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Wachsamkeitsvorrichtung für Ztigsicherungsanlagen.
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nete, auf der Strecke angeordnete Beeinflussungspunkte bei in Haltstellung befindlichen Signalen eine Zwangsbremsung des Zuges veranlassen, sind Vorrichtungen vorgesehen, die es dem Lokomotivführer ermöglichen, die Zwangsbremsung zu verhindern, wenn er erkannt hat, dass das Vorsignal, dem der erste Beeinflussungspunkt zugeordnet ist, sich in Haltstellung befindet und wenn er dadurch dargetan hat, dass seine Aufmerksamkeit den Signalen zugewendet ist. Man bezeichnet diese Vorrichtungen als Wachsamkeitsvorriehtungen.
Es ist bereits der Vorschlag gemacht worden, eine derartige Waehsamkeitsvorriehtung so durchzubilden, dass sie in der Gebrauchslage gesperrt gehalten wird und dass die Sperrung aufgehoben wird,
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der Sperrung, die die selbsttätig'Rückkehr der Wachsamkeitsvorrichtung in die Normallage ermöglicht, durch den ersten Beeinflussungspunkt erfolgen, wenn dieser wirkungsbereit ist, d. h. wenn das Vorsignal noch in dem Augenblick in Warnstellung steht, wenn das Fahrzeug den ersten Beeinflussungspunkt erreicht ;
ist der Beeinflussungspunkt nicht mehr wirkungsbereit, d. h. ist das Vorsignal aus der Warnstellung in die Stellung für freie Fahrt gebracht, so erfolgt die Aufhebung der Sperrung der Wachsamkeitsvorrich-
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vorriehtung wieder wirkungsbereit ist, bevor noch das Fahrzeug am zweiten Beeinflussungspunkt angelangt ist.
Die Erfindung betrifft die bauliche Durchbildung einer Wachsamkeitsvorriehtung. die das im vorstehenden angedeutete Programm zu verwirklichen gestattet.
Die mit der Wachsamkeitsvorrichtung zusammenwirkenden Teile sind der Vollständigkeit halber und um ein klares Bild von der Wirkungsweise der Vorrichtung zu gewinnen, auf der Zeichnung angedeutet.
Die Wachsamkeitsvorrichtung besteht aus einem Absperrorgan 1, das auf der Zeichnung als Hahn angedeutet ist, jedoch auch in anderer Weise ausgebildet sein kann, und aus einem Steuerventil 2. Eine Druckmittelquelle 3, als die der Hauptluftbehälter der Druckluftbremsanlage der Lokomotive dienen kann. ist über das Abschlussorgan 1 mit einem zylindrischen Raum verbunden, in dem sich der Steuerkolben 4 befindet, der mit einem kleinen Kol en J in loser oder fester Verbindung steht. Beide Kolben bilden einen Differentialkolben. Der Raum zwischen ihnen ist entlüftet. Der Kolben 5 ist mit dem Steuerschieber 6 starr verbunden. Auf der dem Schieber zugewendeten Seite steht er ständig unter dem Druck des Hauptluftbehälters 3.
Das Absperrorgan 1 ist mit einer Vorrichtung ausgerüstet, die es selbsttätig in die Ver-
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Kolben 9 befindet. Wird der Hahn 1 verlegt, so drückt die Belastungsfeder des Kolbens 9 die riegelartig wirkende Kolbenstange 9a hinter den sperrnasenartigen Ansatz 10 am Auge des Hahnschlüssels 1 und hält diesen fest. 11 und 12 sind die Druckzylinder von Registriervorrichtungen, die auf der Zeichnung
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flussungspunktes der Strecke auf das Ventil 16 kann mechanischer oder elektrischer Art sein.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel ist die letztere Art angedeutet und demgemäss als Steuerorgan für das Übertragungsventil jM ein Elektromagnet 15 dargestellt. 17 ist ein Wegventil, das durch die Verlegung
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bestimmten Weg von dem Punkte aus zurückgelegt hat, an dem die Betätigung der Wachsamkeitsvorrichtung erfolgte.
Bemerkt der Lokomotivführer bei Annäherung des Zuges an ein Vorsignal, dass sich dieses in Warnstellung befindet, so verlegt er-wenn das Triebfahrzeug am Vorsignal angelangt ist oder sich kurz hinter diesem befindet-den Handgriff des Wachsamkeitshahnes so, dass das Absperrorgan 1 die Verbindung zwischen der Druckmittelquelle 3 und dem Zylinder herstellt, in dem sich der Kolben 4 befindet. Dieser wird so verschoben, dass der Schieber 6 die über der Normallage angedeutete Lage einnimmt.
Dadurch, dass die Kolbenstange 9a sperriegelartig über die Nase 10 des Hahngriffes des Absperrorgans 1 hinwegschnappt, wird der Hahn 1 in der Gebrauchslage festgehalten, und der Steuerschieber verbleibt in der besonders herausgezeichneten Stellung. Durch den bei dieser Schieberlage freigelegten Kanal a gelangt Druckluft in den Zählwerkszylinder 11. Dieser Teil des Zählwerks vermerkt also jede Betätigung der Wachsamkeitsvorrichtung. Der Kanal b, der zu einem an sich bekannten, daher auf der Zeichnung nicht dargestellten Notbremsventil führt, wird durch den Schieber 6 gesperrt ; eine Zwangsbremsung kann bei dieser Schieberstellung nicht zustande kommen. Die Kanäle c und d werden miteinander verbunden.
Gelangt nun das Triebfahrzeug mit in Gebrauchslage befindlicher Wachsamkeitsvorrichtung an den ersten Beeinflussungspunkt, der in einiger Entfernung hinter dem Vorsignal, also zwischen diesem und dem Hauptsignal, angeordnet ist, und ist dieser wirkungsbereit, weil das Vorsignal sich noch in Warnstellung befindet, so wird in bekannterweise da Übertragungsventil. M geöffnet. Dadurch wird der Teil 12 des Zählwerkes beaufschlagt. Dieser Teil verzeichnet also jedes Einwirken jedes Beeinflussungspunktes
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und Anschluss cl in den Zylinder der Sperrvorrichtung 8 und schiebt den Kolben 9 gegen die Wirkung seiner Belastungsfeder zurück. Die Kolbenstange 9a gibt die Nase 10 frei, und das Versehlussorgan J kehrt unter dem Einfluss der Rückstellvorriehtung 7 in die Normallage zurück.
Die vor dem Kolb n 4 befindliche, zwischen ihm und dem nunmehr geschlossenen Absperrorgan 1 eingeschlossene Druckluft entweicht schnell infolge der Undichtigkeit des Kolbens oder durch einen besonderen, nicht angedeuteten Auslass, und der auf den Kola en 5 wirksame Luftdruck bringt die Kolben 4 und 5 und den Steuerschieber 6 in die Normallage, in der die Schiebermuschel e die Kanäle bund c verbindet und bei Wirksamwerden eines Beeinflussungspunktes eine Zwangsbremsung eintritt. Auch der Raum vor dem Sperrkolben 9 entlüftet sich selbsttätig, nachdem der Steuerschieber 6 in seine Grundstellung zurückgegangen ist.
Hat der Führer des Triebfahrzeuges in der oben angedeuteten Weise die Wachsamkeitsvorriehtung beim Überfahren eines in Warnstellung befindlichen Vorsignals bedient und ist das Signal in Fahrtstellung gebracht worden, bevor das Triebfahrzeug den ersten Beeinfhmungspunkt erreicht hat, so erfolgt die Rückstellung der Wachsamkeitsvorrichtung in die Normallage durch das Wegventil 17. Dieses besitzt eine Öffnungsvorrichtung, die durch die Bedienung der Wachsamkeitsvorrichtung in bekannter Weise mit einer Fahrzeugachse gekuppelt wird und nach einer bestimmten Anzahl von Drehungen aas v entil 7 öffnet, wodurch Druckluft über das geöffnete Ventil 17 hinter den Kolben 9 tritt und die Sperrung des Abschlussorgans'1 aufhebt.