Beschreibung
Titel
Anordnung und Verfahren zum Detektieren von Wasserstoffperoxid
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren zum
Detektieren von Wasserstoffperoxid, insbesondere in einem
wasserstoffperoxidhaltigen Gas.
Stand der Technik
Wasserstoffperoxid ist in vielen Anwendungsgebieten weit verbreitet.
Beispielsweise wird es verwendet als Oxidationsmittel, Bleichmittel oder zum Desinfizieren und Sterilisieren bei industriellen Anwendungen oder auch im Gebiet der Medizin. Darüber hinaus findet Wasserstoffperoxid Verwendung in der Landwirtschaft oder anderen biologischen Anwendungen, etwa zur
Sauerstoffanreicherung.
Zum Detektieren von Wasserstoffperoxid sind verschiedene Sensoren
beziehungsweise Verfahren bekannt. Insbesondere werden optische Sensoren verwendet, die auf der Veränderung von optischen Eigenschaften einer Substanz durch den Einfluss von Wasserstoffperoxid basieren.
So ist beispielsweise bekannt aus Otto S. Wolfbeis, Reversible Optical Sensor Membrane for Hydrogen Peroxide Using an Immobilized Fluorescent Probe, and its Application to a Glucose Biosensor, Microchim. Acta 143, 221-227 (2003), Europium-Tetracyclin-Komplexe in eine Polyacrylnitril-Co-Polyacrylamid- Polymermatrix einzubetten und das Fluoreszenzverhalten in einer
wasserstoffperoxidhaltigen Lösung zu beobachten, um Wasserstoffperoxid zu detektieren. Ein weiterer Ansatz, der bekannt ist aus Aleksandra Lobnik, Sol-gel based optical sensor for continuous determination of dissolved hydrogen
peroxide, Sensors and Actuators B 74 (2001), 194-199, besteht in der
Verwendung des Indikators Meldola Blau. Dieser wird in Sol-Gel-Lagen eingearbeitet und mit einer wässrigen wasserstoffperoxidhaltigen Lösung in Kontakt gebracht. Durch den Einfluss des Wasserstoffperoxids verändern sich die optischen Eigenschaften des Indikators, was spektrophotometrisch ausgewertet werden kann.
Ein weiterer bekannter Nachweis für Wasserstoffperoxid beruht auf einer Reaktion von Wasserstoffperoxid mit Titan (Ti(IV))-Komplexen. Beispielsweise ist aus Yuichi Komazaki, Automated measurement System for H202 in the atmosphere by diffusion scrubber sampling and HPLC analysis of Ti(IV)-PAR- H202 complex, Analyst, 2001 , 126, 587-593 bekannt, dass in der Atmosphäre befindliches Wasserstoffperoxid in eine flüssige Lösung gewaschen werden kann und dort mithilfe eines Ti(IV)-PAR-Komplex spektrophotometrisch nachweisbar ist.
Offenbarung der Erfindung
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Anordnung zum Detektieren von Wasserstoffperoxid, umfassend einen Probenraum zur Aufnahme eines wasserstoffperoxidhaltigen Gases, wobei der Probenraum fluidisch verbunden ist mit einem wasserstoffperoxidselektiven colorimetrischen Nachweisreagenz, weiter umfassend wenigstens eine Strahlungsquelle zum Bestrahlen des
Nachweisreagenzes, und wenigstens einen Detektor zum Detektieren
wenigstens einer optischen Eigenschaft des colorimetrischen
Nachweisreagenzes.
Unter einem wasserstoffperoxidselektiven colorimetrischen Nachweisreagenz wird im Rahmen der Erfindung insbesondere ein Stoff verstanden, der zum Nachweis von Wasserstoffperoxid auf der Basis optischer Eigenschaften geeignet ist. Dabei kann er ausschließlich Wasserstoffperoxid nachweisen, also ausschließlich für diese Substanz selektiv sein, oder aber neben
Wasserstoffperoxid noch weitere Substanzen nachweisen, also auch für diese selektiv sein. Es ist jedoch vorteilhaft, dass das Nachweisreagenz für keine in dem wasserstoffperoxidhaltigen Gas enthaltenen weitere Substanzen selektiv ist, um die qualitative und quantitative Detektion von Wasserstoffperoxid nicht zu
stören. Dabei dient das Nachweisreagenz erfindungsgemäß ferner einem colorimetrischen Nachweis, also einem Nachweis basierend auf einer Änderung wenigstens einer optischen Eigenschaft. Unter wenigstens einer optischen Eigenschaft wird insbesondere das Absorptionsverhalten oder das
Emissionsverhalten des colorimetrischen Nachweisreagenzes verstanden. Das bedeutet beispielsweise, dass das Nachweisreagenz Strahlung einer bestimmten Wellenlänge absorbiert, wobei die Wellenlänge insbesondere abhängig ist von der Bildung eines Komplexes mit Wasserstoffperoxid. Das unterschiedliche Absorptionsverhalten kann dann beispielsweise durch den Detektor über ein Absorptionsspektrum gemessen werden. Jedoch sind auch weitere Möglichkeiten erfindungsgemäß denkbar, mit denen das spezifische und wasserstoffperoxidabhängige Absorptionsverhalten untersucht werden kann, beispielsweise eine Untersuchung des Transmissions- oder
Fluoreszenzverhaltens.
Ein mit dem Probenraum fluidisch verbundenes Nachweisreagenz im Rahmen der Erfindung bedeutet ferner insbesondere, dass das Nachweisreagenz in dem Probenraum selbst oder in einem separaten Raum angeordnet ist, der mit dem Probenraum fluidisch verbunden ist. Dabei kann das Nachweisreagenz beispielsweise mittig in dem jeweiligen Raum oder an einer Wand des Raumes angeordnet sein. Vorteilhaft ist ferner, wenn das Nachweisreagenz derart angeordnet ist, dass das wasserstoffperoxidhaltige Gas an diesem entlang strömt. Gemäß der vorliegenden Erfindung wird ein optischer Sensor für
Wasserstoffperoxid geschaffen, mit dem Wasserstoffperoxid direkt in der Gasphase messbar ist. Erfindungsgemäß ist es daher nicht notwendig, das zu detektierende Wasserstoffperoxid, etwa durch Kondensationsprozesse, Gaswaschvorgänge oder anderweitige Prozesse, aus der Gasphase in eine Flüssigphase zu überführen und die Flüssigphase, beispielsweise eine wässrige
Lösung, zu vermessen. Vielmehr kann die Gasphase direkt als Messmedium verwendet werden und in die Anordnung beziehungsweise in den Probenraum überführt werden. Dadurch ist eine Detektion von Wasserstoffperoxid mit der erfindungsgemäßen Anordnung sehr kostengünstig durchführbar.
Die erfindungsgemäße Anordnung ist dabei ferner sehr kostengünstig
herstellbar, da sie im Wesentlichen lediglich aus einer Strahlungsquelle, einem Probenraum mit Nachweisreagenz und einem Detektor aufgebaut ist. Dadurch ist sowohl die Herstellung als auch der Betrieb und die Wartung der
erfindungsgemäßen Anordnung nicht mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden.
Ferner ist die erfindungsgemäße Anordnung sehr kompakt ausbildbar, was es besonders einfach möglich macht, die Anordnung beispielsweise als tragbaren Sensor auszubilden. Dadurch kann vor Ort beispielsweise die Umgebungsluft untersucht werden, was eine große Flexibilität der mit der erfindungsgemäßen Anordnung möglichen Anwendungsgebiete erlaubt. Daher sind auch in-situ Messungen möglich, wobei beispielsweise direkt Reaktionsgas oder Ähnliches in den Probenraum geleitet werden kann, so dass beispielsweise eine
prozessbegleitende Kontrolle einer Vielzahl von möglichen Prozessen möglich ist.
Mit der erfindungsgemäßen Anordnung ist es ferner möglich, durch eine gesteigerte Sensitivität auch kleinste Mengen von Wasserstoffperoxid qualitativ und quantitativ nachweisen zu können. Insbesondere ist es mit der
erfindungsgemäßen Anordnung möglich, Spuren von Wasserstoffperoxid in einem Bereich von > 0, 1 ppb, beispielsweise bis zu einem Bereich von < 1000ppb nachweisen und quantifizieren zu können. Im Rahmen einer vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die wenigstens eine Strahlungsquelle als UV/Vis- Strahlungsquelle ausgebildet. Das bedeutet insbesondere, dass die Strahlungsquelle ausgebildet ist, Strahlung mit einer Wellenlänge in einem Bereich von > 200nm bis < 800nm auszustrahlen. Dabei wird die genaue Wellenlänge beziehungsweise der genaue
Wellenlängenbereich insbesondere in Abhängigkeit der optischen Eigenschaften des colorimetrischen Nachweisreagenzes beziehungsweise dessen
Absorptionsverhaltens gewählt. Strahlungsquellen im UV/Vis-Bereich sind weit verbreitet und dabei leicht und ohne unverhältnismäßig hohen kostenintensiven Aufwand erhältlich. Auf Messungen mittels IR-Spektroskopie, die oftmals deutlich aufwändiger auszuführen sind, kann in dieser Ausgestaltung daher verzichtet werden, was das eine Verwendung der erfindungsgemäßen Anordnung
besonders einfach gestaltet. Darüber hinaus kann eine UV/Vis Strahlung in besonders geeigneter weise verwendet werden, um die optischen
Eigenschaften, wie das Absorptionsverhalten, einer breiten Anzahl von
Nachweisreagenzien zu untersuchen.
Im Rahmen einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung, ist die wenigstens eine Strahlungsquelle als Leuchtdiode ausgebildet. Durch Leuchtdioden ist Strahlung einer genau definierten Wellenlänge erzeugbar, die somit eine sehr genaue Messung des Wasserstoffperoxids ermöglicht. Darüber hinaus sind Leuchtdioden kostengünstig in der Herstellung und im Betrieb, was auch den Betrieb der erfindungsgemäßen Anordnung weiter kostengünstig gestaltet. Darüber hinaus können Leuchtdioden mit einem geringen Stromverbrauch betrieben werden, was auch den Stromverbrauch der gesamten Anordnung niedrig gestaltet. Dadurch ist diese Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anordnung insbesondere für portable Anwendungen geeignet, da auf ungeeignet hohe Energiereserven, wie etwa eine Vielzahl von meist schweren und damit unhandlichen Akkumulatoren, verzichtet werden kann.
Im Rahmen einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung ist der wenigstens eine Detektor als Photodiode ausgebildet. Mittels einer Photodiode kann auf einfache Weise die detektierte Strahlung in
elektrischen Strom beziehungsweise in elektrische Spannung umgewandelt und auf diese Weise ausgewertet werden. Photodioden bieten dabei eine
ausgezeichnete Genauigkeit, um auch geringste Konzentrationen von
Wasserstoffperoxid in dem wasserstoffperoxidhaltigen Gas nachweisen und quantifizieren zu können.
Im Rahmen einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung umfasst das Nachweisreagenz eine metallorganische oder
anorganische Komplexverbindung, wie etwa einen Titan (IV)-Komplex. Derartige
Komplexe sind besonders gut als colorimetrische Nachweisreagenzien geeignet, da mit Ihnen bereits geringste Konzentrationen an Wasserstoffperoxid sicher nachweisbar sind. Grundsätzlich können aus derartigen Komplexen durch das Einwirken von Wasserstoffperoxid farbige Peroxidkomplexe entstehen, die ihrerseits gut nachweisbar sind.
Im Rahmen einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung ist das Nachweisreagenz in einer porösen organischen oder anorganischen Matrix angeordnet. Dadurch kann eine genau definierte
Kontaktfläche des Reagenzes mit dem wasserstoffperoxidhaltigen Gas erreicht werden, was genau definierte und reproduzierbare Messbedingungen möglich macht. Ferner ist eine poröse Matrix gut geeignet, um von einem Gas durchströmt zu werden, beziehungsweise um ein Gas in die Matrix
eindiffundieren zu lassen, was wiederum sehr geeignete Messbedingungen ermöglicht und ferner die Anordnung des Reagenzes beispielsweise in dem Probenraum vereinfacht. Auf diese Weise wird bezüglich der Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Anordnung eine große Flexibilität ermöglicht. Darüber hinaus kann auf diese Weise das Nachweisreagenz, wenn es verbraucht ist und erneuert werden muss, auf einfache Weise ausgetauscht werden, indem beispielsweise die Matrix erneuert wird.
Vorzugsweise ist die Matrix dabei ausgebildet aus einem oder mehreren Oxiden eines Metalls, wie etwa Aluminium, oder eines Halbmetalls, wie etwa Silizium oder Bor. Ferner kann eine Silikatmatrix beziehungswiese Metallosilicatmatrix verwendet werden, die insbesondere ausgewählt ist aus der Gruppe der zeolithaltigen Materialien. Ferner kann auch eine organische Polymermatrix, wie etwa eine Matrix aus Ethylcellulose oder einem Polystyrolharz erfindungsgemäß Verwendung finden. So wird ermöglicht, dass das zu messende Fluid optimal mit dem Nachweisreagenz in Kontakt treten kann. Jene matrixbildenden Materialien wechselwirken dabei nur unwesentlich mit dem Wasserstoffperoxid. Die
Detektion von Wasserstoffperoxid wird durch derartige Materialien somit nicht gestört. Weiter ist bevorzugt, dass die Matrix porös ist. Dabei ist es besonders bevorzugt, dass die Matrix eine mesoporöse Matrix ist. Eine mesoporöse Matrix zeichnet sich durch seinen Porendurchmesser aus, der in einem Bereich von > 2nm bis < 50nm liegt. Mit derartigen Poren kann ein besonders vorteilhafter Kontakt zwischen dem wasserstoffperoxidhaltigen Gas und dem
Nachweisreagenz realisiert werden. Alternativ kann die Matrix mikroporös sein, wobei dann der Porendurchmesser in einem Bereich von < 2nm liegt. Das bedeutet insbesondere, dass die vorhandenen Poren im Mittel mesoporös oder mikroporös sind, da es stets Abweichungen von der Mikro- oder Mesoporosität geben kann.
Im Rahmen einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung ist ein Lichtleiter vorgesehen, der derart angeordnet ist, dass von der Strahlungsquelle emittierte Strahlung in dem Lichtleiter geführt wird, und der das colorimetrische Nachweisreagenz derart umfasst, dass es von der emittierten Strahlung bestrahlbar ist. Beispielsweise kann ein Lichtwellenleiter verwendet werden, der aus Glas oder einem Kunststoff ausgestaltet sein kann.
Beispielswiese kann der Lichtleiter dabei mit dem colorimterischen
Nachweisreagenz beschichtet sein. Das derart geführte Licht beziehungsweise die derart geführte Strahlung wechselwirkt dann mit dem Nachweisreagenz, wobei die optischen Eigenschaften von dem Detektor detektierbar sind.
Im Rahmen einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der vorliegenden
Erfindung weist der Probenraum einen Gaseingang sowie einen Gasausgang auf, wobei in dem Gaseingang sowie in dem Gasausgang Ventile vorgesehen sind. Dadurch kann ein genau definiertes Gasvolumen in den Probenraum eingeführt werden, was dann auch über einen längeren Zeitraum vermessen werden kann. In dieser Ausgestaltung kann in besonders einfacher Weise auch bei einer potenziell langen Ansprechzeit eines Nachweisreagenzes gewährleistet werden, dass auch bei sehr geringen Konzentrationen genaue Messergebnisse erzielbar sind.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ferner ein Verfahren zum Detektieren von Wasserstoffperoxid, umfassend die Schritte: Einleiten eines
wasserstoffperoxidhaltigen Gases in einen Probenraum, um das
wasserstoffperoxidhaltige Gas mit einem wasserstoffperoxidselektiven colorimetrischen Nachweisreagenz in Kontakt zu bringen; Bestrahlen des Nachweisreagenzes mit Strahlung definierter Wellenlänge; Detektieren wenigstens einer optischen Eigenschaft des colorimetrischen Reagenzes.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren können die mit Bezug auf die
erfindungsgemäße Anordnung beschriebenen Vorteile erzielt werden.
Insbesondere ist es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich,
Wasserstoffperoxid direkt in der Gasphase qualitativ und quantitativ zu detektieren. Es wird so ein Analyseverfahren möglich, das einfach auszuführen ist, wobei keine unverhältnismäßig hohen Kosten verursacht werden und dabei
das zu detektierende Wasserstoffperoxid mit einer Genauigkeit bis zu 0,1 ppb detektierbar ist.
Im Rahmen einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird das Nachweisreagenz mit einer Wellenlänge in einem Bereich von > 200nm bis < 800nm bestrahlt. Folglich wird Strahlung im UV/Vis-Bereich verwendet. Die exakte verwendete Wellenlänge ist dabei insbesondere abhängig von der Art des verwendeten colorimetrischen Nachweisreagenzes. Derartige Strahlung ist besonders geeignet, die optischen Eigenschaften, beziehungsweise das Absorptions- oder Emissionsverhalten einer Vielzahl von wasserstoffperoxidselektiven Nachweisreagenzien zu untersuchen und ist dabei einfach und kostengünstig erzeugbar.
Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Gegenstände werden durch die Zeichnung veranschaulicht und in der nachfolgenden Beschreibung erläutert. Dabei ist zu beachten, dass die
Zeichnung nur beschreibenden Charakter hat und nicht dazu gedacht ist, die Erfindung in irgendeiner Form einzuschränken. Es zeigt Fig. 1 einen schematischen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Anordnung.
In Figur 1 ist schematisch eine erfindungsgemäße Anordnung 10 zum
Detektieren von Wasserstoffperoxid gezeigt. Durch eine derartige
erfindungsgemäße Anordnung 10 wird es ermöglicht, Wasserstoffperoxid direkt in der Gasphase eines wasserstoffperoxidhaltigen Gases qualitativ und quantitativ zu ermitteln. Die Anordnung 10 kann beispielsweise als feststehender Sensor ausgebildet sein und etwa als Laborausrüstung dienen. Darüber hinaus kann die Anordnung 10 als tragbarer Sensor insbesondere für die Analyse von der Atmosphäre, Raumluft, oder für in-situ-Anwendungen verwendet werden.
Die Anordnung 10 gemäß Figur 1 umfasst einen Probenraum 12 zur Aufnahme eines wasserstoffperoxidhaltigen Gases, dessen Wasserstoffperoxidgehalt qualitativ und/oder quantitativ untersucht werden soll. Hierzu weist der
Probenraum 12 vorzugsweise einen Gaseingang 14 sowie einen Gasausgang 16 auf. Auf diese Weise ist der Probenraum 12 mit dem wasserstoffperoxidhaltigen
Gas durchströmbar. Um beispielsweise zu erreichen, dass das zu untersuchende
wasserstoffperoxidhaltige Gas für einen längeren Messzyklus innerhalb des Probenraums 12 verbleibt, können in dem Gaseingang 14 sowie in dem
Gasausgang 16 Ventile 18, 20 vorgesehen sein, um den Gaseingang 14 sowie den Gasausgang 16 gasdicht zu verschließen.
Ferner kann ein Durchflussmessgerät 22, 24 in dem Gaseingang 14 und/oder in dem Gasausgang 16 vorgesehen sein, um zu ermitteln, welches Volumen an Gas in den Probenraum 12 hinein- beziehungsweise wieder herausfließt. Durch Einbeziehen des so ermittelbaren genauen Volumens kann eine quantitative Messung sehr genau gestaltet werden. Alternativ oder zusätzlich kann eine Druckmessvorrichtung 26 in dem Probenraum 12 angeordnet sein, um den Druck des in dem Probenraum 12 befindlichen wasserstoffperoxidhaltigen Gases zu bestimmen und so ebenfalls auf die Menge an in dem Probenraum 12 befindlichen Gas zu schließen.
Der Probenraum 12 ist fluidisch verbunden mit einem
wasserstoffperoxidselektiven colorimetrischen Nachweisreagenz 28. Das bedeutet, dass das Nachweisreagenz 28 in dem Probenraum 12 selbst, oder in einem mit dem Probenraum 12 fluidisch verbundenen Raum angeordnet ist. Gemäß Figur 1 ist das Nachweisreagenz 28 in dem Probenraum 12 selbst angeordnet. Das Nachweisreagenz 28 kann auf jede beliebige und geeignete Weise in dem Probenraum 12 immobilisert sein, so dass das
wasserstoffperoxidhaltige Gas mit dem Nachweisreagenz 28 in Kontakt gelangen kann, wodurch der Wasserstoffperoxid mit dem Nachweisreagenz 28
wechselwirkt beziehungsweise reagiert.
Gemäß Figur 1 ist das Nachweisreagenz 28 in einer Matrix 30 angeordnet. Die Matrix 30 ist vorzugsweise mesoporös, wobei das Nachweisreagenz 28 in den entsprechenden Poren angeordnet sein kann. In dem Fall einer mesoporösen Matrix 30 weist diese Poren mit einem Durchmesser in einem Bereich von > 2nm bis < 50nm auf. Dadurch kann eine geeignete Menge an
wasserstoffperoxidhaltigem Gas in die Matrix 30 strömen beziehungsweise diffundieren und so mit dem Nachweisreagenz 28 reagieren. Besonders bevorzugt ist das Nachweisreagenz 28 in einer porösen organischen oder anorganischen Matrix 30 angeordnet. Als vorteilhafte Beispiele seien erwähnt eine mesoporöse Matrix, ausgebildet aus einem oder mehreren Oxiden eines
Metalls, wie etwa Aluminium, oder eines Halbmetalls, wie etwa Silizium oder Bor. Ferner kann eine mikroporöse Silikatmatrix beziehungswiese
Metallosilicatmatrix verwendet werden, die insbesondere ausgewählt ist aus der Gruppe der zeolithartigen Materialien. Weiterhin kann auch eine organische Polymermatrix, wie etwa eine Matrix aus Ethylcellulose oder einem
Polystyrolharz erfindungsgemäß Verwendung finden.
Vorteilhafterweise ist das Nachweisreagenz 28 dabei derart in die Matrix 30 eingebettet, dass seine optischen und chemischen Eigenschaften im
Wesentlichen erhalten bleiben und zudem eine im Wesentlichen ungestörte
Diffusion des wasserstoffperoxidhaltigen Gases in die Matrix 30 möglich ist.
Das wasserstoffperoxidselektive colorimetrische Nachweisreagenz 28 dient dazu, Wasserstoffperoxid qualitativ und quantitativ nachweisen zu können.
Erfindungsgemäß besonders geeignet sind dabei metallorganische oder anorganische Komplexverbindungen, die durch Einwirken von
Wasserstoffperoxid beispielsweise gefärbte Peroxidkomplexe bilden können. Besonders bevorzugt sind dabei Komplexe der vierten, fünften und sechsten Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente, wobei Titan(IV)-Komplexe besonders bevorzugt verwendet werden können. Beispielhafte Titan(IV)-
Komplexe, die erfindungsgemäß in besonders geeigneter weise verwendet werden können, sind beispielsweise Titan(IV)-Porphyrin-Komplexe,
beziehungsweise Derivate hiervon. Um wenigstens eine durch eine Wechselwirkung beziehungsweise Reaktion des
Nachweisreagenzes 28 mit dem Wasserstoffperoxid veränderte optische Eigenschaft, wie etwa die Absorptionseigenschaften beziehungsweise
Emissionseigenschaften, des Nachweisreagenzes 28 untersuchen zu können, umfasst die erfindungsgemäße Anordnung 10 ferner wenigstens eine
Strahlungsquelle 32 zum Bestrahlen des Nachweisreagenzes 28. Die wenigstens eine Strahlungsquelle 32 ist vorzugsweise als UV/Vis- Strahlungsquelle ausgebildet. Das bedeutet, dass die Strahlungsquelle 32 Licht mit einer
Wellenlänge in einem Bereich von > 200nm bis < 800nm ausstrahlt und zumindest einen Teil des Probenraums 12 beziehungsweise das
Nachweisreagenz 24 mit dieser Wellenlänge bestrahlt. Dabei ist es insbesondere bevorzugt, dass die Strahlungsquelle 32 als Leuchtdiode ausgebildet ist.
Weiterhin umfasst die Anordnung 10 wenigstens einen Detektor 34 zum
Detektieren wenigstens einer optischen Eigenschaft des colorimetrischen Nachweisreagenzes. Durch den Detektor 34 kann beispielsweise das
Absorptionsverhalten beziehungsweise das Emissionsverhalten des
Nachweisreagenzes 28 vor und insbesondere nach der Reaktion mit dem Wasserstoffperoxid untersucht werden und dadurch die Veränderung dieses Verhaltens qualitativ und quantitativ ermittelt werden, was eine qualitative und quantitative Untersuchung des Wasserstoffperoxidgehalts in dem
wasserstoffperoxidhaltigen Gas ermöglicht.
Der Detektor 34 ist daher zweckmäßigerweise ein optischer Detektor. Besonders bevorzugt ist der Detektor 34 als Photodiode ausgebildet. Aber auch andere Arten von Detektoren sind erfindungsgemäß möglich. Beispielhaft genannt seien hier ein Photowiderstand und ein Phototransistor.
Die Strahlungsquelle 32 kann dabei durch eine elektrische Ansteuerung einbeziehungsweise ausschaltbar sein, wobei die Ansteuerung vorzugsweise ebenfalls mit dem Detektor 34 und/oder den Ventilen 18, 20 verbunden ist.
Ein mit der erfindungsgemäßen Anordnung durchgeführtes erfindungsgemäßes Verfahren zum Detektieren von Wasserstoffperoxid läuft folgendermaßen ab. Zunächst wird ein wasserstoffperoxidhaltiges Gas, dessen
Wasserstoffperoxidgehalt zu messen ist, in den Probenraum 12 der Anordnung 10 eingeleitet. Dazu durchläuft es beispielsweise den Gaseingang 14. Dabei ist sowohl ein kontinuierliches Einleiten des Gases in den Probenraum 12 möglich, als auch ein intermittierendes Einleiten, wobei das Gas für einen definierten Zeitraum in dem Probenraum 12 für die Messung verbleiben kann. In dem Probenraum 12, oder in einem mit dem Probenraum 12 fluidisch verbundenen Raum wird das wasserstoffperoxidhaltige Gas dadurch mit dem
wasserstoffperoxidselektiven colorimetrischen Nachweisreagenz 28 in Kontakt gebracht. Beispielsweise gelangt das Gas in die Poren der Matrix 30, um dort mit dem colorimetrischen Nachweisreagenz 28 zu reagieren.
Durch das Wasserstoffperoxid erfolgt dabei eine Änderung der optischen Eigenschaften des Nachweisreagenzes 28, wie etwa der spektralen
Absorptionseigenschaften beziehungsweise Emissionseigenschaften, welche mit Hilfe der Strahlungsquelle 32 sowie dem Detektor 34 nachgewiesen werden können und somit eine Bestimmung des Wasserstoffperoxids in der Gasphase ermöglichen.
Dazu wird der Probenraum 12 beziehungswiese das Nachweisreagenz 28 folglich mit definierter Strahlung durch die Strahlungsquelle 32 bestrahlt. Dazu wird vorzugsweise Strahlung einer Wellenlänge in einem Bereich von > 200nm bis < 800nm, je nach Nachweisreagenz, verwendet.
Nach der Messung wird das Gas aus dem Probenraum 12 herausgleitet, und passiert dazu beispielsweise den Gasausgang 16. Das Nachweisreagenz 28 kann meist für eine Vielzahl von Messzyklen beziehungsweise für eine bestimmte Messdauer verwendet werden, bevor es unter Umständen regeneriert werden sollte.
Diesbezüglich können im Wesentlichen zwei Fälle unterschieden werden. Sind sowohl die Bildung als auch der Zerfall der durch Wasserstoffperoxid- Beaufschlagung aus dem Nachweisreagenz 28 gebildeten Verbindung, wie etwa eines Peroxidkomplexes, kinetisch wenig gehemmt, stellt sich innerhalb von kurzer Zeit das thermodynamische Gleichgewicht ein. In diesem Fall ist nach Beaufschlagung des wasserstoffperoxidhaltigen Gases kein Regenerationsschritt erforderlich. In Abwesenheit von Wasserstoffperoxid tritt vielmehr der Zerfall der gebildeten Verbindung aus Wasserstoffperoxid und dem Nachweisreagenz 28 ein, so dass das Nachweisreagenz 28 im Wesentlichen wieder erhalten wird. Ist hingegen der Zerfall der gebildeten Verbindung sehr langsam gegenüber der Bildung desselben, so ist nach der Beaufschlagung des
wasserstoffperoxidhaltigen Gases und der Messung oder einer bestimmten Anzahl an Messungen ein Regenerationsschritt durchzuführen, um die
Wiederbereitstellung der Anordnung 10 zu ermöglichen. Dazu kann
beispielsweise die Temperatur zeitweise erhöht werden mit dem Ziel, einen Zerfall der gebildeten Verbindung oder restlichen Wasserstoffperoxids zu erreichen. Ist das Nachweisreagenz 28 außerdem über einen längeren Zeitraum nicht hinreichend stabil, kann in beiden vorgenannten Fällen ein Austausch des Nachweisreagenzes 28 erfolgen, indem beispielsweise ein Teil des
Sensorsystems ausgetauscht wird oder eine Neubeladung mit Nachweisreagenz 28 erfolgt.