Beschreibung
Verfahren zum Aufbringen einer strukturierten Beschichtung auf ein Bauelement
Die Anmeldung betrifft ein Verfahren zum Aufbringen einer strukturierten Beschichtung auf eine Oberfläche, beispiels¬ weise eines elektrischen Bauelements und insbesondere ein Verfahren zur Verkapselung einer Baugruppe, die eine MEMS- Komponente umfasst.
MEMS-Komponenten sind mechanisch empfindliche elektromechani- sche Bauelemente, deren mikromechanische Strukturen oder bewegliche Teile mechanisch empfindlich sind und die darüber hinaus zur störungsfreien Funktion in der Regel ein freies Volumen im Bereich der mikromechanischen Strukturen
erfordern. MEMS-Komponenten können als Aktoren, Sensoren, Stellglieder oder auch als Mikrofone ausgebildet sein. MEMS- Mikrofone weisen eine mikrostrukturierte Membran auf und benötigen ein abgeschlossenes Volumen vor und/oder hinter der Membran, welches als akustisches Rückvolumen genutzt werden kann .
Bekannt sind als Mikrofone ausgebildete MEMS-Komponenten, die zusammen mit zumindest einer Chipkomponente, insbesondere einem ASIC auf einem Träger aufgebracht sind und mit diesen eine Baugruppe bzw. ein Modul bilden. Darüber ist zum
mechanischen Schutz und zur Bereitstellung eines abgeschlossenen Volumens eine Verkapselung aufgebracht, die eine Kappe oder eine anliegende Filmabdeckung umfassen kann. Eine Schallöffnung kann dabei durch den Träger geführt sein. In diesem Fall sind Maßnahmen vorgesehen, um die MEMS- Komponenten zum Einen gegen den Träger abzudichten und zum
Anderen über der MEMS-Komponente in der Verkapselung ein abgeschlossenes Rückvolumen vorzusehen. Möglich ist es auch, die vom Träger wegweisende Oberseite der MEMS-Komponente oberhalb der Membran abzudichten. In einem bekannten
Verfahren zur Herstellung einer solchen Verkapselung wird über der Baugruppe eine tiefziehbare Folie aufgebracht und gegen den Träger abgedichtet. Die Schallöffnung kann dann durch die Verkapselung hindurch oberhalb der Membran erzeugt werden, oder als Bohrung von unten durch den Träger hindurch unterhalb der Membran geführt werden.
In allen Fällen besteht jedoch das Problem, die Verkapselung der MEMS-Komponente oder einer eine MEMS-Komponente
enthaltenden Baugruppe so durchzuführen, dass die beweglichen Teile der MEMS-Komponente während des Verkapselungsverfahrens nicht beschädigt oder verschmutzt werden und ein
zuverlässiger Betrieb der MEMS-Komponente gewährleistet bleibt . Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren nach
Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
Mit dem vorgeschlagenen Verfahren kann auf der Oberfläche eines Bauelements eine strukturierte Beschichtung aufgebracht werden. Die Oberfläche weist einen Beschichtungsbereich und einen nicht zu beschichtenden Bereich auf, wobei das
Verfahren im Ergebnis eine Beschichtung ausschließlich im Beschichtungsbereich erzeugt.
Zur Definition des Beschichtungsbereichs wird in einem
Schritt a) auf das Bauelement zunächst eine Releasefolie aufgebracht und innerhalb des nicht zu beschichtenden
Bereichs zumindest teilweise fixiert. Im Beschichtungsbereich wird in einem Schritt b) die Releasefolie entfernt. Als Ergebnis wird quasi eine aus der Releasefolie bestehende Negativstruktur der späteren strukturierten Beschichtung erzeugt.
Über dieser Negativstruktur und die Oberfläche des Bauelements wird nun in einem Schritt c) ganzflächig eine
Beschichtung aufgebracht.
Zur Definition des Beschichtungsbereichs wird die
Beschichtung in einem Schritt d) entlang einer ersten
Trennlinie umlaufend um den nicht zu beschichtenden Bereich aufgetrennt .
Zur besseren Ablösung der Beschichtung im nicht zu
beschichtenden Bereich wird in einem Schritt e) die Haftung der Releasefolie zumindest im von der Trennlinie
umschlossenen Bereich, vorzugsweise aber vollständig
reduziert. Diese Reduzierung kann aber auch direkt nach der Aufbringung der Beschichtung durchgeführt werden.
Anschließend wird in einem Schritt f) die in ihrer Haftung reduzierte Releasefolie samt der darüber befindlichen
Beschichtung, die von der Beschichtung im Beschichtungsbereich getrennt ist, abgehoben. Es verbleibt die gewünschte strukturierte Beschichtung im Beschichtungsbereich, während der nicht zu beschichtende Bereich wieder frei liegt. Das Verfahren kann so geführt werden, dass die Beschichtung im nicht zu beschichtenden Bereich vollständig und
rückstandsfrei abgehoben wird.
Das Verfahren hat den Vorteil, dass eine jegliche Beschichtung strukturiert und dabei unabhängig von der
Haftung auf der Oberfläche auch über empfindlichen
Oberflächen oder Strukturen einfach wieder entfernt werden kann, ohne dabei die empfindliche Oberfläche zu beschädigen. Diese sind während des Aufbringens und der Strukturierung der Beschichtung durch die Releasefolie geschützt. Das Abheben auch festhaftender Beschichtungen ist so problemlos möglich. Die im Verfahren eingesetzte Releasefolie kann auf die
Oberfläche aufgeklebt oder auflaminiert werden.
Als Releasefolien können Folien eingesetzt werden, die insbesondere als UV-Releasetape oder als Thermalreleasetape bekannt sind. Je nach Typ der Releasefolie kann deren Haftung auf Oberflächen durch Einwirken von UV-Licht, mittels Laser oder durch thermische Einwirkung reduziert werden. Dabei werden zumindest im Bereich der Grenzfläche, an der die
Releasefolie auf einer Oberfläche haftet, die chemischen oder physikalischen Eigenschaften der Releasefolie dauerhaft verändert. Durch die Einwirkung können chemische Bindungen aufgebrochen werden oder reaktive Gruppen, die insbesondere für die Haftung verantwortlich sind, in weniger reaktive oder insbesondere weniger polare Gruppen überführt werden. Möglich ist es auch, die physikalische Konsistenz an der Grenzschicht zu verändern und beispielsweise eine Schicht aufzuschmelzen, aufzuschäumen oder zu verdampfen. Solche Releasefolien sind bereits zum temporären Fixieren von Halbleiterwafern bekannt, die dann nach einem Bearbeitungsschritt wieder von der
Releasefolie abgehoben werden müssen.
Als Releasefolien können auch Folien verwendet werden, die entsprechend beschichtet sind, so dass sich ihre Haftung
durch die genannten Mittel reduzieren oder ganz aufheben lässt. Möglich ist es auch, zunächst eine Trennschicht auf der nicht zu beschichtenden Oberfläche aufzubringen und darüber dann eine normale Folie. Durch Einwirken von Licht oder Wärme lässt sich die Trennschicht zersetzen oder ablösen .
Möglich ist es jedoch auch, als Releaseschicht eine
Zwischenschicht auf die Oberfläche aufzubringen, die sich beim Aufschmelzen, Aufschäumen oder Verdampfen von der nicht benetzbaren Oberfläche trennt, beispielsweise eine
aufgedampfte Zinnschicht. In allen Fällen kann die
Releasefolie mehrere Schichten aufweisen, wobei vorzugsweise die unterste Schicht der Releasefolie diejenige ist, deren Haftung oder strukturelle Integrität durch die genannten Mittel reduziert oder abgebaut werden kann.
Allgemein wird ein Verhältnis der Haftung vor und nach deren Verminderung durch den Releaseschritt von zumindest 5:1, vorzugsweise höher als 10:1 angestrebt.
Eine typische Schichtdicke für eine Releasefolie liegt im Bereich von 1 ym bis 200 ym, die aber je nach Anwendungsfall und Anwendungszweck auch größer oder niedriger sein kann. Wird die Releasefolie dazu genutzt, einen Freiraum zwischen zwei Komponenten oder eine Ausnehmung in einer Oberfläche zu überspannen, sollte ihre Dicke zum Aufrechterhalten einer ausreichenden mechanischen Stabilität entsprechend hoch gewählt werden.
In einer Ausführungsform ist das Bauelement, auf dem die strukturierte Beschichtung aufgebracht wird, Teil einer Baugruppe oder eines Moduls, das eine oder mehrere MEMS-
Komponenten und eine oder mehrere Chipkomponenten aufweist. Diese Komponenten sind auf einem Träger angeordnet. Das zu beschichtende Bauelement kann eine dieser Komponenten oder die gesamte Baugruppe bzw. das gesamte Modul sein.
Das Aufbringen der Beschichtung gemäß dem vorgeschlagenen Verfahren kann so erfolgen, dass die Beschichtung jede einzelne der Komponenten oder die Komponenten insgesamt als Baugruppe oder Modul gegen den Träger abdichtet. Mit dem Verfahren wird dann eine strukturierte Beschichtung erzeugt, die im nicht zu beschichtenden Bereich einen Medienzugang zu der Baugruppe und insbesondere zur MEMS-Komponente aufweist.
Der Medienzugang ist für alle solche MEMS-Komponenten
erforderlich, die zu ihrer Funktion in direkten Kontakt mit der Umgebung treten müssen. Der Medienzugang schafft daher einen freien Kanal hin zu den mikromechanischen Strukturen der MEMS-Komponente wie zum Beispiel einer Membran, der als Schallkanal, zum Druckausgleich oder zum Zutritt von
Umgebungsmedien zum Bestimmen eines Parameters des Mediums geeignet ist.
Als Beschichtung sind Folien geeignet. Die Beschichtung kann über der Baugruppe oder dem Modul so aufgebracht werden, dass sie Zwischenräume zwischen den Komponenten überspannt. Die Beschichtung kann auch so aufgebracht werden, dass die Folie bei ausreichendem Abstand zwischen den Komponenten rund um einzelne oder rund um eine oder mehrere Untergruppen der Baugruppe bis zur Oberfläche des Trägers gezogen und dort mit der Oberfläche des Trägers abgedichtet werden kann.
Die Beschichtung kann mehrere Teilschichten umfassen, die gemeinsam oder sequentiell aufgebracht werden können. Eine Teilschicht kann auch metallisch sein. Die Releasefolie kann in einer Ausführungsform bereits auf dem MEMS-Wafer, auf dem eine Vielzahl von MEMS-Komponenten parallel prozessiert werden, aufgebracht und strukturiert werden. Insbesondere kann dabei im Beschichtungsbereich die Haftung der Releasefolie zur Oberfläche reduziert werden und die Releasefolie anschließend in genau diesem Bereich
entfernt werden. Die einzelnen MEMS-Komponenten werden dann erst nach der Strukturierung der Releasefolie auf dem MEMS- Wafer vereinzelt. Die einzelnen MEMS-Komponenten werden, gegebenenfalls
zusammen mit einer Chipkomponente, auf einem Träger montiert, so dass auf dem Träger jede Baugruppe mit diesen Komponenten bestückt ist. Erst anschließend erfolgen die weiteren
Verfahrensschritte, umfassend die Aufbringung der
Beschichtung, die Reduzierung der Haftung im nicht zu
beschichtenden Bereich und das Abheben der Releasefolie samt darüber aufgebrachter Beschichtung im nicht zu beschichtenden Bereich . Diese Verfahrensvariante hat den Vorteil, dass der auf die Releasefolie entfallende Strukturierungsschritt zeit- und kostensparend auf MEMS-Waferlevel durchgeführt werden kann. Diese Verfahrensvariante ist insbesondere für thermisch stabile Releasefolien geeignet, deren Haftung auf andere Art und Weise, insbesondere durch UV-Einwirkung reduziert werden kann. Anderenfalls muss bei der Bestückung des Trägers mit den Komponenten und insbesondere mit der MEMS-Komponente ein Verfahren gewählt werden, welches bei niedriger Temperatur
durchgeführt werden kann. Dann kann auch eine Releasefolie eingesetzt werden, die thermisch in ihrer Haftung reduziert werden kann. In einer Ausführungsform werden zur Strukturierung der
Releasefolie Einschnitte in die Releasefolie entlang von ersten Trennlinien rund um den nicht zu beschichtenden
Bereich erzeugt. Anschließend wird die Releasefolie im
Beschichtungsbereich, welcher außerhalb des von der Trenn- linie umschlossenen Bereichs liegt, entfernt. Bei diesem
Vorgehen ist es möglich, die Releasefolie im Beschichtungs¬ bereich ohne vorherige Reduzierung der Haftung in einem Stück abzuziehen. Dies ist immer dann möglich, wenn die Releasefolie im Beschichtungsbereich nicht auf empfindlichen Ober- flächen haftet, die beim Abziehen der Releasefolie beschädigt werden könnten. Das Abziehen kann auch dadurch erleichtert werden, dass die Releasefolie nur im kritischen Bereich rund um den nicht zu beschichtenden Bereich umlaufend auf der Oberfläche fixiert wird. Dies ist insbesondere dann in ein- facher Weise möglich, wenn der nicht zu beschichtende Bereich auf der Oberfläche der MEMS-Komponente vorgesehen ist und die MEMS-Komponente innerhalb der Baugruppe diejenige Komponente ist, die die größte Höhe über dem Träger aufweist. Auf diese Weise ist es möglich, die Releasefolie im Verfahrensschritt a) so aufzubringen, dass sie überwiegend oder ausschließlich auf der Oberfläche der MEMS-Komponente anhaftet.
Möglich ist es jedoch auch, die Haftung der Releasefolie zur Oberfläche im gesamten Beschichtungsbereich zu reduzieren und so das Entfernen der Releasefolie im gesamten Beschichtungs¬ bereich zu erleichtern.
Die Reduktion der Haftung der Releasefolie auf beliebigen Untergründen in selektiv ausgewählten Bereichen erfolgt vorzugsweise mittels UV-Bestrahlung, wobei als Releasefolie ein UV-Releasetape eingesetzt wird.
Eine ortselektive bzw. strukturierende Belichtung kann mittels einer Maske erfolgen. Möglich ist es auch, mit einem Licht- oder Laserstrahl nur über diejenigen Bereiche des UV- Releasetapes zu scannen, in denen die Haftfähigkeit der
Releasefolie reduziert werden soll.
Nach dem Aufbringen der Beschichtung werden im Verfahrensschritt d) entlang einer zweiten Trennlinie zweite
Einschnitte in der Beschichtung erzeugt. Diese zweiten
Trennlinien können deckungsgleich mit den ersten Trennlinien geführt werden. Möglich ist es jedoch auch, dass die zweite Trennlinie innerhalb der von der ersten Trennlinie
umschlossenen Fläche und vorzugsweise parallel zur ersten Trennlinie geführt wird.
Die zweite Trennlinie kann jedoch auch geringfügig außerhalb der von der ersten Trennlinie umschlossenen Fläche liegen. Es sind zum Beispiel Abstände zur ersten Trennlinie bis zum 5- Fachen der der Dicke der Beschichtung bzw. bis zu ca. lOOym möglich. Damit kann in vielen Fällen im späteren Schritt f) noch ein einfaches Abheben der Beschichtung erreicht werden.
Im nächsten Schritt e) wird die Haftung der Releasefolie im nicht zu beschichtenden Bereich durch Einsatz entsprechender Mittel reduziert.
Anschließend wird die Releasefolie im Schritt f) samt darüber angeordnetem Teilbereich der Beschichtung, d.h. innerhalb der
zweiten Trennlinie (n) im nicht zu beschichtenden Bereich, in dem sie weder Haftung zum Untergrund noch eine Verbindung zum fest haftenden Bereich der Beschichtung im Beschichtungs- bereich aufweist, entfernt. Dies kann auf unterschiedliche Weise erfolgen und ist davon abhängig, wie stark die Releasefolie in diesem Bereich noch auf dem Untergrund haftet.
Insbesondere mit einem thermal Releasetape kann die Haftung der Releasefolie zum Untergrund praktisch vollständig
aufgehoben werden. In diesem Fall ist sogar ein Abblasen des entlang der zweiten Trennlinien ausgeschnittenen Bereichs der Releasefolie samt der Beschichtung darüber möglich. Besteht noch eine Resthaftung zum Untergrund, so kann die ausge¬ schnittene Releasefolie mit Hilfe einer weiteren mit relativ geringer Haftwirkung versehenen Klebefolie abgezogen werden. Möglich ist es auch, die Entfernung mit anderen mechanischen Maßnahmen oder durch Absaugen vorzunehmen.
In einer Ausführungsform wird das Verfahren zur Verkapselung einer Baugruppe bzw. eines Moduls eingesetzt, die ein MEMS- Mikrofon als MEMS-Komponente umfasst, welches innerhalb einer Baugruppe auf dem Träger montiert ist. In dieser Ausführung stellt die Ausnehmung über der Mikrofonmembran der MEMS-Komponente den nicht zu beschichtenden Bereich dar, der während des und nach dem Beschichtungsverfahren frei von mechanischer Belastung und sonstiger Verunreinigung bleiben muss.
Wenn die Beschichtung am Rand der Baugruppe mit dem Träger abschließt, kann mit Hilfe einer Abdeckung über der Baugruppe ein weiterer, die verkapselte Baugruppe aufnehmender Hohlraum eingeschlossen und abgedichtet werden. Dazu ist es möglich, entweder einen flachen Träger vorzusehen und darauf eine mechanisch stabile Kappe, die nach Aufbringen einen Hohlraum
unter sich einschließt, als Abdeckung aufzubringen. Alternativ ist es möglich, einen wannenförmigen Träger vorzusehen, in dessen Wanne die Baugruppe angeordnet ist. Darüber kann dann eine flache Abdeckung aufgebracht und so mit dem Träger verbunden werden, dass er die Wanne abdeckt.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, rund um die Baugruppe auf dem Träger einen Rahmen in einer Höhe vorzusehen, die höher als die höchste Komponente der Baugruppe ist. Als Ab¬ deckung kann dann eine flache Platte auf den Rahmen aufge¬ setzt und so befestigt werden, dass ein dicht abgeschlossener Hohlraum entsteht.
Die Kappe kann mit Klebstoff befestigt werden. Sie kann metallisch sein, ein Blechformteil umfassen, galvanoplastisch gefertigt oder ein metallisiertes Kunststoffteil umfassen. Zur Verbesserung einer elektromagnetisch abschirmender
Wirkung kann die Kappe auf dem Träger mit einem Massepotential verbunden werden. Dann bietet sich an, die Kappe zu verlöten oder mit elektrisch leitfähigem Kleber zu befestigen.
Bei einem Mikrofon oder einem eine solche MEMS Komponente umfassenden Bauelement wird zumindest eine Schallöffnung in der Abdeckung oder im Träger vorgesehen. Dies kann erfolgen, bevor die MEMS Komponente auf dem Träger aufgebracht wird, bevor die Abdeckung auf dem Träger aufgebracht wird oder nachdem die Abdeckung bzw. Kappe auf dem Träger aufgebracht wird. Bei nachträglicher Erzeugung der Schallöffnung wird der Zutritt zum Hohlraum unter der Abdeckung beziehungsweise der Medienzutritt zur Mikrofonmembran so hergestellt, dass dadurch keine Verunreinigungen in den Hohlraum eingetragen werden, die die Funktion der Mikrofonmembran stören könnten.
Durch Vorsehen einer Abdeckung kann mit der Beschichtung ein erstes Volumen zwischen Membran und Träger gegen ein zweites Volumen zwischen der Membran bzw. der Beschichtung und der Abdeckung abgedichtet werden.
Vorzugsweise umfasst das erste abgedichtete Volumen noch zumindest einen Zwischenraum zwischen MEMS- und Chipkomponente. Weitere korrespondierende beziehungsweise
miteinander verbundene Volumina können durch Zwischenräume zwischen und unter den Komponenten gebildet sein,
insbesondere wenn die Komponenten im Abstand zum Träger aufgebracht sind, beispielsweise über Bumpverbindungen, die quasi als Abstandshalter das Volumen zwischen dem Träger und zumindest einer der Komponenten aufrecht halten.
In einer Ausführungsform wird als Beschichtung eine tiefzieh- bare Folie über der Baugruppe aufgebracht. Eine solche Folie weist insbesondere bei erhöhter Temperatur plastische Eigen¬ schaften auf. Durch kombinierten Einsatz von Druck und
Temperatur, z.B. in einem Autoklaven, gelingt es, eine solche tiefziehbare Folie über Baugruppe und Träger aufzulaminieren und dabei einen innigen Kontakt der Folie zu der Oberfläche der die Baugruppe bildenden Komponenten herzustellen. Die tiefziehbare Folie kann eine elastische Komponente umfassen, die bei der Aufbringtemperatur die gewünschten mechanischen Eigenschaften insbesondere eine ausreichende plastische Verformbarkeit garantiert. Vorzugsweise umfasst die tiefziehbare Folie eine weitere Komponente, die sich zu einem durchgehärteten Duroplasten aushärten lässt. Möglich ist es auch, dass die Folie ein Polymer im B-Zustand umfasst, das bereits einen geringen Grad an Vernetzung aufweist und nach dem Auflaminieren in einen gehärteten Zustand mit
stabilen mechanischen Eigenschaften überführt werden kann. Durch Aushärten geht der Beschichtung die Verformbarkeit verloren, so dass eine mechanisch stabile und fest auf dem Trä¬ ger und der Baugruppe aufsitzende Beschichtung erhalten wird.
Eine für die Beschichtung geeignete Laminierfolie kann eine Dicke von vorteilhaft 10ym bis 200ym aufweisen.
Die Beschichtung kann während des Aufbringverfahrens so er- weichen, dass sie sich dicht an jede einzelne Komponente der Baugruppe anschmiegt, zumindest aber an der Seite und von oben. Um zu gewährleisten, dass das durch Zwischenräume zwischen Komponenten der Baugruppe gebildete Volumen durch Eindringen der als Beschichtung verwendeten Folie unkontrol- lierbar reduziert wird, kann in einer Ausführungsform die Releasefolie zur mechanisch stabilisierenden Abdeckung solcher Zwischenräume eingesetzt werden. Dazu wird die
Releasefolie während ihrer Strukturierung auch in denjenigen Bereichen auf der Baugruppe belassen, in denen sie eine ab- stützende Funktion für die darauf aufgebrachte Beschichtung ausüben soll, insbesondere eben in einem Brückenbereich über dem Zwischenraum zwischen zwei Komponenten. Die Releasefolie wird im Brückenbereich nicht entfernt und vorzugsweise auch nicht in der Haftung reduziert. Daher kann sie die Beschich- tung im Brückenbereich abstützen und währende des Beschichtens ein Einsacken der Beschichtung in den Zwischenraum vermeiden .
In einer Ausführung wird als Releasefolie ein Thermal- releasetape verwendet, dessen Aufbringung erst nach der
Montage der Komponenten auf den Träger erfolgt. Dadurch wird vermieden, dass die Releasefolie bereits bei einem Auflöten von Komponenten in der Haftung reduziert wird. Die
Strukturierung der Releasefolie gemäß Verfahrensschritten b) kann dann thermisch erfolgen, wobei die zur Verminderung der Haftung erforderliche thermische Energie über einen Laser eingetragen werden kann. Nach dem Aufbringen der Schichtung kann dann die Haftung der gesamten verbleibenden Releasefolie durch thermische Einwirkung mittels Aufsetzens der Baugruppe auf eine Hotplate, durch IR Bestrahlung oder durch Einwirkung mit einem Heißluftgebläse reduziert werden. Dieser thermische Release kann vor dem Erzeugen der zweiten Einschnitte
erfolgen. Im nicht zu beschichtenden Bereich kann dann das Abziehen der Beschichtung erfolgen.
Zur Erhöhung der mechanischen Stabilität, zur Verbesserung der Hermetizität und zur Verbesserung der elektromagnetischen Schirmung kann die Beschichtung nach dem Aufbringen
ganzflächig oder teilweise durch eine Metallisierung
verstärkt werden, die über der Beschichtung aufgebracht wird. Eine solche Verstärkung kann zweistufig vorgenommen werden, wobei in einem ersten Schritt eine Grundmetallisierung, beispielsweise durch Aufsputtern, Aufdampfen oder Behandeln mit einer keimbildenden Lösung erzeugt wird. Die Grund¬ metallisierung kann in einem galvanischen oder stromlosen Verfahren aus einer Lösung verstärkt werden. Möglich ist es auch, die Verstärkung der Grundmetallisierung durch
Aufbringen von Metallpartikeln gegebenenfalls mit thermischer Nachbehandlung zu bewirken. Die Metallpartikel können
aufgestäubt oder insbesondere mit einem Jetdruckverfahren aufgebracht werden. Möglich ist es auch, die Metallisierung durch Aufschmelzen einer Metallfolie zu verstärken, wobei eine niedrig schmelzende Metallfolie eingesetzt wird.
Die Metallisierung kann bis zu einer Dicke erzeugt werden, die ausreichend ist, eine ausreichende mechanische Stabilität der Beschichtung über der Baugruppe zu erzeugen. In einer Ausführung wird die direkt auf dem Träger aufliegende Beschichtung bis auf einen der Baugruppe benachbarten und diese vollständig umschließenden Randbereich entfernt. Im gesamten Randbereich schließt die Beschichtung noch dicht mit dem Träger ab. So kann man die optional darauf aufgebrachte Metallisierung ebenfalls mit dem Träger abschließen lassen und es wird ein hermetischer Verschluss der Baugruppe
erhalten. Ebenfalls optional wird eine Kappe anschließend auf den von der Beschichtung befreiten Bereich des Trägers aufgesetzt und vorzugsweise mit dem Träger verklebt.
In einer Ausführung wird als MEMS-Komponente ein MEMS- Mikrofon mittels Flip-Chip-Technik auf dem Träger montiert. Dazu sind Lotkugeln, Goldstudbumps oder alternativ auch
Tropfen eines elektrisch leitfähigen Klebers geeignet.
In einer Ausführung wird nach der Beschichtung die Baugruppe mit einer Kappe, in der eine Schallöffnung vorgesehen ist, als Abdeckung versehen. Die Schallöffnung wird dabei so platziert, dass sie über einem Zwischenraum zwischen zwei Komponenten angeordnet ist. Mittels einer Abdichtung, die zwischen Schallöffnung und der Beschichtung im Bereich über dem Brückenbereich vorgesehen wird, kann durch die
Schallöffnung eine als Schallkanal dienende Verbindung zum ersten Volumen unter der Beschichtung im Bereich des
Zwischenraums vorgesehen werden. Damit steht der Schallkanal auch mit dem Volumen unterhalb der Mikrofonmembran in
Kommunikation .
Als Abdichtung wird zwischen der Kappe und der über der
Baugruppe aufgebrachten Beschichtung ein Dichtmittel
vorgesehen, das von innen mit der Kappe zumindest im Bereich rund um die Schallöffnung sowie mit der Beschichtung im
Brückenbereich abdichtet. Im Dichtmittel ist oder wird später eine Öffnung vorgesehen, die durch die Beschichtung hindurch in den Zwischenraum hinein verlängert wird. Dabei entsteht der genannte durchgehende Schallkanal durch Schallöffnung, Dichtmittel und Beschichtung in den Zwischenraum und
schließlich bis unter die MEMS-Komponente beziehungsweise unter die Mikrofonmembran.
Das Dichtmittel kann als viskose Masse nach dem Aufsetzen der Kappe durch die Schallöffnung hindurch appliziert und
anschließend ausgehärtet werden. Das Dichtmittel kann auch vor dem Aufsetzen auf der Beschichtung über dem Zwischenraum angeordnet werden. Als Dichtmittel kann auch ein Dichtring aus einem elastischen Material verwendet werden, der auf der Beschichtung über dem Zwischenraum oder an entsprechender Stelle in der Kappe/Abdeckung angeordnet wird. Der Dichtring ist so bemessen, dass er beim Aufsetzen der Kappe oder der Abdeckung fest zwischen Beschichtung und Abdeckung
eingespannt ist und so seine Dichtwirkung entfalten kann. Bei allen Strukturierungsschritten ist es vorteilhaft, die Geometriedaten von Wafer und bestücktem oder unbestücktem Träger zu erfassen und zu speichern, damit die Strukturierung unter Verwendung dieser Daten passgenau erfolgen kann. Damit können Lage- und Fertigungstoleranzen ausgeglichen werden.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbei¬ spielen und der dazugehörigen Figuren näher erläutert. Die Figuren sind nur schematisch und nicht maßstabsgetreu
ausgeführt, so dass ihnen weder absolute noch relative
Maßangaben entnommen werden können. Einzelne Teile können vergrößert dargestellt sein. Die Figuren 1 bis 8 zeigen in einem einfachen Ausführungsbeispiel unterschiedliche Verfahrensstufen bei der
Herstellung einer strukturierten Beschichtung.
Figuren 9a bis 9k zeigen verschiedene Verfahrensstufen bei der Herstellung der Beschichtung mittels eines UV
Releasetapes .
Figuren 10 bis 14 zeigen verschiedene weitere Ausgestaltungen von strukturiert beschichteten Baugruppen und mit einer strukturierten Beschichtung versehenen Bauelementen.
Figuren 15a und 15b zeigen Bauelemente mit einer metallisch verstärkten strukturierten Beschichtung. Figuren 16a bis 16i zeigen verschiedene Verfahrensstufen eines Verfahrens zur Herstellung einer Beschichtung mittels eines thermal Releasetapes.
Figur 17 zeigt eine weitere Variante eines verkapselten
Bauelements mit einer kappenförmigen Abdeckung.
Figur 18 zeigt ein Bauelement mit einer strukturierten
Beschichtung und einer flachen Abdeckung über einem
wannenförmigen Träger.
Figuren 19a bis 19d zeigen verschiedene Verfahrensstufen bei der Herstellung eines Schallkanals in einem verkapselten Bauelement mit einem MEMS Mikrofon. Figur 1 zeigt im schematischen Querschnitt ein Bauelement BE, auf dessen Oberfläche eine Releasefolie RT aufgebracht ist. Die Releasefolie haftet im dargestellten Beispiel auf der gesamten Oberfläche des Bauelements BE . In der Releasefolie RT werden nun ein Beschichtungsbereich CA und ein nicht zu beschichtender Bereich UCA definiert.
Optional kann im Beschichtungsbereich CA die Haftung der Releasefolie RT zur Oberfläche des Bauelements BE reduziert wird. Je nach Art der Releasefolie kann dies durch thermische Einwirkungen oder durch Licht/UV-Einwirkung erfolgen. Die
Releasefolie weist dann im zu beschichtenden Bereich CA nur noch geringe oder gar keine Haftung mehr auf der Oberfläche des Bauelements BE auf, hat aber noch einen strukturellen Zusammenhalt, siehe Figur 2A.
Alternativ zu oder anschließend an diesen Schritt werden erste Einschnitte entlang einer ersten Trennlinie TLl
erzeugt, in denen die Releasefolie RT weitgehend oder
vollständig durchtrennt und/oder entfernt wird. Die ersten Trennlinien sind so geführt, dass sie den nicht zu beschich¬ tenden Bereich UCA in Form einer geschlossenen Linie
umschließen. Figur 2B zeigt die ersten Trennlinien TLl rund um den nicht zu beschichtenden Bereich UCA, ohne dass im Beschichtungsbereich die Haftung der Releasefolie RT
reduziert ist.
Möglich ist es auch, erst die ersten Einschnitte zur
Definition des Beschichtungsbereichs zu erzeugen (siehe Figur
2B) und dann erst die Haftung im Beschichtungsbereich CA zu reduzieren. Figur 3 zeigt die Anordnung auf dieser
Verfahrensstufe . Im nächsten Schritt wird die Releasefolie im Beschichtungs¬ bereich CA entfernt, so dass auf der Oberfläche des Bau¬ elements BE nur im nicht zu beschichtenden Bereich UCA ein Teil der Releasefolie RTS verbleibt. Das Entfernen der
Releasefolie kann durch Abziehen erfolgen. Figur 4 zeigt die Anordnung auf dieser Verfahrensstufe.
Figur 5 zeigt die Anordnung nach dem Aufbringen einer Be- schichtung LF, die über der gesamten Oberfläche des Bauelements und über der verbliebenen Struktur RTS der Releasefolie RT aufgebracht ist. Die Beschichtung ist vorzugsweise ganz¬ flächig aufliegend und kann unterschiedlichste Materialien umfassen. Die Beschichtung kann eine im Dünnschichtverfahren aufgebrachte Schicht oder eine Schichtenfolge umfassen. Die Beschichtung kann organische Schichten, beispielsweise Harz- schichten, Folien, anorganische aufgedampfte, aufgesputterte oder mittels CVD-Verfahren abgeschiedene Isolationsschichten umfassen. Auch Metallschichten können als Beschichtung oder als Teilschicht der Beschichtung aufgebracht werden. Zur Strukturierung der Beschichtung LF wird nun entlang zweiter Trennlinien TL2, die im Wesentlichen parallel zu den ersten Trennlinien TL1 geführt werden und im Randbereich der des nicht zu beschichtenden Bereichs UCA angeordnet sind, die Beschichtung LF weitgehend oder vollständig entfernt. Die Einschnitte werden so geführt, dass darin die verbleibende
Releasefolienstruktur RTS freigelegt wird. Figur 6 zeigt die Anordnung auf dieser Verfahrensstufe. Möglich ist es aber auch, dass entlang der zweiten Trennlinien TL2 auch noch die
Releasefolie RTS entfernt wird (in der Figur nicht dargestellt) . Die zweite Trennlinie TL2 kann auch knapp außerhalb des Restes der Releasefolie RTS geführt werden.
Damit kann eine Wulstbildung am Strukturierungsrand er
Beschichtung vermieden werden.
Im nächsten Schritt wird die verbleibende Struktur RTS der Releasefolie vollständig in ihrer Haftung reduziert, was entsprechend dem vorher ausgeführten Schritt wieder
thermisch, mittels Licht oder UV erfolgen kann. In Figur 7 ist durch eine Schraffierung die in der Haftung reduzierte verbleibende Releasefolienstruktur RTS angedeutet.
Möglich ist es auch, die beiden letzten Schritte zu ver- tauschen und zunächst die Haftung der Releasefolienstruktur RTS zu reduzieren und anschließend die Auftrennung entlang der zweiten Trennlinien TL2 vorzunehmen.
Im nächsten Schritt wird die in der Haftung verminderte
Releasefolienstruktur RTS samt dem darüber aufgebrachten
Bereich der Beschichtung LFS abgehoben. Je nach verwendeter Releasefolie und je nach Verfahren zur Verminderung der
Haftung der Releasefolie sind dazu unterschiedlich starke Kräfte erforderlich. Bei vollständiger Aufhebung der Haftung kann ein Abblasen oder Absaugen ausreichend sein. Möglich ist es jedoch auch, Beschichtung und Releasefolienstruktur mittels einer Klebefolie, die eine stärkere Haftung als die verbleibende Haftung der Releasefolie auf der Oberfläche des Bauelements aufweist, abzuziehen. Figur 8 zeigt die Anordnung auf dieser Verfahrensstufe, mithin ein Bauelement, welches in einem Beschichtungsbereich CA eine Beschichtung LF aufweist, die im nicht zu beschichtenden Bereich UCA entfernt ist und dort die Oberfläche des Bauelements BE freilegt. Das
vorgestellte Strukturierungsverfahren ist besonders für solche Bauelemente geeignet, die im nicht zu beschichtenden Bereich eine empfindliche Oberfläche aufweisen, z.B. dort angeordnete empfindliche Bauelementstrukturen. Mit dem vorgestellten Verfahren können Beschichtungen auf solchen Oberflächen schonend entfernt und somit strukturiert werden.
In einer speziellen Anwendung wird das Beschichtungsverfahren auf der Oberfläche eines Bauelements BE eingesetzt, welches Ausnehmungen AN aufweist. Auf dem Boden der Ausnehmungen können empfindliche Strukturen angeordnet sein. Insbesondere ist das Bauelement BE ein MEMS Bauelement, welches am Boden der Ausnehmung MEMS-Strukturen aufweist, insbesondere eine Membran, wie sie in einem MEMS Mikrofonen oder Drucksensoren eingesetzt wird.
Das Beschichtungsverfahren wird dann vorteilhaft auf Wafe level durchgeführt. Auf einem MEMS-Wafer wird dabei eine Vielzahl von Bauelementen parallel prozessiert. Figur 9a zeigt schematisch und beispielhaft einen solchen, eine Vi zahl von Ausnehmungen AN aufweisenden MEMS-Wafer als Bauelement BE mit Ausnehmungen AN oder Kavitäten.
Im nächsten Schritt wird eine Releasefolie RT auf der Ober¬ fläche des MEMS-Wafers BE, welcher eine Vielzahl von MEMS- Bauelementen umfasst, so aufgebracht, dass die Releasefolie RT die Ausnehmungen überspannt. Die Haftung der Releasefolie zur Oberfläche des Bauelements BE beziehungsweise des MEMS- Wafers kann durch Druck und/oder Temperatur, insbesondere durch ein Laminierverfahren verstärkt werden. Figur 9b zeigt die Anordnung auf dieser Verfahrensstufe.
Im nächsten Schritt wird die Haftung der Releasefolie RT im zu beschichtenden Bereich CA reduziert, was in vorliegendem Beispiel vorzugsweise durch Einwirkung von UV-Strahlung (in der Figur 9C durch entsprechende Pfeile angedeutet) erfolgt. Die Belichtung kann strukturierend über eine Maske MA
durchgeführt werden, die nur an den zu belichtenden Bereichen lichtdurchlässig ist. Alternativ kann die Belichtung mit einem Laserstrahl scannend durchgeführt werden. Die
Belichtung erfolgt so, dass die Releasefolie RT in einem Bereich rund um jede Ausnehmung in der Haftung reduziert wird, wobei zwischen belichtendem Bereich und Rand der Ausnehmung ein ausweichend breiter Randbereich verbleibt, in dem die Releasefolie gut auf der Oberfläche des Bauelements BE haftet. Alternativ kann auch ein inverses Prinzip angewendet werden, bei dem die Haftung der Releasefolie durch
Bestrahlung erhöht wird. Dann sind die Regionen zu
bestrahlen, die in denen eine Haftung der Releasefolie zumindest über Strecken des gesamten Verfahrens erhalten bleiben soll. Solche Regionen können im Bereich der Trenn- linien liegen, in denen eine Auftrennung und damit eine
Ablösung von der Oberfläche erfolgt.
In einem nicht dargestellten Schritt wird die Releasefolie RT zwischen dem Beschichtungsbereich und dem nicht zu
beschichtenden Bereich aufgetrennt. Anschließend wird die
Releasefolie RT in dem Bereich entfernt, in dem deren Haftung reduziert ist. Figur 9D zeigt die Anordnung auf dieser
Verfahrensstufe. Die verbleibenden Releasefolienstrukturen RTS decken die Ausnehmungen AN ab und verschließen diese.
Im nächsten Schritt können die Bauelemente BE vereinzelt werden, indem zwischen den einzelnen Bauelementbereichen Schnitte in und durch den MEMS-Wafer geführt werden, z.B.
durch Sägen. Die MEMS-Strukturen sind im Inneren der Ausnehmungen AN gegenüber den Auftrennungsprozessen durch den die verbleibende Struktur der Releasefolie RTS geschützt. So können weder Feuchtigkeit, Sägestaub noch sonstige Flüssig¬ keiten oder Partikel, die bei der Auftrennung entstehen, das Bauelement BE verunreinigen. Figur 9e zeigt dermaßen
vereinzelte MEMS-Bauelemente BE .
Figur 9f : Die vereinzelten und mit der Releasefolienstruktur RTS geschützten MEMS-Bauelemente BE können nun einzeln weiterverarbeitet werden. Dazu werden sie auf einem Träger T: aufgesetzt und elektrisch und mechanisch mit diesen verbunden. Als Träger sind organische oder anorganische
Mehrschichtlaminate (z.B. Glasfaser/Epoxy der Kategorie FR4, HTCC, LTCC oder andere Materialien) geeignet. Auf dem Träger können weitere Bauelemente angeordnet werden, die für eine gewünschte Baugruppe erforderlich sind. Auch der Träger TR kann einen Verbundsubstrat darstellen, auf dem eine Vielzahl von Modulen oder Baugruppen parallel prozessiert werden kann
In der Figur 9f ist dazu beispielhaft neben dem Bauelement (hier die MEMS-Komponente MK) noch eine weitere Chip¬ komponente CK in der Baugruppe bzw. dem Modul vorgesehen, di zusammen eine Baugruppe bilden. Die Baugruppe kann selbst¬ verständlich noch weitere Komponenten umfassen. Figur 9g zeigt die Anordnung mit montierten Komponenten.
Im nächsten Schritt wird nun eine Beschichtung LF über den Baugruppen und der dazwischen freiliegenden Oberfläche des Trägers TR so aufgebracht, dass sie um die Baugruppen herum in einem Randbereich bündig mit der Oberfläche des Trägers abschließt. Vorzugsweise schmiegt sich die Beschichtung den Oberflächen sämtlicher Komponenten an und umschließt diese
auch seitlich. Schmale Zwischenräume zwischen montierten Komponenten einer Baugruppe können von der Beschichtung auch überspannt werden. Ein Beschichtungsverfahren zur Herstellung einer solchen anschmiegenden Beschichtung ist beispielsweise ein Laminier- verfahren, wobei als Beschichtung eine Laminierfolie einge¬ setzt wird. Eine laminierfähige Folie kann eine thermoplas¬ tische Folie sein, vorzugsweise jedoch eine thermisch ver- formbare Klebefolie, die sich in einem späteren Schritt aushärten lässt. Figur 9h zeigt die Anordnung auf dieser Verfahrensstufe .
In dieser Verfahrensvariante dient die verbleibende Release- folienstruktur RTS über den Ausnehmungen dazu, dass die
Beschichtung LF nicht in die Ausnehmungen eindringen kann und mit den am Boden der Ausnehmung angeordneten MEMS-Strukturen in Kontakt treten oder sie gar beschädigen und in der
Funktion behindern kann. Dies wird durch eine Releasefolie erreicht, die unter den Bedingungen des Beschichtungsver- fahrens eine höhere mechanische Stabilität als die
Beschichtung LF aufweist.
Zur Funktion der MEMS-Komponente MK ist es hier erforderlich, über der Ausnehmung AN die Releasefolie RT samt dem der darüber angeordneten Beschichtung LF zu entfernen, um freien Zugang zu den MEMS-Strukturen am Boden der Ausnehmung zu erzeugen. Dazu wird in einem ersten Schritt die Haftung der verbleibenden Releasefolienstruktur reduziert. In Figur 91 ist dies durch Einwirkung von Strahlung angedeutet. Möglich ist es jedoch, die Haftung auch durch thermische Einwirkung zu reduzieren.
Im nächsten Schritt wird die Beschichtung LF entlang zweiter Trennlinien TL2 entfernt. Dazu bietet sich ein Direkt- strukturierungsverfahren an, beispielsweise eine Laser- strukturierung. Die zweite Trennlinie TL2 ist so geführt, dass sie auf den die Ausnehmung begrenzenden Rand der MEMS- Komponente MK trifft und dabei ausreichend Abstand zum
Außenrand der MEMS-Komponente und zum Außenrand der Aus¬ nehmung AN belässt. Die zweite Trennlinie TL2 kann deckungs¬ gleich mit der ersten Trennlinie TL1 geführt werden und definiert den nicht zu beschichtenden Bereich UCA, in dem die Releasefolie samt der darüber aufgebrachten Beschichtung RTS entfernt wird. Möglich ist es jedoch auch, die zweite Trenn¬ linie vorzugsweise nach innen zur Ausnehmung AN zu gegen die erste Trennlinie zu versetzen, wobei jedoch stets Abstand zur Ausnehmung gewahrt bleibt. Figur 9J zeigt die Anordnung auf dieser Verfahrensstufe. Die zweite Trennlinie TL2 kann aber auch geringfügig weiter außen geführt werden, wie weiter oben bereits erläutert. Im nächsten Schritt wird der in der Haftung reduzierte Teil der Releasefolie RTS im nicht zu beschichtenden Bereich UCA entfernt. Je nach Stärke der verbleibenden Haftung sind dazu unterschiedliche Verfahren einsetzbar. Weist das Releasetape wenig bis gar keine Haftung mehr zur MEMS-Komponente auf, so liegt es im Extremfall lose auf und kann beispielsweise weggeblasen werden. Alternativ kann es mit Hilfe einer
Klebefolie abgezogen werden. Figur 9k zeigt die Anordnung beim Entfernen der Releasefolie RTS im nicht zu beschichtenden Bereich. Die Ausnehmung AN ist nun von oben frei zu- gänglich, während die Beschichtung im übrigen Bereich fest auf der Baugruppe aufliegt und diese gegen den Träger TR abdichtet. Dabei wird unter der Beschichtung LF ein Volumen eingeschlossen, welches alle Zwischenräume zwischen Chip-
komponente, MEMS-Komponente und Träger umfasst. Im Bereich der Ausnehmung schließt die Mikrofonmembran, die den Boden der Ausnehmung bildet, das eingeschlossene Volumen ab. Die Anordnung kann nun wie in Figur 10 gezeigt zusätzlich weiter geschützt werden, indem über der mit der Beschichtung abgedeckten Baugruppe eine Kappe KA auf den Träger aufgesetzt wird, die einen Zwischenraum über der Baugruppe belässt, mit dem Träger TR aber dicht abschließt. Dabei schließt der
Innenraum unter der Kappe KA ein weiteres Volumen ein, das nach unten hin durch die Beschichtung LF und die Membran begrenzt ist. Die Kappe KA kann mit einem Verbindungsmittel, beispielsweise einem Klebstoff mit dem Träger befestigt sein. Eine metallische Kappe kann auch aufgelötet sein.
Ist die MEMS-Komponente MK als MEMS-Mikrofon ausgebildet, so definieren nun die beiden voneinander getrennten Volumina unterhalb der Kappe und unterhalb der Beschichtung Front¬ volumen und Rückvolumen, wobei die Zuordnung unterschiedlich vorgenommen werden kann.
Wird die Schallöffnung SO im Träger vorgesehen, so bildet das Volumen unter der Kappe das Rückvolumen. Figur 10 zeigt eine solche Anordnung.
Möglich ist es jedoch auch, die Schallöffnung in der Kappe KA vorzusehen, so dass dann das von der Beschichtung LF gegen den Träger TR eingeschlossene Volumen das Rückvolumen bildet. Figur 14 zeigt eine solche Anordnung.
Wird die Kappe KA über den Baugruppen auf dem Träger TR aufgebracht, so kann im nächsten Schritt eine Vereinzelung der Baugruppen erfolgen. Zum Durchtrennen des Trägers
zwischen den einzelnen Kappen beziehungsweise zwischen den von den Kappen überdeckten Baugruppen sind mechanische
Verfahren wie beispielsweise Sägen geeignet. In Abhängigkeit vom Material des Trägers können jedoch auch andere Verfahren zum Einsatz kommen. Figuren 11 zeigt eine vereinzelte
Baugruppe .
Figur 12 zeigt eine Baugruppe, bei der die Beschichtung LF zwischen zwei Komponenten bis auf die Oberfläche des Trägers gezogen ist und dort mit diesem abschließt. Dadurch kann das zwischen Beschichtung und Träger eingeschlossene Volumen um die Zwischenräume zwischen den Komponenten reduziert werden. Dies ist von Vorteil, wenn dieses Volumen als Frontvolumen genutzt wird und die Schallöffnung wie in Figuren 11-13 im Träger vorgesehen wird.
Figur 13: In einer Verfahrensvariante kann als Träger TR für die Baugruppe eine Gehäusewanne eingesetzt werden, auf deren Boden dann MEMS- und Chipkomponente so befestigt werden, dass die oberen Ränder der Wanne über die Oberkante der Kompo¬ nenten überstehen. Auf den Boden der Gehäusewanne werden innen die Komponenten montiert und wie bisher mit einer
Beschichtung versehen, die die Baugruppe in einen Beschich- tungsbereich und einen nicht beschichteten Bereich trennt. Die Beschichtung kann dabei über die gesamte Gehäusewanne gezogen werden, so dass sie deren Seitenränder bedeckt.
Im nächsten Schritt kann dann anstelle einer Kappe eine flache Abdeckung CR so auf die Ränder der Gehäusewanne aufgebracht werden, dass die Ränder rundum mit der flachen Abdeckung abschließen und in der Gehäusewanne so ein Volumen eingeschlossen wird. Die über die Ränder der Gehäusewanne gezogene Beschichtung F kann dabei als Verbindungsmittel
dienen, insbesondere wenn die Beschichtung LF thermisch erweichbar oder gar klebrig wird. Dieses Bauelement kann mit einer einzelnen Gehäusewanne gefertigt sein. Möglich ist es jedoch auch, ein Verbundsubstrat zu verwenden, auf dem eine Vielzahl von Gehäusewannen bereits vorgebildet sind. Dann ist die Montage der Komponenten und das Aufbringen der flachen Abdeckung CR als Flächenprozess oder im Mehrfachnutzen möglich . Figuren 15a und 15b zeigen eine weitere Variante, bei der die Beschichtung zumindest zwei Teilschichten umfasst. Als erste Teilschicht der Beschichtung ist eine Laminatfolie LF aufge¬ bracht. Als zweite Teilschicht der Beschichtung ist eine Metallschicht ML ganzflächig über der Laminatfolie LF
abgeschieden.
Die Metallschicht ML kann aus einer dünnen Titan umfassenden Haftschicht und einer einige Mikrometer dicken Verstärkungs¬ schicht aus stromlos oder galvanisch abgeschiedenem Cu oder aus einer mittels PVD abgeschiedener Ni Schicht bestehen.
Zur Auftrennung und Strukturierung der Metallschicht bieten sich neben der Laserablation auch nasschemische Prozesse an, da dabei das Bauelement durch die Beschichtung gegen Lösungs- mittel-, Säure- oder Basenangriffe geschützt ist.
Die Komponenten können auf einem flachen Träger montiert sein, können jedoch wie in Figur 15a dargestellt innen auf dem Boden einer Gehäusewanne montiert sein.
Sowohl erste Teilschicht (Laminatfolie LF) als auch zweite Teilschicht (Metallschicht ML) können über die Seitenwände der Gehäusewanne gezogen sein. Auch das Abheben einer eine
Metallschicht ML umfassenden Beschichtung kann wie
beispielsweise anhand der Figur 9k gezeigt durch Auftrennung entlang zweiter Trennlinien rund um die Ausnehmung auf der MEMS-Komponente erfolgen.
Figur 15b zeigt die Anordnung, nachdem die Gehäusewanne mit einer flachen Abdeckung CR abgedeckt und durch ein Bondverfahren wie z.B. Kleben fest verbunden ist. Figuren 16a bis 16i zeigen eine weitere Verfahrensvariante, bei der als Releasefolie RT eine thermische Releasefolie eingesetzt ist. Eine geeignete Releasefolie ist beispiels¬ weise REVALPHA ™ von Nitto Denko. Wegen der thermischen Empfindlichkeit der Releasefolie unterscheidet sich diese Verfahrensvariante dadurch, dass Chip und MEMS-Komponente CK,MK zuerst auf dem Träger TR montiert werden, bevor die Releasefolie aufgebracht wird. Dadurch wird ein vorzeitiger Release durch thermische Prozesse beim Montieren der
Komponenten vermieden. Der Träger ist vorzugsweise
großflächig und erlaubt die Montage zahlreicher Komponenten und damit die parallele Prozessierung mehrerer Bauelemente gleichzeitig. Nach der Montage wird die thermische
Releasefolie RT über den beiden Komponenten aufgebracht. Weisen die Komponenten wie in der Figur 16 dargestellt unterschiedliche Höhen auf, so kann die Releasefolie RT lediglich auf der am weitesten über dem Träger überstehenden Komponente aufgebracht werden, welches üblicherweise die MEMS-Komponente MK ist. Oberhalb der Chipkomponente CK liegt die Releasefolie RT nicht auf.
Wie in Figur 16c gezeigt wird die Releasefolie nun entlang erster Trennlinien TL1 aufgetrennt und jenseits der Trennlinien im zu beschichtenden Bereich als zusammenhängende
Folie abgezogen. Figur 16d zeigt die Anordnung während dieses Schrittes .
Im nächsten Schritt wird wie bisher (siehe dazu auch Figur 9a und Folgende) eine Beschichtung LF über Chip und MEMS-
Komponenten ganzflächig so aufgebracht, dass sie umlaufend um die Baugruppe mit dem Träger TR abdichtet, wie es in Figur 16e dargestellt ist. Die Beschichtung LF wird anschließend wie in Figur 16f gezeigt entlang zweiter Trennlinien TL2 entsprechend der Strukturierung der Releasefolie RT aufgetrennt. Nach der Auftrennung wird die Releasefolie samt darüber aufgebrachter separierter Beschichtung LF im nicht zu beschichtenden
Bereich entfernt, wie es in Figur 16g dargestellt ist. Um das Abziehen der Releasefolie im nicht zu beschichtenden Bereich zu erleichtern, wird vorzugsweise nach Erzeugung der
Einschnitte entlang der zweiten Trennlinien TL2 die Haftung der Releasefolie ganzflächig reduziert, in dem die gesamte Anordnung einer erhöhten Temperatur ausgesetzt wird, die ausreichend ist, die Haftungskräfte der Releasefolie auf der MEMS-Komponente MK zu reduzieren. Dazu wird ein geeignetes Temperatur/Zeitprofil eingestellt, welches in einem Ofen und/oder auf einer Hotplate und/oder unter einem Infrarot Strahler durchgeführt werden kann. Der Releaseschritt kann auf diese Weise auch mit der Aushärtung der Beschichtung eingesetzten Laminatfolie LF kombiniert werden.
Figur 16g: Das Abheben der Releasefolie RTS samt darüber befindlicher Beschichtung LF gelingt mit der thermischen Releasefolie einfacher, da sich deren Haftungskräfte fast vollständig aufheben lassen.
Figur 16h: Als fertiges Bauelement verbleiben Chip und MEMS- Komponente auf dem Träger, die mit der Beschichtung LF gegen den Träger abgedeckt sind. Die Ausnehmung in der MEMS- Komponente oberhalb der Membran oder der sonstigen
funktionellen Schicht am Boden der MEMS-Komponente ist durch Entfernen von Releasefolie und Beschichtung in diesem nicht zu beschichtenden Bereich freigelegt und damit der Zugang zur funktionellen Schicht beziehungsweise zur Membran der MEMS- Komponente MK frei geöffnet.
Anschließend wird eine Kappe KA so über Chip- und MEMS- Komponente aufgesetzt und mit dem Träger TR verbunden, dass darunter ein Volumen eingeschlossen ist. Figur 16i zeigt ein solches fertiges Bauelement, bei dem die Schallöffnung SO unterhalb der MEMS-Komponente MK im Träger TR vorgesehen ist.
Figur 17 zeigt eine Variante, bei der die Schallöffnung SO in der Kappe KA vorgesehen ist. Figur 18 zeigt eine Variante, bei der anstelle einer Kappe eine flache Abdeckung CR auf einem als Gehäusewanne
ausgeformten Träger TR aufgesetzt wird und die Gehäusewanne so verschlossen wird. Die Figuren 19a bis 19d zeigen verschiedene Verfahrensstufen bei einer Verfahrensvariante, die es erlaubt, die Funktion der beiden eingeschlossenen Volumina zu vertauschen. Ausgangspunkt ist ein Bauelement, bei dem eine Chipkomponente CK und eine MEMS-Komponente MK auf einem Träger TR montiert und mittels einer Beschichtung LF gegen diesen abgedeckt sind und wie es etwa in Figur 14 oder Figur 17 bereits dargestellt und beschrieben wurde. In dieser Variante weist die Kappe KA, die die Komponenten auf dem Träger überdeckt, eine Schallöffnung
SO auf. Im Unterschied zu den vorigen Varianten wird die Schallöffnung jedoch nicht über der Ausnehmung der MEMS- Komponente zentriert, sondern über einem Zwischenraum
zwischen zwei Komponenten, beispielsweise über dem Zwischen- räum zwischen Chipkomponente und MEMS-Komponente .
In der Figur 19a stellt das Volumen zwischen der Beschichtung LF und der Kappe KA das Frontvolumen FV dar. Zur Umwandlung des Frontvolumens in ein Rückvolumen muss die Schallöffnung gegen das bisherige Frontvolumen abgedichtet werden. Dazu wird wie in Figur 19b dargestellt ein Dichtmittel DM zwischen Kappe KA und Beschichtung LF eingebracht und beispielsweise wie dargestellt als flüssiges Dichtmittel LD appliziert. Dies kann mittels Jetten, Dispensen, Nadeltransfer oder ähnlichen Verfahren erfolgen. Figur 19c zeigt die Anordnung in dieser Verfahrensstufe, bei der die Schallöffnung von innen mit einem Pfropf DM aus dem Dichtmittel verschlossen ist, der gleichzeitig auch zur Beschichtung LF hin abdichtet. Durch die Schallöffnung SO und dem Pfropf, beziehungsweise das Dichtmittel DM hindurch wird nun ein Zugang zu dem bisherigen Rückvolumen geschaffen. Dazu wird eine Öffnung durch das Dichtmittel DM und die darunter liegende
Beschichtung LF hindurch erzeugt. Dazu wird ein Bohrverfahren verwendet, insbesondere eine Laserbohrverfahren. Im Ergebnis wird ein Schallkanal SK erzeugt, der wie in Figur 19d
dargestellt durch die Schallöffnung SO einen Zugang zum
Volumen zwischen MEMS-Komponente und Chipkomponente und zwischen den Komponenten und dem Träger TR eröffnet. Da der Schallkanal gegen das Volumen RV zwischen Beschichtung und Kappe abgedichtet ist, eröffnet der Schallkanal den Zugang zum Frontvolumen FV, während das andere Volumen als
Rückvolumen dient.
Das Dichtmittel kann in flüssiger Form appliziert und
anschließend gehärtet werden. Dabei ist es möglich, auf der Oberfläche der Beschichtung LF vor dem Aufsetzen der Kappe die Haftung und/oder den Verlauf des flüssigen Dichtmittels zu beeinflussen. Dies kann durch Veränderung der Oberflächeneigenschaften, durch Erhöhen der Rauigkeit oder durch Aufbringen eines Rillenmusters speziell in diesem Bereich erfol¬ gen. Möglich ist es auch, eine Fließsperre rund um den vorge¬ sehenen Pfropfen zu erzeugen, der ein weiteres Verfließen des Dichtmittels vor dem Härten verhindert. Auf diese Weise kann gewährleistet werden, dass das flüssige Dichtmittel nur im gewünschten Umfang verfließt und ein zu starkes Verfließen vermieden wird. Alternativ kann die in Figur 19c dargestellte Anordnung auch erzeugt werden, indem vor dem Aufsetzen der Kappe das
Dichtmittel auf die Beschichtung über dem Zwischenraum zwischen Chips und MEMS-Komponente flüssig oder als
gummielastisches Dichtmittel (Ring oder Pfropfen) aufgebracht wird. Auch ein kompressibler Schaumstoff kann verwendet werden. Anschließend wird die Kappe KA so aufgesetzt, dass sie mit ausreichender Kraft gegen das Dichtmittel drückt und so eine gute Abdichtung zwischen Kappe und Beschichtung über dem Zwischenraum erfolgt. Möglich ist es auch, die in Figur 19d dargestellte Anordnung dadurch zu erzeugen, dass eine ringförmige Dichtung vor dem Aufsetzen der Kappe im Bereich des späteren Schallkanals aufgesetzt oder befestigt wird. Auch hier drückt die Kappe vorzugsweise ausreichend fest gegen das als Dichtring ausgebildete Dichtmittel, so dass auch hier der Schallkanal SK dicht gegen das spätere
Rückvolumen RV abgedichtet ist.
Bei den beiden letztgenannten Verfahrensvarianten, bei denen das Dichtmittel vor der Kappe aufgebracht wird, kann die Schallöffnung in der Kappe KA auch nach dem Aufsetzen der Kappe erzeugt werden. Bevorzugt ist jedoch das Verfahren, bei dem das Dichtmittel durch die vorhandene Schallöffnung appliziert wird, da dieses selbstj ustierend ist.
Auch bei dieser Verfahrensvariante ist es möglich, einen wannenförmigen Träger zu verwenden und das Dichtmittel dann zwischen der Beschichtung und der flachen Abdeckung
anzuordnen .
Das anhand weniger Ausführungsbeispiele beschriebene
Verfahren zur Herstellung und Strukturierung einer
Beschichtung ist daher nicht auf diese begrenzt. Mit dem Verfahren können vielmehr Beschichtungen auf beliebigen
Oberflächen oder Bauelementen erzeugt und strukturiert werden, bei denen entweder eine Ausnehmung im Bauelement zwischenzeitlich von einer Beschichtung überspannt wird oder bei dem eine Beschichtung im Bereich empfindlicher Strukturen schonend entfernt werden muss.
Bezugs zeichenliste
BE Bauelement
CA Beschichtungsbereich
UCA nicht zu beschichtender Bereich
RT Releasefolie
LF Beschichtung (z.B. Laminatfolie)
TL erste und zweite Trennlinie (rund um CA)
TR Träger
MK, CK MEMS- oder Chip-Komponenten
MW MEMS Wafer
MM Mikrofonmembran (in MK)
AN Ausnehmung (über der Mikrofonmembran)
KA Kappe über Baugruppe auf Träger
CR Abdeckung
SO Schallöffnung (in Abdeckung oder Träger)
ZR Zwischenraum ( zwischen zwei Komponenten)
MA Maske
ML Metallschicht/Metallisierung
DM Dichtmittel
FV Frontvolumen
RV Rückvolumen
DR viskose Masse, die sich zu elastischem Material härten lässt
SK Schallkanal (gebildet durch SO, Öffnung im DM und in LF, Zwischenraum zw. Komponenten und zwischen MK und TR)