WO2009149874A1 - Vorrichtung zur pflanzenölgewinnung - Google Patents

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    • B30B9/02Presses specially adapted for particular purposes for squeezing-out liquid from liquid-containing material, e.g. juice from fruits, oil from oil-containing material
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C11ANIMAL OR VEGETABLE OILS, FATS, FATTY SUBSTANCES OR WAXES; FATTY ACIDS THEREFROM; DETERGENTS; CANDLES
    • C11BPRODUCING, e.g. BY PRESSING RAW MATERIALS OR BY EXTRACTION FROM WASTE MATERIALS, REFINING OR PRESERVING FATS, FATTY SUBSTANCES, e.g. LANOLIN, FATTY OILS OR WAXES; ESSENTIAL OILS; PERFUMES
    • C11B1/00Production of fats or fatty oils from raw materials
    • C11B1/06Production of fats or fatty oils from raw materials by pressing

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  • the transport container not only acts as an enclosure for the system components, but is also integrated homogeneously into the subsequent operation.
  • cranes or other manipulators can be fastened directly to the transport container or used as a basis. This also applies to all other system components that are carried by the transport container and defined in this. Here are the benefits to see.

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Abstract

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung zur Pflanzenölgewinnung, insbesondere eine transportable Ölmühlenvorrichtung. Diese ist mit einem Transportbehälter (1, 2) zur Aufnahme wenigstens eines Zuförderers (5) ausgerüstet. Ferner mit einer Ölpresse (6), einer Filtereinheit (8) sowie mit einem Antrieb (12, 13, 14). Erfindungsgemäss sind die in dem Transportbehälter (1, 2) befindlichen Anlagenkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 11) energieautark ausgelegt und werden auch energieautark betrieben.

Description

"Vorrichtung zur Pflanzenölgewinnung"
Beschreibung:
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Pflanzenölgewinnung, insbesondere transportable Ölmühlenvorrichtung, mit zumindest einem Transportbehälter zur Aufnahme wenigstens eines Zuförderers, einer Ölpresse, einer Filtereinheit sowie eines Antriebes.
Ölmühlen bzw. Ölpressen zur Pflanzenölgewinnung sind weithin bekannt. Abhängig von den jeweils zu verarbeitenden Ölfrüchten beginnt die Ölgewinnung zunächst mit dem Zerkleinern bzw. Zerquetschen der Saaten. Dabei findet im Gegensatz zu Getreidemühlen kein Mahlvorgang statt. Für die beschriebene Vorgehensweise des Zermahlens oder Zerquetschens der Saaten wird bei- spielsweise ein sogenannter Kollergang eingesetzt, in welchem in einem ersten Schritt zwei oder mehr Mahlsteine für die beschriebene Zerkleinerung sorgen.
Der auf diese Weise gewonnene Brei wird unter Umständen erwärmt, gefiltert und dann ausgepresst. Auf diese Weise lassen sich vielfältige Ölfrüchte wie Rapssamen, Leinsamen, Palmfrüchte, Sonnenblumenkerne, Oliven, Sojabohnen, Färberdistelsamen, Walnüsse, Haselnüsse oder auch Kürbiskerne für die Pflanzenölgewinnung nutzen. Tatsächlich lassen sich die beschriebenen Ölfrüchte beispielsweise als Futtermittel oder zur Vergährung verarbeiten. Ebenso kennt man die Erzeugung von Futteröl für Tiere oder auch die Nutzung der Ölfrüchte als Speiseölquelle und somit Lebensmittel.
Neben diesen vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten der Ölfrüchte und der zugehörigen Ölsaaten als Mahlgut, steht heutzutage auch und insbesondere die Gewinnung von Pflanzenöl als Kraftstoff für Verbrennungsmotoren im Focus des Interesses. Dabei kann der beim Mahl- bzw. Pressvorgang entstehende Presskuchen ergänzend als Futtermittel produziert und genutzt werden. Auch dessen Vergährung ist selbstverständlich möglich. Im Stand der Technik sind üblicherweise sogenannte Großmühlen gebräuchlich, die auf industrielle Art und Weise für die Pflanzenölgewinnung eingesetzt werden. Da diese Großölmühlen bauartbedingt stationär betrieben werden (müssen), ist es erforderlich, die Ölsaaten oder Ölfrüchte unter Berücksichtigung unter Umständen langer Transportwege zu den betreffenden Großölmühlen zu befördern. Aus diesem Grund schlägt das gattungsgemäße Gebrauchsmuster DE 20 2005 015 655 U1 bereits eine ansatzweise transportable Lösung für eine solche Ölmühle vor.
Tatsächlich ist die dort beschriebene Ölmühle gekennzeichnet durch Anlagenkomponenten, die auf einem fahrbaren Gestell angeordnet sind. Im Detail kann es sich bei dem fahrbaren Gestell um einen Lkw oder Anhänger handeln. Auch ein transportabler Container wird angesprochen. - Allerdings erfolgt der Betrieb der einzelnen Anlagenkomponenten in herkömmlicher Art und Weise, erfordert also, dass die zum Betrieb notwendige Energie am Betriebsort vorhanden ist. Hier setzt die Erfindung ein.
Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, eine derartige Vorrich- tung so weiterzuentwickeln, dass der Betrieb der Anlagenkomponenten nicht an das Vorhandensein von Energiequellen gebunden ist.
Zur Lösung dieser technischen Problemstellung schlägt die Erfindung bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung zur Pflanzenölgewinnung, insbesondere bei einer transportablen Ölmühlenvorrichtung, vor, dass die in dem Transportbehälter befindlichen Anlagenkomponenten energieautark ausgelegt und betrieben werden. Das kann grundsätzlich für jede einzelne Komponente separat gelten, ist allerdings im Rahmen der Erfindung im Allgemeinen so gemeint, dass die betreffenden Anlagenkomponenten in ihrem Zusammen- und Wechselspiel energieautark ausgelegt und betrieben werden. Zu diesem Zweck kann der Antrieb manuell und/oder maschinell erfolgen. Bei einem manuellen Antrieb der einzelnen Anlagenkomponenten der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Pflanzenölgewinnung erübrigt sich ohnehin das Vorhandensein einer externen Energiequelle, wie beispielsweise einem Kraftstoff- lager für Kraftstoffe von Verbrennungsmotoren oder einem simplen Stroman- schluss. Alternativ oder zusätzlich kann der Antrieb aber auch maschinell erfolgen. Für diesen Fall schlägt die Erfindung den Rückgriff auf einen Verbrennungsmotor und/oder Generator vor. Dabei mag mit Hilfe des vom Verbrennungsmotor betriebenen Generators der erforderliche Strom zum Betrieb der einzelnen Anlagenkomponenten der transportablen Ölmühlenvorrichtung erzeugt werden. Es ist aber auch denkbar, dass der Verbrennungsmotor direkt die einzelnen Komponenten über ein beispielsweise zwischengeschaltetes (Riemen-) Getriebe antreibt und in Bewegung versetzt.
Dabei hat es sich besonders bewährt, wenn der Generator von dem besagten Verbrennungsmotor und/oder einer Solaranlage und/oder einer Windkraftanlage oder dergleichen mit Energie versorgt wird. In sämtlichen Fällen kann gegebenenfalls ein elektrischer Energiespeicher in Gestalt von Pufferbatterien zwischengeschaltet werden, um den Generator mit Energie durchgängig zu ver- sorgen. Wie üblich ist die Solaranlage mit einer oder mehreren Solarzellen ausgerüstet.
Generator meint erfindungsgemäß also sowohl einen Stromerzeuger, der die vom Verbrennungsmotor zur Verfügung gestellte Bewegungsenergie in elek- trische Energie wandelt, als auch einen Elektromotor, der sich mittels der Solarenergie, der Windenergie oder dergleichen antreiben lässt. Meistens sind beide Funktionen gekoppelt und beispielsweise eine ohnehin obligatorische Steuereinheit schaltet zwischen den einzelnen Betriebszuständen um.
Für den Verbrennungsmotor empfiehlt die Erfindung einen Betrieb mit Pflanzenöl, und zwar vorzugsweise mit Pflanzenöl, welches zuvor mit Hilfe der erfindungsgemäßen transportablen Ölmühlenvorrichtung erzeugt worden ist. Das kann beispielsweise dergestalt erfolgen, indem das für den Erstbetrieb des Verbrennungsmotors erforderliche Pflanzenöl durch manuellen Antrieb der Anlagenkomponenten gewonnen wird. Ebenso ist es natürlich möglich, die meistens ohnehin vorhandene Sonnenenergie zu nutzen, um den Generator anzutreiben, der dann seinerseits für die Erstproduktion des Pflanzenöls zum Betrieb des Verbrennungsmotors sorgt.
Dabei werden selbstverständlich jegliche Mischformen von der Erfindung er- fasst. So kann beispielsweise in sonnenreichen Phasen und tagsüber der Generator (mit oder ohne Zuschaltung des Verbrennungsmotors) alleine für den erforderlichen Antrieb der Anlagenkomponenten sorgen. Nachts kann dann noch mit der in den Pufferbatterien gespeicherten Energie gearbeitet werden oder last sich der Generator vom Verbrennungsmotor beaufschlagen. Genauso gut kann der Verbrennungsmotor alleine für den Antrieb sorgen. Dieses Energie-/Motor-/Generatormanagement wird in Abhängigkeit der örtlichen Gegebenheiten, dem Vorhandensein oder Nichtvorhandensein von Pflanzenöl beim Anlauf, den zur Verfügung stehenden Arbeitskräften, der Sonnenscheindauer und -intensität etc. von der obligatorischen Steuereinheit übernommen, die letztlich zwischen den einzelnen Primärenergiequellen umschaltet, um aus- gangsseitig des (Strom-) Generators bzw. eingangsseitig des Antriebs die für den Betrieb der jeweiligen Anlagenkomponenten notwendige (elektrische) Energie zur Verfügung zu stellen.
In diesem Zusammenhang hat es sich insgesamt bewährt, wenn als Transport- behälter ein oder mehrere (genormte) Schiffscontainer zum Einsatz kommen. So ist es denkbar, die einzelnen Anlagenkomponenten der transportablen Ölmühlenvorrichtung in beispielsweise einem 20-Fuß- und einem 40-Fußcontainer unterzubringen und schiffbar zu machen. Dadurch lassen sich die Anlagenkomponenten komplett vormontieren und können beispielsweise vor Ort in einem Entwicklungsland unmittelbar zur Produktion von Pflanzenöl eingesetzt werden. Mit dem Pflanzenöl stehen dann in der Regel auch Kraftstoffe zur Verfügung, die von den Betreibern unmittelbar für den Betrieb von Verbrennungsmotoren vor Ort eingesetzt werden können. Das alles geschieht, ohne dass lange Transportwege in Kauf genommen werden müssen. Vielmehr wird die gesamte transportable Ölmühlenvorrichtung unmittelbar dort aufgestellt, wo die Ernte der zu verarbeitenden Ölfrüchte anfällt.
Hier hat sich besonders das Pflanzenöl der Jatropha-Pflanze für die Herstellung von Kraftstoffen und den anschließenden Betrieb von beispielsweise (modifizierten) Dieselmotoren als günstig erwiesen. Tatsächlich ist die Jatropha- Pflanze robust und anspruchslos, was die Anbaubedingungen und insbeson- dere den Wasserbedarf angeht. Folglich ist die Jatropha-Pflanze für den Anbau und die Gewinnung von Pflanzenöl in Entwicklungsländern, beispielsweise in Afrika, prädestiniert. Durch die transportable und insbesondere energieautarke Auslegung der gesamten Ölmühlenvorrichtung gelingt es nun, die Ölmühle direkt an den Ort der Ernte zu verbringen und hier zu betreiben. Tatsächlich wird der eine oder werden die mehreren Transportbehälter zur Aufnahme der einzelnen Anlagenkomponenten vorteilhaft in die transportable Ölmühlenvorrichtung funktionell integriert. Denn der Zuförderer zum Transport der Ölfrüchte bzw. Ölsaaten von einem Lager oder Zwischenlager hin zur eigentlichen Ölmühle bzw. Ölpresse verfügt vorteilhaft über eine in Bezug auf den Transport- Container aus- oder abklappbare Transportvorrichtung.
Dabei hat es sich ergänzend als günstig erwiesen, wenn zumindest ein Dach des Transportbehälters als Lagerfläche für die zu verarbeitenden Ölfrüchte fungiert. Das heißt, die Ölfrüchte werden in der Regel von einem bodenseitigen Lager oder direkt im Anschluss an die Ernte über die Transportvorrichtung auf das Dach des Transportbehälters befördert und gelangen von diesem Zwischenlager ausgehend unmittelbar und per Schwerkraft in die Ölpresse. Zu diesem Zweck kann auf dem Dach des Transportbehälters eine Art Trichter oder Silo angebracht werden. Jedenfalls wird das Dach des Transportcon- tainers einerseits als Halterung und Basis für die Transportvorrichtung bzw. den Zuförderer genutzt und andererseits als Zwischenlager für Ölfrüchte oder Ölsaaten und schließlich als Basis bzw. Halterung für das Silo bzw. einen Einfüll- trichter zum Beschicken der unmittelbar darunter im innern des Transportbehälters angeordneten Ölpresse. Das heißt, der die einzelnen Anlagenkomponenten aufnehmende und während ihres Transportes schützende Transportcontainer bzw. Transportbehälter wird vor Ort vorteilhaft und unmittelbar in den Betrieb der transportablen Ölmühlenvorrichtung integriert.
Wie bereits erläutert, hat es sich bewährt, wenn die einzelnen Anlagenkomponenten auf zwei oder noch mehr Transportbehälter aufgeteilt werden. Dabei ist ein Transportbehälter vorteilhaft als Produktionstransportbehälter ausgeführt, während ein weiterer zweiter Transportbehälter als Generatortransportbehälter fungiert. Dadurch lassen sich die Bereiche der Pflanzenölproduktion und des Antriebes bereits örtlich und funktionell voneinander trennen. Das gleiche gilt für die Lagerung der Ölfrüchte bzw. Ölsaaten und die Lagerung des in beispielsweise Fässern abgefüllten Pflanzenöls ausgangsseitig der transportablen Ölmühlenvorrichtung. Tatsächlich erfolgt die Lagerung der Ölfrüchte bzw. Ölsaaten - wie bereits beschrieben - zum einen am Fuß des Zuförderers mit der aus- oder anklappbaren Transportvorrichtung und zum anderen in Gestalt eines Zwischenlagers auf dem Dach des Transportcontainers.
In jedem Fall wird das Pflanzenlager von dem demgegenüber praktisch hermetisch abgeschlossenen Produktionsbereich innerhalb des Transportcontainers getrennt. Das gleiche gilt letztlich für das produzierte Pflanzenöl, welches vorteilhaft in Fässer abgefüllt wird und somit für den weiteren Transport unmittelbar zur Verfügung steht und vor Verschmutzungen geschützt ist. Aus diesem Grund kann das Lager für das gewonnene Öl als Fasslager außerhalb des Transportbehälters platziert werden.
Insgesamt können der eine oder die mehreren Transportbehälter bzw. Transportcontainer zusammen mit der Lagerfläche für die Ölfrüchte und einer Lager- fläche für das gewonnene Pflanzenöl in einer Um- oder Einhausung aufgenommen werden. Diese Um- oder Einhausung lässt sich problemlos vor Ort aufbauen und kann beispielsweise als Holzständerwerk, Holzfachwerk mit Holz- dach etc. ausgeführt sein. Das hängt von den ortsüblichen Techniken und den vorhandenen Rohmaterialen ab. Für die Handhabung der Ölfrüchte im fußseitig des Zuförderers vorhandenen Lager empfiehlt die Erfindung den Rückgriff auf sogenannte Transportbeutel, die mit Hand gefüllt werden können und dann mittels der aus- oder anklappbaren Transportvorrichtung auf das Dach des Transportcontainers und von dort über den Trichter oder das Silo in die Ölpresse befördert werden.
Grundsätzlich lassen sich an dieser Stelle auch Kräne, Seilwinden, Hängebah- nen oder andere Handhabungswerkzeuge einsetzen. Das gleiche gilt für den
Bereich des Fasslagers mit den abgefüllten Fässern. Auch in diesem Fall ist der
Rückgriff auf Kräne etc. möglich, die - wie die übrigen Anlagenkomponenten - selbstverständlich manuell und/oder maschinell betrieben werden können.
Außerdem versteht es sich, dass die betreffenden Kräne oder Handhabungs- Vorrichtungen oder -Werkzeuge zusammengeklappt in dem Transportcontainer für den Transport aufgenommen werden.
Auch in diesem Fall fungiert der Transportcontainer nicht nur als Einhausung für die Anlagenkomponenten, sondern wird in den anschließenden Betrieb homo- gen integriert. So lassen sich beispielsweise Kräne oder andere Handhaben unmittelbar an dem Transportcontainer befestigen bzw. nutzen diesen als Basis. Das gilt letztlich auch für sämtliche anderen Anlagenkomponenten, die von dem Transportcontainer getragen und in diesem festgelegt sind. Hierin sind die Vorteile zu sehen.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert;
Die einzige Figur zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Pflanzenölge- winnung, insbesondere eine transportable Ölmühlenvorrichtung. Man erkennt zunächst einmal zwei Transportbehälter 1 , 2, welche zusammenfassend und in ihrem Innern die für den Betrieb der Ölmühlenvorrichtung notwendigen AnIa- genkomponenten während des Transports aufnehmen und am Einsatzort die Anlagenkomponenten entweder vor Umwelteinflüssen schützen oder als Basis für hieran befestigbare bzw. festgelegte Anlagenkomponenten fungieren. Tatsächlich handelt es sich bei den Transportbehältern 1 um einerseits einen 40- Fuß-Schiffscontainer 1 und andererseits einen 20-Fuß-Schiffscontainer 2, was allerdings nur beispielhaft und nicht zwingend zu verstehen ist.
Ausgehend von einem Lager 3 für Jatropha-Nüsse im Beispielfall werden die betreffenden Ölpflanzen zunächst einer Reinigung in einer Reinigungsvorrich- tung 4 unterzogen. In diese Reinigungsvorrichtung 4 gelangen die Ölpflanzen über einen Zuförderer 5, der vorliegend mit einer Transportvorrichtung ausgerüstet ist, die an dem betreffenden Transportcontainer 2 ausklappbar festgelegt ist. Während des Transportes wird die Transportvorrichtung des Zuförderers 5 im Innern des Transportcontainers 1 aufgenommen. Die Reinigungsvorrichtung 4 befindet sich - wie sämtliche übrigen Anlagenkomponenten für die Ölpro- duktion - im Innern des Transportbehälters 1.
Zuvor mögen die Ölfrüchte bzw. Ölsaaten im Lager 3 in Beutel oder andere Behältnisse überführt werden, die dann mit Hilfe des Zuförderers 5 auf das Dach des Transportcontainers 1 verbracht werden. Von hier aus werden die Jatropha-Nüsse im Beispielfall über einen Trichter oder ein Silo in die Reinigungsvorrichtung 4 per Schwerkraft überführt, in welcher die betreffenden Ölpflanzen von möglicherweise vorhandenem Besatz, wie Schmutz oder Fremdkörpern, gereinigt werden.
Von der im Innern des Transportcontainers 1 befindlichen Reinigungsvorrichtung 4 aus werden die zu verarbeitenden Ölfrüchte anschließend in eine Pelletierpresse 6 oder allgemein eine Ölpresse überführt. Diese kann mit einem vorgeschalteten liegenden Kollergang flankiert sein, welcher die Ölfrüchte zu- nächst zu den sogenannten Ölsaaten als Mahlgut zerquetscht. Die Ölpresse als solche kann als Schneckenpresse oder Kolbenpresse ausgestaltet sein. Der Begriff Ölpresse 6 umfasst im Rahmen der Erfindung auch den vorgeschalteten liegen Kollergang oder eine vergleichbare Mahlvorrichtung. Insofern kann die Ölpresse 6 auch als Ölmühlenvorrichtung qualifiziert werden. So oder so wird der beim Pressvorgang obligatorisch entstehende Presskuchen wird mit Hilfe einer Fördervorrichtung 7 nach außerhalb des Transportcontainers 1 befördert und lässt sich, wie zuvor bereits beschrieben, als Futtermittel oder auch anderweitig vorteilhaft nutzen.
Im Anschluss an die Ölpresse 6 durchläuft das hergestellte Öl eine Filtereinheit 8 und wird von dort unmittelbar in lediglich angedeutete Fässer 9 als Bestand- teile eines Fasslagers 10 abgefüllt. Die Filtereinheit 8 kann dabei aus einem Vorfilter und einem oder mehreren Hauptfiltern bestehen. Der Vorfilter wird beispielsweise zur Sedimentation von im Öl befindlichen Schwebstoffen genutzt.
Die einzelnen Fässer 9 werden nun vorteilhaft innerhalb des Transportcontainers 1 abgefüllt und lassen sich mit Hilfe eines beim Transport im Innern des Transportcontainers 1 festgelegten Kranes 11 oder einer vergleichbaren Manipulationseinrichtung 11 handhaben und beispielsweise auf einen Lkw direkt verladen. Alternativ oder zusätzlich können die Fässer 9 aber auch zunächst in das Fasslager 10 außerhalb des Transportbehälters 1 überführt werden. Die während des Transports im Transportcontainer 1 angebrachte Manipulationseinrichtung 11 nutzt im Betrieb den Transportcontainer 1 als Basis, ist demzufolge an diesem festgelegt.
Für den Antrieb der zuvor im Detail beschriebenen Anlagenkomponenten, nämlich Zuförderer 5, Ölpresse 6, Fördervorrichtung 7, Filtereinheit 8, Reinigungsvorrichtung 4 und schließlich Manipulationsvorrichtung 11 sorgt insgesamt ein Antriebsstrang 12 unter Zwischenschaltung gegebenenfalls von einzelnen (Riemen-) Getrieben. Dabei lässt sich der Antriebsstrang 12 bereits manuell in Rotationen versetzen bzw. ist in der Lage, durch manuelle Beaufschlagung Pflanzenöl zu produzieren. Auf diese Weise wird erreicht, dass die im Transportbehälter bzw. Transportcontainer 1 , 2 befindlichen und bereits beschriebe- nen Anlagenkomponenten 4, 5, 6, 7, 8 und 11 insgesamt energieautark ausgelegt und betrieben werden können. Hierzu trägt ergänzend der Umstand bei, dass neben dem manuellen Antrieb auch ein Generator 13 mit dem Antriebsstrang 12 verbunden werden kann bzw. auf diesen arbeitet ebenso ein Verbren- nungsmotor 14. Der Generator 13 wird seinerseits mit (elektrischer) Energie gespeist, die entweder von dem Verbrennungsmotor 14 (gegebenenfalls in Verbindung mit einer "Lichtmaschine") zur Verfügung gestellt wird oder von einer nicht ausdrücklich dargestellten Solaranlage stammt. Diese Solaranlage ist wie üblich mit einer oder mehreren (Silicium-) Solarzellen ausgerüstet und zusätz- lieh mit einem Energiespeicher bzw. mehreren Pufferbatterien.
Bei dem Verbrennungsmotor 14 mag es sich um einen mit Pflanzenöl betreibbaren Dieselmotor handeln, der entweder direkt auf dem Antriebsstrang 12 arbeitet oder zunächst den Generator 13 beaufschlagt, der dann für den Antrieb sorgt. Auf diese Weise kann die Ölmühle zunächst manuell oder mit Hilfe des durch die Solaranlage umgewandelten elektrischen Stromes betrieben werden. Das hierdurch gewonnene Pflanzenöl lässt sich dann unmittelbar für den Betrieb des Verbrennungsmotors 14 einsetzen, der dann für den weiteren ebenfalls energieautarken Betrieb der transportablen Ölmühlenvorrichtung sorgt.
Sowohl der Generator 13 als auch der Verbrennungsmotor 14 sind in einem separaten Transportcontainer 2 untergebracht, nämlich dem sogenannten Generatortransportbehälter 2. Dagegen übernimmt der zuvor beschriebene Transportcontainer 1 die Funktion als Produktionstransportbehälter 1. Auf diese Weise werden die Energieerzeugung, die Produktion aber auch die Lagerung der zu verarbeitenden Ölfrüchte im Lager 3 und der Fässer 9 im Fasslager 10 örtlich und funktionell voneinander getrennt. Verschmutzungen lassen sich hierdurch auf ein Minimum reduzieren. Die gesamte transportable Ölmühlenvorrichtung kann dann noch mit einer Ein- oder Umhausung 15 ausgerüstet werden, was allerdings nicht zwingend ist.

Claims

Patentansprüche:
1. Vorrichtung zur Pflanzenölgewinnung, insbesondere transportable Ölmühlenvorrichtung, mit zumindest einem Transportbehälter (1 , 2) zur Aufnahme wenigstens eines Zuförderers (5), einer Ölpresse (6), einer Filtereinheit (8) sowie eines Antriebes (12, 13, 14), dadurch gekennzeichnet, dass die in dem Transportbehälter (1 , 2) befindlichen Anlagenkomponenten (4, 5, 6, 7, 8, 11 ) energieautark ausgelegt und betrieben werden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass als Transportbehälter (1 , 2) ein oder mehrere Schiffscontainer zum Einsatz kommen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (12, 13, 14) manuell und/oder maschinell erfolgt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass für den maschinellen Antrieb (12, 13, 14) ein Verbrennungsmotor (14) und/oder ein Generator (13) eingesetzt werden.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Generator (13) von dem Verbrennungsmotor (14) und/oder einer Solaranlage mit unter anderem Solarzellen und einem Energiespeicher mit Energie versorgt wird.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbrennungsmotor (14) mittels des erzeugten Pflanzenöls betrieben wird.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Zuförderer (5) eine in Bezug auf den Transportbehälter (1 , 2) aus- oder anklappbare Transportvorrichtung aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Dach des Transportbehälters (1 , 2) als Lagerfläche für die zu verarbeitenden Ölfrüchte fungiert.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Transportbehälter (1 , 2) vorgesehen sind, wobei ein Transportbehälter (1 ) als Produktionstransportbehälter (1 ) und ein weiterer zweiter Transportbehälter als Generatortransportbehälter (2) ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Transportbehälter (1 , 2) zusammen mit einer Lagerfläche für die Ölfrüchte und einer solchen für das gewonnene Öl in einer Um- oder Einhausung (15) aufgenommen wird.
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