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Über-oder Unterdrnckbremse.
Es sind Über- oder Unterdruckbremsen bekannt mit einem vom Fahrer beeinflussbaren, beweglich am Bremshebel angeordneten Teil (Trittplatte, Handgriff) und einem die Bremskraft auf den Bremshebel und den beweglichen Teil übertragenden Vermittlungshebel. Bei diesen Bremsen fühlt der Fahrer den jeweiligen Bremswert. Die bekannten Einrichtungen haben aber den Nachteil, dass ihre Einzelteile so zueinander angeordnet und miteinander verbunden sind, dass eine billige Herstellung nicht möglich und auch der Einbau verhältnismässig umständlich ist.
Um derartige Einrichtungen zu vereinfachen und vor allem die reihenmässige Herstellung zu ermöglichen, wird deshalb erfindungsgemäss der Vermittlungshebel an einem am Bremshebel befestigbaren Halter gelagert, der in an sich bekannter Weise auch die hauptsächlichsten Steuerteile für die Bremse enthält, so dass die den Bremswert angebenden Teile samt der Steuerung als fertige Einheit auf einfache Weise am Bremshebelkopf befestigt werden können.
Einige Ausführungsbeispiele gemäss der Erfindung sind in den Figuren der Zeichnung skizziert.
Die Fig. 1-4 zeigen Ausführungen für Luftsaugbremsen, bei denen die Servobremskraft auf einen Vermittlungshebel wirkt.
In Fig. 1 ist 1 der Bremszylinder, dessen Kolben 2 durch ein Drahtseil 3 mit einem an dem Brems-
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ist in den Bremshebel 9 eingeklemmt. Vom Bremshebel führt die Zugstange 10 zu den Bremsen. Eine Feder 11 sucht den Bremshebel 9 in seine Anfangslage zurückzuziehen.
Die Vorrichtung wirkt wie folgt : Durch einen Druck auf die Trittplatte 6 wird auf mechanischem oder elektrischem Wege ein Ventil geöffnet, das den Bremszylinder mit dem Saugrohr des Wagenmotors verbindet. Infolgedessen wird der Kolben 2 in den Zylinder 1 hineingezogen. Die Kolbenkraft wirkt durch das Drahtseil 3 auf den Hebel 4 und sucht diesen im Uhrzeigersinn um den Punkt 7 zu drehen.
Da durch den Führer aber ein Druck auf die Trittplatte 6 und damit auch auf den nach oben gerichteten
Arm des Hebels 4 ausgeübt wird, so entsteht in dem Punkt 7 ein Zug, der den Bremshebel 9 nach links bewegt und die Bremse anzieht. Dieser Ausschlag des Bremshebels wird so lange anhalten, als der Fahrer mit seinem Fuss dem Bremshebel folgt und dabei der wachsenden Bremskraft in dem durch die Unter- setzung gegebenen Masse das Gleichgewicht hält. Er erhält also gefühlsmässig einen Massstab für die jeweilige Bremskraft. Folgt der Fuss dem Bremshebel nicht mit der nötigen Kraft nach, so wird in an sich bekannter Weise der Bremsvorgang begrenzt bzw. unterbrochen.
Zur Klärung der Kräfteverhältnisse möge angenommen werden, dass im Bremszylinder bei voller
Ventilöffnung eine auf den Kolben wirkende Kraft von 60 kg erzeugt wird. Diesen 60 müssen bei einer Hebelübersetzung von 1 : 3 vom Fahrer 20 kg entgegengestellt werden, so dass die Reaktionskraft des Systems bei Gleichgewicht, also die auf den Bremshebel im Punkt 7 wirkende Kraft, 80 leg beträgt.
Die vom Fahrer aufzuwendende Kraft ist also nicht verloren, sondern wird zum Bremsen mitbenutzt.
Die angegebenen Zahlenwerte gelten natürlich nur ungefähr, da die Seitenkomponenten der Kräfte nicht berücksichtigt wurden und deren Grösse vor allem von der Linienführung für die Kraftübertragung abhängt.
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Fig. 3 zeigt den Erfindungsgegenstand an einer mechanisch gesteuerten Servobremse. Der Halter o für die Trittplatte 6 ist rohrförmig und trägt auch ein Ventilgehäuse 12 mit seinen Anschlüssen 13 für
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sinkt, dreht sieh der Hebel 4 um seinen Drehpunkt 7 im Uhrzeigersinn und gibt das Ventil 16 frei, das unter dem Einfluss des Unterdruckes wieder schliesst.
Die Erfindung, angewendet auf eine Bremse mit elektromagnetisch gesteuertem Ventil, ist in Fig. 4 gezeigt. An Stelle des Ventils der Fig. 3 sind hier eine Kontaktfeder 17 und ein Kontakt 18 isoliert in den Halter 5 eingebaut. Von der Klemme 18 führt eine Leitung 19 zu dem Magnet 20 im Gehäuse 12 eines elektromagnetisch gesteuerten Ventils am Bremszylinder und geht dann zur Masse. Die Klemme der Kontaktfeder 17 ist mit der Batterie 21 verbunden, deren anderer Pol ebenfalls an Masse gelegt ist.
Anstatt, wie bei der mechanisch gesteuerten Bremse, das Ventil unmittelbar zu betätigen, ist hier lediglich entgegen dem Einfluss der Kolbenkraft die Kontaktfeder 17 mit dem Kontakt 18 in berth- rung zu bringen, wodurch der Stromkreis geschlossen und das Ventil 16 nach rechts gezogen wird.
Im übrigen wirkt die Vorrichtung genau so wie bei dem Beispiel der mechanischen Steuerung.