AT166049B - Verfahren zur Herstellung eines homogenen und stabilen Milbenbekämpfungsmittels mit gleichzeitiger Desinfektionswirkung - Google Patents

Verfahren zur Herstellung eines homogenen und stabilen Milbenbekämpfungsmittels mit gleichzeitiger Desinfektionswirkung

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AT166049B
AT166049B AT166049DA AT166049B AT 166049 B AT166049 B AT 166049B AT 166049D A AT166049D A AT 166049DA AT 166049 B AT166049 B AT 166049B
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



    Verfahren zur Herstellung eines homogenen und stabilen Milbenbekämpfungsmittels mit gleichzeitiger Desinfektionswirkung   
Acariden (Milben) sind weit verbreitete Schädlinge. Manche Arten führen ein parasitisches Leben auf Wirtsorganismen wie Pflanzen, Tieren oder Mensch, wobei sie erheblichen Schaden anrichten. Von den Insekten unterscheiden sich die Acariden zum Teil durch ihre Lebensweise, dann aber auch durch wesentliche anatomische und physiologische Unterschiede. Aus diesem Grunde ist es nicht verwunderlich, dass Insektengifte gegen Acariden keine oder nur ungenügende Wirkung zeigen.

   So ist beispielsweise das be- 
 EMI1.1 
 Auch andere natürliche und synthetische Insektizide haben gegen Acariden keinen durchschlagenden Erfolg. 
 EMI1.2 
 gemeinen Formel 
 EMI1.3 
 worin R, und R2 Wasserstoff oder Methyl,   R3   Alkyl und R4 einen gegebenenfalls durch nicht-salzbildende Gruppen substituierten Phenylrest bedeuten, hervorragend zum Bekämpfen von Acariden eignen und gleichzeitig bakterizide Eigenschaften aufweisen. Amide dieser Zusammensetzung sind teilweise bekannt. Sie können z. B. durch Umsetzung von entsprechenden x, ssungesättigten Carbonsäurechloriden mit Anilin, seinen Homologen und seinen durch nicht-salzbildende Gruppen substituierten Derivaten erhalten werden. Unter nicht-salzbildenden Substituenten im Sinne obiger Definition seien beispielsweise zu verstehen : Halogen, Alkyl-, Alkoxy-usw. 



   Beispiel   l :   Folgende Verbindungen haben sich noch in einer Konzentration von 10-5 g pro cm2 gegen die schwer zu bekämpfende rote Spinne (Paratetranychus humili) als wirksam erwiesen 
 EMI1.4 
 
<tb> 
<tb> (nach
<tb> Verbindung: <SEP> Wirkg <SEP> %tot <SEP> St.)
<tb> 1 <SEP> Crotonsäure-N-methyl-anilid <SEP> 80 <SEP> (24)
<tb> 2 <SEP> ss,ss-Dimethylacrylsäure-N-methyl-anilid <SEP> 94 <SEP> (24)
<tb> 3 <SEP> ss,ss-Dimethylacrylsäure-N-methyl-p-toluidid <SEP> 90 <SEP> (24)
<tb> 
 
Beispiel 2:

   Folgende Testresultate wurden bei Mehlmilben (Aleurobius farinae) und bei Käsemilben (Tyroglyphus siro) in einer Konzentration von   10--4 g   pro cm2 beobachtet : 
 EMI1.5 
 
<tb> 
<tb> Alcur. <SEP> far. <SEP> Tyrogl. <SEP> siro
<tb> Verbindung: <SEP> %tot <SEP> (nach <SEP> %tot <SEP> (nach
<tb> St) <SEP> St.)
<tb> l <SEP> Crotonsäure-N-äthylI <SEP> -o-toluidid <SEP> 91 <SEP> I <SEP> (8) <SEP> 87 <SEP> (8)
<tb> 2 <SEP> ss,ss-Dimethylacrylsäure-N-methyl-o-t
<tb> chloranilid <SEP> 92 <SEP> (2) <SEP> 90 <SEP> 2
<tb> 3 <SEP> TrimethylacrylsäureN-methyl-o-toluidid <SEP> 75 <SEP> I <SEP> (24) <SEP> 1100 <SEP> I <SEP> (24)
<tb> 
 
Beispiel 3 :

   Folgende Verbindungen gaben bei Anwendung in 10% iger Acetonlösung innerhalb 48 Stunden eine völlige Abtötung von Psoroptes cuniculi, als einer weiteren Testmilbe : 
 EMI1.6 
 
<tb> 
<tb> Verbindung <SEP> Kp(mm.)
<tb> 1 <SEP> Crotonsäure-N-äthyl-o-toluidid <SEP> 153-155 <SEP>   <SEP> (13)
<tb> 2 <SEP> Crotonsäure-N-äthyl-3, <SEP> 4-
<tb> -dichloranilid <SEP> 138-141  <SEP> (0,1)
<tb> 3 <SEP> Crotonsäure-N-äthyl-oanisidid <SEP> 133-138  <SEP> (0,15)
<tb> 4 <SEP> ss,ss-Dimethyl-acrylsäure-
<tb> -N-isoamyl-o-toluidid <SEP> 126-129  <SEP> (0,2)
<tb> 5 <SEP> ss,ss-Dimethyl-acrylsäure-
<tb> -N-äthyl-p-brom-anilid <SEP> 121-126 (0,1)
<tb> 6 <SEP> ss,ss-Dimethyl-acrylsäure-
<tb> -N-äthyl-p-phenetidid <SEP> 143-148  <SEP> (0,2)
<tb> 7 <SEP> Tnmethylacrylsäure-N-
<tb> , <SEP> äthyl-n"-toluidid <SEP> 153-157- <SEP> (12)

  
<tb> 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
Hiebei ist zu beachten, dass die wirksame Grenzkonzentration in den meisten Fällen bedeutend niedriger liegt. Auch tritt nach sehr kurzer Zeit eine Lähmung der Milben ein, so dass sie schon lange vor   Entritt des Todes keinen   Schaden mehr anzurichten vermögen. 



   Die Wirkung gegen Staphylococcus aureus sei an Hand einiger Versuchsresultate gezeigt, welche nach einer modifizierten Plattenmethode nach Flemming ausgeführt wurden : 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Hemmungsring <SEP> in <SEP> mm
<tb> Verbindung <SEP> (je <SEP> 5 <SEP> mg) <SEP> Sta- <SEP> Diphylo- <SEP> Strepto- <SEP> phthekokken <SEP> riekokken <SEP> bazillen
<tb> l <SEP> Crotonssure-N-äthyl-otoluidid <SEP> 7-8 <SEP> 10 <SEP> 7
<tb> 2 <SEP> Crotonsäure-N-äthyl-2chlor-6-methyl-anilid <SEP> 6-7 <SEP> 7 <SEP> 8
<tb> 3 <SEP> ss, <SEP> ss-Dinethyl-acrylsäureN-methyl-p-toluidid <SEP> 8-9 <SEP> 6 <SEP> 9
<tb> 4 <SEP> Trimethyl-acrylsäure-
<tb> - <SEP> N-äthyl-o-anisidid <SEP> 6-7 <SEP> 4 <SEP> 7
<tb> Vergleichssubstanz <SEP> :

  
<tb> 5 <SEP> Jod-chlor-oxychinolin <SEP> 3-5 <SEP> 5-6 <SEP> 4
<tb> 
 
Da die Verbindungen praktisch geruchlos und in den erforderlichen Konzentrationen ungiftig sind, eignen sie sich hervorragend zur Herstellung von   Milbenbekämpfungsmine1n,   die sowohl im   Pflmzen- und   Vorratschutz, als auch im Hygienesektor verwendet werden können, wobei für dis letztgenannte Anwendungsgebiet auch die gleich-   zellige   Desinfektionswirkung wertvoll ist. Auf 
 EMI2.2 
 auch überall dort anwenden, NO nur eine Des-   in ? ektionswirkung erwünscht   ist. 



   Die   aktiven Verbind igL.   sollen nicht als solche   ztf   Anwendung gelangen, sondern in verdunnter Form, in welcher ihre Wirkungskraft besser und wirtschaftlicher ausgenützt werden kann. Geeignete Anwendungsformen sind pulverförmige Präparate, wie Stäubemittel oder Streupuder, Emulsionen oder Suspensionen, welche ausser dei Wirksubstanz noch feste Trägerstoffe enthalten, ferner Lösungen, sowie Präparate mit halbfester Grundlage von salben-, creme-oder pastenförmiger Beschaffenheit und Seifenpräparate. 



  Eine Konzentration des gebrauchsfertigen Mittels von ungefähr 5 bis 10% hat sich im Durchschnitt als ausreichend erwiesen. Jedoch ist es in gewissen Fällen, z. B. mit wässrigen Emulsionen möglich, mit weit geringeren Gebrauchskonzentrationen auszukommen. Bei pulverförmigen Präparaten, z. B. Stäubemitteln oder Streupudern, bei welchen der Kontakt mit den zu bekämpfenden Milben nicht so innig ist wie bei den flüssigen Präparaten, kann man die Konzentrationen höher, z. B. bis zu 80% wählen. 



   Als feste Trägerstoffe, welche zur Herstellung von pulverförmigen Präparaten geeignet sind, kommen verschiedene inerte poröse und pulver-   förmige   Verteilungsmittel anorganischer oder organischer Natur in Frage, wie z. B. Tricalcium- phosphat, Calciumcarbonat in Form von Schlämmkreide oder gemahlenem Kalkstein, Kaolin, Bolus, Bentonit, Talkum, Magnesia usta, Kieselgur, Borsäure ; aber auch Korkmehl, Holzmehl und andere   feine, pulverförmige Materialien pSaaz-   licher Herkunft, wie Stärkemehl, sind geeignete   Trägerstoffe.   Durch Zusatz von Netz-und/oder Dispergiermitteln kann man solche pulverförmige Präparate auch mit Wasser leicht benetzbar machen, so dass man schwebefähige Suspensionen erhält, welche als Spritzmittel z. B. im Pflanzenschutz anwendbar sind. 



   Als geeignete Lösungsmittel, die möglichst geruchlos und bei sachgemässem Umgang für Mensch und Tier ungiftig sein sollen, kommen hochsiedende Öle, wie Paraffinöl oder pflanzliche Öle, wie Olivenöl, Ricinusöl, Sesamöl, Campheröl, ferner Glycerin u. dgl. in Frage. 



   Als Dispergier-oder Emulgiermittel zur Herstellung von Emulsionen, Suspensionen oder Konzentraten zu deren Bereitung kommen verschiedene kapillaraktive Stoffe mit anionen-oder kationenaktiver oder nicht-ionogener Komponente in Frage. Genannt seien beispielsweise natürliche oder synthetische Seifen, Türkischrotöl, Fettalkoholsulfonate, sulfierte Fette und Fettsäureester usw., ferner höher molekulare quaternäre
Ammoniumverbindungen, sowie Kondensations- produkte aus aliphatischen oder araliphatischen
Verbindungen und Aethylenoxyd, z. B. das Kon- densationsprodukt aus Stearinalkohol und Aethylenoxyd. 



     F'ir spezielle Zwecke,   insbesondere   für   die
Desinfektion und Entwesung des von Milben be- fallenen   Warmblüters, geeignete   halbfeste Träger- stoffe sind beispielsweise Schmierseife, Vaseline,
Wollfette oder Quellstoffe, in welche die Wirk- substanz, gegebenenfalls unter Zuhilfenahme von
Emulgiermitteln, eingearbeitet werden kann. 



   Je nach dem Verwendungszweck kann man die   Wirkungsbreits der   Mittel durch geeignete aktive
Zusatzstoffe wie Insektizide, Fungizide, Bakteri- zide vergrössern. 



   Als weitere Zuschlagstoffe, die den genannten
Anwendungsformen beigemischt werden können, seien erwähnt : Haftstoffe, wie Casein, fettsaure
Salze, Leim, Harze, Fette, Eiweissabbauprodukte ;
Netzmittel, Lösungsvermittler, Farbstoffe, Ge- ruchstoffe, bei pulverförmigen Präparaten auch
Staubbindungsmittel usw. 

**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRÜCHE : l. Verfahren zur Herstellung eines homogenen und stabilen Milbenbekämpfungsmittels mit gleichzeitiger Desinfektionswirkung, dadurch ge- kennzeichnet, dass man eine Verbindung (Wirk- substanz) der allgemeinen Formel EMI2.3 worin R, und Ra Wasserstoff oder Methyl, <Desc/Clms Page number 3> Ra Alkyl und It einen gegebenenfalls durch nichtsalzbildende Gruppen substituierten Phenylrest bedeuten allein oder zusammen mit anderen wirksamen Stoffen mit mindestens einem inerten, zur Herstellung der Mittel geeigneten Verteilungs- mittel in fein verteilte oder fein verteilbare Form überführt.
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man Crotonsäure-N-äthyl-otoluidid verwendet.
AT166049D 1946-06-28 1947-06-27 Verfahren zur Herstellung eines homogenen und stabilen Milbenbekämpfungsmittels mit gleichzeitiger Desinfektionswirkung AT166049B (de)

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