Primärkreisvorrichtung, Sekundärkreisvorrichtung und System zum induktiven Laden
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft das technische Gebiet des induktiven Ladens. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung eine Sekundärkreisvorrichtung, eine Primärkreisvorrichtung, System zum induktiven Laden, ein Verfahren zur Energieversorgung mit der
Sekundärkreisvorrichtung, ein Verfahren zur Energieübertragung mit einer
Primärkreisvorrichtung und ein Verfahren zum Testen der Sekundärkreisvorrichtung.
Hintergrund der Erfindung
Zum elektrischen Laden eines reinen Elektrofahrzeugs (EV, Electric Vehicle) oder eines Hybridfahrzeugs (PHEV, Plug-in Hybrid-Electric Vehicle), welches mit einer Kombination aus Treibstoff und elektrischer Energie betrieben wird, kann ein System für die induktive Energieübertragung genutzt werden, wenn das Laden kontaktlos erfolgen soll. In einem solchen System wird ein magnetisches Wechselfeld im Frequenzbereich von 25...150kHz erzeugt. Dabei muss beachtet werden, dass außerhalb dieses Frequenzbandes die Grenzwerte für die Emission elektromagnetischer Wellen durch international gültige Normen festgelegt sind. Denn obwohl prinzipiell ein Magnetfeld zur Energieübertragung genutzt wird, handelt es sich jedoch aufgrund der Tatsache, dass sich das Magnetfeld ändert inhärent um eine elektromagnetische Welle. Wegen der langsamen
Veränderungen der Feldstärken weist die beim induktiven Laden genutzte
elektromagnetische Welle allerdings eine Wellenlänge von mehreren Kilometern auf.
Um diese Grenzwerte für die Emission einzuhalten ist darauf zu achten, dass das zur Energieübertragung genutzte magnetische Wechselfeld mit einer Grundschwingung im Bereich 25...150kHz arbeitet und nur sehr geringe Oberwellen enthält. Daher kommen Filter zum Einsatz, die störende Oberwellen möglichst entfernen. Außerdem muss, um die international gültigen Normen und Richtlinien einzuhalten, dafür gesorgt werden, dass
eine Energieübertragung nur dann erfolgt, wenn eine bestimmte Qualität der Kopplung zueinander erreicht ist, indem eine bestimmte Ausrichtung der Koppelelemente
zueinander eingestellt wird, beispielsweise durch ein Positionierungssystem wie beispielsweise in der Druckschrift EP 3 103 674 A1 beschrieben ist.
Die Druckschrift EP 2 868 516 A1 beschreibt ein Verfahren zur Regelung der zwischen zwei Resonatoren eines Systems zur kontaktlosen Energieübertragung übertragenen Energie.
Als Koppelelement für die Energieübertragung wird auf der stationären Seite eine GPM (Ground Pad Module) mit einer Primärspule und fahrzeugseitig ein CPM (Car Pad Module) mit einer Sekundärspule genutzt. GPM und CPM bilden für die Koppelung und
Energieübertragung einen Transformator. Die physikalische Ausrichtung der
Koppelelemente zueinander wird über ein Positioniersignal z.B. WLAN (Wireless Local Area Network) gemessen und eingestellt. Für die Energieübertragung und die
Übertragung des Positionierungssignals kommen unterschiedliche Übertragungsstrecken und unterschiedliche Übertragungstechniken zum Einsatz.
Allerdings könnte die Energieübertragung durch den Verlust einer Last an der
Sekundärseite gestört werden.
Es mag als eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen werden, eine effektive Übertragung von Energie zu ermöglichen.
Zusammenfassung der Erfindung
Dementsprechend wird eine Sekundärkreisvorrichtung, eine Primärkreisvorrichtung, ein System zum induktiven Laden, ein Verfahren zur Energieversorgung mit der
Sekundärkreisvorrichtung, ein Verfahren zur Energieübertragung mit einer
Primärkreisvorrichtung angegeben und ein Verfahren zum Testen der
Sekundärkreisvorrichtung angegeben.
Der Gegenstand der Erfindung wird von den Merkmalen der unabhängigen
Patentansprüche angegeben. Ausführungsbeispiele und weitere Aspekte der Erfindung werden von den abhängigen Ansprüchen und der folgenden Beschreibung angegeben.
Gemäß einem Aspekt der Erfindung wird eine Sekundärkreisvorrichtung oder eine Sekundärschaltkreisanordnung angegeben, welche eine Sekundärspule zum Senden und/oder Empfangen einer magnetischen Energie eines Magnetfeldes und zum Wandeln der magnetischen Energie in eine elektrische Energie, eine Gleichrichteeinrichtung zum Gleichrichten der elektrischen Energie und eine sekundärseitige Detektionseinrichtung aufweist. Die Sekundärspule ist mit der Gleichrichteeinrichtung über eine
Energieleiteinrichtung verbunden und die Energieleiteinrichtung ist zum Übertragen einer elektrischen Wirkenergie und einer elektrischen Blindenergie eingerichtet. Insbesondere ist die Energieleiteinrichtung zwischen der Sekundärspule und der Gleichrichteeinrichtung angeordnet. Die Sekundärspule kann in einem Beispiel zumindest teilweise der
Energieleiteinrichtung zugeordnet werden. Die Energieleiteinrichtung ist mit einem Eingang der Gleichrichteeinrichtung verbunden und die Gleichrichteeinrichtung weist einen Ausgang zum Bereitstellen der elektrischen Wirkenergie als Spannung und/oder Strom auf. Ferner ist die sekundärseitige Detektionseinrichtung mit dem Eingang und/oder dem Ausgang der Gleichrichteeinrichtung verbunden, um eine Überspannung der Spannung an dem Eingang und/oder dem Ausgang der Gleichrichteeinrichtung und/oder um ein äußeres Magnetfeld zu erkennen, und die sekundärseitige Detektionseinrichtung ist eingerichtet, beim Erkennen der Überspannung an dem Eingang und/oder dem
Ausgang der Gleichrichteeinrichtung die Energieleiteinrichtung und/oder das Magnetfeld zu beeinflussen, um die Übertragung der elektrischen Wirkenergie zu begrenzen.
Die Übertragung kann im Wesentlichen durch zwei Maßnahmen begrenzt werden.
Einerseits kann die Quelle, beispielsweise auf der Primärseite, abgeschaltet werden. Andererseits kann auch eine Übertragungsstrecke, beispielsweise die
Energieleiteinrichtung, so beeinflusst werden, dass die Menge der transportierten Energie reduziert wird, beispielweise durch eine Dämpfung. Verschiedene weitere Maßnahmen sind möglich und können in einer beliebigen Anzahl miteinander kombiniert werden.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine
Primärkreisvorrichtung beschrieben, welche eine Energieerzeugungseinrichtung zum Bereitstellen von elektrischer Energie als elektrische Wirkleistung und/oder elektrische Blindenergie und eine Primärspule zum Wandeln der elektrischen Energie in eine magnetische Energie aufweist. Die Energieerzeugungseinrichtung ist mit der Primärspule verbunden und die Primärspule ist zum Senden und/oder Empfangen der magnetischen Energie eingerichtet. Die Energieerzeugungseinrichtung ist ferner dazu eingerichtet, aus einer empfangenen magnetischen Energie ein Kommando, ein Signal und/oder eine Blindenergie zu extrahieren und aus dem empfangenen Kommando, Signal und/oder aus der empfangenen Blindenergie einen Steuerbefehl abzuleiten, um eine Größe der bereitgestellten Energie zu verändern oder um die Bereitstellung der Energie im
Wesentlichen vollständig zu unterbinden. Das Signal kann beispielsweise eine
Magnetfeldschwankung, ein Magnetfeldanstieg, eine Stromschwankung und/oder eine Spannungsschwankung sein. Bei dem Kommando kann es sich um einen über eine Funkstrecke übertragenen Befehl handeln, beispielsweise mittels eines WLAN Systems. Auch könnte das Signal und/oder Kommando mittels eines Positionierungssignals übertragen werden, welches ebenfalls eine Magnetfeldschwankung nutzt, jedoch in einem anderen Frequenzbereich liegt, als das Magnetfeld, welches für die Energieübertragung genutzt wird. Das Positioniersignal mag ein physikalisches Signal sein, welches in einer bei einer Energieübertragung genutzten Richtung entgegengesetzten Richtung
ausgesendet wird. Ein Positionierungssignal mag in einem Beispiel ausgesendet werden, wenn eine CPM gegenüber einer GPM ausgerichtet wird und noch keine
Energieübertragung stattfindet. Das Kommando, Signal und/oder die Energie mag von der Sekundärkreisvorrichtung generiert und ausgesendet werden. Es mag jedoch auch möglich sein, das Kommando, Signal und/oder die Energie in entgegengesetzter Richtung auszusenden, nicht mehr aufzunehmen oder zu reflektieren, insbesondere wenn die Funktionstüchtigkeit der Sekundärkreisvorrichtung getestet werden soll.
Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein System zum induktiven Laden angegeben, welches eine Car-Pad-Modul-Einrichtung mit der
Sekundärkreisvorrichtung und eine Ground-Pad-Modul-Einrichtung mit der
Primärkreisvorrichtung aufweist, wobei die Car-Pad-Modul-Einrichtung und die Ground- Pad-Modul-Einrichtung über ein Magnetfeld koppelbar sind. Im gekoppelten Zustand
bilden die Car-Pad-Modul-Einrichtung und die Ground-Pad-Modul-Einrichtung ein lose gekoppeltes System, d.h. ein System das jederzeit getrennt werden kann, beispielsweise wenn sich die Car-Pad-Modul-Einrichtung gegenüber der Ground-Pad-Modul-Einrichtung oder umgekehrt bewegt.
Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur
Energieversorgung mit einer Sekundärkreisvorrichtung beschrieben, welches das Senden und/oder Empfangen einer magnetischen Energie eines Magnetfeldes und Wandeln der magnetischen Energie in eine elektrische Energie mit einer Sekundärspule aufweist. Weiter weist das Verfahren das Übertragen einer elektrischen Wirkenergie und einer elektrischen Blindenergie mit einer Energieleiteinrichtung an einen Eingang einer
Gleichrichteeinrichtung und das Gleichrichten der elektrischen Energie mit der
Gleichrichteeinrichtung auf, sowie das Bereitstellen der elektrischen Wirkleistung als Spannung und/oder Strom an einem Ausgang der Gleichrichteeinrichtung. Das Verfahren sieht außerdem vor, eine Überspannung an dem Eingang und/oder an dem Ausgang der Gleichrichteeinrichtung und/oder ein äußeres Magnetfeld mit einer Detektionseinrichtung zu erkennen und die Energieleiteinrichtung und/oder des Magnetfelds mit der
sekundärseitigen Detektionseinrichtung zu beeinflussen, wenn die Überspannung an dem Eingang und/oder an dem Ausgang der Gleichrichteeinrichtung erkannt wird, um die Übertragung der elektrischen Wirkenergie zu begrenzen.
Die Überspannung mag auftreten, wenn die Spannung am Ausgang der
Gleichrichteeinrichtung und/oder am Eingang der Gleichrichteeinrichtung einen
vorgebbaren Grenzwert übersteigt.
Gemäß noch einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zur Energieübertragung mit einer Primärkreisvorrichtung beschrieben, wobei das Verfahren das Bereitstellen von elektrischer Energie als elektrische Wirkleistung und/oder elektrische Blindenergie mit einer Energieerzeugungseinrichtung und das Wandeln der elektrischen Energie in eine magnetische Energie mit einer Primärspule aufweist. Ferner sieht das Verfahren das Senden und/oder Empfangen der magnetischen Energie mit der Primärspule, das Extrahieren eines Kommandos, eines Signals und/oder einer
Blindenergie mit der Energieerzeugungseinrichtung und das Ableiten eines Steuerbefehls,
aus dem empfangenen Kommando und/oder der empfangenen Blindenergie mit der Energieerzeugungseinrichtung vor, um eine Größe der bereitgestellten Energie zu verändern.
In einem Beispiel ist das Car Pad Modul, insbesondere die Klemmschalteinrichtung so eingerichtet, dass es/sie ein von außen stammendes Magnetfeld, also ein von einer anderen Quelle als dem Ground Pad Modul stammendes Magnetfeld, welches dem Car Pad Modul zugeordnet ist, erkennt und durch dieses Erkennen die
Klemmschalteinrichtung und/oder die Schutzschaltung aktiviert. So kann beispielsweise ein Magnetfeld durch ein defektes Ground Pad Module oder ein bösartig aufgeprägtes starkes Magnetfeld abgeschwächt werden und ein Zerstören des Car Pad Moduls durch eine Verstärkung des schädlichen Magnetfeldes verhindert werden.
Die Einrichtung zum Beeinflussen der Primärkreisvorrichtung, der Energieleiteinrichtung und/oder des Magnetfeldes, um die Übertragung der elektrischen Wirkenergie zu begrenzen, kann als Klemmschalteinrichtung, Klemmschaltung, Wegschaltung,
Schutzschaltung oder Crowbar ausgeführt sein. Beispielsweise kann die Crowbar als ein Schalter ausgeführt sein. Mittels einer Crowbar kann ein Zwischenkreislink, ein DC Link, insbesondere ein HVDC Link vor einer Überspannung geschützt werden, wenn die treibende Energiequelle eine hohe Eingangsimpedanz, wie zum Beispiel eine Stromquelle oder der Schwingkreis des Car Pad Modules, aufweist.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein Verfahren zum Testen der Sekundärkreisvorrichtung beschrieben, bei dem zunächst die
Sekundärkreisvorrichtung mit einer Primärkreisvorrichtung gekoppelt wird. Es erfolgt dann ein Einprägen eines Testsignals in die Energieleiteinrichtung, zur Übertragung zur Primärkreisvorrichtung, um einen Vergleichswert zu erhalten. In der
Primärkreisvorrichtung erfolgt ein Detektieren des Testsignals, worauf in der
Sekundärkreisvorrichtung ein Beeinflussen der Energieleiteinrichtung und/oder des Magnetfelds mit der sekundärseitigen Detektionseinrichtung und/oder mit einer
Klemmschaltung erfolgt. Nach dieser Beeinflussung erfolgt erneut in der
Primärkreisvorrichtung das Detektieren einer Veränderung des Testsignals. Wird eine vorgebbare Veränderung erkannt, so wird die korrekte Funktionsweise der
Sekundärkreisvorrichtung angenommen. Durch das simulieren einer Fehlersituation in der Sekundärkreisvorrichtung kann somit überprüft werden, ob die Schutzschaltung oder Klemmschaltung korrekt funktioniert.
In anderen Worten, kann eine Funktionsprüfung des Kommunikationskanals zwischen Sekundärkreisvorrichtung und Primärkreisvorrichtung erfolgen, indem mittels der
Klemmschalteinrichtung die Energieleiteinrichtung und/oder das Magnetfeld zwischen Primärkreisvorrichtung und Sekundärkreisvorrichtung beeinflusst wird, und mittels eines Testsignals geprüft wird, ob diese Beeinflussung erfolgreich ist. Beispielsweise kann als Testsignal ein Positioniersignal genutzt werden, das entweder in die
Energieleiteinrichtung und/oder in die Gleichrichteeinrichtung zur Ausbreitung in die Richtung der Primärkreiseinrichtung eingeprägt wird. Wird durch das Betätigen der Klemm- oder Schutzschalteinrichtung das Testsignal, das sich von der
Sekundärkreisvorrichtung in die Richtung der Primärkreisvorrichtung ausbreitet, so gedämpft, dass das bei der Primärkreisvorrichtung empfangene Testsignal unter einem vorgebbaren Grenzwert liegt und/oder im Wesentlichen gar nicht detektiert werden kann, so wird von einer korrekten Funktionsweise der Klemmschalteinrichtung und der von ihr verursachten Beeinflussung der Energieleiteinrichtung und/oder des Magnetfeldes ausgegangen. In einem alternativen Beispiel ist eine umgekehrte Ausbreitungsrichtung für das Testsignal möglich, also eine Erzeugung des Testsignals in der
Primärkreisvorrichtung und eine Ausbreitung in die Richtung der sekundärseitigen Detektionseinrichtung, wo das Testsignal und/oder die Veränderung des Testsignals je nach Funktionstüchtigkeit detektiert oder nicht detektiert werden kann.
Die Crowbar oder Klemmschaltung kann aufgrund ihrer Schaltfunktion auch für verschiedene andere Funktionstests genutzt werden.
In einem Beispiel für einen Funktionstest mit der Klemmschalteinrichtung kann die Klemmschalteinrichtung am Ausgang der Gleichrichteeinrichtung angeordnet sein und von der Primärkreisvorrichtung über einen der zwischen der Primärvorrichtung und der Sekundärvorrichtung vorhandenen Kommunikationskanäle gesteuert werden. So kann mittels der Klemmschalteinrichtung eine Last auf der Seite der Sekundärkreisvorrichtung kurzgeschlossen werden, und auf der Seite der Primärkreisvorrichtung ein Verhältnis der
Wirkleistung zu der der Scheinleistung gemessen werden sowie eine
Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung auf der Primärseite zur Kalibrierung einer Wirkleistungsmessung auf der Primärseite ermittelt werden.
In noch einem anderen Beispiel, kann mittels der Klemmschalteinrichtung eine
Veränderung der Strom- und/oder Spannungsverhältnisse und/oder der Leistung auf der Sekundärseite herbeigeführt werden, die sich aufgrund der magnetischen Kopplung zwischen der Primärkreisvorrichtung und der Sekundärkreisvorrichtung auch in einer Veränderung der Strom- und/oder Spannungsverhältnisse und/oder der Leistung bemerkbar macht. Diese Veränderung der Strom- und/oder Spannungsverhältnisse und/oder der Leistung breitet sich entgegengesetzt zur Ausbreitungsrichtung der Energie aus und kann in der Primärkreisvorrichtung erkannt werden. Die Veränderung der Strom- und/oder Spannungsverhältnisse und/oder der Leistung kann als eine Information interpretiert werden, die sich entgegen der Ausbreitungsrichtung der Energie ausbreitet. Diese Information kann auf der Primärseite von der Primärkreisvorrichtung ausgewertet werden und zur Abschaltung der Energiezufuhr genutzt werden. Die Reaktionszeit dieser Informationsübertragung auf physikalischer Ebene kann höher oder schneller sein, als ein Übertragungssystem, welches mit mehreren Kommunikationsschichten, beispielsweise mit OSI Layern (Open Systems Interconnection) arbeitet oder ein WLAN (Wireless LAN) System. Durch die Auswertung der physikalischen Information kann somit die
Primärkreisvorrichtung schneller auf eine Störung auf der Sekundärseite reagieren als sie reagieren könnte, wenn ein aufwendiges Kommunikationssystem eingesetzt würde. Folglich kann die Nutzung der physikalischen Information für eine schnelle Abschaltung der Energiezufuhr auf der Primärseite genutzt werden. Durch gezieltes Betätigen der Klemmschaltung und durch die Auswertung der sich durch diese Betätigung ergebenden Zustände kann die Funktion dieses physikalischen Rückkanals getestet werden. Dadurch können auch die in dem Rückkanal enthaltenen Komponenten getestet werden, wie beispielsweise Komparatoren oder Steuereinrichtungen. Wegen der Reziprozität der Signalausbreitung kann schließlich auf die Funktionstüchtigkeit des Kanals in beide Richtungen geschlossen werden.
Gemäß noch einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein
computerlesbares Speichermedium bereitgestellt, auf dem ein Programmcode gespeichert ist, der, wenn er von einem Prozessor ausgeführt wird, zumindest eines der
beschriebenen Verfahren ausführt. Eine Steuereinrichtung oder ein Controller kann solch einen Prozessor nutzen.
Als ein computerlesbares Speichermedium mag eine Floppy Disc, eine Festplatte, ein USB (Universal Serial Bus) Speichergerät, ein RAM (Random Access Memory), ein ROM (Read Only Memory) oder ein EPROM (Erasable Programmable Read Only Memory) genutzt werden. Als Speichermedium kann auch ein ASIC (application-specific integrated Circuit) oder ein FPGA (field-programmable gate array) genutzt werden sowie eine SSD (Solid-State-Drive) Technologie oder ein Flash-basiertes Speichermedium. Ebenso kann als Speichermedium ein Web-Server oder eine Cloud genutzt werden. Als ein
computerlesbares Speichermedium mag auch ein Kommunikationsnetz angesehen werden, wie zum Beispiel das Internet, welches das Herunterladen eines Programmcodes zulassen mag. Es kann eine funkbasierte Netzwerktechnologie und/oder eine
kabelgebundene Netzwerktechnologie genutzt werden.
Gemäß noch einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung wird ein
Programmelement geschaffen, welches, wenn es von einem Prozessor ausgeführt wird, zumindest eines der Verfahren ausführt.
Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die sekundärseitige Detektionseinrichtung eingerichtet, beim Erkennen der Überspannung am Ausgang eine Güte und/oder Impedanz und/oder einer Resonanzfrequenz der Energieleiteinrichtung zu verändern.
Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung kann die Veränderung der
Resonanzfrequenz der Energieleiteinrichtung durch das Zuschalten und/oder Abschalten von einem Kondensator und/oder einer Kapazität und/oder eines Kapazitätsteiles in der Energieleiteinrichtung durchgeführt werden.
Das Ändern der Resonanzfrequenz mag zu einem Verstimmen der Energieleiteinrichtung und somit zum Verstimmen der Übertragungsstrecke führen, so dass der Ausgang von einer übermäßigen Energie und/oder Leistungszufuhr geschützt wird, selbst wenn seitens einer Primärkreisvorrichtung noch Energie geliefert wird. So kann beispielsweise bei
einem Lastabwurf einer sich am Ausgang befindlichen Last eine Überspannung reduziert oder sogar im Wesentlichen vollständig vermieden werden.
Gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung kann die Veränderung der Impedanz und/oder Güte der Energieleiteinrichtung durch das Kurzschließen der
Gleichrichteeinrichtung erreicht werden.
Das Kurzschließen der Gleichrichteeinrichtung mag an dem Eingang der
Gleichrichteeinrichtung erfolgen und zu einem von der Sekundärspule mit einem
Kondensator und/oder einer weiteren Spule gebildeten Übertragungsschwingkreises führen, sodass nur ein Bruchteil der an der Sekundärspule ankommenden Energie über die Energieleiteinrichtung übertragen wird. Durch die Veränderung der Impedanz und/oder Güte und/oder Resonanzfrequenz wird die über die Sekundärspule
ankommende Energie reflektiert, beispielweise zurück an eine Primärkreisvorrichtung. Diese Reflektion kann dann in der Primärkreisvorrichtung erkannt werden und die Primärkreisvorrichtung kann die Energieübertragung an die Sekundärkreisvorrichtung abbrechen, um zu verhindern, dass sich am Ausgang der Sekundärkreisvorrichtung eine Überspannung ergibt.
Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die sekundärseitige Detektionseinrichtung eingerichtet, beim Erkennen der Überspannung am Eingang und/oder am Ausgang der Gleichrichteeinrichtung ein Kommando und/oder Signal derart bereit zu stellen, dass es über das Magnetfeld übertragen werden kann, um eine
Energieübertragungsvorrichtung zu steuern die magnetische Energie des Magnetfeldes zu verändern.
Solch ein Kommando und/oder Signal kann beispielsweise in der Form der reflektierten Energie bei Veränderung der Güte auf physikalischer Ebene erzeugt werden, wodurch ein schnelles Abschalten der Energieerzeugung erreicht werden kann. Solch ein Kommando und/oder Signal kann aber auch über einen anderen Kommunikationskanal verteilt werden, beispielsweise über ein Positioniersignalkanal und/oder einen WLAN- Kommunikationskanal. Da das Magnetfeld im Wesentlichen nur während der
Energieübertragung vorhanden ist, kann die Überspannung über das Magnetfeld im Wesentlichen nur während der Energieübertragung an die Primärkreisvorrichtung
kommuniziert werden. Mittels eines anderen Separaten Kanals kann die Kommunikation auch schon früher oder später vor/nach der Energieübertragung durchgeführt werden.
Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die sekundärseitige
Detektionseinrichtung eingerichtet, beim Erkennen der Überspannung am Eingang und/oder am Ausgang der Gleichrichteeinrichtung, die Energieleiteinrichtung so anzupassen, dass die elektrische Blindleistung zumindest teilweise reflektiert wird und über das Magnetfeld übertragen wird.
Die reflektierte Blindleistung kann von einer Primärkreisvorrichtung ausgewertet werden, um die Generierung der Energie zu stoppen.
Gemäß einem anderen Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die sekundärseitige
Detektionseinrichtung eingerichtet, beim Erkennen der Überspannung am Eingang und/oder am Ausgang der Gleichrichteeinrichtung, die Energieleiteinrichtung und/oder die Sekundärspule zu unterbrechen.
Insbesondere mag die sekundärseitige Detektionseinrichtung so eingerichtet sein, eine Klemmschaltung so anzusteuern, dass sie die Energieleiteinrichtung und/oder die
Sekundärspule unterbricht. Unter Unterbrechen der Sekundärspule mag neben dem Öffnen einer physikalischen Verbindung der Sekundärspule mit der Energieleiteinrichtung auch das Auftrennen eines mit der Sekundärspule und einem Kondensator gebildeten Schwingkreis zu verstehen sein.
Kurze Beschreibung der Figuren
Im Folgenden werden weitere exemplarische Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung mit Verweis auf die Figuren beschrieben.
Fig. 1 zeigt ein induktives Ladesystem gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Fig. 2 zeigt ein Blockschaltbild eines induktiven Ladesystems gemäß einem
exemplarischen Ausführungsbeispiels der vorliegenden Erfindung dargestellt.
Fig. 3 zeigt eine vereinfachte Darstellung des induktiven Ladesystems aus Fig. 2 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Fig. 4 zeigt einen Schaltplan einer Sekundärkreisvorrichtung mit einer
Klemmschalteinrichtung zum Kurzschließen einer Energieleiteinrichtung gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Fig. 5 zeigt einen Schaltplan einer Sekundärkreisvorrichtung mit einer
Klemmschalteinrichtung zum Verstimmen einer Energieleiteinrichtung gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Fig. 6 zeigt einen Schaltplan einer Sekundärkreisvorrichtung mit einer
Klemmschalteinrichtung zum Auftrennen eines Schwingkreises einer
Energieleiteinrichtung gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Fig. 7 zeigt ein Flussdiagramm für ein Verfahren zum Testen einer
Sekundärkreisvorrichtung gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung.
Detaillierte Beschreibung von Ausführungsbeispielen
Die Darstellungen in den Figuren sind schematisch und nicht maßstäblich. In der folgenden Beschreibung der Fig. 1 bis Fig. 7 werden die gleichen Bezugsziffern für gleiche oder sich entsprechende Elemente verwendet.
In diesem Text mögen die Begriffe„Kondensator“ und„Kapazität“ sowie„Spule“ oder „Drossel“ und„Induktivität“ gleichbedeutend verwendet werden und sollen, sofern nichts weiter angegeben ist, nicht einschränkend interpretiert werden.
Fig. 1 zeigt ein induktives Ladesystem 100 oder System 100 zur Energieübertragung gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Hierbei ist eine Seitenansicht für ein System zum kontaktlosen Laden eines Elektrofahrzeugs dargestellt. Unterhalb eines Fahrzeugchassis 102 befindet sich ein Car Pad Modul (CPM) 104, welches dazu dient, das Fahrzeug 102 mit Strom zu versorgen. Für die Übertragung der Energie wird ein Magnetfeld genutzt, welches induktiv die Energie von einem an einem Boden 103 fix montiertem Ground Pad Modul (GPM) 105 bereitgestellt wird. Die für das Laden notwendige Energie wird dem Hauptanschluss 107 entnommen, der sowohl Wechselstrom (AC) als auch Gleichstrom (DC) sein kann. Zur Kommunikation zwischen CPM 104 und GPM 105 wird eine separate Verbindung 101 genutzt, welche
beispielsweise ein Funkprotokoll wie WLAN (Wireless LAN) oder NFC nutzen kann. Diese Verbindung kann als Feedback- Kanal 101 genutzt werden oder als Kommunikationskanal 101 , über den CPM 104 und GPM 105 Informationen austauschen können. Sowohl das Magnetfeld zur Energieübertragung 106 als auch das Funksignal 101 sind
elektromagnetische Wellen, die jedoch unterschiedliche Frequenzen aufweisen.
In Fig. 2 ist ein Blockschaltbild eines induktiven Ladesystems 100 gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung dargestellt. Betrachtet wird ein System für die induktive Energieübertragung, welches zum kontaktlosen Laden eines Elektrofahrzeugs genutzt werden kann. In einem solchen System wird ein magnetisches Wechselfeld 106 im Frequenzbereich von beispielsweise 25...150kHz erzeugt. Dabei muss beachtet werden, dass außerhalb dieses Frequenzbandes die Grenzwerte für die Emission elektromagnetischer Wellen durch international gültige Normen festgelegt sind. Um diese Grenzwerte einzuhalten ist es entscheidend, dass das magnetische Wechselfeld 106 mit der Grundschwingung im Bereich 25...150kHz arbeitet und nur sehr geringe Oberwellen enthält.
Anderseits soll aber der Wirkungsgrad der Leistungsübertragung möglichst hoch sein und deshalb wird mit elektronischen Schaltern innerhalb eines Wechselrichters 201 , beispielsweise mittels MOSFETs, IGBTs, ein Rechtecksignal mit der Grundfrequenz des magnetischen Wechselfeldes 106 erzeugt, denn so ergeben sich sehr geringe Verluste. Das Rechtecksignal enthält aber beträchtliche Oberwellen. Diese Oberwellen lassen sich
sehr gut mit einem Filter 200, beispielweise einem LC-Filter ausfiltern. Das Filter 200 kann dabei unterschiedlich ausgeführt sein. Beispielhaft ist in Fig. 2 ein Filter 4. Ordnung dargestellt, aber es sind auch andere Anordnungen von Kondensatoren und Spulen möglich. An dem Eingang 206 des Filters 200 liegen der Eingangsstrom lin und die Eingangsspannung Uein an. Der Filter 200 weist zwei parallel geschaltete Eingangsspulen Lai und La2 und den Filter-Eingangskondensator Ca sowie die parallel geschalteten Ausgangsspulen Lbi und Lb2 und den Filter-Ausgangskondensator Cb auf. Statt der zwei parallel geschaltete Eingangsspulen Lai und La2 kann auch eine einzige Eingangsspule La genutzt werden. Statt der zwei parallel geschaltete Eingangsspulen Lbi und Lb2 kann auch eine einzige Eingangsspule Lb genutzt werden.
Die Eingangsspulen Lai und La2 sind direkt mit dem Ausgang des Wechselrichters 201 verbunden. Hierbei mag direkt bedeuten, dass kein weiteres Bauelement
dazwischengeschaltet ist. Ein parallel geschalteter Kondensator soll dabei eine direkte Verbindung nicht zu einer indirekten Verbindung machen. Die Ausgangsspulen Lbi und Lb2 am Ausgang 220 des Filters 200 sind direkt mit den Spulen La! und La2, sowie dem Primärresonanzkreis 202 verbunden. Der Primärresonanzkreis 202 wird mit der
Spannung U1 und dem Strom 11 oder IL versorgt, der aus dem von dem Wechselrichter 201 erzeugten Wechselstrom hervorgegangen ist. Aufgrund der Filterwirkung des Filters 200 weisen der Primärstrom 11 und die Primärspannung U1 einen sinusförmigen Verlauf auf.
Der Primärresonanzkreis 202 weist die Primär-Resonanzspule L1 oder Primärspule L1 und den Primär-Resonanzkondensator C1 221 auf. Der Primärresonanzkreis 202 wandelt den Strom 11 und die Spannung LH in das magnetische Wechselfeld 106. Das
magnetische Wechselfeld 106 koppelt mit einem Koppelfaktor k in den
Sekundärresonanzkreis 203 und überträgt die Energie aus dem Primärkreis durch eine resonante und induktive Energieübertragung an den Sekundärkreis 203.
Der Sekundärresonanzkreis 203 weist die Sekundär-Resonanzspule L2 oder
Sekundärspule L2 und den Sekundär-Resonanzkondensator C2 222 auf. Da der
Sekundärresonanzkreis 203 auf die Resonanzfrequenz des Primärresonanzkreises 202 eingestellt ist, wandelt der Sekundärresonanzkreis 203 das Magnetfeld 106 in einen
Sekundärstrom I2 und in eine Sekundärspannung U2. Diese werden der Gleichrichteeinrichtung 204 oder dem Gleichrichter 204 zugeführt, der an seinem
Ausgang 220 einer Last 205, beispielsweise einer Batterie 205, einem Zwischenkreis 205, einem Traktionskreis 205 oder einer HV-DC 205 auf der der Seite des CPM 104 eine Gleichspannung zur Verfügung stellen kann.
Versorgt wird das induktive Ladesystem 100 über eine Gleichspannungsquelle 107 oder HV-DC (High Voltage-Direct Current) bzw. über eine Wechselspannung107.
Das Energieübertragungssystem 100, beispielsweise ein ICS-System 100, weist eine Basisstation 105 oder GPM 105, eine Remoteeinrichtung 104 oder ein CPM 104 auf, wobei die Basisstation 105 und die Remoteeinrichtung 104 über eine induktive Kopplung und den Feedbackkanal 101 miteinander lose koppelbar sind. Bei einer entsprechenden Positionierung der CPM 104 gegenüber der GPM 105 kann von einer losen Kopplung ausgegangen werden.
Die Basisstation 105 oder GPM 105 weist den Primärkreis 202 und die Remoteeinrichtung 104 oder CPM 104 weist den Sekundärkreis 203 auf. Der Primärkreis 202 weist die Spule L1 und der Sekundärkreis 203 weist die Spule L2 auf. Werden die Spule L1 und L2 aneinander angenähert, können sich Magnetfelder 106, die von den Spulen erzeugt werden, die jeweils andere Spule L1 , L2 durchsetzen. Der Teil des Magnetfeldes, der die jeweils andere Spule L1 , L2 durchsetzt bildet die induktive Kopplung mit dem Koppelfaktor k oder dem Kopplungsfaktor k. Diese Kopplung bildet einen lose gekoppelten
Transformator 21 1 . Der Teil des Magnetfeldes 106, der außerhalb der jeweils anderen Spule L1 , L2 liegt bildet eine Streukapazität. Je geringer der Teil der gebildeten
Streukapazität ist, desto größer ist der Koppelfaktor k. Da jedoch wegen der
Beweglichkeit des GPM 105 und CPM 104 zueinander kein Transformator mit einem Kern gebildet werden kann, bei dem der Koppelfaktor k im Wesentlichen konstant ist, ist bei dem lose gekoppelten Transformator der Koppelfaktor variabel und beispielsweise von der relativen Lage des GPM 105 und CPM 104 zueinander abhängig.
Fig. 3 zeigt eine vereinfachte Darstellung des induktiven Ladesystems 100 oder des Systems 100 zur Energieübertragung gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung. Die Regelung eines ICS Systems 100 kann dazu beitragen, die funktionale Sicherheit in einem ICS-System sicherzustellen. Aufgrund der starken Magnetfelder 106, die zur Leistungsübertragung genutzt werden, mag es Vorschriften geben, um die Umgebung von einer zu starken magnetischen Strahlung zu schützen. Diese Vorschriften können beispielsweise vorsehen, dass ein Feld 106, das von einem GPM 105 erzeugt wird, ohne dass ein CPM 104 vorhanden ist oder, dass, wenn ein CPM 104 ungünstig mit dem GPM gekoppelt ist, spätestens nach 2s das Feld 106 abgeschaltet wird. Es ist also sicherzustellen, dass innerhalb eines Zeitfensters von 2s festgestellt werden kann, dass das GPM 105 und das CPM 104 vorschriftsmäßig über das Feld 106 gekoppelt sind. Ansonsten ist das Feld 106 abzuschalten.
Ein WLAN 101 , das für die Kommunikation zwischen GPM 105 und CPM 104 genutzt wird, kann eine Zykluszeit bis zu 300ms haben. Durch die Rückmeldungen über den Kanal 101 kann sichergestellt werden, dass CPM und GPM noch gekoppelt sind. Sollte das
Fahrzeug wegrollen und das CPM keine Leistung des GPM aufnehmen wird dies erkannt und die Leistungszufuhr zum GPM unterbunden. Auch wenn ein Signal über den
Rückkanal 101 für 2s ausbleibt mag sicherheitshalber die Energieübertragung
abgebrochen werden, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Signal wegen dem Verlust der Kopplung oder eines Defekts einer Komponente des Rückkanals 101 ausbleibt.
Der Aufstart vom induktiven Laden wird mit einem konstanten Duty-Zyklus und einer variablen Frequenz von dem Wechselrichter 201 oder PWM (Puls-Weiten-Modulation) Generator 201 durchgeführt, wobei es sich bei der variablen Frequenz um eine
Frequenzverschiebung handelt. Die Startfrequenz, bei der der PWM-Generator 201 beginnt, wird bei der maximal-möglichen Frequenz gesetzt, um eine möglichst große Dämpfung zwischen der Eingangsgröße, d.h. dem Duty-Zyklus (Dutycycle) und der Ausgangsgröße von der Primärkomponente 202 dem GPM 105 zu stellen.
Wird ein geeigneter Arbeitspunkt gefunden, bildet sich zwischen Primärkomponente 202 und der Sekundärkomponente 203 eine Resonanz aus und es kann über das Feld 106 zwischen Primärkomponente 202 und Sekundärkomponente 203 eine Energie übertragen werden. Je nach Arbeitspunkt stellt sich diese Arbeitsfrequenz oder Resonanzfrequenz zwischen 81.35kHz und 89.5kHz ein.
Wird nach dem Durchlaufen eines dieser Frequenzbänder bei einem konstanten Duty- Zyklus oder Tastverhältnis eine vorgebbare Mindestleistung nicht erfasst, dann ist das Laden nicht möglich. Wenn also das GPM 105 zwar Leistung überträgt, die von dem CPM 104 empfangene Leistung nicht über einem Mindest-Schwellwert liegt, wird der
Aufstartvorgang des induktiven Ladens abgebrochen. Folglich wird bei einer geringen Kopplung zwischen GPM 105 und CPM 104 das Laden gesperrt oder blockiert. Solch eine geringe Kopplung kann sich bei einer großen Verschiebung zwischen GPM 105 und CPM 104 ergeben. Mit einer Vorsteuerungskennlinie wird dafür gesorgt, dass das Zeitintervall des Aufsstartvorgangs einen vorgebbaren Wert von beispielsweise 2.0s nicht
überschreitet. Dieses sofortige Abbrechen des Ladevorgangs während der Startphase beim Nichterreichen der vorgebbaren Mindestleistung kann für die Sicherheit beim Aufstart vom ICS sorgen, ohne dass Kommunikation zwischen GPM 105 und CPM 104 nötig ist.
Je grösser der Abstand zwischen GPM 105 und CPM 104 ist, desto geringer wird die Frequenz, bei der die Leistung oder Energie übertragen werden kann. D.h. je grösser der Abstand zwischen GPM 105 und CPM 104 ist, desto geringer wird ist die
Resonanzfrequenz, oder in anderen Worten ausgedrückt ist die Resonanzfrequenz vom Abstand des GPM 105 und des CPM 104 abhängig.
Wird der Ladevorgang jedoch durchgeführt und die Koppelung zwischen GPM 105 und CPM 104 über den Regelkreis 210 mit dem Feedbackkanal 101 kontinuierlich bestätigt, kann es zu einer Überspannungssituation am Ausgang 220 kommen. Denn ein magnetisch gekoppeltes System, insbesondere ein magnetisch lose gekoppeltes System 100, hat ein ähnliches Systemverhalten wie eine Stromquelle. Bei einem induktiven Ladesystem 100 handelt es sich wegen der Beweglichkeit dem GPM gegenüber dem CPM um solch ein lose gekoppeltes System. Das bedeutet, dass das System 100 zur Energieübertragung oder das System 100 zum induktiven Laden gleichfalls wie eine Stromquelle eine hohe Innenimpedanz am Ausgang 220 aufweist. Bei Abwurf der Last 205 versucht das System 100 daher weiter den Strom in den Ausgang 220 zu treiben. Im Falle eines Load Dumps oder Lastabwurfes, also wenn zum Beispiel eine Sicherung im Fahrzeug auslöst, ein Stecker abgesteckt wird, eine Leitung unterbrochen oder die
Batterieschütze geöffnet werden, wirkt, durch den angeregten Schwingreis und dessen immer weiteres Anregen von Seiten Ground Pad Modul 105 das System am Ausgang 220 wie eine Stromquelle mit großem Innenwiderstand auf den DC-Zwischenkreis des Fahrzeuges, der am Ausgang 220 angeschlossen und in Fig. 3 durch die Last 205 dargestellt ist. Teile der Energie, welche im Schwingkreis gespeichert ist, wird dadurch in den hochimpedanten Ausgang 220 entladen, was über die geringe Kapazität des
Ausgangs 220 eine sehr hohe Spannung am Ausgang 220 erzeugen kann. Diese
Spannung kann weit über der Arbeitsspannung und Auslegespannung der
entsprechenden Schaltkreise im Auto, die an dem Ausgang 220 angeschlossen sind, beispielsweise Geräte wie DC/DC Wandler oder Motorumrichter, die an dem DC-Kreis am Ausgang 220 angeschlossen sind und durch den Widerstand 205 dargestellt sind, hinausgehen. Dieses Weitertreiben führt zu einer Spannungsüberhöhung am Ausgang 220 des Übertragungssystems 100. Durch diese Spannungsüberhöhung aufgrund des Lastabwurfs könnten die Komponenten am Ausgang des Übertragungssystems 100, beispielsweise Gleichrichter oder Filter, als Folge der Überspannung zerstört werden.
Um die Zerstörung während des ordnungsgemäßen Betriebs aufgrund einer Übersteigung der Ausgangsspannung am Ausgang 220 über einen vorgebbaren Grenzwert zu verhindern, sieht die erfindungsgemäße Sekundärkreisvorrichtung eine Schutzeinrichtung 301 vor, welche am Ausgang 220 des Energieübertragungssystems 100 einen Lastabwurf erkennt und sehr schnell die an den Ausgang 220 übertragene Wirkleistung reduziert und/oder die Energieübertragung stoppt. Die Schutzeinrichtung 301 kann für die schnelle Reaktion sowohl Hardwarekomponenten, wie auch Softwarekomponenten nutzen. Um jedoch eine schnelle Reaktion zu bewirken wird jedoch soweit wie möglich auf den Einsatz von Softwarekomponenten verzichtet.
Um die an den Ausgang 220 übertragene Wirkleistung zu reduzieren und/oder die Energieübertragung zu stoppen können verschiedene Wirkmechanismen alleine oder in Kombination eingesetzt werden.
Eine Möglichkeit die Energieübertragung zu stoppen besteht darin, nach einer Detektion des Lastabwurfes am Ausgang 220 des Energieübertragungssystems 100 den
Feedbackkanal 101 zu nutzen, um die Abschaltung der Energieübertragung mittels eines
Befehls oder Kommandos über den Kanal 101 , beispielsweise den WLAN Kanal 101 , an den Eingang des Energieübertragungssystems zu kommandieren. Da der Kanal 101 jedoch ggf. Kommunikationsprotokolle nutzt, die auf höheren Schichten des OSI
Protokolls liegen, könnte diese Anweisung an die Primärkreiseinrichtung 105‘ langsam ablaufen.
Fig. 4 zeigt einen Schaltplan einer Sekundärkreisvorrichtung 104‘ mit einer
Klemmschalteinrichtung 301‘ zum Kurzschließen einer Energieleiteinrichtung 402‘ gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Die Fig. 4 zeigt die Sekundärkreisvorrichtung 104‘, mit der Sekundärspule L2 zum Senden und/oder Empfang einer magnetischen Energie eines Magnetfeldes 106 und zum Wandeln der magnetischen Energie in eine elektrische Energie, außerdem mit einer
Gleichrichteeinrichtung 204 zum Gleichrichten der elektrischen Energie und einer sekundärseitige Detektionseinrichtung 401. Die Primärkreisvorrichtung 105‘ ist in Fig. 4 nicht dargestellt.
Die Sekundärspule L2 ist mit der Gleichrichteeinrichtung 204 über eine
Energieleiteinrichtung 402‘ verbunden. Die Energieleiteinrichtung 402‘ ist zum Übertragen einer elektrischen Wirkenergie und einer elektrischen Blindenergie eingerichtet und mit einem Eingang 403 der Gleichrichteinrichtung 204 verbunden. Die Energieleiteinrichtung 402‘ ist Teil eines sekundären Resonanzkreises 203, der im Wesentlichen die Spule L1 und den Kondensator 222‘ aufweist. Der Sekundär-Resonanzkondensator 222‘ wird aus den beiden Kondensatoren C2.1 und C2.2 gebildet, die mit jeweils einem anderen Anschluss der Spule L2 verbunden sind. Das jeweils andere Ende der beiden
Kondensatoren C2.1 und C2.2 ist mit jeweils einem anderen Anschluss des Eingangs 403 des Gleichrichters 204 verbunden. Alternativ könnte auch nur ein Resonanzkondensator C2 genutzt werden anstatt, dass dieser in zwei Elemente C2.1 und C2.2 aufgeteilt ist. Jedoch vereinfacht die Aufteilung in zwei Elemente die Isolationskoordination. Dies gilt für alle Zeichnungen, Beschreibungen und Ausführungsformen.
An den der Spule L1 fernen Anschlüssen der Kondensatoren C2.1 und C2.2 ist die Klemmschaltung 301‘ angeordnet, die die der Spule L1 fernen Anschlüssen der
Kondensatoren C2.1 und C2.2 miteinander verbindet. Da die Klemmschaltung 301‘ in der Energieleiteinrichtung 402‘ liegt, kann sie die Energieleiteinrichtung 402‘ beeinflussen,
wenn sie betätigt wird. Die Klemmschaltung 301‘ ist zwischen den Kondensatoren C2.1 und C2.2 und dem Eingang 403 der Gleichrichteeinrichtung 204 angeordnet.
Durch das Betätigen der Klemmschaltung 301‘ kann der Eingang 403 der
Gleichrichteeinrichtung 204 kurzgeschlossen werden, wodurch sich die Impedanz und/oder Güte Q des Sekundärresonanzkreises 203 und insbesondere die
Ausgangsimpedanz und/oder die Güte Q der Energieleiteinrichtung 402‘ ändert. Die Güte kann dabei von mehreren Elementen beeinflusst werden. Im Wesentlichen wird die Güte jedoch von der sich ändernden Impedanz durch das Schalten der Klemmschaltung 301‘ beeinflusst.
Die Gleichrichteeinrichtung 204 weist einen Ausgang 404 zum Bereitstellen der elektrischen Wirkenergie als Spannung und/oder Strom auf. Dieser Ausgang 404 der Gleichrichteeinrichtung 204 entspricht in Fig. 4 dem Ausgang 220 des Systems 100 zur Energieübertragung. Zwischen dem Ausgang 404 und dem Ausgang 220 können noch Filterelemente verbaut sein, welche in Fig. 4 nicht dargestellt sind. Die
Ausgangsspannung am Ausgang 404 der Gleichrichteeinrichtung 204 ist, solange am Ausgang 220 eine Batterie 205, beispielsweise eine Traktionsbatterie 205, zugeschaltet ist, durch die Spannung der Batterie 205 und durch parasitäre Elemente der Batterie, wie Leitungswiderstände und Innenwiderstand, definiert. Eine veränderliche Leistung des Systems 100 erzeugt somit, solange die Batterie 205 angeschlossen ist, wegen der im Wesentlichen konstanten Ausgangsspannung 220 der Batterie 205, hauptsächlich einen entsprechend der Leistungsänderung veränderlichen Ausgangsstrom am Ausgang 220, der zum Laden der Batterie 205 genutzt werden kann. Bei der am Ausgang 220 bereitgestellten Spannung kann es sich um die Zwischenkreisspannung HVDC (High Voltage DC) handeln, welche nach der Gleichrichtung durch die Gleichrichteeinrichtung 204 oder den Gleichrichter 204 eine Gleichspannung ist.
Die sekundärseitige Detektionseinrichtung 401 ist mit dem Eingang 403 und/oder dem Ausgang 404 der Gleichrichteeinrichtung 204 verbunden, um eine Überspannung an dem Eingang 403 und/oder dem Ausgang 404 der Gleichrichteeinrichtung 204 zu erkennen (in Fig. 4 ist der Fall gezeigt, dass die sekundärseitige Detektionseinrichtung 401 mittels des Fühlers 405 mit dem Ausgang 404 der Gleichrichteeinrichtung 204 verbunden ist). Die Ausgangsspannung, aus der eine Überspannung bestimmt wird, wird mit dem
Spannungsfühler 405 oder dem Spannungssensor 405 ermittelt. Die sekundärseitige Detektionseinrichtung 401 ist für die Bestimmung der Überspannung zuständig.
Die sekundärseitige Detektionseinrichtung 401 ist so eingerichtet, dass sie beim Erkennen der Überspannung und/oder eines Überstroms an einem der Ausgänge 404 oder 220 der Gleichrichteeinrichtung und /oder beim Erkennen eines äußeren schädlichen
Magnetfeldes die Energieleiteinrichtung 402‘durch Kurzschließen so beeinflusst, dass die Übertragung der elektrischen Wirkenergie begrenzt wird. Insbesondere wird durch das Kurzschließen der Energieleiteinrichtung 402‘ zwischen den Resonanzkondensatoren C2.1 und C2.2 222‘ und dem Eingang 403 der Gleichrichteeinrichtung 204 die Impedanz und/oder Güte Q des Resonanzkreises 203 verändert. Dieses Kurzschließen bewirkt durch die Änderung der Impedanz und/oder Güte Q zusätzlich auch eine Beeinflussung des Magnetfelds 106, welches die Sekundärspule L2 durchsetzt.
Zum Kurzschließen wird die Schutzeinrichtung S1 ,301‘ oder Crowbar 301‘ genutzt, welche von der sekundärseitigen Detektionseinrichtung 401 angesteuert wird. Durch das Kurzschließen des Eingangs 403 der Gleichrichteeinrichtung 204 wird auch der
Übertragungsschwingkreises 203 oder der Sekundärresonanzkreis 203 mit der
Sekundärspule L2 und den Sekundärresonanzkondensator C2.1 und C2.2
222‘ kurzgeschlossen, wobei der Sekundärresonanzkondensator 222‘ als eine
Parallelschaltung von zwei Kondensatoren ausgeführt ist. Durch das Kurzschließen werden die spulenfernen Anschlüsse der Kondensatoren C2.1 und C2.2 miteinander verbunden.
Die Detektion des Lastabwurfs am Ausgang 220 des Energieübertragungssystems und das Kurzschließen des Übertragungsschwingkreises 203 bewirkt, dass wegen der Änderung der Impedanz und/oder Güte Q nur mehr ein Bruchteil der Energie übertragen wird. Außerdem wird die in dem Moment des Kurzschließens im System vorhandene Energie an den Eingang der Primärkreisvorrichtung 105‘ reflektiert. Der
Primärschwingkreis 202 kann sich durch das Wegfallen der Wirkleistungsentnahme aus dem Magnetfeld durch das Car Pad Modul 104 immer weiter Aufschwingen. Weiter kann die im Schwingkreis 203 des Car Pad Moduls gespeicherte Energie in den Ground Pad Schwingkreis 202 oder Primärresonanzkreis 203 reflektiert werden. Die Effekte des Aufschwingens und der Reflexion der vom Inverter 201 erzeugten Energie wirken solange Energie durch den Inverter 201 an die Schwingkreise abgegeben wird. Diese Reflektion
wird in der Primärkreisvorrichtung 105‘ erkannt und die Energieübertragung wird durch Abschalten der primärseitigen Leistungsquelle 201 des Übertragungssystems 100 unterbrochen. Nachdem der Inverter 201 und damit die Gefahrenquelle abgeschaltet wurde, schwingen die lose gekoppelten Schwingkreise des Car Pad Moduls 104 und Ground Pad Moduls 105 aus und ggf. noch vorhandene Energie wird abgebaut. Durch das Ändern der Impedanz und/oder Güte mittels Kurzschließens der
Klemmschalteinrichtung 301‘ wird somit erreicht, dass sowohl die Energieübertragung auf der Sekundärseite in der Energieleiteinrichtung gedämpft wird und zusätzlich die
Primärkreisvorrichtung 105‘ über die Fehlersituation auf der Sekundärseite informiert wird und die Primärkreisvorrichtung 105‘ die Energielieferung einstellt.
In anderen Worten wird zur Kommunikation zwischen Sekundärkreiseinrichtung 104‘ und Primärkreiseinrichtung 105‘ in der Form der Reflexion der Energie auf physikalischer Ebene ein zusätzlicher Kommunikationskanal geöffnet, der parallel zu dem
Feedbackkanal 101 genutzt werden kann, um mit der Primärkreiseinrichtung 105‘ zu kommunizieren und Informationen auszutauschen. Da diese Kommunikation oder dieser Informationsaustausch direkt auf physikalischer Ebene erfolgt, ist dieser zusätzliche Kanal schneller als die Funkverbindung 101 , so dass schnell auf die Fehlersituation des
Lastabwurfs reagiert werden kann.
Fig. 5 zeigt einen Schaltplan einer Sekundärkreisvorrichtung 104“ mit einer
Klemmschalteinrichtung 301“ zum Verstimmen einer Energieleiteinrichtung 402“ gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Das Verstimmen der Energieleiteinrichtung 402“ insbesondere das Verstimmen des
Sekundärresonanzkreises 203 bewirkt eine Änderung der Resonanzfrequenz des
Sekundärresonanzkreises 203.
Diese Ausführungsform der Schutzeinrichtung 301“ oder Klemmschalteinrichtung
301“ kann so ausgelegt sein, dass bei einem versehentlichen Einbringen von Energie über das Car Pad Modul 104 verhindert wird, dass sich der Schwingkreis durch
Reduzierung der Güte oder Verstimmung und/oder Änderung der Impedanz nicht über einen vorgebbaren Sicherheitsschwellwert aufschwingen kann. Energie könnte
versehentlich aufgebracht werden, wenn sich das CPM 104 über einem defekten GPM 105 befindet, welches ein Ladefeld erzeugt, obwohl es nicht dazu aufgefordert wurde.
Weiter kann so auch ein ungewolltes Laden der Fahrzeugbatterie verhindert werden. Es wäre denkbar, dass von außen Magnetfelder ungewollt oder durch Bösartigkeit oder durch Defekte in einer Abschirmung in den Fahrzeugunterboden und damit in das Car Pad Module eindringen. Um dies zu verhindern ist es denkbar die Schutzeinrichtung 301“ oder Klemmschalteinrichtung 301“ dauerhaft aktiv zu halten solange nicht seitens Fahrzeug geladen werden soll.
Der Aufbau der Sekundärkreisvorrichtung 104“ entspricht im Wesentlichen dem Aufbau der Sekundärkreisvorrichtung 104‘ aus Fig. 4. In diesem Ausführungsbeispiel ist die sekundärseitige Detektionseinrichtung 401 so eingerichtet, dass beim Erkennen der Überspannung und/oder des Kurzschlusses an dem Eingang 403 und/oder an dem Ausgang 404 der Gleichrichteeinrichtung 204 die Energieleiteinrichtung 402 so beeinflusst wird, dass die Übertragung der elektrischen Wirkenergie über die Energieleiteinrichtung 402“ begrenzet wird. Hierzu ist die Klemmschalteinrichtung 301“ oder Crowbar 301“ so eingerichtet, dass die Übertragungsstrecke 402“ zwischen der Sekundärspule L2 und der Gleichrichteeinrichtung 204 verstimmt wird, um die übertragene Energie zu begrenzen und/oder zu dämpfen.
Verglichen mit der Ausführungsform aus Fig. 4, bei der die Impedanz und/oder Güte Q der Energieleiteinrichtung 402‘ geändert wird, wird bei der Anordnung der
Klemmschalteinrichtung 301“ zwischen den Kondensatoren 01.10 und C1.1 1 bzw. C2.20 und C2.21 gemäß Fig. 5 Resonanzfrequenz des Sekundärresonanzkreis 203 bzw. der Energieleiteinrichtung 402“ durch die Schaltung stark zu tieferen Frequenz als der Resonanzfrequenz des Primärresonanzkreises 202 verschoben. Durch dieses
Verschieben zu Frequenzen weit unterhalb der Resonanzfrequenz insbesondere durch das damit verbundene Verstimmen der Energieleiteinrichtung 402“ vermindert die
Klemmschalteinrichtung 301“ die Gefahr eines Aufschwingens und ein Aufschwingen ist nicht mehr einfach möglich. Somit wird durch die in Fig. 5 dargestellte Anordnung das Car Pad Module 104“ robuster gegen äußere Magnetfelder, insbesondere gegen
versehentlich aufgebrachte Magnetfelder. Dabei können die Schaltung nach Fig. 5, insbesondere die Klemmschalteinrichtung 301“ und die Kondensatoren C2.10, C2.1 1 , C2.20, C2.21 so ausgelegt werden, dass eine Zerstörung erst durch überschreiten der Stärke eines Mangetfeldes möglich wird, das über L2 einstreut, wobei der Grenzwert so hochgelegt wird, dass er bei einem normalen Betrieb nicht überschritten oder im
Wesentlichen immer unterschritten wird.
Die Übertragungsstrecke zwischen Sekundärspule L2 und Gleichrichteeinrichtung 204 wird im Wesentlichen durch die Energieleiteinrichtung 402“ bestimmt. Die
Klemmschalteinrichtung 301“ ist zwischen der Serienschaltung der
Sekundärresonanzkondensatoren 02.10, C2.1 1 und C2.20, C2.21 222“ angeordnet. Die Serienschaltung der Sekundärresonanzkondensatoren C2.10, C2.1 1 verbindet einen ersten Anschluss der Sekundärspule L2 mit einem ersten Anschluss des Eingangs 403 der Gleichrichteeinrichtung 204. Die Serienschaltung der
Sekundärresonanzkondensatoren C2.20, C2.21 verbindet einen zweiten Anschluss der Sekundärspule L2 mit einem zweiten Anschluss des Eingangs 403 der
Gleichrichteeinrichtung 204. Die spulenfernen Anschlüsse der der ersten Kondensatoren C2.10 und C2.20 sind mit den spulennahen Anschlüssen der zweiten Kondensatoren C2.1 1 und C2.21 verbunden. An diesen Anschlüssen ist auch die Klemmschalteinrichtung 301“ angeschlossen. Die Klemmschalteinrichtung 301“ mittels der ersten Kondensatoren C2.10 und C2.20 von der Sekundärspule L2 getrennt und mittels der zweiten
Kondensatoren C2.1 1 und C2.21 von den Eingangsanschlüssen der
Gleichrichteeinrichtung 204 getrennt. Alternativ können die Kapazitäten C2.20 und C2.21 auch weggelassen werden. Jedoch können die Kapazitäten C2.20 und C2.21 einer guten Isolationskoordination dienlich sein.
Die Detektion des Lastabwurfes am Ausgang 220 des Energieübertragungssystems 100 führt durch Betätigung der Klemmschalteinrichtung 301“ zu einer Verstimmung der Übertragungsstrecke 402“, insbesondere ein Verschieben der Resonanzfrequenz der Energieleiteinrichtung zu tieferen und/oder höheren also anderen Frequenzen als der Resonanzfrequenz des Primärresonanzkreises 202, sodass nur mehr ein Bruchteil der Energie übertragen werden kann. Die verbliebende von der Primärkreisvorrichtung übertragene Energie und/oder durch ein anderes äußeres Magnetfeld übertragene Energie kann durch geeignete Maßnahmen so abgeführt oder gedämpft werden, dass eine Überspannung am Ausgang 220 des Energieübertragungssystems verhindert wird. Dieses Abführen erfolgt insbesondere dadurch, dass die Verstimmung die Verstärkung für die Arbeitsfrequenz reduziert und somit das Aufschwingen des Schwingkreises sehr stark reduziert. Um eine gleich hohe L2 Spannung zu erreichen müsste nach der
Frequenzverschiebung des Sekundärresonanzkreises 203 bei unveränderter
Resonanzfrequenz des Primärresonanzkreises 202 das primärseitig generierte
Magnetfeld 106 um ein Vielfaches erhöht werden. Die Erhöhung ist jedoch nur bis zu einem Punkt möglich, welcher als in einem praktischen Betrieb unerreichbar angesehen werden kann. Durch eine Rückmeldung über den Feedbackkanal 101 kann dann die Primärkreisvorrichtung 105‘ abgeschaltet werden, um keine weitere Energie an die Sekundärkreisvorrichtung zu übertragen.
Das Verstimmen des CPM 104 gemäß Fig. 5 bewirkt, dass mit dem Magnetfeld von 85kHz, welches von dem Primärresonanzkreis 202 erzeugt wird, im Wesentlichen keine unbeschränkte Spannungsüberhöhung erreicht werden kann. Oder in anderen Worten kann durch das Verstimmen die im Wesentlichen exponentielle Spannungsverstärkung bei der Resonanzfrequenz des Sekundärresonanzkreises 203, die dazu führen könnte, dass die Ausgangsspannung wegen der Spannungsüberhöhung im Wesentlichen unbeschränkt und nicht kontrollierbar steigt, aus dem Gefahrenbereich der
Arbeitsfrequenz des Energieübertragungssystems 100 oder eines externen
Störmagnetfeldes geschoben werden, in einen Frequenzbereich, in dem kein Magnetfeld vorhanden ist, das sich zu einer Spannungsüberhöhung aufschwingen könnte.
Die Reduktion der Güte Q und/oder der Impedanz der Energieleiteinrichtung 402 gemäß Fig. 4 bewirkt ebenfalls eine Verschiebung der Resonanzfrequenz des
Sekundärresonanzkreises 203 gegenüber der Resonanzfrequenz des
Primärresonanzkreises 202, jedoch für breitere Frequenzbereiche als bei einer
Verstimmung. Daher ist die Auswirkung der Verschiebung der Resonanzfrequenz nicht so stark, und die Verschiebung muss weiter erfolgen, um den gleichen Effekt zu erreichen.
Fig. 6 zeigt einen Schaltplan einer Sekundärkreisvorrichtung 104‘“ mit einer
Klemmschalteinrichtung 301 zum Auftrennen eines Schwingkreises 203 einer
Energieleiteinrichtung 402“ gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Der Aufbau der Sekundärkreisvorrichtung 104‘“ entspricht im Wesentlichen dem Aufbau der Sekundärkreisvorrichtung 104‘ aus Fig. 4 und der
Sekundärkreisvorrichtung 104“ aus Fig. 5. Der Resonanzkondensator 222‘“ weist die beiden Kondensatoren C2.1 und C2.2 auf und bildet zusammen mit den beiden Spulen L2.1 und L2.2 den Resonanzkreis 203 der Energieleiteinrichtung 402‘“. Zwischen den beiden Spulen L2.1 und L2.2 ist die Klemmschalteinrichtung 301 angeordnet, welche so
eingerichtet ist, den Schwingkreis 203 zu öffnen. Dieses Öffnen ist irgendwo im
Schwingkreis möglich, also auch zum Beispiel zwischen L2.1 und C2.1 oder zwischen C2.1 und dem Gleichrichter 403. Die Klemmschalteinrichtung 301 wird von der sekundären Detektionseinrichtung 401 gesteuert, welche den Ausgang 220 des Systems 100 zur Energieübertragung bzw. den Ausgang der Gleichrichteeinrichtung 204 überwacht und im Falle einer Spannungsüberhöhung die Klemmschalteinrichtung 301 auslöst. Bei einer Detektion des Lastabwurfs am Ausgang 220 des
Energieübertragungssystems 100 wird der Schwingkreis 203 aufgetrennt und so die Energieübertragung über die Energieleiteinrichtung 402‘“ unterbunden. Alternativ zu dem sekundären Schwingkreis 203 kann ein beliebiger anderer Schwingkreis aufgetrennt werden. So könnte auch der Primärschwingkreis 202 aufgetrennt werden, wenn eine Kommunikation zwischen der Sekundärkreisvorrichtung 104‘“ und der
Primärkreisvorrichtung 105‘ stattfindet. Wird der Schwingkreis geöffnet, so kann sich keine übermäßige Spannung im Schwingkreis 203 mehr aufbauen. Die durch die primärseitigen Magnetfelder induzierten Spannungen in einem offenen Schwingkreis liegen innerhalb einer vertretbaren Größenordnung und sind durch eine geeignete Isolationskoordination handhabbar.
Fig. 7 zeigt ein Flussdiagramm für ein Verfahren zum Testen einer
Sekundärkreisvorrichtung gemäß einem exemplarischen Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung. Das Verfahren geht von einem Idle Zustand S701 aus. Das Verfahren wird im Schritt S702 getriggert, wenn ein GPM 105 mit einem CPM 104 gekoppelt wird, wodurch ein Koppeln der Sekundärkreisvorrichtung 104‘ mit einer Primärkreisvorrichtung 105‘ erfolgt. In der Phase S702 erfolgt dann ein Einprägen eines Testsignals in die Energieleiteinrichtung 402‘, zur Übertragung des Testsignals zur Primärkreisvorrichtung 105‘ noch bevor die Energieübertragung gestartet wird. Bei dem Testsignal kann es sich um ein Positionierungssignal mit einer Frequenz von 125kHz handeln. In dem Zustand S703 erfolgt sodann ein Detektieren des Testsignals in der Primärkreisvorrichtung 105‘, um einen Vergleichswert zu erhalten.
In dem Zustand S704 erfolgt ein Beeinflussen der Energieleiteinrichtung 402‘ und/oder des Magnetfelds 106 mit der sekundärseitigen Detektionseinrichtung 401 , um einen Fehlerfall des Lastabwurfs zu simulieren, d.h. ohne, dass der Spannungssensor 405 und/oder die sekundärseitigen Detektionseinrichtung 401 eine Überspannung detektiert
hat. Es erfolgt nach der Beeinflussung ein Detektieren einer Veränderung des Testsignals in der Primärkreisvorrichtung, wobei das Testsignal immer noch im Wesentlichen unverändert in die Energieleiteinrichtung 402‘ eingeprägt wird. Wird eine Veränderung des detektierten Testsignals erkannt, wird von der Funktionstüchtigkeit der Schaltung ausgegangen und ein Ladevorgang wird gestartet. Wird keine Veränderung erkannt, wird ein Defekt angezeigt und der Ladevorgang abgebrochen.
In Zustand S705 wird das Verfahren beendet, indem in den Idle Zustand zurückgekehrt wird.
Die Sekundärkreisvorrichtung 104‘ kann somit vor der Energieübertragung mit Hilfe eines eigeprägten Testsignals überprüft werden. In einem Beispiel kann als Testsignal ein Positioniersignal genutzt werden, welches am Eingang oder Ausgang des
Energieübertragungssystems 100 eingekoppelt wird. Insbesondere kann das Testsignal am Eingang 403 oder am Ausgang 404 der Gleichrichteeinrichtung 204 eingekoppelt werden und sich in Richtung des Eingangs der Primärkreisvorrichtung 105‘ bei dem Hauptanschluss 107 ausbreiten. Die Ausbreitungsrichtung des Testsignals entspricht somit einer der Energieübertragung entgegengesetzten Richtung und als Detektor kann beispielsweise eine Empfangseinrichtung für das Positioniersignal oder eine andere primärseitige Detektionseinrichtung genutzt werden, welche in der Primärkreisvorrichtung 105‘ vorhanden ist.
Alternativ kann ein Testsignal auch an dem Eingang der Primärkreisvorrichtung 105‘ bei dem Hauptanschluss 107 eingekoppelt werden und eine Detektion an dem Ausgang 220 des Energieübertragungssystems 100 bzw. dem Ausgang 404 und/oder dem Eingang 403 der Gleichrichteeinrichtung 402 vorgenommen werden. In diesem alternativen Fall stimmt die Ausbreitungsrichtung der Energieübertragung mit der Ausbreitungsrichtung des Testsignals überein und die sekundärseitige Detektionseinrichtung 401 kann zur
Detektion des Testsignals genutzt werden. Hierbei kann direkt die Energieübertragung 106 selbst als Testsignal genutzt werden und zum Beispiel bei stark reduzierter
Ladeleistung, welche über den Inverter 201 eingestellt werden kann, der Test
unverzüglich nach dem Ladestart vorgenommen werden. Durch das Auslösen der Klemmschaleinrichtung 301 bricht der Ladevorgang, wenn die Schutzfunktionalität richtig
funktioniert, zwar kurzfristig ab, worauf danach mit getesteten Schaltungselementen und der normalen Ladeleistung wieder dauerhaftes Laden ermöglicht wird.
Das Testsignal wird auf Seiten des jeweiligen Empfängers, d.h. der primärseitigen Detektoreinrichtung bzw. der sekundärseitigen Detektoreinrichtung 401 empfangen und erkannt. Nachdem das Testsignal erkannt worden ist, wird die Klemmschalteinrichtung 301‘ oder Crowbar 301‘ entweder durch ein Hardware- oder Software- Event getriggert, um einen Fehlerfall zu simulieren. Im Falle einer korrekten Funktion der Schutzeinrichtung wird das Testsignal, insbesondere das Positioniersignal, gedämpft und die primärseitige Detektoreinrichtung bzw. die sekundärseitige Detektoreinrichtung 401 kann im
Wesentlichen kein Signal mehr detektieren. Über diesen Detektionsweg entlang der Ausbreitungsrichtung des Testsignals kann beispielsweise die Ansprechspannung des Detektors 401 für den Lastabwurf oder des Detektors 401 für Überspannung am Ausgang des Systems regelmäßig im verbauten System überprüft werden und eine Nachjustierung und/oder eine Nachkalibrierung des jeweiligen primärseitigen und/oder sekundärseitigen Lastabwurfsdetektors 401 durchgeführt werden. Der jeweilige Lastabwurfdetektor, insbesondere die sekundärseitige Detektionseinrichtung 401 , kann einen Grenzwert und/oder Schwellwert für die Ausgangsspannung am Ausgang 220 nutzen, um die korrekte Funktionsweise zu testen.
Da die Schutzstruktur eine Zerstörung einer internen oder externen Komponente vermeidet, ist auch eine regelmäßige Funktionsprüfung der Klemmschalteinrichtung 301 möglich, beispielsweise vor Beginn einer jeden Energieübertragung und/oder während der Energieübertragung.
Ergänzend ist darauf hinzuweisen, dass„umfassend“ und„aufweisend“ keine anderen Elemente oder Schritte ausschließt und„eine“ oder„ein“ keine Vielzahl ausschließt.
Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als
Einschränkung anzusehen.