VORRICHTUNG UND VERFAHREN ZUWI ANPASSEN VON PLATTEN FÜR EINE EX¬ AKTE ANORDNUNG AN EINER PLATTENTRAGEINRICHTUNG
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Vorbereitung von Platten für eine Anordnung an einer Trageinrichtung. Die Erfindung ist insbesondere geeignet zum Vorbereiten von Druckplatten zum Aufspannen auf Druckwalzen von Druckmaschinen. Allgemeiner ist die Erfindung verwendbar zum Plattieren von ebenen oder zylindrischen Körpern verschiedener Art.
In Druckmaschinen, wie sie beispielsweise beim Zeitungsdruck, aber auch für die meisten anderen Drucksachen verwendet werden, werden die zu druckenden Texte oder Graphi¬ ken - in der Fachsprache wird das Druckbild „Image" genannt - auf Druckplatten aufge¬ bracht. Für den Druck werden die Druckplatten auf Druckwalzen befestigt. Bei mehrfarbi¬ gen Druck gibt es für jede Farbe eine eigene Druckplatte, die entsprechend auf eine Druckwalze aufgebracht wird. Für einen exakten passenden Druck ist es wichtig, die Druckplatte exakt auf der Druckwalze zu positionieren.
In Fig. 1 ist eine erste Druckwalze 10 schematisch skizziert. Die Druckwalze 10 hat zur exakten Positionierung einer in Fig. 4 dargestellten Druckplatte 12 an ihrem Umfang eine oder mehrere sich in axialer Richtung erstreckende Nuten 14, 15. In Fig. 2 ist eine zweite, unterschiedlich dimensionierte Druckwalze 16 mit eingespannter Druckplatte 12 in in axi¬ aler Richtung gesehener Draufsicht dargestellt. Für jede Druckplatte 10, 16 ist der Um- fangsabstand U der Nuten 14, 15, die radiale Ausrichtung der Nuten 14, 15 (Winkel α) und die Form der Kante 17 zwischen der Nutwand 14a und der Umfangsfläche 18 cha¬ rakteristisch.
Fig. 3 zeigt ein Beispiel für eine Ausführungsform einer Nut 14 mit einer solchen Kante 17 in vergrößerter schematischer Darstellung. Die Kante 17 ist in der Regel mit einem be¬ stimmten Radius η abgerundet, der ebenfalls für eine bestimmte Druckwalze i charakteris¬ tisch ist. Eine Passfeder 20 ist in der Nut 14 für eine Positionierung der Druckplatte 12 in
axialer Richtung vorgesehen. Eine Positionierung in Umfangsrichtung erfolgt über die bei¬ den Nuten 14, 15.
Für einen exakten Druck sollte die Druckplatte 12 genau auf die Nuten 14, 15 abgestimmt sein, wie dies beispielhaft in Fig. 4 gezeigt ist. Hierfür gibt es Maschinen, mit denen die mit Image 22 versehenen Druckplatten 12 zum Anordnen auf die Druckwalze vorbereitet werden. Beim Aufbringen der Images 22 werden gleich Positionsmarken 24 mit aufge¬ bracht, an denen sich die Maschine orientieren kann. Sie tastet die Positionsmarken 24 optisch ab, positioniert die Druckplatte 12 entsprechend und biegt dann gegenüberlie¬ gende Kanten bereiche 26 und 27 der meist aus Metallblech gebildeten Druckplatten 12 angepasst an die Nutform und Kantenform der Nut 14, 15 bzw. der Kante 17 um. Auch wird eine Ausnehmung (nicht dargestellt) zum Erfassen der Passfeder 20 eingebracht. Hierzu ist größte Genauigkeit vorteilhaft. Ein Beispiel für eine solche Maschine mit Positi¬ onseinrichtung ist in der DE 198 06 579 A1 beschrieben, auf die für weitere Einzelheiten ausdrücklich verwiesen wird.
Diese Maschinen biegen insbesondere die gegenüberliegenden Kantenbereiche 26, 27 aus der ursprünglichen ebenen Erstreckung um einen Winkel ß um, der an den Winkel α angepasst ist. Bei den gezeigten Beispielen der Winkeldefinitionen in den Fig. 2, 3 und 4 wäre ß = 90° +α. Die Form der Biegekante 28 der Druckplatte 12 ist genau an die Kante 17 angepasst, damit sie exakt daran anliegt. Daher ist diese Biegekante 28 mit dem ent¬ sprechenden Radius T1 wie die Kante 17 abgerundet. Der Abstand A1 und A2 der Biege¬ kanten wird von der Positionsmarke 24 aus bestimmt, so dass die Summe A1 + A2 = U ist.
Jeder Druckmaschinenhersteller verwendet Druckwalzen mit entsprechenden charakte¬ ristischen Merkmalen U, 17, 14, 15, η. Die Hersteller bieten meist auch passende Maschi¬ nen zur Vorbereitung der Druckplatten 12 zwecks Verwendung in ihrer Druckmaschine als Zubehör an. Nun gibt es aber immer mehr Druckbetriebe mit mehreren Druckmaschinen verschiedener Hersteller. Für jede ist derzeit eine eigene Druckplattenzurichtmaschine notwendig. Es gibt daher das Bedürfnis, mit einer einzigen Maschine die Druckplatten 12 für unterschiedliche Druckwalzen 12, 16 herrichten zu können.
Aber auch bereits bei einer Druckwalze können verschiedene Radii r-i, r2 und sogar noch ein dritter Radius r3 notwendig sein. Fig. 5 zeigt eine Seiteansicht auf eine bereits für eine besonders komplizierte auf dem Markt befindliche Druckwalze vorbereitet gebogene
Druckplatte 12, an der die drei Radien T1, r2 und r3 vorhanden sind. Bei bisherigen Druck- plattenzurichtmaschinen sind für alle diese drei Radien feste Formkanten vorgesehen, um die Druckplatte mit der notwendigen Genauigkeit umbiegen zu können. Die hier in Rede stehenden Radien der Kantenformen von Druckwalzen liegen üblicherweise in der Grö¬ ßenordnung von wenigen Millimetern, beispielsweise bei 0,5 bis 4 mm, typisch sind 2 oder 3 mm.
Das Problem ist vorstehend anhand des Beispiels von Druckwalzen und Druckplatten be¬ schrieben worden. Anstelle von Walzen könnte die Druckmaschine auch einen anderen Träger haben, beispielsweise eine ebene Tragplatte, auf die eine Druckplatte entspre¬ chend an deren Kanten aufgespannt werden kann. Auch hier besteht das Bedürfnis, mit einer Maschine Anpassungen an verschiedene Träger vorsehen zu können.
Allgemein besteht dieses Bedürfnis überall dort, wo mehrere, unterschiedliche Träger mit einem plattenförmigen Belag derart exakt zu belegen sind, dass der Belag Kanten des Trägers umgreift.
Grundaufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Vorbereiten von plattenförmigen Belägen, insbesondere von plattenförmigen graphischen Trägerme¬ dien, zu schaffen, die universeller als bisher einsetzbar sind.
Für dieses seit langem bestehende Problem hat man bereits seit langem vergeblich nach Lösungen gesucht. Während eine feste Anpassung an einen bestehenden Radius im Stand der Technik mittlerweile nahezu perfekt beherrscht wird, bekam man eine Ände¬ rung von Kantenformen nicht mit der erforderlichen Genauigkeit in den Griff. Schwierigkei¬ ten machte, dass dabei nicht nur eine untere, die Druckwalzenkantenform nachbildende Kantenform ausgewechselt werden musste, sondern auch die Bewegungsbahn des Bie¬ geelements, das den umzubiegenden Kantenbereich der Platte an diese Kantenform an- presst, angepasst werden muss.
Eine brauchbare Lösung sieht die nicht vorveröffentlichte deutsche Patentanmeldung 10 2004 029 722.3 vor, deren Anmeldeunterlagen der hiesigen Patentanmeldung beigefügt sind und auf die für weitere Einzelheiten ausdrücklich Bezug genommen wird und die Teil der hiesigen Offenbarung bildet. Dabei ist Anpassen der Plattenherrichtvorrichtung an verschiedene Trägereinrichtungen eine Mehrzahl von Kantenformen vorgesehen, die zum
Anpassen an eine bestimmte Trägereinrichtung ausgewählt und entsprechen angeordnet werden. Die Bewegungsbahn des Biegeelements wird durch eine Änderungsmechanik, mit der eine Schwenkachse für einen Biegebalken verschiebbar ist, angepasst.
Mit der Erfindung soll nun eine einfach und kostengünstig herstellbare, universell einsetz¬ bare Plattenherrichtvorrichtung geschaffen werden, die vorteilhafterweise auch im nachhi¬ nein an andere Kantenformen als zunächst vorgesehen anpassbar sein soll. Außerdem soll ein einfaches, universell einsetzbares Verfahren zum Umbiegen von Platten zur exak¬ ten Positionierung an die unterschiedlichsten Trägervorrichtung geschaffen werden.
Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des beigefügten Anspruches 1 bzw. ein Verfahren mit den Schritten des beigefügten Nebenanspruches.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
Die Erfindung schafft demnach eine Vorrichtung zur Vorbereitung von Platten für eine An¬ ordnung auf einer Trägereinrichtung, wie beispielsweise auf einer Walze, insbesondere Druckwalze, oder auf einen Drucktisch. Das Vorbereiten erfolgt durch Abbiegen eines Kantenbereichs der Platte, um mit dem abgebogenen Kantenbereich eine Kante der Trä¬ gereinrichtung zu umfassen und/oder zu hintergreifen. Die erfindungsgemäße Vorrichtung hat eine Festhalteeinrichtung zum Festhalten der Platte und eine Biegeeinrichtung mit ei¬ nem Biegeelement zum Umbiegen des Kantenbereichs der Platte. Mit der Festhalteein¬ richtung wird die Platte festgehalten und mit der Biegeeinrichtung gebogen. Im Gegensatz zu der Vorrichtung und dem Verfahren nach der deutschen Patentanmeldung 10 2004 029 722.3 wird die Biegeform jedoch nicht durch Anpassen an eine Kantenform bestimmt. Das Umbiegen erfolgt vielmehr in kleine Schritten um kleine Winkel, wobei zwischen den Umbiegeschritten die Platte relativ zu der Formeinrichtung immer ein Stück nachgescho¬ ben wird.
Zwar ist in bevorzugter Ausführung der Erfindung - wie bei der früheren Patentanmeldung - ebenfalls eine Formeinrichtung, die eine - meist ebene - Auflagefläche zum Auflegen der durch die Festhalteeinrichtung festzuhaltenden Platte und eine der Auflagefläche be¬ nachbarte Kantenform vorgesehen. Jedoch, selbst wenn hier beispielsweise eine Kanten¬ form mit einem sehr kleinen Radius r0 eingesetzt wird, können dennoch durch das schritt-
weise Umbiegen ein weitaus größerer Radius oder auch beliebige andere Formen nach¬ gebildet werden.
Damit kann die Platte an verschieden geformte Kanten der Trägereinrichtung angepasst werden. Unterschiedliche Kantenformen an der Trägereinrichtung sind zum Beispiel zylin¬ derförmig abgerundete Kanten mit unterschiedlichen Krümmungsradien. Auch sonstige Krümmungen mit unterschiedlichen Krümmungsausmaßen sind denkbar. Die Nachbil¬ dung erfolgt dabei durch schrittweises Abbiegen und Weiterschieben, so dass bei genau¬ er Betrachtung ein Polygonzug als Kantenform entsteht. Bei genügend kleiner Wahl der Abbiegwinkel und der Wegschritte lassen sich jedoch auch sehr kleine Radien und sehr feine komplizierte Umbiegungsformen sehr genau nachbilden.
Die Steuerung des Formprozess erfolgt vorzugsweise mit einer programmierbaren Steue¬ rung und entsprechend angepasster Software, die das Relativverschieben von Platte und Formeinrichtung in Schritten Δs und das Umbiegen um kleine Winkel in Schritten Δφ mit¬ einander koordiniert. Durch Softwareupdate, das auch online erfolgen könnte, kann auch im Nachhinein, lange nach der Lieferung und Montage der Vorrichtung, ohne mechani¬ sche Arbeiten eine neue Umbiegeform, beispielsweise eine Kreisbogenform mit neuem Radius eingestellt werden.
Die Biegeeinrichtung hat als Biegeelement bevorzugt einen Biegebalken, der den Kan¬ tenbereich der von der Festhalteeinrichtung auf der ebenen Auflage festgehaltenen Platte erfassen und umbiegen kann. Der Biegebalken ist weiter bevorzugt an seinen Endberei¬ chen so gelagert, dass er um die jeweils ausgewählte Kantenform herum schwenkbar ist. Der Schwenkradius kann bei verschiedenen Radien gleich bleiben und ist bevorzugt an einen kleinstmöglichen Radius r0, der durch eine entsprechende Kantenform, wie sie grundsätzlich bereits Stand der Technik ist, vorgegeben ist, angepasst. Radien η>r0 las¬ sen sich dann leicht durch die erfindungsgemäße Schritttechnik reproduzieren.
Die Festhalteeinrichtung weist vorzugsweise ein Presselement, insbesondere einen Pressbalken, auf. Das Presselement ist weiter bevorzugt relativ zu der ebenen Auflageflä¬ che beweglich. So kann man dann die Platte zum Festhalten gegen die ebene Auflageflä¬ che pressen. Durch Bewegung des Presselements in die andere Richtung ist die Platte dann wieder lösbar. Grundsätzlich kann die Festhalteeinrichtung unabhängig von der Bie-
geeinrichtung ausgebildet und bewegbar sein. Einfacher wird die Konstruktion, wenn die Festhalteeinrichtung zusammen mit der Biegeeinrichtung verschiebbar ist.
Um mehrere Kantenbereiche der Platte, insbesondere die sich gegenüberliegenden Kan¬ tenbereiche 26 und 27, in einem Bearbeitungsschritt umbiegen zu können, ist bevorzugt, dass mehrere Umbiegeeinrichtungen vorgesehen sind. Mit der erfindungsgemäßen Tech¬ nik ist es nun möglich, diese nun völlig gleich oder einfach spiegelbildlich auszubilden. Unterschiedliche Biegeformen werden auch hier durch die Software und die schrittweise Umbiegung realisiert.
Vorzugsweise ist weiter eine Positioniereinrichtung zum Ausrichten der Platte vor dem Festhalten und Umbiegen vorgesehen, insbesondere der Art, wie sie in der DE 198 06 579 A1 gezeigt und beschrieben ist. Diese Positioniereinrichtung wird weiter bevorzugt gleich auch als Transporteinrichtung zum schrittweisen Relativverschieben von Platte und Biegeelement verwendet. Alternativ kann die Formeinrichtung mit Festhalte- und Biege¬ element bewegt werden und die Platte ortsfest gehalten werden.
Die Bewegungen der einzelnen Einheiten der Vorrichtung erfolgt bevorzugt über Schritt¬ motoren. Diese lassen sich sehr genau ansteuern und ermöglichen so die elektronisch gesteuerte schrittweise Formgebung. Mit heute auf dem Markt befindlichen Schrittmotoren lassen sich mikrometergenaue Einstellungen mit den hier zum Umbiegen und Bewegen erforderlichen Kräften vornehmen.
Die Erfindung schafft weiter ein, insbesondere durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung gegebenenfalls manuell oder vorzugsweise (- z. B. durch Computerunterstützung -) auto¬ matisch durchführbares Verfahren zum Vorbereiten einer Platte zwecks Aufbringen der¬ selben auf eine Trägereinrichtung. Bei dem Verfahren wird ein Kantenbereich der Platte so umgebogen, dass der Kantenbereich der Platte eine Kante der Trägereinrichtung mög¬ lichst exakt anliegend umfassen und/oder hintergreifen kann. Das erfindungsgemäße Ver¬ fahren hat in bevorzugter Ausführung folgende Schritte: a) Festhalten der Platte, b) Abbiegen der Platte an einer ersten Stelle mit einem Biegeelement, c) Loslassen der Platte d) Relativverschiebung des Biegeelements und der Platte e) Festhalten der Platte
f) Abbiegen der Platte an einer zweiten Stelle mit dem Biegelement und g) Wiederholen der Schritte a) bis f) bis eine gewünschte Umbiegeform erreicht ist.
Bevorzugte Verwendungszwecke der erfindungsgemäßen Vorrichtung bzw. des erfin¬ dungsgemäßen Verfahrens sind die graphische Industrie und Druckbetriebe sowie Re¬ produktionsmaschinen, wo die Erfindung insbesondere zum Vorbereiten von Druckplatten für unterschiedliche Druckwalzen verwendbar ist. Mit einer einzigen erfindungsgemäßen Vorrichtung kann beispielsweise ein Druckbetrieb alle Druckplatten für zwei oder mehr un¬ terschiedliche Druckmaschinen, beispielsweise auch unterschiedlicher Hersteller, vor¬ bereiten.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand der beigefügten Zeich¬ nung näher erläutert. Darin zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Ansicht einer ersten Druckwalze als Beispiel für eine
Trägereinrichtung, an welche Platten, wie beispielsweise Druckplatten, an¬ zupassen sind;
Fig. 2 eine Draufsicht in axialer Richtung auf eine zweite Druckwalze zur Erläute¬ rung der unterschiedlichen Parameter von Druckwalzen, die bei der Anpas¬ sung zu berücksichtigen sind;
Fig. 3 eine perspektivische Detailansicht eines Endbereiches einer Nut bei einer der beiden Druckwalzen von Fig. 1 oder Fig. 2 zur weiteren Verdeutlichung der unterschiedlichen Druckwalzenparameter;
Fig. 4 eine perspektivische Ansicht eines Teils einer Druckplatte, die bereits zur
Anbringung an einer Druckwalze vorbereitet ist;
Fig. 5 eine schematische Querschnittsdarstellung einer weiteren Druckplatte, die zur Anbringung an einer weiteren, nicht näher dargestellten Druckwalze vor¬ bereitet ist;
Fig. 6 eine schematische Querschnittsdarstellung einer Ausführungsform einer
Vorrichtung zum Vorbereiten einer Druckplatte, mittels der die Druckplatte in
die in Fig. 4 oder Fig. 5 gezeigte Form bringbar ist, wobei nur hier interessie¬ rende Teile der Vorrichtung gezeigt sind und weitere, grundsätzlich bekann¬ te Teile zur besseren Übersichtlichkeit weggelassen worden sind; und
Fig. 7 eine weitere schematische Querschnittsdarstellung vergleichbar mit Fig. 6 zur Verdeutlichung der Durchführung und Verwendung des mit der Vorrich¬ tung durchführbaren Umbieg ungsverfahrens;
Fig. 8 bis 17 schematische Querschnittsdarstellungen der Vorrichtung gemäß Fig. 6 bei nacheinanderfolgenden Schritten des Umbiegeverfahrens.
In der vorerwähnten früheren deutschen Patentanmeldung 10 2004 029722.3 wird eine Vorrichtung zum Herrichten von Druckplatten im Einzelnen erläutert. Die hier vorliegende Vorrichtung unterscheidet sich von der Vorrichtung der früheren Patentanmeldung im we¬ sentlichen durch die Ausbildung der Formeinrichtung zum Formen der Kantenform sowie durch die Steuerung zum Steuern dieses Formvorganges.
In Fig. 6 ist eine schematische Darstellung der wesentlichen Teile einer solchen Platten- herrichtvorrichtung 30 mit einer Formeinrichtung 32 und einer Transporteinrichtung 34 ge¬ zeigt.
Die Formeinrichtung 32 weist ein Festhalteelement 36 zum Festhalten einer umzubiegen¬ den Druckplatte während des Biegevorganges, ein Biegeelement 38 zum Umbiegen des Kantenbereichs der Druckplatte und eine Kantenform 40 auf. Das Festhalteelement ist in der gezeigten Ausführungsform ein Pressbalken 36. Das Biegeelement ist hier in Form eines Biegebalkens 38 ausgebildet; und die Kantenform ist bei der gezeigten Ausfüh¬ rungsform durch einen Formbalken 40 gebildet.
Der Formbalken 40 hat eine ebene Auflagefläche 42, gegen die die Druckplatte 12 mit Hil¬ fe des Pressbalkens 36 zum Festhalten gepresst werden kann. Der Formbalken 40 hat weiter eine mit einem kleinsten Radius R0 im Schnitt kreisbogenförmig profilierte Kante 44. Anschließend an diese kreisbogenförmig umgebogene Kante 44 schließt sich eine ebene Fläche 46 an.
Der Pressbalken 36 und der Biegebalken 38 lassen sich gemeinsam mittels eines oder mehrerer Schrittmotore in horizontaler Richtung bewegen, um die Druckplatte auf der Auf¬ lagefläche 42 festzuhalten oder freizugeben. Zusätzlich ist eine nicht näher dargestellte Schwenkeinrichtung 48 vorgesehen, mittels der der Biegebalken 38 relativ zu dem Press¬ balken 36 und dem Formbalken 40 um einen ersten Mittelpunkt M1 mit einem Radius schwenkbar ist, der etwa dem Radius R0 plus der Dicke D der Druckplatte 12 entspricht.
Die Transporteinrichtung 34 dient zum einen zum genauen Positionieren der Druckplatte, um die entsprechende Kantenform und gegebenenfalls weitere Formgebungen an der Druckplatte 12 einzubringen. In dem hier vorliegenden Beispiel dient die Transporteinrich¬ tung 34 jedoch zusätzlich zu einem schrittweisen Verschieben der Druckplatte 12 relativ zu der Formeinrichtung 32. Die Transporteinrichtung 34 weist hierzu einen Transporttisch 50 auf, an dem die Druckplatte 12 durch eine Vakuumeinrichtung angesaugt und dadurch fixiert werden kann. Zum Positionieren und Vorschieben der Druckplatte 12 lässt sich der Transporttisch 50 relativ zum Formbalken 40 mittels wenigstens eines Servomotors 52 verschieben.
Die Formeinrichtung 32 mit Pressbalken 36 und Biegebalken 38 lässt sich in bevorzugter Ausführung insgesamt an einer Führung 54 verschieben.
In Figur 6 ist nur eine Seite der Vorrichtung gezeigt. In Figur 6 rechts gesehen kann sich eine spiegelbildlich angeordnete weitere Formeinrichtung, die ansonsten exakt der Form¬ einrichtung 32 entspricht, anschließen. Durch Relativbewegung der Formeinrichtungen zueinander lässt sich der gewünschte Abstand U der umgebogenen Kanten 38 einstellen. Bei einer solchen Ausführungsform ist es auch vorteilhaft, wenn alternativ oder zusätzlich zu der Servomotorsteuerung des Transporttisches 50 auch die Bewegung der Formein¬ richtungen 32 in den Führungen durch einen weiteren Servomotor 56 gesteuert durch¬ führbar sind.
Sämtliche Servomotoren oder Schrittmotoren 52, 56 zum Relativverschieben der Druck¬ platte 12 und Formeinrichtung 32 und zum Bewegen des Pressbalken 36 und des Biege¬ balkens 38 lassen sich durch eine speicherprogrammierbare Steuerungsvorrichtung, die beispielsweise in einem handelsüblichen Computer realisiert werden kann oder gesondert an der Vorrichtung vorgesehen ist, steuern. Die Steuerung erfolgt dabei weiter bevorzugt mittels einer in die Steuerungsvorrichtung geladenen Software.
Diese Steuervorrichtung, die hier nicht näher dargestellt ist, steuert den Bewegungsablauf der Plattenherrichtvorrichtung derart, dass in dem Falle, dass ein gewählter Radius Rn, der größer als der kleinste Radius R0 ist, zur Formgebung dienen soll, eine schrittweise Abbieg ung der Druckplatte erfolgt. Die Druckplatte 12 wird zunächst in Richtung der Plat¬ tenzuführung 58 zwischen Formbalken 40 einerseits und Pressbalken 36 und Biegebal¬ ken 38 andererseits gebracht und dann durch Verschwenken des Biegebalkens um einen kleinen Biegewinkel Δ φ abgebogen. Danach wird die Druckplatte 12 durch den Trans¬ porttisch um einen kleinen Wegschritt Δ s weitergeschoben, woraufhin dann eine zweite Abbiegung erfolgt. Durch Wiederholung dieser Schritte erfolgt eine immer weitergehende Abbiegung, bis nach der letzten Biegung, wie in Fig.6 angegeben, durch den dann sich einstellenden Polygonzug einer kreisbogenförmige Kantenform mit Radius Rn nachgebil¬ det wird. Trotz der relativ einfachen Mechanik der stets gleichen Umbiegung des Biege¬ balkens mit gleichbleibenden Radius um den gleichbleibenden Mittelpunkt M-i lässt sich so ein weitaus größerer gewählter Radius Rn mit einem unterschiedlichen Mittelpunkt M2 er¬ reichen.
Wie in Fig. 7 angedeutet entspricht dieser Mittelpunkt M2 dann dem für die gesamte Druckplatte 12 gewünschten Biegemittelpunkt.
Das Umbiegeverfahren wird im folgenden anhand der Darstellung der einzelnen Schritte in den Fig 8-17 näher verdeutlicht.
In Fig. 8 wird die Druckplatte 12 zwischen den Formbalken 40 und den Pressbalken 36 sowie den Biegebalken 38 eingefügt. Die Druckplatte 12 ist noch eben.
Als nächster Schritt wird, wie in der Darstellung von Fig. 9 gezeigt, die Einheit aus Press¬ balken 36, Schwenkeinrichtung 48 und Biegebalken 38 nach unten zu dem Formbalken 40 bewegt, um die Druckplatte 12 festzuhalten.
Wie in Fig. 10 gezeigt, wird dann der Biegebalken 38 um einen kleinen Winkel Δ φ um den Mittelpunkt M1 verschwenkt.
Wie in Fig. 11 dargestellt, wird dann der Biegebalken 38 zurückverschwenkt und, siehe Fig. 12, die Einheit aus Pressbalken 36, Biegebalken 38 und Schwenkeinrichtung 48 nach
oben bewegt, um die Druckplatte 12 freizugeben. Die Transporteinrichtung 34 bewegt dann die Druckplatte 12 um einen Schritt Δ s weiter in die Formeinrichtung 32 hinein.
Es erfolgt gemäß Fig. 13 wiederum ein Pressvorgang und ein Schwenkvorgang, der wie in Fig. 14 dargestellt endet.
Diese Schritte werden immer wieder wiederholt, bis sich die in Fig. 15 dargestellte Um¬ biegeform für die Druckplatte 15 darstellt.
In Fig. 16 ist dargestellt, dass sich der Mittelpunkt M2 der so erhaltenen Umbiegeform für die Druckplatte von dem Mittelpunkt Mi der Schwenkbewegung unterscheidet.
Und in Fig. 17 ist der gegenüber dem Radius R0 größere tatsächlich erhaltene Umbiege¬ radius Rn verdeutlicht.
Wie erläutert, erfolgt die Steuerung dieses Vorganges durch Software. Durch eine Soft¬ wareänderung oder durch eine Ergänzung können andere Biegeformen erzielt werden, ohne dass mechanische Teile der Vorrichtung umgestellt oder geändert werden müssten. Eine Softwareänderung kann auch aus der Ferne heraus, beispielsweise über das Inter¬ net erfolgen, wenn die Steuerung über eine entsprechende Netzwerkschnittstelle verfügt.
Die Umbiegung ist anhand einer Kreisbogenform, welche die üblichste Form darstellt, er¬ läutert worden. Mit dieser Umbiegetechnik lassen sich ersichtlich naturgemäß auch ande¬ re Formen wie elliptische oder paraboloide Formen nachbilden.
Mikroskopisch betrachtet ist die durch diese Technik erhaltene Kantenform nicht exakt kreisrund, sondern mit kleinen Buckeln, sozusagen polygonzugförmig ausgebildet. Die einzelnen Teilstücke dieses Polygonzuges sind jedoch nicht durch Geraden gebildet, son¬ dern durch Krümmungen mit dem Radius R0 der stationär verwendeten Kante 44 des Formbalken 40.
Durch eine entsprechende Vielzahl von Schritten lässt sich aber dennoch eine sehr exak¬ te Anpassung an die derzeit üblichen Kantenformen von Druckwalzen oder dergleichen erreichen.
Entsprechend automatisiert lässt sich das Verfahren sehr schnell durchführen, so dass mehr als 300-350 Druckplatten pro Stunde hergerichtet werden können.
BEZUGSZEICHENLISTE
erste Druckwalze
Druckplatte erste Nut zweite Nut zweite Druckwalze
Kante
Umfangsfläche
Passfeder
Image
Positionsmarken
Kantenbereich
Kantenbereich
Biegekante der Druckplatte
Plattenherrichtvorrichtung
Formeinrichtung
Transporteinrichtung
Pressbalken (Festhalteelement)
Biegebalken (Biegeelement)
Formbalken (Kantenform)
Auflagefläche
Kante ebene Fläche
Schwenkeinrichtung
Transporttisch
Servomotor
Führung
56 Servomotor
58 Plattenzuführung
Ai1A2 Abstand Biegekanten von Positionsmarken
D Dicke der Druckplatte 12
M11M2 Mittelpunktlinie der Kantenform η, r... Krümmungsradius der Kante 17 bzw. einer i-ten Kantenform
U Umfangsabstand