Verfahren zum räumlichen Anordnen von Coils in einem Coillager sowie Kombination aus einer Verarbeitungsmaschine und einem Coillager
Beschreibung
I. Anwendungsgebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum räumlichen Anordnen von Coils in einem Coillager sowie eine Kombination aus einer Verarbei- tungsmaschine und einem Coillager. Unter einem Coil im Sinne der vorlie- genden Anmeldung wird eine Blechhaspel verstanden, d.h. eine Haspel, auf welche Blech in Form von Bahnmaterial aufgewickelt ist. Bei der Verarbei- tungsmaschine kann es sich beispielsweise um eine Blechschneidemaschi- ne, eine Blechbiegemaschine, eine Blechstanzmaschine oder eine sonstige Blech verarbeitende Maschine handeln. II. Technischer Hintergrund
Blech verarbeitende Unternehmen bearbeiten üblicherweise verschiedenarti- ge Aufträge ihrer Kunden. Die verschiedenartigen Aufträge erfordern regel- mäßig das Verarbeiten von Blechen verschiedener Dicken und/oder unter- schiedlicher werkstoffmäßiger Zusammensetzungen. Die einzelnen Aufträge sind mengenmäßig meist nie so umfangreich, dass das gesamte, in Form eines Coils aufgewickelte Blech mit einer bestimmten Dicke und/oder Zu- sammensetzung in einem Arbeitsgang von der Verarbeitungsmaschine verarbeitet wird. Vielmehr muss der Verarbeitungsmaschine auftragsabhängig mal die eine und mal die andere Art von Blech zur Verarbeitung zugeführt werden.
Vor diesem Hintergrund ist es bekannt, für eine Verarbeitungsmaschine zum Verarbeiten von Blech ein sogenanntes Coillager zur Verfügung zu stellen, in welchem Coils aus unterschiedlichem Blech, beispielsweise Bleche mit un- terschiedlichen Dicken, bereitgehalten werden.
Ein bekanntes Coillager ist beispielsweise in der EP 1 626 823 B1 beschrie- ben. Dort werden ortsfeste Lagerböcke zum Lagern der Coils an ortsfesten Lagerplätzen vorgeschlagen. Die ortsfesten Lagerplätze haben zur Folge, dass die im Coillager befindlichen Coils unabhängig davon, wie viel Blech von den einzelnen Coils bereits zur Verarbeitung abgezogen wurde, über die Standzeit der Verarbeitungsmaschine hinweg einen im Wesentlichen kon- stanten Platzbedarf haben. Die in der Praxis zunehmende Vielfalt der zu verarbeitenden Blechdicken und Blecharten führt somit dazu, dass mehr Lager- raum für das Coillager zur Verfügung gestellt werden muss, wenn Blechdi- cken oder Blecharten verarbeitet werden sollen, die in dem Coillager noch nicht bereitgehalten werden.
III. Darstellung der Erfindung a) Technische Aufgabe
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum räumlichen Anordnen von Coils in einem Coillager sowie eine Kombination aus einer Verarbeitungsmaschine und einem Coillager zum Bereithalten mehrerer Coils für die Verarbeitung des Blechs der Coils mittels der Verar- beitungsmaschine zu schaffen, das bzw. die das Lagern von Coils mit mög- lichst vielen unterschiedlichen Blechdicken und/oder Blecharten auf möglichst geringem Raum ermöglicht.
b) Lösung der Aufgabe
Diese Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des An- spruchs 1 sowie mit einer Kombination aus einer Verarbeitungsmaschine und einem Coillager mit den Merkmalen des Anspruchs 3 gelöst. Weitere Merk- male der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zum räumlichen Organisieren bzw. Anordnen von Coils in einem Coillager vorgeschlagen, in welchem mehrere Coils lagerbar sind, wobei das Verfahren folgende Schritte umfasst:
a) Bereitstellen von elektronischen Daten über einen Anfangslagerzustand, welche Informationen über einen jeweiligen Anfangsdurchmesser aller Coils und über eine jeweilige räumliche Anfangslagerposition aller Coils in dem Coillager enthalten,
b) Transportieren eines ausgewählten Coils mit einer bestimmten Blechdi- cke und/oder einer bestimmten Blechzusammensetzung von seiner An- fangslagerposition zu einer Verarbeitungsmaschine zum Verarbeiten ei- nes Teils des bestimmten Blechs des ausgewählten Coils,
c) Sensorisches Erfassen eines verringerten Durchmessers des ausge- wählten Coils, nachdem der Teil des Blechs des ausgewählten Coils für das Verarbeiten durch die Verarbeitungsmaschine von dem ausgewähl- ten Coil entfernt bzw. abgespult wurde, so dass die Menge des auf dem ausgewählten Coil verbleibenden Blechs um den von der Verarbeitungs- maschine zu verarbeitenden bzw. verarbeiteten Blechanteil verringert wurde,
d) Elektronisches Speichern des verringerten Durchmessers des ausge- wählten Coils,
e) Transportieren des den verringerten Durchmesser aufweisenden, aus- gewählten Coils zu einer Ablagelagerposition, die in Abhängigkeit von dem verringerten Durchmesser des ausgewählten Coils abweichend von seiner Anfangslagerposition in Lagerraum sparender Weise von einer elektronischen, programmierten Anlagensteuerung derart gewählt wird,
dass der Abstand zwischen einer Coilachse des ausgewählten Coils und einer Coilachse eines dem ausgewählten Coil in dem Coillager benach- barten Coils in der Ablagelagerposition kleiner ist als in der Anfangsla- gerposition, und
f) Elektronisches Speichern der Ablagelagerposition des ausgewählten Coils.
Die voranstehende Reihenfolge der Schritte a) bis f) entspricht nicht zwingend der im Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens einzuhaltenden chro- nologischen Schrittreihenfolge. Soweit es der technische Kontext des Verfah- rens zulässt, kann ohne Weiteres eine andere chronologische Reihenfolge der Verfahrensschritte gewählt werden. Beispielsweise ist denkbar, die Speicherschritte d) und f) gleichzeitig nach dem Transportschritt e) durchzufüh- ren. Da die Daten der Ablagelagerposition bereits vor dem tatsächlichen Transport des ausgewählten Coils zu der Ablagelagerposition gemäß Schritt e) aus der Verringerung des Durchmessers des ausgewählten Coils und sei- ner vorherigen Anfangslagerposition errechnet werden können, wäre es auch möglich, die Speicherschritte d) und f) ggf. vor dem tatsächlichen Transport gemäß Schritt e) vorzunehmen.
Während der Verarbeitung von Blechen verschiedener Art mit der Verarbei- tungsmaschine wird genau dasjenige Coil mit dem jeweils zu verarbeitenden Blech (ausgewähltes Coil) an die Verarbeitungsmaschine herantransportiert. Ein Teil des Blechs wird dann von dem ausgewählten Coil abgewickelt bzw. abgespult und in der Verarbeitungsmaschine verarbeitet. Danach wird das ausgewählte Coil wieder in das Coillager zurück transportiert, wo es auf den nächsten Auftrag wartet, zu dessen Abarbeitung genau das Blech dieses ausgewählten Coils benötigt wird. Somit nehmen die Durchmesser, genauer die Außendurchmesser, aller im Coillager befindlichen Coils mit fortschrei- tender Blechverarbeitung früher oder später mehr oder weniger stark ab. Das erfindungsgemäße Verfahren nutzt in geschickter Weise den dadurch zwi-
schen den einzelnen Coils zunehmend entstehenden Freiraum als Lagerplatz zur Coillagerung.
Die Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt mit Hilfe einer elektronischen, programmierten Anlagensteuerung. In ihr sind die ggf. unter- schiedlich großen Anfangsdurchmesser aller Coils sowie die räumlichen La- gekoordinaten der Anfangslagerpositionen aller Coils in dem Coillager ge- speichert. Die Anfangslagerpositionen können beispielsweise in Form der jeweiligen räumlichen Koordinate der Coilachse jedes Coils gespeichert sein.
Steht ein Auftrag zur Verarbeitung des Blechs des ausgewählten Coils an, so wird dieses zu der Verarbeitungsmaschine transportiert und ein Teil seines Blechs wird verarbeitet. Der verringerte Durchmesser des ausgewählten Coils wird mit Hilfe eines Sensors, vorzugsweise einem optischen Lasersen- sor, elektronisch von der Anlagensteuerung erfasst.
Nach dem Zurücktransport des ausgewählten Coils von der Verarbeitungs- maschine in das Coillager erfolgt die Ablage des Coils nicht wieder an seiner Anfangslagerposition, die es vor der Abholung für die Abarbeitung des Auf- trags eingenommen hatte. Stattdessen berechnet die Anlagensteuerung eine von der Anfangslagerposition abweichende Ablagelagerposition, wobei in die Berechnung der Ablagelagerposition der verringerte Durchmesser des Coils einfließt. Aufgrund des verringerten Durchmessers des ausgewählten Coils kann seine Coilachse näher an der Coilachse eines benachbarten Coils an- geordnet werden.
Diese Annäherung des ausgewählten Coils mit verringertem Durchmesser an ein benachbartes Coil erfolgt beispielsweise derart, dass die Coilachse des ausgewählten Coils um die Hälfte der Verringerung seines Durchmessers von ihrer Anfangslagerposition in Richtung des benachbarten Coils versetzt abgesetzt wird. In diesem Fall ist dann der Abstand der zylinderförmigen Au- ßenoberflächen des abgesetzten, ausgewählten Coils und des ihm benach-
barten Coils so groß wie er war als das ausgewählte Coil noch seinen größe- ren Anfangsdurchmesser aufwies und noch an seiner Anfangslagerposition angeordnet war. Auf diese Weise rückt das ausgewählte und in das Coillager zurück transportierte Coil in der Reihe der im Coillager befindlichen Coils räumlich vorzugsweise in Richtung der Verarbeitungsmaschine auf.
Nach dem Abarbeiten eines Blechverarbeitungsauftrages und dem Zurück- transport des ausgewählten Coils an die Ablagelagerposition in dem Coillager kann die elektronische Anlagensteuerung den verringerten Durchmesser des ausgewählten Coils und die räumlichen Koordinaten der Ablagelagerpo- sition als neuen Anfangslagerzustand im Sinne des Verfahrensschritts a) speichern. Auf Grundlage dieses neuen Anfangslagerzustands kann dann der nächste Zyklus der Schritte b) bis f) des erfindungsgemäßen Verfahrens durchgeführt werden.
Mit jedem weiteren Blechverarbeitungsauftrag findet wiederholt ein Zyklus gemäß der Schritte b) bis f) statt, so dass sich in dem Coillager ein räumliches Aufrücken oder Zusammenrücken der gelagerten Coils ergibt. Sobald dadurch in dem in seinen räumlichen Außenabmessungen gleich groß blei benden Coillager genügend Platz für ein zusätzliches Coil frei geworden ist, kann dieses zusätzlich in das Coillager aufgenommen werden. Das Coillager nimmt dann ein Coil mehr auf als es in dem ursprünglichen Anfangslagerzu- stand aufgenommen hatte. Das zusätzliche Coil kann insbesondere aus ei- nem Blech sein, dessen Blechdicke und/oder Blechart in dem ursprünglichen Anfangslagerzustand noch nicht vorhanden war.
Das Transportieren gemäß der Schritte b) und e) erfolgt mittels einer Coil- transporteinrichtung, bei der es sich vorzugsweise um eine Coilhebeeinrich- tung handelt. Diese hebt das ausgewählte Coil über die im Lager verbleiben- den Coils an, transportiert sie translatorisch zu der Verarbeitungsmaschine und spult schließlich den von der Verarbeitungsmaschine zu verarbeitenden Teil des Blechs von dem ausgewählten Coil ab. Letzteres ist besonders vor-
teilhaft, da im Bereich der Verarbeitungsmaschine keine separate Abspulvorrichtung angeordnet werden muss, an welche das ausgewählte Coil übergeben werden müsste. Die auch die Funktion des Abspulens übernehmende Coiltransporteinrichtung vermeidet somit einen mechanischen Übergabe- schritt des abzuspulenden Coils und somit ein damit verbundenes Risiko von Fehlfunktionen während eines Übergabevorgangs.
Erfindungsgemäß wird des Weiteren eine Vorrichtung in Form einer Kombi- nation aus einer Verarbeitungsmaschine und einem Coillager zum Bereithalten mehrerer Coils für die Verarbeitung des Blechs der Coils mittels der Ver- arbeitungsmaschine vorgeschlagen. Sie umfasst eine in dem Coillager ange- ordnete Aufnahmeeinrichtung zur lagernden Aufnahme aller Coils jeweils an einer beliebigen Stelle der Aufnahmeeinrichtung. Es ist eine elektronische Speichereinrichtung vorhanden, in welcher elektronische Daten über einen Anfangslagerzustand speicherbar sind, wobei diese Daten Informationen über einen jeweiligen Anfangsdurchmesser der Coils und eine jeweilige räumliche Anfangslagerposition der Coils in dem Coillager enthalten. Die räumliche Anfangslagerposition wird beispielsweise in Form der räumlichen Koordinaten der Coilachse eines jeden Coils gespeichert.
Eine Coiltransporteinrichtung transportiert ein ausgewähltes Coil von seiner Anfangslagerposition an einer ersten Stelle der Aufnahmeeinrichtung zu der Verarbeitungsmaschine zum Verarbeiten eines Teils des Blechs des ausge- wählten Coils. Danach weist das ausgewählte Coil einen verringerten Durch- messer, genauer Außendurchmesser, auf. Die Coiltransporteinrichtung kann außerdem das den verringerten Durchmesser aufweisende, ausgewählte Coil zu einer eine Ablagelagerposition bildenden zweiten Stelle der Aufnahmeeinrichtung transportieren, die von der ersten Stelle der Aufnahmeeinrich- tung abweicht und von der elektronischen Anlagensteuerung in Anhängigkeit von dem verringerten Durchmesser des ausgewählten Coils in Lagerraum sparender Weise derart gewählt ist, dass der Abstand zwischen einer Coilachse des ausgewählten Coils und einer Coilachse eines dem ausge-
wählten Coil in dem Coillager benachbarten Coils in der Ablagelagerposition kleiner ist als in der Anfangslagerposition.
Des Weiteren ist eine Sensoreinrichtung zum Erfassen des verringerten Durchmessers des ausgewählten Coils vorhanden, wobei das Erfassen des verringerten Durchmessers erfolgt, nachdem der Teil des Blechs des ausge- wählten Coils für das Verarbeiten durch die Verarbeitungsmaschine von dem ausgewählten Coil entfernt wurde. Bei der Sensoreinrichtung handelt es sich vorzugsweise um einen optischen Lasersensor, der in elektronischer Signal- verbindung mit der Anlagensteuerung steht.
In vorteilhafter Weise weist die Coiltransporteinrichtung eine Abspuleinrichtung zum Abspulen des zu verarbeitenden Teils des Blechs des ausgewähl- ten Coils in Richtung der Verarbeitungsmaschine auf.
Vorzugsweise umfasst die Aufnahmeeinrichtung zur lagernden Aufnahme aller Coils zwei längliche Lagerstützen, von denen jede eine horizontal verlaufende, längliche Oberkante aufweist. Die Lagerstützen sind derart vonei- nander beabstandet, dass alle Coils mit Hilfe an ihren Stirnseiten jeweils her- vorstehender Achsstummel oder alternativ mit Hilfe zweier an der Coiltrans- porteinrichtung angebrachter Bolzen, die in Lagerschilde an den Haspeln der Coils eingreifen können, an beliebigen Stellen der beiden horizontalen Oberkanten zum Bereithalten für die Verarbeitungsmaschine ablegbar sind. Diese beliebigen Stellen entlang der Oberkanten bilden eine geometrisch kontinu- ierliche Vielzahl von Lagerpunkten, an denen die Coils abgelegt werden kön- nen. Eine Beschränkung der von der Coiltransporteinrichtung anfahrbaren Lagerpunkte durch diskret voneinander beabstandete Lagerböcke oder ähn- liches ist nicht gegeben.
Die Sensoreinrichtung zum Erfassen des verringerten Durchmessers des ausgewählten Coils ist in vorteilhafter Weise an der Coiltransporteinrichtung angeordnet.
c) Ausführungsbeispiel
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Kombina- tion aus Verarbeitungsmaschine und Coillager in Verbindung mit dem erfin- dungsgemäßen Verfahren beispielhaft anhand der beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 : eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Kombination, wobei sich das Coillager in einem ursprüngli- chen Anfangslagerzustand befindet;
Fig. 2: eine Seitenansicht ähnlich Fig. 1 , wobei die Coiltransporteinrichtung ein ausgewähltes Coil zu der Verarbeitungsmaschine transportiert hat;
Fig. 3: eine Ansicht auf die in Fig. 2 gezeigte Kombination von oben;
Fig. 4: eine Seitenansicht ähnlich Fig. 1 , wobei sich das Coillager in einem durch fortgesetztes Verarbeiten von Blech erreichtem Zustand befin- det.
Fig. 5: das in Fig. 4 gekennzeichnete Detail A in vergrößerter Darstellung. In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel eines Coillagers 7 und einer Verarbei- tungsmaschine 8 zum Verarbeiten des in Form von Coils 1 , 2, 3, 4, 5 und 6 aufgewickelten Blechs in Seitenansicht zu sehen. Die Coils 1 , 2, 3, 4, 5 und 6 enthalten aufgewickeltes Blech mit verschiedenen Blechdicken und/oder aus verschiedenen Blechzusammensetzungen. Bei der Verarbeitungsmaschine 8 handelt es sich beispielhaft um eine Längs- und Querteilanlage zum Läng- und Querschneiden von Blech. Eine elektronische, programmierte Anlagen-
steuerung kann von einem Bediener der Verarbeitungsmaschine 8 mit Hilfe einer Bedieneinheit 15 bedient werden.
Das Coillager 7 befindet sich in Fig. 1 in einem ursprünglichen Anfangslager- zustand, in welchem alle sechs Coils 1 , 2, 3, 4, 5 und 6 jeweils eine ur- sprüngliche Anfangsblechmenge umfassen. Bei dem gezeigten Ausfüh- rungsbeispiel weisen sie alle denselben Anfangsdurchmesser DA auf, der in Fig. 1 nur beispielhaft für das Coil 4 eingezeichnet ist. Selbstverständlich können zwei, einige oder alle der Coils 1 , 2, 3, 4, 5 und 6 in dem Anfangsla- gerzustand auch unterschiedliche Anfangsdurchmesser aufweisen.
Es ist des Weiteren eine Coiltransporteinrichtung in Form einer portalartigen Coilhebeeienrichtung 9 zu erkennen, die in Fig. 1 auf Laufschienen 16 von links nach rechts bzw. rechts nach links motorisch verfahrbar ist. Die Coilhe- beeinrichtung 9 kann in an sich bekannter Weise ein Coil anheben und über andere Coils hinweg in Fig. 1 in horizontaler Richtung bewegen.
Ein beispielhafter Auftrag der Verarbeitungsmaschine 8 besteht darin, Blech mit genau derjenigen Blechdicke zu schneiden, das auf dem Coil 3 aufgewi- ckelt ist. Der Bediener hat dies an der Bedieneinheit 15 entsprechend einge- geben. Die elektronische Anlagensteuerung steuert die Coilhebeeinrichtung 9 dementsprechend derart an, dass sie die in Fig. 1 gezeigte Anfangslagerposition des für die Bearbeitung des Auftrags ausgewählten Coils 3 anfährt. In Fig. 1 ist zu erkennen, wie die Coilhebeeinrichtung 9 das ausgewählte Coil 3 bereits angehoben hat (nur zu Illustrationszwecken ist die Coilhebeeinrich- tung 9 samt dem angehobenen Coil 3 in Fig. 1 links von der Anfangslagerpo- sition des Coils 3 gargestellt).
Die Coilhebeeinrichtung 9 transportiert das ausgewählte Coil 3 nun in Fig. 1 nach rechts über die Coils 4, 5 und 6 hinweg bis sie ihre in Fig. 2 gezeigte Abspulstellung kurz vor der Verarbeitungsmaschine 8 erreicht hat. Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, hat die Coilhebeeinrichtung 9 das ausgewählte Coil 3 be-
reits in eine Abspulposition zum Abspulen des Blechs in die Verarbeitungs- maschine 8 abgesenkt. Der Anfangdurchmesser DA ist in Fig. 2 an dem Coil 2 gekennzeichnet.
Die Coilhebeeinrichtung 9 ist mit einer nicht näher dargestellten, an sich be- kannten Abspuleinrichtung versehen, welche das ausgewählte Coil 3 in Fig. 2 im Uhrzeigersinn motorisch derart abspult, dass das abgespulte Blech zum Schneiden in die Verarbeitungsmaschine 8 gelangt. Die Abspuleinrichtung ist somit nicht ortsfest angeordnet, sondern bewegt sich stets mit der Coilhebe- einrichtung 9 mit. Die Coilhebeeinrichtung 9 übt somit die Funktionen des Anhebens und Absenkens der Coils, des translatorischen Transportierens der Coils in Horizontalrichtung und des Abspulens eines jeweils an der Ver- arbeitungsmaschine 8 benötigten Coils aus.
Zwischen dem Abholen des ausgewählten Coils 3 von seiner Anfangslager- position, dem Abspulen des ausgewählten Coils 3 im Bereich der Verarbei- tungsmaschine 8 und dem Rücktransport des ausgewählten, einen verringer- ten Durchmesser D (siehe Fig. 4) aufweisenden Coils 3‘ an seine von der Anfangslagerposition abweichende Ablagelagerposition wird das Coil 3 bzw. 3‘ von der Coilhebeeinrichtung 9 somit nicht losgelassen. Dies ist vorteilhaft, da keine Übergabe an eine ortsfest vorgesehene Abspulvorrichtung wie im Stand der Technik erforderlich ist. Ein damit verbundenes Übergaberisiko einer mechanischen Fehlfunktion sowie die damit verbundene Übergabezeit zum Übergeben des Coils an die ortsfeste Abspulvorrichtung werden dadurch vermieden.
In Fig. 3 sind das in Fig. 2 gezeigte Coillager 7, die Verarbeitungsmaschine 8 sowie die Coilhebeeinrichtung 9 in einer Ansicht von oben zu sehen. Gleiche Bezugszeichen wie in Fig. 2 kennzeichnen gleiche Teile.
Nachdem ein Teil des auf dem ausgewählten Coil 3 aufgewickelten Blechs als Blechbahn der Verarbeitungsmaschine 8 zugeführt und der Blechverar-
beitungsauftrag für das konkrete Blech gemäß Coil 3 abgearbeitet wurde, weist das Coil 3‘ einen im Vergleich zu seinem Ausgangsdurchmesser DA verringerten Durchmesser D auf, der in Fig. 4 gezeigt ist. Das Coil 3‘ mit dem verringerten Durchmesser D nimmt somit weniger Raum ein als das Coil 3 mit dem Anfangsdurchmesser DA.
Die elektronische Anlagensteuerung ist derart programmiert, dass sie einen Rücktransport des Coils 3,3‘ von seiner in den Fig. 2 und 3 gezeigten Ab- spulposition mit Hilfe der Coilhebeeinrichtung 9 derart veranlasst, dass das Coil 3‘ nicht wieder an seiner ursprünglichen Anfangslagerposition abgesetzt wird. Stattdessen erfolgt das Absetzen des Coils 3‘ an einer Ablagelagerposi- tion, die in den Fig. 2 und 3 näher an dem Coil 4 liegt. Die Coilachse des wieder im Coillager 7 abgesetzten Coils 3‘ befindet sich demnach näher an der Coilachse des Coils 4. Das Coil 3‘ ist im Vergleich der Fig. 2 und 3 einer- seits und der Fig. 4 andererseits ein Stück nach rechts in Richtung Verarbei- tungsmaschine 8 aufgerückt. Zwischen den zylindrischen Außenoberflächen der Coils 3‘ und 2 entsteht dadurch bei gedanklich vorgestelltem Ablegen des Coils 3‘ an seiner erfindungsgemäßen Ablagelagerposition in den Fig. 2 - 4 zunächst ein größerer Abstand, der jedoch später bei wiederholtem Durch- führen des erfindungsgemäßen Verfahrens reduziert wird.
Soll beispielsweise schon im Rahmen des nächsten Blechverarbeitungsauf- trags Blech des Coils 2 verarbeitet werden, so wird das Coil 2 zu dem„aus- gewählten Coil“ im Sinne des erfindungsgemäßen Verfahrens. Nach Erledi gung dieses Auftrags weist nun auch das Coil 2 einem verringerten Durch- messer auf und wird von der Coilhebeeinrichtung 9 zurück in das Coillager 7 transportiert. Die Ablagelagerposition des Coils 2 kann von der Anlagensteuerung in diesem Fall beispielsweise derart berechnet, dass die Coilachse des Coils 2 im Vergleich zu seiner Anfangslagerposition um die Summe aus der Hälfte der Durchmesserverringerung des Coils 2 und der Hälfte der Durch- messerverringerung des in dem vorangegangenen Blechverarbeitungsauf- trags benötigten Coils 3‘ in den Fig. 2 - 4 nach rechts Richtung Coil 3‘ rückt.
Fig. 4 zeigt den Zustand des Coillagers 7 nach der Durchführung einer Vielzahl von Blechverarbeitungsaufträgen durch die Verarbeitungsmaschine 8. Wie zu erkennen ist, weisen die Coils 2 und 6 in dieser Momentaufnahme nach wie vor ihren Anfangsdurchmesser DA auf, der in den Fig. 1 und 2 ge- zeigt ist. Die Coils 1‘, 3‘, 4‘ und 5‘ weisen im Vergleich zu ihrem jeweiligen Anfangsdurchmesser DA deutlich verringerte Durchmesser auf. Für das aus- gewählte Coil 3‘ ist beispielhaft ein verringerter Durchmesser D eingezeichnet.
Nach jedem Durchführen des erfindungsgemäßen Verfahrens rückt die Coil- achse des jeweils für einen Verarbeitungsauftrag ausgewählten Coils um den Betrag der halben Durchmesserverringerung, die durch das für das Abarbei- ten des Auftrags erforderliche Abspulen von Blech verursacht wurde, in den Fig. 1 bis 4 nach rechts. Dadurch wird immer wieder - wie in Fig. 4 zu sehen ist - ein Zustand erreicht, in welchem die Abstände zwischen den zylindrischen Außenoberflächen benachbarter Coils konstant sind. Im Gegensatz dazu sind die Abstände der Coilachsen benachbarter Coils in der Regel nicht äquidistant, da die im Coillager 7 befindlichen Coils in der Regel unterschied- lieh große Durchmesser aufweisen. Beispielsweise ist der in Fig. 4 einge- zeichnete Achsabstand A^s zwischen den Coilchsen der Coils 4 und 5 deut- lich kleiner als der in Fig. 4 eingezeichnete Achsabstand A5-6 der Coilachsen der Coils 5 und 6. In Fig. 4 ist links neben dem Coil 1‘ der Raumgewinn zum Lagern zusätzli- cher Coils zu erkennen, der sich aus der vielfachen Durchführung des erfin- dungsgemäßen Verfahrens ergibt.
In der beispielhaften Darstellung der Fig. 4 ist das Coil 2 mit seinem An- fangsdurchmesser DA gezeigt und trotzdem in einer nach rechts aufgerückten Ablagelagerposition. Die Anlagensteuerung kann derart programmiert sein, dass eine an der Coilhebeeinrichtung 9 vorhandene Scannereinheit bei
Bedarf den geometrischen Zustand des Coillagers 7 in die Anlagensteuerung elektronisch einiesen kann. Für eine vorgegebene, längere Zeit nicht für einen Verarbeitungsauftrag benötigte Coils, hier das Coil 2, werden dann im Sinne eines Aufräumens des Coillagers 7 von der Coilhebeeinrichtung 9 in den Fig. 1-4 nach rechts gerückt, ohne mit dem betroffenen Coil die Verar- beitungsmaschine 8 an zu fahren.
In den Fig. 1 bis 4 sind zwei längliche Lagerstützen 11 und 12 hier in Form länglicher Lagerwände zu erkennen. Sie bilden die Aufnahmeeinrichtung zur lagernden Aufnahme aller Coils in dem Coillager 7 im Sinne der vorliegenden Erfindung. Die wandartigen Lagerstützen 11 und 12 weisen horizontal verlau- fende Oberkanten 13 und 14 auf, auf denen die Coils 1 , 2, 3, 4, 5 und 6 an beliebigen Stellen abgesetzt werden können, sofern an der entsprechenden Stelle keine mechanische Kollision des abzusetzenden Coils mit anderen, bereits gelagerten Coils zu befürchten ist.
Fig. 5 zeigt das in Fig. 4 gekennzeichnete Detail A in vergrößerter Darstellung. Es ist insbesondere ein Teil der Oberkante 13 der wandartigen Lager- stütze 11 gut zu erkennen. An der in Blickrichtung der Fig. 5 rückwärtigen Seite der wandartigen Lagerstütze 11 ragt von der schmalen Oberkante 13 eine Hintergriffleiste 17 nach oben. Diese Hintergriffleiste 17 kann von einem Lagerschuh 36, der den in Fig. 3 gekennzeichneten Achsstummel 26 des Coils 6 abstützt, von oben hintergriffen werden. Der Lagerschuh 36 ist beispielhaft für alle anderen in Fig. 3 gekennzeichneten Achsstummel 21 , 22, 23, 24 und 25 der Coils 1 , 2, 3, 4 und 5. Die Oberkante 14 der der wandarti- gen Lagerstütze 11 gegenüberliegenden, wandartigen Lagerstütze 12 weist eine in Fig. 5 nicht sichtbare Hintergriffleiste auf, die analog zu der Hintergriff- leiste 13 ausgestaltet und angeordnet ist.
Wie in Fig. 3 zu erkennen ist, verlaufen die wandartigen Lagerstützen 11 und 12 mit ihren Oberkanten 13 und 14 geradlinig parallel zueinander und sind derart beabstandet, dass die Coilhebeeinrichtung 9 die Coils stets derart auf-
setzen kann, dass die Lagerschuhe (vgl. Lagerschuh 36 in Fig. 5) der Coils 1 , 2, 3, 4, 5 und 6 die Hintergriffleisten (vgl. Hintergriffleiste 17 in Fig. 5) entlang der Oberkanten 13 und 14 hintergreifen können und dadurch die Coils in axialer Richtung auf den Lagerstützen 11 und 12 formschlüssig sichern.
BEZUGSZEICHENLISTE
1 Coil
1 Coil 1 mit verringertem Durchmesser
2 Coil
3 Ausgewähltes Coil
3‘ Ausgewähltes Coil 3 mit verringertem Durchmesser D
4 Coil
4‘ Coil 4 mit einem verringertem Durchmesser
5 Coil
5‘ Coil 5 mit einem verringertem Durchmesser
6 Coil
7 Coillager
8 Verarbeitungsmaschine
9 Coilhebeeinrichtung
10
1 1 Lagerstütze
12 Lagerstütze
13 Oberkante der Lagerstütze 11
14 Oberkante der Lagerstütze 12
15 Bedieneinheit
16 Laufschiene der Coilhebeeinrichtung 9
17 Hintergriffleiste
21 Achsstummel des Coils 1
22 Achsstummel des Coils 2
23 Achsstummel des Coils 3
24 Achsstummel des Coils 4
25 Achsstummel des Coils 5
26 Achsstummel des Coils 6
36 Lagerschuh des Coils 6
DA Anfangsdurchmesser
D Verringerter Durchmesser des Coils 3‘
A4-5 Achsabstand zwischen Coilachsen der Coils 4 und 5 A5-6 Achsabstand zwischen Coilachsen der Coils 5 und 6