erfolgt sinngemäß wie bei der Eingabe, nur in umgekehrter Reihenfolge der durchzuführenden Übergabevorgänge . Auch eine Übergäbestrecke (57) des Transferelementes (55) verläuft mit einer Krümmung entsprechend der Übergabestrecke (51) des Transferelementes (49) .
Fig. 13 zeigt eine Variante, bei der ein taktweiser Betrieb des Plasmarades (2) vorgesehen ist. Hierdurch ist eine direkte Beladung der Träger (41) unter Verwendung des Belade- rades (47) sowie eine direkte Entladung der Träger (41) unter Verwendung des Entladerades (54) möglich, da feste Eingabe- und Ausgabepositionen vorliegen. Bei allen Ausführungsformen können alternativ zu den dargestellten Beladerädern (47) und Entladerädern (54) auch andere umlaufende oder auch nur alternierend hin- und zurückbewegte Transferelemente (49, 55) verwendet werden. Die dargestellten Räder weisen aber sowohl im Hinblick auf die mechanische Stabilität als auch im Hinblick auf die exakte Reproduzierbarkeit der durchgeführten Bewegungen Vorteile auf .
Fig. 14 zeigt zur Positionierung eines nicht dargestellten Werkstückes (5) innerhalb der Plasmakammer (17) das Halteelement (42) . Das Halteelement (42) ist zangenartig ausgebildet und besitzt zwei verschwenkbar gelagerte Haltearme (58, 59) . Die Haltearme (58, 59) sind relativ zu Drehachsen (60, 61) verschwenkbar. Zur Gewährleistung einer automati-
sehen Fixierung des Werkstückes (5) durch das Halteelement (42) werden die Haltearme (58, 59) von Federn (62, 63) in eine jeweilige Haltepositionierung gedrückt. Vorzugsweise ist an die Verwendung von Schenkelfedern (62, 63) gedacht.
Das Halteelement (42) ist oberhalb des Trägers (41) angeordnet, so daß nach einem Anheben der Kammerwandung (18) eine seitliche Zugänglichkeit des Halteelements (42) gegeben ist. Das Werkstück (5) kann hierdurch von einem Positionierelement an das Halteelement (42) übergeben werden, ohne daß eine Hubbewegung des Werkstückes (5) in Richtung einer Kavitätenlängsachse (64) erfolgen muß.
In Fig. 14 ist insbesondere zu erkennen, daß zwischen den Haltearmen (58, 59) ein Klemmraum (65) zur Aufnahme des Werkstückes (5) angeordnet ist. Die Haltearme (58, 59) ragen mit FixierungsvorSprüngen (66, 67) in den Klemmraum (65) hinein. Darüber hinaus weisen die Haltearme (58, 59) den Fixierungsvorsprüngen (66, 67) abgewandt angeordnete Arretierstege (68, 69) auf, die von Arretierelementen (70, 71) , die vorzugsweise gemeinsam mit der Kammerwandung (18) positionierbar sind, in einer Arretierungsposition fixiert werden können.
Zur weiteren Abstützung und Fixierung des Werkstückes (5) weist das Halteelement (42) ein Anschlagelement (72) auf. Das Anschlagelement (72) begrenzt ein maximales Einführen des Werkstückes (5) in den Klemmraum (65) . In der Arretierungspositionierung wird das Werkstück (5) von den Fixierungsvorsprüngen (66, 67) gegen das Anschlagelement (72) gedrückt. Das Anschlagelement (72) und die Fixierungsvorsprünge (66, 67) sind hierdurch auf einem etwa gleichen Höhenniveau angeordnet .
Fig. 14 zeigt zusätzlich das Dichtelement (28) sowie die Lanze (36) auf einem aufgrund der gewählten Blickrichtung bezüglich der Zeichnungsebene niedrigeren Höhenniveau als das Halteelement (42) .
Fig. 15 zeigt das Halteelement (42) gemäß Fig. 14 in einer perspektivischen Darstellung und ohne Abbildung der Arretierelemente (70, 71) . Es ist insbesondere zu erkennen, daß das Halteelement (42) eine Grundplatte (73) aufweist, von der die Haltearme (58, 59) sowie die weiteren Bauelemente getragen sind. Die Grundplatte (73) kann über Distanzelemente (74, 75) sowie Verbindungselemente (76, 77) im Bereich des Trägers (41) montiert werden.
Fig. 15 zeigt ebenfalls, daß die Fixierungsvorsprünge (66, 67) jeweils mit Einführanschrägungen (78) und Auslaßan- schrägungen (79) versehen sind. Bei einem Einführen der Werkstücke (5) in den Klemmraum (65) kommt das Werkstück (5) zunächst in Kontakt mit den Einführanschrägungen (78) und drückt die Haltearme (58, 59) entgegen der Kräfte der Federn (62, 63) auseinander. Nach einem vollständigem Einführen des Werkstückes (5) in den Klemmraum (65) kehren die Haltearme (58, 59) aufgrund der Kräfte der Federn (62, 63) automatisch in die Arretierungspositionierung zurück und drücken das Werkstück (5) gegen das Anschlagelement (72) . Das Werkstück (5) ist hierdurch innerhalb der Plasmakammer (17) fixiert.
Nach einer Fertigstellung der Behandlung des Werkstückes (5) wird das Werkstück (5) von einem Transferelement ergriffen und gegen die Auslaßanschrägungen (79) gezogen. Die Auslaßanschrägung (79) ist vorzugsweise gekrümmt und mit einem Krümmungsverlauf entsprechend einer Außenkontur des Werkstückes (5) im Kontaktbereich ausgebildet. Die Haltearme (58, 59) werden hierdurch wieder auseinandergeführt und
geben das Werkstück (5) frei. Insbesondere ist daran gedacht, das Transferelement mit gesteuerten Zangenarmen zu versehen. Die gesteuerten Zangenarme ermöglichen ein aktives Greifen der Werkstücke (5) und unterstützen die Aufbringung von Druckkräften und Zugkräften auf die Einführanschrägungen (78) bzw. die Auslaßanschrägungen (79) . Insbesondere ist daran gedacht, die gesteuerten Zangen der Transferelemente auf einem im wesentlichen gleichen Höhenniveau wie die Haltearme (58, 59) bzw. auf einem etwas tieferen oder höheren Niveau auf das Werkstück (5) einwirken zu lassen. Hierdurch wird die Einleitung von Kippkräften in das Werkstück (5) vermieden bzw. stark vermindert.
Fig. 16 zeigt die Anordnung gemäß Fig. 15 nach einem Einsetzen eines flaschenartigen Werkstückes (5) , das zwischen einem Stützring (80) und einem Schulterbereich (81) von den Haltearmen (58, 59) beaufschlagt ist. Eine Halterung eines derartigen flaschenartigen Werkstückes (5) im dargestellten Halsbereich führt zu einer sehr stabilen Fixierung des Werkstückes (5) . In Fig. 16 sind zusätzlich die Arretierelemente (70, 71) dargestellt. Die Arretierelemente (70, 71) werden gemeinsam mit der Kammerwandung (18) positioniert. In der dargestellten Anordnung blockieren die Arretierelemente (70, 71) eine Bewegung der Haltearme (58, 59), so daß ein unkontrolliertes Öffnen des Halteelementes (42) sicher unterbunden ist.
Ein typischer Behandlungsvorgang wird im folgenden am Beispiel eines Beschichtungsvorganges erläutert und derart durchgeführt, daß zunächst die Werkstücke (5) unter Verwendung der Beladestation (43) zum Plasmarad (2) transportiert werden und daß in einem hochgeschobenen Zustand der hülsenartigen Kammerwandung (18) das Einsetzen der Werkstücke (5) in die Plasmastation (3) erfolgt. Nach einem Abschluß des Einsetzvorganges wird die Kammerwandung (18) in ihre abge-
dichtete Positionierung abgesenkt und zunächst gleichzeitig eine Evakuierung sowohl der Kavität (4) als auch von Innenräumen der Werkstücke (5) durchgeführt.
Nach einer ausreichenden Evakuierung des Innenraumes der Kavität (4) werden die Lanzen (36) in die Innenräume der Werkstücke (5) eingefahren und durch eine Verschiebung der Dichtelemente (28) eine Abschottung der Innenräume der Werkstücke (5) gegenüber dem Innenraum der Kavität (4) durchgeführt. Ebenfalls ist es möglich, die Lanzen (36) bereits synchron zur beginnenden Evakuierung des Innenraumes der Kavität in die Werkstücke (5) hinein zu verfahren. Der Druck im Innenraum der Werkstücke (5) wird anschließend noch weiter abgesenkt. Darüber hinaus ist auch daran gedacht, die Positionierbewegung der Lanzen (36) wenigstens teilweise bereits parallel zur Positionierung der Kammerwandung (18) durchzuführen. Nach Erreichen eines ausreichend tiefen Unterdruckes wird Prozeßgas in die Innenräume der Werkstücke (5) eingeleitet und mit Hilfe des Mikrowellengenerators (19) das Plasma gezündet. Insbesondere ist daran gedacht, mit Hilfe des Plasmas sowohl einen Haftvermittler als auch die eigentliche Barriereschicht aus Siliziumoxiden auf den inneren Oberflächen der Werkstücke (5) abzuscheiden.
Die Aufbringung des Haftvermittlers kann beispielsweise in einem zweistufigen Verfahren als erste Stufe vor der Aufbringung der Barriereschicht in der zweiten Stufe erfolgen, es ist aber auch denkbar, in einem kontinuierlichen Verfahren wenigstens einen dem Werkstück (5) zugewandten Teil der Barriereschicht als Gradientenschicht auch bereits zeit- gleich zum Aufbringen mindestens eines Teiles des Haftvermittlers zu erzeugen. Eine derartige Gradientenschicht kann in einfacher weise während der Dauer eines bereits gezündeten Plasmas durch Veränderung der Zusammensetzung des Pro-
zeßgases erzeugt werden. Eine derartige Änderung der Zusammensetzung des Prozeßgases kann abrupt durch Änderung von Ventilsteuerungen oder kontinuierlich durch Veränderung des Mischungsverhältnisses von Bestandteilen des Prozeßgases erreicht werden. Ein typischer Aufbau einer Gradientenschicht erfolgt derart, daß in einem dem Werkstück (5) zugewandten Teil der Gradientenschicht ein zumindest überwiegender Anteil des Haftvermittlers und in einem dem Werkstück (5) abgewandten Teil der Gradientenschicht zumindest überwiegend ein Anteil des Barrierematerials enthalten ist. Ein • Übergang der jeweiligen Bestandteile erfolgt zumindest in einem Teil der Gradientenschicht kontinuierlich entsprechend einem vorgebbaren Gradientenverlauf .
Der Innenraum der Plasmakammer (17) und die Innenräume der Werkstücke (5) werden zunächst gemeinsam auf ein Druckniveau von etwa 20 mbar bis 50 mbar evakuiert. Anschließend wird der Druck in den Innenräumen der Werkstücke (5) weiter auf etwa 0 , 1 mbar abgesenkt . Während der Durchführung des Behandlungsvorganges wird ein Unterdruck von etwa 0,3 mbar aufrechterhalten .
Nach einem Abschluß des Beschichtungsvorganges werden die Lanzen (36) wieder aus den Innenräumen der Werkstücke (5) entfernt und die Plasmakammer (17) sowie die Innenräume der Werkstücke (5) werden belüftet. Nach Erreichen des Umgebungsdruckes innerhalb der Kavität (4) wird die Kammerwandung (18) wieder angehoben, um eine Entnahme der beschichteten Werkstücke (5) sowie eine Eingabe von neuen zu beschichtenden Werkstücken (5) durchzuführen. Zur Ermöglichung einer seitlichen Positionierung der Werkstücke (5) bzw. der Träger (41) werden die Dichtelemente (28) mindestens bereichsweise wieder in den Kammersockel (30) hinein verfahren.
Alternativ zur erläuterten Innenbeschichtung von Werkstük- ken (5) können auch AußenbeSchichtungen, Sterilisationen oder Oberflächenaktivierungen durchgeführt werden.
Eine Positionierung der Kammerwandung (18) , der Dichtelemente (28) und / oder der Lanzen (36) kann unter Verwendung unterschiedlicher Antriebsaggregate erfolgen. Grundsätzlich ist die Verwendung pneumatischer Antriebe und / oder elektrischer Antriebe, insbesondere in einer Ausführungsform als Linearmotor, denkbar. Insbesondere ist aber daran gedacht, zur Unterstützung einer exakten Bewegungskoordinierung mit einer Rotation des Plasmarades (2) eine Kurvensteuerung zu realisieren. Die Kurvensteuerung kann beispielsweise derart ausgeführt sein, daß entlang eines Um- fanges des Plasmarades (2) Steuerkurven angeordnet sind, entlang derer Kurvenrollen geführt werden. Die Kurvenrollen sind mit den jeweils zu positionierenden Bauelementen gekoppelt .
Gemäß einer von den in den Zeichnungen dargestellten Aus- führungsformen abweichenden weiteren Ausführungsform ist es möglich, je Plasmastation (3) mindestens zwei Träger (41) zu verwenden. Beispielsweise ist es für eine Plasmastation
(3) zur Behandlung von sechs Werkstücken (5) denkbar, jeweils drei Werkstücke (5) durch einen gemeinsamen Träger
(41) zu positionieren und somit zwei Träger (41) je Plasmastation (3) einzusetzen.
Ein konstruktiver Aufbau der Träger (41) kann in Abhängigkeit von den vorgegebenen konstruktiven Randbedingungen erfolgen. Beispielsweise ist es möglich, den Träger (41) plattenartig auszuführen und mit geeigneten Ausnehmungen beispielsweise für die Lanzen (36) und die Dichtelemente (28) auszustatten. Ebenfalls ist es denkbar, den Träger (41) ringartig zu konstruieren oder eine Konstruktion der-
art zu wählen, daß ausgehend von einem Zentralbereich nach außen weisende speichenartige Tragsegmente verwendet werden.
Zur Zuführung von benötigten Betriebsmitteln, insbesondere von Unterdruck und von Prozeßgas, können im Bereich des Kammersockels (30) Kanalverzweigungen angeordnet werden, die es ermöglichen, mit gemeinsamen Steuerventilen mehrere Plasmakammern (17) oder Kavitäten (4) zu versorgen.
Durch die in den Ausfuhrungsbeispielen erläuterte Anordnung mehrerer Werkstücke (5) im Bereich einer gemeinsamen Plasmastation (3) ist es zum einen möglich, einen erhöhten Produktionsausstoß zu erreichen. Eine andere Variante besteht darin, auf einer gemeinsamen Maschine gleichzeitig unterschiedliche Werkstücke (5) zu behandeln. Beispielsweise ist es möglich, in Bewegungsrichtung aufeinander folgende Träger (41) jeweils mit unterschiedlichen Werkstücken (5) zu versehen und in entsprechend angepaßte Plasmastationen (3) einzusetzen. Im Bereich von zugeordneten Eingabeeinrichtungen und Ausgabeeinrichtungen würden dabei dann die unterschiedlichen zu behandelnden Werkstücke (5) jeweils abwechselnd gruppenweise eingespeist und im Bereich der Ausgabeeinrichtung wieder voneinander getrennt werden. Ebenfalls ist es prinzipiell möglich, eine entsprechend gemischte Anordnung unterschiedlicher Werkstücke (5) auch auf einem gemeinsamen Träger (41) vorzusehen, wenn geeignete Eingabe- und Ausgabeeinrichtungen bereitgestellt werden. Ein Anwender benötigt somit nicht mehrere Maschinen, um unterschiedliche Produkte zu bearbeiten bzw. wird von aufwendigen Maschinenumrüstungen entlastet .
Ebenfalls ist daran gedacht, eine funktioneile gruppenweise Zuordnung von Pumpen vorzunehmen, die zur Erzeugung der er-
forderlichen Unterdrücke verwendet werden. Beispielsweise ist es möglich, gleichartige Pumpen zu verwenden, und in Bewegungsrichtung aufeinander folgende Plasmastationen (3) abwechselnd mit den jeweiligen Pumpen zu verbinden. Hierdurch bleibt die einzelne Plasmastation (3) länger an eine jeweils zugeordnete Pumpe angeschlossen und es werden Umschaltzeiten eingespart . Bei einer gleichzeitigen Behandlung von unterschiedlich geformten Werkstücken (5) oder Werkstücken (5) mit relativ zueinander unterschiedlicher Größe ist es auch möglich, die jeweiligen Plasmastationen (3) bzw. die zugeordneten Plasmakammern (17) mit unterschiedlichen Pumpen zu verbinden, um jeweils an die konkrete Geometrie des Werkstückes (5) angepaßte optimale Prozeßbedingungen bereitzustellen. Aufeinander folgende Plasmastationen (3) können hierdurch schaltungstechnisch mit unterschiedlichen Pumpen verbunden werden.