Beschreibung
Bioresorbierbares Material zur Füllung von Knochendefekten
Die vorliegende Erfindung betrifft ein bioresorbierbares Material zur Fül¬ lung von Knochendefekten.
In vielen Bereichen der medizinischen Versorgung sind Knochendefekte zu behandeln, vor allem in der Orthopädie, Unfallchirurgie, Kiefer- und Zahnchirurgie sowie der Handchirurgie. Knochendefekte treten bei¬ spielsweise bei Frakturen, insbesondere bei Trümmerfrakturen, bei der Ausräumung von Zysten und Tumoren, bei Osteoporose, bei dem Ein¬ setzen von Hüftgelenksprothesen, bei degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule sowie bei Zahnextraktionen, Wurzelspitzenresektionen, Kie- fernteilrekonstruktionen und peridontalen Defekten auf. Oftmals ist es sinnvoll, Knochendefekte aufzufüllen, um das ursprüngliche Knochen¬ material zu ersetzen oder auch um die Neubildung und Regeneration von Knochen anzuregen.
Zur Auffüllung von Knochendefekten werden bereits eine Vielzahl ver¬ schiedener Materialien eingesetzt. Beispielsweise kommen hierbei voll¬ synthetische Knochenersatzwerkstoffe auf Kalziumphosphatbasis oder auch Transplantate aus natürlichen Knochen oder Knochensplittern zur Anwendung. Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Material, welches zur Auffüllung der Knochendefekte-^eingesetzt wird, den Wiederaufbau körpereigener Knochen ermöglicht und unterstützt, so daß nach einiger Zeit das externe Material mehr oder weniger vollständig durch körperei¬ genes Material ersetzt werden kann. Von daher spielt die Fähigkeit des Füllmaterials, vom Körper resorbiert zu werden, eine große Rolle. Bisher verwendete Knochen, Knochensplitter oder anorganische Knochener¬ satzmaterialien haben den Nachteil, daß die Resorption insgesamt sehr lange dauert. Neben der Oberflächenstruktur und Porosität des Füllma¬ terials, welches bei der Resorption eine wesentliche Rolle spielt, ist die Resorption des anorganischen Anteils des Füllmaterials der geschwin¬ digkeitsbestimmende Schritt.
Die Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, ein Material zur Füllung von Knochendefekten bereitzustellen, welches im wesentlichen der natürli¬ chen Knochenzusammensetzung entspricht, aber dennoch gut und mit relativ großer Geschwindigkeit abbaubar ist. Dieses Material soll osteo- konduktive Eigenschaften aufweisen, also eine Stützstruktur für den Wiederaufbau von körpereigenen Knochen bereitstellen. Darüber hinaus soll auch die Möglichkeit bestehen, dieses Füllmaterial mit osteoindukti- ven Eigenschaften zu versehen, also mit Eigenschaften, die die Bildung von körpereigenem Knochen- oder Knorpelgewebe in besonderer Weise fördern und unterstützen oder mit Eigenschaften, die in sonstiger Weise vorteilhaft sind.
Diese Aufgabe wird durch eine Verwendung gelöst, wie sie im Anspruch 1 beschrieben ist. Bevorzugte Ausführungsformen dieser Verwendung sind in den abhängigen Ansprüchen ausgeführt. Durch Bezugnahme
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wird der Wortlaut sämtlicher Ansprüche zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
Erfindungsgemäß ist es vorgesehen, daß ein demineralisiertes xenoge- nes Knochenmaterial als bioresorbierbares Material zur Füllung von Knochendefekten verwendet wird. Bei einem solchen demineralisierten Knochenmaterial handelt es sich um eine sogenannte Knochenmatrix, aus der der anorganische Anteil (Mineralien) bis auf Spuren nahezu vollständig entfernt ist. Man spricht daher auch von demineralisierter Knochenmatrix, abgekürzt DBM. Das erfindungsgemäß verwendete Knochenmaterial besteht daher im wesentlichen nur noch aus der orga¬ nischen Matrix, die aber weitgehend der natürlichen Zusammensetzung des Knochens entspricht.
Allgemein besteht ein natürlicher Knochen zu etwa 70 % aus anorgani¬ schen Komponenten, hauptsächlich aus Hydroxyapatit. Neben etwa 10 % Wasseranteil werden die übrigen 20 % von organischen Bestandtei¬ len gebildet, wobei es sich hierbei hauptsächlich um Collagen handelt. Zu einem geringen Anteil sind nicht-collagene Proteine, insbesondere Osteocalcin, Osteonectin und Osteopontin, Cytokine, Wachstumsfakto¬ ren, Proteoglycane sowie Fette vorhanden. Das erfindungsgemäß ver¬ wendete demineralisierte Knochenmaterial stellt also im wesentlichen eine Mischung verschiedener Proteine (Eiweiße) dar, deren Hauptbe¬ standteil Collagen ist. Vorteilhafterweise handelt es sich hierbei haupt¬ sächlich um Collagen-Typ I. Herkömmlicherweise bereits verwendete Collagenschwämme werden in der Regel aus Haut oder Sehnen herge¬ stellt. Auch sie bestehen zumindest zum Teil aus Collagen-Typ I, wel¬ ches im nativen Zustand vorliegen kann. Bei diesen Produkten ist jedoch die „natürliche Umgebung" zerstört. Im Gegensatz hierzu befinden sich die Proteine des erfindungsgemäß verwendeten demineralisierten Kno¬ chenmaterials in natürlichem Zustand. Umgebung und Zusammenset¬ zung der Proteine des erfindungsgemäß verwendeten Knochenmaterials
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sind nicht künstlich in eine neue Form gebracht. Das natürliche Netz¬ werk aus Collagenfasern und/oder -fibrillen ist also nach wie vor erhal¬ ten. Dies bewirkt, daß das erfindungsgemäß verwendete demineralisier- te Knochenmaterial in seiner Zusammensetzung und Struktur natürli¬ chem Knochen sehr nahe kommt und damit ideale osteokonduktive Ei¬ genschaften besitzt. Dieses Material ist daher besonders vorteilhaft für die Auffüllung von Knochendefekten geeignet. Hinzu kommt, daß das erfindungsgemäß verwendete demineralisierte Knochenmaterial als or¬ ganische Matrix im Körper schnell abgebaut wird und damit die Bildung von körpereigenem Knochenmaterial in besonderer Weise ermöglicht und fördert.
Bei dem erfindungsgemäß verwendeten demineralisierten Knochenma¬ terial handelt es sich um xenogenes Material, d. h. um Knochenmaterial artfremder Herkunft. Bei der Füllung von Knochendefekten im Menschen wird als Ausgangsmaterial für die Herstellung des bioresorbierbaren Ma¬ terials also kein humaner Knochen (allogenes Material) eingesetzt. Dies hat den Vorteil, daß das Risiko übertragbarer (transmissibler) Krank¬ heitserreger deutlich gesenkt wird. Knochenmaterial xenogenen Ur¬ sprungs weist im allgemeinen keine oder nur wenige Krankheitserreger auf, die für den Menschen gefährlich sein könnten. Xenogenes Material ist also weniger risikoreich als allogenes Material, da humanpathogene Erreger in xenogenem Material relativ selten sind. Nichtsdestotrotz ist es vorteilhaft, eine Inaktivierung möglicher Erreger durchzuführen, da im allgemeinen nicht auszuschließen ist, daß bisher unbekannte Erreger im Material auftreten können oder bekannte Erreger die Artengrenzen über¬ springen. Allerdings kann durch die Verwendung von xenogenem Ur¬ sprungsmaterial eine Inaktivierung verschiedener möglicher übertragba¬ rer Krankheitserreger auf ein Mindestmaß reduziert werden. Im allge¬ meinen ist eine Entfettung und Demineralisierung des Materials zur In¬ aktivierung übertragbarer Krankheitserreger ausreichend. Neben dem Vorteil der Vereinfachung des Herstellungsprozesses hat dies weiterhin
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den Vorteil, daß materialimmanente positive Eigenschaften des erfin¬ dungsgemäß verwendeten demineralisierten Knochenmaterials nicht durch zusätzliche Behandlungen beeinträchtigt werden.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemä¬ ßen Verwendung ist das verwendete Knochenmaterial entfettet. Hierbei kann der Fettanteil der natürlichen Knochenzusammensetzung reduziert oder nahezu vollständig entfernt werden. Eine derartige Entfettung kann vor oder nach der Demineralisierung des Knochenmaterials durchge¬ führt werden. Durch die Prozesse der Demineralisierung und der Entfet¬ tung werden auch die möglicherweise in dem xenogenen Ursprungsma¬ terial enthaltenen transmissiblen Krankheitserreger effektiv inaktiviert.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemä¬ ßen Verwendung ist das Material durch Mahlen von Knochen, Demin- eralisieren insbesondere mit Säure, Extrahieren mit Guanidin und weite¬ rem Aufarbeiten des unlöslichen Anteils des demineralisierten Materials zur Einstellung eines gewebeverträglichen Milieus herstellbar. Weiterhin kann das Material zu einem beliebigen Zeitpunkt vor der weiteren Aufar¬ beitung zur Einstellung des gewebeverträglichen Milieus mit vorzugs¬ weise organischem Lösungsmittel entfettet werden. Vorteilhafterweise erfolgt dieser Entfettungsschritt vor oder nach dem Demineralisieren mit Säure. Das Mahlen des Knochens zu Knochenmehl erfolgt nach dem Fachmann geläufigen Methoden. Besonders vorteilhaft ist es, daß das resultierende Knochenmehl einen Korngrößenbereich von etwa 30 bis etwa 3.000 μm, vorzugsweise etwa 100 bis etwa 2.000 μm, aufweist. Um eine geeignete Korngröße einzustellen, kann der Knochen entspre¬ chend gemahlen und/oder gesiebt werden. Die Entfettung erfolgt vor¬ zugsweise mit Hilfe von Ethanol und/oder Aceton. Für die Demineralisie¬ rung (Entkalkung) wird vorzugsweise Salzsäure verwendet.
Vor einer weiteren Aufarbeitung des Materials wird eine Extraktion mit Guanidin, insbesondere mit Guanidiniumhydrochlorid, durchgeführt. Durch die Extraktion mit Guanidin wird ein Teil der ansonsten unlösli¬ chen Knochenmatrix gelöst, vornehmlich ein Teil des Collagens und niedermolekulare Proteine. Der unlösliche Anteil wird in diesem Fall ge¬ mäß der obigen Beschreibung weiter aufgearbeitet. Durch diese Extrak¬ tion wird die Osteoinduktivität des resultierenden Materials vermindert, was je nach gewünschter Anwendung vorteilhaft sein kann. Es entste¬ hen hierbei also Materialien, deren osteokonduktive Eigenschaften im Vordergrund stehen. Diese Materialien können gezielt durch Zusatz wei¬ terer Substanzen in ihren Eigenschaften verändert werden. Durch den Extraktionsschritt können vorteilhafterweise möglicherweise vorhandene transmissible Krankheitserreger entfernt bzw. inaktiviert werden.
Die weitere Aufarbeitung des Materials ist vorteilhaft, um ein gewebe¬ freundliches Produkt bereitstellen zu können, das vom Patienten gut ver¬ tragen wird. Bei dieser sogenannten Konditionierung werden vor allem Prozeßchemikalien entfernt. Dies kann vorteilhafterweise so vorgenom¬ men werden, daß die anfallenden Partikel mit Wasser, salzhaltigem Wasser und/oder Puffer chemikalienfrei und neutral gewaschen werden. Das anfallende feuchte Material kann im Trockensubstanzgehalt einge¬ stellt werden. Es kann feucht oder trocken zur Anwendung kommen.
Als Quelle für das xenogene Knochenmaterial kommen im Prinzip alle Tiere mit Skelettsystem in Frage. Besonders bevorzugt sind hierbei Rind, Pferd oder Schwein, also bovines, equines oder porcines Aus¬ gangsmaterial. Es können im Prinzip alle Arten von Knochen des Skelet¬ tes verwendet werden, insbesondere Röhrenknochen, vor allem die Kor- tikalis der Röhrenknochen.
In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verwen¬ dung liegt das bioresorbierbare Material als Pulver für die Anwendung
vor. Unter Pulver ist hierbei ein Material zu verstehen, bei welchem die Knochenmehlteilchen im wesentlichen einzeln nebeneinander vorliegen. Besonders bevorzugt sind Pulver mit einer Korngröße zwischen etwa 30 und etwa 3.000 μm, insbesondere zwischen etwa 100 und etwa 2.000 μm. Die Korngröße kann entweder durch geeignete Durchführung des Knochenmahlprozesses und/oder durch Sieben der resultierenden Par¬ tikel eingestellt werden.
In einer weiteren bevorzugten Ausfϋhrungsform der erfindungsgemäßen Verwendung liegt das bioresorbierbare Material als Granulat für die An¬ wendung vor. Im Sinne der Erfindung besteht ein Granulat aus Granu¬ latkörnern. Ein solches Granulatkorn entsteht, indem mehrere Kno¬ chenmehlpartikel zu einer übergeordneten Struktur zusammengelagert werden. Hierbei kann es sich beispielsweise um kugelige Formen han¬ deln. Ein Granulatkom ist also im Prinzip ein kleiner Formkörper, der rund oder abgerundet sein kann. Granulate sind beispielsweise durch thermische und/oder Preßdruckbehandlung aus Knochenmehl, also aus einem Pulver, herstellbar. Unter Preßdruck ist hierbei ein Druck zu ver¬ stehen, der innerhalb einer Presse aufgebaut wird. Die Partikelgröße des Knochenmehls bzw. des Pulvers oder des Granulats kann auf einen definierten Größenbereich eingestellt werden. Die Partikelgrößen Vertei¬ lung kann hierbei für verschiedene Anwendungen unterschiedlich ge¬ wählt werden.
In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der erfin¬ dungsgemäßen Verwendung liegt das Material als Formkörper vor. Un¬ ter Formkörpern sind Aggregate aus Knochenmehlpartikeln mit definier¬ ter Form, beispielsweise Blöcke, Quader, Scheiben oder Ähnliches, zu verstehen. Es lassen sich Formkörper beliebiger Formen erstellen. Die Formkörper können durch mechanische Bearbeitung vom Anwender an die auszufüllenden Defekte angepaßt werden („shapen"). Granulat und Formkörper unterscheiden sich im wesentlichen nur durch die Größe.
Auch ein Formkörper kann durch thermische und/oder Preßdruckbe¬ handlung aus Pulver oder Granulat hergestellt werden.
Die Verwendung des bioresorbierbaren Materials als Pulver, als Granu¬ lat oder als Formkörper hängt im wesentlichen von der jeweiligen An¬ wendung, der Behandlungsmethode und der zu fordernden Stabilität ab. Für die Füllung von kleinen Knochendefekten eignen sich vor allem Pul¬ ver oder auch Granulat. Bei größeren Defekten kann es vorteilhaft sein, einen Formkörper einzusetzen, der gegebenenfalls vom Anwender ent¬ sprechend angepaßt wird.
Ein besonderer Vorteil der erfindungsgemäßen Verwendung des biore¬ sorbierbaren Materials liegt in dessen Porosität. Durch die Ausprägung der Porosität wird die Angreifbarkeit durch körpereigene Faktoren, ins¬ besondere durch Zellen, beeinflußt. Hierdurch wird also die Abbaubar- keit im Körper beeinflußt. Vorteilhafterweise liegt ein Großteil der Poren des Materials im Größenbereich über 100 μm. Diese Poren sind damit optimal zum Einwachsen von Zellen geeignet. Hierdurch wird die Integ¬ ration des Füllmaterials im Körper sowie deren Abbau bzw. Resorption gefördert. Besonders vorteilhaft sind interkonnektierende, also im we¬ sentlichen durchgängige, Poren. Die Poren in den Materialien werden im wesentlichen durch die Korngrößenverteilung des Knochenmehls er¬ zeugt. Sie unterscheiden sich in der Schüttung, also im Pulver oder im Granulat, und in solchen Formkörpern, die mit minimalem Preßdruck erzeugt sind, nur unwesentlich. Die Porosität des Granulats wird darüber hinaus auch durch die Behandlungsbedingungen zur Herstellung des Granulats, vor allem Temperatur und Zeit, mitbestimmt. In einer Schüt¬ tung aus Granulat entstehen neben den im Granulatkorn selbst vorhan¬ denen Poren auch Zwischenräume zwischen den einzelnen Granulat¬ körnern, welche sich durch die Form der Granulatpartikel variieren las¬ sen. Die Porosität von Formkörpern wird zum einen durch die Korngröße des Ausgangsmaterials und zum anderen durch den Preßdruck und die
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übrigen Herstellungsbedingungen des Formkörpers, vor allem Tempera¬ tur und Zeit, bestimmt. Durch das Einstellen der verschiedenen Bedin¬ gungen, die auf die Porosität und insbesondere auf die Porengröße ei¬ nen Einfluß ausüben, kann die Porosität definiert und den jeweiligen Anwendungsbedingungen angepaßt werden. Wie bereits erwähnt, sind Porengrößen in der Größe von etwa 100 μm und größer besonders vor¬ teilhaft.
Die Stabilität vor allem der Granulate und Formkörper läßt sich ebenfalls durch die Herstellungsbedingungen beeinflussen. Wichtige Faktoren sind hierbei die Korngröße des Ausgangsmaterials, der Preßdruck ins¬ besondere bei der Herstellung von Formkörpern sowie die übrigen Her¬ stellungsbedingungen, vor allem Temperatur und Zeit.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verwendung des bioresorbierbaren Materials ist das Material getrocknet bzw. liegt in trockener Form vor, insbesondere wenn es als Formkörper vorliegt. Bei Pulver und Granulat kann sowohl eine trockene als auch eine feuchte Lieferform bevorzugt sein. Mit besonderem Vorteil wird das letztendlich zur Anwendung gelangende Material getrocknet bzw. liegt in trockener Form vor. Das Vorliegen in trockener Form ist insbesondere im Hinblick auf Stabilität und Haltbarkeit vorteilhaft, da die Produktfeuch¬ te im allgemeinen die Stabilität und Haltbarkeit unvorteilhaft beeinflußt. Während der Herstellung des Materials, z.B. beim Pressen eines Form¬ körpers, liegt das Material vorzugsweise als feuchte Masse vor. Hier¬ durch wird eine Agglomeration und somit eine im wesentlichen stabile Zwischenform erzielt, die durch weitere Behandlung weiter stabilisiert werden kann.
Eine Trocknung kann beispielsweise durch Lyophilisation und/oder durch Lufttrocknung erfolgen. Die Trocknung kann durch Temperatur¬ anwendung und/oder Vakuum unterstützt werden. Die Trocknung kann
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in weiten Temperaturbereichen erfolgen. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß Trocknungsart und -bedingungen die Eigenschaften des bioresor- bierbaren Materials beeinflussen können. In einer schonenden Form der Trocknung wird beispielsweise ein demineralisiertes und entfettetes Knochenmaterial bei niedrigen Temperaturen unter Vakuum hergestellt. Durch entsprechendes Ausbreiten von Partikeln vor und/ oder leichte mechanische Kräfte nach der Trocknung läßt sich ein rieselfähiges Pul¬ ver erzeugen. Mit Hilfe einer geeigneten Vorrichtung, beispielsweise ei¬ nem Granulierteller, mit anschließender Trocknung läßt sich ein Granu¬ lat mit verschiedenen Korngrößen bereitstellen. Durch Verpressen vor der Trocknung lassen sich beliebige Formkörper herstellen.
In dem Fall der Trocknung des bioresorbierbaren Materials ist es oftmals vorteilhaft, geeignete Rekonstitutionsmittel einzusetzen, damit sich eine Rückbefeuchtung des Materials nicht nachteilig auf die Eigenschaften des Materials auswirkt.
Die Eigenschaften eines lyophilisierten Materials unterscheiden sich oftmals von den Eigenschaften eines temperaturbehandelten Materials. Beispielsweise weist ein Formkörper, der aus lyophilisiertem Material erzeugt ist, eine verhältnismäßig geringe Stabilität auf, so daß der Zu¬ satz von Bindemitteln für die Herstellung des Formkörpers vorteilhaft sein kann.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Verwendung ist das Material sterilisiert bzw. liegt in sterilisierter Form vor. Für eine Sterilisierung kommen übliche Verfahren in Frage. Bei¬ spielsweise kann das bioresorbierbare Material bestrahlt, insbesondere mit radioaktiven Strahlen, und/oder begast werden, insbesondere mit Ethylenoxid. Ist das bioresorbierbare Material mit Zusatzstoffen, Wirk¬ stoffen und/oder Extrakten versehen (siehe unten), ist im allgemeinen zu berücksichtigen, daß die Sterilisation die Wirksamkeit der eingesetzten
Substanzen beeinflussen kann. Beispielsweise ist es bei Verwendung des Antibiotikums Gentamycin im bioresorbierbaren Material vorteilhaft, wenn eine Sterilisation durch Begasung mit Ethylenoxid vorgenommen wird. Weiterhin ist eine aseptische Herstellung des bioresorbierbaren Materials vorteilhaft, da hierdurch Probleme bei der Sterilisation vermie¬ den werden können.
Weiterhin ist es bevorzugt, wenn das bioresorbierbare Material in ver¬ packter Form vorliegt. Besonders bevorzugt ist es, wenn das Material steril verpackt ist. Innerhalb einer solchen Verpackung kann das Material verschickt und/oder gelagert werden. Während der eigentlichen Anwen¬ dung kann das Material in einfacher Weise der Verpackung entnommen und eingesetzt werden. Um eine Sterilität zu erreichen, kann es bei¬ spielsweise vorgesehen sein, daß der Körper vor dem Verpacken oder auch innerhalb der Verpackung sterilisiert wird, beispielsweise durch Bestrahlen. Als Verpackungsmaterial eignen sich verschiedene Materia¬ lien, beispielsweise Plastikumhüllungen oder Ähnliches. Als Verpackung eignen sich u. a. auch spezielle Spritzen, bei denen der Kolben nicht oder nur in einer geringfügigen Verjüngung endet. In derartige Spritzen kann beispielsweise das feuchte bioresorbierbare Material, welches auf einen definierten Trockensubstanzgehalt eingestellt sein kann, abgefüllt werden und so für den Anwender in praktischer Weise bereitgestellt werden. Zur Einstellung des feuchten Materials auf eine optimale An¬ wendungskonsistenz können Zusatzstoffe und/oder Wirkstoffe vor der eigentlichen Abfüllung in die Spritzen zugesetzt werden.
In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der erfin¬ dungsgemäßen Verwendung ist das Material mit mindestens einem Zu¬ satzstoff, Wirkstoff und/oder Extrakt versehen. Aufgrund seiner Struktur eignet sich das erfindungsgemäß verwendete bioresorbierbare Material in besonders vorteilhafter Weise als Träger für derartige Zusatzstoffe, Wirkstoffe, Extrakte oder beispielsweise auch für Zellen, die ebenfalls
hierunter zu verstehen sind. Allgemein können durch derartige Substan¬ zen die Eigenschaften des erfindungsgemäß verwendeten Materials de¬ finiert und eingestellt werden, um so das erfindungsgemäße Material an die jeweiligen Anwendungen anzupassen. Als Zusatzstoffe, Wirkstoffe oder Extrakte kommen eine Vielzahl von Substanzen in Frage. Beson¬ ders bevorzugt sind jedoch biologisch aktive Zusatzstoffe und/oder Wirkstoffe bzw. biologische Extrakte. Derartige Substanzen können für den Produktschutz vorteilhaft sein, indem sie z. B. einen mikrobiellen Abbau verhindern. Weiterhin können Substanzen eingesetzt werden, die aus therapeutischen Gründen (drug delivery System) und/oder bei der Unterstützung der Knochenheilung und Knochenregeneration vorteilhaft sind. Weiterhin lassen sich auch physikalische Eigenschaften des erfin¬ dungsgemäß verwendeten bioresorbierbaren Materials durch Zusatz¬ stoffe gezielt modulieren. Auch die Freisetzung von Wirkstoffen aus dem Material kann durch weitere Zusatzstoffe beeinflußt werden.
Als Wirkstoffe, insbesondere als biologisch aktive Wirkstoffe, kommen vor allem solche Stoffe in Frage, die lokal wirksam sind und in der unmit¬ telbaren Nähe des Knochendefektes ihren Effekt bewirken. Andererseits können auch systemisch wirksame Substanzen durch das bioresorbier- bare Material in den Körper eingebracht werden. Dies hängt vom jewei¬ ligen Anwendungsfall und dem zu behandelnden Defekt ab.
Als Zusatzstoff bzw. als Wirkstoff kann vorteilhafterweise ein Bindemittel und/oder ein Vernetzungsmittel eingesetzt werden, wodurch die Modifi¬ kationsmöglichkeiten des bioresorbierbaren Materials in weiten Berei¬ chen erhöht werden. Hierdurch können beispielsweise die Stabilität und/ oder die Porosität des Materials beeinflußt werden. Vor allem der Zusatz von Bindemitteln beeinflusst die Porosität. Wenn Partikel beispielsweise lediglich mit dem Bindemittel verrührt werden, wird die Porosität in der Regel stark verringert. Sollte dies, abhängig vom Anwendungsfall, nicht gewünscht sein, ist eine oberflächliche Konditionierung der Einzelparti-
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kel vorteilhaft, d. h. also eine oberflächliche Behandlung der Einzelparti- kel mit Bindemittel. Durch den Zusatz von amphoteren Mitteln und/oder Salzen kann die Hydrophilie des bioresorbierbaren Materials beeinflußt werden. Als amphotere Mittel sind insbesondere biologische Stoffe be¬ vorzugt. Weiterhin kann als Zusatzstoff ein Rekonstitutionsmittel vorge¬ sehen sein. Dies ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn das bioresor- bierbare Material in getrockneter Form vorliegt und vor der Anwendung rückbefeuchtet wird. Die Rückbefeuchtung getrockneter Biopolymere kann problematisch sein, da die Biopolymere bzw. das bioresorbierbare Material nach der Rückbefeuchtung unter Umständen nicht mehr die gewünschten Eigenschaften aufweist. In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn vor der Trocknung Stoffe zugesetzt werden, die bei der Rekonsti- tution vorteilhaft sind und die nach Zugabe von beispielsweise Wasser oder physiologischer Kochsalzlösung die gewünschte Konsistenz und die gewünschten Eigenschaften des bioresorbierbaren Materials erge¬ ben. Weiterhin können als Zusatzstoffe Stoffe eingesetzt werden, die allgemein die Konsistenz des bioresorbierbaren Materials beeinflussen. Hierfür kommen in erster Linie Stoffe in Frage, mit denen sich die Visko¬ sität definiert einstellen läßt. Beispielsweise sind Salze geeignet, insbe¬ sondere Salze von anionischen oder kationischen Polymeren und/oder Biopolymeren.
Als Zusatzstoff bzw. als Wirkstoff, insbesondere als biologisch aktiver Wirkstoff, sind Wachstumsfaktoren, Zytostatika, Antibiotika, radioaktive Materialien und/oder Antikörper bevorzugt. Durch derartige Substanzen kann beispielsweise das bioresorbierbare Material selbst geschützt wer¬ den, insbesondere vor bakterieller Zersetzung. Zusätzlich oder alternativ dazu kann hierdurch das bioresorbierbare Material mit bestimmten Funktionen ausgestattet werden, die im Körper des Patienten vorteilhaf¬ te Wirkung entfalten. Dies kann beispielsweise aus therapeutischen Gründen vorgenommen werden und/oder zur Unterstützung der Kno-
chenheilung und/oder der Regeneration. Hierdurch kann das Material mit osteoinduktiven Eigenschaften versehen werden.
Durch die Verwendung von Wachstumsfaktoren bzw. von osteoindukti¬ ven Faktoren kann insbesondere die Knochen- und/oder Knorpelneubil¬ dung induziert oder gefördert werden, wodurch die Integrations- und Heilungsprozesse im Patienten beschleunigt werden. Geeignete Wachs¬ tumsfaktoren sind beispielsweise BMP {bovine morphogenetic protein), insbesondere BMP-2, BMP-7 und/oder BMP-4, sowie IGF (insuline-like growth factoή, insbesondere IGF-I, und TGF (transforming growth fac- tor), insbesondere TGF-ßl. Weiterhin kann das bioresorbierbare Material mit einem oder mehreren Zytostatika ausgestattet sein. Dies ist beson¬ ders bei krebsartigen Veränderungen im Bereich des Knochendefektes und/oder des umliegenden Gewebes vorteilhaft. In diesem Zusammen¬ hang kann auch radioaktives Material eingesetzt werden, welches eben¬ falls zur Abtötung von entartetem Gewebe vor allem in lokalen Berei¬ chen geeignet ist. Weiterhin ist die Verwendung von Antibiotika als Wirkstoff bevorzugt. Dies kann zum einen Abwehrreaktionen im Körper vermeiden, zum anderen kann hierdurch auch ein Produktschutz des bioresorbierbaren Materials erreicht werden. Darüber hinaus kann auch der Einsatz von Antikörpern in diesem Zusammenhang sinnvoll sein, insbesondere aus therapeutischen Gründen. Diese verschiedenen bei¬ spielhaft erwähnten Substanzen sowie andere wirksame Substanzen können miteinander kombiniert werden und so besonders vorteilhafte Effekte erzielen. Welche Zusatz- und/oder Wirkstoffe gewählt werden, hängt selbstverständlich vom jeweiligen Anwendungsfall ab.
Mit Vorteil kann das bioresorbierbare Material mit einem Extrakt, insbe¬ sondere einem biologischen Extrakt, versehen sein. Ein derartiger Ex¬ trakt kann beispielsweise eine Kombination verschiedener Wirkstoffe enthalten, die biologisch aktiv sein können. Ein solcher Extrakt wird vor¬ zugsweise aus biologischem Material gewonnen. Beispielsweise kann
es sich um einen Extrakt aus demineralisiertem Knochenmaterial han¬ deln, der verschiedene, vor allem biologisch aktive Substanzen enthält, die in Hinsicht auf eine Knochen- bzw. Knorpelneubildung sehr aktiv sind. Bezüglich der Komponenten und der Herstellung eines solchen beispielhaften Extraktes wird auf die Offenbarungen der internationalen Patentanmeldungen WO 91/06324 und WO 93/20857 verwiesen. Ein derartiger Extrakt wird von der Anmelderin unter der Marke „COLLOSS" als Produkt vertrieben. In bevorzugter Weise kann ein solcher Extrakt in Kombination mit anderen wirksamen Substanzen, insbesondere mit an¬ deren biologisch wirksamen Substanzen, eingesetzt werden.
Die Zusatzstoffe, Wirkstoffe und/oder Extrakte können mit dem biore- sorbierbaren Material, weiches beispielsweise aus Pulver vorliegt, ver¬ mischt und so für die Anwendung bereitgestellt werden. Andererseits ist es auch möglich, diese Substanzen in Form einer Beschichtung auf das bioresorbierbare Material aufzubringen. Dies ist insbesondere bei Gra¬ nulaten und vor allem bei Formkörpern vorteilhaft. Beispielsweise läßt sich demineralisiertes und insbesondere auch entfettetes und/oder wei¬ ter extrahiertes Knochenmaterial mit Vorteil mit einem Extrakt beschich¬ ten, insbesondere mit dem erwähnten „COLLOSS". Für eine derartige Beschichtung eignen sich insbesondere Formkörper. Der Extrakt kann als Suspension vorliegen. Das bedeutet für die Verwendung von „COLLOSS" gemäß den zitierten Patentanmeldungen, daß die bei der Herstellung des Extraktes entstehende letzte Stufe vor der Lyophilisation eingesetzt wird. Durch eine Beschichtung in dieser Art läßt sich ein bio- resorbierbares Material herstellen, das sowohl osteokonduktiv als auch osteoinduktiv ist. Es weist eine vorteilhafte Stabilität auf und besitzt eine schnelle Resorbierbarkeit, da kein langsam resorbierendes anorgani¬ sches Material vorhanden ist. Die Porenstruktur ist nicht nur zwischen den einzelnen Partikeln, sondern auch innerhalb der Partikel optimiert, wodurch eine interkonnektierende Porosität bereitgestellt wird, die in¬ nerhalb der Partikel auch für Zellen zugänglich ist. Durch die Beschich-
tung des Materials wird der Extrakt mit seinen wirksamen Substanzen im auszufüllenden Knochendefekt in optimaler Weise verteilt. Insbesondere wird durch die Stabilität der Partikel ein Kollabieren des eingesetzten Materials verhindert. Weiterhin werden die im Extrakt enthaltenen Sub¬ stanzen in vorteilhafter Weise an der inneren und/oder äußeren Oberflä¬ che der Partikel präsentiert, so daß diese Substanzen für den Körper, insbesondere für körpereigene Zellen, verfügbar sind. Diese Zugäng¬ lichkeit der wirksamen Substanzen ist beispielsweise im Vergleich mit autologem Knochen als Füllmaterial deutlich verbessert.
Der Zusatz der Substanzen kann vor oder nach einer Trocknung des Materials erfolgen. Hierbei kann entweder das einsatzbereite bioresor- bierbare Material mit den Zusätzen für die Anwendung bereitgestellt werden, oder es wird dem Anwender die Möglichkeit gegeben, das Ma¬ terial selbst zu beschichten bzw. mit den weiteren Substanzen zu verse¬ hen. Dies kann durch Anbieten eines Kits, in dem alle wesentlichen Komponenten enthalten sind, erfolgen. Bei der Herstellung von Endpro¬ dukten, die bereits Zusatzstoffe, Wirkstoffe und/oder Extrakte enthalten, sollte deren Stabilität gegenüber den Herstellungsbedingungen sowie den Sterilisationsverfahren berücksichtigt werden. In dem Fall, daß der Anwender das Produkt selbst mit entsprechenden Substanzen versieht, muß dies vorteilhafterweise nicht berücksichtigt werden.
Durch das Versehen mit Zusatzstoffen, Wirkstoffen und/oder Extrakten können zum einen äußere Oberflächen des bioresorbierbaren Materials und zum anderen zusätzlich oder alternativ dazu Hohlräume bzw. Innen¬ räume des bioresorbierbaren Materials mit den Substanzen versehen sein. Besonders bevorzugt ist es, wenn wirksame Substanzen in der Art verwendet werden, daß eine kontrollierte Freisetzung ermöglicht wird. Dies kann beispielsweise dadurch geschehen, daß Innenräume und/ oder Poren des bioresorbierbaren Materials mit den wirksamen Sub-
stanzen ausgestattet bzw. modifiziert sind, so daß der Wirkstoff gebun¬ den und dann retardiert freigesetzt wird.
Das erfindungsgemäß verwendete Material kann als Kit für die Anwen¬ dung bereitgestellt werden. Dieser Kit umfaßt zumindest ein deminerali- siertes xenogenes Knochenmaterial und vorzugsweise mindestens ei¬ nen Zusatzstoff, Wirkstoff und/oder einen Extrakt. Mit Hilfe eines solchen Kits hat der Anwender die Möglichkeit, das demineralisierte xenogene Knochenmaterial, welches zur Füllung von Knochendefekten eingesetzt wird, mit einer oder mehreren wirksamen Substanzen zu versehen, die an den jeweiligen Anwendungsfall angepaßt sein können. Es können daher verschiedene Substanzen als Zusatzstoffe, Wirkstoffe und/oder Extrakte im Kit zur Verfügung gestellt werden, so daß der Anwender die jeweils geeignete Substanz oder Substanzen auswählen kann. Weiter¬ hin kann durch die getrennte Zurverfügungstellung von demineralisier- tem xenogenen Knochenmaterial und den weiteren Substanzen eine erhöhte Lagerstabilität ermöglicht werden. Bezüglich weiterer Merkmale des erfindungsgemäßen Kits bzw. des demineralisierten xenogenen Knochenmaterials und der Zusatzstoffe, Wirkstoffe und/oder Extrakte wird auf die obige Beschreibung verwiesen. Neben den bereits be¬ schriebenen Komponenten können in dem Kit beispielsweise auch Komponenten enthalten sein, die für eine Rückbefeuchtung bzw. Re- konstitution des in diesem Fall in trockener Form vorliegenden Materials geeignet sind. Hierbei handelt es sich beispielsweise um steriles Was¬ ser, physiologische Kochsalzlösung oder geeignete Puffer. Weiterhin können in einem derartigen Kit auch andere Hilfsmittel, beispielsweise Werkzeuge, enthalten sein, die im Zuge der Anwendung am Patienten eingesetzt werden können.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Beispielen in Kombination mit den Unteransprüchen.
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Hierbei können die verschiedenen Merkmale jeweils für sich oder in Kombination miteinander verwirklicht sein.
Beispiele
1. Herstellung eines Pulvers
Feuchte demineralisierte, entfettete und mit Gyanidiniumhydrochlorid extrahierte Knochenmatrix mit einer Partikelgröße von < 2.000 μm wird großflächig in einer Schale ausgebreitet und bei Temperaturen bis 200 0C, insbesondere bei 40 bis 120 0C, für 2 bis 40 Stunden getrocknet. Anschließend werden zusammenhaftende Partikel mechanisch zerstört. Das Pulver kann auf einem Sieb in verschiedene Korngrößen fraktioniert und abgefüllt werden. Nach dem Abpacken in eine geeignete Verpa¬ ckung wird nach Sterilisation mit üblichen Verfahren, insbesondere mit Bestrahlung, ein steriles Produkt erhalten.
2. Herstellung eines Formkörpers
Zur Herstellung eines Formkörpers mit einem Durchmesser von 0,8 mm und einer Höhe von 0,5 mm wird etwa 1 ,3 g (bezogen auf die Trocken¬ substanz) einer entmineralisierten, entfetteten und mit Guanidinium- hydrochlorid extrahierten Knochenmatrix mit einer Partikelgröße unter¬ halb von 2.000 μm verwendet. Die feuchte Matrix wird in eine Presse, welche aus einem Rohr mit einem Durchmesser von 0,8 cm und einem Kolben besteht, gegeben. Durch Zusammendrücken wird ein feuchter Formkörper von etwa 0,5 cm Höhe erzeugt. Es folgt eine Temperaturbe¬ handlung bei bis zu 200 °C, insbesondere bei 40 bis 120 °C, für 2 bis 40 Stunden. Hierdurch wird ein trockener, poröser, mechanisch stabiler Formkörper mit den Maßen 0,5 mm (Höhe) x 0,8 mm (Durchmesser) gewonnen. Nach dem Abpacken in eine geeignete Verpackung wird
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nach Sterilisation mit üblichen Verfahren, insbesondere mit Bestrahlung, ein steriles Produkt erhalten.