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Beim Ablesen an jenen Geräten, bei welchen ein Faden im Gerät mit einem Gegenstandspunkte zur Deckung gebracht werden soll, hat die bekannte Erscheinung der Fadenparallaxe, das ist die scheinbar am Bilde wahrgenommene Verschiebung des Fadens infolge von Veränderungen der Stellung des ablesenden Auges, eine grosse Unsicherheit in der Einstellung des Gegenstandspunktes zur Folge. Besonders unangenehm tritt diese Erscheinung bei Entfernungsmessern mit Fäden auf, da die Ermittlung des Lattenabschnittes unsicher wird.
Eine Parallaxe tritt nicht auf, wenn die Ablesefäden und das Lattenbild in ein und derselben Ebene liegen. Beim Einstellen des Fernrohres sucht man zuerst die Ablesefäden mittels der Okulareinstellschraube und dann das Lattenbild durch Verschieben des Okulars längs der optischen Achse mittels des Okularauszuges scharf einzustellen und in die günstigste Sehweite, also in gleichen Abstand vom Auge, zu bringen. Infolge der Unsicherheit der Einstellung, welche auch von der Empfindlichkeit des Auges des jeweiligen Beobachters abhängt, ist das Auftreten eines Abstandes der virtuellen Bilder von Fadenkreuz und Latte und somit eines Abstandes zwischen Fadenkreuz und Lattenbild unvermeidlich, so dass eine Parallaxe auftritt.
Die Erfindung bezweckt, die Scharfeinstellung der Bilder von der Einstellschärfe des Auges möglichst unabhängig zu machen. Zu diesem Zwecke werden erfindungsgemäss zwei Okulare mit verschiedenen Brennweiten vorgesehen, von denen das mit der kleinen Brennweite lediglich zur Scharfeinstellung von Lattenbild und Fadenbild dient und das mit der grossen Brennweite für die Messung herangezogen wird.
Nach Versuchen und Berechnungen des Anmelders ist für das Einstellokular eine kleine Brennweite Grundbedingung, da der Einstellfehler mit dem Quadrate der Okularbrennweite abnimmt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Anmeldungsgegenstandes veranschaulicht.
Fig. 1 ist eine schematische Erläuterung der Parallaxe ; Fig. 2 zeigt sehaubildlieh eine beispielsweise Ausbildung des erfindungsgemässen Okulares, Fig. 3 einen waagrechten Schnitt längs der Linie I11 der Fig. 2, Fig. 4 einen lotrechten Schnitt nach der Linie 777-77 der Fig. 3, Fig. 5 einen lotrechten Längsschnitt nach der Linie V-VI der Fig. 4.
In Fig. 1 bedeuten a und b die Hauptebenen des Okulares, c die Ebene in der die Fäden liegen, l'und 1" die Brennpunkte des Okulars, d das Mass der Bewegung des Auges vor dem Okular während der Ablesung, g und e das virtuelle Bild der Latte bzw. der Fäden, I das reelle Bild der Latte, 7c den wirklichen und h den scheinbaren Einstellfehler und schliesslich In die Parallaxe.
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Brennweite und mit dem normalen Messokular 5. Die gemeinsame Fassung 6 beider Okulare ist mit Führungsansätzen 7 versehen, die bei der zum Zwecke der Auswechslung der Okulare vorgesehenen Querverschiebung z. B. längs in Bohrungen der Ansätze gleitenden Führungsstäben 8, geführt sind.
Die Fassung 6 kann mittels einer das Gehäuse.) durchsetzenden Stange 9, welche in einem Handgriff 10 endigt, oder mittels einer Zahnstange und eines Triebes verschoben werden. In der Stirnwand des Gehäuses.'} ist eine Augenblende 11 vorgesehen. Durch Querschiebungen der Fassung 6 wird eines der beiden Okulare 1 oder 5 vor diese Blende in die optische Achse des Instrumentes gebracht.
In Fig. 3 und 4 ist eine selbsttätige Feststell- und Auslösevorrichtung zur Festhaltung des Okulars in der Einstellage bzw. zur Freigabe aus dieser angedeutet : in der dargestellten Lage wird das Gehäuse
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optische Achse gebracht, wobei ein mit der Fassung 6 verbundener Haken 1. 3 in einen Gegenhaken. 14 am Ende eines Hebels 15 einklinkt. Der Hebel 15 ist um die im Gehäuse 3 des Okulars befestigte Achse 18 drehbar gelagert und weist einen Handgriff 16 auf. Eine Feder 17 ist einerseits am Hebel, anderseits an dem Gehäusefortsatz 25 befestigt. Nach der Scharfeinstellung der Bilder wird der Handgriff 16 betätigt, wodurch unter Freigabe des Hakens 13 die Fassung 6 durch die Spannung der Federn 12 in die Ableselage zurückgebracht wird.
Die in bekannter Weise angeordneten Okularverstellschrauben 19 und 20 verschieben sich bei der Verschiebung der Fassung 6 in Schlitzen 21 und 22 des Gehäuses.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Okular für optische Geräte mit Ablesefäden, insbesondere Entfernungsmessgeräte, gekennzeichnet durch zwei Okulare (4, 5) von verschiedener Brennweite, von denen jeweils eines in die optische Achse des Gerätes gebracht werden kann, um die Scharfeinstellung der Bilder von Fäden und Gegenstand durch ein Okular mit kleiner Brennweite vorzunehmen.