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Kapillaraktives Mittel.
Es wurde gefunden, dass solche ganz oder teilweise hydrierte, mindestens zwölf Kohlenstoffatome und mindestens zwei Kohlenstoffringe aufweisende organische Oxy-oder Aminoverbindungen, die an der Oxy-oder Aminogruppe durch einen mindestens eine wasserlöslichmachende Gruppe enthaltenden Rest substituiert sind, vorzügliche kapillaraktive Mittel und Seifenersatzstoffe, wie Netz-, Wasch-, Reinigung-, Emulgier-, Dispergier-, Schaum-und Durchdringungsmittel darstellen.
Die neuen kapillaraktiven Mittel können hydrierte Phenolreste oder hydrierte Oxynaphthylreste oder die entsprechenden Aminoreste enthalten. Ferner können sie einkernige hydroaromatische Ringe oder kondensierte Ringe enthalten, die sich insbesondere vom hydrierten Naphthalin, hydrierten Anthracen, hydrierten Phenanthren oder Harzalkoholen ableiten. Bei den neuen kapillaraktiven Mitteln können die Kohlenstoffringe unmittelbar oder über eine Kohlenstoffbrücke, insbesondere niedere aliphatische Brücken, wie-CH-,-CH-CHs-,-CHz-CHz-CH-, miteinander verbunden sein.
Die Oxygruppe kann durch einen mindestens eine Carpoxylgruppe enthaltenden Rest substituiert sein. Ferner kann die Oxy-oder Aminogruppe durch einen Polyoxy-und/oder Polyäthergruppen enthaltenden Rest oder durch einen mindestens eine Sulfonsäuregruppe enthaltenden Rest substituiert sein.
Besonders wertvolle Produkte sind unter den erfindungsgemässen kapillaraktiven Mitteln solche Äthercarbonsäuren, die am Sauerstoffatom durch einen mindestens zwölf Kohlenstoffatome und mindestens zwei Kohlenstoffringe enthaltenden Rest substituiert sind. Solche Äthercarbonsäuren sind beispielsweise die Verbindungen von der Formel :
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'Diese Verbindungen kommen besonders in Form ihrer wasserlöslichen Salze, wie Alkali-und Ammoniumsalze zur Anwendung. An Stelle der vorstehend aufgeführten substituierten Essigsäuren können auch andere entsprechend substituierte aliphatische Carbonsäuren verwendet werden.
Die neuen kapillaraktiven Stoffe können vorteilhaft überall da verwendet werden, wo die kapillaraktiven Eigenschaften von Flüssigkeiten, insbesondere von wässerigen Lösungen oder Emulsionen erhöht werden sollen. Die neuen Mittel können infolge ihrer kapillaraktiven Eigenschaften beispielsweise zur Schaumerzeugung, zum Emulgieren, Dispergieren, Benetzen, Imprägnieren, Peptisieren, Stabilisieren, Egalisieren, Verteilen, Lösen u. dgl. in den verschiedenartigsten Industrien verwendet werden. So lassen sie sich z. B. als Seifenersatzstoffe, ferner zur Herstellung von Imprägniermitteln u. dgl., als Hilfsstoffe in der Leder-, Pelz-und insbesondere in der Textilindustrie bei den verschiedensten Veredlungsverfahren verwenden.
Auch kann man sie beim Waschen und Reinigen von Textilien,'Wäsche, Gebrauchsgegenständen u. dgl. benutzen.
Die neuen kapillaraktiven Mittel zeigen ihre Wirksamkeit auch im Gemisch mit andern Stoffen.
Sie können in sauren, neutralen und alkalischen Flüssigkeiten und Bädern verwendet werden, u. zw. auch in solchen, die Elektrolyte enthalten. Beispielsweise können die verschiedenartigsten alkalisch reagierenden Stoffe mitverwendet werden. So können sie in Mischung mit alkalischen Salzen, wie Alkalikarbonaten, Trinatriumphosphat und andern Alkaliorthophosphaten, Alkalipyro-und-metaphosphaten, Poly-und Hypophosphaten, ferner mit Wasserglas, Alkalimetasilikaten oder Alkaliboraten benutzt werden. Ferner können auch neutrale Mittel, wie Natriumsulfat, naphthalinsulfosaures Natrium mitverwendet werden. Die neuen kapillaraktiven Mittel können auch in Gegenwart von sauerstoffabgebenden Verbindungen, beispielsweise Peroxyden oder Wasserstoffsuperoxyd, ferner von Persalzen, wie Perboraten, Persulfaten, Perkarbonaten, Perphosphaten, Perpyrophosphaten usw., verwendet werden.
Schliesslich kann man sie auch im Gemisch mit andern Netz-, Schaum-, Emulgier-, Dispergier-, Wasch-, Reinigungs-, Einweich-, Spül-, Durchdringungs-und ähnlichen Mitteln anwenden.
Auch im Gemisch mit Lösungsmitteln, wie organischen Kohlenwasserstoffen, Alkoholen u. dgl., oder in Mischungen mit Überfettungsmitteln, ferner Enzymen, wie Urease oder Pankreatin, oder als Bestandteile von Putz-oder Scheuermitteln kann man die neuen kapillaraktiven Mittel benutzen.
Die Herstellung der genannten Gemische erfolgt nach bekannten Methoden in Rührwerken, Kugelmühlen oder ähnlichen Mischvorrichtungen. Ferner kann das Vermischen der trockenen oder wasserhaltigen Bestandteile durch Zerstäuben erfolgen. Es können die fertigen Gemische in den Handel gebracht werden, oder es werden die einzelnen Bestandteile am Verwendungsort gemischt. Man kann sie auch einzeln oder gleichzeitig in den Behandlungsflüssigkeiten auflösen oder die Lösungen der Komponenten miteinander mischen.
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Die mit einem Gehalt an den neuen kapillaraktiven Stoffen hergestellten Mittel können in fester
Form, z. B. in Pulver-, Flocken-, Stück oder Nudelform u. dgl., in den Verkehr gebracht werden, beispiels- weise für Haushaltungszwecke. Sie können aber auch bereits in Flüssigkeiten gelöst oder emulgiert sein oder in Teig-,'Pasten-oder Cremeform, wie beispielsweise in kosmetischen Präparaten, Poliermitteln,
Seifen, Cremes u. dgl. in den Verkehr kommen.
Die mit den neuen Mitteln hergestellten Flüssigkeiten können in warmem oder kaltem Zustande verwendet werden.
Gegenüber andern bekannten vergleichbaren Verbindungen zeigen die erfindungsgemässen kapillar- aktiven Stoffe ein ganz erheblich gesteigertes Schaum-und Netzvermögen. Ausserdem zeichnen sie sich durch eine besondere Haltbarkeit aus. Im Gegensatz zu den bekannten kapillaraktiven Mitteln, die einen Fettrest enthalten, ist bei den erfindungsgemässen aromatischen Substanzen weder ein Ranzigwerden noch das Auftreten eines unangenehmen Geruches auch nach längerem Lagern zu beobachten.
Die Stoffe können auch im Gemisch mit desinfektorisch wirksamen Phenolen, so z. B. mit p-Chlormetakresol verwendet werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kapillaraktives Mittel, dadurch gekennzeichnet, dass es aus ganz oder teilweise hydrierten, mindestens zwölf Kohlenstoffatome und mindestens zwei Kohlenstoffringe aufweisenden organischen Oxy-oder Aminoverbindungen besteht, die an der Oxy-oder Aminogruppe durch einen mindestens eine wasserlöslichmachende Gruppe enthaltenden Rest substituiert sind.