Beschreibung
Energietechnische Komponente, insbesondere Vakuumschaltröhre Die Erfindung betrifft eine Komponente gemäß dem Oberbegriff des Hauptanspruchs und eine entsprechende Verwendung gemäß dem Nebenanspruch.
Komponenten der Mittel- und Hochspannungstechnik, insbesonde- re Vakuumschaltröhren, sind großen elektrischen Spannungen ausgesetzt, die sich innerhalb kleiner Zeiträume stark ändern können. Es ergeben sich bei einem Betrieb unterschiedliche Anforderungen an eine Spannungsfestigkeit zum Beherrschen hoher Blitzstoßspannungen mit stark transienten Schaltflanken, von großen Nennspannungen und von großen so genannten Nenn- stehwechselspannungen mit relativ großen Belastungszeitdauern .
Eine Spannungsfestigkeit wird herkömmlicherweise dadurch be- reitgestellt, dass insbesondere im oberen Mittelspannungsbe¬ reich und im Hochspannungsbereich beispielsweise Vakuumschaltröhren mit multiplen Keramiken als Isolatoren eingesetzt werden, deren Länge durch empirische Auslegung derart dimensioniert wird, dass die Schaltröhre als Ganzes alle an sie gestellten Anforderungen erfüllt. Die Keramiken bestehen dabei aus hochisolierenden keramischen Werkstoffen, wie es beispielsweise Aluminiumoxid ist. Durch die Verwendung von meist einheitlichen Keramiken muss damit die Keramiklänge da¬ mit so dimensioniert werden, dass diese ebenso beim ungüns- tigsten Fall an der am stärksten belasteten Stelle der Vakuumschaltröhre die maximal auftretende Feldstärke beherrschen muss. Dies hat zur Folge, dass die Keramiken zum Teil überdi¬ mensioniert sind, das heißt, die Schaltröhren sind größer, schwerer und teurer als gewünscht.
Die EP 1 290 707 Bl offenbart eine Vakuumschaltröhre mit ei¬ nem Gehäuse, das zwei als Axial-Magnetfeld-Kontakte ausgebil¬ dete Kontaktstücke umgibt, und das einen ersten
Keramikisolator und einen axial dazu angeordneten zweiten Keramikisolator gleichen Durchmessers aufweist, wobei jeder Keramikisolator einen Stromzuführungsbolzen umgibt und die beiden Keramikisolatoren untereinander stirnseitig über ein als Schaltkammer ausgebildetes, zwischengefügtes Metallteil vakuumdicht miteinander verbunden sind, wobei dem ersten und dem zweiten Keramikisolator jeweils ein weiterer, gleichartiger Keramikisolator axial und unmittelbar benachbart zugeordnet ist.
Die DE 10 2010 005466 B3 offenbart eine Vakuumschaltröhre mit einem Gehäuse, welches zwei bezüglich einer Mittenebene sym¬ metrisch angeordnete und ausgebildete
Isolierstoffgehäusebereiche aufweist, wobei jede der beiden Isolierstoffgehäuse mehrere Isolierstoffgehäuseteile umfasst, und wobei zwischen jeweils benachbarten
Isolierstoffgehäuseteilen sowie Isolierstoffgehäuseteil und jeweils benachbarten weiteren Gehäuseteilen sich ins Innere der Vakuumschaltröhre erstreckende Schirmelemente angeordnet sind, mit verbesserten dielektrischen Eigenschaften bei gleichzeitigem materialsparenden Aufbau auszubilden, wird vorgeschlagen, dass geometrische Abmessungen der Schirmelemente in Abhängigkeit von einer anliegenden Spannung und einer zwischen benachbarten Schirmen möglichen kritischen Feld- stärke bestimmt sind.
Es ist Aufgabe der Erfindung die Spannungsfestigkeit von elektrotechnische Komponenten, insbesondere der Mittel- und Hochspannungstechnik, insbesondere von Vakuumschaltröhren, die im Englischen als „vacuum interrupter" bezeichnet und insbesondere als Mittel- und Hochspannungsschalter verwendet werden, bei minimaler Baugröße und minimalen Herstellungskos¬ ten im Vergleich zum Stand der Technik zu vergrößern. Es sollen Überdimensionierungen von Bauteilen vermieden werden.
Diese Anforderungen werden dadurch verschärft, dass beispielsweise Vakuumschaltröhren zwar oft weitgehend symmet¬ risch zu einer, insbesondere gedachten, Mittelebene der Röhre
aufgebaut sind, um die Zahl unterschiedlicher Bauteile und die Komplexität des Aufbaus zu minimieren. Die tatsächliche reale Umgebung der Röhre verzerrt jedoch im Betrieb das elektrische Feld im Allgemeinen stark, so dass Teilbereiche der Röhre wesentlich stärker elektrisch belastet sind, und zwar im Sinne einer hohen mittleren elektrischen Feldstärke. Die Aufgabe wird durch eine Komponente, insbesondere der Mit¬ tel- und Hochspannungstechnik, gemäß dem Hauptanspruch und eine Verwendung gemäß dem Nebenanspruch gelöst.
Gemäß einem ersten Aspekt wird eine elektrotechnische Kompo¬ nente, insbesondere der Mittel- und Hochspannungstechnik, insbesondere eine Vakuumschaltröhre für Mittel- und Hochspan¬ nungsschalter vorgeschlagen, die zur elektrischen Isolation mindestens eine Keramik aufweisen, auf der auf mindesten einer Oberfläche eine leitfähige Schicht zur Einprägung mindes¬ tens eines räumlichen Flächenwiderstandsverlaufs ausgebildet ist, wobei ein lokaler Wert des elektrischen Flächenwiderstandes an einer Position eines mittels der leitfähigen
Schicht ausgebildeten Widerstandsbelags der Keramik in Abhängigkeit jeweils von einem lokalen Maximalwert einer elektrischen Feldstärke einer infolge eines bei einem Betrieb der Komponente an der Position erzeugten elektrischen Feldes bewirkten dielektrischen Belastung der Keramik geschaffen ist.
Es ist erkannt worden, dass es vorteilhaft ist, Keramiken zu verwenden, die insbesondere auf deren Außenseite mit einer Beschichtung aus einer leitfähigen Schicht versehen sind, welche geeignet ist, eine Potential- und Feldverteilung der Keramik so zu steuern, dass Feldstärkeüberhöhungen abgebaut beziehungsweise vermieden werden, wodurch die Keramik besser an auftretende elektrische Feldstärken angepasst werden kann. Beispielsweise können im Vergleich zum Stand der Technik kürzere und kostengünstigere Keramiken verwendet werden.
Hierbei wird der interne Stand der Technik gemäß der zum An¬ meldezeitpunkt dieser Anmeldung noch nicht offengelegten Patentanmeldung DE 10 2014 213944.9 auf folgende erfinderische
Weise weiterentwickelt. Gemäß diesem internen Stand der Tech¬ nik wird eine resistive, aber leitfähige Beschichtung als ei¬ ne leitende Verbindung zwischen zwei Leiterelementen vorgeschlagen, wobei ein Flächenwiderstand lediglich in Abhängig- keit von einer Position 1 in einer Erstreckungsrichtung variiert wird.
Es kann eine Anpassung an unterschiedliche Anforderungen an eine Spannungsfestigkeit beispielsweise bei großen Blitzstoß- Spannungen mit stark transienten Schaltflanken, insbesondere mit Anstiegszeiten von 1,2 ys und exponentiell abfallenden Rückflanken mit Zeitkonstanten von 50 ys, bei Nennspannungen mit 50 Hz oder 60 Hz Grundfrequenz mit harmonischen Anteilen bis in den KHz- Bereich, bei sogenannten Nennstehwechselspan- nungen bei 50 Hz oder 60 Hz mit Amplituden bis zum Doppelten der Nennspannungsamplitude bei Belastungsdauern bis zu einer Minute mittels des erfindungsgemäß eingeprägten Widerstands¬ belags einer Keramikbeschichtung ausgeführt werden. Gemäß einem zweiten Aspekt wird die Verwendung einer elektro¬ technischen Komponente, insbesondere der Mittel- und/oder Hochspannungstechnik, insbesondere eine Vakuumschaltröhre für Mittel- und Hochspannungsschalter vorgeschlagen, die zur elektrischen Isolation mindestens eine Keramik aufweist, auf der auf mindestens einer Oberfläche eine leitfähige Schicht zur Einprägung mindestens eines räumlichen Flächenwiderstandsverlaufs ausgebildet ist, zum elektrischen Isolieren von elektrischen Spannungen, insbesondere von Mittel- und/oder Hochspannungen, insbesondere im Bereich von ca. 24 KV bis 52 KV.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen werden in Verbindung mit den Unteransprüchen beansprucht. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung kann entlang eines unteren Bereichs einer relativ kleinen elektrischen Feldstärke der elektrische Flächenwiderstand mit einem relativ großen konstanten Wert geschaffen sein, wobei der elektrische Flä-
chenwiderstand entlang eines mittleren Bereichs einer relativ mittleren Feldstärke nichtlinear, insbesondere exponentiell , sich bis zu einem relativ kleinen Wert verkleinernd geschaf¬ fen sein kann und entlang eines oberen Bereichs einer relativ großen elektrischen Feldstärke konstant bei dem relativ kleinen Wert geschaffen sein kann.
Infolge eines beispielsweise zu herkömmlichen
Varistorkennlinien flacheren Verlaufs des dynamischen elekt- rischen Widerstands in Abhängigkeit von einer elektrischen Spannung kann eine einfache und genaue Anpassung über große Wertebereiche des dynamischen elektrischen Widerstands und der elektrischen Spannung ausgeführt werden. Es ergeben sich überraschend besonders vorteilhafte Feldsteuereigenschaften, mit denen eine räumliche Verteilung von elektrischen Feldern gezielt, einfach und genau beeinflusst und damit gesteuert werden kann. Eine Anpassung kann auf reale Umgebungen mit beispielsweise verzerrten elektrischen Feldern einfach und genau erfolgen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann entlang des mittleren Bereichs der elektrische Flächenwiderstand ent¬ sprechend der Formel
RFl = 1/K x £1_a zu dem relativ kleinen Wert sich verkleinernd geschaffen sein, wobei RFi der elektrische Flächenwiderstand, K eine von der Geometrie der Komponente abhängige Konstante, E die Stär¬ ke des sich entlang einer Keramik erstreckenden elektrischen Feldes und a ein Exponent ist.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann der Exponent a einen Wert zwischen ca. 4 und ca. 6, insbesondere zwischen ca. 4 und ca. 5 aufweisen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann entlang des unteren Bereichs mit Feldstärken von lV/mm bis ca.
20V/mm, insbesondere bis <10V/mm, der relativ große konstante Wert des elektrischen Flächenwiderstands ein Wert zwischen ca. lO-LO und 10^3 ohm/Einheitsquadrat , insbesondere zwischen ca. 1011 und ca. 1()10 Ohm/Einheitsquadrat, sein.
Ein Einheitsquadrat kann beispielsweise dadurch definiert sein, dass ein von außen betrachteter Einheitsquader des Widerstandsbelages an der Oberfläche des Widerstandsbelags ein Einheitsquadrat bildet, dessen Seiten in Richtung oder senk- recht zu der Richtung von Feldlinien eines relevanten elektrischen Feldes orientiert sind. Entsprechend wird eine Ver¬ größerung der senkrechten Seiten durch die Vergrößerung der parallelen Seiten dahingehend kompensiert, dass der Flächen¬ widerstand ihn Ohm pro Einheitsquadrat gleich bleibt. Damit ist ein Flächenwiderstand in Ohm pro Einheitsquadrat in einer homogenen leitfähigen Schicht unabhängig von der Größe des Einheitsquadrats immer konstant. Entsprechend hat dieser spe¬ zifische Flächenwiderstand lediglich die Einheit Ohm pro Ein¬ heitsquadrat beziehungsweise Ohm pro Square. Weitere Informa- tionen zur Bereitstellung eines Widerstandsbelages sind der Offenlegungsschrift zur Patentanmeldung DE 10 2014 213944.9 zu entnehmen.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung können im mittleren Bereich Feldstärken > ca. 10V/mm, insbesondere > ca. 20V/mm und < ca. 2000V/mm, insbesondere < ca. 1000 V/mm, insbesondere < ca. 500 V/mm den Werten des elektrischen Flä¬ chenwiderstands zugeordnet werden. Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann entlang des oberen Bereichs mit Feldstärken von > ca. 500V/mm, insbesondere > ca. 800V/mm, insbesondere > ca. 1000 V/mm, insbe¬ sondere > ca. 2000V/mm, der relativ kleine konstante Wert des elektrischen Flächenwiderstands ein Wert zwischen ca. 10^ und 10^ Ohm/Einheitsquadrat, insbesondere zwischen ca. 2x10^ und
6x10^ Ohm/Einheitsquadrat, sein.
Es ist erkannt worden, dass eine Beschichtung mit einem nichtlinearen spezifischen Widerstand von typisch 10^ bis 10^2 ohm/Einheitsquadrat im Bereich niedriger Feldstärken <100V/mm und typisch 10^ bis 10^ Ohm/Einheitsquadrat im Be- reich hoher Feldstärken >500V/mm besonders vorteilhaft sind, da hier ebenso im Bereich einer entsprechenden Nennstehwech- selspannung die thermische Belastung infolge einer Erwärmung der Widerstandsschicht beziehungsweise des Widerstandsbelages noch im zulässigen Bereich liegt, die Feldstärkeüberhöhungen entlang der Keramik aber optimal abgebaut werden. Bei Schichten im genannten Bereich werden zudem die Feldstärken im Bereich von Tripelpunkten stark abgebaut, so dass die Feldemis¬ sionszentren von Elektronen, welche zur Auslösung von Durchschlägen führen, stark unterdrückt werden können.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann der Wert des elektrischen Flächenwiderstandes des Widerstandsbe¬ lags bei einer konstanten spezifischen Leitfähigkeit des Widerstandsbelages proportional mit einer Länge der Keramik eingestellt werden. Das heißt, es können einheitliche Kerami¬ ken verwendet werden, wobei bei einer konstanten spezifischen Leitfähigkeit der Widerstandsschicht lediglich die Längen der Keramiken variiert werden. Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann die
Länge einer jeweiligen Keramik bei Verwendung einer konstanten spezifischen Leitfähigkeit für einheitliche Keramiken die jeweilige Keramik jeweils genau an die dielektrische Belas¬ tung angepasst werden, so dass auf einfache Weise Überdimen- sionierungen vermieden werden können.
Die Keramiken sind dann im Mittel kürzer und damit kostengünstiger . Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann der
Wert des elektrischen Flächenwiderstandes des Widerstandsbe¬ lags alternativ oder kumulativ mittels der Leitfähigkeit des Widerstandsbelags eingestellt werden.
Die Leitfähigkeit der Keramikbeschichtung kann für die unterschiedlichen Keramiken unterschiedlich gewählt werden. Dabei kann die Länge der Keramiken konstant beibehalten werden.
Gemäß den vorteilhaften Ausgestaltungen können elektrotechnische Komponenten, insbesondere Vakuumschaltröhren, beispielsweise für den Hochspannungsbereich, besonders kompakt und be¬ triebssicher aufgebaut werden, wobei zusätzlich zu den Kosten der Komponente ebenso Systemkosten, beispielsweise eines
Hochspannungsschaltgerätes beziehungsweise einer Hochspan¬ nungsschaltanlage, minimiert werden können.
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann der Wert des elektrischen Flächenwiderstandes des Widerstandsbe- lags mittels der Dicke des Widerstandsbelages einstellbar sein .
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann eine Mehrzahl, insbesondere >2, von diskreten hohlzylindrischen Keramiken elektrisch miteinander verschaltet sein und der jeweilige Wert des elektrischen Widerstandes des mittels der leitfähigen Schicht ausgebildeten Widerstandsbelages der je¬ weiligen Keramik an die jeweils wirkende Feldstärke angepasst sein .
Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann die Mehrzahl von hohlzylinderförmigen Keramiken elektrisch in Serie miteinander verschaltet sein und äußere Keramiken der Serie können in Relation zu inneren Keramiken der Serie einen kleineren Wert des elektrischen Widerstands des Widerstands¬ belages aufweisen. Es ist vorteilhaft, wenn der Widerstands¬ belag der einzelnen Keramiken derart variiert geschaffen ist, dass eine Potentialverteilung über die Länge einer Röhre gezielt gesteuert werden kann, indem ein Widerstandsbelag an den endständigen Keramiken, die im Allgemeinen am stärksten elektrisch belastet sind, am niedrigsten ist und bei den dazwischenliegenden Keramiken erhöht ist.
Besonders vorteilhaft ist die Verwendung der elektrotechnischen Komponente als Vakuumschaltröhre, insbesondere mit vier oder mehr Keramikisolatoren, sowie ebenso bei Röhren im oberen Mittelspannungsbereich, das heißt, typischerweise 24KV bis 52KV Nennspannung.
Die Erfindung wird anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit den Figuren näher beschrieben. Es zeigen Figur 1 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
elektrotechnischen Komponente;
Figur 2 eine Darstellung zum Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen elektrotechnischen Komponente;
Figur 3 ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Verwendung .
Figur 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen elektrotechnischen Komponente 1. Figur 1 zeigt in Form einer Prinzipskizze das Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Schaltvorrichtung 1, die hier eine Vakuumschaltröhre ist. Ein hier aus zwei röhrenförmigen Keramikteilen, also Isolatoren 2, zusammengesetztes Gehäuse 3 wird durch metallene Kappen 4 abgeschlossen und definiert eine Schaltkammer 5, in die zwei beispielsweise als Bolzen ausgebildete Leiterelemente 6 mit Kontakten 7 geführt sind. Das in Figur 1 untere der Leiterelemente 6 ist gemäß dem Pfeil 8 und der angedeuteten Bewe¬ gungsrichtung 9 beweglich ausgestaltet und kann entlang einer Achse 10 der Leiterelemente 6, welche auch die Symmetrieachse der Schaltvorrichtung 1 bildet, verschoben werden, um die Kontakte 7 in Kontakt zu bringen oder zu beabstanden, wobei vorliegend ein geöffneter Zustand der Schaltvorrichtung 1 gezeigt ist. Aufgrund der Beweglichkeit des unteren Leiterele¬ mentes 6 ist dieses über einen Metallbalg 11 an die Metall¬ kappe 4 angekoppelt. Auf beiden Seiten sind also die Metall¬ kappen 4 leitend mit den Leiterelementen 6 verbunden.
Um beispielsweise beim Öffnen der Schaltvorrichtung 1 entsprechende Metalldämpfe nicht auf die innere Oberfläche des Isolators 2, hier Keramik, kommen zu lassen, ist vorliegend in der Schaltkammer 5 ein metallenes Schirmelement 12 als ein Dampfschirm im Kontaktierungsbereich vorgesehen. Dieses
Schirmelement 12 sorgt nun jedoch auch für eine Verzerrung des elektrischen Feldes, so dass in einem Bereich 13 hinter den Schirmelementen ein geringeres elektrisches Feld im Be¬ trieb vorliegen würde, als in den Bereichen 14, wo sich bei- spielsweise Ladungen ansammeln können und somit für weitere Feldverzerrungen sorgen können, die die Funktionsfähigkeit der Schaltvorrichtung 1 in Frage stellen könnten. Um dem entgegenzuwirken, ist die Außenseite des Isolators 2 und mithin des Gehäuses 3 im Bereich des Isolators 2, mit einer
resistiven Beschichtung 15 versehen, die die gesamte Außenoberfläche des Isolators 2 überdeckt und auf beiden Seiten der Schaltvorrichtung 1 leitend die Kappen 4 kontaktiert, beispielsweise mittels einer Lötverbindung oder dergleichen. Mithin ist durch die resistive, aber leitfähige Beschichtung 15 eine leitende Verbindung zwischen den Leiterelementen 6 gegeben, so dass zwar ein geringer Fehlerstrom entsteht, der aber aufgrund eines hohen Widerstands der Beschichtung 15 nicht wesentlich ist, jedoch zur Feldangleichung und zum Abtransport von Oberflächenladungen beiträgt. Das heißt, ein lokaler Wert des elektrischen Flächenwiderstandes an einer Position des Mittels der Beschichtung beziehungsweise der leitfähigen Schicht 15 ausgebildeten Widerstandsbelags der Keramik wird hier an den jeweils von einem lokalen Maximalwert einer elektrischen Feldstärke einer infolge eines beim Betrieb der Komponente an der Position erzeugten elektrischen Feldes bewirkten dielektrischen Belastung der Keramik gezielt angepasst .
Figur 2 zeigt eine Darstellung zum Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen elektrotechnischen Komponente gemäß Figur
1. Figur 2 zeigt welcher lokaler elektrischer Flächenwiderstand RF]_ in Abhängigkeit von der dort wirkenden elektrischen
Feldstärke ausgewählt und geschaffen werden sollte. Die
Rechtswertachse zeigt das belastende elektrische
Feld E mit der Einheit V/mm. Die Hochwertachse zeigt einen jeweiligen elektrischen Flächenwiderstand RF]_ mit der Einheit Ohm pro Einheitsquadrat. Die erfindungsgemäß vorteilhaft vor¬ geschlagene Form der Widerstands-Feldstärke-Kennlinie der Be- schichtung beziehungsweise leitfähigen Schicht 15 hat in der gemäß Figur 2 dargestellten doppelt logarithmischen Darstellung, eine Z-Form. Die Darstellung gemäß Figur 2 zeigt eine lineare Darstellung von Exponenten. Die Darstellung zeigt den spezifischen Widerstand in Ohm pro Einheitsquadrat einer nichtlinearen leitfähigen Schicht 15 als Funktion der Feldstärke bei einer konstanten Schichtdicke. Für Feldstärken unterhalb von etwa 10V/mm bis 50V/mm sind spezifische Schichtwiderstände im Bereich von loio
Ohm/Einheitsquadrat bis 1013 ohm/Einheitsquadrat günstig, besonders vorteilhaft sind Widerstände im Bereich von 10^ Ohm/Einheitsquadrat bis 10^-2 ohm/Einheitsquadrat. In diesem Bereich ist der Schichtwiderstand weitestgehend unabhängig von der Feldstärke.
Im Feldstärkenbereich von typisch 20V/mm bis etwa
500... lOOOV/mm folgt der Strom einem exponentiellen Verlauf entsprechend folgender Formeln:
(1) / = KEa
(2) R = l/Kx EU1'" mit einem Exponenten a von typisch 4 bis 6, vorzugsweise im Bereich 4 bis 5, worin I der Strom ist, E die elektrische Feldstärke, K eine geometrieabhängige Konstante und a ein Nichtlinearitätsexponent . Im Vergleich zu bekannten
Varistorkennlinien fällt die Charakteristik der hier beanspruchten Schichten somit sehr viel flacher aus als in her- kömmlichen Varistorkennlinien, so dass in überraschender Weise besonders vorteilhafte Feldsteuereigenschaften bereitge-
stellt werden. Ein erzeugter Widerstand ist damit an die je¬ weilige Spannungsfestigkeit angepasst und ist auf diese Weise nicht zu groß. Es können große Dauerbetriebsspannungen beherrscht werden.
Ebenfalls im Gegensatz zu herkömmlichen nichtlinearen Be- schichtungen mit Varistorkennlinie, beispielsweise Beschich- tungen mit Zinkoxid oder Siliziumkarbidfüllern, wird bei den hier beanspruchten Schichten mit dotiertem Zinn(II)oxid und vergleichbaren Füllstoffen bei Feldstärken oberhalb etwa
800...1000 V/mm der Widerstand wiederum weitgehend unabhängig von der Feldstärke gefordert, das heißt, er nimmt mit weiter zunehmender Feldstärke nicht weiter ab. Der für hohe Feld¬ stärken >2000V/mm asymptotisch erreichte Widerstandsgrenzwert liegt vorteilhafterweise im Bereich 10^ bis 10^
Ohm/Einheitsquadrat, vorzugsweise im Bereich (2-6) X 10^ Ohm/Einheitsquadrat .
Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Verwendung. Die Verwendung Ve erfolgt für eine elektrotechnische Komponente, insbesondere der Mittel- und/oder Hochspan¬ nungstechnik, insbesondere für eine Vakuumschaltröhre für Mittel- und/oder Hochspannungsschalter, die zur elektrischen Isolation mindestens eine Keramik aufweisen, auf der auf min- destens einer Oberfläche eine leitfähige Schicht zur Einprä- gung mindestens eines räumlichen Flächenwiderstandsverlauf ausgebildet ist, zum elektrischen Isolieren von elektrischen Spannungen, insbesondere von Mittel- und/oder Hochspannungen, insbesondere im Bereich von ca. 24KV bis 52KV.