AT147813B - Kapillaraktives Mittel. - Google Patents

Kapillaraktives Mittel.

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  Kapillaraktives Mittel. 



   Es wurde gefunden, dass die Sulfonierungsprodukte solcher ganz oder teilweise hydrierter organischen Verbindungen, die mindestens 12 Kohlenstoffatome und mindestens 2 Kohlenstoffringe, jedoch nur eine freie, cyclisch gebundene Hydroxylgruppe enthalten, insbesondere in Form ihrer Salze vor- 
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 Schaum-, Wasch-,   Reinigungs-und Durchdringungsmittel   darstellen. 



   Bei den neuen kapillaraktiven Mitteln kann das die Hydroxylgruppe tragende Ringsystem ein hydrierter Abkömmling von Phenol, technischem Kresol oder Naphtholen sein. Das hydroxylgruppenfreie Ringsystem kann aus einem oder zwei einkernigen hydroaromatisehen Ringen, insbesondere aus hydrierten Diphenylderivaten, oder einem hydrierten Naphthalin, hydrierten Anthracen-oder hydrierten Phenanthrenderivat, wie einem Derivat von Harzalkoholen, bestehen. 



   Das hydroxylgruppenhaltige Ringsystem und das hydroxylgruppenfreie Ringsystem können unmittelbar oder über eine kurze Alkylbrücke, wie z.   B.-CH-,-CHs-CH-,-CH-CHz-CHs-,   miteinander verbunden sein. 



   Als Beispiele für die neuen kapillaraktiven Mittel werden die Alkalisalze der Sulfonierungsprodukte folgender Verbindungen genannt :
Cyclohexyleyelohexanol, hydiertes Cyclohexylkresol, hydriertes Benzylphenol, Dieyelohexyl-, cyclohexane, Perhydrobenzylkresol, hydriertes Benzoylkresol, hydriertes Phenacetylkresol, hydriertes Phenylpropionylkresol, hydriertes Phenylpropylkresol, hydriertes Cyclohexylbenzylphenol, hydriertes Cyclohexylbenzylkresol, hydriertes Cyclohexyldibenzylphenol, hydrierte Tetra-, Ooto-, Decahydronaphthylphenole oder-kresole, Perhydromenaphthylphenol, Perhydromenaphthylkresol, hydrierte Anthracen-und Phenanthrenderivate, hydriertes Isobutylmenaphthylkresol, hydriertes Naphtholkresol,   Perhydrobenzylnaphthol, Perhydrophenylacetylnaphthol, Perhydroisopropylbenzoylnaphthol,   Perhydromenaphthylnaphthol. 



   Als Salze der Sulfonierungsprodukte kommen vorzugsweise die Alkalisalze sowie die Ammoniumsalze oder die Salze organischer Basen, z. B. des Triäthanolamins oder Aminopropandiols, in Frage. 



   Die neuen kapillaraktiven Stoffe können vorteilhaft überall da verwendet werden, wo die kapillaraktiven Eigenschaften von Flüssigkeiten, insbesondere von wässrigen Lösungen oder Emulsionen, erhöht werden sollen. Die neuen Mittel können infolge ihrer kapillaraktiven Eigenschaften beispielsweise zur Schaumerzeugung, zum Emulgieren, Dispergieren, Benetzen, Imprägnieren, Peptisieren, Stabilisieren, 
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 sie sich z. B. als Seifenersatzstoffe, ferner zur Herstellung von Imprägniermitteln u.   dgl.,   als Hilfsstoffe in der Leder-, Pelz-und insbesondere in der Textilindustrie bei den verschiedensten Veredlungsverfahren verwenden. Auch kann man sie beim Waschen und Reinigen von Textilien, Wäsche,   Gebrauehsgegen-   ständen u. dgl. benutzen. 



   Insbesondere können die neuen kapillaraktiven Stoffe verwendet werden zum Netzen und Anteigen von pulverförmigen Farbstoffen zwecks Überführung in wässrige Flüssigkeiten ; ferner gestatten sie in besonders einfacher Weise die Herstellung von Pasten u. dgl. Auch ist ihre Anwendung in der Küpenfärberei besonders vorteilhaft. Beim Nachseifen von Färbungen und Drucken, die durch Entwickeln von   wasserunlöslichen   Azofarbstoffen auf der Faser hergestellt werden, kann die Seife ganz oder teilweise durch die genannten Sulfonierungsprodukte und deren Salze ersetzt werden. 



   Die neuen kapillaraktiven Mittel zeigen ihre Wirksamkeit auch im Gemisch mit anderen Stoffen. 



  Sie können in neutralen, sauren und alkalischen Flüssigkeiten und Bädern verwendet werden, u. zw. auch in solchen, die Elektrolyte enthalten. Beispielsweise können die verschiedenartigsten alkalisch reagierenden Stoffe mitverwendet werden. So können sie in Mischung mit alkalischen Salzen, wie Alkalikarbonaten, Trinatriumphosphat und anderen Alkaliorthophosphaten, Alkalipyro-und-metaphosphaten, Poly-und Hypophosphaten, ferner mit Wasserglas, Alkalimetasilikaten oder Alkaliboraten benutzt werden. Ferner können auch neutrale Mittel, wie Natriumsulfat, naphthalinsulfosaures Natrium, mitverwendet werden. 



   Die neuen kapillaraktiven Mittel können ferner auch in Gegenwart von sauerstoffabgebenden Verbindungen, beispielsweise von Wasserstoffsuperoxyd und Peroxyden, ferner von Persalzen, wie Perboraten, Persulfaten, Perkarbonaten, Perphosphaten, Perpyrophosphaten usw., verwendet werden. 



  Schliesslich kann man sie auch im Gemisch mit anderen Netz-, Schaum-,   Emulgier-,   Dispergier-, Wasch-, Reinigungs-, Einweich-, Spül-, Durchdringungs-und ähnlichen Mitteln anwenden. 



   Des weiteren kann man die neuen kapillaraktiven Mittel auch im Gemisch mit Lösungsmitteln, wie organischen Kohlenwasserstoffen, Alkoholen u. dgl. oder in Mischungen   mit Überfettungsmitteln,   

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 ferner Enzymen, wie Urease oder Pankreatin, oder als Bestandteile von   Putz-oder Scheuermitteln   benutzen. 



   Die Sulfonierungsprodukte können auch im Gemisch mit desinfektorisch wirksamen Phenolen, so z. B. mit p-Chlormetakresol, verwendet werden. 



  Die Herstellung der genannten Gemische erfolgt nach bekannten Methoden in Rührwerken, Kugel- mühlen oder ähnlichen Mischvorrichtungen. Ferner kann das Vermischen der trockenen oder wasser- haltigen Bestandteile durch Zerstäuben erfolgen. Es können sowohl die fertigen Gemische in den Handel gebracht werden, als auch die einzelnen Bestandteile am Verwendungsort zusammengemischt werden. 



   Man kann sie auch einzeln oder gleichzeitig in den Behandlungsflüssigkeiten auflösen oder die Lösungen der Komponenten miteinander mischen. 



   Die mit einem Gehalt an den neuen kapillaraktiven Stoffen hergestellten Mittel können in fester
Form, z. B. in Pulver-, Flocken-,   Stück-oder   Nudelform u. dgl., in den Verkehr gebracht werden, bei- spielsweise für Haushaltungszwecke. Sie können aber auch bereits in Flüssigkeiten gelöst oder emulgiert sein oder in Teig-, Pasten-oder Cremeform, wie beispielsweise in kosmetischen   Präparaten,   Poliermitteln,
Seifen, Cremes u. dgl., in den Verkehr kommen. 



   Die mit den neuen Mitteln hergestellten Flüssigkeiten können in warmem oder kaltem Zustande verwendet werden. 



   Gegenüber anderen vergleichbaren Verbindungen, die durch Sulfonierung von zwei und mehr
Hydroxylgruppen enthaltenden hydrierten mehrkernigen organischen Verbindungen gewonnen werden können, zeigen die   erfindungsgemäss   verwendeten Stoffe ein ganz erheblich gesteigertes Schaum-und
Netzvermögen. Aussderdem zeichnen sie sich durch eine besondere Haltbarkeit aus. Im Gegensatz zu den bekannten kapillaraktiven Mitteln, die einen Fettrest enthalten, ist bei den erfindungsgemäss zur
Anwendung kommenden aromatischen Substanzen weder ein Ranzigwerden noch das Auftreten eines unangenehmen Geruchs auch nach längerem Lagern zu beobachten. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Kapillaraktives Mittel, dadurch gekennzeichnet, dass es aus den Sulfonierungsprodukten bzw. deren Salzen, von ganz oder teilweise hydrierten organischen Verbindungen besteht, die mindestens
12 Kohlenstoffatome und mindestens 2 Kohlenstoffringe, jedoch nur eine freie cyclisch gebundene Hy- droxylgruppe enthalten.

Claims (1)

  1. 2. Kapillaraktives Mittel nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass das die Hydroxylgruppe tragende Ringsystem ein hydrierter Abkömmling von Phenol, technischem Kresol oder Naphtholen ist.
    3. Kapillaraktives Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das hydroxylgruppenfreie Ringsystem aus einem oder zwei einkernigen hydroaromatischen Ringen, insbesondere aus hydrierten Diphenylderivaten, oder einem hydrierten Naphthalin, hydrierten Anthracen-oder hydrierten Phen- anthrenderivat besteht.
    4. Kapillaraktives Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das hydroxylgruppenhaltige Ringsystem und das hydroxylgruppenfreie Ringsystem unmittelbar miteinander verbunden sind.
    5. Kapillaraktives Mittel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das hydroxylgruppenhaltige Ringsystem und das hydroxylgruppenfreie Ringsystem über eine kurze Alkylbrücke, wie z. B.
    - CHs-,-CHs-CH-,-CHs-CH-CHz-. miteinander verbunden sind.
    6. Kapillaraktives Mittel nach Anspruch 1, bestehend aus dem Sulfonierungsprodukt von hydrierten Monooxy-diarylmethanen.
    7. Kapillaraktives Mittel nach Anspruch 1, bestehend aus dem Sulfonierungsprodukt von hydrierten Monooxy-diphenylen.
    8. Kapillaraktives Mittel nach Anspruch 1, bestehend aus dem Sulfonierungsprodukt von hydrierten Naphthylmethyl-phenolen bzw.-kresolen.
AT147813D 1934-08-29 1935-08-16 Kapillaraktives Mittel. AT147813B (de)

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