Herbizide Mischung
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Zusammensetzung, enthaltend A) die Verbindung der Formel I, Metazachlor,
wobei die Verbindung der Formel I selbst in suspendierter Form vorliegt, B) die Verbindung der Formel II, Dimethenamid,
wobei die Verbindung der Formel Il selbst in emulgierter Form vorliegt und C) die Verbindung der Formel III, Quinmerac,
wobei die Verbindung der Formel III selbst in suspendierter Form vorliegt.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ist herbizid wirksam.
Weiterhin sind Gegenstand der Erfindung Mittel, wie beispielsweise die anwendungsbereite Spritzbrühe, die die Zusammensetzung, sowie mindestens einen festen oder flüssigen Trägerstoff und gegebenenfalls mindestens einen grenzflächenaktiven Stoff enthalten.
Verfahren zur Herstellung der Zusammensetzung beziehungsweise der Mittel und ihre Verwendung sowie Verfahren zur Bekämpfung unerwünschten Pflanzenwuchses sind ebenfalls Gegenstand dieser Erfindung.
Weitere Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung sind den Ansprüchen, der Beschreibung und den Beispielen zu entnehmen. Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale des erfindungsgemäßen Gegenstandes nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen verwendbar sind, ohne den Rahmen der Erfindung zu verlas- sen.
Die Verbindung der Formel I, Metazachlor, gehört zur Verbindungsklasse der Chlor- acetanilid-Herbizide, die an sich bekannt ist (The Pesticide Manual, tenth Edition, 1994, p. 667). Methoden zu ihrer Herstellung werden beispielsweise in der EP 0 411 408 beschrieben.
Metazachlor wird im allgemeinen in Raps- und Gemüsekulturen eingesetzt. Unter Metazachlor wird im folgenden 2-Chlor-(2',6'-dimethyl-N-pyrazol-1-yl-methyl)-acetanilid in allen seinen Kristallmodifikationen, insbesondere der triklinen und monoklinen Modifi- kation verstanden, wobei das in EP 0 41 1 408 und in EP 1 342 412 beschriebene mo- nokline Metazachlor ausdrücklich mit umfasst ist. Als SC-Formulierung liegt Metazachlor beispielsweise im Handelsprodukt Butisan® S vor.
Die Verbindung der Formel II, Dimethenamid, gehört zur Verbindungsklasse der Amid- Herbizide, die ebenfalls an sich bekannt ist (The Pesticide Manual, tenth Edition, 1994, p. 345). Methoden zu ihrer Herstellung werden beispielsweise in der EP 0 210 320 beschrieben. Unter Dimethenamid werden alle isomeren Formen von 2-chloro-N-(2,4- dimethyl-3-thienyl)-N-(2-methoxy-1 -methylethyl)acetamide verstanden, insbesondere das S-Isomer, Dimethenamid-P. Im Handelsprodukt Spectrum® liegt Dimethenamid in einer EC-Formulierung vor.
Ebenfalls als solche bekannt ist die Verbindung der Formel III, Quinmerac, die zur Verbindungsklasse der Quinolincarboxylsäure-Herbizide gehört (The Pesticide Manual, tenth Edition, 1994, p. 893). Methoden zu deren Herstellung werden beispielsweise in der EP 0 277 631 beschrieben. Als SC-Formulierung liegt Quinmerac beispielsweise im Handelsprodukt Butisan® Top zusammen mit Metazachlor vor.
Im Pflanzenschutz, insbesondere bei der Unkrautbekämpfung, kann es notwendig sein, verschiedene Wirkstoffe miteinander zu kombinieren, deren Wirkung sich optimal im Hinblick auf das Spektrum der Zielpflanzen ergänzt, beziehungsweise deren Wirkung sich bei gemeinsamer Anwendung synergistisch, das heißt mehr als additiv, im Vergleich zu den Einzelanwendungen verstärkt. In der Folge ist es möglich, Applikationsraten herbizider Wirkstoffe zu senken bei gleich guter oder sogar verbesserter Wirkung
(Aktivität und Selektivität). Jedoch ist die zu beobachtende Wirkung bei der Verwendung einer Mischung nicht zwingend aus der Wirkung der jeweiligen Einzelverbindungen ableitbar. Es können sowohl die physikalisch-chemische Unverträglichkeit der Wirkstoffe als auch bestimmte biochemische oder biologische Wechselwirkungen auf- treten.
In der EP 1 810 570 wird eine herbizide Mischung, enthaltend Dimethenamid und Chloracetanilide offenbart. Mischungen aus Dimethenamid und Metazachlor zeigen eine gute herbizide Wirkung, nicht jedoch gegen alle, zusammen mit bestimmten KuI- turpflanzen auftretenden Schadpflanzen.
Aus der WO 05/015999 gehen Metazachlor-haltige herbizide Mischungen hervor, wobei jedoch mindestens einer der enthaltenen Wirkstoffe mikroverkapselt sein muss. Das Mikroverkapselungsverfahren ist unter Umständen technisch aufwändig und kann entsprechend zu einer Erhöhung der Produktionskosten und damit des Verkaufspreises des Produktes führen. Zum anderen kann die Mikroverkapselung der Wirkstoffe zu einer geringeren biologischen Verfügbarkeit und damit zu einer schlechteren biologischen Aktivität, also herbizider Wirkung führen.
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es, eine herbizid wirksame Zusammensetzung zu entwickeln, die eine breite Anwendbarkeit hat. Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es insbesondere, eine synergistisch herbizid wirksame Zusammensetzung zu entwickeln, die die spezifische Wirksamkeit der Komponenten unterstützt und gleichzeitig die einfache, zuverlässige Anwendung gewährleistet. Dadurch sollte es möglich werden, ökologisch und ökonomisch vorzugehen und dabei noch eine wirksame Unkrautbekämpfung zu ermöglichen.
Diese Aufgabe konnte mit der eingangs beschriebenen Zusammensetzung beziehungsweise den herbizid wirksamen Mitteln gelöst werden.
Der Anwender, beispielsweise der Landwirt, verwendet die erfindungsgemäße herbizide Zusammensetzung beziehungsweise das herbizide Mittel, üblicherweise für die Anwendung in einer Vordosiereinrichtung, im Rückenspritzer, im Spritztank oder im Sprühflugzeug. Dabei wird die herbizide Zusammensetzung mit Wasser und/oder Puf- fer auf die gewünschte Anwendungskonzentration gebracht, wobei gegebenenfalls weitere Hilfs- und Zusatzstoffe zugegeben werden, und so die anwendungsbereite Spritzbrühe beziehungsweise das erfindungsgemäße herbizide Mittel erhalten wird. Üblicherweise werden 50 bis 1500 Liter der anwendungsbereiten Spritzbrühe pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche aufgebracht, bevorzugt 100 bis 400 Liter.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung ist insbesondere herbizid wirksam und enthält die Komponenten A), B) und C) in jeweils synergistisch herbizid wirksamen Men-
gen. Sie ist in ihrer Wirkung für diejenigen Kulturpflanzen selektiv, für welche die Einzelkomponenten selbst auch verträglich sind.
Die Verbindung der Formel I, Metazachlor, liegt in der erfindungsgemäßen Zusam- mensetzung in suspendierter Form als kristalliner Wirkstoff definierter Partikelgröße in einer flüssigen Phase zusammen mit geeigneten Formulierhilfsstoffen vor. Die mittlere Partikelgröße des Wirkstoffs ist kleiner als 10 μm, vorzugsweise 1 ,5 bis 3,0 μm.
Metazachlor kann in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung vollständig in einer nicht-monoklinen, z.B. der triklinen, Modifikation, teilweise in einer nicht-monoklinen, z.B. der triklinen, Modifikation und teilweise in der monoklinen Modifikation oder vollständig in der monoklinen Modifikation vorliegen. Vorzugsweise liegt Metazachlor in der monoklinen Modifikation vor.
Die Aufwandmenge an Komponente A) Metazachlor der erfindungsgemäßen Zusammensetzung beträgt üblicherweise von 100 bis 1500 g/ha, bevorzugt von 250 bis 1000 g/ha. Insbesondere bevorzugt werden Aufwandmengen von 500 bis 750 g/ha. Das entspricht bei einem üblichen Spritzbrühenvolumen von 100 bis 400 Litern pro Hektar einem Konzentrationsbereich der Komponente A) von 1 ,25 g/lspπtzbmhe bis 7,5 g/lspntzbruhe.
Die Verbindung der Formel II, Dimethenamid, liegt in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung in emulgierter Form als öliger Wirkstoff definierter Tropfengröße in flüssiger Phase zusammen mit geeigneten Formulierhilfsstoffen vor. Die mittlere Tropfen- große des Wirkstoffs ist kleiner als 10 μm, vorzugsweise 2 bis 5 μm.
Dimethenamid kann in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung als R- oder S- Isomer oder als deren Gemisch vorliegen. In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Komponente B) das S-Isomer, Dimethenamid-P.
Die Aufwandmenge an Komponente B) Dimethenamid der erfindungsgemäßen Zusammensetzung beträgt üblicherweise von 100 bis 1500 g/ha, bevorzugt von 250 bis 1000 g/ha. Insbesondere bevorzugt werden Aufwandmengen von 250 bis 500 g/ha. Das entspricht bei einem üblichen Spritzbrühenvolumen von 100 bis 400 Litern pro Hektar einem Konzentrationsbereich der Komponente B) von 0,625 g/lspπtzbmhe bis 5 g/lspntzbruhe-
Die Verbindung der Formel III, Quinmerac, liegt in der erfindungsgemäßen Zusammensetzung in suspendierter Form als kristalliner Wirkstoff definierter Partikelgröße in einer flüssigen Phase zusammen mit geeigneten Formulierhilfsstoffen vor. Die mittlere Partikelgröße des Wirkstoffs ist kleiner als 10 μm, vorzugsweise 1 ,5 bis 3,0 μm.
Die Aufwandmenge an Komponente C) Quinmerac der erfindungsgemäßen Zusammensetzung beträgt üblicherweise von 100 bis 500 g/ha, bevorzugt von 200 bis 300 g/ha. Insbesondere bevorzugt werden Aufwandmengen von 250 g/ha. Das entspricht bei einem üblichen Spritzbrühenvolumen von 100 bis 400 Litern pro Hektar einem Konzentrationsbereich der Komponente B) von 0,625 g/lspπtzbmhe bis 2,5 g/lspntzbruhe-
Die Aufwandmenge der Komponenten A), B) und C) der erfindungsgemäßen Zusammensetzung insgesamt liegt üblicherweise zwischen 1000 und 2000 g/ha, bevorzugt bei 1250 g/ha.
Für das erfindungsgemäße Verfahren ist es unerheblich, ob die Herbizide A), B) und C) gemeinsam oder getrennt angewendet werden und, im Falle der getrennten Anwendung, in welcher Reihenfolge. Es ist lediglich erforderlich, dass die Komponenten A), B) und C) in einem Zeitrahmen angewendet werden, der die gleichzeitige Wirkung die- ser Herbizide auf die Pflanzen erlaubt.
In einer Ausgestaltungsform sind für den ,pre-plant burn down' - die Vernichtung unerwünschten Pflanzenwuchses vor der Aussaat der Kulturpflanzen-, 1000 g bis 2000 g in 100 bis 400 Litern Spritzbrühe für eine Fläche von einem Hektar enthalten; in einer weiteren Ausgestaltungsform für den Vor- oder Nachauflauf sind 1000 bis 2000 g, bevorzugt 1250 g in 100 bis 400 Litern Spritzbrühe für eine Fläche von einem Hektar enthalten.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält die Komponenten A) Metazachlor und b) Dimethenamid üblicherweise in einem Verhältnis (w/w) von 10:1 bis 1 :10.
Bevorzugt wird ein Mischungsverhältnis (w/w) der Komponenten A) und B) von 4:1 bis 1 :4.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform liegen die Komponenten A) und B) in einem Verhältnis (w/w) von 3:1 bis 1 :1 vor.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält die Komponenten A) Metazachlor und C) Quinmerac üblicherweise in einem Verhältnis (w/w) von 10:1 bis 1 :10.
Bevorzugt wird ein Mischungsverhältnis (w/w) der Komponenten A) und C) von 4:1 bis
1 :4.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform liegen die Komponenten A) und C) in einem Verhältnis (w/w) von 3:1 bis 1 :1 vor.
Die Komponenten A), B) und C) können einzeln oder bereits teilweise oder vollständig miteinander gemischt zur Herstellung der erfindungsgemäßen herbiziden Zusammen-
setzung verwendet werden. Es ist auch möglich, dass sie wie Teile eines Baukastens (kit of parts) als Kombinationsmittel verpackt und weiterverwendet werden.
In einer erfindungsgemäßen Ausführungsform wird die Komponente A) Metazachlor als reiner Wirkstoff zur Herstellung der herbiziden Zusammensetzung verwendet. Gemäß einer anderen erfindungsgemäßen Ausführungsform liegt die Komponente A) als beispielsweise mit Hilfsstoffen formulierter suspendierter Wirkstoff vor.
In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform wird die Komponente B) Di- methenamid als reiner Wirkstoff zur Herstellung der herbiziden Zusammensetzung verwendet. Gemäß einer anderen erfindungsgemäßen Ausführungsform liegt die Komponente B) als beispielsweise mit Hilfsstoffen formulierter emulgierter Wirkstoff vor.
In einer weiteren erfindungsgemäßen Ausführungsform wird die Komponente C) Quin- merac als reiner Wirkstoff zur Herstellung der herbiziden Zusammensetzung verwendet. Gemäß einer anderen erfindungsgemäßen Ausführungsform liegt die Komponente C) als beispielsweise mit Hilfsstoffen formulierter suspendierter Wirkstoff vor.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung bzw. das erfindungsgemäße herbizide Mit- tel kann beispielsweise in Form von direkt versprühbaren wässrigen Dispersionen, auch hochprozentigen wässrigen, öligen oder sonstigen Suspensionen oder Emulsionen durch Versprühen, Vernebeln oder Gießen angewendet werden. Die Anwendungsformen richten sich nach den Verwendungszwecken; sie sollten in jedem Fall möglichst die feinste Verteilung der erfindungsgemäßen herbiziden Zusammensetzung gewähr- leisten.
Wässrige Anwendungsformen der erfindungsgemäßen Zusammensetzung können aus Emulsionskonzentraten, Suspensionen, Pasten, netzbaren Pulvern oder wasserdisper- gierbaren Granulaten hergestellt werden. Zur Herstellung von Emulsionen, Pasten oder Öldispersionen können die herbizide Zusammensetzung oder deren Komponenten als solche oder in einem Öl oder Lösemittel gelöst, mittels Netz-, Haft-, Dispergier- oder Emulgiermittel in Wasser homogenisiert werden. Es können aber auch aus der herbiziden Zusammensetzung oder deren Komponenten, Netz-, Haft-, Dispergier- oder Emulgiermittel und eventuell Lösemittel oder Öl bestehende Konzentrate hergestellt werden, die zur Verdünnung mit Wasser geeignet sind.
Pulver-, Streu- und Stäubemittel können beispielsweise durch Mischen oder gemeinsames Vermählen der Komponenten A), B) und C) mit einem festen Trägerstoff hergestellt werden.
Granulate, beispielsweise Umhüllungs-, Imprägnierungs- und Homogengranulate können durch Bindung der Komponenten A), B) und C) an feste Trägerstoffe hergestellt
werden.
Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung wird die herbizide Zusammensetzung mit Wasser und/oder Puffer auf die gewünschte Anwendungskonzentration gebracht, wo- bei gegebenenfalls weitere Hilfs- und Zusatzmittel zugegeben werden.
In einer weiteren Ausführungsform werden die Komponenten A), B) und C) einzeln oder gemischt, gegebenenfalls bereits formuliert, in die Dosiereinrichtung gegeben und auf die gewünschte Anwendungskonzentration verdünnt.
Generell kommen für die Formulierung der einzelnen Komponenten der erfindungsgemäßen Zusammensetzung selbst beziehungsweise zur Herstellung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung oder des Mittels, wie beispielsweise der anwendungsbereiten Spritzbrühe, als Hilfs- und Zusatzstoffe beispielsweise in Betracht:
Inerte Zusatz- oder Trägerstoffe wie Mineralölfraktionen von mittlerem bis hohem Siedepunkt, wie Kerosin oder Dieselöl, ferner Kohlenteeröle sowie Öle pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, aliphatische, cyclische und aromatische Kohlenwasserstoffe, z.B. Paraffin, Tetrahydronaphthalin, alkylierte Naphtaline oder deren Derivate, alkylierte Benzole oder deren Derivate, Alkohole wie Methanol, Ethanol, Propanol, Butanol, Cy- clohexanol, Ketone wie Cyclohexanon oder stark polare Lösemittel, z.B. Amide wie N- Methylpyrrolidon oder Wasser.
Geeignete Adjuvante für eine Formulierung der Komponente A) und/oder gegebenen- falls B) und/oder gegebenenfalls C) sind Pflanzenöle, die teilhydriert und hydriert sein können, modifizierte, z.B. veresterte Pflanzenöle, Mineralöle, Alkoholalkoxylate, Alko- holethoxylate, alkylierte (Ethylenoxid (EO)/ Propylenoxid (PO))-Blockcopolymere, Al- kylphenolethoxylate, Polyole, EO/PO-Blockcopolymere, Organosiliziumverbindungen, Alkylglycoside, Alkylpolyglycoside, Alkylsulfate, sulfatierte Alkoholalkoxylate, Alkylaryl- sulfonate, Alkylsulfonate, Dialkylsulfosuccinate, Phospatierte Alkoholalkoxylate, Fett- aminalkoxylate, Ester, Carboxylate, Esterethoxylate, Dialkyladipate, Dicarbonsäurede- rivate wie sogenannte Kondensate von Bernsteinsäure Anhydrid mit Allylalkohol und Polyalkylenoxid oder Polyhydroxyaminen, Dialkylphtalate, ethoxylierte Sorbitanester und ethoxylierte Glyceride natürlicher Fettsäuren.
Bevorzugte Adjuvante sind Alkoholalkoxylate wie Alkylether von (Ethylenoxid (EO)/ Propylenoxid (PO))-Copolymeren, z.B. Plurafac® (BASF), SynperionicR LF (ICI), Alko- holethoxylate, wobei der Alkohol ein Cs-ds-Alkohol synthetischer oder natürlicher Herkunft ist, der sowohl linear als auch verzweigt sein kann. Der Ethoxylat-Teil enthält je nach verwendetem Alkohol durchschnittlich von 3 bis 20 Mol Ethylenoxid. Beispielhaft verwendete Produkte sind Lutensol® ON, TO, AO und A der Firma BASF, Alkyl- arylsulfonate wie Nonylphenolethoxylate mit 5-15 Mol EO, Polyole wie Polyethylengly-
kol oder Polypropylenglycol, EO/PO-Blockcopolymere wie z.B. Pluronic® PE (BASF) oder Synperionic® PE (ICI),
Organosiliconverbindungen, Alkylpolyglycoside wie z.B. Agrimul®(Henkel KGaA), AG 6202 (Akzo-Nobel) Atplus®450 (ICI) oder Lutensol® GD 70 (BASF), Fettaminalkoxylate wie z.B. Ethomeen® und Armobleem®der Firma Akzo Nobel,
Ester natürlicher und synthetischer Fettsäuren wie z.B. Methyloleate oder Methyl- cocoate, Dialkyladipate, ethoxylierte Sorbitanester natürlicher Fettsäuren, wie Tween® der Firma ICI Surfactants (Tween® 20, Tweeno 85, Tween® 80), ethoxylierte Glyceride natürlicher Fettsäuren, wie z.B. Glycerox® der Firma Croda.
Weitere Beispiele finden sich in:
McCutcheon's; Emulsifiers and Detergents, Volume 1 and 2: Emulsifiers and Deter- gents 1994; North American Edition; McCutcheon's Division, Glen Rock NJ, USA,
Surfactants in Europe; A Directory of surface active agents available in Europe, 2nd Ed. 1989; Terg Data, Darlington, England,
Ash, Michael; Handbook of cosmetic and personal care additives, 1994; Gower Pub- lishing Ltd, Aldershot, England
Ash, Michael; Handbook of industrial Surfactants, 1993; Gower Publishing Ltd. Aldershot, England.
Puffer oder Pufferlösungen sind Lösungen, die ihren pH-Wert bei Zusatz starker Säuren oder Basen kaum ändern. Pufferlösungen bestehen meist aus einer schwachen Säure, beispielsweise Essigsäure, und einem ihrer Salze, beispielsweise Natriumace- tat.
Zur besseren Verarbeitung können weitere Hilfs- und Zusatzstoffe zugegeben werden. Dabei haben sich folgende Komponenten bewährt: weitere Lösemittel, Entschäumer, Puffersubstanzen, Verdicker, Spreitmittel, kompatibilitätsfördernde Mittel, flüssige und feste Träger, Tenside.
Feste Träger sind beispielsweise Mineralerden wie Kieselsäuren, Kieselgele, Silikate, Talkum, Kaolin, Kalkstein, Kalk, Kreide, Bolus, Löß, Ton, Dolomit, Diatomeenerde, Calcium- und Magnesiumsulfat, Magnesiumoxid, gemahlene Kunststoffe, Düngemittel, wie Ammoniumsulfat, Ammoniumphosphat, Ammoniumnitrat, Harnstoffe und pflanzliche Produkte wie Getreidemehl, Baumrinden-, Holz- und Nußschalenmehl, Cellulose- pulver oder andere feste Trägerstoffe.
Als oberflächenaktive Stoffe (Tenside) kommen die Alkali-, Erdalkali-, Ammoniumsalze von aromatischen Sulfonsäuren, z.B. Lignin-, Phenol-, Naphthalin- und Dibutylnaphtha-
linsulfonsäure sowie von Fettsäuren, Alkyl- und Alkylarylsulfonaten, Alkyl-, Laurylether und Fettalkoholsulfaten, sowie Salze sulfatierter Hexa-, Hepta- und Octadecanolen sowie von Fettalkoholglykolether, Kondensationsprodukte von sulfoniertem Naphthalin und seiner Derivate mit Formaldehyd, Kondensationsprodukte des Naphthalins bzw. der Naphthalinsulfonsäure mit Phenol und Formaldhyd, Polyoxyethylenoctylphenol- ether, ethoxyliertes Isooctyl-, Octyl- oder Nonylphenol, Alkylphenyl-, Tributylphenylpo- lyglykolether, Alkylarylpolyetheralkohole, Isotridecylalkohol, Fettalkoholethylenoxid- Kondensate, ethoxyliertes Rizinusöl, Polyoxyethylen- oder Polyoxyproylennalkylether, Laurylalkoholpolyglykoletheracetat, Sorbitester, Lignin-Sulfitablaugen oder Methylcellu- lose in Betracht.
Beispiele hierfür werden in Farm Chemicals Handbook 1997; Meister Publishing 1997 S. CIO "adjuvant" oder 1998 Weed Control Manual S. 86 beschrieben.
Herstellung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung
Die Herstellung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung kann nach an sich bekannten Methoden durch Abmischen der jeweiligen Komponenten, ggf. unter Erwärmen, durch Dispergieren, Emulgieren und/oder Vermählen erfolgen.
Beispielsweise wird zunächst ein Suspensionskonzentrat enthaltend A) Metazachlor und C) Quinmerac hergestellt, indem diese Wirkstoffe mit Netz- und Dispergiermitteln vorzugsweise in Kugelmühlen oder Rührwerkskugelmühlen bei Temperaturen von 00C bis 400C mit Mahlkörpern zerkleinert werden. Das Mahlen wird so lange ausgeführt, bis die mittlere Partikelgröße der kristallinen Wirkstoffe kleiner als 10 μm ist, vorzugsweise 1 bis 10 μm. Mahlkörper sind beispielsweise Glasmahlkörper oder andere mineralische oder metallische Mahlkörper in einer Größe von 0,1 bis 30 mm, vorzugsweise von 0,6 bis 2 mm. Die Wirkstoffkonzentration beträgt in der Regel von 10 bis 60 Gew.-%, bevorzugt von 30 bis 50 Gew.-%.
Die Mahlungen erfolgen zum Beispiel in einer Dynomühle der Fa. Bachofen in sogenannter Passagen- oder Kreisfahrweise. Der Ansatz beträgt in der Regel 0,5 bis 10.000 Liter. Nach mehreren Passagen, bei denen die Mahlsuspension mit Hilfe einer geeigneten Pumpe durch die Mühle gepumpt wird, beträgt die mittlere Partikelgröße 1 bis 10 μm. In der Regel sind fünf Passagen ausreichend.
Anschließend erfolgt die Abmischung des oben beschriebenen technischen Suspensionskonzentrates mit der öligen Komponente B), Dimethenamid, und einem oder mehreren Emulgatoren zu einer stabilen Suspoemulsion. Die zum Erreichen der spezifizierten Tropfengröße notwendige Energie kann durch einen schnell drehenden statischen Mischer eingetragen werden, bis die mittlere Tropfengröße kleiner als 10 μm, vorzugsweise 2 bis 5 μm ist.
Bestimmungsmethoden:
Die Bestimmung der Partikelgröße, bzw. die Bestimmung der Tröpfchengröße der erfindungsgemäßen Formulierung erfolgte mittels Partikelgrößenanalyse durch Laser- beugungsmethoden. Die Technologie nutzt den optischen Effekt, dass an einem beleuchteten Partikelkollektiv an jedem Partikel ein Teil des auftreffenden Lichtes gestreut und ein Teil absorbiert wird. Die winkelabhängige Streulichtverteilung ist dabei ein Maß für die Dispersitätsgröße. Die Technologie der Laserbeugung zur Partikelanalyse ist inzwischen voll akzeptiert und die Technologie bestens ausgereift. Eine Metho- de zur Bestimmung der Partikelgröße der erfindungsgemäßen Formulierung ist beschrieben in der Richtlinie CIPAC MT 187.
Die Bestimmung der Homogenität der erfindungsgemäßen Formulierung wurde bestimmt nach der Richtlinie CIPAC MT 180. Es handelt sich um eine standardisierte visuelle Beurteilung von Inhomogenitäten am Boden und im oberen Bereich einer wäßrigen Spritzbrühe in einer sich nach unten verjüngenden Röhre bei Raumtemperatur.
Die Bestimmung der Viskosität der erfindungsgemäßen Formulierung wurde bestimmt nach der Richtlinie OECD Test Guideline 114. Es handelt sich um die Bestimmung der Scherkräfte in einem Kegel-Platte-Viskosimeter bei 200C.
Es kann von Nutzen sein, die herbizide Zusammensetzung, allein oder in Kombination mit anderen Herbiziden, auch noch mit weiteren Pflanzenschutzmitteln gemischt, ge- meinsam auszubringen, beispielsweise mit Mitteln zur Bekämpfung von Schädlingen oder phytopathogenen Pilzen bzw. Bakterien. Von Interesse ist ferner die Mischbarkeit mit Mineralsalzlösungen, welche zur Behebung von Ernährungs- und Spurenelementmängeln eingesetzt werden.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung eignet sich als Herbizid. Die herbizide Zusammensetzung bekämpft Pflanzenwuchs auf Nichtkulturflächen sehr gut. In Brassica-Kulturen wie Raps (B. napus), Kohlgemüse (B. oleracea var.), Senf (B. juncea, B. campestris, B. narinosa, B. nigra und B. tournefortii), Stoppelrüben (B. rapa), Rettich (Raphanus sativus), Meerrettich (Armoracia lapathifolia) und Mais (Zea mays) wirkt sie gegen Unkräuter und Schadgräser, ohne die Kulturpflanzen nennenswert zu schädigen. Dieser Effekt tritt vor allem bei niedrigen Aufwandmengen auf. Bevorzugt ist die Anwendung in Raps, Senf und Kohlgemüse. Besonders bevorzugt ist die Anwendung in Raps und Senf.
Darüber hinaus kann die herbizide Zusammensetzung auch in Kulturen, die durch sowohl durch klassische Züchtung als auch durch den Einsatz gentechnischer Methoden gegen die Wirkung von Herbiziden tolerant sind, verwendet werden.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung eignet sich gut zur Bekämpfung von Alope- curus myosuroides, Apera spica-venti, Lolium spec, Hordeum vulgäre, Triticum aesti- vum, Amaranthus spec, Anchusa spec, Anthemis spec, Barbarea vulgaris, Bunias orientalis, Capsella bursa-pastoris, Centaurea cyanus, Chenopodium spec, Conium maculatum, Descurainia sophia, Fumaria officinalis, Galium aparine, Geranium spec, Lamium spec, Matricaria spec, Myosotis arvensis, Papaver rhoeas, Raphanus rapha- nistrum, Sinapis arvensis, Stellaria media, Sysimbrium spec, Thlaspi arvense, Veroni- ca spec. und Viola spec.
Besonders gute Wirkung wird bei der Bekämpfung von Anchusa spec, Barbarea vulgaris, Bunias orientalis, Capsella bursa-pastoris, Conium maculatum, Descurainia Sophia, Galium aparine, Geranium spec, Raphanus raphanistrum, Sinapis arvensis, Sysimbrium spec. und Thlaspi arvense erzielt.
Die Applikation der herbiziden Zusammensetzung kann im ,pre-plant burn down' beziehungsweise im Vor- oder Nachauflaufverfahren erfolgen. Ist die herbizide Zusammensetzung für gewisse Kulturpflanzen weniger verträglich, so können Ausbringungstechniken angewandt werden, bei welchen die herbizide Zusammensetzung mit Hilfe der Spritzgeräte so gespritzt wird, dass die Blätter der empfindlichen Kulturpflanzen nach Möglichkeit nicht getroffen werden, während die herbizide Zusammensetzung auf die Blätter darunter wachsender unerwünschter Pflanzen oder die unbedeckte Bodenfläche gelangen (post-directed, lay-by).
Herstellungsbeispiele:
1. Die Komponenten A), B) und C) der erfindungsgemäßen Zusammensetzung wurden wie folgt hergestellt.
A) Metazachlor in suspendierter Form 43,5 Gew.-% Metazachlor
9 Gew.-% 1 ,2-Propylenglykol als Frostschutzmittel
2 Gew.-% Wettol D1® (Natriumsalz eines Phenolsulfonsäure-Harnstoff-Formalde- hyd-Kondensationsproduktes, Firma BASF, Deutschland) als Dispergiermittel 0,3 Gew.-% Kelzan® (Xanthan Gum-Polysaccharid, Firma Kelco, USA) als Verdickungsmittel
0,2 Gew.-% Acticide MBS (Bakterizid, Fa. Thor Chemie)
0,5 Gew.-% Silfoam SRE (Dimethylsiloxanes, Fa. Wacker) als Antischaummittel
3 Gew.-% Pluronic PE® 10500 (Blockpolymerisat mit Polypropylenoxidkern der ungefähren Molmasse 3250, auf den bis zu einem Molekulargewicht von ungefähr 6500 Ethylenoxid aufgepropft ist) als Dispergiermittel und 41 ,5 Gew.-% Wasser
B) Dimethenamid in emulgierter Form 64 Gew.-% Dimethenamid-P
10 Gew.-% Atlox AI-2927 (Polymerisches Aminphosphat, Fa. Croda) als Emulgator 26 Gew.-% Solvesso 200 ND (Petroleum, Fa. Exxon Mobil) als Lösungsmittel
C) Quinmerac in suspendierter Form 43,5 Gew.-% Quinmerac
7 Gew.-% 1 ,2-Propylenglykol als Frostschutzmittel
0,8 Gew.-% Wettol D1® (Natriumsalz eines Phenolsulfonsäure-Harnstoff-Formalde- hyd-Kondensationsproduktes, Firma BASF, Deutschland) als Dispergiermittel
0,1 Gew.-% Kelzan® (Xanthan Gum-Polysaccharid, Firma Kelco, USA) als Verdickungsmittel
0,2 Gew.-% Acticide MBS (Bakterizid, Fa. Thor Chemie) 0,5 Gew.-% Silfoam SRE (Dimethylsiloxanes, Fa. Wacker) als Antischaummittel
3 Gew.-% Pluronic PE® 10500 (Blockpolymerisat mit Polypropylenoxidkern der ungefähren Molmasse 3250, auf den bis zu einem Molekulargewicht von ungefähr 6500 Ethylenoxid aufgepropft ist) als Dispergiermittel und
44,9 % Wasser
2. Beispiele für erfindungsgemäße herbizide Zusammensetzungen für die Fläche von 1
Hektar:
Zur Herstellung von 100 I einer Spritzbrühe wurden außer Wasser folgende Kompo- nenten verwendet:
- 1 I der Mischung A) wie oben beschrieben - 0,8 I der Mischung B) wie oben beschrieben - 1 I der Mischung C) wie oben beschrieben
Die einzelnen Komponenten wurden in die Dosiereinrichtung gegeben, mit Wasser ad 100 I aufgefüllt und gerührt. Es kann von Vorteil sein, einen Teil des benötigten Wassers vorzulegen.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung beziehungsweise das herbizide Mittel kann beispielsweise folgende Komponenten zusätzlich enthalten:
D) 2,5 I UAN (Harnstoff-Ammoniumnitrat, 48 % ige Lösung)
E) weitere herbizide Mischpartner
F) weitere insektizide Mischpartner
Anwendungsbeispiele:
Die herbizide Wirkung der erfindungsgemäßen Zusammensetzung beziehungsweise der herbiziden Mittel ließ sich durch Gewächshausversuche zeigen.
Als Kulturgefäß dienten Kunststoffblumentöpfe, die mit lehmigem Sand mit etwa 3% Humusgehalt als Substrat gefüllt waren. Die Samen der Testpflanzen wurden nach Arten getrennt eingesät.
Zum Zweck der Vorauflaufbehandlung wurde die Applikation mit den in Wasser suspendierten oder emulgierten Wirkstoffen direkt nach der Aussaat durchgeführt. Die Kulturgefäße wurden regelmäßig bewässert und bis zum Auflauf der Pflanzen mit Plas- tikhauben abgedeckt um Keimung und Pflanzenwachstum zu fördern.
Zum Zweck der Nachauflaufbehandlung wurden die Testpflanzen je nach Wuchsform erst bis zu einer Wuchshöhe von 3 bis 17 cm angezogen und erst dann mit den in Wasser suspendierten oder emulgierten Wirkstoffen behandelt. Die Testpflanzen wurden dafür entweder direkt gesät und in den gleichen Gefäßen aufgezogen oder sie wurden erst als Keimpflanzen getrennt angezogen und einige Tage vor der Behandlung in die Versuchsgefäße verpflanzt.
Die Pflanzen wurden artenspezifisch bei Temperaturen von 15°C bis 25°C bzw. 200C bis 35°C gehalten. Die Versuchsperiode erstreckte sich über 3 Wochen. Während dieser Zeit wurden die Pflanzen gepflegt, und ihre Reaktion auf die einzelnen Behandlun- gen wurde ausgewertet.
Bewertet wurde nach einer Skala von 0-100. Dabei bedeutet „100" völlige Zerstörung zumindest der oberirdischen Pflanzenteile und „0" keine Schädigung oder normaler Wachstumsverlauf im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrolle.
Die Applikation im Gewächshaus erfolgte bei einer Anwendungsmenge der Spritzbrühe von 375 l/ha.
Metazachlor wurde als handelsübliche SC-Formulierung (Suspension concentrate) mit einem Wirkstoffgehalt von 500 g/l verwendet (Butisan® S). Dimethenamid-P wurde als handelsübliche EC-Formulierung (emulsifiable concentrate) mit einem Wirkstoffgehalt von 720 g/l verwendet (Spectrum®).
Quinmerac wurde als SC-Formulierung mit einem Wirkstoffgehalt von 100 g/l verwendet.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung zeigte eine sehr gute Wirkung gegen die oben genannten Schadpflanzen und gute Verträglichkeit gegenüber den Kulturpflanzen.
Feldversuche:
Die herbizid aktiven Verbindungen der Komponente A), B) und C) wurden entweder alleine oder in direkter Mischung als Suspension, Emulsion, Suspoemulsion oder wässrige Lösung ausgebracht. Für die Komponenten A) und B) wurden die jeweiligen auf dem Markt verfügbaren BASF-Handelsprodukte BUTISAN® oder SPECTRUM® eingesetzt. BUTISAN® enhält 500 g/l Metazachlor als Suspensionskonzentrat (SC), SPECTRUM® enthält 720 g/l Dimethenamid-P als Emulsionskonzentrat (EC). Die Komponente C) wurde als WP-Formulierung mit einer Konzentration von 50% verwendet. Bei der Mischung aus den Komponenten A), B) und C) wurde eine aus diesen drei Komponenten bestehende Suspoemulsions-Formulierung mit 200 g/l Metazachlor, 200 g/l Dimethenamid-P und 100 g/l Quinmerac eingesetzt.
Die Applikation erfolgte im Freiland unter Verwendung eines mobilen motorisierten Parzellenspritzgerätes bei einem Sprühvolumen von 200 l/ha Wasser.
Bodenbearbeitung und Aussaat der Kultur Raps erfolgten unter praxisüblichen Bedingungen. Vorauflauf-Anwendungen wurden direkt nach der Aussaat der Kultur, jedoch vor dem Auflauf der Unkräuter vorgenommen.
Die Wirkung der applizierten Verbindungen wurde regelmäßig überprüft, wobei sich der Beobachtungszeitraum vom Applikationstermin bis zum Beginn des Längenwachstums der Kultur erstreckte. Die durch die Applikation der herbizid aktiven Verbindungen hervorgerufenen Schäden wurden auf einer Prozentskala (0-100%) bewertet. Als Vergleich diente eine unbehandelte Kontrollparzelle. Der Wert 0% gibt an, dass die Pflan- ze keine Schädigung zeigt, während 100% eine komplette Abtötung der Pflanze bedeutet.
Bei den folgenden Beispielen wurde nach der Methode von S. R. Colby (1967) "Calcu- lating synergistic and antagonistic responses of herbicide combinations", Weeds 15, S. 22ff. derjenige Wert E errechnet, der bei einer nur additiven Wirkung der Einzelwirkstoffe zu erwarten ist.
E=(x+y+z)-(x*y+x*z+y*z)/100+(x*y*z)/10000 wobei X = Prozentsatz Wirkung mit Wirkstoff A bei einer Aufwandmenge a; Y = Prozentsatz Wirkung mit Wirkstoff B bei einer Aufwandmenge b; Z = Prozentsatz Wirkung mit Wirkstoff C bei einer Aufwandmenge c; E = zu erwartende Wirkung (in %) durch A + B + C bei Aufwandmengen a + b + c bedeuten.
Ist der experimentell gefundene Wert höher als der nach Colby errechnete Wert E, so liegt eine synergistische Wirkung vor.
Die in den Feldversuchen verwendeten Pflanzen setzen sich aus den folgenden Arten zusammen:
Die Ergebnisse der Tests sind in den nachfolgenden Tabellen der Anwendungsbeispiele 1 und 2 angegeben und belegen die synergistische Wirkung der erfindungsgemäßen Mischungen.
Hierbei bedeuten a.S. = aktive Substanz, bezogen auf 100 % Wirkstoff. Die nach Colby errechneten Werte E sind in Klammern ( ) in den Anwendungsbeispielen 1 bis 23 angegeben.
Anwendungsbeispiel 1 : Synergistische herbizide Wirkung gegen SINAL im Vorauflaufverfahren
Vergleichsversuch: herbizide Wirkung der Wirkstoffkombination aus WO 2005/015999 gegen SINAL im Vorauflaufverfahren
A
* = Metazachlor mikroverkapselt
Anwendungsbeispiel 2:
Synergistische herbizide Wirkung gegen CENCY im Vorauflaufverfahren
Vergleichsversuch: herbizide Wirkung der Wirkstoffkombination aus WO 2005/015999 gegen CENCY im Vorauflaufverfahren
Die erfindungsgemäßen Zusammensetzungen zeigten bereits bei niedrigen Aufwandmengen sehr gute Wirkung gegen die oben genannten Schadpflanzen und gute Verträglichkeit gegenüber den Kulturpflanzen.