Verfahren und Vorrichtung zum Reinigen von Rohrbündeln
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Reinigen von Rohrbündeln mit stirnseitig offenen Enden, insbesondere von Rohrbündeln von Wärmetauschern, Luftkühlern oder Kondensatoren, bei welchem eine wenigstens eine Reinigungseinrichtung aufweisende Reinigungsvorrichtung angrenzend an die offenen Enden des Rohr- bündels positioniert und anschließend die wenigstens eine einen Hoch- druckschlauch aufweisende Reinigungseinrichtung von einer Steuereinrichtung nacheinander fluchtend zum jeweiligen Rohr des Rohrbündels angeordnet und die Reinigungseinrichtung in das jeweilige Rohr eingeschoben und mit Flüssigkeit unter Hochdruck beaufschlagt wird. Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Reinigen von Rohrbündeln mit stirnseitig offenen Enden, insbesondere von Rohrbündeln von Wärmetauschern, Luftkühlern oder Kondensatoren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 6 und des Anspruchs 18.
Rohrbündel sind in vielfältigen Anwendungen, beispielsweise bei Wärmetau- schem, Kondensatoren, Luftkühlem, usw. im industriellen Einsatz. Je nach Wärmeträgermedium lässt es sich nicht vermeiden, dass die Rohre der Rohrbündel sich über einen längeren Nutzungszeitraum mit Verschmutzungen oder dgl. zusetzen oder verkrusten, was zur Folge haben kann, dass einzelne Rohre sogar vollständig ausfallen. Es ist deshalb notwendig die Innenseite der Rohre solcher Rohrbündel und gegebenenfalls den Spiegel des Rohrbündels von Zeit zu Zeit zu reinigen.
Dies geschieht gegenwärtig in der Regel in der Weise, dass die Rohrbündel geöffnet und manuell angefahren werden und ein an seinem vorderen Ende mit einer Spritzdüse versehener Hochdruckschlauch durch die einzelnen Rohre hindurchgeschoben wird, so dass aus der Spritzdüse spritzendes Wasser oder
dgl., das im Hochdruckschlauch einen Druck von 25 bis 3000 bar aufweisen kann, die Ablagerungen auf den Innenwandungen der Rohre entfernt. Die Bedienungsperson ist dabei verschiedenen Gefahren ausgesetzt, je nachdem, in welcher Umgebung das Rohrbündel angeordnet ist und je nach Art und Beschaffenheit der Verschmutzungen in den Rohren. Außerdem lässt sich bei einer manuellen Reini- gung durch eine Bedienungsperson nicht zuverlässig vermeiden, dass möglicherweise bei einer Reinigung verschiedene Rohre versehentlich ausgelassen und nicht gereinigt werden.
Aus DE 34 18 835 C2 ist bereits ein Verfahren zum Reinigen von Rohrbündeln nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 und eine Vorrichtung zum Reini- gen von Rohrbündeln nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 16 bekannt. Diese bekannte Vorrichtung dient insbesondere dazu, radioaktiv kontaminierte Rohrbündel auf einfache Art und Weise und im Wesentlichen ohne manuelle Arbeit in deren unmittelbare Nähe reinigen zu können. Dazu sind bei der bekannten Vorrichtung an einem Reinigungswagen eine Videokamera und Lampen an- geordnet und es ist ein entfernt angeordnetes Steuergerät mit Handhebeln und mit einem Monitor für die Videokamera vorgesehen, welches die Bewegungen des Reinigungswagens und des Hochdruckschlauches steuert.
Diese sozusagen halbautomatische Lösung erfordert aber nach wie vor Bedienungspersonal, welches das entfernte Steuergerät mit Handhebeln steuert und dabei die Tätigkeit über die Bilder der Videokamera verfolgt. Bedienungsfehler sind dadurch nach wie vor nicht ausgeschlossen, d.h. es kann nicht gewährleistet werden, dass auch sämtliche Rohre des jeweiligen Rohrbündeis gereinigt werden.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs bezeichneten Art so zu verbessern, dass eine bedienungsfehlerfreie zuverlässige und schnelle Reinigung erfolgt.
Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und mit einer Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 16 bzw. des Anspruchs 18 gelöst.
Das Verfahren der eingangs bezeichneten Art ist dadurch gekennzeichnet, dass während des Einschiebens der wenigstens einen Reinigungseinrichtung in das jeweilige Rohr die Einschiebtiefe gemessen und von der Steuereinrichtung überwacht wird.
Die Überwachung der Einschiebtiefe beinhaltet vorzugsweise ein ständiges Beobachten, Messen und/oder Kontrollieren der Einschiebtiefe, um den Reini- gungsfortschritt dokumentieren zu können. Es ist auch möglich, zusätzlich oder ausschließlich die maximal erreichte Einschiebtiefen festzuhalten. Mit dem Begriff Einschieben wird sowohl das Einführen des Hochdruckschlauches in das Rohr als auch das Durchschieben des Hochdruckschlauches durch das jeweilige Rohr verstanden.
Es wird ein automatisiertes Reinigungsverfahren zur Verfügung gestellt, bei welchem bei jedem (ggf. versuchten) Einschiebvorgang der wenigstens einen Reinigungseinrichtung in das jeweilige Rohr die Einschiebtiefe der Reinigungseinrichtung gemessen und überwacht wird. Wenn die Steuereinrichtung feststellt, dass die Reinigungseinrichtung bzw. der Hochdruckschlauch gar nicht oder nicht vollständig in das jeweilige Rohr eingeschoben werden konnte, wird ggf. eine Fehlermeldung erzeugt, die z.B. eine manuelle Nachreinigung des betreffenden Rohres zur Folge haben kann. Bedienungsfehler sind weitestgehend ausgeschlossen, da von der Steuereinrichtung jedes Rohr des Rohrbündels mit der wenigstens einen Reinigungseinrichtung angefahren wird, eine nicht vollständige Reinigung eines Rohres wird durch Feststellung der jeweiligen Einschiebtiefe festgestellt.
Ganz besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass die jeweilige Einschiebtiefe in der Steuereinrichtung oder in einer an die Steuereinrichtung angeschlossene Speicher- und Dokumentationseinrichtung abgespeichert und für den jeweiligen Reinigungsvorgang dokumentiert wird. Die Speicher- und Dokumentationseinrichtung kann auch in die Steuereinrichtung integriert sein. Die Dokumentation umfasst vorzugsweise die Zuordnung der jeweils gemessenen Einschiebtiefe zum betreffenden Rohr, z.B. zur Rohrnummer oder zum Ort des Rohres, der z.B. über entsprechende X- und Y-Koordinaten definiert ist. Ferner umfasst die Dokumentation vorzugsweise Informationen, ob jedes Rohr angefahren wurde und ob jedes Rohr teilweise oder vollständig gereinigt werden konnte. Durch die Abspeicherung dieser Daten wird die Vollständigkeit der Reinigung dokumentiert.
Das Reinigungsergebnis wird für jedes Rohr dokumentiert, so dass in Verbindung mit den Einschiebtiefen ein drei-dimensionales Verschmutzungsprofil des Rohrbündels erstellt werden kann. Ein solches Verschmutzungsprofil hat den Vorteil, dass daraus konstruktive Schwachstellen, z.B. eines Wärmetauschers, abgeleitet werden können, so dass gezielt bauliche Veränderungen am Wärmetauscher vorgenommen werden können, um die Verschmutzung und den Verschmutzungsgrad eines Rohrbündels zukünftig zu verringern. Auf diese Weise ist es möglich, das Reinigungsergebnis vollständig zu dokumentieren, d.h. es ist für den Anwender nachvollziehbar, ob eine vollständige Reinigung sämtlicher Rohre des Rohrbündels erfolgt ist oder nicht. Bei unvollständiger Reinigung, wodurch der Wirkungsgrad des Rohrbündels beeinträchtigt wird, kann dann ggf. gezielt eine Nachreinigung {auch manuell) erfolgen.
Um die Reinigungszeit zu verringern, ist bevorzugt vorgesehen, dass eine Reinigungsvorrichtung mit mehreren parallelen Reinigungseinrichtungen verwendet wird, die gleichzeitig in benachbarte Rohre eingeschoben werden und deren Einschiebtiefe unabhängig voneinander gemessen und überwacht wird.
In ganz besonders bevorzugter Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die jeweilige Anordnung und Einschubbewegung der jeweiligen Reinigungseinrichtung von der Steuereinrichtung automatisch oder halbautomatisch anhand von abgespeicherten Geometriedaten der Rohre des Rohrbündels durchgeführt wird. Unter den Geometriedaten der Rohre werden vorzugsweise die Ortskoordinaten der Rohre verstanden. Die Geometriedaten können auch Rohrabstände und/oder Durchmesser und/oder Länge der Rohre und/oder Anzahl der Rohre umfassen.
Nach der Positionierung der Reinigungsvorrichtung am stirnseitigen Ende des jeweiligen Rohrbündels kann dann der Reinigungsvorgang vollautomatisch erfolgen.
Bei einer halbautomatischen Durchführung des Reinigungsvorgangs werden einige Aufgaben von einer Bedienungsperson übernommen. Darunter wird z.B. das manuelle Anfahren von Referenzpunkten, Referenzrohren oder von Rohrreihen, wie Rohrzeüen oder Rohrspalten, verstanden. Beim manuellen Anfahren oder manuellen Verfahren der Reinigungseinrichtung werden von der Bedienungsperson entsprechende Steuerbefehle in die Steuereinrichtung, vorzugsweise mittels einer Fernbedienung, eingegeben. Die Fernbedienung kann über ein Kabel oder über Funk mit der Steuereinrichtung verbunden sein.
Die voll- oder halbautomatische Reinigung der Rohre hat den Vorteil, dass die Bedienungsperson entfernt von dem zu reinigenden Rohrbündel, Wärmetauscher etc. stehen kann. Das Bedienungspersonal kann sich außerhalb des Gefahrenbe- reiches aufhalten und kommt somit mit den Rohrverunreinigungen während des Reinigungsprozesses nicht in Kontakt. Ein Sichtkontakt mit der Stirnfläche des Rohrbündels ist nicht erforderlich, weil die Freigabe zum Anfahren der nächsten Position über die Rückmeldung der Servomotoren für den Schlauchantrieb erfolgt. Z.B. der Befehl zum Weiterfahren und Abspeichern der Daten kann dann gegeben
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werden.
Außer den Vorteilen hinsichtlich des Arbeitsschutzes, gibt es auch wirtschaftliche Vorteile. Während beispielsweise bei der manuellen Reinigung eines 6000 Rohre umfassende Rohrbündel bisher zwei Personen 10 Tage lang im Zweischichtbetrieb erforderlich waren, so kann diese Arbeit nach dem erfindungsgemäßen Verfahren in einem Viertel bis einem Drittel des zeitlichen Aufwandes erledigt werden. Wenn die Geometriedaten des jeweiligen Rohrbündels nicht verfügbar sind, ist nach einer bevorzugten weiteren Ausgestaltung vorgesehen, dass die Geometriedaten der Rohre des Rohrbündels durch manuelles Anfahren der Rohre mit der wenigstens einen Reinigungseinrichtung erfasst werden. Die wenigstens eine Reinigungseinrichtung wird dann von einer Bedienperson durch manuelles Eingreifen in die Steuereinrichtung nacheinander an allen Rohren des Rohrbündels positioniert, ohne dass die Reinigungseinrichtung bzw. der Hochdruckschlauch in die Rohre eingeschoben wird.
Wenn es nicht nur um die Erfassung der Rohrdaten geht, kann der Hochdruck- schlauch oder die Hochdruckschläuche bei diesem erstmaligen Abfahren auch in die Rohre eingeschoben werden und der Reinigungsvorgang sofort durchgeführt werden.
Die geometrische Position sämtlicher Rohre des Rohrbündels wird erfasst und abgespeichert, so dass für den späteren Reinigungsvorgang oder die Reinigungsvorgänge in der Zukunft die Geometriedaten abgespeichert sind. Jeder nachfolgende Reinigungsvorgang als solcher kann dann auf der Basis der so erfassten Geometriedaten wieder voll- oder halbautomatisch erfolgen.
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Vorzugsweise erfolgt die Messung der Einschiebtiefe durch einen Servomotor einer Vortriebseinrichtung für den Hochdruckschlauch einer Reinigungseinrichtung. Als Servomotor werden Elektromotoren verstanden, die die Kontrolle der Winkelposition der Motorwelle sowie der Drehgeschwindigkeit und der Beschleunigung erlauben. Servomotoren weisen in der Regel einen Sensor zur Positionsbestimmung der Motorwelle auf. Die vom Sensor ermittelte Drehposition der Motorwelle wird an eine Regelelektronik übermittelt, die als Servoregler bezeichnet wird.
Die Messung der Einschiebtiefe wird durch Auswertung z. B. der Anzahl der Umdrehungen der Antriebswelle unter Brücksichtigung des Umfangs einer Antriebsrolle für den Hochdruckschlauch ermittelt. Die Einschiebtiefe kann auf diese Weise mit hoher Genauigkeit ermittelt werden.
Vorzugsweise wird das Drehmoment des Servomotors während des Einschie- bens des Hochdruckschlauches in das Rohr - kontinuierlich oder diskontinuierlich - gemessen und die Drehmomentdaten werden zusammen mit der jeweiligen Einschiebtiefe in der Steuereinrichtung oder in einer an die Steuereinrichtung angeschlossene Speicher- und Dokumentationseinrichtung abgespeichert. Über die Drehmomentwerte kann auf den Grad der Verschmutzung des betref- fenden Rohres geschlossen werden.
Vorzugsweise wird während des Einschiebens bei einem Anstieg des Drehmomentes des Servomotors über einen vorgegebenen Wert der Servomotor z, B. abgeschaltet, in einen Freispülmodus, in den Rücklauf oder in einen Rüttelmo- dus geschaltet. Wenn das Drehmoment während des Einschiebens über einen vorgegebenen Wert ansteigt und nicht wieder auf den Normalwert abfällt, kann das Hindernis nicht oder nicht ohne weiteres beseitigt werden und der Reinigungsvorgang sollte an dieser Stelle zunächst abgebrochen werden, um den
Servomotor und/oder die am vorderen Ende des Hochdruckschlauchs angeordnete Austrittsdüse nicht zu beschädigen.
Der Servomotor kann alternativ in einen Freispülmodus geschaltet werden, in dem die Schlauchspitze für eine vorgegebene Zeitspanne vor dem Hindernis angehalten wird, das Hindernis mit dem unter Druck stehenden Reinigungsfluid besprüht wird und nach Ablauf der Zeitspanne der Hochdruckschlauch weiter vorgeschoben wird. Durch diese Maßnahme kann das Hindernis unter Umständen weggespült werden, so dass der Reinigungsvorgang planmäßig in diesem Rohr zu Ende geführt werden kann.
Der Servomotor kann in solchen Fällen auch sofort in den Rücklauf geschaltet werden, um den Hochdruckschlauch aus dem Rohr herauszufahren.
Es besteht auch die Möglichkeit, den Servomotor in einen Rüttelmodus zu schalten, so dass der Schlauch mehrmals vor und zurück gefahren wird, wodurch das Hindernis mechanisch bearbeitet und ggf. so zerkleinert werden kann, dass der Vorschub fortgesetzt werden kann.
Auch diese Daten werden vorzugsweise in der Steuereinrichtung oder der Spei- eher- und Dokumentationseinrichtung festgehalten.
Vorzugsweise wird während des Einschiebens des Hochdruckschlauches der Schlupf der Vortriebseinrichtung überwacht. Unter„Schlupf wird in der Regel das Abweichen der Geschwindigkeiten miteinander in Reibkontakt stehender mechanischer Elemente verstanden. Bei einer Schlupfmessung wird die Drehzahldifferenz z. B. zwischen zwei Laufrollen ermittelt.
Wenn die Vortriebseinrichtung beispielsweise über eine Antriebsrolle und eine Andrückrolle verfügt, kann der Schlupf über die Drehzahldifferenz dieser beiden
Rollen ermittelt werden. Der Vorteil der Schlupfüberwachung besteht darin, dass ein Hindernis innerhalb des Rohres rechtzeitig erkannt werden kann. Außerdem kann die Schlupfmessung zur Korrektur der gemessenen Einschiebtiefe herangezogen werden. Die Genauigkeit der Ermittlung der Einschiebtiefe wird dadurch verbessert.
Vorzugsweise kann gemäß einer weiteren Ausführungsform die Messung der Einschiebtiefe über ein Abtasten von an oder in dem Hochdruckschlauch angebrachter Markierungen erfolgen. Vorzugsweise wird die Reinigungsvorrichtung am Rohrbündel befestigt. Da die Reinigungsvorrichtung vorzugsweise eine Verschiebeeinrichtung aufweist, an der die Reinigungseinrichtung angeordnet ist, wird die Verschiebeeinrichtung am Rohrbündel befestigt. Vorzugsweise wird die Verschiebeeinrichtung ausschließlich am Rohrbündel vorzugsweise an einem Flansch des Rohrbündels befestigt.
Ein solcher Flansch ist an der Stirnseite eines Rohrbündels vorgesehen, um dort einen Deckel zu befestigten. Nach Abnahme des Deckels kann dieser Flansch zur Befestigung der Verschiebeeinrichtung genutzt werden.
Diese Anbringung hat den Vorteil, dass auf Untergestelle oder Reinigungswagen vollständig verzichtet werden kann, was die Montage der Reinigungsvorrichtung an dem zu reinigenden Bündel vereinfacht. Außerdem ist der Platzbe- darf für die Reinigungsvorrichtung deutlich geringer als bei den herkömmlichen Reinigungseinrichtungen.
Vorzugsweise werden vor dem erstmaligen Einschieben des wenigstens einen Hochdruckschlauches in die Rohre die Ausrichtung der Reinigungsvorrichtung
bezüglich es Rohrbündels ermittelt und die ermittelten Daten in der Steuereinrichtung abgespeichert und bei der Korrektur des Verfahrweges der Reinigungseinrichtung berücksichtigt. Eine mechanische Justierung der Verschiebeeinrichtung kann dadurch entfallen. Die Ausrichtung der Reinigungseinrichtung betrifft vorzugsweise die Ausrichtung der Verschiebeeinrichtung bezüglich der Rohrreihen, d. h. der Rohrzeilen oder Rohrspalten, wobei ein sogenannter Winkelversatz auftreten kann. Durch die Berücksichtigung des Winkelversatzes wird die Anfahrgenauigkeit und somit die Zuverlässigkeit der Reinigungsvorrichtung weiter erhöht.
Zur Lösung der eingangs gestellten Aufgabe sieht die Erfindung auch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruches 16 vor. Die Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Vortriebseinrichtung und/oder die Reinigungseinrichtung mit einer Messeinrichtung zur Messung der jeweiligen Einschiebtiefe der Reinigungseinrichtung in das jeweilige Rohr ausgerüstet ist, wobei die Messeinrichtung mit der Steuereinrichtung verbunden ist
Die Vorrichtung gemäß einer weiteren Ausführungsform sieht eine Verschiebeeinrichtung vor, die mindestens ein erstes Rahmenelement und mindestens ein zweites Rahmenelement aufweist, wobei das erste Rahmenelement und das zweite Rahmenelement senkrecht zueinander angeordnet sind. Ferner ist mindestens eine an der Verschiebeeinrichtung angeordnete Reinigungseinrichtung vorgesehen, die mindestens einen Hochdruckschlauch und mindestens eine Vortriebseinrichtung aufweist, wobei der Hochdruckschlauch mittels der Vor- triebseinrichtung in die Rohre einschiebbar ist.
Eine Reinigungsvorrichtung kann mindestens eine Reinigungseinrichtung aufweisen. Eine Reinigungseinrichtung kann mindestens eine Vortriebseinrichtung aufweisen, wobei jede Vortriebseinrichtung einen Hochdruckschlauch befördert.
Unter einem Hochdruckschlauch wird ein Schlauch verstanden, der einem Druck von 25 bar bis 3000 bar ausgesetzt werden kann. Am vorderen in die Rohre einschiebbaren Ende kann der Hochdruckschlauch mit einer Austrittsdüse oder einer Lanze bestückt sein. Eine Lanze ist ein Rohrstück, an dessen vorderem Ende eine Austrittsdüse angeordnet oder integriert ist.
Außerdem ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, die mindestens an die Verschiebeeinnchtung und an die Vortriebseinrichtung angeschlossen ist.
Die Reinigungseinrichtung weist eine Messeinrichtung zur Messung und Über- wachung der jeweiligen Einschiebtiefe Z des Hochdruckschlauches auf, wobei die Messeinrichtung an die Steuereinrichtung angeschlossen ist. Die Steuereinrichtung weist eine Speicher- und Dokumentationseinrichtung auf oder ist an eine Speicher- und Dokumentationseinrichtung angeschlossen, in der mindestens die jeweils gemessene Einschiebtiefe abspeicherbar ist.
Vorzugsweise weist die Verschiebeeinrichtung Mittel zum Befestigen an dem Rohrbündel auf. Vorzugsweise sind diese Mittel so ausgelegt, dass die Verschiebeeinrichtung ausschließlich an dem Rohrbündel befestigt werden kann. Dies hat den Vorteil, dass die Verschiebeeinnchtung keine weiteren Gestelle oder dergleichen oder einen Reinigungswagen benötigt, auf dem die Verschiebeeinrichtung montiert ist. Die Verschiebeeinrichtung und damit die gesamte Reinigungsvorrichtung ist somit kompakt und benötigt nur einen geringen Platzbedarf. Außerdem ist die Vorrichtung in kurzer Zeit an dem zu reinigenden Rohrbündel montierbar.
Ein weiterer Vorteil dieser Ausführungsform besteht darin, dass die wenigen Komponenten der Verschiebeeinrichtung den Transport der gesamten Vorrichtung erleichtern. Die Lage des zu reinigenden Rohrbündels bzw. Wärmetau-
schers kann beliebig sein. Der Vorteil der Verschiebeeinrichtung besteht darin, dass sie sowohl an liegenden als auch an stehenden Rohrbündeln auf einfache Weise befestigt werden kann. Die Reinigung der Rohrbündel ist somit nicht von der Lage des Rohrbündels abhängig. Da die Ortskoordinaten der Rohre beim Reinigungsvorgang bekannt sind, kann auch das sogenannte Spiegelbild, d.h. die an der Stirnfläche des Rohrbündels erkennbare Anordnung der Rohre, unterschiedlich sein. Es ist möglich, dass die Rohre des Rohrbündels in Gruppen zusammengefasst sind, in denen die Rohrabstände z. B. unterschiedlich sein können, wie dies z.B. bei geteilten Wärme- tauschern der Fall ist.
Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass das erste Rahmenelement die Mittel zum Befestigen an dem Rohrbündel aufweist und dass das zweite Rahmenelement längs des ersten Rahmenelementes verfahrbar am ersten Rahmenelement angeordnet ist. Das erste Rahmenelement ist somit ortsfest an dem Rohrbündel befestigt und lediglich das zweite Rahmenelement ist bezüglich des ersten Rahmenelement verfahrbar. Vorzugsweise ist/sind die Reinigungseinrichtung oder die Reinigungseinrichtungen verfahrbar am zweiten Rahmenelement angeordnet.
Die Vortriebseinrichtung weist mindestens eine Antriebsrolle zum Vortrieb des Hochdruckschlauches auf. Um den Schlupf von Schlauch und Antriebsrolle zu verringern, ist vorzugsweise mindestens eine Andrückrolle zum Andrücken des Hochdruckschlauchs gegen die Antriebsrolle vorgesehen.
Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist die Vortriebseinrichtung eine Schlupfüberwachungseinrichtung der Antriebsrolle auf. Diese S ch lupfübe rwa- chungseinhehtung ist vorzugsweise an die Steuereinrichtung angeschlossen, so dass bei Auftreten eines Schlupfes die Vortriebseinrichtung zur Vermeidung von
Schäden an der Vortriebseinrichtung oder des Schlauchendes, abgeschaltet werden kann. Durch die von der Schlupfüberwachungseinrichtung gelieferten Daten kann auch die Genauigkeit der Einschiebtiefe verbessert werden.
Vorzugsweise weist die Vortriebseinrichtung mindestens einen Servomotor auf, der die Antriebsrolle antreibt.
Die Vortriebseinrichtung kann eine Messeinrichtung für die Messung des Drehmomentes des Servomotors aufweisen. Die Vorteile der Drehmomentmessung werden im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Verfahren erläutert.
Am vorderen Ende des Hochdruckschlauches ist vorzugsweise eine Austrittsdü- se angeordnet. Die Austrittsdüse kann eine oder mehrere Austrittsöffnungen aufweisen. Auch kann die Austrittsdüse rotierbar angeordnet sein und beispielsweise durch das durch den Hochdruckschlauch durchfließenden Reini- gungsfiuid angetrieben werden.
Die Speicher- und Dokumentationseinrichtung ist vorzugsweise zur Ablage, Verarbeitung, Aufbereitung und Auswertung von während des Betriebs der Reinigungsvorrichtung anfallender Daten und/oder eingegebener Daten ausge- bildet.
Zur Verkürzung der Reinigungszeit ist vorzugsweise vorgesehen, dass mehrere parallele Reinigungseinrichtungen mit eigener Vortriebseinrichtung vorgesehen sind, wobei jede Reinigungseinrichtung und/oder jede Vortriebseinrichtung mit einer eigenen Messeinrichtung ausgerüstet sind.
Nach einer Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die jeweilige Messeinrichtung Messsensoren und damit zusammenwirkende Messmarkierungen an einem Hochdruckschlauch aufweist. So kommt eine Magnetabtastung, eine Ultraschallabtastung oder auch die Messung ohmscher induktiver oder kapazitiver Wider-
stände oder eine visuelle Überprüfung mit einer geeigneten Kamera in Betracht. Auch Wirbelstromsensoren können eingesetzt werden, weiche berührungslos und verschleißfrei Abstände auf metallischen Hochdruckschläuchen äußerst hoch auflösend bis in den Nanometerbereich messen können. Die für das Messprinzip verantwortlichen hochfrequenten Feldlinien der Sensoren passieren nichtmetallische Medien ungehindert. Diese Eigenschaft lässt eine Messung unter Öl- oder Wasserdruck oder unter starker Verschmutzung zu. Auch können Gehäuseteile und Werkstoffe aus Kunststoff durchdrungen und dahinterliegende metallische Objekte erfasst werden. Lacke und Folien können auf Schichtstärke untersucht werden.
Zusätzlich oder alternativ kann auch vorgesehen sein, dass die jeweilige Messeinrichtung an der Oberfläche des Hochdruckschlauches anliegende Rollentaster aufweist. Anhand der Umdrehungszahl der Rollentaster lässt sich dann die Einschiebtiefe des jeweiligen Hochdruckschlauches bestimmen.
Die jeweilige Reinigungseinrichtung kann einen Hochdruckschlauch mit Austrittsdüse aufweisen.
Alternativ kann die jeweilige Reinigungseinrichtung auch einen Hochdruck- schlauch mit damit verbundener, in das jeweilige Rohr einschiebbarer Lanze aufweisen.
Die Rahmenelemente bestehen vorzugsweise aus einem biegesteifen Profil und können beispielsweise mit Zahnstangen ausgerüstet sein, an denen die betreffen- den Antriebseinrichtungen zum Verfahren der Reinigungseinrichtung angreifen können.
Die Erfindung ist nachstehend anhand der Zeichnungen beispielhaft näher erläutert. Diese zeigen jeweils in stark vereinfachter schematischer Darstellung in
Fig. 1 das stirnseitige Ende eines offenen Rohrbündels mit daran angeordneter erfindungsgemäßer Vorrichtung,
Fig. 2 eine Seitenansicht der Figur 1 ,
Fig. 3 bereichsweise einen Hochdruckschlauch mit beabstandeten
Messmarkierungen,
Fig. 4 eine Draufsicht auf das stirnseitige Ende eines offenen Rohrbündels mit einer Rohrreinigungsvorrichtung gemäß einer weiteren Ausführungsform, Fig. 5 eine weitere Draufsicht auf das stirnseitige Ende des Rohrbündels mit einer Verschiebeeinrichtung gemäß einer weiteren Ausführungsform,
Fig. 6 eine schematische Darstellung einer Antriebseinrichtung einer Vor- triebseinrichtung und
Fig. 7 und 8 zwei unterschiedliche Verkrustungssituationen in einem Rohr mit dazugehörigen Drehmomentsdiagrammen eines Servomotors. In den Zeichnungen ist ein Rohrbündel 1 z.B. eines Rohrbündelwärmetauschers dargestellt, wobei das stirnseitige offene Ende zu erkennen ist, d.h. ein Verschlussdeckel oder dgl. ist demontiert. Der Deckel ist normalerweise an einem Flansch oder Flanschbereich 2 mit Befestigungsöffnungen 3 befestigt. Das Rohrbündel 1 weist im Sinne der Figur 1 in horizontaler Richtung eine Vielzahl von parallelen Rohren 4 auf, von denen nur einige angedeutet sind.
Zur automatischen Reinigung der Rohre 4 des Rohrbündels 1 ist eine erfindungsgemäße Reinigungsvorrichtung vorgesehen, die allgemein mit 5 bezeich-
net ist.
Diese Vorrichtung 5 weist wenigstens zwei Rahmenelemente auf, nämlich ein horizontales Rahmenelement 6 und ein vertikales Rahmenelement 7. Diese Rahmenelemente 6, 7 sind somit senkrecht zueinander angeordnet. Das horizontale Rahmenelement 6 kann in Richtung des Doppelpfeiles 6a mit einem nicht dargestellten Antrieb in horizontaler Richtung verfahren werden, das vertikale Rahmenelement 7 kann mit einem ebenfalls nicht dargestellten Antrieb gegenüber dem horizontalen Rahmenelement 6 in vertikaler Richtung im Sinne des Doppelpfeiles 7a verfahren werden. Auch eine umgekehrte Anordnung ist möglich. Die beiden Rahmenelemente 6, 7 können an einem (nicht dargestellten) Reinigungswagen angeordnet sein, der einen eigenen Fahrantrieb aufweisen kann, aber nicht muss.
Die beiden Antriebseinheiten der beiden Rahmenelemente 6 und 7 sind mit einer nicht dargestellten Steuereinrichtung 50 verbunden, welche es ermöglicht, einen Auflagerpunkt 8 am Rahmenelement 7 an jede beliebige Stelle der Stirnfläche des Rohrbündels 1 zu verfahren. An diesem Auflagerpunkt 8 ist ein Traggestell 9 befestigt, auf welchem eine Reinigungseinrichtung 20 angeordnet ist. Die Reinigungseinrichtung 20 weist einen Hochdruckschlauch 11 und eine Vortriebsein- richtung 10 für den Hochdruckschlauch 11 auf.
Diese Vortriebseinrichtung 10 weist, wie in Figur 2 gezeigt wird, eine rohrförmige Schlauchführung 12 sowie wenigstens eine nicht dargestellte Antriebsrolle 32 zum Einschieben des Schlauches 11 in ein Rohr 4 des Rohrbündels 1 oder zum Herausziehen desselben auf, d.h. zur Bewegung des Schlauches 1 1 in Richtung des Doppelpfeiles 13. Die wenigstens eine nicht dargestellte Antriebsrolle 32 ist mit einem nicht dargestellten Antrieb verbunden, der seinerseits mit der Steuereinrichtung 50 in Verbindung steht. Die Reinigungseinrichtung 20 dieses Ausführungsbeispiels weist den dargestellten Hochdruckschlauch 11 auf, der am vorde-
ren freien Ende eine nicht dargestellte Düse aufweist. Rückseitig ist der Hochdruckschlauch 11 an eine Hochdruckpumpe oder dgi., angeschlossen.
Auf dem Traggestell 9 kann beabstandet auch noch eine zweite oder weitere Rei- nigungseinrichtung(en) 20 vorgesehen sein, so dass bei einer entsprechenden Positionierung des Traggestells 9 gegenüber dem Rohrbündel 1 gleichzeitig mehrere Hochdruckschläuche 11 in benachbarte Rohre 4 eingeschoben werden können.
Die Vortriebseinrichtung 10 und/oder die Reinigungseinrichtung 20, d.h. beim Aus- führungsbeispiel der Hochdruckschlauch 11 , sind mit einer Messeinrichtung 40 zur Messung der jeweiligen Einschiebtiefe des Hochdruckschlauchs 11 in das jeweilige Rohr 4 ausgerüstet. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind zwei am Ein- und Ausgang der Vortriebseinrichtung 10 angeordnete Messsensoren 14 vorgesehen. Der Hochdruckschlauch 1 1 ist gemäß Fig. 3 in gleichbleibenden Abstän- den mit Markierungen 15, z.B. in Form von Magnetstreifen, versehen, welche von den Sensoren 14 erfasst werden können. Die Sensoren 14 stehen mit der Steuereinrichtung 50 in Verbindung.
Auf diese Weise ist es möglich, die jeweilige Einschubtiefe des Hochdruck- Schlauches 11 der jeweiligen Reinigungseinrichtung 20 in das jeweilige Rohr 4 zu messen und das Messergebnis an die Steuereinrichtung 50 weiterzuleiten.
Die Messung der Einschiebtiefe des jeweiligen Hochdruckschlauches 1 1 in ein Rohr 4 kann grundsätzlich auf beliebige Weise erfolgen, möglich ist es z.B. auch, dass jeder Hochdruckschlauch 11 über einen eigenen Servomotor 30 bewegt wird und die Messung der Einschiebtiefe über den Servomotor 30 als Messeinrichtung 40 erfolgt.
Zur Reinigung eines Rohrbündels 1 wird die Vorrichtung 5 stirnseitig am offenen Rohrbündel 1 angeordnet, der weitere Reinigungsablauf erfolgt dann vollautoma-
tisch. Dabei sind bevorzugt die Geometriedaten der Rohre 4 des Rohrbündels 1 in der Steuereinrichtung 50 abgespeichert, so dass die Steuereinrichtung 50 selbsttätig die jeweilige Reinigungseinrichtung 20 sukzessive an den Rohren 4 des Rohrbündels 1 positioniert.
Wenn die Geometriedaten der Rohre 4 des Rohrbündels 1 nicht bekannt sind, können diese manuell mit der Reinigungsvorrichtung 5 aufgenommen bzw. erfasst werden. Dazu wird von einer Bedienperson durch manuellen Eingriff in die Steuereinrichtung 50 nacheinander jedes Rohr 4 des Rohrbündels 1 mit der wenigstens einen Reinigungseinrichtung 20 abgefahren bzw. abgetastet, derart, dass sich die Reinigungseinrichtung 20, also z.B. die Spitze des Hochdruckschlauches 11 , am Eingang des jeweiligen Rohres 4 befindet. Auf diese Weise werden sämtliche Rohrpositionen erfasst und in der Steuereinrichtung 50 abgespeichert. Die so erfassten Geometriedaten können dann für den nachfolgenden Reinigungsvorgang oder spätere Reinigungsvorgänge verwendet werden. Anschließend wird dann die jeweilige Reinigungseinrichtung 20 bzw. der Hochdruckschlauch 11 von der zugeordneten Vortriebseinrichtung 10 in das jeweilige Rohr 4 eingefahren und Wasser oder dgl. unter Hochdruck zugeführt, um den Reinigungsvorgang im jeweiligen Rohr 4 auszuführen. Durch die jeweilige Messung der Einschiebtiefe, die auch gleich Null sein kann, wenn der Zugang zu einem Rohr 4 vollständig verschlossen ist, wird die Einschiebtiefe für jedes Rohr 4 gemessen und von der Steuereinrichtung 50 überwacht. Wenn keine oder nur eine unvollständige Reinigung eines Rohres 4 erfolgt, kann von der Steuereinrichtung 50 direkt eine Fehlermeldung oder auch eine Warnmeldung ausgegeben werden. Zusätzlich wird die jeweils gemessene Einschiebtiefe jedes Rohres 4 in der Steu- ereinrichtung 50 abgespeichert und für den jeweiligen Reinigungsvorgang dokumentiert.
Somit ist für den Anwender nach Abschluss der Reinigung nachvollziehbar dokumentiert, ob die Reinigung für alle Rohre 4 korrekt durchgeführt worden ist oder
nicht. Im letzteren Falle können dann zusätzliche Reinigungsmaßnahmen ergriffen werden, falls dies erforderlich ist. in der Figur 4 ist eine weitere Ausführungsform einer Reinigungsvorrichtung 5 dargestellt die eine Verschiebeeinrichtung 25 mit einem ersten Rahmenelement 60 und einem zweiten Rahmenelement 70 aufweist. Das erste Rahmenelement 60 weist Befestigungsmittel 62a, b auf, die in der hier gezeigten Ausführungsform als Laschen ausgeführt sind. Diese Befestigungsmittel 62a, b sind am Flansch 2 des Rohrbündels 1 befestigt. Hierzu werden die Befestigungsöffnungen 3 im Flansch 2 benutzt.
Senkrecht zum ortsfest montierten ersten Rahmenelement 60 ist das zweite Rahmenelement 70 angeordnet, das mittels einer Antriebseinrichtung 72 längs des ersten Rahmenelementes 60 in Pfeilrichtung verfahrbar angeordnet ist. Am zweiten Rahmenelement 70 ist eine weitere Antriebseinrichtung 74 angeordnet, die mit einem Tragelement 9 verbunden ist, auf dem eine Reinigungseinrichtung 20 angeordnet ist. Die Reinigungseinrichtung 20 umfasst eine Vortriebseinrichtung 10 für zwei Schläuche 1 sowie eine Messeinrichtung 40.
Auf dem Traggestell 9 kann auch eine zweite Reinigungseinrichtung 20 angeord- net sein, die ebenso wie die erste Reinigungseinrichtung 20 eine Vortriebseinrichtung 10 für zwei Schläuche 11 sowie eine Messeinrichtung 40 aufweist. Die zweite Reinigungseinrichtung 20 ist gestrichelt dargestellt.
Mittels der Antriebseinrichtung 74 ist das Traggestell 9 in Pfeilrichtung längs des zweiten Rahmenelementes 70 verfahrbar angeordnet. Die Antriebseinrichtungen 72 und 74 sowie die Vortriebseinrichtung 10 und die Messeinrichtung 40 sind an eine Steuereinrichtung 50 angeschlossen, die über eine Speicher- und Dokumentationseinrichtung 52 verfügt. Ferner ist eine Fernbedienung 54 vorgesehen, mit der eine Bedienungsperson Befehle an die Steuereinrichtung 50 übermitteln kann.
Ferner ist ein Koordinatensystem eingezeichnet, dessen Nullpunkt im Rohr 4c, das im vorliegenden Fall ais Referenzrohr dient, liegt. Das Rohr 4c befindet sich am linken Ende der oberen Rohrreihe und stellt den Startpunkt für den Reinigungsvorgang dar. Ausgehend vom Rohr 4c werden die Rohre 4 reihenweise abgefahren bis alle Rohre 4 gereinigt worden sind. Grundsätzlich kann jedes beliebige Rohr 4 als Referenzrohr 4c gewählt werden.
Dieses Koordinatensystem sowie die in diesem Koordinatensystem liegenden Rohrkoordinaten x und y sind in der Steuereinrichtung 50 bzw. der Speicher- und Dokumentationseinrichtung 52 abgelegt. Diese Geometriedaten können vom Hersteller oder Betreiber des Rohrbündels 1 bezogen und in die Steuereinrichtung 50 eingegeben werden. Es ist auch möglich, manuell mittels der Fernbedienung 54 die Rohre 4 einzeln abzufahren und die entsprechenden x,y-Daten in der Steuereinrichtung 50 bzw. der Speicher- und Dokumentationseinrichtung 52 abzuspei- ehern und vorzugsweise auch gleichzeitig die Reinigung der Rohre 4 durchzuführen.
Anhand dieser Daten kann dann der Reinigungsvorgang durchgeführt werden, wobei manuell nur das Rohr 4c angefahren wird. Das Verfahren kann anschlie- ßend vollautomatisch oder halbautomatisch ablaufen, wobei beispielsweise der Wechsel von einer Rohrreihe zur nächsten Rohrreihe manuell durchgeführt werden kann. Auch das Abspeichern z.B. der Einschiebtiefe kann bei jedem Rohr manuell mittels der Fernbedienung 54 erfolgen. In der Figur 5 ist das erste Rahmenelement 60 in gleicher Weise wie in Figur 4 am Flansch 2 befestigt. Aus Stabilitätsgründen kann es vorteilhaft sein, ein weiteres erstes Rahmenelement 60 an der gegenüberliegenden Seite am Flansch 2 anzuordnen. Das zweite nicht dargestellte Rahmenelement 70 ist vefahrbar an beiden Rahmenelementen 60 angeordnet.
Bevor der Reinigungsvorgang durchgeführt wird, ist die Ausrichtung der Verschiebeinrichtung 25 zur Rohranordnung zu überprüfen. In der Regel kann das erste Rahmenelement 60 nicht parallel zu den Rohrreihen 82 am Flansch 2 angeordnet werden, so dass ein Winkelversatz α auftritt. Dieser Winkelversatz zwi- sehen der Parallele 80 zum ersten Rahmenetement 60 und der Rohrreihe 82 wird ermittelt und in der Steuereinrichtung 50 abgelegt, so dass beim Verfahren der Reinigungseinrichtung 20 dieser Winkelversatz α in die Ortskoordinaten x, y der Rohre 4 eingerechnet und berücksichtigt werden kann. Hierzu wird manuell mit der Reinigungseinrichtung 20 z.B. das Rohr 4a angefahren und die Position abgespeichert. Anschließend wird die Reinigungseinrichtung 20 vor das Rohr 4b gefahren und diese Position ebenfalls abgespeichert, woraus dann der Winkel α der Rohrreihe 82 zur Parallelen 80 ermittelt werden kann. In der Figur 6 ist eine Vortriebseinrichtung 10 für den Hochdruckschlauch 1 1 schematisch dargestellt, die zwei Antriebsrollen 32 und 34 aufweist, die über einen Riemen- oder Kettenantrieb 33 miteinander verbunden sind. Die Antriebsrolle 32 wird von einem Servomotor 30 angetrieben, der an die Steuereinrichtung 50 angeschlossen ist.
Oberhalb des zu transportierenden Hochdruckschlauches 11 sind Andrückrollen 36 und 38 vorgesehen, mit denen der Hochdruckschlauch 11 auf die Antriebsrollen 32 und 34 gedrückt wird, wodurch ein Rutschen des Hochdruckschlauches 1 1 auf den Antriebsrollen 32, 34 weitgehend vermieden wird. Auf die zusätzliche Antriebsrolle 34 und Andrückrolle 38 kann verzichtet werden, wenn der Hochdruckschlauch 1 1 und die Antriebsrollen 32, 34 Oberflächen mit einer entsprechenden Rauigkeit aufweisen, so dass ein Durchrutschen der Antriebsrollen 32, 34 nicht stattfindet.
Vor der oberen Andrückrolle 36, die vom Hochdruckschlauch 11 angetrieben wird und auf einem Kreis angeordnete Vertiefungen oder Öffnungen 37 aufweist, ist mittels einer Sensor-Halterung 46 ein Rollensensor 44 angeordnet, der an eine Schlupfüberwachungseinrächtung 90 angeschlossen ist. Mit dem Sensor 44 wird die Rotationsgeschwindigkeit der Andrückrolle 36 erfasst. Diese Schlupfüberwa- chungseinrichtung 90 ist auch an den Servomotor 30 und die Steuereinrichtung 50 angeschlossen.
Wenn der Hochdruckschlauch 11 innerhalb des zu reinigenden Rohres 4 auf ein Hindernis trifft, wird der Hochdruckschlauch 1 1 abgebremst und es besteht die Gefahr, dass die Antriebsrolle 32 trotzdem weiterläuft. Da über den Servomotor 30 die Einschiebtiefe ermittelt wird und der Servomotor 30 somit auch die Messeinrichtung 40 bildet, würde dies zu einem Fehler bei der Ermittlung der Einschiebtiefe führen. Mittels der Schlupfüberwachungseinrichtung 90 kann dieses Problem erkannt werden, so dass der Servomotor 30 sofort abgeschaltet wird und das eventuell stattgefundene Weiterlaufen der Antriebsrolle 32 in die Berechnung der Einschiebtiefe einbezogen werden kann.
Eine der Andrückrollen 36, 38 kann auch als Rollentaster ausgebildet sein, wenn ein Hochdruckschlauch 1 1 mit Markierungen 15 verwendet wird , wie dies in der Figur 3 dargestellt ist. Diese Andrückrolle 36, 38 ist in einer solchen Ausführungsform Bestandteil der Messeinrichtung 40 zur Messung der Einschiebtiefe und ist an die Steuereinrichtung 50 oder die Speicher- und Dokumentationseinrichtung 52 angeschlossen. In den Figuren 7 und 8 sind verschiedene Hindernisse in Form von Verkrustungen 16, 16a, 16b innerhalb der Rohre 4 eingezeichnet. Unter den jeweiligen Rohren 4 ist ein schematisches Diagramm des Drehmomentes D in Abhängigkeit von der Wegstrecke z dargestellt.
Das Drehmoment D des Servomotors 30 ist beim Einschieben des Hochdruckschlauches 11 in das Rohr 4 konstant und steigt sprunghaft an, wenn die am vorderen Ende des Schlauchs 11 angeordnete Austrittsdüse 18 auf ein Hindernis in Form einer Verkrustung 16 trifft. Das Drehmoment wird vorzugsweise mit einer Drehmomentmesseinrichtung 39 erfasst, die im oder am Servomotor 30 angeord- net ist (s. Fig. 6).
Dieser rapide Anstieg ist im Diagramm dargestellt, wobei dieser Anstieg die Einschiebtiefe ZE markiert. Mittels des Hochdruckschlauchs 1 und der Austrittsdüse 18 kann dieses Hindernis nicht beseitigt werden, so dass an dieser Stelle der Reinigungsvorgang des Rohres 4 beendet ist. Aus dem Wert des Drehmoments D ist ablesbar, dass es sich hier um ein unüberwindliches Hindernis handelt. Die entsprechenden Daten, wie Einschiebtiefe zE und Drehmoment D, werden in der Steuereinrichtung 50 bzw. Speicher- und Dokumentationseinrichtung 52 abgespeichert.
In der Figur 8 ist eine andere Situation dargestellt, bei der zwei weniger große Verkrustungen 16a, 16b eingezeichnet sind. Wenn der Hochdruckschlauch 1 1 mit der Austrittsdüse 18 gegen die Verkrustung 16a stößt, steigt das Drehmoment des Servomotors 30 an. Wenn es gelingt, diese Verkrustung 16a aufzulösen, kann der Vorschub des Hochdruckschlauchs 11 fortgesetzt werden, so dass das Drehmoment des Servomotors 30 wieder abfällt bis der Hochdruckschlauch 11 mit der Düse 18 auf das nächste Hindernis in Form der Verkrustung 16b trifft. Wenn auch dort die Verkrustung 16b aufgelöst und beseitigt werden kann, fällt das Drehmoment wieder ab und der Vorschub kann ebenfalls fortgesetzt werden.
Aus dem nur schematisch dargestellten Verlauf der Drehmomentkurve lässt sich somit ablesen, wie stark die Verschmutzung bzw. die Verkrustung 16, 16a, b
innerhalb des Rohres 4 ist. Anhand der Daten Zi und z2 ist dann auch der Ort lokalisierbar, wo genau diese Verschmutzungen aufgetreten sind.
Es lässt sich somit anhand sämtlicher Daten ein dreidimensionales Verschmutzungsprofil des Rohrbündeis 1 erstellen, aus dem der Ort der Verkrustungen 16, 16a, b und der Grad der Verkrustungen bzw. Verschmutzung ablesbar ist.
Ein beispielhafter Ablauf der Reinigung eines Rohrbündels 1 kann wie folgt vonstatten gehen: Die einzelnen Rahmenelemente 6, 7 bzw. 60, 70 werden zusammen mit der oder den Reinigungseinrichtung/en 20 sowie der Steuereinrichtung 50 angeliefert und vor Ort zu einer Reinigungsvorrichtung 5 zusammengebaut. Zunächst wird das erste Rahmenelement 6, 60 an dem Rohrbündel 1 montiert und anschließend wird das zweite Rahmenelement 7, 70 an dem ersten Rahmenelement 6, 60 montiert.
Der Vorteil der Vorrichtung besteht unter anderem darin, dass die Rahmenelemente sowohl an horizontal ausgerichteten Rohrbündeln 1 als auch an vertikal ausgerichteten Rohrbündeln 1 montiert werden kann. Die Vorrichtung 5 ist weitaus flexibler einsetzbar als dies bei Rohrreinigungsvorrichtungen beim Stand der Technik der Fall ist, die beispielsweise auf einem Wagen montiert sind, der vor das zu reinigende Rohrbündel 1 gefahren werden muss, was nur im Fall von horizontal angeordneten Rohrbündeln 1 möglich ist.
Anschließend wir der Winkelversatz ermittelt und der Arbeitsbereich festgelegt. Hierfür werden vier außerhalb des Rohrbündels 1 liegende Eckpunkte eines Vierecks angefahren. Die Stirnseite des Rohrbündels 1 befindet sich dann innerhalb des Arbeitsbereiches, in dem die Reinigungseinrichtung/en 20 verfahren werden kann/können. Wenn es sich um einen erstmaligen Reinigungsvorgang eines Rohrbündels 1
handelt, ist es erforderlich die Geometriedaten in die Steuereinrichtung 50 einzugeben. Wenn diese Geometriedaten der Rohre 4 vom Betreiber oder Hersteiler des Rohrbündels 1 bereitgestellt und dann in die Steuereinrichtung 50 eingegeben worden sind, kann der Reinigungsvorgang nach der Eingabe gestartet werden, wobei der Reinigungsvorgang an einem Referenzrohr 4c beginnt, das manuell angefahren wird. Dies kann z.B. das erste Rohr 4 der ersten Reihe eines Rohrbündels 1 sein. Das Referenzrohr 4c kann auch ein beliebiges Rohr 4 des Rohrbündels 1 sein. Wenn keine Geometriedaten vorliegen, werden mittels eines manuellen Anfahrens der Rohre 4 die Geometriedaten vor Ort ermittelt und vorzugsweise gleichzeitig auch die Rohre 4 gereinigt.
Wenn die Reinigungseinrichtung 20 vor ein Rohr 4 fährt, das mit einem Stopfen verschlossen ist, kann der Hochdruckschlauch 11 nicht in das Rohr 4 einfahren. Es wird diesem Rohr 4 dann eine entsprechende Information zugeordnet, dass der Hochdruckschlauch 11 nicht einfahren konnte. Diese Daten werden anschließend in der Speicher- und Dokumentationseinrichtung 52 abgespeichert.
Wenn der Hochdruckschlauch 1 in das zu reinigende Rohr 4 einfahren kann, gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder der Schlauch kann vollständig bis zum gegenüberliegenden Ende in das Rohr 4 eingeschoben werden. Dann kann die Reini- gung planmäßig erfolgen und dieser Reinigungserfolg wird ebenfalls durch Abspeichern der Rohrdaten und der maximal erreichten Einschiebtiefe dokumentiert.
Wenn das Rohr 4 nur teilweise einfahren kann, erfolgt die Reinigung nicht planmäßig. Es werden die maximal erreichte Einschiebtiefe zE sowie gegebenenfalls die auftretenden Drehmomente ermittelt, so dass weitere Rückschlüsse auf den Grad der Verschmutzung gezogen werden können. Auch diese Daten werden anschließend in der Speicher- und Dokumentationseinrichtung 52 abgelegt.
Wenn es gelingen sollte, die Verschmutzung mittels des eingedrungenen Hoch-
druckschlauches 11 zu beseitigen, wird auch dies abgespeichert und dokumentiert.
Wenn alle Rohre 4 eines Rohrbündels 1 angefahren worden sind, ist der Reinigungsvorgang beendet.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist sichergestellt, dass kein Rohr versehentlich vergessen wird, wie dies bei einer herkömmlichen manuellen Reinigung der Rohre der Fall sein kann. Wenn mehrere Hochdruckschläuche 1 1 gleichzeitig zum Einsatz kommen, wird die Reinigungszeit noch einmal verkürzt. Ein Verfahren der Reinigungseinrichtung 20 findet immer erst dann statt, wenn alle Hochdruckschläuche 1 1 ihre angefahrenen Rohre 4 verlassen haben. Insbesondere dann, wenn z.B. einer der Hochdruckschläuche 11 vorzeitig aus dem Rohr wegen eines nicht überwindbaren Hindernisses herausgefahren worden ist, muss auf den oder die anderen Hochdruckschläuche 11 gewartet werden, die eine vollständige Reinigung ihres/ihrer Rohre durchführen können.
Bezugszeichenliste
1 Rohrbündel
2 Flanschbereich, Flansch
3 Befestigungsöffnungen
4 Rohr
4a, b, c Rohr
5 Reinigungsvorrichtung
6 horizontales Rahmenelement
6a Doppelpfeil
7 vertikales Rahmenelement
7a Doppelpfeil
8 Aufiagerpunkt
9 Traggestell
10 Vortriebseinrichtung 1 Hochdruckschlauch
12 Schlauchführung
13 Doppelpfeil
14 Sensoren
15 Markierungen
16 Verkrustung
16a, b Verkrustung
18 Austrittsdüse
20 Reinigungseinrichtung
25 Verschiebeeinrichtung
30 Servomotor
32 Antriebsrolle
33 Übertragungselement
34 Antriebsrolle
36 Andrückrolle
37 Öffnung
38 Andrückrolle
39 Einrichtung zur Messung des Drehmomentes
40 Messeinrichtung
44 Rollensensor
46 Sensorhalterung
50 Steuereinrichtung
52 Speicher- und Dokumentationseinrichtung
54 Fernbedienung
60 erstes Rahmenelement
62a, b Befestigungsmitte! zweites Rahmenelement
Antriebseinrichtung
Antriebseinrichtung
80 Parallele
82 Rohrreihe
90 Schlupfüberwachungseinrichtung