AT146243B - Gebirgskarren. - Google Patents

Gebirgskarren.

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Description


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  Gebirgskarren. 



   Gegenstand der Erfindung ist ein Karren insbesondere für den Transport von Heeresbedürfnissen in gebirgigen Gegenden mit schlechten Wegen. Der Karren ist sowohl für Pferde-als auch für Mannschaftszug eingerichtet. Durch eine besondere Kupplung können mehrere Karren zu einem Zug vereinigt werden. 



  Auf schmalen Gebirgspfaden ist ein Wenden des Karrens oft nicht möglich. Der Karren ist daher so zu bauen, dass er in beiden Richtungen gleich gut fahrbar ist. Zu diesem Zwecke und ferner um eine möglichst tiefe Schwerpunktslagerung bei einfachstem Aufbau ohne gekröpfte Achse zu erzielen, ist   erfindungsgemäss   der Karren vor und hinter dem Räderpaar symmetrisch gestaltet und an beiden Enden mit Anspannungsmitteln versehen und ferner der Wagenkasten geteilt und die Wagenachse samt der Bremswelle in dem Raum zwischen den Wagenkastenteilen elastisch gelagert.

   Diese besondere Ausbildung des Karrens ermöglicht in weiterer Ausgestaltung der Erfindung eine besondere Ausgestaltung der Beschirrung, die darin besteht, dass die Gabeldeichsel durch Hinzufügen einer Umlaufgurte, zweier Zugriemen, zweier rückwärtiger Tragschlaufen und eines Unterriemens für die Deichsel mit dem normalen   Tragsattelgeschirr   fest verbunden ist. Dies ermöglicht das Zugtier ohne Ab-und Anschirren an jedes Ende des Karrens anspannen zu können, es z. B. auf schmalen Spitzkehren, auf denen der Karren nicht gewendet werden kann, abzuspannen, um den Karren herumzuführen und am andern Karrenende wieder anzuspannen. Ferner kann an unfahrbaren Stellen die Last leicht auf den Tragsattel umgepackt und der leere Karren nachgetragen werden. 



   In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in einem Ausführungsbeispiel in Fig. 1 in Seitenansicht und in Fig. 2 eine Stirnansicht (beide Figuren teils im Schnitt) dargestellt. Fig. 3 bis 8 sind Einzelheiten, Fig. 9 zeigt die Beschirrung. 



   Der Wagenkasten (Fig. 1 und 2) besteht aus einem Rahmen aus Winkeleisen   1,   aus den beiden Ladekasten 2 aus perforiertem Stahlblech und dem Aufbau 3 aus Stahlrohren. Zur Erreichung einer möglichst tiefen günstigen Schwerpunktslage ist der Rahmen 1 in der Mitte zur Aufnahme der Achse   durchgekröpft.   Im freien Raum zwischen den beiden Ladekasten 2 ist die Achse mit der elastischen Aufhängung sowie die Bremswelle 25 untergebracht. Nach unten zu ist dieser Raum mit einem perforierten Deckblech 4 abgeschlossen, so dass eine vollständig glatte Bodenfläche entsteht. Hiedurch kann der Karren über Hindernisse, die etwas höher als seine Bodenfreiheit sind, leicht hinweggleiten. An den beiden Stirnseiten des Karrens befinden sich rohrförmige Stutzen 5 zum Anstecken der Deichsel sowie Augen 6 für die Anbringung des Kupplungsstückes 34.

   Ausserdem ist an einer Seite das Führungsrohr 7 für die Lagerung der schwenkbaren Karrenstütze 29 vorgesehen. In den Winkelrahmen 1 kann zur Erzielung einer ebenen   Ladefläche   auch ein leichter Holzboden eingelegt werden. Die Achse (Fig. 1 und 2) besteht aus dem Achsrohr   8,   den beiden Achsstummeln 9, auf welche die Bremsscheiben 10 aufgeschweisst sind, sowie den inneren Schalen 11 für die Achsaufhängung. Die Bremsseheiben 10 tragen Bolzen für die Bremsbacken 27 sowie Augen für die Bremswelle 25 und bilden den inneren Abschluss der Bremstrommeln. An einer der beiden Scheiben befindet sich ausserdem das Zahnsegment für die Bremsfeststellung. 



   Die Lagerung der Achse erfolgt in der Kröpfung des Winkelrahmens 1 unter Zwischenschaltung von Gummiklötzen 12, die in die Schalen 11 eingreifen. Durch diese erfindungsgemässe Anordnung werden die Gummiklötze im wesentlichen auf Schub beansprucht, was eine sehr gute allseits elastische Einspannung 

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 der Achse gibt. Diese Art der Lagerung gewährleistet federnden,   geräuscharmen   Lauf des Karrens, ohne besondere Wartung zu beanspruchen. Die Achsaufhängung besteht aus 4 armierten   Gummiklötzen 12,   4 Stützwinkeln 13, 2   Distanzschrauben   14 sowie den nötigen Befestigungsschrauben. 



   Die Räder (Fig. 6 und 7) bestehen aus der aus Stahlblech gepressten, innen verstärkten   Radscheibe,   der Felge 16 und dem Vollgummireifen 17. Sie werden auf der als Bremstrommel   ausgebildeten Nabe. M   mittels Schrauben und einem Flanschring 20 befestigt. Die besondere Befestigung besteht darin, dass in den Speichen radiale Versteifungsrippen 15 eingepresst sind. Die Nabe und der Flanschring besitzen entsprechende wellenförmige Seitenflächen, zwischen die die Rippen gegen Verdrehung gesichert eingreifen. Auf der Innenseite der Bremstrommel befindet sich der Bremsbelag 21. Hiedurch ist die Möglichkeit gegeben, die Bremstrommel aus Leichtmetall herzustellen und allenfalls aus einem Stück mit der Nabe auszubilden.

   Die Lagerung der Räder auf den Achsstummeln 9 erfolgt in Nadellagern 22, die mittels Fettpresse von aussen durch einen in die Bremstrommel eingeschraubten Nippel geschmiert werden. Die Abdichtung nach innen geschieht durch einen Filzring 23 ; nach aussen ist die Nabe durch eine Deckkappe 24 vollständig abgeschlossen. Die Bremse (Fig. 2) ist eine auf die mit einem Bremsbelag versehene Innenseite der Bremstrommel   wirkende. Backenbremse. Sie   besteht aus zwei Paaren Bremsbacken 27, der Bremswelle 25 (Fig. 8 und 9) aus Stahlrohr mit den beiden Bremsquirln 26. Die Betätigung erfolgt mittels eines seitlich am Karren angebrachten Handhebels 28 mit Klinkensperre. Die Nachstellung der Bremse ist durch Verdrehen der Bremswelle 25 sehr leicht möglich. Zu diesem Zweck ist das Auge des 
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 Das Bremsrohr umspannt seinerseits den Bremsquirl 26. 



   Die Karrenstütze 29 ist an einer Stirnwand des Karrens schwenkbar gelagert. In der Ruhestellung   wird sie durch eine drehbar angeordnete Feder 30 gehalten. In der Stützstellung ist sie in einem Führungs-   rohr 7 gegen seitliches Kippen fixiert und ausserdem durch eine Feder 31 gegen Herausfallen gesichert. 



  Die Handdeichsel 32 besteht aus dem Deichselrohr, das rückwärts ein vierkantiges Loch für den Vorstrecker 33 aufweist, und dem Quergriff. Die Befestigung der Deichsel kann wahlweise an einer der Stirnseiten des Karrens in den Kupplungsstutzen 5 erfolgen. Der Vorstecker 33 ist durch eine Feder gegen Herausfallen gesichert. Das Kupplungsstück 34 (Fig. 3 und 4) dient zur Verbindung zweier oder mehrerer Karren zu einem Zuge. Es wird allenfalls in den zu diesem Zwecke vorgesehenen Augen 6 unterhalb der Kupplungsstutzen 5 mit Hilfe eines Kupplungsbolzens 35 befestigt. Das Kupplungsstück 34 gestattet ausser einer vertikalen und horizontalen Beweglichkeit auch eine durch Anschläge begrenzte Verdrehung in der Längsachse. Es wird hiedurch von den Verdrehungsbeanspruehungen beim Überfahren einseitiger Hindernisse entlastet.

   Die Zugübertragung erfolgt elastisch unter Zwischenschaltung eines Gummipuffers. Die   Kupplungsstücke   können jedoch auch so ausgebildet sein, dass sie ebenso wie die Handoder Gabeldeichsel in die Kupplungsstutzen 5 eingesteckt werden können. Die Gabeldeichsel 36 wird in gleicher Weise wie die Handdeichsel 32 am Karren befestigt. Sie ist aus Stahlrohren hergestellt und trägt die zum Anschirren des Zugtieres nötigen Ösen. An den vorderen Stangenenden befindet sich ausserdem ein Sicherungshaken 37, der bei einem eventuellen Reissen des Zugriemens 39 das Abgleiten des Zugringes verhindert. Die Gabeldeichsel 36 ist im Kupplungsstutzen 5 des Karrens drehbar gelagert und gestattet so eine seitliche, durch Anschläge begrenzte Schräglage des Karrens von +   und - 280   aus der Horizontalen.

   Hiedurch ist das Zugtier von den Verdrehungsbeanspruchungen, wie sie beim Fahren quer zum Hang oder bei Hindernissen, über welche nur ein Rad geht, entlastet. Die Anschläge zur Begrenzung der Verdrehungsbewegung sind derart angeordnet, dass der Karren nicht kippen kann. Dadurch, dass die Gabeldeichsel einerseits durch einen Handgriff vom Karren getrennt, anderseits auf beiden Karrenseiten angesteckt werden kann, ist es möglich, auch ganz enge Spitzkehren mit dem Karren zu passieren, ohne wie bisher das Zugtier ausschirren zu müssen. Es wird in diesem Falle die Deichsel durch Herausziehen des Vorsteckers 33 vom Karren gelöst, das Zugtier samt der Deichsel um den Karren herumgeführt und an der andern Karrenseite wieder angekuppelt. Die Karren können zu einem Zug vereinigt werden und mittels geeigneter Verbindungsstücke auch an ein Motorfahrzeug angehängt werden. 



   Das Zuggeschirr wird aus dem normalen Tragsattelgeschirr derart gebildet, dass die Gabeldeichsel mit diesem fest verbunden ist. Zu diesem Zwecke werden die Umlaufgurte   38,   die beiden Zugriemen 39, die beiden rückwärtigen Tragschlaufen 40 und der Unterriemen 41 für die Deichsel vorgesehen. 



   Die   Umlauftraggurte 38   läuft über den Tragsattel und wird in üblicher Weise festgeschnallt. Die beiden Befestigungsriemen derselben dienen zum Einschnallen der Deichselstangen. Die Zugriemen 39 werden durch die rückwärtige vertikale Öse der Zugstangen durchgeschlauft, durch die vordere vertikale Öse durchgeführt ; der Zugring wird eingefädelt, der Riemen durch die vordere Öse zurückgeführt und eingeschnallt. 



   Die rückwärtigen Tragschlaufen werden in den rückwärtigen horizontalen Ösen der Deichselstange eingeschlauft und durch die Ringe am Traggeschirr gezogen. In Zugstellung sind sie derart zu schnallen, dass das Kupplungsende der Gabeldeichsel 36 sich in gleicher Höhe mit dem Kupplungsstutzen 5 des Karrens befindet. In   Marsehstellung   ohne Karrete wird die Deichsel rückwärts gehoben. 



  Dies geschieht durch Kurzschnallen der rückwärtigen Tragriemen 40. Der Unterriemen   41   ist in den vorderen horizontalen Ösen der Deichselstangen   einzuschnallen.   Er verhindert eine übermässig seitliche 

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Beweglichkeit der Deichsel und nimmt bei ungleichmässig geladenen Karren eventuell vorkommende
Aufwärtszüge der Deichsel auf. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Gebirgskarren, dadurch gekennzeichnet, dass derselbe vor und hinter dem Räderpaar symmetrisch ausgebildet und an beiden Enden mit Befcstigungsmitteln für die einen Teil der Zugtierbeschirrung bildende Deichsel versehen ist und zwei Ladekasten besitzt, die zwischen sich einen Raum freilassen, in dem die Wagenachse samt der Bremswelle elastisch gelagert ist.

Claims (1)

  1. 2. Gebirgskarren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Raum zwischen den Ladekasten unten durch ein Blech geschlossen ist, das mit dem Ladekastenboden eine ebene Fläche bildet, mittels der der Karren über höhere Hindernisse hinweggleiten kann.
    3. Gebirgskarren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse zwischen durch das Karrengewicht im wesentlichen auf Schub beanspruchte Gummiklötzehen (12) gelagert ist.
    4. Gebirgskarren nach den Ansprüchen) bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die aus Blech bestehenden Radscheiben radiale eingepresste Rippen (15) besitzen, die zwischen den entsprechend wellenförmig ausgebildeten Seitenflächen der Bremstrommel (18) und eines Flanschringes (20) mittels Schrauben eingespannt sind (Fig. 6 und 7).
    5. Gebirgskarren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Bremsbelag an der vorteilhaft aus Leichtmetall in einem Stück mit der Nabe ausgebildeten Bremstrommel vorgesehen ist.
    6. Gebirgskarren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das auf der Bremswelle (25) aus Stahlrohr sitzende Auge des Bremshebels (28) als Klemmring ausgebildet ist, der beim Festspannen gleich7eitig den in dem geschlitzten Rohrende sitzenden Bremsquirl (26) festklemmt.
    7. Gebirgskarren nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Enden desselben Kupplungsorgane zum fallweise Einstecken der Hand-und Gabeldeichsel und allenfalls besonderer Kupplungsstücke zum Verbinden mehrerer Karren zu einem Zug vorgesehen sind.
    8. Gebirgskarren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kupplungsstücke eine Beweglichkeit in waagrechter und lotrechter Richtung und eine begrenzte Verdrehungsmöglichkeit um ihre Längsachse besitzen.
    9. Gebirgskarren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Gabeldeichsel (36) im Kupp- luugsstutzen drehbar gelagert ist, so dass eine Schräglage des Karrens das Zugtier nicht einseitig beansprucht.
    10. Beschirrung zum Gebirgskarren nach den Ansprüchen l bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Gabeldeichsel an dem normalen Tragsattelgeschirr derart befestigt ist, dass sie beim Losen vom Karren mit dem Zugtier verbunden bleibt.
    11. B schirrung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Gabeldeichsel mit dem normalen Tragsattelgeschir'durch eine Umlaufgurte (38), zweiZugriemen (39), zweirüekwärtige Tragscl'laufen (40) und einen Unterriemen (41) verbunden ist und Sieherungsbaeken (37) besitzt, die beim Bruch des Zugriemens (39) ein Herausgleiten der Deichsel aus der Beschirrung verhindern.
AT146243D 1935-06-12 1935-06-12 Gebirgskarren. AT146243B (de)

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