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Schneidengelenk für Waagen
Die Erfindung betrifft ein Schneidengelenk für Waagen, bei dem eine Lagensicherung der Schneide auf der Pfanne durch Schrägstellung der Auflageflächen zweier oder mehrerer Pfannenteile erfolgt.
Zur Erzielung unveränderlicher Hebelverhältnisse bei Waagen werden allgemein kerbenförmige Pfannen, die sogenannten Dachpfannen verwendet, welche gegen ebene Pfannen erhebliche Nachteile aufweisen. Vor allem ist bei einer Dachpfanne die Reibung zwischen Schneide und Pfanne wesentlich grösser als bei einer ebenen Pfanne, weil bei der Dachpfanne eine gleitende, bei der ebenen Pfanne hingegen eine rollende Reibung stattfindet. Die Bearbeitung (Polieren) und die Kontrolle an der Berührungsstelle zwischen Schneide und Pfanne, auf die es vorzugsweise ankommt, ist bei der Dachpfanne unvergleichlich schwieriger als bei der ebenen Pfanne, die durch maschinelles Planschleifen und Polieren mit grösster Präzision leicht hergestellt werden kann.
Schliesslich ist bei einer Dachpfanne, infolge ihrer Kerbenform, die Grösse des Ausschlages eines Waaghebels stark begrenzt.
Es ist eine Schneidenlagerung für Neigungshebel bekannt geworden, bei welcher die Schneide auf drei ineinandergeschachtelten, um ihre Achsen drehbaren, kreisrunden Scheiben gelagert ist.
Wegen dem Druck, welchem die Achsen bei belasteter Waage ausgesetzt sind, müssen sie einen entsprechend grossen Achsendurchmesser haben, so dass beim Schwingen der Waage eine erhebliche, die Beweglichkeit (Empfindlichkeit) der Waage vermindernde Zapfenreibung auftritt, die so gross sein kann, dass die Schneide auf den Scheiben anstatt zu rollen, gleitet. Überdies ist der Ausschlag eines derart gelagerten Neigungshebels durch den Kurvenrand der Scheiben sehr stark begrenzt, aus welchen Gründen diese Schneidenlagerung in der Praxis nicht verwendet wird.
Das erfindungsgemässe Schnddengelenk weist diese Mängel nicht auf und ermöglicht den Bau sehr genau wiegende, einfacher, billiger Waagen mit verhältnismässig grossem Wiegebereich. Der Erfindungsgegenstand vereinigt die Vorteile der ebenen Pfanne, nämlich Rollreibung und leichte Herstellung mit jenen der Dachpfanne, nämlich Festhalten der. Schneide in bestimmter Lage, unter gleichzeitiger Ausschaltung der Mängel beider Pfannengattungen.
Gemäss der Erfindung ruht die Schneide bei einem Schneidengelenk der eingangs genannten Art auf Flächen von zumindest zwei, in Richtung der Gelenkachse versetzten, in einen Pfannenträger eingelegten Pfannenteilen, die um eine ihrer, einen sehr kleinen Krümmungshalbmesser besitzenden Kanten schwenkbar sind, so dass beim Schwingen der Waage zwischen Schneide und Pfanne als auch zwischen der Pfannenkante und ihrem Lager ausschliesslich Rollreibung auftritt.
Hiedurch wird die Beweglichkeit (Empfindlichkeit) der Waage erheblich gesteigert. Die einwandfreie, genaueste Herstellung der im Handel erhältlichen, zweckmässig als dreiseitige Prismen ausgebildeten Pfannenteile erfolgt ohne jede Schwierigkeit.
Das erfindungsgemässe Schneidengelenk ist vor allem für Waagen, auch analytische, bestimmt, kann jedoch auch für andere Zwecke vorteilhafte Verwendung finden, z. B. zur gelenkigen Lagerung von Lenkern, die abwechselnd auf Zug und Druck beansprucht werden können.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt : Fig. 1 zeigt das Schneidengelenk in Vorderansicht, Fig. 2 ist eine Seitenansicht bzw. ein teilweiser Schnitt zu Fig. 1 und Fig. 3 ist eine Draufsicht zu Fig. 1.
In einem im wesentlichen trogförmigen Pfannenträger 1 sind zwei Pfannenteile 2, 3 in Form von dreiseitigen Prismen, deren Querschnitt vorzugsweise aus einem gleichseitigen Dreieck gebildet wird, nebeneinander lose eingelegt und stützen sich mit ihren Kanten K in den
Ecken des Trägers 1 ab, die als Hohlkehlen mit kleinen Krümmungshalbmesser ausgebildet sind.
Diese Kanten bilden die zur Gelenkachse y parallelen Schwenkachsen x der Pfannenteile 2, 3.
Die Schneide besteht aus zwei miteinander ver- einigten Stahlplatten 4, 5 und stützt sich auf der der Prismenkante K gegenüberliegenden Prismafläche 6 ab, wobei sich die Pfannenteile
2, 3 unter dem Druck der auf sie einwirkenden
Schneide 7, 8 selbsttätig einstellen, indem die
Schneide 7, 8 auf oder nächst jener Abstützungs- linie y zu stehen kommt, die am nächsten zur
Drehachse x des Prismas 2,3 liegt.
Die Pfannenteile 2, 3 werden beim Pendeln der
Schneide 7, 8 zu geringfügigen Schwenk- bewegungen um die Achse x von der Schneide
7, 8 mitgenommen, wobei zwischen der Schneide
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7, 8 und der Pfanne 2, 3 als auch zwischen der Pfannenkante K und der Hohlkehle des Pfannenträgers 1 ein reines Abrollen auftritt.
Dieser wichtige Effekt, die Vermeidung einer gleitenden und die Erzielung einer rollenden Reibung zwischen den Gelenkteilen 2, 3 einerseits und 4, 5 bzw. 7, 8 anderseits wird nur dann erreicht, wenn die Entfernung e der beiden Drehachsen x kleiner als die doppelte Höhe h der Prismen 2, 3, d. h. wenn e (2 h. cos a ist (Fig. 1).
PATENTANSPRÜCHE :
1. Schneidengelenk für Waagen, bei dem eine Lagensicherung der Schneide auf der Pfanne durch Schrägstellung der Schneidenauflageflächen zweier oder mehrerer Pfannenteile erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneide (7, 8) auf Flächen (6) von zumindest zwei, in Richtung der Gelenkachse (y) versetzten, in einen Pfannen- triage'') eingelegten Pfannenteilen (2, 3) aufruht, die je um eine ihrer, einen sehr kleinen Krümmungshalbmesser besitzenden Kanten (K) schwenkbar sind, so dass beim Schwingen der
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(K) und ihrem Lager (Pfannenträger 1) ausschliesslich Rollreibung auftritt.